Beschreibung

Ein gutes Radio- oder Fernsehmanuskript erleichtert Sprechen und Hörverstehen gleichermaßen: Denn wie geschrieben wird, so wird auch (vor)gelesen. Stefan Wachtel leitet aus dem Vergleich von Mündlichkeit und Schriftlichkeit Regeln zum Schreiben ab und erläutert Methoden kreativen und hörverständlichen Formulierens. Freies Sprechen kann durch professionelle Stichwortkonzepte erlernt werden. Exemplarische Sendetexte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ermöglichen ein gezieltes Schreib- und Sprechtraining. Die 5. Auflage wurde überarbeitet und aktualisiert. 'Stefan Wachtel macht uns nützliche Vorschläge, die Melodie eines Satzes so zu komponieren, dass die Betonung auf dem Kern der Botschaft liegt.' Wolf von Lojewski, ZDF

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Seitenzahl: 203

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(Foto: H.-M. Asch)

Stefan Wachtel, Dr. phil., ist Senior Coach bei ExpertExecutive in Frankfurt am Main und berät Spitzenmanager für öffentliche Auftritte. Er war zuvor 1990 bis 1996 TV-Sprecher und Trainer bei ARD und ZDF. Wachtel schreibt regelmäßig fürs Handelsblatt und den Harvard Business Manager und ist Autor u. a. von »Achtung Aufnahme!« (hrsg. mit Nina Ruge, 1997), »Überzeugen vor Mikrofon und Kamera« (1999), »Rhetorik und Public Relations« (2003), »Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen« (6. Aufl. 2009) und »Texten für TV« (mit Martin Ordolff, 4. Aufl. 2013).

Kontakt: [email protected]

[3]Stefan Wachtel

Schreiben fürs Hören

Trainingstexte, Regeln und Methoden

5., überarbeitete Auflage

UVK Verlagsgesellschaft Konstanz · München

[4]Praktischer Journalismus

Band 29

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISSN 1617-3570

ISBN 978-3-86496-342-1

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.

Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Dieses eBook ist zitierfähig. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenangaben der Druckausgabe des Titels in den Text integriert wurden. Sie finden diese in eckigen Klammern dort, wo die jeweilige Druckseite beginnt. Die Position kann in Einzelfällen inmitten eines Wortes liegen, wenn der Seitenumbruch in der gedruckten Ausgabe ebenfalls genau an dieser Stelle liegt. Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler.

1. Auflage 1997

2. Auflage 2000

3. Auflage 2003

4. Auflage 2009

5. Auflage 2013

© UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2013

Einbandgestaltung: Susanne Fuellhaas, Konstanz

Titelfoto: Istockphoto Inc.

Satz: Klose Textmanagement, Berlin

UVK Verlagsgesellschaft mbH

Schützenstr. 24 · 78462 Konstanz . Deutschland

Tel.: 07531-9053-0 · Fax: 07531-9053-98

www.uvk.de

eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

[5]Inhalt

Vorwort zur 5. Auflage

Einführung: »Informationen« fürs Ohr

Erster Teil: Geschriebene Spreche – gesprochene Schreibe

1 Schreiben

2 Formen des Schreibens

3 Vorformulierte Texte?

4 Verheimlichte Schriftlichkeit

5 Schreiben und Sprechen

6 Grammatik und Rhetorik

Zweiter Teil: Regeln und Empfehlungen

1 Fürs Sprechen schreiben

1.1 Mündlich!

1.2 Die Fakten umkleiden und anbinden

1.3 Wieder und wieder!

2 Das Vorlesen im Blick haben

2.1 Vorlesen ist Überschauen und Sprechdenken

2.2 Klare Betonungen ermöglichen

2.3 Stolpersteine

2.4 Ein Kern pro Satz

2.5 Untiefen im Satz

3 Das Zuhören erleichtern

3.1 Auf Anhieb verstehen helfen

3.2 Wir hören Bilder

3.3 Klarer Textverlauf

[6]3.4 Das Innere von Sätzen

3.5 Hören läuft auf das Satzende zu

Dritter Teil: Bauformen

1 Den Stoff sammeln

2 Die Rede gliedern

3 Anfangen

4 An- und Abtexten

5 Sinn und Unsinn des Leadsatz-Prinzips

6 Manuskripte und Textgrafiken

7 Schreiben fürs Sprechen vor der Kamera

8 Hör-Texte kürzen und redigieren

Vierter Teil: Schreiben mit Methode

1 Training

2 Kritik und Kriterien

2.1 Gespräche über Hör-Texte

2.2 Denkstil – Sprachstil – Sprechstil

3 Texte planen

3.1 »Free Writing«

3.2 Assoziieren mit Methode: Mind Maps

3.3 Rhetorisch Anordnen

4 Wege zu hörverständlichen Sätzen

4.1 Schreiben in Sinnschritten

4.2 Der »Umweg« über Stichwörter

4.3 Um-Schreiben fürs Hören

[7]Fünfter Teil: Trainingstexte

1 Texte zum Sprechtraining

1.1 Fähigkeiten ermitteln

1.2 Sinngliederung

1.3 Betonungen auswählen

1.4 Sprechausdruck

1.5 Aussprache

2 Texte zum Um-Schreiben fürs Hören

2.1 Pressemitteilungen

2.2 Agenturmeldungen

2.3 Moderationen

3 Texte zum Übertragen in Stichwörter

4 Texte für Castings

Schluss: »Bewusstlosigkeiten« in Funktexten

Literatur

Index

[8]Vorwort zur 5. Auflage

»Ganz gut, aber sprachlich?«, »Nicht richtig lebendig«, »Zu langweilig«, »Was soll mir das sagen?«, oder auch: »Alles verstanden!«, »Hat mich gut mitgenommen.« So oder ähnlich wird über gesprochene Texte geurteilt. Es gibt intuitive Kriterien für Hör-Texte in Radio und Fernsehen. Also muss es auch Empfehlungen für das Texten zum Hören geben. Und gibt es sie, dann lassen sie sich auch begründen.

