Silvia-Gold 170 - Isabelle Maron - E-Book

Silvia-Gold 170 E-Book

Isabelle Maron

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Beschreibung

Mit ihrer Schwester will Sandra Schulten ein paar unbeschwerte Urlaubstage im Schnee verbringen. Wie überall, wo sie erscheint, folgen Sandra auch hier bewundernde Männerblicke, und manch ein alleinstehender Hotelgast versucht, mit ihr zu flirten. Doch für Sandra gibt es nur Andreas, ihren Mann, den sie zärtlich liebt und der sie aus geschäftlichen Gründen nicht in den Urlaub begleiten konnte. Dies zumindest hat er behauptet - und niemand ahnt, dass er seit Langem ein Geheimnis hat: eine Liebesbeziehung zu der viel jüngeren Verena, die für ihn weit mehr ist als eine Affäre ...
Als Sandra unter tragischen Umständen die Wahrheit erfährt, bricht sie zusammen. War denn ihr Glück, an das sie all die Jahre geglaubt hat, nur eine einzige große Lüge?


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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Verloren, als er sie verließ

Vorschau

Impressum

Verloren, als er sie verließ

Ein bewegendes Frauenschicksal um Liebe und Neubeginn

Von Isabel Maron

Mit ihrer Schwester will Sandra Schulten ein paar unbeschwerte Urlaubstage im Schnee verbringen. Wie überall, wo sie erscheint, folgen Sandra auch hier bewundernde Blicke, und manch ein alleinstehender Hotelgast versucht, mit ihr zu flirten. Doch für Sandra gibt es nur Andreas, ihren Mann, den sie zärtlich liebt und der sie aus geschäftlichen Gründen nicht in den Urlaub begleiten konnte. Dies zumindest hat er behauptet – und niemand ahnt, dass er seit Langem ein Geheimnis hat: eine Liebesbeziehung zu der viel jüngeren Verena, die für ihn weit mehr ist als eine Affäre ...

Als Sandra unter tragischen Umständen die Wahrheit erfährt, bricht sie zusammen. War denn ihr Glück, an das sie all die Jahre geglaubt hat, nur eine Lüge?

»Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen, Schwesterherz? Die Sonne scheint, die Piste ist großartig, das Hotel superklasse, und acht Tage Urlaub liegen noch vor uns. Und doch scheint dir irgendetwas nicht zu passen oder dich sogar zu bedrücken. Nein, keine Ausflüchte, Sandra, ich sehe es dir an! Also, spuck es aus, mir kannst du doch vertrauen!«

Jasmin Elsner war stehen geblieben, nahm ihre Sonnenbrille ab, stützte sich auf ihren Skistock und musterte die elegante schwarzhaarige Sandra neben sich eingehend.

»Andreas war gestern den ganzen Abend über nicht erreichbar. Ich habe ihm eine Sprachnachricht hinterlassen, aber er hat sich nicht zurückgemeldet.«

»Na und? Sandra, du kannst doch von deinem Mann nicht verlangen, dass er brav zu Hause hockt und auf deinen Anruf wartet, während wir uns hier im Schnee amüsieren. So gönn ihm doch nach einem arbeitsreichen Tag auch eine Abwechslung. Er wird irgendwo schön zu Abend gegessen haben«, sagte Jasmin leichthin zu ihrer Schwester.

»Um ein Uhr nachts?«, gab Sandra argwöhnisch zu bedenken.

»Um ein Uhr nachts ruft man nicht einmal seinen eigenen Mann an. Es sei denn, es wäre etwas passiert oder man wollte ihn kontrollieren! Aber das hast du doch bei Andreas nicht nötig«, entgegnete Jasmin lachend und setzte sich auf ihren Skiern wieder in Bewegung. Für sie war das Thema damit erledigt. Ja, sie fühlte sich sogar ein wenig erleichtert, denn im Stillen hatte sie schon gedacht, ihre schöne Schwester könnte ernsthafte Probleme haben.

»Andreas hat sich in letzter Zeit sehr verändert«, meinte Sandra, nachdem sie Jasmin mit einiger Mühe eingeholt hatte. Und das war gar nicht so einfach, denn als Sportstudentin hatte die jüngere Schwester eindeutig die bessere Kondition.

