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Arbeit ist einer der größten Glücksfaktoren - im positiven Fall. Im negativen Fall einer der größten Unglücksfaktoren. Unsere Arbeitskultur befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel und benötigt neue Kompetenzen: Kreativität, Selbstverantwortung und Veränderungsbereitschaft. Nur wer bereit ist, sich mit zu wandeln, dem bietet die Veränderung der Arbeitskultur neue, zutiefst befriedigende Lebensoptionen. Der erfahrene Laufbahncoach Denise Grauwiler liefert mit diesem Ratgeber eine gut verständliche Möglichkeit, diffusem Unbehagen bei der Arbeit nachzugehen. Anhand der fünf Themengebiete •Angst vor dem Verlust finanzieller Sicherheit •Verlust von Leidenschaft für die Arbeit •Bedrohung oder Verlust der beruflichen Identität •Konflikte mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen •Burn-out-Anzeichen zeigt sie insbesondere anhand des Zürcher Ressourcen -Modells (ZRM®) und der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI), wie Arbeitnehmende Situationen mit Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und so gestalten können, dass sie weiterhin Wohlbefinden bei der Arbeit erfahren.
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Seitenzahl: 216
Veröffentlichungsjahr: 2016
Selbstmanagement im Job
Selbstmanagement im Job
Denise Grauwiler
Denise Grauwiler
Selbstmanagement im Job
Berufliches Wohlbefinden mit ZRM®
Denise Grauwiler, MAS FHNW in Coaching
Denise Grauwiler Laufbahncoaching
Emil Frey-Straße 179
4142 Münchenstein
Schweiz
www.grauwiler-coaching.ch
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Anregungen und Zuschriften bitte an:
Hogrefe AG
Lektorat Psychologie
Länggass-Strasse 76
3000 Bern 9
Schweiz
Tel: +41 31 300 45 00
E-Mail: [email protected]
Internet: http://www.hogrefe.ch
Lektorat: Dr. Susanne Lauri
Bearbeitung: Sigrid Weber, Freiburg
Herstellung: René Tschirren
Umschlagabbildung: @ Getty Images/Niki van Velden
Umschlag: Claude Borer, Riehen
Illustrationen (Innenteil): Claude Borer, Riehen
Satz: punktgenau GmbH, Bühl
Druck und buchbinderische Verarbeitung: Hubert & Co., Göttingen
Printed in Germany
1. Auflage 2016
© 2016 Hogrefe Verlag, Bern
(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-95469-1)
(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-75469-7)
ISBN 978-3-456-85469-4
Einleitung
1 Hauptursachen für berufliches Unbehagen
1.1 Angst vor dem Verlust finanzieller Sicherheit
1.2 Verlust von Leidenschaft für die Arbeit
1.3 Bedrohung oder Verlust der beruflichen Identität
1.4 Konflikte mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen
1.5 Burn-out-Anzeichen
2 Grundlegendes zum Selbstmanagement
3 Selbstmanagement in der Praxis
3.1 Fallbeispiel Dominik Murbach: Gefangen im goldenen Hamsterrad
Zur Ausgangslage
Wenn der Verstand nicht mehr weiterhilft: Selbstwahrnehmung als erster Schritt im Selbstmanagement
Sich spüren: Wahrnehmung somatischer Marker
Zu einer stimmigen Entscheidung kommen: Erstellen einer Affektbilanz
Wie es mit Dominik Murbach weiterging
3.2 Fallbeispiel Susanne Stückelberger: Unzufriedenheit trotz Erfolg und Anerkennung
Zur Ausgangslage
Diffuse Gefühle als Hinweis für unbewusste Bedürfnisse
Unbewusste Bedürfnisse erkennen: Die Bilderwahl-Methode
Ideen von anderen einbeziehen: Die Ideenkorb-Methode
Wie es mit Susanne Stückelberger weiterging
3.3 Fallbeispiel Olivia Meister: Fern der einstigen Visionen
Zur Ausgangslage
Berufliche Standortbestimmung: Die Lebenslaufanalyse
Orientierung finden mithilfe der Bilderwahl- und Ideenkorb-Methode
