So geht Geld - Michael Braun Alexander - E-Book

So geht Geld E-Book

Michael Braun Alexander

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7,99 €

Beschreibung

Unverzichtbar im Banken-, Renten- und Versicherungsdschungel

Finanzexperte Michael Braun beantwortet einfach und für jedermann verständlich die wichtigsten Fragen rund ums Geld. Er verrät Wissenswertes über Banken, Konten und Depots und gibt Tipps fürs richtige Sparen, Anlegen und Versichern. Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Lohnt sich die Riester-Rente für mich? Was bringen Bausparen und Immobilien wirklich? Hier gibts die Anwort.
Eindeutige Empfehlungen – sauber recherchiert und belegt.

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Seitenzahl: 237

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Michael Braun Alexander

So geht Geld

Richtig sparen, vorsorgen & anlegen

Buch

Geldanlage und Altersvorsorge sind vertrackte Themen – wichtig für jeden, zugleich aber oft komplex, undurchsichtig, spaßfern. »So geht Geld«, ein Kompass für verunsicherte Verbraucher, schafft Klarheit:

Warum Berater versagen – und wie man souverän mit Banken und »Finanzexperten« umgeht.Warum Sparer bei Fonds skeptisch sein sollten.Warum bei der Geldanlage nichts so gefährlich ist wie das Folgen einer Mode.Welche Versicherungen und Vorsorgeverträge man braucht – und welche nicht.Wie man klug und sicher Vermögen bildet.

Autor

Michael Braun Alexander, Jahrgang 1968, studierte in Oxford, Bologna und Washington D.C. Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Er war Chefredakteur der Zeitschrift Finanzen, aus der das deutsche Wirtschaftsmagazin €uro hervorging, und langjähriger Geldkolumnist der Freundin. Nach Stationen als Auslandskorrespondent in New York und London lebt Braun Alexander zurzeit in Mumbai, wo er u.a. für €uro, €uro am Sonntag und BörseOnline berichtet.

Die Ratschläge in diesem Buch wurden vom Autor und vom Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Die ausgesprochenen Empfehlungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand Sommer 2014). Sie dienen der Unterrichtung und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Versicherungs- oder Anlageprodukten dar. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

4. Auflage Aktualisierte Originalausgabe 2014 Dieses Buch ist unter der Titelnummer 17118 bereits im Goldmann Verlag erschienen. © 2014/2010 Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH Neumarkter Str.28, 81673 München.

Umschlaggestaltung: Uno Werbeagentur, München Umschlagillustration: Fine Pic, München Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling CH · Herstellung: IH

eISBN 978-3-641-20848-6V001

www.goldmann-verlag.de

www.randomhouse.de

Inhaltsverzeichnis

Buch und AutorCopyrightVorwort zur aktualisierten AusgabeI. Einleitung
Kapitel 1: So geht Geld
II. Bank & Versicherung
Kapitel 2: Bank, Konto, DepotKapitel 3: Die BeraterKapitel 4: Geld parkenKapitel 5: Versicherungen
III. Rente & Altersvorsorge
Kapitel 6: Die gesetzliche RenteKapitel 7: Die Riester-RenteKapitel 8: Die Rürup-RenteKapitel 9: Betriebliche AltersversorgungKapitel 10: Die Kapital-LebensversicherungKapitel 11: Immobilien & Bausparen
IV. Börse & Geldanlage
Kapitel 12: Asset AllocationKapitel 13: AktienKapitel 14: AnleihenKapitel 15: FondsKapitel 16: ZertifikateKapitel 17: GoldKapitel 18: Anlagemoden
V. So geht Geld
Kapitel 19: Die To-Do-Liste
Über den AutorRegister

Vorwort zur aktualisierten Ausgabe

In den vier Jahren, seit die Erstausgabe von So geht Geld erschien, wurden die Spielregeln, die Sparern und Privatanlegern jahrzehntelang als Orientierungshilfe gedient hatten, neu geschrieben. Eine spektakuläre Schuldenkrise, die in Staatspleiten in Griechenland und Zypern gipfelte, hat Europa die strukturellen Schwächen der Gemeinschaftswährung aufgezeigt und die Welt an den Rand eines finanzsystemischen Zusammenbruchs geführt. Was für ein Durcheinander.

Die Folgen für Sparer und Anleger in Deutschland (und in der ganzen Welt) sind dramatisch – selbst heute, nachdem das Schlimmste vorläufig überstanden scheint. Denn die historisch niedrigen Zinsen, mit deren Hilfe die Notenbanken der Welt die Krise zu bewältigen versuchen, schmerzen weiterhin und werden, soweit heute absehbar, noch lange auf Tiefstniveau verharren. Vermögensbildung und Altersvorsorge, schon immer kompliziert, zeitaufwändig und für die meisten von uns eine spaßfrei-lästige Herausforderung, sind damit noch einmal schwieriger und komplexer geworden. Wer sich mit dem Gedanken trägt, in den nächsten 20 oder 30 Jahren eine bestimmte Summe für den Ruhestand anzusparen, muss angesichts der fast bei null angelangten Zinsen nun massiv mehr auf die Seite legen, um dieses Ziel jemals erreichen zu können.

