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Mike Dooleys Liebeserklärung ans Leben steckt voller Inspiration und Hingabe. Über Jahre sammelte er die wichtigsten Botschaften, die er seiner kleinen Tochter später einmal mit auf den Weg geben möchte. Einfühlsam und motivierend schreibt er über Familie und Beziehungen, Macht und Verantwortung, aber auch über die Herausforderungen und Rückschläge des Lebens. Seine Worte gehen unter die Haut und regen zum Nachdenken an. Gleichzeitig vermitteln sie aber auch eine wertvolle Erkenntnis: Das Leben ist schön und du wirst geliebt!
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Seitenzahl: 134
Veröffentlichungsjahr: 2019
Mike Dooley
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
1. Auflage 2019
© 2019 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Die englische Originalausgabe erschien 2019 bei Hay House Inc. USA unter dem Titel A Beginner’s Guide to the Universe. © 2019 by Mike Dooley. All rights reserved.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Übersetzung: Diane von Weltzien
Redaktion: Sabin Zürn
Umschlaggestaltung: Kathleen Lynch / Manuela Amode
Illustrationen: Bryn Starr Best, shutterstock.com
Satz: ZeroSoft, Timisoara
Druck: GGP Media GmbH, Pößneck
eBook: ePubMATIC.com
ISBN Print 978-3-7474-0128-6
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-485-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-486-0
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter:
www.mvg-verlag.de
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Prolog: Der Mann, für den du mich hältst
1: Warum die Sonne aufgeht
2: Wie »Dinge« geschehen: Die Logistik von Magie und Wundern
3: Lernen durch alles, was wehtut
4: Imagination, Träume und Babyschrittchen
5: Freunde, Familie und Beziehungen auskosten
6: Was alte Seelen wissen
Epilog: Der Mann, der ich bin
Über den Autor
Für Rebecca Solecito Dooley
Bevor diese Reise überhaupt begann, gab es dich, deine besten Freunde und dein neugieriges Staunen darüber, wer von euch als Erster springen, als Erster vergessen, als Erster küssen, es als Erster sagen, als Erster fallen, als Erster aufstehen und sich als Erster erinnern würde, dass das Leben in den Illusionen von Zeit und Raum mit dem Wagnis beginnt, trotz allem zu lieben.
Liebste Rebecca,
den Anruf, den ich niemals vergessen werde, erhielt ich am späten Nachmittag zu Hause. Es war Wochenende und ich saß in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch, deine Mutter mir gegenüber. Eine Arzthelferin fragte: »Wollen Sie das Geschlecht wissen?«
»Wie bitte?«
»Sie und Ihre Frau bekommen ein Kind«, erklärte sie geduldig, »und ich frage Sie, ob Sie das Geschlecht wissen wollen?«
»Ja! Unbedingt!«
Ohne auch nur den geringsten Anflug von Emotion teilte sie mir mit: »Sie bekommen ein Mädchen.«
Es kam mir vor, als hätte Gott gesprochen.
Dieser Beweis dafür, dass sich unser Erstgeborenes auf dem Weg befand, erschien mir mit meinen 52, fast 53 Jahren glaubhafter als der gewölbte Bauch deiner Mutter.
Ein Mädchen!
Nach außen hin hatte ich mein Leben lang so getan, als seien Kinder kein Thema für mich, während ich mir insgeheim gelegentlich die Vorstellung gestattete, eine Tochter zu haben. In meinem Alter dachte ich natürlich, der Zug sei schon längst abgefahren.
Und dann kamst du, sechs Wochen zu früh. Die 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, die du aufgrund der genetischen Disposition deiner Eltern hattest, Mukoviszidose zu entwickeln, hast du elegant umschifft. Mit deinen fünfeinhalb Pfund hast du unsere Zweisamkeit in eine Familie verwandelt. Wir hatten uns nicht vorstellen können, auf welche Weise du unser Leben verändern würdest, obwohl uns alle Eltern der Welt genau darauf hingewiesen hatten. Auch heute noch bin ich am meisten darüber überrascht, wie sehr ich von allem, womit du uns bereichert hast, überrascht wurde.
