Silvia-Gold 190 - Isabel Maron - E-Book

Silvia-Gold 190 E-Book

Isabel Maron

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Als die schöne Sophie Wegener von der Affäre ihres Mannes Rüdiger erfährt, bricht es ihr fast das Herz, doch mutig und entschlossen wagt sie den Neuanfang ohne ihn. Dass ihr das neu begonnene Literaturstudium so viel Spaß macht und sie nach und nach den großen Kummer vergessen lässt, liegt vor allem an dem gutaussehenden Professor Sven Buttner, der schüchtern um Sophie zu werben beginnt und dem ihr Herz fast gegen ihren Willen mit jedem Tag ein Stückchen mehr entgegenfliegt. An einem romantischen Sommerabend kann Sophie ihre Liebe nicht länger vor Sven verbergen, und in seinen Armen wirft sie alle Zweifel über Bord.
Doch einer gönnt ihr nicht das neue Glück: Rüdiger. Denn was einem Rüdiger Wegener einmal gehört hat, das gibt er nicht mehr her ...


Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 111

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Cover

Bevor alles vorbei ist

Vorschau

Impressum

Bevor alles vorbei ist

Fesselnder Roman um eine Ehe im Schicksalssturm

Von Isabel Maron

Als die schöne Sophie Wegener von der Affäre ihres Mannes Rüdiger erfährt, bricht es ihr das Herz. Doch mutig und entschlossen wagt sie den Neuanfang ohne ihn und beginnt ein Literaturstudium, das ihr Freude macht und sie nach und nach den großen Kummer vergessen lässt. Das liegt vor allem an dem gut aussehenden Professor Sven Buttner, der schüchtern um Sophie zu werben beginnt und dem ihr Herz gegen ihren Willen mit jedem Tag ein Stückchen mehr entgegenfliegt.

An einem romantischen Sommerabend kann Sophie ihre Liebe nicht länger vor Sven verbergen, und in seinen Armen wirft sie alle Zweifel über Bord.

Doch einer gönnt ihr das neue Glück nicht: Rüdiger. Denn was einem Rüdiger Wegener einmal gehört hat, das gibt er nicht mehr her ...

Sophie Wegener überquerte den frisch geschnittenen Rasen und ging ein wenig niedergeschlagen auf die prächtige, rosafarbene Jugendstilvilla zu, die sich schon seit Jahrzehnten im Besitz von Rüdigers Familie befand.

Vor ihrer Heirat waren alle Räume von einer bekannten Innenarchitektin neu eingerichtet worden. Einige davon gefielen Sophie nicht, und sie hätte sie gern umgestaltet. Doch ihr Mann legte großen Wert darauf, dass sie in diesem Haus nichts veränderte. So fühlte sich Sophie auch drei Jahre nach ihrem Einzug hier noch fremd, und in letzter Zeit immer häufiger auch überflüssig.

Es kann doch keinen Menschen ausfüllen, wenn er sich ständig mit nutzlosen Dingen beschäftigt, dachte sie. Erst vor ein paar Minuten hatte sie den Versuch unternommen, dem Gärtner ihre Hilfe anzubieten. Doch der Mann hatte nur entsetzt abgewehrt.

Wahrscheinlich traute er ihr nicht zu, dass sie wusste, wie man fachmännisch Rosen schnitt oder den Rasensprenger in Gang brachte. Vielleicht stimmte das ja auch, aber es war noch lange kein Grund, es ihr nicht wenigstens zu zeigen!

Ich halte diese Untätigkeit nicht länger aus, dachte Sophie genervt. Außerdem werde ich von Rüdigers Angestellten behandelt, als wäre ich nur ein Gast in seinem Haus, nicht aber seine Frau.

Sie ging zurück ins Wohnzimmer und gerade in diesem Augenblick läutete das Telefon. Froh über jede Art von Abwechslung, lief sie in die Diele und meldete sich, noch bevor die alte Haushälterin das Gespräch annehmen konnte.

»Sophie Wegener.«

»Hallo Mausi!« Das war unverkennbar die Stimme ihres Mannes Rüdiger! »Die Firma Mersmann zeigt sich als ein sehr hartnäckiger und zäher Gesprächspartner. Ich nehme aber an, dass wir spätestens morgen doch noch zu einer Einigung kommen werden. Warte also heute nicht mehr auf mich! Ist zu Hause alles okay? Geht es dir gut?«

Rüdiger wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern stellte sofort danach die Frage, mit der er üblicherweise Verspätungen wiedergutzumachen pflegte: »Was soll ich dir mitbringen? Hast du irgendeinen Wunsch, Mausi? Er ist schon genehmigt.«

Sophie brauchte nicht lange zu überlegen.

