Sophienlust - Die nächste Generation 22 – Familienroman - Julia Sommerland - E-Book

Sophienlust - Die nächste Generation 22 – Familienroman E-Book

Julia Sommerland

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Beschreibung

"Nick, willst du in diesem Jahr mit unseren Kindern auch wieder ein kleines Theaterstück an einem der Adventssonntage aufführen, zu dem wir Gäste einladen können?", erkundigte sich Denise von Schoenecker bei ihrem Sohn. "Natürlich, Mama!" "Wenn ich mir dein Gesicht mit dem verschmitzten Lächeln ansehe, dann hast du sicher schon ein Stück ausgesucht und steckst bereits in den Vorbereitungen." Nick lachte. "Wie gut du mich doch kennst", erwiderte er, stützte seine Ellbogen auf die Schreibtischplatte und sah die Frau, die ihm gegenübersaß, liebevoll an. Dann schob er das Manuskript, das ihm als Grundlage für seine Inszenierung dienen sollte, ein wenig zur Seite, damit sie den Titel nicht lesen konnte. "Du machst mich neugierig, Nick. Welches von den klassischen Märchen hast du denn ausgewählt?" "Keines, eher ein modernes. Bestehst du darauf, dass ich es dir erzähle, oder möchtest du dich in diesem Jahr vielleicht einmal von mir überraschen lassen?" Nick beobachtete seine Mutter aus den Augenwinkeln. Sie war bis heute immer noch seine wichtigste Stütze, ohne sie hätte er sein Erbe, das Kinderheim Sophienlust, gar nicht annehmen können. Jetzt seufzte sie, als stünde sie vor einer wichtigen Entscheidung, zu der sie sich nur schwer durchringen konnte. "Letzteres!", erwiderte sie endlich zögernd. "Okay, Mama." "Gut, dann wäre das ja geklärt." Denise stand auf, küsste ihren Sohn auf die Wange und sagte im Hinausgehen: "Du kannst bestimmt heute Nachmittag auf meine Anwesenheit verzichten.

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Sophienlust - Die nächste Generation – 22 –

Emily und das Familiengeheimnis

Nach langen Jahren wird doch noch alles gut...

Julia Sommerland

»Nick, willst du in diesem Jahr mit unseren Kindern auch wieder ein kleines Theaterstück an einem der Adventssonntage aufführen, zu dem wir Gäste einladen können?«, erkundigte sich Denise von Schoenecker bei ihrem Sohn.

»Natürlich, Mama!«

»Wenn ich mir dein Gesicht mit dem verschmitzten Lächeln ansehe, dann hast du sicher schon ein Stück ausgesucht und steckst bereits in den Vorbereitungen.«

Nick lachte. »Wie gut du mich doch kennst«, erwiderte er, stützte seine Ellbogen auf die Schreibtischplatte und sah die Frau, die ihm gegenübersaß, liebevoll an. Dann schob er das Manuskript, das ihm als Grundlage für seine Inszenierung dienen sollte, ein wenig zur Seite, damit sie den Titel nicht lesen konnte.

»Du machst mich neugierig, Nick. Welches von den klassischen Märchen hast du denn ausgewählt?«

»Keines, eher ein modernes. Bestehst du darauf, dass ich es dir erzähle, oder möchtest du dich in diesem Jahr vielleicht einmal von mir überraschen lassen?«

Nick beobachtete seine Mutter aus den Augenwinkeln. Sie war bis heute immer noch seine wichtigste Stütze, ohne sie hätte er sein Erbe, das Kinderheim Sophienlust, gar nicht annehmen können.

Jetzt seufzte sie, als stünde sie vor einer wichtigen Entscheidung, zu der sie sich nur schwer durchringen konnte.

»Letzteres!«, erwiderte sie endlich zögernd.

