Sithonia - Hannes Matthiesen - E-Book

Sithonia E-Book

Hannes Matthiesen

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Beschreibung

Wieder hat sich der Autor seine Wahlheimat Griechenland vorgenommen. Nach seinen Fremdenführern „An Halkidiki und Thessaloniki ist mir gelegen“ und „Thessaloniki, meine geliebte Molochin“, der auch in englischer Sprache erschienen ist, beleuchtet dies neue Büchlein des Autors Sommerdomizil: Die Chalkidiki oder auch Halkidiki, genauer den zweiten Fuß, wie die Griechen es nennen, die Halbinsel Sithonia, die im Gegensatz zur ersten, Kassandra, vom Massentourismus noch nicht ganz so versaut ist, wie Hannes Matthiesen anmerkt. Er schildert auch hier mit großer Hingabe seine mehr oder weniger geheimen Plätze, wo man ausruhen, sprich chillen kann. Natürlich kommen auch hier wieder die Cafés, Tavernen, das Schlemmen und die Pubs nicht zu kurz, die sich entlang der Ostküste bis hinüber nach Toroni ziehen. Und durch alles schimmert seine nie versiegende Liebe zu diesem Land und seinen Einwohnern hindurch. Schreiben gegen die Krise ist auch eine Art, seine Heimat anderen nahezubringen.

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Seitenzahl: 63

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Sithonia die Perle Halkidikis

Der neue Reiseführer

von Hannes Matthiesen

im Winter 2014

Leseproben auf der Webseite des Autors:

www.halkidiki.bodautor.de

und eine weitere, lesenswerte Seite:

www.halkidiki-sarti.eu

und noch eine:

www.sartinhalkidiki.com

in English too:

www.chalkidiki-sarti.de.to

Der Autor wurde in Langen bei Bremerhaven geboren, wuchs an der Nordseeküste auf, entschlüpfte dem Dienst an der Waffe durch 22jährigen Aufenthalt in Westberlin. Baute als Studioleiter einen privaten Rundfunksender in Oberfranken auf, verdingte sich als Deutschlehrer an einer Privatschule in Griechenland, wo er heute noch als sehr freier Schriftsteller in Thessaloniki lebt. Und er lebt immer noch.

Der heilige Berg Athos vor der Ostküste von Sithonia erwacht.

Der Autor im Kreise seiner Lieben, wie es doch immer so schön heißt

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Anreise

Sarti

Sykia, unser Seeräubernest

Kalamitsi

Porto Koufo

Toroni

Einführung

Das ist nun mein drittes Büchlein über meine Wahlheimat Griechenland. Wer meinen ersten Reiseführer über Sarti gelesen hat, wird mir wohl recht geben, dass er doch arg lieblos zusammengeschustert wurde. Mit lieblos meine ich keinesfalls die fehlende Liebe zu dieser Landschaft und ihren Menschen, das wird mir selbst mein ärgster Feind nicht andichten können, nein, ich meine nicht sorgfältig genug ausgefeilt. Ich hatte es damals eilig, meine Erfahrungen zu Papier zu bringen, jetzt bei dieser Ausgabe habe ich mir bedeutend mehr Mühe gegeben und ich hoffe inständig, dass ich mein Ziel nicht verfehlt habe.

Das ist die eine Sache, die hoffentlich bemerkt wird. Das andere betrifft die Teilung des Reiseführers von vor zwei Jahren. Damals habe ich über Halkidiki und Thessaloniki in einem Band geschrieben, weil ich meine Zeit auch zwischen diesen beiden Regionen verlebe. Im Winter genieße ich die quirlige Großstadt mit ihren kulturellen Angeboten, während ich den Sommer, wie jeder vernünftige Grieche am Meer verbringe.

Da ich mich nunmehr seit über zwanzig Jahren in diesem Land tummle, darf ich wohl getrost behaupten, mich hier leidlich auszukennen. Daher wird auch dieser Reiseführer ähnlich wie mein erster wieder Land und Leute porträtieren, aber keine Angst, es werden neue Informationen aufbereitet, neue Fotos geben liebliche Eindrücke wieder, alles in allem, es erwartet Sie kein Abklatsch von Bekanntem, sondern ein lebhafter Bericht über interessante Dinge, Landschaften und Menschen. Und ganz besonders natürlich über Sarti, Sykia und Umgebung.

Anreise

Unser Flughafen Makedonia SKG in Thesaaloniki

Die meisten Urlauber lassen sich schon seit Jahren hier einfliegen, nein, nicht direkt nach Sarti, das fehlt uns noch, dass irgendein Krösus auf die Idee kommt, hier ne Landepiste in unsere traumhafte Landschaft hinein zu betonieren. Hatte ich eigentlich schon ein Wort über die Halbinsel überhaupt verloren? Ich setze einfach ohne große Überlegung voraus, dass Sie zu den berühmten Wiederholungstätern gehören, die Jahr für Jahr unsere Gegend heimsuchen. „Einmal Sarti, immer Sarti“ Dieser „Schlachtruf“ wurde von den Rufis geboren, liebliche Teenager, die auch jedes Jahr von einem großen deutschen Reiseveranstalter hier angekarrt wurden. Schließlich bin ich ja selber hier hängen geblieben, nachdem ich zehn Jahre lang jeden Mai Sarti unsicher gemacht hatte. Warum aber genau an diesem Flecken, der doch im Hochsommer manchmal versucht, wie Mallorca zu wirken? Zum Glück ist das Dorf meilenweit von der spanischen Insel entfernt, nicht nur geographisch, meine ich. Die Ballermänner fehlen hier gänzlich, mir allerdings überhaupt nicht.