Drei der beliebtesten Anlageformen in Deutschland – Kapital-Lebensversicherungen, Bausparverträge und Sparbücher – sind durch die vorherrschenden Niedrigzinsen ins Abseits gedrängt worden. Nicht einmal einen guten »Parkplatz« für kurzfristig nicht benötigtes Geld gibt es heute noch. Die Tagesanleihe des Bundes, in der Erstausgabe dieses Buchs ausführlich beschrieben und empfohlen, wurde von der Bundesregierung kurzerhand ausrangiert. Und selbst wenn es sie noch gäbe: Es würde sich nicht mehr lohnen, sie zu nutzen.

Wer Aktien, Eigenheim oder Edelmetall besaß, ist heute dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit reicher als noch 2010, möglicherweise sogar deutlich reicher. Die Aktien- und Immobilienmärkte haben vier ausgesprochen gute Jahre hinter sich – nicht zuletzt weil Sparer händeringend nach Anlagealternativen für ihr Geld suchten und suchen. Der Goldpreis wiederum sah 2013 einen herben Einbruch, ist in der längerfristigen Betrachtung allerdings ebenfalls deutlich gestiegen. Aus gutem Grund, wie ich meine.

All diese Trends, die sich in einem kurzen Zeitraum von nur vier Jahren abgezeichnet haben, sind Grund genug, So geht Geld gründlich zu überarbeiten und um einige wichtige Aspekte – insbesondere das neue Kapitel über Edelmetalle – zu ergänzen. Geld geht heute einfach anders als noch 2010.

Prognosen sind bekanntlich schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen; aber ich wage die Voraussage, dass die nächsten vier Jahre für Sparer und Anleger ähnlich turbulent werden wie die vergangenen es waren. Die Symptome der Krise sind mit Niedrigzinsen gelindert worden, die Ursachen gären weiter. Dass wir nach fünf insgesamt guten Jahren für Aktionäre früher oder später einen Börsenabschwung sehen, vielleicht sogar einen klassischen Crash, ist meines Erachtens wahrscheinlich. Heute ist angesichts der aktuellen Rekordmarken in den Aktienindizes der westlichen Welt ein idealer Zeitpunkt, um sich darauf vorzubereiten. Mit Umsicht und Gelassenheit natürlich – zwei Eigenschaften, die bei allen Fragen rund ums Geld hilfreich sind.

Michael Braun Alexander Mumbai, im Juni 2014

I. Einleitung

Kapitel 1:

So geht Geld

Die Deutschen sind, was ihr Geld und ihre Finanzen angeht, in der Mehrzahl leichtgläubig, eine Spur verantwortungslos und leider auch gelangweilt. In weiten Bevölkerungskreisen ist es völlig normal, keine Ahnung von Wirtschaft, Finanzfragen und Gelddingen zu haben. Dies gilt in allen Gesellschaftsschichten, selbst in Kreisen, in denen eine solide, umfangreiche Ausbildung die Norm ist.

In den Monaten, in denen die Erstausgabe dieses Buches entstand, tobte an den Finanzmärkten die größte Krise seit Anfang der 1930er-Jahre. Die Wirtschaftsleistung praktisch aller Länder auf Erden sank oder wurde zumindest erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Begonnen hatte alles – das war immerhin in der Öffentlichkeit angekommen – mit einer mysteriösen »Subprime-Krise« in den USA, die im Zweifel irgendwelche verantwortungslosen Banker verzapft hatten: »Finanzhaie«, »Heuschrecken« und andere mutmaßliche Verbrecher. Die meisten Börsenindizes brachen damals um 40 bis 80 Prozent ein – und damit sank auch das Anlagevermögen vieler Aktionäre und Fondsbesitzer in ähnlichem Umfang. Die Arbeitslosigkeit stieg weltweit rasant, auch bei uns. Viele Unternehmen, die noch achtzehn Monate zuvor zu den größten und am meisten bewunderten der Welt gehörten, gingen pleite oder mussten von Regierungen gerettet werden. Wenig später gerieten die Staaten selbst in Schwierigkeiten, allen voran Island, Griechenland und Zypern, aber auch Portugal, Spanien und Italien. Der Begriff der »Rettungsroutine« wurde 2012 zum »Wort des Jahres« gekürt.

