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Keeping up with the Habsburger & Co »Samra vom Instagram-Account Geschichtegram erzählt in ihren Reels so unterhaltsam von der Mode, der Liebe und dem Drama der europäischen Königshäuser, dass die Kardashians im Vergleich langweilig wirken.« SZ-Magazin Statussymbole, Selbstdarstellung und Fake News – ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Phänomene keine Begleiterscheinungen der Digitalisierung sind. Samra Kljajic stellt uns die Influencer früherer Zeiten vor: Historische Persönlichkeiten und Bekannte aus dem Geschichtsunterricht werden hier von einer anderen Seite gezeigt. Wer hätte vor 250 Jahren die meisten Follower gehabt? Wer machte das erste Selfie überhaupt? Und welchen Erfindungen haben wir den steilen Weg in die Moderne zu verdanken? Mit enormem Wissen und unerwarteten Facts zeigt uns die Autorin, dass die Wirkungsweisen von Social Media älter sind, als wir glauben, und wie einzelne Menschen lange vor der Erfindung des Internets enorme Reichweiten erzielten. - Die Weltgeschichte der Selbstdarstellung - skurril, machthungrig, menschlich - Unerwartete Facts, die die Weltgeschichte veränderten Wusstest du, dass lange vor Tinder, Gemälde an potenzielle Verehrer verschickt wurden? Wusstest du, wie der »Sonnenkönig« Ludwig XIV. seine Schuhe am liebsten trug? Mit hohem rotem Absatz, vielen Schleifen und Spitze! Die Autorin ist auf Social Media bekannt als @geschichtegram und @geschichtetok
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Seitenzahl: 230
Veröffentlichungsjahr: 2024
Statussymbole, Selbstdarstellung, Filter und Fake News – ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Phänomene keine Begleiterscheinungen der Digitalisierung sind. Der Mensch hatte schon immer das Bedürfnis, sich zu inszenieren, einzig die Mittel zum Zweck haben sich geändert. Samra Kljajic stellt uns die Influencer früherer Zeiten vor: Historische Persönlichkeiten und Bekannte aus dem Geschichtsunterricht werden hier von einer anderen Seite gezeigt. Wer hätte vor 250 Jahren die meisten Follower gehabt? Wer machte das erste Selfie überhaupt? Und welchen Erfindungen haben wir den steilen Weg in die Moderne zu verdanken?
Mit enormem Wissen und unerwarteten Facts zeigt uns die Autorin, dass die Wirkungsweisen von Social Media älter sind, als wir glauben, und wie einzelne Menschen lange vor der Erfindung des Internets enorme Reichweiten erzielten.
Bekannt als @geschichtegram und @geschichtetok>
Samra Kljajic
Geschichten aus dem Leben der größten Influencer der Geschichte
Widmung
Vorwort
Kapitel 1 Die Geburt des Selfies
Spieglein, Spieglein an der Wand
Pioniere des Selfies
Kapitel 2 Drama einer Dynastie
Das makellose Image des letzten Ritters
Verkupplungen als Erfolgsrezept
Die spanische Linie der Habsburger und ihre Machenschaften
Mächtiges Blaues Blut
Heirat als Familienangelegenheit
Die österreichischen Habsburger und die Fortsetzung der Saga
Kapitel 3 Die Schokoladenseite der Königin
Ehen, Erbinnen und endlose Anstrengungen für einen Thronfolger
Personelle Rochaden am Thron
Eine Frau soll König sein
Die Community der »Elisabethaner«
Mutter der Nation
Der Kampf um ewige Jugend und Schönheit
Kapitel 4 Selfie mit dem Sonnenkönig
Geboren, um ein König zu sein
Die Sonne geht auf
Das Sonnensystem
Ein Leben unter der Sonne
Ein Tag im Leben des Sonnenkönigs
Die Sonne geht unter
Kapitel 5 Die Moderevolution von oben
Vom Mauerblümchen zur Prinzessin
Das Styling-Team
Sie hat die Haare schön
Fashion Victim
Neue Konsumgewohnheiten, andere Trends
Fast Fashion
Eine Mätresse regiert die Mode
Die Königin in Unterwäsche
Noch ein Skandal im Königinnenhaus
Kapitel 6 Kaiser der Fake News
Der Stein kommt ins Rollen
Medienmacht und Imagekontrolle
Die Marketingstrategie des Selfmade-Kaiser
Kleiner Mann ganz groß
Alles hat ein Ende, nur Napoleon hat zwei
Kapitel 7 Testimonial einer Zeit im Wandel
Kindheit einer zukünftigen Regentin
Königin eines Zeitalters
Das erste Influencer-Event der Geschichte
Licht und Schatten im Viktorianischen Zeitalter
Lang lebe die Königin und groß werde ihr Reich!