»Okay, Mama.«

»Gut, dann wäre das ja geklärt.« Denise stand auf, küsste ihren Sohn auf die Wange und sagte im Hinausgehen: »Du kannst bestimmt heute Nachmittag auf meine Anwesenheit verzichten. Dein Vater und ich möchten nämlich gern nach Stuttgart fahren, um für ihn einen neuen Wintermantel zu kaufen. Das heißt, er möchte nicht, aber ich bestehe darauf. Du kennst ihn ja, jedes Jahr wieder meint er, der alte würde ihm noch ein paar Jahre reichen. Nun bin ich seine Ausreden leid, und ich garantiere dir, wir kommen nicht ohne einen Mantel für ihn zurück. Ach ja, anschließend wollten wir noch kurz bei einem Geschäftsfreund vorbeischauen.«

»Dann schlage ich dir vor, übernachtet in Stuttgart und kommt erst morgen zurück, sonst ist doch alles nur eine große Hetze«, schlug Nick vor.

»Das habe ich mir auch schon gedacht und bereits ein Hotelzimmer gebucht«, erwiderte seine Mutter.

»Prima! Ich freue mich für euch. Ihr kommt so selten zusammen einmal raus«, meinte Nick.

»Danke. Ach ja, was ich dir noch sagen wollte: Auf meinem Schreibtisch liegen noch die Unterlagen einer Studentin, die sich bei uns für ein Praktikum beworben hat. Die solltest du dir unbedingt einmal näher ansehen. Wir reden dann übermorgen darüber, was du davon hältst.«

»In Ordnung.«

Denise stand noch immer im Türrahmen, als überlegte sie, ob ihr noch etwas Wichtiges einfallen würde. Sie hatte sich von einer leichten Erkältung inzwischen gut erholt. Wieder einmal musste Nick denken, was für ein Segen es war, so eine tolle Mutter zu haben, die es einfach verstand, alle Menschen um sich herum glücklich zu machen. Er hatte es in all den vergangen Jahren nie für selbstverständlich gehalten, dass sie sein urgroßmütterliches Erbe Sophienlust für ihn bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr verwaltete. Nein, nicht nur verwaltete – sie hatte das Kinderheim erst zu dem gemacht, was es heute war. Ein Gefühl tiefer Dankbarkeit erfüllte ihn auch heute bei diesem Gedanken.

»Soll ich dir etwas aus Stuttgart mitbringen?«, fragte sie gerade.

»Nein, danke, Mama. Für ein Leckerli bin ich eigentlich schon zu alt, obwohl du genau weißt, dass ich bei Marzipan und Dominosteinen schlecht Nein sagen kann«, erwiderte Nick grinsend.« Doch im gleichen Augenblick, als er dies sagte, fiel ihm ein, was er für die geplante Adventsaufführung eigentlich noch dringend brauchte.

»O doch, Mama. Ich brauche unbedingt ein weißes Kleid für ein schlankes, zwölfjähriges Mädchen, und viele goldene Sterne, die man darauf befestigen kann.«

»Du machst mich neugierig, mein Sohn. Wer soll denn das Kleid tragen, Emily vielleicht?«

»Wie kommst du auf Emily?«, wunderte sich Nick.

»Weil sie sich für eine Prinzessin in einem Märchenspiel hervorragend eignen würde.«

»Prinzessin? Habe ich etwas von einer Prinzessin gesagt?«, wunderte sich Nick.

»Nein, das war einfach nur Instinkt«, erwiderte seine Mutter mit einem kleinen Lächeln.«

»Ich gebe es auf, etwas vor dir geheim halten zu wollen, Mama. Du kommst einem ja doch irgendwie auf die Schliche. Manchmal ist das schon fast ein wenig unheimlich.«

»Ach wo, ich kenne dich eben nur sehr gut, mein Sohn. Aber was du genau vorhast, weiß ich natürlich nicht.«

»Und du wirst mich auch nicht danach fragen, Mama. Schließlich habe ich deine Zusage, dass du dich nicht einmischen, sondern dich überraschen lassen möchtest.«

»Stimmt! Obwohl ich fast vor Neugierde platze«, erwiderte seine Mutter lächelnd.