Wünsche in Worte fassen: Die Absichtsformulierung
Von der Absicht zum klaren Ziel kommen: Das Motto-Ziel
Motto-Ziel verinnerlichen durch Erinnerungshilfen: Das Priming
Wie es mit Olivia Meister weiterging
3.4 Fallbeispiel Doris Wettstein: Keine Perspektiven unter dem neuen Chef
Zur Ausgangslage
Erkennen und Steuern eigener Verhaltensmuster in Konflikten
Persönlichkeits-System-Interaktionen PSI: Erkennen und Steuern von Arbeitsschwerpunkten
Sich ein genaues Bild machen: Informations-Interviews
Wie es mit Doris Wettstein weiterging
3.5 Fallbeispiel Anouk Grandjean: Bedürfnisse der anderen vor die eigenen stellen
Anmerkungen zum Phänomen Burn-out
Zur Ausgangslage
Voraussetzung zum Erkennen eigener Bedürfnisse: Zwischen Selbstkontrolle und Selbstregulation unterscheiden
Vorsatz mit einer guten Gefühlsbilanz versehen – mit der Methode der Wunschelemente
Konkretisierung: Von den Wunschelementen zum Motto-Ziel
Unterstützung bei der Umsetzung von Vorsätzen: Motiviertes Planen und Wenn-Dann-Pläne
Wie es mit Anouk Grandjean weiterging
4 Wo stehe ich? Einschätzungshilfen für die eigene berufliche Situation und erste Maßnahmen
4.1 Konfliktfeld Angst vor Verlust finanzieller Sicherheit
Einschätzungshilfen
Erste Maßnahmen im Selbstmanagement
Weiterführende Maßnahmen
4.2 Konfliktfeld Verlust von Leidenschaft für Arbeit
Einschätzungshilfen
Erste Maßnahmen im Selbstmanagement
Weiterführende Maßnahmen
4.3 Konfliktfeld Bedrohung oder Verlust der beruflichen Identität
Einschätzungshilfen
Erste Maßnahmen im Selbstmanagement
Weiterführende Maßnahmen
4.4 Konfliktfeld Konflikte mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen
Einschätzungshilfen
Erste Maßnahmen im Selbstmanagement
Weiterführende Maßnahmen
4.5 Konfliktfeld Burn-out-Anzeichen
Einschätzungshilfen
Erste Maßnahmen im Selbstmanagement
Weiterführende Maßnahmen
5 Selbstmanagement als Arbeitsgrundlage
Selbstmanagement-Kompetenz strahlt auf andere aus
Regelmäßige Überprüfung des Wohlbefindens
Die besondere Situation von Selbstständigen
Tipps für Arbeitnehmer in Leitungsfunktionen und für Personalverantwortliche
Anhang
Kurzanleitungen für die Methoden
Anleitung 2: Affektbilanz-Methode
Arbeitsblätter
Arbeit ist einer der größten Glücksfaktoren – im positiven Fall. Sie kann aber auch einer der größten Unglücksfaktoren sein. Arbeit prägt uns, sie gibt uns eine Aufgabe, sichert unsere Existenz, Arbeit ermöglicht Status, Struktur und Beziehungen. Arbeit vermittelt uns ein Gefühl von Zugehörigkeit, und oft ist es auch die Arbeit, die unserem Leben Sinn stiftet. Arbeiten zu wollen und nicht arbeiten zu können, weckt Zweifel am Selbst. Entspannt in der Hängematte zu liegen, mag für viele verführerisch klingen. Arbeitslose oder Ausbildungsabgänger ohne Aussicht auf eine Stelle sehen das jedoch anders. Arbeit dient der Existenzsicherung und trägt maßgeblich zu einem erfüllten Leben bei. Darüber hinaus ist Arbeit die Grundlage für stabile Gesellschaften, denn sie ermöglicht Wohlstand, Wachstum und Wohlbefinden.
Aufgrund von Globalisierung, technologischen Entwicklungen und Wirtschaftskrisen befindet sich unsere Arbeitswelt in einem fundamentalen Veränderungsprozess. Das ist einerseits bedrohlich, weil sich der Druck auf die Arbeitnehmenden erhöht, andererseits entstehen aber auch neue Möglichkeiten. Die Arbeitskultur wandelt sich: Neue Kompetenzen sind gefragt wie Kreativität, Selbstverantwortung und Veränderungsbereitschaft. Zusammenhänge müssen ständig neu hergestellt werden, Bestehendes hinterfragt und unterschiedliche Perspektiven integriert werden.