Kapitel 8 Eine neue Ära (der Reichweite) bricht an
Die Vernetzung der Welt
Eine kaiserliche Kooperation
Die bürgerliche Influencerin
Unser Geltungskonsum
Schlusswort
Danksagung
Bildnachweise
Literaturverzeichnis/Quellennachweise
Dieses Buch widme ich meinen Eltern.
In einer Welt, in der das Internet die Art und Weise, wie wir Informationen teilen, miteinander kommunizieren und uns selbst präsentieren, revolutioniert hat, sind Influencer zu neuen Celebritys geworden. Doch der Einfluss von Influencer*innen ist keine Erscheinung des 21. Jahrhunderts allein. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Selbstdarstellung, das Vorleben eines bestimmten Lebensstils, Schönheits- und Modetrends, Fake News, Cancel Culture, Facetune und ähnliche Phänomene keineswegs auf das Zeitalter der Digitalisierung beschränkt sind. Sie sind vielmehr zeitübergreifende Begleiter der menschlichen Gesellschaft, die sich im Laufe der Jahrhunderte angepasst haben, wobei sich lediglich die Mittel zum Zweck verändert haben. Es gab eine Zeit, lange bevor Instagram, TikTok und YouTube die Bildschirme unserer Welt eroberten, als das Konzept eines »Influencers« auf eine völlig andere Art und Weise existierte. Auch diesen einflussreichen Persönlichkeiten gelang es, die Ströme der Geschichte zu lenken.
Also, wo setzen wir den Anfang? Wer waren die ersten Influencer*innen der Geschichte? Papst Franziskus sorgte 2019 mit einem Beitrag auf X (vormals Twitter) für Diskussionen. Er bezeichnete die Jungfrau Maria als»die erste Influencerin: die Influencerin Gottes«[1]. Übersetzt man den Begriff »Influencerin« wörtlich, dann hat er gar nicht mal so unrecht, aber die erste war sie bestimmt nicht. Die Entstehung ist wohl noch viel älter, denn einflussreiche Personen gab es seit Beginn der Menschheit. Sie sind grundlegender Bestandteil von gesellschaftlicher Entwicklung im Guten wie im Schlechten.
Ich möchte den Ausgangspunkt bei der Entstehung des wohl bekanntesten Bildphänomens unserer digitalen Gegenwart legen – dem »Selfie«. Stell dir vor, wie erleuchtend es gewesen sein muss, sich selbst zum ersten Mal in direkter Gegenüberstellung zu sehen. Man wurde unwillkürlich mit sich selbst konfrontiert, mit der eigenen Existenz und Vergänglichkeit. Gemäldegalerien waren die ersten Instagram-Feeds, Flugblätter die ersten Posts, vorgetragene Gedichte die ersten Podcasts. Ab dem 15. Jahrhundert lassen sich die wahren Anfänge einer Voraussetzung erkennen, ohne die Social Media heute nicht funktionieren würde: der Konsum. Die Nachfrage nach und der Konsum von Wissen sorgten für ein schnelles Wachstum des Angebots.
Vom ersten Selfie ausgehend, werden wir in diesem Buch in das Leben ausgewählter Influencer*innen jedes Jahrhunderts eintauchen, wobei mein Fokus ganz bewusst auf dem europäischen Kulturraum liegt. Wir beginnen mit der Selbstdarstellung im 15. Jahrhundert und beenden unsere Reise mit den flimmernden Fernsehbildschirmen des 20. Jahrhunderts. Die Persönlichkeiten hast du bestimmt schon im Geschichtsunterricht kennengelernt, aber ich möchte sie dir von einer anderen Seite zeigen. Sie waren keine digitalen Figuren, sie kannten keine Likes und keine Hashtags. Dennoch beherrschten sie die Kunst der Beeinflussung und Selbstinszenierung genauso meisterhaft wie ihre modernen Nachfahren. Ihre Familiengeschichten sind unterhaltsamer als jede noch so gute Reality-Show. Sie zeigten sich stets von ihrer Schokoladenseite und wussten genau, wie sie neue Follower*innen anziehen und ihre Community bei Laune halten konnten. Wir werden Zeugen von Fake-Profilen eines Kaisers und einem Shitstorm gegen eine Königin, von skurrilen Hobbys, noch skurrileren Beziehungen, Machtspielchen und bahnbrechenden Ideen, die die Welt verändert haben. Die Influencer*innen der Geschichte haben auf ihre eigene Weise die Massen bewegt und Geschichte geschrieben.
Hast du heute schon in den Spiegel geschaut? Da ich annehme, dass du dieses Buch nicht unmittelbar nach dem Aufwachen aufgeschlagen hast, kann ich mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass du bis jetzt mindestens einmal – bewusst oder unbewusst – dein Spiegelbild gesehen hast.