»Ich hätte da einen Wunsch, Rüdiger«, antwortete sie gerade so leise, dass ihr Mann sie noch verstehen konnte. »Tu mir bitte den Gefallen und sprich mich nicht immer mit dem Namen dieses kleinen grauen Nagetiers an. Du weißt, wie sehr ich das hasse.« Ihre Stimme klang verärgert.

»Wenn du schlechte Laune hast, meine Süße, dann lass sie bitte nicht an mir aus«, entgegnete Richard ungewöhnlich schroff. Damit waren für ihn das Gespräch und auch das Thema beendet.

Sophie legte das Telefon etwas unsanft auf seinen Platz zurück. Warum wollte er sie nicht verstehen? Wenn er auch um einiges älter war als sie, so musste er sie doch noch lange nicht ständig wie ein unmündiges Kind behandeln. Sie mochte diese Art Koseworte einfach nicht. Warum wollte er das nicht akzeptieren?

Enttäuscht ging sie zur Balkontür und öffnete sie weit. Doch die Luft draußen war genauso stickig und schwül wie im Haus. Offensichtlich lag ein Gewitter in der Luft. Am Himmel ballten sich schon dunkle Wolken zusammen.

Gerade wollte sie nach dem Hund rufen, um mit ihm noch vor dem Abendessen einen kleinen Spaziergang zu machen, da meldete sich das Telefon ein zweites Mal. Sophie griff erneut zum Telefonhörer, doch bevor sie ihren Namen nennen konnte, überraschte der Anrufer sie mit einer Mitteilung, die nicht für sie bestimmt war.

»Sibylle, mein Schatz! Bitte sei so lieb und lass uns eine gute Flasche Champagner aufs Zimmer bringen. Meine Mitarbeiter und ich konnten soeben das lukrative Geschäft mit der Firma Mersmann abschließen. Das müssen wir zwei einfach feiern! Und weißt du was? Ich habe mich soeben entschlossen, erst morgen abzureisen. Na, freust du dich auf eine weitere gemeinsame Nacht?«

Der Mann lachte selbstgefällig und wartete wohl auf eine begeisterte Antwort seiner Geliebten.

Sophie war kreidebleich geworden. Eigentlich ahnte sie schon lange, dass Rüdiger sie mit seiner langjährigen Sekretärin betrog, aber sie hatte es ihm bisher nicht beweisen können. Nun wusste sie endlich Bescheid.

Ihre Hand, die noch immer den Telefonhörer hielt, zitterte vor Empörung und ihre Stimme ebenfalls, als sie sich jetzt meldete:

»Hallo, Rüdiger, du hast wohl eben versehentlich die Wiederholtaste deines Handys gedrückt. Pech, dass ausgerechnet einem Perfektionisten wie dir so ein dummer Irrtum unterlaufen konnte! Wie du inzwischen sicher bemerkt hast, sprichst du nicht mit deiner Sekretärin, sondern mit deiner Frau.«

Ein paar Sekunden schien es, als hätte es Rüdiger am anderen Ende der Leitung tatsächlich die Sprache verschlagen. Doch dann hatte er sich wieder gefangen.

»Aber, Mausi, du irrst dich! Ich habe mich nicht verwählt. Es sollte nur ein kleiner Scherz sein. Ein dummer, das gebe ich ja zu und entschuldige mich auch dafür. Armer Liebling, bist du jetzt sehr böse auf mich? Dabei wollte ich nur testen, ob meine bezaubernde Frau noch eifersüchtig sein kann. In letzter Zeit hast du mich nämlich ein wenig lieblos und auch nachlässig behandelt.«

Das war zu viel, das war wirklich zu viel, was Rüdiger ihr mit dieser dummen Lüge zumutet! Es lag völlig außer Zweifel, dass er nicht sie hatte sprechen wollen, sondern diese Sibylle Gutmann. Ihr Mann war in letzter Zeit häufig über Nacht weggeblieben, so dass sie sich vernachlässigt fühlen musste, nicht aber umgekehrt.