Bestenfalls einer von hundert Deutschen kann heute die Hintergründe dieser dramatischen Wirtschafts- und Finanzkrise, deren Ursachen sich über viele Jahre hinweg aufgebaut hatten, halbwegs plausibel erklären. Viele kennen nicht einmal den Unterschied zwischen einer Aktie und einer Anleihe, die etwa so viel miteinander gemeinsam haben wie Apfel und Aalsuppe.

Das Unwissen der Verbraucher in Finanzdingen ist frappierend. Das klingt, ich weiß, fast fies; es ist indes nicht so gemeint. Ich gebe mich lediglich – nach nunmehr fast 20 Jahren als Wirtschaftsjournalist und mehr als 25 Jahren an der Börse – keinen Illusionen mehr hin: Die Deutschen haben ein echtes Problem in Sachen Geld und Geldanlage. Sie haben in der Mehrzahl tatsächlich nicht den Hauch einer Ahnung. Das ändert nichts daran, dass sie sich bei diesem Thema generell für schlau und gut informiert halten.

Missverstehen Sie mich nicht: Unwissen in komplizierten Finanzdingen – oder auf anderen Gebieten – ist überhaupt keine Schande. Die Liste der Gebiete, auf denen ich persönlich mich nur sehr eingeschränkt oder gar nicht auskenne, ist furchtbar lang. Probleme beginnen nicht damit, dass man nichts weiß; sie beginnen damit, dass man keine Fragen mehr stellt, wenn man etwas nicht weiß. Wenn man es sich in der Ahnungslosigkeit bequem macht und trotz begrenzter Kenntnisse folgenreiche Finanzentscheidungen trifft. Denn mangelndes Wissen hält die Bundesbürger keineswegs davon ab, Geldanlagen aller Art zu nutzen und einen Vorsorge- oder Versicherungsvertrag nach dem anderen zu unterzeichnen. Die wichtigsten – in Deutschland gehören Kapital-Lebensversicherungen, Riester-Renten und Bausparverträge zu den Spitzenprodukten – sind in ihrer Machart so komplex, dass sie selbst für viele Experten nicht in allen Details durchschaubar sind, insbesondere im Hinblick auf die Kosten (also die Gebühren), die mit einem Abschluss verbunden sind.

Erschreckend viele Verbraucher tun dennoch das, was ihr Bankberater ihnen empfiehlt. Oft fallen dann Sätze wie »den kenne ich schon so lange« oder »die ist immer total nett«. Dass es an dieser Stelle keineswegs nach Nettigkeit gehen sollte, kommt ihnen nicht in den Sinn. Ein ideales Umfeld, um sehenden Auges ins Unglück zu laufen.

Ein Beispiel, das ich so oder ähnlich viele Male erlebt habe: Bei einem Abendessen in größerer Runde kommt das Gespräch auf Wirtschaft, Börse, Geldanlage. (Selbst mir fallen Themen ein, die interessanter wären, doch mitunter unterhalten sich Menschen tatsächlich freiwillig darüber.) Mit einem gewissen Stolz in der Stimme berichten dann stets einige, dass sie sich darüber keine Gedanken machten – sie hätten schließlich »Fonds«. Manchmal nicken andere, die sich möglicherweise noch nie mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigt haben, an dieser Stelle respektvoll. »Fonds. Wie beeindruckend.«

»Fonds« sind ein schöner Ausgangspunkt, sicher. Doch hakt man vorsichtig nach, um was für Fonds es sich dabei handelt, erntet man leere Mienen. Ob es dabei um Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds, Dachfonds, Offene oder Geschlossene Immobilienfonds – oder womöglich Hedgefonds – geht, können schockierend viele Privatanleger nicht beantworten. Sie wissen einfach nicht, wie ihr eigenes Geld investiert wird. Genauso wenig haben sie eine Vorstellung davon, wie das Chance-Risiko-Profil ihrer Fonds aussieht und wie sie sich im Auf und Ab des Börsengeschehens schlagen könnten.

Warum auch, möchten an dieser Stelle vielleicht einige einwenden. Um es mit einem Vergleich zu sagen: Es ist ein wenig so, als ob man nach einer Mahlzeit aus einem Restaurant kommt und erklärt: »Herrlich, ja, wir haben gegessen.« Allerdings wissen die Herrschaften nicht, was auf dem Teller war. Fisch, Fleisch oder vegetarisch? – Keine Ahnung. Waren die Zutaten frisch, die Temperaturen der Speisen richtig? Achselzucken. Ist auch egal: Denn ob es geschmeckt hat, wissen die Gäste schließlich auch nicht. Nur die Rechnung war verdächtig hoch. Was ist von so einem Restaurantbesucher zu halten?