»Das habe ich mir schon gedacht.« Nick war inzwischen aufgestanden und schob seine Mutter sanft aus der Tür.

»Dann will ich mich mal auf den Weg in den Speisesaal machen. Es gibt heute Hähnchenschnitzel, paniert mit Mandeln, dazu Endiviensalat und zum Nachtisch einen Bratapfel mit Vanilleeis. Und du, du wirst doch bestimmt schon auf Schoeneich drüben erwartet, oder nicht?«

»Allerdings. Obwohl ich mich gerade entschlossen habe, dich zu begleiten. Sieh mich nicht so erstaunt an, mein Sohn. Die Speisekarte hier in Sophienlust ist so hervorragend, dass ich meinen lieben Mann heute einfach versetzen werde. Unsere Köchin hat nämlich heute eines seiner Lieblingsgerichte, Graupensuppe mit Rindfleisch, gekocht. Und du weißt, dass ich sie nur ihm zuliebe manchmal esse. Aber heute garantiert nicht!«

Denise von Schoenecker sah in diesem Augenblick sehr entschlossen aus, griff zum Handy und teilte ihrem Mann Alexander mit, dass sie im Moment noch in Sophienlust gebraucht würde. Das war zwar nicht die volle Wahrheit, aber manchmal gab es eben Situationen, die eine kleine Notlüge rechtfertigten. Schmunzelnd legte sie ihre Hand auf Nicks linke Schulter.

»Das Märchen Sterntaler wirst du sicher nicht aufführen wollen, das hatten wir nämlich schon mal im Programm«, forschte sie, während sie sich dem Speiseraum näherten. Ein nicht überhörbarer Geräuschpegel erinnerte beide daran, dass gleich die Augen aller anwesenden Kinder auf sie gerichtet sein würden.

»Wer hat das neue Stück eigentlich geschrieben, kenne ich es und besitzt du auch die Aufführungsrechte dafür?«

»Mama, das war gerade ein netter Versuch von dir, mich auszufragen. Natürlich besitze ich die Rechte, schließlich habe ich das Märchen selbst geschrieben, das Theaterstück übrigens auch. Bist du nun zufrieden?«, fragte Nick.

»Du?«, wunderte sich seine Mutter. »Ich dachte, seitdem du dein Fernstudium begonnen hast, erlaubt dir dein Zeitplan kaum noch ein wenig Muße. Und nun höre ich, du bist auch noch nebenbei kreativ.«

»Ja, das hast du mir wohl nicht zugetraut, dass ich mich so langsam zum Multitalent entwickle?« Nick lachte fast übermütig. Sie setzten sich zu den anderen Kindern an den großen Esstisch. Die Köchin Magda trug das Essen auf, und alle griffen herzhaft zu.

»Wie soll das Stück denn heißen?«, fragte Denise und schob sich einen Bissen in den Mund.

»Welches Stück?«, fragte Nick verwundert.

»Das Theaterstück, was sonst!«, erwiderte seine Mutter lächelnd.

»Die Sternenprinzessin. Mama, deiner Nasenspitze sehe ich schon eine Weile an, wie gespannt du bist. Du möchtest das Märchen am liebsten sofort lesen, habe ich recht?«

»Natürlich, schließlich habe ich von deiner literarischen Tätigkeit bis heute nichts gewusst. Aber versprochen ist versprochen, ich mische mich nicht ein, sonst denkst du nachher noch, ich traue dir keine eigenverantwortliche Durchführung unserer Adventsfeier zu.« Sie lachten beide.

Danach war es eine Weile still am Tisch, weil das Menü der langjährigen Köchin in Sophienlust allen wirklich ausgezeichnet mundete.

»So, jetzt erlöse ich dich von meiner Gegenwart, mein Sohn. Ich muss hinüber zum Gutshaus, sonst fällt meinem Alexander noch etwas Wichtiges ein, warum wir unseren heutigen Ausflug unbedingt verschieben müssen«, erwiderte Denise lächelnd, erhob sich und verschwand, den Kindern zuwinkend.