»Jasmin, ich weiß, dass es sich eigenartig anhört, aber es stimmt, was ich eben gesagt habe. Er hat sich wirklich verändert«, beharrte Sandra auf ihrer Meinung.

»Könntest du mir das einmal genauer erklären?«

»Natürlich! Er hat kaum noch Zeit für mich, nimmt mich nicht mehr mit auf seine Dienstreisen und ist lange nicht mehr so aufmerksam wie früher«, gab Sandra bereitwillig Auskunft.

»Ach, du verwöhnte Prinzessin! Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass dein Mann einen großen Betrieb leitet, in dem es bestimmt hin und wieder auch Ärger gibt. Außerdem kehrt in der besten Ehe der Alltag meist schon früher ein als nach zehn Jahren. So lange seid ihr doch schon verheiratet, nicht wahr? Flitterwochen dauern nicht ewig!«

Einen Augenblick lang ging Sandra nicht auf die Worte ihrer Schwester ein. Ja, sie wich sogar ihrem Blick aus. Doch dann straffte sich ihre zierliche Gestalt in dem himbeerfarbenen Skianzug.

»Vielleicht hast du ja recht, und ich bilde mir das alles wirklich nur ein«, gab sie zögernd zu.

»Klar tust du das! Also, vergiss das Ganze und fang endlich an, dich zu erholen. Und vor allen Dingen: Mach ein anderes Gesicht! Stirnrunzeln verursacht Falten, Lächeln verschönt!«, riet Jasmin ihr gut gelaunt. Sie erhielt aber kein Dankeschön für ihren Zuspruch.

Inzwischen waren die beiden Frauen am Skilift angekommen, und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich in die Schlange einzureihen.

Sie hat alles, was sich eine Frau erträumt: Schönheit, ein tolles Haus, genug Geld und einen erfolgreichen Mann, dachte Jasmin ohne jegliches Neidgefühl, als sie ihre Schwester jetzt von der Seite betrachtete. Und doch hätte sie nicht mit ihr tauschen wollen.

Jasmin brauchte immer eine Menge Aktion, in ihrem Leben musste ständig etwas passieren, sonst langweilte sie sich. Auch konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, ihre Nachmittage auf dem Tennis- oder Golfplatz zu verbringen wie ihre Schwester.

Plötzlich kam ihr ein Gedanke.

»Sandra, vielleicht fehlt dir einfach nur eine Beschäftigung. Wie wäre es, wenn du wieder wie früher zusammen mit deinem Mann im Geschäft arbeiten würdest?«

»Ja, daran habe ich auch schon gedacht. Aber Andreas will nichts davon wissen«, erzählte Sandra leise, als hätte sie Angst, ein Fremder könnte ihr Gespräch mit anhören.

Jasmin sah ihre Schwester überrascht an. Sollte sich bei den Schultens wirklich eine kleine Ehekrise anbahnen? Doch dann vergaß sie den Gedanken gleich wieder, weil sie ihn zu absurd fand. Andreas vergötterte seine Frau geradezu und erfüllte ihr jeden Wunsch. Sie galten seit Jahren in der Familie als Traumpaar.

Ein paar Minuten später saßen die beiden Schwestern nebeneinander im Skilift und genossen das wundervolle Panorama, das sich ihnen von hier oben bot. Und zumindest für diesen Augenblick schien auch Sandra ihre trüben Gedanken vergessen zu haben.

»Einfach traumhaft!«, jubelte Jasmin. Sie war happy und dankbar, dass die Schwester ihr diesen Urlaub ermöglicht hatte. Als Studentin hätte sie sich diesen Luxus in dem Nobelhotel des vornehmen österreichischen Skiorts bestimmt nicht leisten können.

»Weißt du was? Ich trinke in der Skihütte einen Cappuccino, während du im halsbrecherischen Tempo die Piste heruntersaust. Mein Bedarf an rasanten Abfahrten ist für heute gedeckt. Einverstanden?«, schlug Sandra ihrer Schwester vor, als sie aus dem Lift ausstiegen.

»Feigling!«, sagte Jasmin übermütig.

»He, nehmen Sie das sofort zurück!« Der blonde junge Mann mit dem schwarzen Stirnband, der sich zwischen sie und Sandra geschoben hatte, grinste.

