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Sokrates - ein Mickerling jetzt ganz groß Hier beschreibt ein kleiner Hund wie er heute lebt. Als Mickerling war er kaum lebensfähig und nun ist er zu einem großen Kerl heran gewachsen. Mit seinen 21 cm Schulterhöhe steht er fest im Leben und hat sein Frauchen im Griff. Traurige und lustige Erlebnisse - eben alles was ein Hundezwerg so zu berichten hat.
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Seitenzahl: 79
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Hallo, hallo!
Nur mal so...
Erinnerungen
Gleichberechtigung
Überlegungen
Es gibt Wunder
Reiki - was ist das?
Krach - oder hilft das wirklich?
Duft - ja es riecht ganz gut - manchmal
Heilsteine
Buntes Licht
Kolloidales Silber – nur für reiche Leute...
Schüßler Salze – komisches Zeugs
Akupressur - das gefällt mir auch
Irgendwie alles anders...
Und jetzt seht Ihr noch ein paar Bilder aus der letzten Zeit
Könnt Ihr Euch noch an mich erinnern?
Ich bin der kleine Soki und habe Euch in meinem letzten Buch über meine Erlebnisse als ganz kleiner Mickerling erzählt.
Ich habe damals sehr lange mit Frauchen debattiert, bis sie endlich bereit war alles, was ich ihr so aus meinem Leben diktiert und was sie auch fleißig aufgeschrieben hatte, zu einem Buch zu machen.
Sie hat gesagt, dass das niemand lesen will, was ich so erlebt habe. Dann hat sie gemeint, dass ich kein guter Geschichtenerzähler bin. Und überhaupt ihr ist wirklich jede Menge eingefallen, um mich von meinem Buchvorhaben abzubringen.
Naja, irgendwann habe ich - wie fast immer - gewonnen.
Ob ich sie wirklich überzeugt habe weiß ich bis heute nicht. Aber selbst, wenn sie das Buch über mich nur geschrieben hat, damit sie endlich wieder in Frieden leben konnte...
Egal, mein erstes Buch kam in den Handel.
Und jetzt gibt es sogar ein zweites.
Frauchen war total erstaunt, dass einige Hundefreunde meine Geschichten gelesen haben und noch überraschter war sie, dass es sogar positive Rückmeldungen gab.
Tja, ich hatte da gar keine Zweifel und eigentlich war ich mir von Anfang an sicher, dass es bestimmt Leute geben würde, die mich in ihr Herz schließen.
Es war doch Frauchen, die mir immer beigebracht hat, dass man an sich und sein Können glauben soll.
Genauso wie sie mir auch immer beigestanden hat, wenn ich wieder mal davon überzeugt war, niemals auch nur noch einen Zentimeter zu wachsen.
Nun, dieses Mal war es tatsächlich ein ganz klein wenig einfacher Frauchen zum zweiten Buch zu überreden.
Ich bin ja jetzt ganz groß und natürlich habe ich Frauchen noch fester im Griff als früher. Und genau deshalb dürft Ihr nun wieder so einiges mit mir erleben.
Viel Spaß dabei, Euer Sokrates, genannt „Soki“
Ich will auf den nächsten Seiten mal etwas Nachdenkliches schreiben. Ob das so gut ankommt weiß ich nicht. Aber seit ich ja nun erwachsen bin, da denke ich eben oft mal nach.
Frauchen hat mir doch beigebracht, dass man, wenn man älter ist mehr grübelt... das macht sie doch auch immer.
Na und ich?
Wenn ich abends so dasitze und warte, dass Frauchen endlich zu mir aufs Sofa kommt, dann gehen mir so Gedanken durch den Kopf, die ich als junger Mickerling nie hatte.
Ob das nun etwas mit Weisheit zu tun hat? Ich weiß es nicht. Ich bin doch noch nicht alt und weise...
Alt will ich nicht sein und weise?
Ehrlich gesagt; ich weiß gar nicht was das wirklich bedeutet?
Aber okay, die seltsamen Gedanken lasse ich nun mal von Frauchen aufschreiben.
Kann ja nicht schaden, oder?
Tun Erinnerungen immer weh, oder können sie auch glücklich machen?
Ich weiß es nicht...
Wenn ich dran denke,
wie klein und mickerig ich war, als ich geboren wurde; und wie meine Geschwister mich immer vertrieben haben, dann tut das weh...
Wenn ich dran denke,
wie schön es war, als mein Hundebruder noch bei mir war; dann tut das weh...
Wenn ich dran denke,
wie schön es war, als ich, als kleine Fellnase zu meinen Leuten kam, und wie die mich immer geknuddelt haben;
dann tut das auch weh.
Aber das tut anders weh als die anderen Erinnerungen.
Da gibt es einen Unterschied.
Ja, es gibt „weh tun“ in gut und in schlecht.
Und ich will lieber nur noch das schöne „weh tun“ haben...
Na, war ja nur mal ein Gedanke!
Bin jetzt eben ein großer Hund und da macht man sich schon mal so philosophische Gedanken...
Ganz bei uns in der Nähe – in einem Kurort.
Ich gehe da jeden Morgen mit Frauchen im Park spazieren.
Angeleint, weil das hier so sein muss!
Wir gehen oft im Dunklen;
kein Hundekumpel läuft frei!
Dann - heute...
Ein Schatten schießt auf uns zu;
bleibt kurz vor uns stehen.
Ein Riesenhund - pechschwarz.
Er wedelt;
macht keine Drohgebärden.
Aber ich habe Angst.
Der ist so groß!
Frauchen nimmt mich hoch.
Ich weiß, dass man Zwerge nicht auf den Arm nehmen soll. Frauchen weiß es auch;
aber...