Auch die Beschäftigungsverhältnisse verändern sich. Das Konzept von der sicheren Lebensstellung ist überholt, viele Arbeitnehmende arbeiten auf zeitlich befristeten Stellen. Der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt wächst. Je nach Bedarf werden Vollzeitanstellungen durch Teilzeitanstellungen ersetzt, Festanstellungen durch selbstständige Erwerbstätigkeit. Immer öfter kommen Menschen mit spezifischen Fähigkeiten zur Ausführung eines bestimmten Projekts zusammen, um sich im Anschluss daran zu neuen Projekten mit anderen Menschen zusammenzufinden. Manche arbeiten auch auf mehreren Stellen parallel. Und nicht zuletzt gewinnt unbezahlte Arbeit für gemeinnützige, gesellschaftliche Zwecke an Bedeutung.
Die stetigen Veränderungen in der Arbeitswelt betreffen alle Berufstätigen, unabhängig von Hierarchiestufen, Branchen und Aufgabengebieten. Nicht alle kommen damit zurecht. Nur selten werden sie dabei professionell begleitet. Ihre individuellen Bedürfnisse werden häufig nicht berücksichtigt, sodass sie Blockaden erleben und ihre Kompetenzen und Interessen nicht vollumfänglich in ihre Arbeit einbringen können. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, in dem sie sich im Arbeitsumfeld als nicht wirksam erleben, ihre Arbeitsziele nur teilweise erreichen, sodass Erfolg und Anerkennung ausbleiben, was wiederum die Verunsicherung verstärkt. Gefühle der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins treten auf mit weiteren Folgen wie Burn-out, Karriereknick oder Kündigung ohne Anschlusslösung. Auch die dauernde Selbstoptimierung, um für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben, kann eine ungesunde Dynamik annehmen. Menschen, die hierfür nicht gewappnet sind, sich ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten nicht bewusst sind, haben es schwer.
Wie können sich Arbeitnehmende angesichts stetiger Veränderungsprozesse und zunehmender Komplexitäten sicher selber durch ihr Arbeitsleben steuern, um ihr Wohlbefinden aufrechtzuerhalten? Wie manövriert man sich selbst aus der Opfer- in die Gestalterrolle? Wie findet man im Dschungel der fremdbestimmten Arbeitswelt die eigene Motivation und erkennt für sich den Sinn in seiner Arbeit?
In meiner Praxis als Laufbahncoach mache ich die Erfahrung, dass Menschen, die zum Teil sehr belastende Arbeitsumstände erleben, diese durch die gezielte Anwendung von Selbstmanagement-Methoden wesentlich entschärfen können. Durch Selbstmanagement entwickeln sie ein klares Gespür für die Belange und Themen, die ihnen in ihrem Arbeitsleben persönlich wichtig sind, und werden darin bestärkt, die Weichen für ein zufriedenes und gesundes Leben zu stellen. Arbeitnehmende aller Hierarchiestufen können sich dadurch selbstverantwortlich durch die Klippen herausfordernder Arbeitssituationen manövrieren.
Mit diesem Ratgeber möchte ich Arbeitnehmenden das Handwerkzeug vermitteln, einem mehr oder weniger diffusen Unbehagen bei ihrer Arbeit nachzugehen, mögliche Ursachen zu erkennen und sich selbst auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden zu unterstützen. Indem sich Arbeitnehmende durch geeignete Selbstmanagement-Methoden als selbstwirksam und als Gestalter ihrer eigenen Rolle und Umgebung erleben, können Zustände der Hilflosigkeit und Fremdbestimmung oft vermieden werden. Dies trägt entscheidend zum psychischen und physischen Wohlbefinden bei.