Der Wunsch des Menschen, sich selbst zu betrachten, ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Die erste Möglichkeit, sich selbst zu sehen, war in einer Pfütze oder einem stillen Teich. Eine mit Wasser befüllte Schüssel ergab sogar einen Spiegel zum Mitnehmen.
In der griechischen Mythologie gibt es eine Erzählung über einen jungen, gut aussehenden Mann namens Narziss, der in einen Teich blickte, in dem er die Reflexion seines Gesichtes sah und sich augenblicklich in sich selbst verliebte. Er versuchte immer wieder, sein Spiegelbild zu berühren, um das Objekt seiner Liebe zu ergreifen, doch jedes Mal verschwand es, sobald er danach griff. In seiner Verzweiflung fiel er schließlich in den Teich und ertrank. Die Geschichte von Narziss war und ist eine Warnung über die Gefahren von Selbstverliebtheit und Eitelkeit.
Die ersten von menschlicher Hand hergestellten Spiegel wurden aus Obsidian angefertigt, einem vulkanischen Gesteinsglas, das in verschiedenen Kulturen für Werkzeuge, Waffen und Schmuck, aber eben auch als eine Art Spiegel Verwendung fand. Es wurde so lange poliert, bis die Fläche ein einigermaßen scharfes Bild reflektieren konnte. Solche Spiegel wurden bei Ausgrabungen in der ersten bekannten Großsiedlung der Geschichte, Çatalhöyük, in der heutigen Türkei gefunden. Mindestens 7500 Jahre sind diese ersten polierten Obsidian-Spiegel alt. Mehrere Tausend Jahre später kannte man Metallspiegel nahezu überall auf der Welt. Zuerst wurden sie aus Kupfer, später auch aus Bronze und Silber hergestellt. Sie mussten allerdings ausgesprochen glatt poliert sein, um ein einigermaßen erkennbares Bild reflektieren zu können. Diese Spiegel waren äußerst kostbar und purer Luxus. Der Blick in den Spiegel und die Kenntnis des eigenen Aussehens blieb für lange Zeit einem privilegierten wohlhabenden Kreis vorbehalten. Ein schärferes Bild ermöglichte der konvexe Glasspiegel, eine venezianische Erfindung aus dem frühen 14. Jahrhundert. Ein Luxusgut sondergleichen. Fand man im 14. Jahrhundert quer durch Europa nur Einzelstücke vor, verbesserte sich ab dem 15. Jahrhundert nicht nur die Qualität der Spiegel, sondern auch ihre Verfügbarkeit. Sie waren nun auch erschwinglicher, neben dem Hochadel zumindest auch für wohlhabende Kaufleute.
Stell dir vor, du stehst zum ersten Mal vor einem Spiegel. Zum ersten Mal siehst du ein klares, scharfes Bild deiner selbst. Du verbringst Stunden damit, deine Reflexion zu betrachten, jedes Detail deines Gesichts zu erforschen – von den Sommersprossen über die feinen Härchen bis hin zu den zarten Fältchen. Im Laufe der Zeit beginnst du, über dein äußeres Erscheinungsbild nachzudenken. Du blickst tiefer und setzt dich mit dem Menschen hinter der Reflexion auseinander. Bist du traurig? Siehst du müde aus? Du beginnst, dir über dein Sein Gedanken zu machen und deine Gefühle zu benennen. Du beschäftigst dich intensiv mit deinen Gedanken und Emotionen. Vielleicht schreibst du deine Gedanken nieder. Die Begegnung mit deinem Spiegelbild hat zu einer tiefen Selbstreflexion geführt und dir geholfen, dich als individuelles Wesen besser zu verstehen. Du strebst danach, dich weiterzuentwickeln, dich zu bilden und deine Potenziale zu entfalten. Du beginnst zu denken wie ein Humanist.
Der Humanismus war nicht die Folge eines langen Blicks in den Spiegel, genauso wenig wie der Spiegel eine Erfindung des Humanismus war. Der Spiegel war vielmehr ein Werkzeug, um die Idee der Selbstreflexion und persönlichen Entwicklung voranzutreiben, die den Kern des humanistischen Denkens bildete. Ich habe den Spiegel als Metapher verwendet, um das Mindset eines »uomo universale« (it.: Universalmensch) zu verdeutlichen.
