Six Hös'chen und der Jakob - Pelerins Soleil - E-Book

Six Hös'chen und der Jakob E-Book

Pelerins Soleil

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Beschreibung

Six Hös´chen und der Jacob Die Pelerins du Soleil Sechs Pilgerinnen auf dem Jakobsweg haben keinen Plan und brauchen auch keinen. Sie haben ja den Jakob, der weiß, wo es lang geht. Manchmal führt er sie von irgendwo ins Nirgendwo und sie lernen, dass auch Umwege Abenteuer sind. Der Jakob führt sie durch die Hitze, aber sie haben den Schatten im Blick. Er führt sie durch den Regen und den Schlamm, nein - das ist nicht der Catwalk. Sie stranden fernab von steter Nahrungsmittelversorgung, erfahren, mit wie viel Wenig man glücklich ist und entdecken die pure Lust am Leben. Mit Prosecco im Pool, nackten Tatsachen am Morgen und Begegnungen am Jungbrunnen haben die Pelerins nicht gerechnet, als sie sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela machten. Das Abenteuerland lässt grüßen.

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Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Buchbeschreibung:

Sechs Pilgerinnen auf dem Jakobsweg haben keinen Plan und brauchen auch keinen. Sie haben ja den Jakob, der weiß, wo es lang geht. Manchmal führt er sie von irgendwo ins Nirgendwo und sie lernen, dass auch Umwege Abenteuer sind. Der Jakob führt sie durch die Hitze, aber sie haben den Schatten im Blick. Er führt sie durch den Regen und den Schlamm, nein - das ist nicht der Catwalk. Sie stranden fernab von steter Nahrungsmittelversorgung, erfahren, mit wie viel Wenig man glücklich ist und entdecken die pure Lust am Leben. Mit Pro-secco im Pool, nackten Tatsachen am Morgen und Begegnungen am Jungbrunnen haben die Pelerines nicht gerechnet, als sie sich auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela machten. Das Abenteuerland lässt grüßen.

Über den Autor:

6 Frauen, das sind die „Pelerins du soleil“.

Sie haben gemeinsam ihre Abenteuer auf dem Pilgerweg in Frankreich festgehalten.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Six Pelerins

Chora und die Suche nach der Quelle des Lebens

Fijula – Visionärin in pink

Froggy – Ich habe die Lösung, wo ist das Problem?

Die Koshi – mit Style und leichtem Gepäck

Oleander – wer ist sie und wenn ja, wie viele?

Das erste Mal

Blind Date mit Jakob

En français … jetzt geht’s ans Eingepackte

Über Grenzen gehen …

Prosecco im Pool

Feuchtfröhlich in Metz

Mut zur Perlenkette

Nancy, immer wieder Nancy

Rückwärts kommt man auch vorwärts

Fahrradpilgern: Aufwärts geht’s auch abwärts

Mittendrin und ohne Netz

Was geht mit Dominique und Jeanne D` Arc?

Jeanne d‘Arc – eine kurze Affäre

Pyramiden in Sicht

Schatten im Blick

Folgen Sie dem pinken Schirm!

Großmutter, warum hast du so große Füße?

Ich würde lieber nackt gehen als …

It never rains in California

Man reiche mir ein Pflaster aus dem Oberstüb

Pioniere im Niemandsland

Wie ein Bad im goldenen Licht

Wandern macht „Langres“ Beine

Scharfer Senf und klingende Woks

25 Die Eule von Dijon

26 Countdown Ten to zero

Sleepless in Paris

Je suis malade

Wir sind hier nicht auf dem Catwalk

Internet est malade

Deep Purple und das ABC

I will survive … die PURe Lust am Leben

Mit wie viel „Wenig“ wir glücklich sind

Vom Winde verweht und im Jungbrunnen

Das Abenteuerland lässt grüßen

Von Höhenprofilen und Blue Mondays

Irrtümer über das Pilgern

Pilgern ist nicht Spanien

Fährst du noch oder flixt du schon?

Multifunktionales

Riesenpötte

Bettgeschichten

Biscuit-de-soleil

Walking France - Talking French

Wir sagen danke,

Prolog

„Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“ Anfangs sind es vier Paar Wanderschuhe, die sich auf den Jakobsweg begeben, dann gesellt sich ein fünftes Paar dazu und heute, im Jahr 2020, sind es sechs. Wobei das letzte Paar eher in die Rubrik Turnschuhe fällt.

