Silvia-Gold 84 - Isabelle Maron - E-Book

Silvia-Gold 84 E-Book

Isabelle Maron

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Beschreibung

Ein zärtlicher Abschied
Eine Entdeckung zwingt Katharina zu einem Neuanfang
Von Isabelle Maron

Mit brennenden Augen sieht Katharina dem eleganten Sportwagen nach, der in rasantem Tempo stadtauswärts fährt.
Er betrügt mich! Das ist alles, was sie denken kann. Ganz deutlich hat sie neben Sebastian die Schriftstellerin Fiona Theisen gesehen, ihre vollen roten Lippen, ihr glänzendes schwarzes Haar. Und wie Fiona sich mit verführerischem Lächeln zu ihm hinüberbeugt ...
Allein in ihrem Haus am Stadtrand geht Katharina an diesem Abend durch die Hölle. Was sie auch tut, sie wird die Bilder einfach nicht los: Sebastian, die Liebe ihres Lebens, in den Armen einer anderen!
Am nächsten Morgen steht Katharinas Entschluss fest: Sie wird sich von ihm trennen - auch wenn es ihr das Herz bricht! Nur ein einziges Mal will sie noch in seinen Armen liegen ...

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Cover

Impressum

Ein zärtlicher Abschied

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Wavebreakmedia / iStockphoto

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar

ISBN 9-783-7325-8144-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Ein zärtlicher Abschied

Eine Entdeckung zwingt Katharina zu einem Neuanfang

Von Isabelle Maron

Mit brennenden Augen sieht Katharina dem eleganten Sportwagen nach, der in rasantem Tempo stadtauswärts fährt.

Er betrügt mich! Das ist alles, was sie denken kann. Ganz deutlich hat sie neben Sebastian die Schriftstellerin Fiona Theisen gesehen, ihre vollen roten Lippen, ihr glänzendes schwarzes Haar. Und wie Fiona sich mit verführerischem Lächeln zu ihm hinüberbeugt …

Allein in ihrem Haus am Stadtrand geht Katharina an diesem Abend durch die Hölle. Was sie auch tut, sie wird die Bilder in ihrem Kopf einfach nicht los: Sebastian, die Liebe ihres Lebens, in den Armen einer anderen!

Am nächsten Morgen steht Katharinas Entschluss fest: Sie wird sich von ihm trennen – auch wenn es ihr das Herz bricht! Nur ein einziges Mal will sie noch in seinen Armen liegen …

Sebastian Rheinberg wirkte an diesem Spätnachmittag leicht nervös, obwohl er sich alle Mühe gab, es sich seinem Gast gegenüber nicht anmerken zu lassen.

Trotzdem war es Katharina sofort aufgefallen, und zwar an der Art, wie er hin und wieder die rechte Augenbraue hob und senkte, während sie ihm in kurzen Sätzen den Schluss ihres neuen Buchmanuskripts erzählte.

Sie hatte es vor einer Stunde bei ihrem Lektor in Sebastians Verlag abgegeben und war anschließend mit ihm essen gegangen. Allein. Sonst hatte der Boss, wie Sebastian nur überall im Verlag genannt wurde, sie immer zu ihrem Lieblingsitaliener begleitet. Heute war er leider terminlich verhindert gewesen. Deshalb hatten sie sich auch erst später bei ihm zu Hause getroffen.

„Sag mal, Sebastian, findest du die neue Story auch spannend genug? Oder muss ich Angst haben, dass die Kinder und ihre Eltern mein neues Buch nicht mögen?“, fragte Katharina leicht irritiert, als der Mann ihr gegenüber auch nach drei Minuten Schweigen noch immer keinen Kommentar dazu abgegeben hatte.

„Entschuldige, Katharina“, erwiderte Sebastian endlich lächelnd. „Ich war wohl in Gedanken schon bei dieser langweiligen Besprechung, die ich nachher mit einigen Vorstandsmitgliedern habe. Deine Bücher sind doch alle spannend geschrieben, da gibt es überhaupt keine Zweifel. Es ist nur schade, dass du mich nicht angerufen hast, bevor du nach Frankfurt gekommen bist. Das tust du doch sonst immer.“

Der Mann im hellblauen Hemd mit der gestreiften Krawatte trank den letzten Schluck aus seiner Teetasse, ohne sich oder seiner Freundin aus der bauchigen Kanne nachzuschenken.