Obwohl die Ausgangslagen meiner Klientinnen und Klienten im Laufbahncoaching individuell sind, stoßen sie aus meiner Erfahrung immer wieder auf die gleichen Themen, die sich in fünf Bereiche fassen lassen:
Angst vor dem Verlust finanzieller SicherheitVerlust von Leidenschaft für ArbeitBedrohung oder Verlust der beruflichen Identität Konflikte mit Vorgesetzten und ArbeitskollegenBurn-out-Anzeichen.Diese Hauptursachen für berufliches Unbehagen werden in Kapitel 1 genauer dargestellt. Nachdem ich in Kapitel 2 kurz auf die Vorgehensweisen im Selbstmanagement eingehe, stelle ich dann in Kapitel 3 zu jedem Problemfeld jeweils anhand eines konkreten Falles dar, wie Arbeitnehmende in solche Situationen geraten können, welche Folgen dies für ihr Befinden und Handeln hat, wie sie sich mithilfe von Selbstmanagement-Methoden mit ihrer Arbeitssituation auseinandersetzen, Selbstmanagement-Kompetenz erlangen und so wieder Wohlbefinden erfahren können. Dabei werden jeweils am konkreten Fall ausführlich die Selbstmanagement-Methoden erläutert, sodass der Leser sie in seinem eigenen Arbeitsumfeld einsetzen und erproben kann. Bei den Protagonisten handelt es sich um fiktive Personen, deren Geschichten jedoch auf realen Fällen basieren; entsprechende Anonymisierungen wurden vorgenommen. Eventuell erkennen sich die Leserin und der Leser in der einen oder anderen Geschichte wieder, eventuell auch in mehreren.
Die dargestellten Techniken für das Selbstmanagement basieren mehrheitlich auf dem Zürcher Ressourcen Modell (Storch & Krause, 2014). Auch auf die Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (Kuhl, 2001) wird in vereinfachter Form Bezug genommen. Zu beiden Theorien finden Sie Links im Anhang.
Der ungeduldige Leser, der in seinem Arbeitsumfeld möglichst schnell erste Maßnahmen umsetzen möchte und einen pragmatischen Ansatz wünscht, kann mit seiner Lektüre direkt in Kapitel 4 einsteigen. Dort kann er für sich Sondierungsfragen beantworten, um Klarheit zu erlangen, welcher Bereich Ursache für sein berufliches Unbehagen sein könnte. Im Anschluss kann er erfahren, wie die eigene Situation mit einer pragmatischen Vorgehensweise oder mit weiterführenden Maßnahmen angegangen werden kann. Im Anhang findet er als Kopiervorlage dazugehörende Arbeitsblätter und Kurzanleitungen der Methoden sowie hilfreiche Internet-Links. Die Arbeitsblätter stehen zudem als Download zur Verfügung. Den Link dazu findet der Leser ebenfalls im Anhang. Führt die Vorgehensweise nicht zur gewünschten Verbesserung, kann immer noch mit der Lektüre des dritten Kapitels eingesetzt werden, um sich intensiv mit den Selbstmanagement-Methoden und deren Anwendung in einem konkreten Kontext zu befassen.
Da es sich bei diesem Buch um einen Ratgeber handelt, ist es primär auf die praktische Anwendung ausgerichtet. Theorieteile werden so kurz wie möglich gehalten und sind entsprechend gekennzeichnet. Leser, die sich weiterführend mit der Theorie befassen möchten, finden am Ende des Buches Hinweise zu Literatur und Internet-Links.
Mit Kenntnissen über Selbstmanagement-Methoden, wie sie das Zürcher Ressourcen Modell® zur Verfügung stellt, können Arbeitnehmende schon viel erfahren, um sich selbst zu helfen. Auch wenn nicht jeder Leidensweg erspart bleibt, so kann er oft wesentlich verkürzt werden. Manche Situationen sind aber einfach zu komplex, um sie selbst lösen zu können, und ein professionelles Coaching ist angezeigt. Um dies zu erkennen, braucht es oft ebenfalls Selbstmanagement-Kompetenz.
Welche Rahmenbedingungen jemand benötigt, um sich bei seiner Arbeit wohlzufühlen, ist selbstverständlich sehr individuell. Individuell sind auch die Faktoren, die das Wohlbefinden zum Kippen bringen können. Was für den einen nicht einmal ein leichtes Schulterzucken wert ist, löst beim anderen Wut und Angst aus. Ganz unterschiedlich sind auch die Reaktionen. Werden infolge von Sparmaßnahmen beispielsweise die Löhne um ein Prozent gekürzt, finden die einen, dass sie immer noch genug verdienen, während andere eine Lohnklage einreichen. Eine Büroverlegung in ein Großraumbüro kann für den einen Auslöser einer Erkrankung sein, während eine andere die stimulierende Atmosphäre als gemütlich empfindet.
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