In Freundeskreisen kursierte schon lange das Gerücht, er habe die alte Beziehung zu seiner Sekretärin wieder aufgenommen. Bisher allerdings hatte Sophie Rüdiger Vertrauen geschenkt. Selbst die vielen Geschäftsreisen und auswärtigen Essen hatten sie nicht ernsthaft misstrauisch gemacht. Nun wusste sie jedoch, dass er sie die ganze Zeit über belogen hatte.

Warum leugnete er aber dieses Gespräch ab, an dem es nichts zu deuteln gab? War er zu feige, ihr die Wahrheit zu sagen, oder bildete er sich ein, er könnte beides behalten, seine Ehefrau und seine Geliebte?

In einem Anflug von grenzenloser Enttäuschung und Wut schleuderte Sophie das tragbare Telefon auf den weißen Marmorfußboden. Es gab ein hässliches Geräusch, das nach zerbrochenem Plastik klang.

Es dauerte nicht lange, da steckte die alte Haushälterin ihren Kopf durch die Tür. Sie erschien Sophie ohnehin wie ein Geist, der stets unvermutet auftauchte und sich einmische.

»Ist etwas passiert, gnädige Frau?«, erkundigte sie sich neugierig, und ihre flinken Augen irrten im Zimmer umher.

»Nein, Frau Beckmann, nein. Es ist mir nur ein Gegenstand aus der Hand gefallen. Bemühen Sie sich nicht, ich hebe ihn selbstverständlich wieder auf. Ach ja, und zum Abendessen brauchen Sie mir heute nichts anzurichten. Mir ist soeben gründlich der Appetit vergangen.« Sophies Worte überschlugen sich beinahe vor Aufregung.

»Und Herr Wegener, kommt er heute Abend erst spät zurück? Soll ich vielleicht etwas für ihn vorbereiten?«, fragte die alte Frau lauernd.

»Ich weiß nicht, wann er kommt, und außerdem interessiert es mich auch nicht mehr. Von mir aus kann er bleiben, wo er ist, oder sich zum Teufel scheren!« Die junge Frau gab sich nicht länger Mühe, ihren Zorn zu beherrschen.

Frau Beckmann sah bei diesem unverhofften Gefühlsausbruch keineswegs erstaunt aus. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Sophie sogar, in ihren dunklen Augen ein schadenfrohes Aufblitzen und eine gewisse Genugtuung bemerkt zu haben. Bestimmt hatte die Haushälterin wieder einmal hinter der Tür gestanden und sie belauscht. Schon einige Male hatte sie die Frau dabei ertappt.

Seitdem Sophie dieses Haus zum ersten Mal betreten hatte, wusste sie, dass die langjährige Vertraute ihres Mannes sie ablehnte. Frau Beckmann hatte sie von Anfang an auf Schritt und Tritt beobachtet.

War Rüdiger anwesend, dann verhielt sie sich ihr gegenüber zwar höflich und zuvorkommend, doch sobald er das Haus verlassen hatte, behandelte die alte Frau sie wie einen lästigen Eindringling, den man möglichst schnell wieder loswerden wollte.

Trotzdem hatte Sophie in den vergangenen drei Jahren einige Male den Versuch unternommen, wenn auch nicht gerade ein freundschaftliches, so doch wenigstens ein entspanntes Verhältnis zu Frau Beckmann aufzubauen. Leider war es ihr nicht gelungen, die alte Haushälterin blieb ihr gegenüber kühl, unnahbar und abweisend.

Einmal, als sich Sophie bei ihr in der Küche hatte nützlich machen wollen, war sie sogar kurzerhand von der Haushälterin mit den Worten herauskomplimentiert worden:

»Um die Mahlzeiten habe ich mich hier im Hause immer allein gekümmert. Ich weiß also am Besten, was Herrn Wegener schmeckt. Gehen Sie lieber wieder zurück an den Pool!«

Sophie hatte daraufhin die Tür hinter sich ins Schloss geworfen und sich später, als Rüdiger nach Hause gekommen war, zum ersten Mal bei ihm über das unverschämte Benehmen seiner Haushälterin beschwert.

Doch er hatte nur gelacht und behauptet, dass die treue Seele doch alles bestens im Griff habe. Sophie solle sich doch bitte nicht weiter in Frau Beckmanns Belange einmischen. Außerdem sei ihm eine Ehefrau, die nicht nach Küchenduft rieche, wesentlich lieber.

Dann hatte er ihr noch geraten, sich doch lieber auf dem Tennis- oder dem Golfplatz zu amüsieren oder sich mit ihren Freundinnen in der City zu treffen.