»Wie käme ich dazu, wo ich Sie doch kaum kenne! Vielleicht trifft ja meine Bemerkung auch auf Sie zu, obwohl sie nicht für Sie gedacht war«, grantelte Jasmin. Diese Art von plumper Anmache, sich in ein anderes Gespräch einzumischen, schätzte sie nicht an einem Mann.

»Das mit dem Kennenlernen ließe sich sehr schnell nachholen. Übrigens, ich heiße Nick.« Der Mann im schwarzen Skidress streckte ihr seine rechte Hand entgegen und lachte die junge Studentin so unbefangen dabei an, dass dieser eine weitere patzige Antwort im Hals stecken blieb.

»Und ich Jasmin«, entgegnete sie mit einer kleinen Verzögerung, und da lag auch schon ihre Hand in der seinen.

»Schöner Name, wirklich, ein sehr schöner Name. Nun hätten wir ja schon die erste Hürde des Kennenlernens überwunden. Wie viel Vorsprung soll ich Ihnen bei der Abfahrt geben?«, fragte der junge Mann, und sein Grinsen war tatsächlich noch eine Spur breiter geworden.

»Vorsprung? Wenn Sie sich da mal nicht übernehmen! Ich lasse Sie doch schon nach den ersten Metern hinter mir wie einen alten Hut. Los, worauf warten Sie denn noch?« Jasmin stieß sich mit den Skistöcken ab, und dann sauste sie auch schon den Hang hinunter wie ein geölter Blitz.

Dies ließ sich ihr neuer Begleiter natürlich nicht zweimal sagen, zumal er sehr schnell bemerken konnte, dass seine neue Bekanntschaft ein beachtliches Tempo an den Tag legte. Wenn er sich also nicht blamieren wollte, dann galt es, sich gewaltig ins Zeug zu legen!

Inzwischen hatte es leicht angefangen zu schneien, und die Sicht auf der Piste war urplötzlich ein wenig beeinträchtigt.

»Donnerwetter, Sie trainieren wohl für die nächste Olympiade!«, keuchte der Mann, als er eine ganze Weile später als Jasmin am Ziel anlangte.

»Noch nicht! Aber zufällig ist Skilaufen eine meiner Lieblingssportarten. Ich hatte Sie ja gewarnt. Na, wie schaut es aus, wollen Sie auch lieber aufgeben wie meine Schwester?«

»Ich denke gar nicht daran! Ein Mann muss auch mit Würde verlieren können. Irgendwann werde ich schon noch zu einem Sieg bei Ihnen kommen. Und sei es in einer anderen Disziplin«, fügte er hinzu.

Sein Grinsen war noch um eine Spur unverschämter geworden. Trotzdem beschloss Jasmin, ihm auf seine freche Bemerkung hin keine Antwort zu geben. Dieser Angeber würde schon noch einsehen, dass er bei ihr auf Granit biss!

Wenn er vielleicht darauf hoffte, sie abends in eine Bar locken zu können, dann täuschte er sich aber gewaltig. Sie hatte seit der Trennung von Vincent keinen Bedarf an heißen Flirts, sondern genoss ihr Single-Dasein. Auch hatte sie nicht die Absicht, ihn zappeln zu lassen oder ihn hinzuhalten. Und in eine Warteschleife lotsen wollte sie diesen Typen auch nicht. Fairness ging ihr über alles.

Falls er sich ihr beim Skilaufen anschließen wollte, gut, dagegen hatte sie nichts einzuwenden. Aber mehr stand nicht einmal in den Sternen!

Zehn zu eins, dass er seine Bemühungen bald aufgibt, denn so schlechte Antennen kann er doch nicht haben, überlegte Jasmin amüsiert.

Sie wusste bereits aus Erfahrung, dass Männer stets Sieger sein wollten. Sie brauchten einfach die Bewunderung einer Frau, immer und überall. Noch ein paar solche Abfahrten, und er würde wie ein begossener Pudel von dannen ziehen. Jetzt war sie es, die ein siegessicheres Lächeln kaum noch unterdrücken konnte.

Die nächste Stunde verbrachte sie damit, ihm zu beweisen, dass es vergebliche Liebesmüh war, sich mit ihr im Skilaufen zu messen. Sie behielt auch nach der vierten Abfahrt immer noch die Nase vorn.