Was hat mich also bewogen, hier meine Zelte aufzuschlagen? Es war tatsächlich mein Zelt, was ich im Frühjahr 1980 in Portocalli aufschlug, damals war ich noch nahezu allein in dieser schönsten Bucht, die ich in weitem Umkreis kenne. Und wenn ich mich bemühe genau nachzuforschen, dann fällt mir ein zerfurchter Greis ein, der mich, den damals einzigen Fremden im Ort, überraschend mit Obst aus seinem Garten bewarf, seine Art, mir gegenüber zu bekunden, dass er sich freue. Ich als Nordländer musste das zunächst als fremdenfeindlich einstufen. Erst als er mir die unvermeidliche Plastiktüte über den Zaun reichte – nein, mir fällt grad ein, dass es keinerlei Zäune gab zu der Zeit, ebenso wenig wie auf dem Land, wo alle Tiere noch total frei herumliefen – und mich aufforderte, so viel Obst einzusacken, wie ich wollte. Es heißt tatsächlich Plastiksack statt -tüte in Griechisch. Danach musste ich mich neben ihn in seinem Garten auf die obligatorische Bank setzen, einen „elliniko“ (kleinen griechischen Kaffee) trinken und natürlich nahm er mich danach an die Hand, führte mich wie eine Trophäe, die ich ja wohl für ihn auch war, durchs Dorf, um mich allen, denen er in der kurzen Zeit habhaft werden konnte, voller Stolz zu präsentieren. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass ich den gesamten Tag in diesem gastfreundlichen Dorf verweilte, verweilen musste, weil ich ja auch noch bei Despina, bei Athanasio, bei Dimitri und wer weiß noch wo einen Kaffee trinken musste. Der Abend nahte und damit das Essen. Ich lernte die Parea kennen und den Tsipouro. Erstere nennt sich so, wenn Freunde zwanglos, das heißt ohne Einladung und ohne ersichtlichen Grund zusammenfinden und das zweite wurde von da an mein Lebenselixier. Wer mich kennt, kann das nur bestätigen: Hatte ich bis dahin das griechische Nationalgetränk Ouzo kennen und lieben gelernt, ab diesem Datum trank ich es nie wieder, so bin ich diesem Tresterschnaps, der aus dem Restwein im späten September gewonnen wird, ähnlich dem Grappa in Italien, verfallen. Tsipouro hat einige Umdrehungen mehr als sein harmloser Kollege Ouzo: zwischen 55 und fast 70 Prozent. Einem Deutschen, und nicht nur ihm, der sich also daran mal versuchen möchte, sei empfohlen, ihn anfangs höchstens mal zu nippen, denn das teutonisch mutige Ex- und Hopp-Gebaren ist hier irgendwie fehl am Platze. Überhaupt genießt der Grieche seine Mahlzeiten gänzlich anders: Er dehnt sie aus, man lässt sich Zeit, es gibt keine festen Zeiten, von Zeit zu Zeit kommen Freunde vorbei und nehmen sowohl am Schmaus als auch an der Unterhaltung teil. Überdies hat man den Eindruck, es gehe gar nicht ums Sattwerden, die Parea steht im Mittelpunkt, man tauscht die neuesten Nachrichten aus, auch der Klatsch kommt nicht zu kurz, es ist also eine kurzweilige und äußerst familiäre Art, seinen Tag zu verbringen. Und da es, wenigstens im Sommer, am Tag einfach zu heiß zum Essen ist, trifft man sich abends, am liebsten nicht vor halb elf.

So erging es mir zumindest, als ich um Mitternacht mein Auto enterte, um mein sechs Kilometer entferntes Domizil in der Bucht zu erreichen. Polizei, dachte ich halbwegs benommen, wird ja wohl nicht gerade jetzt unterwegs sein. Sie wars nicht. In diesem Zusammenhang drängt es mich allerdings, ein Geschichtchen zum Besten zu geben, die einem Freund von mir in Griechenland widerfahren ist, die so unglaublich klingt, dass ich den Wahrheitsgehalt immer wieder aufs Neue beschwören muss. Er kam vor Jahren ebenfalls von einem mehr oder weniger feuchtfröhlichen Treffen mit Freunden. Sein Sohn, der in Deutschland den ehrenwerten Beruf eines Polizisten ausübt, saß mit ihm im Auto, als sie unversehens in eine Kontrolle gerieten. Nun kann ich mir die coole Art meines Freundes selbst in solch relativ gefährlichen Situationen gut vorstellen. Als die Polizisten feststellten, dass er aus demselben Nachbarort wie sie selbst stammte, war die Freude groß. Nationalisten sind die Griechen nun mal allemal und als er dann lachend aufgefordert wurde, weiterzufahren, bestand er darauf, ihnen seinen Sohn vorzustellen, der doch als deutscher Polizist sogar in Afghanistan sein Wesen getrieben habe. Nun waren auch die letzten Förmlichkeiten beiseitegeschoben. Sein Sohn musste aussteigen, seinen Dienstgrad nennen, Geschichten erzählen, was dieser nur allzu gerne tut. Zum Schluss diskutierten sie dann noch über das Kaliber ihrer jeweiligen Revolver. Die „Kontrolle“ wollte kein Ende nehmen.