»Nick, du hast doch Tante Isi nichts verraten?«, fragte gleich darauf das zarte blonde Mädchen mit den Vergissmeinnichtaugen, das ihm gegenüber saß, und fügte erläuternd hinzu: »Ich meine, weil die Aufführung des Theaterstücks doch eine Überraschung für Tante Isi sein soll.«

»Nein, Emily. Den Titel des Stücks habe ich meiner Mutter zwar verraten, aber nicht die Handlung. Jetzt weiß sie aber wenigstens, dass wir etwas ganz Neues aufführen werden.«

»Das du für uns geschrieben haben, Nick«, erwiderte das Mädchen und strahlte ihn voller Bewunderung an. Der junge Mann musste lächeln.

»Emily, wir treffen uns in einer Stunde im Aufenthaltsraum, und dann gebe ich euch den ersten Text, damit ihr ihn auswendig lernen könnt. Schließlich bleibt ja nicht mehr allzu viel Zeit dafür.

»Nick, hast du schon einen Darsteller ausgesucht, der den Mond in deinem Märchen spielen soll?«

»Ja, ich habe da an Paul gedacht«, antwortete der junge Leiter von Sophienlust.

»O ja, das ist sehr gut, der Paul ist nämlich beinahe genauso rund wie der Vollmond«, erwiderte Emily und kicherte hinter der vorgehaltenen Hand.

»Na, na, lass ihn das lieber nicht hören! Sonst gibt Paul uns noch einen Korb und wir stehen ohne den wichtigen Mond da«, warnte Nick das Mädchen. Emily wusste von ihm schon, dass sie die Sternenprinzessin spielen sollte, die sich in einen Prinzen verliebt, den sie eines Abends vom Himmel aus auf der Erde erspäht. Daraufhin erstrahlt die Sternenprinzessin nur so vor Begeisterung. Der Mond bemerkt dies und ist nicht gerade erfreut darüber, denn er ahnt, dass sein schönstes Sternlein einen Ausflug auf die Erde machen will. Doch das würde er niemals erlauben. Denn wenn ein Stern vom Himmel fällt, kann er nicht wieder hinaufgelangen. – Bis dahin kannten alle Kinder die Geschichte, heute würde Nick ihnen den weiteren Hergang verraten.

»Und wer wird meinen Prinzen spielen, Nick?«, hörte er Emily gerade fragen.

»Nicht so neugierig sein, Emily. Das wirst du gleich erfahren«, vertröstete er seine Hauptdarstellerin, stand auf und blickte über den großen Tisch.

»Alle mal herhören!«, sagte er mit lauter Stimme, und nach ein paar Momenten war es wirklich still im Raum.

»Wir versammeln uns in einer Stunde alle im großen Aufenthaltsraum. Jeder von euch erhält eine Rolle in meinem Stück.«

»So viele gibt es doch gar nicht!«, riefen die Kinder durcheinander.

»O doch. Ich brauche nämlich einige geschickte Hände, die mir helfen, das Bühnenbild zu basteln, und einer von euch muss die Aufgabe des Souffleurs übernehmen. Sollte nämlich einer der Darsteller im Text stecken bleiben, muss ihm jemand vorsagen. Und dann brauche ich viele Sterne, die am Nachthimmel glänzen wollen. Und einen Prinzen brauche ich natürlich auch und Minister, die ihn im Palastgarten begleiten. Vielleicht wollen sich ja nachher einige von euch für diese Rolle melden. So, und nun sage ich euch einstweilen Dankeschön für eure Aufmerksamkeit.«