Als ich dich zum ersten Mal in den Armen hielt, offenbarten deine suchenden Augen eine Tiefe, die dein winziger, zerbrechlicher Körper nicht vermuten ließ. Dieses Fenster zu deiner Seele verriet uns nicht, woher du kamst, ob und welche Pläne du gemacht hattest oder zu welchem Menschen du werden würdest. Deine winzigen Gliedmaßen und deine zarte Stimme waren engelsgleich. Ich war fasziniert, und das hatte weniger mit der Tatsache zu tun, dass du dem Schicksal und der Wahrscheinlichkeit getrotzt hattest, sondern damit, dass du die Verkörperung des größten Geheimnisses warst, das das Leben zu bieten hat: Wie war das alles überhaupt möglich – das Leben, du, unsere neue Familie?!
Nun, da die ersten Jahre vorüber sind und du dich deinem fünften Geburtstag näherst, bin ich mehr denn je beeindruckt, wie du, Gefäß des Geistes, göttlicher Funke, deinen Platz in der Welt einnimmst. Nicht als »mein« Kind – denn natürlich »gehörst« du mir nicht –, sondern als Kind des Universums. Noch immer verwirrt es mich, dass deine Mutter und ich irgendwie eine biologische Kettenreaktion in Gang gesetzt haben, die wir nicht im Geringsten begreifen können und die dich wie aus dem Himmel zu uns geführt hat. Dass ausgerechnet wir dich betreuen und begleiten dürfen, ist etwas Besonderes. Denn wer sind wir schon, dass wir dies alles verdient hätten? Und wer sind wir, dass uns eine so große Aufgabe zugetraut wird? Ich tappe doch in meiner eigenen Dunkelheit umher, wie könnte ich da einem anderen Menschen den Weg leuchten? Aber dieser Wahnsinn, dass im Dunkeln tappende Eltern Kinder des Lichts in diese Welt mit ihrer akribischen Ordnung setzen, beweist, dass es einen Plan und einen Grund für unsere Beziehung geben muss. Also will ich mich wie alle Eltern bemühen, meiner Rolle gerecht zu werden und nicht mehr von dir zu fordern, als ich selbst dir geben kann.
Seit du auf der Welt bist, habe ich dich mit und ohne Grund bewundert. Und als ob eine Steigerung noch möglich wäre, bist du zu meinem größten Erstaunen ebenso vernarrt in mich wie ich in dich. Manchmal bringt es mich fast schon in Verlegenheit, wenn du vor anderen zurückscheust, die sich ebenso sehr wie ich nach deiner Aufmerksamkeit sehnen, und dich trotz ihrer weit geöffneten Arme und Herzen zu mir flüchtest.
War es ein kosmischer Irrtum, dass ich statt eines Heiligen das Privileg habe, mich an der unglaublichen Nähe zu dir zu erfreuen und an dieser gegenseitigen Bewunderung, unterbrochen von Lachen und Tränen? Wenn ich doch nur der Mann sein könnte, den du viele Hundert Mal am Tag so herzerweichend mit »Daddy! Daddy! Daddy!« rufst, weil du jede deiner Beobachtungen, Ideen oder Einfälle mit mir teilen möchtest. Oder wie du weinst, wenn ich nicht da bin, weil du auf meinen Schultern reiten oder beim Essen neben mir sitzen willst. Wie kann es sein, dass ausgerechnet ich für etwas so Vollkommenes wie dich so wichtig bin?
Die Bedeutung, die du mir gibst, will ich mir jetzt verdienen. Damit ich eines Tages vielleicht wirklich der Mann sein kann, den du in mir siehst – für den du mich hältst –, und dir in der Dunkelheit ein Licht, in der Verzweiflung Hoffnung und, soweit es mir möglich ist, der beste Vater der Welt sein kann.