Ähnlich gehen viele Bundesbürger mit ihren Fonds – und ihrer Altersvorsorge im Allgemeinen – um. Dies gilt keineswegs nur für diejenigen mit relativ einfachem Ausbildungsniveau. Vielmehr fällt mir bei meiner Arbeit immer wieder auf, wie viele Menschen, die intelligent, beruflich erfolgreich und unabhängige Denker sind, bereitwillig ihren gesunden Menschenverstand aufgeben, sobald sie durch die Eingangstür einer Bank, Sparkasse oder Versicherungsfiliale treten. Aus meinem persönlichen Umfeld kommen mir spontan ein Arzt, ein selbstständiger Unternehmer, ein Opernregisseur, ein leitender Journalist, ein Hoteldirektor und ein Filmschaffender in den Sinn. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Mir fällt keine Berufsgruppe ein, die an dieser Stelle systematisch glänzen würde. (Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich fest davon aus, dass auch Finanzjournalisten und Bankmitarbeiter in Börsenkrisen regelmäßig ähnlich hohe Anlageverluste erleiden wie alle anderen – obwohl sie es als vermeintliche Experten eigentlich besser wissen müssten.) Die Folgen sind drastisch. Es ist stets eine teure Angelegenheit, den gesunden Menschenverstand beim Betreten der Bankfiliale auszuschalten.

Diese Situation kann man nicht anders als tragisch nennen. Die meisten von uns verbringen in ihrem Leben viel Zeit damit, Geld zu verdienen, sich selbst und die Familie zu ernähren, sich finanzielle Ziele zu stecken und zu erreichen. Der eine oder andere träumt vielleicht sogar davon, eines Tages reich und finanziell unabhängig zu sein, und verfolgt dieses Fernziel konsequent. Wenn wir einkaufen gehen, ist es eine Selbstverständlichkeit, Preise zu vergleichen und die Qualität des Gekauften kritisch unter die Lupe zu nehmen – erst recht, wenn es um etwas Hochpreisiges wie einen Computer, eine Waschmaschine oder ein Auto geht.

Nicht aber bei der Bank. Geht es um Geld, laufen wir wie die Lemminge alle in eine Richtung und wundern uns dann, dass es plötzlich abwärts geht.

Wie ist es dazu gekommen, dass die große Mehrheit der Bürger in einer der noch immer reichsten Volkswirtschaften der Welt so schockierend wenig Ahnung von Geld hat? Dafür gibt es meines Erachtens drei Gründe.

• Die privaten Finanzen sind für die meisten Menschen ein extrem kompliziertes Thema, dem der Großteil der Sparer hilflos gegenübersteht. Vier der am weitesten verbreiteten Anlagevehikel in Deutschland sind das Sparbuch, die Kapital-Lebensversicherung, der Bausparvertrag und die Riester-Rente. Drei dieser vier Sparformen – die Ausnahme ist das Sparbuch – haben eine für den Kunden weitgehend undurchsichtige Gebührenstruktur und demzufolge oft ausgesprochen hohe Kosten, die die Rendite empfindlich mindern. Der Abschluss jeder scheinbar langweiligen Kapital-Lebensversicherung – davon hat jeder Deutsche im Schnitt mehr als eine am Laufen – ist dank der komplizierten Gebührenstruktur eine deutlich größere Ausgabe als eine Waschmaschine. Den meisten Menschen ist dies nicht klar. Selbst diejenigen, die in einzelnen Bereichen hoch gebildet sind, sind in der großen Mehrzahl orientierungslos, was wirtschaftliche Zusammenhänge im Allgemeinen und Geld und Finanzanlagen im Besonderen anbelangt.

Allerdings haben sich auch die Politik und die staatlichen Stellen, die das Finanzwesen regeln, in den vergangenen Jahren nicht mit Ruhm bekleckert. Wenn eine Regierung (in diesem Fall eine rot-grüne Koalition) so etwas wie die Riester-Rente verabschiedet, ist dies inhaltlich eine richtige Entscheidung. Allerdings ist die Ausgestaltung dieses Produkts so kompliziert, dass es schlicht eine Unverschämtheit ist. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass deutsche Politiker jemals in der Lage sein werden, mit Gesetzen die Altersvorsorge so zu gestalten, dass sie für normale Menschen verständlich und nachvollziehbar wird.

• Wir alle lieben Bequemlichkeit. Es ist keine Schande, keine Ahnung zu haben – schließlich kann man alles lernen. Dazu kommt es oft aber nie: In der Schule gibt es fast keinen Wirtschaftsunterricht. Die meisten Abiturienten – und sogar viele Studierende – würden sich schwer damit tun, die Aufgabe und Funktionsweise einer Börse zu erklären. Nach der Schule macht es indes Mühe, und es gibt viele andere Verpflichtungen und Freuden im Spannungsfeld von Familie, Beruf, Freizeit. Fast niemand setzt sich nach Ende seiner Ausbildung an den Schreibtisch, um sich in die Materie einzuarbeiten.