Francesco Petrarca (1304–1374), ein italienischer Dichter und Schriftsteller, wird oft als Vorreiter des Humanismus betrachtet. Im Zentrum dieses Denkens stand das Ideal des Universalmenschen. Er beobachtet, hinterfragt, versucht, seine Umgebung zu verstehen, und zieht Schlüsse aus seinen Beobachtungen. Der Humanismus repräsentierte nicht nur eine intellektuelle Bewegung, sondern auch eine Lebenseinstellung, ein Mindset, wie bereits erwähnt. Vertreter des Humanismus grenzten sich bewusst von anderen Denkweisen ab, insbesondere von der mittelalterlichen Scholastik, die wenig Raum für Interpretation oder Kritik ließ. Im Gegensatz zur starren und dogmatischen Scholastik war der Humanismus geprägt von einem offenen Denken und einem Streben nach Erkenntnis. Francesco Petrarca war einer der Ersten, der eine Art Schmutzkampagne gegen das Mittelalter führte. Er gab dem »Mittelalter« seinen Namen, bezeichnete es als eine Zeit der Dunkelheit, die zwischen der strahlenden Antike und einer neuen, wiedererleuchteten Epoche der Menschheitsgeschichte lag, die später auf den Namen »Neuzeit« getauft wurde. In gewisser Weise vermarktete Petrarca ein weiterentwickeltes Produkt, das einer neu angebrochenen Epoche, als »neue Zeit«, die besonders fortschrittlich und innovativ, während das bisher Bekannte rückständig dargestellt wurde. Die mittelalterliche Vorstellung eines Menschen basierte auf Gehorsam und einem Leben nach Gottes Wort. Der »mittelalterliche Mensch«, wenn man so will, sah seine Identität nur im Verhältnis zu einer Gruppe, es herrschte ein gemeinschaftliches Bewusstsein. Im Gegensatz dazu löste sich der Universalmensch aus dem Kollektiv, er stellte sich selbst in den Mittelpunkt und definierte seine Individualität.
Die Wiederentdeckung klassischer Texte aus der Antike, insbesondere der Werke von Cicero, Platon und Aristoteles, führte ab dem 14. Jahrhundert zu einer Entwicklung der »neuen« Geisteswissenschaften. Ein breites Spektrum von Fächern wie Philosophie, Geschichte, Literatur und Rhetorik wurde an den neu gegründeten humanistischen Schulen und Universitäten, die nun nicht mehr ausschließlich unter dem Schirm der Kirche und des Klerus standen, gelehrt. Die klassischen Sprachen Griechisch und Latein wurden studiert, um antike Schriften direkt in ihrer Urform zu lesen und zu erforschen. Der Ansatz der Humanisten war, dass sie von Gott mit Verstand und Fähigkeiten ausgestattet worden waren und ihre Kapazitäten vollumfänglich ausschöpfen sollten. Sie lehnten die Religion nicht ab, ganz im Gegenteil. Sie stellten den Menschen als perfektes Geschöpf Gottes in den Mittelpunkt. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 kam eine neue Welle antiker Texte nach Italien. Zahlreiche Gelehrte, Mönche und Intellektuelle aus Konstantinopel flohen in Richtung Italien und nahmen dabei wertvolle antike Manuskripte, Bücher und Schriften mit. In Städten wie Florenz und Venedig wurden diese antiken Texte gesammelt, übersetzt und studiert. Von dort aus verbreiteten sie sich über weite Teile Europas. Immer mehr Menschen setzten sich intensiv mit den Werken antiker Philosophen und Gelehrten auseinander. Diese Begeisterung führte zu einer beinahe exzessiven Sammlung, Replikation und Verbreitung von Quellen sowie zur Verfassung neuer Texte, die stark von den Werken antiker Philosophen beeinflusst waren. Der Buchdruck erleichterte zwar die rasche Verbreitung von Wissen, allerdings war der Zugang zu diesen wissenschaftlichen Werken vorerst nur jenen vorbehalten, die die Texte auch lesen konnten.
Der Humanismus bildete einen idealen Nährboden für den wissenschaftlichen Fortschritt. Ein Beispiel für die Verschmelzung von Wissenschaft und Kunst ist Leonardo da Vinci, ein Allround-Talent seiner Zeit. Er führte detaillierte Studien zur menschlichen Anatomie durch, entwarf aber auch Flugmaschinen (mit den Entwürfen wusste man allerdings recht wenig anzufangen). In dieser Zeit waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man beschränkte sich nicht nur auf die Zweckmäßigkeit einer Erfindung, sondern forschte aus dem reinen Willen zu forschen heraus.