Der Sprachstil der Zeitung verfehlt das Ohr. Wer zum Hören ungeeignete Texte vorliest, muss damit rechnen, dass er schlicht nicht verstanden wird. Wer Unsprechbares schreibt, wird falsch betonen. Attraktive, verständliche und überzeugende Funktexte brauchen deshalb handwerkliche Grundlagen. Wer das erlernen will, ist zumeist auf Hinweise von Kollegen angewiesen oder versucht, so zu schreiben wie diese. Solche Tipps sind aber selten systematisch, nicht selten verallgemeinern sie sehr subjektive Erfahrung, manchmal sind sie falsch. An der Regel fehlt es nicht, wohl aber an seiner einsichtigen Begründung.

Neu zu formulieren sind inzwischen einige Regeln, die sich nicht aus der oft blinden Praxis herleiten lassen. Deshalb habe ich sprechwissenschaftliche und wahrnehmungspsychologische Erkenntnisse angewandt und daraus schließlich Empfehlungen für das Schreiben von Hör-Texten abgeleitet. Das Buch teilt also nicht nur mit, wie in den Sendern allenthalben geschrieben wird, sondern es macht auch das Regelwerk verständlich. Vor allem schlägt es Methoden vor, die man in der gängigen Stilistik nirgendwo vorfindet.

Der Aufbau setzt die Begründungen vor die Ratschläge: Die ersten drei Teile entwickeln das Verhältnis von Information, Schreiben, Sprechen, Vorlesen und Hören, um daraus Empfehlungen abzuleiten. Der vierte Teil beschreibt die Methoden. Der fünfte Teil enthält deutschsprachige Originaltexte aus Hörfunk und Fernsehen als Vorschläge zum Schreib- und Sprechtraining und für Demos.

»Schreiben fürs Hören« ist während meiner früheren Arbeit in der Aus- und Fortbildung von Hörfunk- und Fernsehjournalisten entstanden. Dieses Buch ist zugleich das Pendant zu dem Klassiker »Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen«, der im selben Verlag erschienen ist. Für diese fünfte Auflage habe ich kleinere Textkorrekturen vorgenommen, einige Trainingstexte ausgewechselt und die Literaturhinweise aktualisiert.

Ich danke allen, die mit mir ihre Texte diskutiert haben, namentlich denen, die mir Hinweise gaben oder mehrere Texte zur Verfügung stellten: Stephan Becker (Fundamentals Production Frankfurt/M.), Susanne Becker (ZDF), Silvia Braun [9](ORF), Carola Ferstl (n-tv), Joachim Filliés (WDR, ZDF), Karen Fuhrmann (HR), Knut Galden (SWR), Hellmut K. Geißner (Lausanne), Norbert Gutenberg (SR, Universität Saarbrücken), Jutta Odile Heß (ZDF), Bernd Liesert (Pro Sieben), Wolf von Lojewski (ZDF), Frank Lorenz (Leipzig), Martin Ordolff (ZDF), Kirsten Ripper (Euronews), Jost Samson (SAT.1), Hanns Martin Schäfer † (Schweizer Fernsehen DRS), Jürgen Schmidt (SWR), Wolf Schneider (Starnberg), Angela Schöneberg (ZDF), Christoph Seydel (ExpertExecutive, Frankfurt a. M.), Edith Slembek (Universität Lausanne), Silke Tschorn (Bloomberg TV), Bettina Warken (ZDF). Tobias Gebhardt-Seele, Dorothea Schuler und Günter Wirth danke ich für Korrekturvorschläge und Pit Kalla für die Grafiken. Für Kritik danke ich meiner Frau Sabina.

Frankfurt am Main, im Juni 2013

Stefan Wachtel

[10][11]Einführung: »Informationen« fürs Ohr

»Allgemein aber gilt:

Das Geschriebene muss sich leicht vorlesen lassen.«

(Aristoteles, Rhetorik, 1407b)

»Wir informieren uns zu Tode«. Neil Postman überzeichnet einen Umstand, der nun schon seit langem gefeiert wird: Eine nie da gewesene Menge an Informationen. Und sogleich auch fallen einem »Informationsflut« oder »Informationsdichte« ein. Und wirklich, viele dieser Informationen sind oft nicht zu gebrauchen und viel weniger hörend zu »verarbeiten« – zu verarbeiten allenfalls noch im Computer, dann aber auch wieder nur zu bloßen »Informationen«. Wer mit Radio und Fernsehen informieren will, braucht sprachliche Formen speziell für das Ohr. Informieren aus Lautsprechern findet seine Grenze am Hörverstehen.

Warum sind vorgelesene Texte oft so schwer zu verstehen? Wo liegen die Probleme im Einzelnen, die »Schreiben fürs Hören« als Handwerk nötig machen? Ich sehe drei Hauptprobleme in Texten für Hörfunk und Fernsehen: die fehlende Situierung von Informationen, die Verdichtung und die Unpersönlichkeit. Diese Probleme sind zunächst darin begründet, dass in Hörfunk und Fernsehen meist mehr Informationen vorliegen als sinnvoll vermittelt werden können. Zudem sind die Informationen oft zu wenig am Hörer orientiert (vgl. Geißner 2000).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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