Hier liegt das eigentliche Problem: Die Deutschen sind in der überwältigenden Mehrzahl nicht nur unbedarft und in weiten Teilen ahnungslos, was ihre Finanzen angeht. Sie sind leider auch zaudernd, unmotiviert und antriebsarm. Die meisten haben schlicht keine Lust, sich mit Geld- und Anlagefragen zu beschäftigen. Aus Bequemlichkeit geben sie die Verantwortung für ihr Erspartes an ihre Berater bei Bank, Sparkasse, Versicherung oder Anlagegesellschaft ab. Vielleicht am schlimmsten: Sie halten die Ratschläge der Berater – der angeblichen »Experten«, schließlich machen sie es beruflich – für relevant. Dies kann der Ausgangspunkt für beträchtliche Misserfolge sein. Weder im Frühjahr 2000 noch im Sommer 2007 – also zu Zeiten, an denen es richtig und wichtig gewesen wäre – warnten die »Experten« vor einem bevorstehenden Absturz der Weltbörsen. Anfang 2009, als der Weltuntergang (oder wenigstens der Kollaps des globalen Finanzsystems) zu nahen schien, wiesen nur wenige darauf hin, dass möglicherweise ein guter Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg gekommen war. »Experten«, die einen nicht vor verheerendem Unheil bewahren können und regelmäßig ihr Timing verbaseln, sind Dilettanten.

• Wir lernen nicht aus Fehlern – oder ziehen die falschen Schlüsse. Natürlich kann sich eine Investmententscheidung früher oder später als falsch erweisen; es ist nicht anders als bei Entscheidungen im Beruf oder im Privatleben. Viele Menschen, die einen finanziellen Fehler gemacht – also Geld verloren – haben, lecken ihre Wunden und ziehen sich zurück. »Alles auf Nummer sicher«, lautet fortan häufig ihre Devise. Diese Gruppe, die sich in Finanzfragen in ihr Schneckenhaus zurückzieht und keinerlei Risiko mehr eingeht, ist geläutert. Es wäre eine viel bessere Alternative, Fehler offen zu analysieren und aus ihnen zu lernen. Doch dazu kommt es in einer Vielzahl von Fällen nicht. Wer einmal – sagen wir mit Aktien oder Aktienfonds – Geld verloren hat, verabschiedet sich oft (und oft zum ungünstigsten Zeitpunkt) von dieser Anlageform und versäumt damit in der Regel die besten Einstiegskurse: der nächste Fehltritt.

In der Summe gefährden und untergraben diese drei Eigenheiten die private Anlage und Altersvorsorge in Deutschland. Dieses Buch soll – in dem begrenzten Umfang, in dem ein recht kurzer Text dies leisten kann – einen Gegenpol bilden: einen Überblick über das Wichtigste geben (den Rest kann man später nachholen); zu Eigenverantwortung in Gelddingen ermutigen (Schluss mit Bequemlichkeit); und Erste Hilfe leisten, wenn finanzielle Fehlentscheidungen getroffen wurden (lernen statt Vogel-Strauß-Mentalität).

Im Mittelpunkt steht dabei nicht, wie die Finanzmärkte oder die einzelnen Vorsorgeformen in Deutschland im letzten Detail funktionieren. Das würde den Rahmen sprengen und Leserinnen und Lesern ein Höchstmaß an Geduld abverlangen. Vielmehr soll dieses Buch Verbrauchern eine erste Orientierung geben. Es soll einfache, verständliche und klare Handlungsanweisungen zu den wichtigsten Fragen rund ums Geld geben. Um das große Ganze geht es also, um die dicken Linien in Sachen Geld – nicht um die Feinheiten der Wertpapieranalyse. So geht Geld vereinfacht an vielen Stellen um des besseren Leseflusses willen. Die einzelnen Kapitel verlieren sich bewusst nicht im Kleinen, sondern setzen auf eine größere, umfassendere Perspektive: Was brauche ich als normaler Mensch eigentlich an Finanzprodukten – und was nicht? Und warum? Welche Risiken muss man beachten – und welche Chancen sollte man nicht aus dem Blick verlieren? Wem kann ich vertrauen – wem möglicherweise nicht?