Die Kunst der Renaissance konzentrierte sich ganz auf die Darstellung menschlicher Schönheit und Perfektion, wobei die antiken Ideale als Vorbild galten. Die Künstler*innen studierten Anatomie und Proportionen bis ins kleinste Detail und perfektionierten neue Techniken der Perspektive. So entstanden Gemälde und Skulpturen, die eine beinahe fotorealistische Darstellung erreichten. Tatsächlich können Leonardo da Vinci, Botticelli, Michelangelo, Raphael und Tizian als die einflussreichsten »Influencer« ihrer Zeit angesehen werden, da sie die Grenzen der künstlerischen Darstellung erweitert und maßgeblich geprägt haben. Nicht weniger bedeutend war der Einfluss von Giorgio Vasari, dem wohl ersten Kunsthistoriker der Geschichte. 1550 veröffentlichte er »Die Leben der hervorragendsten Maler, Bildhauer und Architekten« (»Le Vite« im italienischen Original). Der Titel ist selbsterklärend, es handelt sich um eine Sammlung von Biografien namhafter Künstler und exakt einer Künstlerin, Properzia de’ Rossi. In diesem Werk verwendete Vasari erstmals das Wort »rinascita«, was auf Italienisch »Wiedergeburt« bedeutet. Damit beschrieb er seine Beobachtungen über das lebhafte künstlerische Schaffen und die Rückbesinnung auf die antiken griechischen und römischen Lehren in seiner eigenen Gegenwart. Erst im 19. Jahrhundert etablierte sich die französische Form »Renaissance« als Bezeichnung für diese Kunstepoche, die den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit bedeutete.
Nachdem der sich seiner Individualität und Fähigkeiten bewusste Universalmensch ins Zentrum gerückt war, entstand in ihm der Wunsch, sich angemessen zu würdigen und auch gewürdigt zu werden. Heutzutage greifen wir oft zum Handy oder zur Kamera und machen ein Selfie. Im 15. Jahrhundert hingegen malte man ein Selbstporträt. An dieser Stelle muss ich dem Spiegel wieder eine besondere Bedeutung beimessen, denn ohne dieses äußerst wichtige Werkzeug wäre ein Selbstporträt nicht möglich gewesen. Das erste Selfie dürfte der flämisch-niederländische Maler Jan van Eyck im Jahr 1433 gemalt haben.
Das Porträt eines Mannes mit Turban ist das erste bekannte Selbstporträt, in dem der Künstler sich selbst zum Subjekt machte und somit in den Mittelpunkt rückt. Besonders bemerkenswert ist auch der konfrontative Blick. In Kombination mit der Inschrift auf dem Rahmen bestätigt sich die Annahme, dass Jan van Eyck hier nicht nur sich als Individuum porträtierte, sondern auch seine Fähigkeiten als Maler demonstrieren wollte. Das soll nicht bedeuten, dass er diese Inszenierung nötig gehabt hätte, er galt bereits zu diesem Zeitpunkt als einer der besten Maler seiner Zeit.
Porträt des Mannes mit dem Turban
Die Inschrift auf dem Rahmen lautet: »So, wie ich kann.« Diese Botschaft kann als Ausdruck seiner Selbstsicherheit und seines Bewusstseins für seine außergewöhnlichen Fertigkeiten interpretiert werden. Es wirkt fast so, als wollte er eine Herausforderung an andere Künstler*innen aussprechen: »Lass’ mal sehen, ob du es so hinbekommst wie ich!«
»Challenge accepted«, dürfte sich Albrecht Dürer in Nürnberg gedacht haben. Er gilt allgemein als Begründer des Genres der Selbstporträts. Bereits im Alter von 13 Jahren zeichnete er sich selbst und im Laufe seines Lebens folgten zahlreiche weitere Selbstbildnisse, darunter das wohl bekannteste: Albrecht Dürers »Selbstbildnis im Pelzrock«.
Selbstbildnis im Pelzrock
Darin vergleicht er sich scheinbar mit Jesus Christus oder besser gesagt, mit der damaligen Vorstellung davon, wie Jesus Christus dargestellt werden sollte. Dieses Werk weist einige bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit Leonardo da Vincis Gemälde »Salvator Mundi« auf, welches als das teuerste, jemals verkaufte Gemälde gilt. Interessanterweise entstand Dürers Selbstporträt etwa zur selben Zeit wie das Gemälde von Leonardo da Vinci. Diese zeitliche Nähe ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass ein reger Austausch und eine wechselseitige Einflussnahme in der Kunstszene stattfanden. Dürer unternahm mehrere Reisen, darunter auch nach Italien, wo er mit bedeutenden Künstler*innen und Gelehrten der Renaissance in Kontakt kam. Diese Begegnungen förderten den Austausch von Ideen und Albrecht Dürer wurde zu einem gefragten Künstler, weit über die Grenzen seiner Heimat Deutschland hinaus. Dürer pflegte eine bewusste Selbstdarstellung und geschickte Markenbildung, die ihn neben seinem herausragenden künstlerischen Talent bekannt machten. In vielen Werken platzierte er sein Monogramm »AD« als eine Art Signatur, vergleichbar mit dem heutigen Copyright. Dadurch konnten die Kunstwerke eindeutig als seine eigenen identifiziert werden.