Als deine Mutter noch mit dir schwanger war, meinte ein Freund, dass der Tag deiner Geburt der Anfang meines eigenen Lebens sei. Und tatsächlich kommt es mir genau so vor – manchmal glaube ich, das Leben vor dir war nur die Vorbereitung auf das, was wir jetzt gemeinsam erleben und was noch vor uns liegt.
Zwar hoffe ich, dich noch jahrzehntelang lieben und leiten zu dürfen, doch bin ich nicht so naiv zu glauben, dass du auf alles hörst, was ich dir sagen möchte, oder alles, was ich dir anbiete, nützlich findest, und ich wage nicht zu denken, dass ich so lange lebe. Doch als der Autor des Buches Grüße vom Universum, das ihn so etwas wie berühmt gemacht hat und dessen Botschaften zumindest sein eigenes Leben verbessert haben, möchte ich dir ein paar Dinge mit auf den Weg geben, bevor mein Auftritt hier zu Ende ist ... oder bevor wir feststellen, dass tatsächlich alles auf einem kosmischen Irrtum beruht: So etwas wie ein Einsteigerbuch für das Universum, um diesen heiligen Dschungel aus Zeit und Raum wie ein angehender Meister zu durchqueren und mithilfe ungewöhnlicher Ideen ein ungewöhnlich glückliches Leben zu führen.
Das soll nicht heißen, dass ich ein Meister bin, doch in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten habe ich vielen Menschen geholfen, bewusst zu leben und die unendlichen Möglichkeiten des Lebens nach meinem Motto »Aus Gedanken wird Realität« zu gestalten. Ich habe in meinen Büchern und Filmen dargelegt, dass das Leben weder auf Zufall basiert noch ein Test in Sachen Gehorsamkeit ist. Wir leben in einer vollkommenen Welt, die durch Liebe ermöglicht wurde und in der wir wachsen dürfen. Ich sage den Leuten sogar, dass das Leben nicht fair ist, sondern es unser Leben zu unseren Gunsten gestaltet.
Um meinen vielleicht etwas zu esoterischen Vorstellungen Zügel anzulegen, möchte ich noch sagen, dass mein Stil immer eher der eines Wirtschaftsprüfers war als der eines vernarrten Vaters. Ich bin es einfach nicht gewohnt, mich mit Liebe und Zärtlichkeit auseinanderzusetzen, und das macht alles, was ich für dich empfinde, noch größer. Doch trotz meines versicherungsmathematischen Tons (der, wie ich meine, der Sache dient) hoffe ich, sowohl zu deinem Verstand als auch deinem Herzen vorzudringen. Mir ist natürlich klar, dass die meisten Menschen heutzutage keine Bücher mehr lesen, und ich habe festgestellt, dass dies doppelt und dreifach stimmt, wenn der Autor ein Familienmitglied ist. »Im eigenen Land gilt der Prophet nichts.« Und wie steht es im eigenen Zuhause? Vergiss es ... »Bring doch bitte mal den Müll runter, ja?« Damit habe ich kein Problem – ich bin lieber dein Vater als dein Guru. Aber es stimmt eben auch, dass ich seit 20 Jahren unterrichte und es gern tue. Und wenn die Dinge, die ich schreibe, deinen eigenen Lernprozess verkürzen, dir Leid ersparen und dein zukünftiges Glück steigern können, dann will ich es versuchen.