Einer der Gründe, sich auf den Weg nach Spanien zu machen, ist es, zu sehen, wie in der Kathedrale in Santiago de Compostela die Glocke geschlagen wird.

Wir haben uns überlegt, mit wie viel Gepäck wir die Reise beginnen und mit wie viel Gepäck wir ankommen. Reichen Six Höschen für den Jakob bis Compostela? Marschgepäck hat man nicht nur im Rucksack, sondern auch im Kopf – dies ist eine Erkenntnis, die wir gern festhalten möchten.

Überhaupt trifft man unterwegs auf interessante, skurrile oder überraschende Gedanken. Manchmal schauen wir an uns hinunter, die Anforderungen des Weges zeigen sich im Outfit. „Unsere eigenen Mütter würden uns so nicht erkennen“, denken wir entsetzt. Da fällt der Satz: „Wir sind hier nicht auf dem Catwalk“ – und schon fühlen wir uns wie Survival-Models.

In der Lorraine treffen wir auf eine weitere kühne Kämpferin: Jeanne d’Arc. Wir stellen fest, dass es sich dabei nicht nur um eine Person handelt, sondern um eine ganze Region in der Lorraine. Die Lorraine, oft als Frankreich „light“ bezeichnet, ist unsere erste Begegnung mit der französischen Lebensart. Wir trinken Prosecco im Pool und schlafen in einem Prinzessinnenbett. Später in den Vogesen, wo die Anstiege heftig und die Kühe am schönsten sind, nächtigen wir bei gefühlten Minustemperaturen auf Feldbetten im Zelt. Tagsüber ist es heiß, wir singen „It never rains in California“. Die Kilometer scheinen sich mit jedem Meter zu verdoppeln, wir singen „Die PURe Lust am Leben”. Wir treffen auf klingende Woks und grooven im Takt.

Dieses Buch ist kein Wanderführer im klassischen Sinn, denn Streckenbeschreibungen sind uns immer noch fremd. Im besten Fall beschreibt es den Weg nach innen. Wir lernen, eigene Impulse zuzulassen und ihnen zu vertrauen – auf dem Weg und im Leben. Wir haben unterwegs einige Weisheiten gefunden oder sie uns. Es ist uns ein Anliegen sie zu teilen, mit dem Leser, der Leserin – dem Wanderer auf dem Weg des Lebens.

Six Pelerins

Wir Pelerins starten im Juli 2016 zu viert: Koshi, Froggy, Oleander und Fijula. Wir sind so begeistert dabei, dass wir es allen unseren Freunden mitteilen müssen. Eines Tages läuft Chora mit und bleibt. Von da an sind die Fünf Pelerins gesetzt.

Hin und wieder nehmen wir Gastpilger auf, die mal eine Tagesetappe mitlaufen. Eine dieser Gastpilgerinnen ist Fleur. Fleur wird zur Wiederholungstäterin und läuft immer wieder mal eine Etappe mit. Sie fügt sich so wunderbar in die Gruppe ein, als wäre sie schon lange ein Teil davon. Auch Fleur bleibt. Jetzt sind wir Six Pelerins.

Unser Buch handelt überwiegend von unseren Erlebnissen in Frankreich. Da wir uns auf dem Jakobsweg befinden, nennen wir jeden Mann zunächst einmal Jakob. Damit wir anhand der Fülle von Jakobs noch eine Übersicht behalten, sortieren wir sie auf eine Skala von 1-10 ein und nennen sie die Jakobs-Scala.

Chora und die Suche nach der Quelle des Lebens Von Fijula

Chora ist ein weiteres Glied in unserer Kette. Sie berät uns in allen Lebenslagen. Da Chora sich auf dem Gebiet der spirituellen Energie auskennt, können wir auch dort immer wieder mal Einblicke gewinnen. Unterwegs hebt sie schon mal eine Feder auf, die ein Vogel abgelegt hat, und steckt sie sich an den Rucksack. Die Feder ist für sie ein Zeichen positiver Energie und eine Erinnerung an die Leichtigkeit des Seins.

So hat sie mit uns in einem zugigen Zelt am Lac de la Liez eine Krafttier-Reise gemacht. Es war eine bereichernde und irgendwie auch surreale Erfahrung.