Im von van Eyck und Dürer initiierten Genre stach Rembrandt van Rijn heraus. Der niederländische Maler und Vertreter der barocken Kunst des 17. Jahrhunderts machte sich das Konzept des Selbstporträts wirklich zu eigen. Über achtzig Mal zeichnete er sich selbst in verschiedenen Phasen seines Lebens. Im Laufe seiner Karriere erlebte Rembrandt van Rijn extreme Höhen und Tiefen, von enormer Popularität bis hin zum Bankrott und dem tragischen Verlust seiner Frau und Kinder. In den Selbstporträts spiegelte er seine tiefen Emotionen wider, die Gesten und Gesichtsausdrücke beschreiben seine Gefühlslagen. In einer Darstellung presst er seine Lippen zusammen, als würde er einen Kuss geben oder pfeifen wollen. Heute wird diese Zeichnung gerne als das erste »Duck-Face« in der Geschichte bezeichnet.
Selbstporträts waren nicht nur eine persönliche Ausdrucksform, sondern auch ein Mittel, um das künstlerische Talent und Können zu zeigen. In einer Zeit, in der die Konkurrenz zwischen den Künstlern immer größer wurde, wollten sie sich auf diese Weise von anderen abheben und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Last but not least waren sie auch eine wichtige Einnahmequelle.
Besonders interessant wird es, wenn man die Selbstporträts von Frauen betrachtet. Das erste bekannte Selbstbildnis einer Künstlerin entstand 1548, also nach Dürer und vor Rembrandt. Es zeigt die belgische Künstlerin Catharina van Hemmesen an einer Staffelei. Die Italienerin Sofonisba Anguissola verewigte sich 1556 in einer ähnlichen Darstellung, während sie an einem Bild malte. Die Niederländerin Judith Leyster tat dasselbe im Jahr 1630. Im Gegensatz zu männlichen Künstlern, die sich oft frontal oder im Profil porträtierten, stellten sich die Künstlerinnen immer in einer Szene des Schaffens dar, als wollten oder müssten sie dies betonen. Ein weiteres Beispiel ist das Selbstporträt von Lavinia Fontana aus dem Jahr 1579, in dem sie sich in ihrem Studio mit einem Stift in der Hand vor einem Blatt Papier zeigt. Interessanterweise waren alle diese Künstlerinnen zu dem Zeitpunkt ihrer Selbstporträts in ihren frühen Zwanzigern. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass die Selbstporträts vor ihrer Heirat entstanden. Danach wurde von Malerinnen üblicherweise erwartet, dass sie ihre künstlerische Karriere zugunsten der Familienplanung aufgaben.
Jan van Eyck und Albrecht Dürer leiteten einen bedeutenden Trend in der Kunstgeschichte ein, der zu einer langen Tradition von Künstler*innen führte, die sich selbst in ihren Werken abbildeten.
Doch was, wenn man nicht malen konnte, aber den Wunsch hatte, ein Selbstporträt zu besitzen? Ab dem 15. Jahrhundert wuchs die allgemeine Nachfrage nach Porträts. Gemälde waren zuvor hauptsächlich von religiösen Darstellungen dominiert. Auch der Hochadel ließ sich porträtieren, in den meisten Fällen allerdings, um die Dynastie zu dokumentieren. Nun begannen auch wohlhabende Kaufleute, sich verewigen zu lassen. Damals konnten sie jedoch nicht ahnen, dass ihre Porträts Hunderte von Jahren später in Museen hängen würden. Der Besitz eines Porträts war Luxus, ein teurer Spaß, den man sich entweder leisten konnte oder wofür es sich zu sparen lohnte. Mit zunehmendem Wohlstand gewann die Porträtmalerei immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wurden die Darstellungen immer realistischer und detaillierter. Das Selfie-Gemälde spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Es wurde zu einem Symbol für Reichtum und Prestige und einer Möglichkeit der Selbstdarstellung, die sich im Laufe der Zeit immer mehr zur Inszenierung wandelte.
Die Habsburger sind zweifellos eine der bemerkenswertesten Dynastien in der Geschichte. Über einen Zeitraum von mehr als 600 Jahren herrschten sie über bedeutende Teile Europas und übten einen entscheidenden Einfluss auf weite Teile der Welt aus. Ihr Reich war das erste, in dem die Sonne niemals unterging. Durch geschicktes Marketing und strategische Verkupplungen gelang es den Habsburgern, an die Spitze der Weltmacht aufzusteigen. Sie verstanden es, ihr Image als heroische Gestalten der Weltgeschichte zu formen und damit ihre Stellung zu festigen.