Es folgen sechs Kapitel, in denen ich die Grundsätze und Konzepte darlege, von denen ich meine, dass sie dir und allen anderen Lesern dieses Buches wichtige Impulse geben können. Jedes Kapitel wird eingeleitet durch einen Brief, der an meine eigenen Offenbarungen oder an gemeinsame Zeiten erinnert. Es folgen Lektionen über das Tragen großer Verantwortung und den unermesslichen Lohn dafür. Der Epilog enthält eine überraschende Entdeckung, die ich bei der Zusammenstellung all dieser Ideen gemacht habe. Vielleicht sogar die überraschendste Entdeckung meines Lebens, was die Unzulänglichkeit betrifft, die mich am meisten belastet – nämlich nicht der Mann zu sein, für den du mich hältst. Es ist eine Offenbarung, die Auswirkungen auf jeden Menschen auf dieser Erde hat.
Spar dir die Schuldgefühle, weil du dich um die Lektüre meiner 15 Bücher gedrückt hast. In diesem einen Buch habe ich für dich – und natürlich für alle anderen, die an die Schönheit des Lebens, an unsere Macht und daran, wie sehr wir geliebt werden, erinnert werden möchten – all das so einfach und knapp zusammengefasst, wie ich mir nur wünschen könnte, dass es ein begeisterter Leser aus all meinen Büchern zusammengenommen entnehmen würde.
Möge alles, was du dir
wünschst, das Mindeste sein,
was du erhältst.
Tränen und Ängste spielten in deinen frühen Tagen eine große Rolle.
Du weinst noch immer nach Mumu, obwohl Mom starb, als du ein Jahr alt warst. An ihren Knien hast du dich festgehalten, als du gehen lerntest. Ihre 81-jährige Gestalt wolltest du umarmen. Du warst begierig, ihr müdes Gesicht zu küssen.
Vor drei Jahren hörte ich dich aus dem Gästebad rufen: »Daddy! Hilfe! A-a-a-a-a-h!« Dort fand ich dich nur Augenblicke später: Du hattest dich in die leere Badewanne gebeugt und warst über den Rand hineingekippt, wie die Wippe auf ihrem Ständer. Deine ausgestreckten Arme stützten deinen kleinen, vor Entsetzen steifen Körper ab, die Beine ragten in die Luft und der Kopf hing nach unten. Du warst unfähig, dich zu bewegen, konntest nur noch um Hilfe rufen.
Und im zurückliegenden Jahr hast du uns mehrmals in der Nacht aufgeweckt, weil du, noch ganz verschlafen, aus voller Überzeugung riefst: »Ich ... mag ... keine Monster!«
Weinen ist natürlich das Pochen eines Kindes auf seine Stammeszugehörigkeit, und in jedem Fall müssen die anderen die nötigen Antworten, Lösungen oder eben Liebe geben. Mit zunehmendem Alter werden unsere Bedürfnisse komplizierter, denn wir entwachsen zwar vielen unserer Abhängigkeiten, aber wir finden immer wieder etwas Neues, das uns Angst macht.
Angst ist mein lebenslanger Begleiter und Erzfeind. Meist habe ich mir Sorgen über Dinge gemacht, die nie eingetroffen sind, über meine eigene Unzulänglichkeit oder über das, was andere vielleicht über mich denken könnten. Aber ich habe gelernt, die Lage zu meistern und sogar daran zu wachsen – geliebt und verliebt –, indem ich herausfand, dass die meisten Ängste auf Missverständnissen beruhen. Und dass ein paar wenige neue punktgenaue Ideen, die auf schmerzhafte Umstände oder traurige Perspektiven angewendet werden, alles vollständig zum Besseren verändern können.
Dass die Ursache aller Ängste unsere Verwirrung ist angesichts der Fragen Wer sind wir wirklich?, Warum sind wir hier? und Was können wir mit unserem Leben anfangen?, war vielleicht die eindrucksvollste Lektion, die ich in meinem Leben gelernt habe. Das mag unwahrscheinlich scheinen, solange man die Antworten auf diese Fragen noch nicht kennt. Ironischerweise, wenn nicht gar tragischerweise, sind die Wahrheiten, die uns aus der Verwirrung führen könnten und die uns dennoch meistens entgehen, im Alltag leicht wahrzunehmen und zu erleben.