Sie hat schon einmal miterleben müssen, wie ein Bruder von mir, von einem Riesenhund angefallen wurde!
Ich bin also auf dem Arm.
Angst habe ich trotzdem
Der Riese rührt sich nicht - und er steht jetzt quer!
Kein Mensch weit und breit!
Dann...
Ein Mann kommt um die Ecke.
Er ruft ununterbrochen einen Namen.
Der Hund rührt sich nicht.
Der Mann ist bei uns angekommen.
Frauchen sagt, dass hier Leinenpflicht herrscht.
Der Mann sagt, dass sein Hund nichts tut.
Frauchen sagt, dass gleiches Recht für alle gilt.
Der Mann sagt, dass es eben so Zwerge wie mich nicht geben sollte.
Dann geht er und der Riese folgt ihm.
Was Frauchen dann sagte, das sage ich hier lieber nicht!
Aber...
Ich fordere; gleiches Recht für alle;
und Leinenpflicht auch (oder gerade) für meine XXL-Kollegen!
Gerade merke ich, dass Frauchen diese Texte wohl nicht so gut findet.
Wenn ich ihr diese Zeilen diktiere wird sie entweder traurig oder wütend.
Das ist beides nicht so gut.
Wenn sie an meinen Halbbruder, den Charly, denkt, dann bekommt sie sofort Tränen in den Augen. Das mag ich gar nicht gerne. Ich will, dass Frauchen lacht. Ich weiß doch wie lange es damals gedauert hat, bis sie mal wieder ein ganz bisschen lächeln konnte, nachdem mein Bruder tot war.
Sie hat so doll getrauert und noch heute, mehr als vier Jahre nach seinem Tod, da nimmt sie jeden Abend das Foto von Charly in die Hand und streicht darüber. Sie hat dann immer so einen komischen Blick... Als wäre sie ganz weit weg.
Manchmal, wenn sie das Bild nicht gleich wieder an seinen Platz zurückstellt und länger als gewöhnlich darauf schaut, dann kommen ihr die Tränen.
Nein, das will ich nicht. Deshalb gibt es nun also nicht mehr so traurige Erinnerungen von mir zu hören.
Und, was die Leinenpflicht angeht...
Da wird Frauchen nicht traurig, aber dafür ganz wütend. Und auch das mag ich nicht, wenn sie so sauer ist.
Ich kenne das ja.
Wenn ich mal wieder Blödsinn gemacht habe, dann guckt sie auch so; und dann versuche ich meist ganz schnell wegzulaufen. Meist gelingt mir das auch; aber Frauchen kommt ganz schnell hinter mir her und dann...
In den meisten Fällen muss sie lachen, denn ich kann Haken schlagen wie ein Hase. Aber wenn ich mal wirklich etwas gemacht habe, was man als erwachsener Hund einfach nicht mehr tun sollte, dann kann sie auch schon mal richtig brüllen.
Aber jetzt, wo sie den Text von der Leinenpflicht schreibt, da richtet sich ihre Wut ja nicht gegen mich.
Sie kann es eben einfach nicht verstehen, warum die Hundehalter mit ihren Riesentieren uns andere nicht in Ruhe und Frieden leben lassen und sich auch einfach an die Vorschriften halten.
Ich kann das übrigens auch nicht begreifen, denn wenn wirklich mal etwas passiert und die XXL-Hunde nicht friedlich sind...
Was dann? Nein, daran mag ich gar nicht denken.
Frauchen wird übrigens genau so sauer, wenn wieder mal so ein Untier auf uns zu rennt und dann der Satz des Halters kommt, dass sein Hund natürlich nur spielen will.
Klar will der nur spielen. Aber wenn ein Elefant mit einer Maus spielen will, dann kann das für die Maus auch tödlich enden.
Leider scheinen das viele der Großhundebesitzer einfach nicht zu verstehen.
Wenn mir ein Kollege von 50 Kilo in die Rippen springt weil er glaubt mit mir toben zu müssen; selbst wenn es nicht böse gemeint ist, dann ist es, als würde mich ein Panzer überfahren.
Na, ich will mich hier nun nicht weiter über diese Menschen auslassen.
Frauchen regt sich beim schreiben nur auf und das muss nicht sein.
Nun gibt es erst einmal ein paar schönere Erlebnisse.
Ich werde Euch mal etwas aus unserer Tierheilpraxis berichten.
Da waren sogar die Leute mit ihren XXL-Hunden meist recht freundlich zu uns, denn wenn sie Hilfe brauchen, dann nehmen sie ihre Riesen auch mal an die Leine.
Die Praxis haben wir heute nicht mehr, da Frauchen unser Geld nun mit anderer Arbeit verdient.
Aber so einige Erlebnisse, die bleiben einem im Gedächtnis und zwar ohne Wut und Trauer, sondern als freudige Erinnerungen.
Auch heute helfen wir noch manchmal, wenn wir Hunde treffen, die eine Verletzung haben oder, wenn Frauchen sieht, dass irgendwo ihre Hilfe benötigt wird. Das ist dann immer toll, denn so lerne ich auch mal neue Hundekumpels kennen...
Also es geht ums Besprechen von Krankheiten.
Ganz früher gab es in fast jedem Dorf alte Frauen, die konnten mit Krankheiten reden und dann wurden die Menschen wieder gesund.
Nun ja, Frauchen hat während ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin für Tiere auch diese Art des Besprechens gelernt. Aber wirklich oft hat sie das nicht gemacht; weil man ja auch keinem erklären kann, wie das alles funktionieren soll.
Aber im letzten Jahr ergab sich dann eine Gelegenheit dieses Besprechen doch mal ernsthaft auszuprobieren.