Der Ursprung der Habsburger findet sich in der Burg Habsburg, welche in den 1020er-Jahren im heutigen Gebiet der Schweiz errichtet wurde. Das Adelsgeschlecht schaffte es im Laufe der Zeit, seine machtpolitische Position zu stärken, bis schließlich Rudolf I. von Habsburg im Jahr 1273 die Kontrolle über das Herzogtum Österreich übernahm, das zu dieser Zeit Teil des Heiligen Römischen Reiches war. Ein anderer Rudolf, Rudolf IV., fühlte sich 1356 von seinem Schwiegervater, Kaiser Karl IV., hintergangen. Der hatte die Habsburger aus der »Goldenen Bulle« ausgeschlossen. Die »Goldene Bulle« war quasi die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches und sollte die Wahl und Krönung römisch-deutscher Kaiser regeln. Da die Habsburger nun nicht mehr zu der »Elite« der Kurfürsten gehörten, durften sie weder einen Kaiser zur Wahl stellen noch an der Wahl teilnehmen. Als Reaktion darauf ließ Rudolf IV. fünf Urkunden anfertigen, die allesamt auf falschen Tatsachen beruhten. Das »Privilegium Maius« (lat: großer Freiheitsbrief) sollte die privilegierte Position der österreichischen Adelsfamilie gegenüber anderen Adelsfamilien und ihre Vorrechte innerhalb des Heiligen Römischen Reiches belegen. Die Urkunden waren aber gefälscht und beruhten auf absoluten Fake News. Etwa hundert Jahre später beglaubigte der Habsburger Friedrich III. das »Privilegium Maius«, nachdem es ihm gelungen war, die Kurfürsten zu bestechen und 1452 zum Kaiser ernannt und vom Papst in Rom gekrönt zu werden. Somit wurden gefälschte Dokumente zur Grundlage der Habsburger Herrschaft, die sich stets mit ihren vermeintlichen Sonderrechten rühmten. In den folgenden 350 Jahren blieb das Reich fest in den Händen der Habsburger. Kaiser Friedrich III. hinterließ seinem Sohn Maximilian I. eine ziemlich gute Ausgangslage und eine ziemlich große Adlernase.
Maximilian I. (1459–1519) kann durchaus als Marketing-Manager seiner Dynastie bezeichnet werden. Seine PR-Maßnahmen spielten eine entscheidende Rolle bei der Etablierung der Habsburger als Weltmacht. Ein Großteil seines Lebens verbrachte er auf Reisen, durchquerte sein Reich und suchte aktiv die Nähe zum Volk. Wenn er nicht persönlich anwesend sein konnte, musste seine Präsenz durch sein Bild ersetzt werden. Er lebte während der spannenden Kunstepoche der Renaissance, die unendliche Möglichkeiten der Selbstdarstellung hervorgebracht hatte. Es entstanden zahlreiche Porträts von Maximilian, die von renommierten Künstlern wie Albrecht Dürer angefertigt wurden. Neben klassischen Darstellungen auf Gemälden machte Maximilian von neuartigen Druckmethoden wie Kupferstich und Holzschnitt Gebrauch. Dadurch war es möglich, graphische Drucke in tausendfacher Ausführung anzufertigen und an eine breite Masse zu verteilen. Besonders beeindruckend sind die Holzschnitte Der »Triumphzug« und die »Ehrenpforte«. Sie stellen die Errungenschaften der Habsburger dar und inszenieren die kaiserliche Würde Maximilians. Aber vor allem zeugen sie von überragender künstlerischer Leistung, unter anderem von Albrecht Dürer, Albrecht Altdorfer und Hans Burgkmair gefertigt.
Kaiser Maximilian I.
Zusätzlich ließ Maximilian Münzen mit seinem Profil prägen, sodass praktisch jeder seiner Untertanen wusste, wie der Kaiser aussah. Seine markante Nase wurde dabei zu einem prägnanten Merkmal, dem Maximilian besondere Bedeutung zuschrieb. Er ließ sie sogar noch größer darstellen, um einer mittelalterlichen Prophezeiung zu entsprechen, nach welcher der »letzte Kaiser« den Antichristen besiegen und eine göttliche Herrschaft einleiten sollte. Die Prophezeiung beschrieb den »letzten Kaiser« als eine Person mit hoher Stirn, weiten Augen und einer »Adlernase«. Maximilian konnte sich mit dieser Rolle recht gut identifizieren.