Damit richtet sich dieses Buch nicht an versierte Anleger, die seit Jahren Börsenkenntnisse und -erfahrungen gesammelt haben. Dieser (zahlenmäßig relativ kleinen) Gruppe wird dieses Buch keine Freude machen, es dürfte sie langweilen. Für sie gibt es hunderte andere Titel, von denen viele lesenswert sind. Vielmehr soll So geht Geld jenen Verbrauchern eine Hilfe sein, deren Kenntnisse übersichtlich und die im Umgang mit Bankberatern und -produkten verunsichert sind. Meines Erachtens sind die Fragen, die hier angegangen werden, typisch für normale Menschen, die mit Finanz-Expertise nicht allzu vorbelastet sind. Es soll kein Lehrbuch sein, sondern ein Landkarte – nicht mehr, nicht weniger. Es versteht sich, dass eine Landkarte möglichst akkurat sein sollte, aber nie die eigentliche Reise und die Besichtigung der realen Landschaft ersetzen kann. Dafür ist jeder Einzelne selbst verantwortlich.

Wer nichts über Geld und Geldanlage weiß außer das, was in den einzelnen Kapiteln dieses Buches beschrieben wird, ist nach beendeter Lektüre sicher alles andere als ein Finanzexperte. Doch wer sich daran hält, wird im Wesentlichen schon eine ganze Menge richtig machen – und einige überflüssige (und kostspielige) Fehler, gerade im Umgang mit Banken, künftig vermeiden. Dies ist der zentrale Punkt: So geht Geld soll vor allem zu mehr Mut in Finanzfragen motivieren, zu selbstständigem Denken, zu einem bewussten Schritt hin zu mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit »Experten« und zu mehr Eigenverantwortung.

Vergessen sollten Sie bei der Lektüre allerdings nicht, dass dies ein Buch ist, das den subjektiven Blickwinkel eines einzelnen Finanzjournalisten und Autors widerspiegelt. Die Empfehlungen und Tipps gebe ich nach bestem Wissen und Gewissen. Aber ich bin – genauso wie jeder Berater oder »Experte« einer Bank – weder allwissend noch unfehlbar, was Geldentscheidungen anbelangt. Auch an dieser Stelle ist Mut zu einer abweichenden Meinung durchaus angebracht: Seien Sie kritisch mit den Meinungen in diesem Buch, prüfen Sie, hinterfragen Sie alles. Ohne das geht es nicht im Leben, erst recht nicht in Geldangelegenheiten.

Wenn ich Sie von etwas überzeugen kann – prima. Wenn Sie aber im Zuge Ihrer eigenen Recherchen feststellen, dass es etwas gibt, das für Sie in Ihrer Lebenssituation geeigneter ist: noch besser. Denn eine intelligente, alle Faktoren berücksichtigende Entscheidung für Ihr Leben kann Ihnen niemand abnehmen. Der Berater bei der Bank nicht, kein Zeitungsartikel und auch kein Journalist oder Buchautor. Prüfen Sie. Bewahren Sie den gesunden Menschenverstand. Fragen Sie und haken Sie nach. Filtern Sie das heraus, was in Ihrem persönlichen Leben eine Hilfe sein könnte. Und den Rest ignorieren Sie am besten – oder legen ihn auf Wiedervorlage.

Ein Wort zu den einzelnen Banken, Versicherungen oder Finanzdienstleistern, die an einigen Stellen im Text genannt werden: Nicht jede Aussage, die hier getroffen wird, wird jedem gefallen. Jedes Urteil – egal ob positiv oder kritisch – ist unabhängig von den betroffenen Unternehmen gefällt worden, und zwar überwiegend Mitte 2014. Beachten sollten Sie, dass sich Geschäftskonditionen ständig ändern – insbesondere in turbulenten Zeiten, wie wir sie seit Jahren erleben. Die Finanzmärkte wandeln sich von Tag zu Tag, Wertpapierkurse schwanken buchstäblich von Sekunde zu Sekunde – schneller, als man Bücher schreiben und umschreiben kann. Wie turbulent es zugehen kann, haben nicht zuletzt die vergangenen Jahre gezeigt, in denen das Weltfinanzsystem an den Rand des Abgrunds geriet. Zahlreiche einst unerschütterlich wirkende Finanzgiganten konnten nur mit staatlicher Intervention überleben oder rutschten, wie die US-Investmentbank Lehman, in die Pleite. Selbst Staaten, der prominenteste Fall war Griechenland, wurden zahlungsunfähig und schuldeten um – mit dramatischen Folgen für viele Anleger. Bevor Sie eine Finanzentscheidung für oder gegen eine Spar- oder Anlageform treffen, sollten Sie daher immer das aktuelle Umfeld berücksichtigen und bei Finanzunternehmen, mit denen Sie zusammenarbeiten möchten, die jeweils gültigen Konditionen erfragen.