Sebastian war erst vor drei Tagen von einem Kurzurlaub aus Sardinien zurückgekommen. Ein Segeltörn mit Freunden, an der auch die neue Bestsellerautorin des Verlags im Bereich Belletristik, eine gewisse Fiona Theissen, teilgenommen hatte.

Katharina hatte ihren Freund leider nicht begleiten können, weil ihr Manuskript noch nicht fertig gewesen war und der Abgabetermin kurz vor der Tür stand.

Sebastian hatte diese Kurzreise offensichtlich gutgetan. Er sah braun gebrannt und blendend erholt aus. Die dichten, an den Schläfen ergrauten Haare bildeten einen interessanten Kontrast zu seiner straffen gebräunten Haut.

„Aber, Liebling, ich hatte dir doch vor deiner Reise den Termin mitgeteilt. Kannst du dich nicht daran erinnern?“, fragte sie überrascht.

„Richtig! Jetzt, da du es sagst, fällt es mir wieder ein! Verzeih, Katharina, dann stehe ich wohl ganz tief in deiner Schuld. Ich muss vergessen haben, ihn mir zu notieren. Es ist sehr schade, dass wir diesen Abend nicht gemeinsam verbringen können“, fügte er leise hinzu.“

Dann nahm er ihre Hand, drückte sie sanft und sah ihr dabei, um Verständnis bittend, in die Augen.

„Das habe ich nun davon, dass ich mir ausgerechnet einen vielbeschäftigten Verleger als Freund ausgesucht habe“, scherzte Katharina und lächelte ihn schon wieder versöhnt an.

Worin hatte sie sich eigentlich vor sechs Jahren zuerst verliebt, als sie sich nach der Präsentation ihres ersten Kinderbuchs bei einem Glas Champagner zufällig gegenübergesessen hatten? In seine dunkle, manchmal leicht vibrierende Stimme oder in seine bernsteinbraunen Augen?

Katharina lächelte. Sie hätte es heute nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen können. Tatsache war, dass es gleich heftig zwischen ihnen gefunkt hatte.

Sebastian war ein Bild von einem Mann, groß und breitschultrig. Er verfügte zudem über einen geradezu gefährlichen Charme.

Katharina dagegen war zartgliedrig und nicht größer als einen Meter vierundsechzig, kein junges Mädchen mehr mit ihren zweiundvierzig Jahren, doch von einer Anmut und Grazie, die Frauen wie sie sogar bis ins hohe Alter nicht verloren.

Im Gegensatz zum verwitweten Sebastian war sie seit sechs Jahren und vier Monaten von dem Mann geschieden, den sie mal mit neunzehn Jahren geheiratet hatte. Sie und Joachim hatten sich irgendwann auseinandergelebt, und dieser letzte Schritt war für beide dann eigentlich nur noch eine reine Formsache gewesen. Sie wusste, dass auch ihr Ex inzwischen wieder mit einer anderen Frau glücklich war.

Auf die meisten Menschen wirkte Katharina Baum nicht wie eine Erfolgsautorin, die genügend Geld besaß, um sich eine Menge leisten zu können, sondern eher schüchtern, ja, sogar bescheiden. Und wenn man sie gefragt hätte, wie sie ihr Aussehen einstufte, dann hätte sie wohl mit „durchschnittlich“ geantwortet. Daher wunderte sie sich noch heute manchmal darüber, dass ein Mann wie Sebastian sich ausgerechnet in sie verliebt hatte.

Dabei sah sie wahrlich nicht schlecht aus mit ihrer glatten seidigen Haut, den dichten blonden Haaren und den vollen roten Lippen, um die sie sicher so manches Model selbst nach einer entsprechenden Schönheitsoperation noch beneidet hätte.

Katharina blickte jetzt lächelnd zu ihrem Liebsten hinüber. Sie liebte es, zusammen mit ihrem Sebastian hier auf der Terrasse seiner Villa zu sitzen mit Blick auf den gepflegten Garten, der zu jeder Jahreszeit sehenswert war. Auch jetzt, im beginnenden Herbst, wo die Natur noch einmal in bunten Farben schwelgte.