Für mich ist Chora der gute Geist, als ich krank in Vivey auf der Couch liege. Nicht nur, dass sie mich auf der Fahrt von Auberive nach Vivey begleitet. Sie hat sich auch dort liebevoll gekümmert – mich mit mehreren Decken gegen die äußere und innere Kälte geschützt und mir mit einer Shiatsu-Anwendung durch die entsetzliche Übelkeit geholfen. Einer der außergewöhnlichsten Momente ist, als Chora mir von meinem Heiler erzählt und ich förmlich spüre, dass ich bald wieder topfit sein werde.

Obwohl Chora einen leichten Zugang zu spirituellen Heilkräften hat, ist sie viel geerdeter als ich. Ich vergesse und verliere Dinge, dann höre ich Chora: „Fijula, ist das deins?“ Chora passt auf, dass nichts zurückbleibt in unseren jeweiligen Unterkünften.

Es kommt vor, dass keine von uns noch über einen einzigen Krümel Essbares verfügt. Doch Chora zaubert immer noch etwas aus ihrem roten Beutel. Biscuit-du-soleil-Kekse – die sind Choras Spezialität.

Wenn wir mit nassen Haaren aus dem Bad kommen, packt Chora ihren Föhn aus. Nachts schaltet Chora sich komplett aus, sie legt sich hin und ich schwöre – sie rührt sich nicht einmal in den nächsten 8 - 10 Stunden. Keine Ahnung, wie sie das macht. So einen Aus-Schalter hätte ich auch gerne, besonders während der Nachtfahrten im Flixbus.

Fijula – Visionärin in pink Von Koshi

Jede von uns hat eine Aufgabe, die ganz besonders gut zu ihr passt. Fijula ist unsere Frau für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie scheut keine Mühen und trägt tatsächlich zu ihrem Gepäck noch vier Extrakilo in ihrem 16 kg schweren Rucksack.

Dafür haben die Pelerins erstklassige mediale Unterstützung. Unsere Idee, einen Blog einzurichten, setzt sie kurzerhand um. Zum Teil berichtet sie sogar während des Laufens. Jede Pause und jede Steckdose wird genutzt.

Die Kamera als verlängertes Körperteil ist bei allen Abenteuern dabei. Die Fotos sind von wunderbarer Qualität und so lassen wir uns sogar morgens von ihr fotografieren.

Vor einigen Jahren war sie es, die den Wunsch geäußert hat, einmal den Jakobsweg zu gehen. Damit hat sie die Initialzündung gesetzt. Seit Jahren teilen wir uns die Reisefreude und haben schon viele Touren zusammen erlebt. Dabei ist mir nicht verborgen geblieben, welche Farbe Fijula absolut favorisiert. Na? Es ist „pink.“ Sie bringt Farbe in das Leben anderer und ermuntert sie, sich ruhig mal etwas zu trauen.

Sie liebt den Sommer und heiße Temperaturen. Wohlfühltemperaturen liegen für sie eindeutig über 30 Grad. Wenn andere schlappmachen, ist sie noch im ersten Energielevel. Nach 30 km joggt sie noch ein kleines Ründchen, um für die total erschöpfte Truppe ein Paar Pizzen zu bestellen.

Das Wort „Multitalent“ beschreibt Fijula gut, da es kaum ein Problem gibt, dass sie nicht löst. Um ehrlich zu sein, bisher habe ich noch keins entdeckt. Sie findet Lösungen. Die Themen der Welt erarbeitet sie sich autodidaktisch mit einer gewissen Distanz zu selbsternannten Autoritäten. Sie überprüft erstmal, ob der Guru weiß, wovon er spricht. Und so setzt sie gerade in Krisenzeiten einen Gegentrend: „Es geht steil bergauf“. Es läuft, im wahrsten Sinne des Wortes! Das Leben ist bunt!

Fleur – das Leben ist ein Tanz in Turnschuhen Von Koshi

Es kann regnen, die Sonne scheinen oder auch schneien – Fleur bewegt sich geschmeidig wie eine Blume im Wind.

Sie ist einfach da, läuft einfach mit, lacht mit uns mit und erreicht klaglos das Ziel. Ich freue mich immer auf Fleur.

Fleur weiß im Augenblick zu sein, nimmt das an, was kommt.