Er wollte seine Abstammung von Propheten des Alten Testaments, von Heiligen, Päpsten und so gut wie allen europäischen Königsfamilien belegen. Darüber hinaus versuchte er zu beweisen, dass die Habsburger von den Alten Ägyptern abstammten und ihr Ursprung unter anderem auch in Troja lag. Sein Ziel war es zudem, seine Herrschaft als von Gott bestimmt zu behaupten und dadurch seine Machtansprüche zu legitimieren. Maximilian war also ein geschickter Selbstdarsteller und wusste die Kunst und Literatur gekonnt für seine Propaganda einzusetzen. Dem gleichen Zweck dienten auch seine spektakulären Turniere, die er organisierte und von namhaften Künstlern gestalten ließ. Er nahm selber aktiv an diesen Turnieren teil und entwickelte neue Kampftechniken und Methoden, um diese Veranstaltungen spektakulärer und fesselnder für das Publikum und zu regelrechten PR-Veranstaltungen zu machen. Die Turniere dienten sowohl dem sportlichen Vergnügen als auch der politischen Propaganda. Maximilian betrachtete sich selbst nämlich als Verfechter und Bewahrer der ritterlichen Tugenden und identifizierte sich stark mit den Werten eines idealisierten Ritterbildes. Tapferkeit und Treue waren zentrale Eigenschaften eines Ritters. Ein Ritter zeigte Mut, Selbstlosigkeit und war stets bereit, das Wohl anderer zu verteidigen. Genau so wollte Maximilian auch gesehen werden. Seine Leidenschaft für das Rittertum und seine Bemühungen, die ritterliche Tradition hochzuhalten, brachten ihm den Beinamen »der letzte Ritter« ein. Zu dieser Zeit war die ritterliche Kultur bereits im Schwinden. Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen und moderneren Kriegsführungstechniken verlor die Ritterlichkeit im militärischen Kontext zunehmend an Relevanz. Maximilian wird daher als einer der letzten Vertreter des klassischen Rittertums angesehen.
Neben der Organisation von Turnieren hatte Maximilian aber auch eine Vorliebe für das Organisieren von Hochzeiten innerhalb seiner Familie. Er war ein wahrer Experte darin, machtpolitische Verkupplungen zu arrangieren, und nutzte diese Strategie, um die dynastischen Verbindungen der Habsburger zu fördern.
»Bella gerant alii, tu felix Austria nube.«[2]
Dieser Ausspruch (lat.: Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate), der erstmals im 17. Jahrhundert in historischen Quellen auftauchte, wird noch heute häufig zitiert, wenn es um die Heiratspolitik der Habsburger geht. Maximilian heiratete 1477 Maria von Burgund, die begehrteste Junggesellin in ganz Europa. Als einzige Tochter und Erbin von Karl dem Kühnen, dem letzten burgundischen Herzog, war Maria eine äußerst gute Partie. Burgund war zu dieser Zeit eine bedeutende europäische Großmacht und eines der reichsten Länder Europas. Durch die Hochzeit ging das burgundische Erbe in die Hände der Habsburger über. In den nächsten Jahrzehnten war Maximilian damit beschäftigt, dieses Erbe zu sichern. Frankreich sah in den immer mächtiger werdenden Habsburgern eine potenzielle Bedrohung. Es entstand eine lang anhaltende Feindschaft, die sich über Jahrhunderte erstrecken sollte. Um Verbündete zu gewinnen, verfolgte Maximilian die kluge Strategie, sich den Feind seines Feindes zum Freund zu machen. Spanien, das ebenfalls mit Frankreich verfeindet war, war bereit, Maximilian zu unterstützen. Eine Doppelhochzeit sollte diese Allianz besiegeln.
Die Geschwister Philipp und Margarete von Österreich heirateten die Geschwister Johanna und Johan von Aragón und Kastilien. Die Doppelhochzeit erwies sich als äußerst praktisch, da sie die Notwendigkeit einer Mitgift aufhob, die normalerweise von den Eltern der Braut an den Bräutigam gezahlt wurde. Da beide Seiten jeweils eine Braut »stellten«, waren keine zusätzlichen Ausgaben erforderlich.
Im Jahr 1493 heiratete Maximilian Bianca Maria Sforza. Seine erste Frau, Maria von Burgund, war nach einem Reitunfall an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben. Auch wenn Bianca Maria keinen besonderen Rang hatte, stammte sie aus einer wohlhabenden Familie. In gewisser Weise kann man sagen, dass die Sforza-Familie für Mailand das war, was die Medici-Familie für Florenz war. Beide Familien waren bedeutende politische und kulturelle Akteure in ihren jeweiligen Stadtstaaten während der italienischen Renaissance. Maximilian ging diese Ehe vor allem ein, um die Mitgift zu erhalten. Eine weitere Doppelhochzeit fand 1515 in Wien statt. Maximilians Adoptivsohn Ludwig heiratete seine Enkelin Maria, beide waren erst neun Jahre alt und Maximilian heiratete selber, als »Stellvertreter«, die zwölfjährige Anna von Böhmen und Ungarn. Auf diese Weise war sie quasi für die Habsburger »reserviert«, denn zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, welcher seiner Enkel sie heiraten sollte.
In seinen letzten Lebensjahren litt Kaiser Maximilian I