In Momenten wie diesen verstand sie nicht, warum sie bisher immer wieder gezögert hatte, ihr Haus am Rande von Königstein aufzugeben, um zu Sebastian zu ziehen? Sie liebten sich doch! Außerdem war die weiße Villa im Hintergrund viel zu groß für einen einsamen Mann, der seit dem Unfalltod seiner Frau ganz allein lebte.

Sebastian hatte ihr mehrfach angeboten, den ganzen rechten Flügel als ihr persönliches Reich einzurichten. Dann brauchte sie sich nicht einmal von einem ihrer Möbelstücke trennen. Hier könnte sie auch ungestört arbeiten und gleichzeitig den Luxus einer Nobelherberge genießen. Außerdem würden sie und Sebastian dann nur ein paar Schritte voneinander trennen. Allerdings hatte er sie in all den Jahren nicht ein einziges Mal gefragt, ob sie ihn heiraten würde. Doch das störte sie nicht, denn sie war auch in getrennten Domizilen und ohne Trauschein mit ihm sehr glücklich.

Schließlich hatte sie bisher Angst davor gehabt, nach ihrer Scheidung und der etwas problematisch verlaufenden Ehe noch einmal ihre Selbstständigkeit aufzugeben. Dabei dürfte das in einer guten Partnerschaft niemals ein Thema sein!

Vielleicht sollte ich doch einmal ernstlich über Sebastians Angebot nachdenken, überlegte Katharina gerade, während ihr Blick sich am goldfarbenen Ahornbaum im Hintergrund gar nicht sattsehen konnte.

„Liebste, es tut mir wirklich unendlich leid, dass ich heute so wenig Zeit für dich habe. Aber du hast bestimmt keine Lust, hier allein bis spät nach Mitternacht auf mich zu warten. Denn eher werde ich von der Sitzung wohl nicht heimkommen. Ich verspreche dir aber, wir werden diese verlorenen Stunden recht bald nachholen. Einverstanden?“

Katharina nickte, ohne ihm zu verraten, dass sie ihre Reisetasche eigentlich für ein verlängertes Wochenende mit ihm gepackt hatte. Beide erhoben sich nun fast gleichzeitig aus ihren bequemen Korbsesseln, um aufzubrechen.

„Der Blick von hier oben auf den Main ist wunderschön. Besonders an einem so sonnigen Herbsttag wie heute“, sagte Katharina versonnen.

Sebastian antwortete nicht darauf, zog sie nur sanft an sich und küsste sie auf die Haare.

„Weißt du eigentlich, wie oft ich dich vermisst habe, wenn ich hier oben allein bei einem Glas Wein saß und nur mit dir telefonieren konnte? Aber das ist wohl der Tribut, den Erfolgsmenschen wie wir für unsere Arbeit erbringen müssen“, setzte er hinzu und lachte.

Katharina erschrak, denn sein Lachen klang heute seltsam gekünstelt.

„Stimmt!“ Sie nickte, obwohl sich zwischen ihren Brauen plötzlich eine steile, nachdenkliche Falte zeigte. „Ich glaube, ich werde mir doch ernstlich überlegen, zu dir zu ziehen. Das heißt, wenn dein Angebot noch gilt, Sebastian“, fügte sie rasch hinzu.

Einen Moment lang schwieg Sebastian. Doch dann antwortete er zu ihrer Überraschung ausweichend: „Aber Katharina, wir wollen doch nach all den Jahren jetzt nicht plötzlich überstürzt handeln. Vielleicht ist es ja gut so, wie es ist.“

Katharina stutzte. Und als sie ihn überrascht ansah, wich er ihrem Blick aus. Nach ein paar Schritten hatten sie die Terrassentür zur weißen Villa erreicht.

„Sebastian, erinnerst du dich, dass wir bisher jedes meiner neuen Bücher nach der Fertigstellung zusammen gefeiert haben? Ist das nun ein schlechtes Omen oder nur ein Zufall, dass es heute nicht geklappt hat, was meinst du?“ In ihrer Stimme lag plötzlich eine leise, aber nicht überhörbare Melancholie.

„Weder das eine noch das andere! Wir holen es einfach demnächst nach, versprochen“, entgegnete Sebastian, der plötzlich eine auffallende Eile zeigte.