Dabei hat sie sich unauffällig in unser Pilgerdasein geschlichen, zunächst als Gastpilgerin, jetzt als fester Bestandteil der Gruppe. Die „Aufnahme“haben wir neulich mit einem prickelnden Schluck Sekt gefeiert. Natürlich war die Flasche zartrosa, also fast pink. Wobei die Farbe von Fleur eher blau ist.

Auf der Strecke interessiert sie sich für ihre Mitpilgerinnen, schließt sich jedem einmal an und hört zu, was diejenige zu erzählen hat. Dabei ist sie neugierig und lässt sich auch auf abenteuerliche Wege ein. Orientierung ist vielleicht nicht gerade ihre größte Stärke. Den richtigen Abzweig zu finden, kann ja auch jemand anders übernehmen. Dafür sieht sie im Pilgeralltag immer, was gerade zu tun ist. Sie spült, deckt den Tisch und kauft auch für die Truppe ein. Dabei ist sie sehr großzügig, d.h., sie bringt auch Sachen mit, die sie uns spendet und rechnet beileibe nicht jeden Cent mit der Kasse ab.

In Frankreich ist sie für uns von unschätzbarem Wert, da ihr die Sprache liegt, auch übrigens die Deutsche. Gerne bringt sie ihre Sprachkenntnisse ein und korrigiert unsere Texte, diesen aber nicht. Bescheiden wie sie ist, würde sie sich nicht viel Aufhebens um ihre Person wünschen.

Schon vor dem Pilgern haben Fijula und ich unsere Reisekompatibilität mit Fleur in zahlreichen Städtetouren getestet. Gerade, weil sie so ist, wie sie ist, ist es uns eine Freude, mit ihr noch viele Kilometer zu laufen. Forever with Fleur.

Froggy – Ich habe die Lösung, wo ist das Problem? Von Koshi und Oleander

Woher hat Froggy ihren Namen? Froggy liebt Frösche …

Auch in ihrem Pilgerrucksack findet man Frösche. Die Kosmetikartikel dürfen in einer Froschtasche schlafen und in der Nacht zwinkern uns große Froschaugen auf ihrer Schlafmaske zu.

Buchhalterisch verwaltet Froggy unsere Pilgerkasse und wir alle wissen: Hier ist diese bestens untergebracht. Ihre Tagesform entscheidet ob sie uns auf die Finger klopft, wenn wir dazu neigen, das Budget zu sprengen, oder ob wir großzügig aus dem Vollen schöpfen.

Sollte jemand unter uns ein Problem haben: Froggy hat eine Lösung. Sei es, dass sie einfach nur zuhört, mit Rat und Tat zur Seite steht oder irgendwelche brauchbaren Utensilien aus ihrem Rucksack hervorzaubert. Ob Wäscheklammer, Spanngummi, Schere oder Magnesium, sie ist immer zur richtigen Zeit an richtiger Stelle.

Ein Trost ist uns zum Beispiel, wenn bei sengender Hitze die Augen von Froggy aufblitzen. Sie hat anscheinend Bäume entdeckt und ruft erfreut: „Schatten im Blick.“

„Schatten im Blick – dein Lachen ist gemalt – deine Gedanken sind nicht mehr bei mir …“ (Ähnlichkeiten mit vorhandenem, deutschem Liedgut sind nicht zufällig, sondern total beabsichtigt.)

Überhaupt fallen Froggy viele lustige Lieder ein. Die singt sie dann begeisterungsfähig so vor sich hin, bis wir alle mitsingen. Dem Ende einer Etappe hat sie sich auch durchaus tanzend genähert. Die Freude, das Ziel zu erreichen, ist einfach riesig.

Für Froggy ist es die beste Motivation, Pilgerstempel zu bekommen. Ist sie in der Nähe einer Kirche, kann es sein, dass sie einfach kurz verschwindet, mit irgendjemandem an der Hand zurückkommt, der uns einen solchen in den Pilgerpass drückt.

Sie ist eh dazu prädestiniert, Menschen anzusprechen. Wie oft schon standen wir in einsamen Gegenden, weit und breit kein Bus, kein Zug, kein Taxi – nur ein paar ratlose Pilger. Wie kommen wir nur weiter? Bis Froggy in Aktion tritt. Dann kommt sie mit Pokerface auf uns zu und verkündet cool:

„In 10 Minuten kommt unser privates Taxi.“

Immer mal wieder lässt Froggy einfließen, dass wir sie K-L-U-K machen. Das ist eine Challenge und ist abgeleitet von, na was?