Allein schon unsere physischen Sinne offenbaren uns, dass wir in einem unendlich freundlichen und unaussprechlich weisen Universum leben und dass wir ein Bestandteil dieses Universums und keineswegs von ihm abgeschnitten sind. In diesem Universum erschaffen wir durch nichts als unsere Gedanken, Worte und Taten zahllose Schöpfungen und unser Leben. Unsere Leben sind eins.
Wenn Einstein recht hat mit seiner Schlussfolgerung, dass die Wirklichkeit nichts als eine »hartnäckige Illusion« sei, dann müssen im weiteren Sinne auch Zeit, Raum und Materie eine Illusion sein. In weniger bekannten Schriften hat er sich so über diese Elemente geäußert. Das bedeutet: Es kann kein »Vorher« und »Nachher«, kein »Nah« und »Fern« geben. Alles ist im wahrsten Sinn des Wortes »hier und jetzt« und ohne räumliche, materielle oder zeitliche Trennung »eins«. Derartige Kennzeichen öffnen lediglich die unverwechselbaren Fenster selektiver Wahrnehmung.
In einem Universum ohne Abtrennung, in dem alles wahrhaft eins ist – müssen wir da nicht aus göttlicher Intelligenz gemacht und hervorgegangen sein? Ohne Abtrennung kann es nicht zugleich Gott und Nicht-Gott geben. Woher sollte denn das »nicht-göttliche Material« überhaupt stammen? Und ein Teil Gottes zu sein bedeutet, dass du beziehungsweise dein höheres Selbst schon »vor« diesem Leben da war und auch »nach« ihm noch da sein wird; das heißt, du bist wirklich und die Illusionen sind es nicht; du bist allzeitig, sie sind flüchtig. Das heißt, du warst zuerst da. Und die Tatsache, dass du (oder dein höheres Selbst) dich in Zeit und Raum befindest, bedeutet, dass du dich entschieden hast, hier und jetzt zu sein!
Indem wir uns weiterhin dieser einfachen Logik bedienen, können wir umgekehrt schlussfolgern, dass es mitten in dieser atemberaubend intelligent geplanten Welt einfach undenkbar ist, dass wir nur deshalb hier sein könnten, um von einem wütenden, eifersüchtigen Gott getestet, kritisch beurteilt und letztlich verurteilt zu werden. Erstens: Ein Gott, der sich dieses ganze Universum und noch dazu die Fotosynthese ausgedacht hat, könnte unmöglich so engherzig sein. Und zweitens: Welchen Sinn könnte das ganze Testen überhaupt haben? Um festzustellen, ob Gott irgendetwas danebengegangen ist?!
Außerdem ist es leicht, die alte Vorstellung über den Haufen zu werfen, dass das Leben aufgrund einer zufälligen Panne begann und dass es jeglicher Intelligenz entbehrt. Dann könnte man auch glauben, dass das Leben seinen Ursprung in Felsen und im Nichts hat, ohne zu erklären, woher Felsen und das Nichts stammen, und die Augen vor der Intelligenz verschließen, die in den 100 Millionen Spezies und in jeder Zelle, ja in jedem Körper zum Ausdruck kommt.
All dies führt zu der logischen Schlussfolgerung, dass wir wichtig sind; heilig, geachtet, geliebt und keineswegs einer Welt der Illusionen ausgeliefert, vielmehr ist sie uns unterworfen. Unsere Wahrnehmung macht uns zu den Erschaffern der Welt, aller Felsen und des Nichts; es sind nicht sie, die uns erschaffen haben. Wir sind es, die die Sonne veranlassen, jeden Tag von Neuem aufzugehen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Wir sind nicht einer von irgendwelchen Gründen, sondern der Grund. Wir sind frei, wir selbst zu sein. Es gibt keine Tests. Alles ist gut.