Sie durchquerten das Wohnzimmer, um in die Diele zu gelangen. Dort half Sebastian ihr in den leichten blauen Wollmantel, legte ihr das rosafarbene Seidentuch um den Hals und küsste sie flüchtig auf den Mund.

„Sag mal, seit wann trägst du deine Haare eigentlich wieder hochgesteckt?“, erkundigte er sich beiläufig und strich ihr eine blonde Strähne aus dem Gesicht.

„Bereits seit Anfang des Sommers. Komisch, du bemerkst doch sonst jede Veränderung an mir sofort“, erwiderte Katharina und schüttelte nachdenklich den Kopf.

Sebastian ging gar nicht auf ihre Bemerkung ein, sondern behauptete: „Steht dir gut, ja, wirklich, obwohl die schulterlangen Haare dich irgendwie jünger aussehen ließen.“

Katharinas Atem stockte für einen Augenblick. Warum hatte er ihr das nicht schon früher gesagt?

„Das war aber eine höfliche Umschreibung. Du meinst also, ich sollte mir schleunigst die alte Frisur wieder zulegen“, erwiderte sie.

„Nimm nicht so ernst, was ich gerade gesagt habe“, erwiderte Sebastian mit leichtem Unwillen in der Stimme, dann öffnete er ihr die Haustür.

Es ist, als wollte der Herbst noch einmal so richtig mit seinen Farben protzen, bevor die Blätter fallen, dachte Katharina, während ihre Blicke zum wiederholten Mal verzückt auf dem parkähnlichen Garten ruhten.

„Sag mal, Liebling, fährst du jetzt gleich nach Hause, oder hast du hier in Frankfurt noch etwas zu erledigen?“, erkundigte sich Sebastian.

Katharina sah ihn verwundert an.

„Nun, wenn ich schon einmal hier bin und du keine Zeit für mich hast, dann werde ich wohl noch ein wenig shoppen gehen. Ich muss mir unbedingt ein neues Kleid für unsere Opernpremiere in zwei Wochen kaufen. Hast du dir eigentlich schon die Karten besorgen lassen?“, fragte sie und lächelte zu ihm hoch. Doch Sebastian reagierte nicht.

Katharina wiederholte ihre Frage.

„Entschuldige meine Unaufmerksamkeit. Meine Sekretärin hat das sicher schon längst erledigt“, erwiderte er ausweichend, und seine rechte Augenbraue zuckte dabei erneut leicht nervös in die Höhe.

Was war nur heute mit Sebastian los? So kannte sie ihn gar nicht. Wahrscheinlich war diese Sitzung sehr wichtig für ihn. Oder sogar problematisch?

„Mach‘s gut, Sebastian! Danke, du musst mich nicht zum Auto bringen. Ich weiß ja, dass du es eilig hast“, sagte Katharina, stellte sich auf die Zehenspitzen und legte ihre Arme um seinen Hals. Kurz schmiegte sie ihre Wange an die seine und küsste ihn zum Abschied auf den Mund. Dann ging sie auf ihren hochhackigen schwarzen Schuhen die breiten Eingangsstufen hinunter.

„Fahr nicht zu schnell!“, rief Sebastian ihr noch nach.

Über diese Bemerkung musste sie schmunzeln. Wenigstens daran erinnerte er sich noch! Nach ihrem letzten gemeinsamen Wochenende, das schon ein paar Wochen zurücklag, war sie in eine Verkehrskontrolle geraten. Statt der erlaubten siebzig hatte die Polizeistreife behauptet, sie wäre fünfundneunzig Stundenkilometer gefahren. Dafür hatte sie dann eine saftige Strafe zahlen müssen. Obendrein gab es auch noch ärgerliche Punkte in Flensburg.

„Versprochen“, erwiderte Katharina und drehte sich noch einmal zu ihm um. Doch da war der Mann bereits im Haus verschwunden.

Er muss es wirklich sehr eilig haben, ging es ihr durch den Kopf, während ihr Blick an den üppigen blau blühenden Hortensien hängen blieb, die in großen Terrakottatöpfen zu beiden Seiten der breiten Freitreppe Spalier standen. Mir ist die Farbe zu künstlich, dachte sie, als sähe sie die blaue Pracht heute zum ersten Mal sehen. Sie mochte ihre rosafarbenen daheim lieber, die am Rande der kleinen Terrasse in schlichten Tontöpfen wucherten.