Ja, richtig: K-L-U-G. Damit möchte Froggy sagen, dass wir alle immer wieder voneinander lernen.

Mit ihr zusammen tanzen wir nach Compostela.

Die Koshi – mit Style und leichtem Gepäck Von Fijula

Koshi ist eine Pilgerin der ersten Stunde. Wenn es das Pilgern nicht gäbe – Koshi hätte es erfunden. Es ist jedes Mal wieder schön, wenn wir kurz vor einem Aufbruch ins Pilgerleben stehen. Koshi ist dann wie ein Kind in der Vorweihnachtszeit. Aufgeregt und erwartungsvoll fiebert sie der Abreise entgegen. Wenn wir uns in unserer Whatsapp-Gruppe über unsere Packliste austauschen, dann schließt Koshi diese Konversation meistens mit: „Ich freue mich.“

Man könnte sagen, Koshi ist eine leidenschaftliche Pilgerin – vielleicht weniger, wenn wir bei 36 Grad im nicht vorhandenen Schatten die 30 km Marke knacken – aber ansonsten trotzt sie allen Widrigkeiten. Seitdem wir das Endspiel der Fußball- WM 2018 in Frankreich erlebten und die Franzosen nach dem Sieg in einen Partyrausch verfielen, trägt Koshi die Girlande in den französischen Landesfarben an ihrem Rucksack. Es ist sozusagen ihre Hommage an das Land, durch das wir nun schon seit einiger Zeit laufen.

Wenn ich jetzt hier über die liebe Koshi schreibe, dann fallen mir zwei Dinge ein: Lippenstift und Kleid. Das Kleid und der Lippenstift sind für Koshi nach jedem super anstrengenden Pilgertag, was für Harry Potter der Zauberstab ist. Egal wie fertig wir in unserer jeweiligen Unterkunft aufschlagen und schwören könnten, nie wieder einen Schritt zu laufen, Koshi schleppt sich in die jeweilige Nasszelle und tanzt wie Phoenix aus der Asche gut gelaunt wieder heraus – im Kleid und mit roten Lippen.

Nach langen Tagen auf der Strecke ist es erstaunlich, mit wieviel Elan sich Koshi an einen weiteren Blogbeitrag macht. Ich erinnere mich noch gut an unsere Rückfahrt aus Dijon im Mai, als Koshi neben dem Dattelmann saß, auf der Rückbank hinter mir.

„Psst … Fijula“, im Bus schläft alles, ich drehe mich zu ihr um. „Kommst du an deinen Laptop?“, flüstert sie. Ich: „Ja, ich weiß aber nicht, wie lange der Akku noch hält.“ Koshi: „Egal, ich schreib so lange es geht.“ Das ist Koshi! Immer einsatzbereit, wenn es um die Blogbeiträge geht.

Außerdem schätze ich ihre Bereitschaft, blind zu vertrauen, dass wir schon irgendwo ankommen – am Ende des Tages. Auch wenn sie nie wirklich weiß wo wir sind. Oft werden wir unterwegs gefragt, was unser Tagesziel ist. Koshi: „Wo laufen wir nochmal hin?“

Koshi pilgert mit Stil, egal wohin. Gerne mit leichtem Gepäck und pinkfarbenen Sonnenschirm. Wenn es nicht sein muss, bleibt der Rucksack in der Herberge, dann geht es auch mit dem Täschchen. Was braucht man denn schon groß auf dem Weg? Etwas Proviant, eine Wasserflasche und einen Lippenstift.

Oleander – wer ist sie und wenn ja, wie viele? Von Fijula

Oleander ist mit ihrer Vielseitigkeit eine wichtige Stütze in unserer Pilgergruppe.

Oleander beginnt mit O, wie Organisation. Die Streckenplanung beginnt für Oleander zu einem Zeitpunkt, an dem zumindest ich noch nicht einmal das Pilgerbuch aufgeschlagen habe. Man könnte sie auch als Initialzündung jedes Pilgerunterfangens bezeichnen. Wenn sie die ersten Erkenntnisse über die Tagesetappen in die Gruppe weitergibt, springt der Funke über und alle machen sich gedanklich auf den Weg.