Die Kinder klatschten Beifall, und während Nick zufrieden registrierte, dass all seine Schutzbefohlenen begeistert untereinander diskutierten, machte er sich auf den Weg zurück in sein Büro. Ihm war nämlich plötzlich eingefallen, dass er sich dringend Gedanken über die Kostüme seiner Akteure machen musste. Die Hofbeamten und der Mond, ja sogar der Prinz konnten aus dem Fundus, der sich bei ihnen angesammelt hatte, ausgestattet werden. Doch bei den Sternenkindern musste er schon passen. Sie würden alle ein weißes Kleid oder ein langes Hemdchen benötigen, unter dem sie ein weißes T-Shirt anziehen konnten. Und jede Menge goldener Sterne brauchten sie auch noch, die man aufnähen oder ankleben konnte. Seine Sternenprinzessin benötigte natürlich ein prächtiges Gewand, das einer Prinzessin würdig war, und es durfte natürlich nicht farbig sein, sondern goldig. Dass er nicht vorhin im Gespräch mit seiner Mutter schon daran gedacht hatte! Sie musste ihm unbedingt einen Rat geben, wie das am besten zu bewerkstelligen war. Nick griff zum Handy und wählte ihre Rufnummer.

»Nick was gibt es denn noch?«, fragte Denise überrascht, als er sich meldete. Sie stand nämlich bereits neben dem Auto ihres Mannes und wollte gerade einsteigen. Ihr Sohn entschuldigte sich für die Störung und teilte ihr mit, dass es bei der Garderobenbeschaffung Schwierigkeiten gäbe. Die Sternenkinder, die in seinem Adventsstück alle eine Anwesenheitsrolle spielten, brauchten unbedingt etwas anzuziehen. Die Prinzessin natürlich auch, aber das hatte er ja schon erwähnt.

»Wäre es da nicht am besten, ich besorge uns ein paar Meter weißen Stoff, und wir lassen deinen Sternchen lange weiße Hemdchen nähen?«, schlug seine Mutter vor.

»Guter Gedanke, Mama, aber wo soll denn genäht werden?«

»Das lass mal meine Sorge sein, mein Sohn. Ich bekomme das schon hin. In Wildmoos gibt es eine Hobby-Schneiderin, die kann ich bestimmt für die gute Sache engagieren. Und von einem Stoff aus sattem Goldgelb bekommt deine Prinzessin eine Sonderanfertigung genäht.«

»Du bist die allerbeste Mutter der Welt!«, jubelte Nick erleichtert.

»Ja, ja, es reicht an Lobeshymnen, sonst glaube ich deinen Übertreibungen am Ende noch selbst. So, jetzt muss ich aber einsteigen. Dein Vater sitzt bereits ungeduldig am Steuer.«

»Viel Spaß euch beiden.«

»Danke.«

Nick hörte eine Tür zuschlagen und einen Motor starten, dann war die Verbindung unterbrochen. Erleichtert, dass ihm das alles gerade rechtzeitig noch eingefallen war, erreichte er nun sein Büro. Die Leitung von Sophienlust und das gleichzeitig aufgenommene Studium der Kinderpsychologie erforderten doch mehr Zeit, als er anfangs angenommen hatte. Vielleicht sollte er sich doch in Zukunft mehr Notizen machen, um sich leichter zu erinnern. Also nahm er einen Block zur Hand und notierte.

Plötzlich fiel ihm die junge Studentin ein, von der seine Mutter gesprochen hatte und deren Bewerbung für ein Praktikum auf seinem Schreibtisch lag. Er suchte danach und fand sie in einer blauen Mappe, die unter einem Stapel Rechnungen versteckt lag, die er noch abzeichnen musste.

Nick nahm sie zur Hand und blätterte die Bewerbungsunterlagen einmal durch. Vielleicht kannte sich die junge Frau auch im Bereich Musik und Tanz aus? Sie studierte Sport und Musik, das passte doch hervorragend. Nick hielt plötzlich im Lesen inne und sah sich ihre Fotografie einmal genauer an.

Nein so etwas! Die junge Frau auf dem Passfoto hatte eine unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit der kleinen Emily, die vor ein paar Wochen aus einem Internat zu ihnen gekommen war. So ein Zufall – oder war es vielleicht keiner?