Da fiel ihr plötzlich Sandra ein, und sie erschrak.

»Herrje, nun habe ich meine Schwester ganz vergessen. Die sitzt ja noch immer oben auf der Skihütte«, stöhnte Jasmin und schickte einen besorgen Blick zum Lift, der allerdings nicht mehr in Betrieb war.

»Machen Sie sich nur keine Sorgen, Jasmin. Wahrscheinlich ist Sandra längst im Hotel, weil ihr das Warten zu lange geworden ist«, versuchte Nick die Frau an seiner Seite zu trösten.

»Meinen Sie?«, fragte Jasmin zögernd.

»Klar. Hier, wollen Sie einen Test starten?« Er holte sein Handy aus der Brusttasche seines Skianzugs und reichte es ihr.

Jasmin brauchte allerdings ein paar Minuten, bis sie sich an Sandras Handynummer erinnern konnte. Dann wählte sie. Nach einigen Rufzeichen meldete sich Sandra aus ihrem Hotelzimmer und ließ ihre Schwester wissen, dass sie ganz schön sauer auf sie sei. Es brauchte einige Entschuldigungen, bis Jasmin ein wenig kleinlaut das Handy seinem Besitzer zurückgab.

»Na, habe ich es Ihnen nicht gleich gesagt? Ihre Schwester ist nicht verloren gegangen.« Er konnte den Stolz, der in seiner Stimme mitschwang, nicht verbergen.

»Nick, Sie sind wirklich ein Schatz, dass sie mir Ihr Handy geborgt haben. Was bin ich Ihnen dafür schuldig?«, fragte Jasmin, während sie ihre Bindungen löste und ihre Skier für den Rückweg zum Hotel schulterte.

»Mindestens einen Drink an der Hotelbar. Einen kann ich mir in so einem Tophotel wie dem Ihren gerade noch erlauben. Zwei übersteigen mein Budget, denn ich habe keinen Daddy, der mich sponsert.«

»Ich auch nicht! Aber woher wissen Sie überhaupt, wo ich wohne?«, entgegnete Jasmin, über Nicks letzte Bemerkung verärgert.

»Soll ich ehrlich sein?«

»Also, darauf bestehe ich!«

»Rothaarige Mädchen mit Sommersprossen auf der Nase und einer so tollen Figur, wie Sie sie haben, laufen nicht zu Dutzenden herum. Sie müssen doch jedem Mann auffallen, der ein Faible für Rothaarige hat.«

»Idiot!«

»Ach, Jasmin, Sie werden mir immer sympathischer, weil Sie so ehrlich sind«, entgegnete Nick und strahlte die junge Frau an.

»Können Sie sich nicht ein bisschen beeilen, sonst wird es noch dunkel«, brummelte sie.

Die Luft war kälter geworden, und der Schnee knirschte bereits unter ihren Füßen. Morgen würden sie die Piste nicht so ideal vorfinden wie heute.

Endlich waren sie vor dem Fünf-Sterne-Hotel angelangt.

»Also dann, bis acht Uhr, oder haben Sie bis dahin noch nicht gespeist?«, fragte Nick und hoffte, dass Jasmin ihre Verabredung noch nicht vergessen hatte.

»Sagen wir lieber um einundzwanzig Uhr, wenn Sie Lust darauf haben, den Abend mit zwei Frauen zu verbringen. Sie haben doch nicht etwa gedacht, ich schicke meine Schwester um diese Zeit schon zu Bett!« Jasmin konnte ein Lachen kaum noch unterdrücken, als sie seine erstaunten Augen sah.

»Natürlich nicht!«, versicherte Nick schnell, während Jasmin bereits die Stufen zum Hoteleingang emporstieg. Hinter ihrem Rücken hörte sie noch ein dezentes Stöhnen.

♥♥♥

»Also, das hätte ich nicht von dir gedacht!«, schimpfte Sandra, als sie ein paar Minuten später in Jasmins Zimmer trat. »Kaum lernst du einen Mann kennen, und schon vergisst du deine Schwester.«

»Quatsch! Nick und ich haben kaum zehn Worte miteinander geredet. Die meiste Zeit ist er hinter mir hergefahren.«