Ich persönlich habe mit diesem Buch mein Ziel erreicht, wenn jeder einzelne Leser drei oder vier Ideen mitnimmt, die für ihn hilfreich sind und die sich als richtig – oder gar wichtig – für sein Leben erweisen. Sollten Sie nur Zeit und Muße für ein einziges Kapitel in diesem Buch aufbringen können oder wollen: Lesen Sie Asset Allocation (Kapitel 12). Sollten Sie ein zweites lesen, lege ich Ihnen den Abschnitt über Anlagemoden (Kapitel 18) ans Herz. Sollten Sie alle lesen wollen – prima, vielen Dank für die Zeit, die Sie sich für dieses Buch nehmen. Ich hoffe, Sie finden darin die eine oder andere Anregung und Hilfe.

Es ist indes nicht nur hilfreich zu wissen, wie man Geldentscheidungen treffen sollte. Genauso wichtig sind die Schnitzer, die man dabei am besten vermeidet. Im folgenden Kasten finden Sie daher eine Gebrauchsanweisung im Schnelldurchgang: Was muss man eigentlich tun, um finanziell mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie auf einen grünen Zweig zu kommen?

Es ist ganz einfach.

Michael Braun Alexander

14 Tipps, um finanziell nie auf einen grünen Zweig zu kommen

Geben Sie die Verantwortung für Ihr Geld ab. Vertrauen Sie Ihrem Bankberater (oder Ihrem Versicherungsvertreter, Ihrem Ehemann, Ihrem cleveren Schwager bei der Sparkasse) blind – das gebietet die Höflichkeit. Machen Sie für Misserfolge bei der Geldanlage immer andere verantwortlich: die Berater, die Banker, die Börse, die Manager, die »Finanzhaie« und »Heuschrecken«, die Politiker, die Steuern, die Journalisten. Ziehen Sie nie in Betracht, dass Sie selbst und Ihre persönlichen Entscheidungen etwas damit zu tun haben könnten.Schließen Sie niemals eine private Haftpflicht- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Zu teuer.Kaufen Sie nie ein Eigenheim – die Verantwortung wäre einfach zu groß; außerdem sterben die Deutschen bekanntlich demnächst aus – nicht gut für die Preise.Geben Sie immer Ihr gesamtes Gehalt aus – am besten noch etwas mehr. Wofür rackern Sie schließlich? Bilden Sie keinen Notgroschen. Das machen nur Angsthasen.Kaufen Sie sich alle zwei Jahre einen schönen Neuwagen. Was Ihr Nachbar kann, können Sie auch. Das gilt auch für Handys, die technisch auf der Höhe der Zeit sind, für Plasma-Fernseher und andere größere Anschaffungen.Schöpfen Sie die praktischen Möglichkeiten, die Dispositionskredit, Kreditkarten und Ratenkredite Ihnen bieten, voll aus.Vermeiden Sie unbedingt alle Anlageformen, die nach Ihrem Bauchgefühl riskanter sind als Sparbuch und Tagesgeld – vor allem, wenn Sie jung oder im mittleren Lebensalter sind. Investieren Sie grundsätzlich nie in Aktien oder aktienbasierte Wertpapiere wie Fonds oder ETFs.Seien Sie stolz darauf, nichts von Börse und Geldanlage zu verstehen – es ist unschick, über solche Dinge nachzudenken oder zu reden. Lesen Sie niemals den Wirtschaftsteil der Zeitung, erst recht nicht die Finanzseiten. Weigern Sie sich, auf diesem Gebiet etwas dazuzulernen. Kultivieren Sie Ihre Ahnungslosigkeit.Sprechen Sie viel mit Ihren Kindern, aber niemals über Geld. So werden sie Ihnen finanziell lange die Treue halten und Sie nie mit Anlageerfolgen in den Schatten stellen können. Ein beruhigendes Gefühl.Laufen Sie an der Börse (und in der Bankfiliale) immer mit der Herde mit. Sollten Sie in einem Moment der Schwäche Aktien und Aktienfonds kaufen wollen: Tun Sie es immer erst dann, wenn die Börsen mindestens zwei gute Jahre hinter sich haben, besser noch drei. Verkaufen Sie immer erst nach einem Einbruch um mindestens 30 Prozent.Vermeiden Sie bei Ihrem Ersparten jede Risikostreuung. Setzen Sie immer alles auf eine Karte – nur die Aktien deutscher Unternehmen einer einzigen Boom-Branche beispielsweise, »alles auf Asiens Schwellenmärkte, die Märkte der Zukunft«, auf Gold oder auf »heiße«, spekulative Tipps, die Sie irgendwo aufgeschnappt haben, zum Beispiel in einer schlecht gemachten Zeitschrift oder im Gespräch mit Ihrem Berater in einer Bankfiliale, den Sie schon seit Jahren kennen und der immer so sympathisch ist.Schichten Sie Ihre Geldanlagen möglichst oft um; nur so wird Ihre Bank Sie lieben.Handeln Sie immer aus dem Bauch heraus. Machen Sie jede Anlagemode mit – Solaraktien und »nachhaltige« Investments (»das klingt richtig und gut«); Mittelstandsanleihen (»Mittelstand ist immer solide«); Internet- und Social-Media-Unternehmen, die uns die Zukunft bringen (aber oft nur sehr wenig Gewinn in die Firmenkasse – oder überhaupt keinen).Schalten Sie Ihr Gehirn beim Betreten einer Bankfiliale aus. Selbstverständlich will jeder Berater nur Ihr Bestes. Rechnen Sie nie damit, dass er damit Ihr Geld meinen könnte.