»Jede andere Frau an deiner Stelle wäre glücklich, wenn sie es so gut hätte wie du. Ich weiß gar nicht, was du willst und worüber du dich beklagst!«

Noch heute klangen Sophie zuweilen seine abschließenden Sätze wie Hohn in den Ohren.

Ein paar Tage später hatte sie Rüdiger den Vorschlag gemacht, er möge ihr doch einen Job in seiner Firma geben. Sie wollte eine Aufgabe haben. Doch Rüdiger hatte dieses Ansinnen, wie er es nannte, vehement abgelehnt. Ebenso ihren Wunsch, ein Studium aufzunehmen, wie sie es eigentlich vor ihrer Ehe geplant hatte.

Inzwischen wusste sie nur zu gut, was für eine Art Frau sich Rüdiger an seiner Seite wünschte. Bestimmt keine starke Partnerin, die vielleicht eines Tages selbst Karriere machte. Nein, er bevorzugte eine möglichst schwache Frau, die er nach Belieben manipulieren konnte, weil sie ja von ihm abhängig war.

Eine Weile lief Sophie rastlos im Zimmer umher. Doch sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie im Haus erstickte. Sie musste einfach raus, ins Freie, weg aus dem Dunstkreis dieser alten Frau, die wie ein Schatten durchs Haus huschte und von der sie sich ständig beobachtet fühlte!

♥♥♥

Sophie rief nach Bodo, dem Hund. Der Boxer kam mit fliegenden Ohren angerannt und bellte vor Freude, als er die Leine in ihrer Hand sah. Er sprang an ihr hoch und gebärdete sich so ungestüm, dass sie einige Zeit brauchte, um die Leine zu befestigen. Erst als sie ihm liebevoll den Kopf tätschelte, hielt er still.

Wie würde sich wohl eine andere Frau an meiner Stelle verhalten, überlegte Sophie, während sie sich auf den Weg zu dem kleinen Wäldchen am Rande der Stadt machte. Dann malte sie sich genüsslich einige Racheaktionen aus, mit denen sie den untreuen Ehemann bestrafen konnte, verwarf sie aber alle wieder.

Allmählich verrauchte sogar der erste Zorn, und übrig blieb nur eine grenzenlose Enttäuschung, eine Ernüchterung, die nach einer endgültigen Entscheidung verlangte, nicht aber nach Vergeltung.

Soll ich noch heute meine Koffer packen oder mir damit Zeit lassen bis morgen, grübelte sie weiter: Wie reiche ich die Scheidung ein? Ich kenne doch keinen Anwalt, habe noch nie in meinem Leben einen Rechtsstreit ausgefochten. Außerdem muss ich aufpassen, dass ich nicht an eine Kanzlei gerate, die mit Rüdigers Firma zusammenarbeitet.

Woher nehme ich eigentlich das Geld dafür? Immer neue Gedanken jagten der jungen Frau durch den Kopf, der sowieso schon genug schmerzte.

Nein, das Herz hatte Rüdiger ihr nicht gebrochen. Er hatte ihr nur endlich die Augen geöffnet, warum ihre Liebe zu ihm in den vergangenen drei Jahren langsam, aber unaufhaltsam gestorben war. Wahrscheinlich war er nie ehrlich zu ihr gewesen!

Lange Zeit hatte sie dies nicht wahrhaben wollen, sondern immer noch geglaubt, dass ein Kind ihre Ehe retten könnte. Nun war sie jedoch froh, dass das Schicksal ihr diesen Wunsch verweigert hatte. Nichts hielt sie also mehr bei diesem Mann!

Dann musste Sophie an ihre Eltern denken, die sich bestimmt aufregen würden, wenn sie mit ihren sieben Sachen vor ihrer Wohnungstür stehen würde. Ich werde meinen Auszug auf morgen verschieben, entschied sie deshalb.

Ihr Vater war nach seinem Herzinfarkt vor zwei Monaten noch immer nicht völlig genesen und weiterhin schonungsbedürftig. Und ihre Mutter würde sowieso etliche Entschuldigungen für ihren Schwiegersohn finden und versuchen wollen, die Ehe doch noch zu kitten. Schließlich war sie so stolz auf den reichen Ehemann ihrer einzigen Tochter, mit dem sie bei Freunden und Bekannten bisher mächtig Eindruck hatte machen können.

Nein, eine Verbündete würde sie in ihrer Mutter kaum finden, das ahnte Sophie. Eher konnte sie noch bei ihrem Vater auf Verständnis hoffen.