II. Bank & Versicherung

Kapitel 2:

Bank, Konto, Depot

Praktisch alle Erwachsenen und viele Jugendliche haben in Deutschland ein Konto, um damit bargeldlos ihre Finanzen zu führen. Meist handelt es sich um ein Girokonto, das sie bei einer Bank oder Sparkasse unterhalten – und damit gehen oftmals die Probleme los.

Denn viele Menschen sind bei ihrer Hausbank, weil sie schon immer dort waren und keine Lust haben, sich eine neue zu suchen – was tatsächlich ein etwas mühsames Unterfangen sein kann. Dass sie bei vielen Finanzdienstleistern überhöhte und völlig überflüssige Gebühren zahlen, etwa eine Monatsgebühr für die Kontoführung, eine Portogebühr für die Übersendung von Auszügen oder exorbitant hohe Überziehungszinsen von zwölf und mehr Prozent, stört sie nicht weiter oder nur vorübergehend. Oft wissen sie nicht einmal, dass es auch anders geht, nämlich erheblich günstiger. Damit schenken sie der Bank viel Geld, das sie besser in die eigene Altersvorsorge stecken würden.

Generell sollte das Girokonto, das man bei seiner Hausbank unterhält, mindestens die folgenden fünf Eigenschaften erfüllen, um das Attribut »brauchbar« zu verdienen und in die engere Wahl zu kommen:

Es sollte ohne Wenn und Aber umsonst sein, dauerhaft.Der Kunde sollte kostenlos – also ohne Jahresgebühr – eine Kreditkarte erhalten, und zwar von einem der beiden großen Netzwerke (Mastercard, Visa).Man muss an möglichst vielen Automaten gebührenfrei Geld abheben können, nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern idealerweise im gesamten Euroraum oder sogar weltweit.Ein mit dem Girokonto verbundenes Depot (für die Aufbewahrung von Wertpapieren aller Art) sollte ebenfalls umsonst sein, also keine Einrichtungsgebühr kosten und auch keine Jahresgebühr.Das Konto bei der Hausbank sollte gute Konditionen für den Überziehungs- oder Dispositionskredit (»Dispo«) bieten, insbesondere im Hinblick auf die Zinsen, die die Bank oder Sparkasse für dieses jederzeit abrufbare Darlehen in Rechnung stellt.

• Die Kontogebühren. Millionen Bundesbürger haben sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte daran gewöhnt, dass sie für ihr Girokonto Geld bezahlen. Oft handelt es sich nur um Kleinbeträge von ein paar Euro im Monat – verschmerzbar, denken viele, kaum der Rede wert. Dabei sollte man sich von dem oft einstelligen Betrag, der am Monatsersten oder -letzten automatisch abgebucht wird, nicht blenden oder beschwichtigen lassen. Acht Euro monatlich addieren sich im Laufe eines einzigen Jahres auf fast 100 Euro, die nicht für sinnvollere Dinge zur Verfügung stehen, etwa für eine wichtige Versicherung, die eigene Altersrücklage oder einen langfristigen Sparplan für die Kinder. Deshalb: Wer heute noch immer regelmäßig Kontoführungsgebühren an die Bank zahlt, macht etwas falsch. Er sollte entweder das Gespräch mit dem Berater suchen und – unter Verweis auf günstigere Alternativen – auf einen Erlass der Gebühren drängen. Oder die Bank oder Sparkasse wechseln, wenn der Berater sich stur stellt.

Denn Finanzdienstleister, die ein kostenloses Konto anbieten (und sogar intensiv bewerben), gibt es mittlerweile genug. Seit Jahren haben viele Direktbanken bei uns die Gebühren gestrichen, allen voran ING DiBa, eine Tochter des niederländischen ING-Finanzkonzerns. Doch auch bei Dutzenden anderen Direktbanken (die ihre Kunden vor allem per Internet und Telefon betreuen, also ohne teures Filialnetz) sind die Konten längst umsonst, beispielsweise bei Comdirect, Cortal Consors, bei der DKB oder der Netbank.