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Für Emma stehen monumentale Veränderungen an, und sie tut ihr Bestes, um sich dafür zu wappnen. Leider ist das in Spellbound gar nicht so einfach, denn prompt findet Emma im Wald einen toten Elf und wird mit der Verteidigung eines Klienten beauftragt, der angeblich mit Engelsstaub schmuggelt. Dabei hat sie doch schon alle Hände voll zu tun. Als sie dann noch unter einem schwerwiegenden Fall von Déjà-vu leidet, gerät ihre Ermittlung ins Stocken. Kann sie herausfinden, was mit ihr passiert, bevor alles den Bach runtergeht?
Die Serie: Willkommen in Spellbound - einer Kleinstadt wie jeder anderen. Es gibt Tratsch, heimliche Affären und Verbrechen. Der einzige Unterschied? Hier leben keine Menschen ...
Emma Hart landet durch eine Reihe misslicher Umstände in dieser zauberhaften Stadt voller übernatürlicher Wesen. Doch es gibt ein Problem: Wegen eines Fluches können die magischen Bewohner die Stadt nicht mehr verlassen.
Nicht der beste Zeitpunkt für Emma, um zu erfahren, dass sie eine Hexe ist! Die Anwältin macht das Beste aus der Situation und übernimmt den Job des Pflichtverteidigers, der kürzlich ermordet wurde. Denn auch in Spellbound gibt es Ganoven und Mörder. Doch Achtung: Nicht jeder Vampir oder Werwolf ist so böse, wie er aussieht - und nicht jede Elfe ist harmlos!
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Cover
Inhalt
Grußwort des Verlags
Über diese Folge
Spellbound - Die Serie
Titel
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
In der nächsten Folge
Über die Autorin
Impressum
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Für Emma stehen monumentale Veränderungen an, und sie tut ihr Bestes, um sich dafür zu wappnen. Leider ist das in Spellbound gar nicht so einfach, denn prompt findet Emma im Wald einen toten Elf und wird mit der Verteidigung eines Klienten beauftragt, der angeblich mit Engelsstaub schmuggelt. Dabei hat sie doch schon alle Hände voll zu tun. Als sie dann noch unter einem schwerwiegenden Fall von Déjà-vu leidet, gerät ihre Ermittlung ins Stocken. Kann sie herausfinden, was mit ihr passiert, bevor alles den Bach runtergeht?
Folge 13 der zauberhaften Cosy-Crime-Serie!
Willkommen in Spellbound – einer Kleinstadt wie jeder anderen. Es gibt Tratsch, heimliche Affären und Verbrechen. Der einzige Unterschied? Hier leben keine Menschen …
Emma Hart landet durch eine Reihe misslicher Umstände in dieser zauberhaften Stadt voller übernatürlicher Wesen. Doch es gibt ein Problem: Wegen eines Fluches können die magischen Bewohner die Stadt nicht mehr verlassen.
Nicht der beste Zeitpunkt für Emma, um zu erfahren, dass sie eine Hexe ist! Die Anwältin macht das Beste aus der Situation und übernimmt den Job des Pflichtverteidigers, der kürzlich ermordet wurde. Denn auch in Spellbound gibt es Ganoven und Mörder. Doch Achtung: Nicht jeder Vampir oder Werwolf ist so böse, wie er aussieht – und nicht jede Elfe ist harmlos!
Und täglich grüßt der Vampir
Aus dem Englischen von Ulrike Gerstner
»Ich kann nicht glauben, dass wir ein kleines Baby bekommen.« Gareth schwebte aufgeregt im Esszimmer umher. Ich hatte meinen Vampirgeistmitbewohner noch nie in einem solchen Zustand der überschäumenden Begeisterung gesehen. Normalerweise war er der Geist der vergangenen Weihnacht und warf ein grelles Licht auf alle düsteren Schatten des Lebens. Von meinem Platz am Esszimmertisch aus warf ich Gareth einen fragenden Blick zu.
»Außer einer Kanne Tee bekommen wir schon mal gar nichts. Daniel und ich sind diejenigen, die das Baby erwarten.«
»Ach, das sind bloß Details«, sagte Gareth. »Das Geflügelte Wunder scheint die Nachricht gut aufgenommen zu haben. Ich hatte schon halb erwartet, dass er hemmungslos heulen würde.«
»Daniel ist nicht der Typ, der vor Freude weint«, antwortete ich. Ich nahm einen Schluck Kamillentee. Gareth hatte mit Kräutertees experimentiert, um einen zu finden, der meine ständige Übelkeit linderte.
»Ich meinte nicht vor Freude«, sagte Gareth. »Ich meinte, weil es eine noch größere Primadonna als ihn im Haus geben wird. Babys sind die ultimativen Diven.« Ich verdrehte die Augen. »Daniel ist ein erwachsener Engel. Er ist keine Primadonna.«
Gareth schnaubte. »Er hat darum gebeten, dass einige der Türen verbreitert werden. Für sein übermäßig großes Ego nehme ich an.«
Mir klappte der Mund auf. »Wegen seiner Flügel! Er ist ständig mit seinen Federn an den Türpfosten hängen geblieben. Die Türen in diesem Haus wurden für schmächtige, flügellose Bewohner entworfen.«
Der Vampirgeist verschränkte die Arme. »Genau, wie es sein sollte.«
Ich schüttelte den Kopf, nicht bereit, weiter mit ihm über dieses Thema zu sprechen. »Ich habe keine Zeit, mit dir zu diskutieren. Ich muss in einer halben Stunde in der Akademie sein, um die neue Hohepriesterin offiziell zu begrüßen.« Ich sackte in meinem Stuhl zusammen, so sehr fürchtete ich mich vor der Einführung von Lady Weatherbys Nachfolgerin.
Gareth unterdrückte ein Lachen. »Du scheinst es nicht erwarten zu können.«
»Ich wünschte, Professor Holmes hätte den Hexenzirkel weiter leiten können.« Wenigstens war der freundliche Zauberer eine bekannte Größe. Marjory Limpet hingegen bereitete mir Sorgen.
»Der Hexenzirkel braucht eine harte Hand«, sagte Gareth. »Francis Holmes ist reizend, aber ihm fehlt das nötige Rückgrat aus Stahl.«
»Danke für den Tee. Ich muss nicht sofort auf die Toilette, also würde ich das als Erfolg werten.«
»Meine körperlichen Fähigkeiten kommen dank Lyra Gray optimal zum Einsatz«, sagte er. »Und da wir gerade beim Thema Veränderungen am Haus waren: Ich habe mir erlaubt, eine Liste mit anderen Anpassungen zu erstellen, die wir bald vornehmen müssen.«
Ich zog eine Augenbraue hoch. »Wer ist jetzt die Primadonna?«
»Nicht für mich«, sagte Gareth. »Für das Kleine.«
Und los ging’s. »Welche Art von Änderungen?«
»Nun, wie Daniel schon sagte, ist das ein altes Haus«, antwortete er. »Du kannst nicht erwarten, dass der kleine Kerl hier ohne Hilfe herumläuft, ohne dass wir Vorsichtsmaßnahmen treffen.«
»Wie kommst du darauf, dass das Baby ein Junge und kein Mädchen ist?«
Gareth zuckte mit den Schultern. »Ich habe nur spekuliert. Ich habe keine besonderen Kenntnisse. Ich weile eher auf der Seite des Todes, erinnerst du dich? Nicht auf der Geburtsseite.«
»Um genau zu sein, weilst du in keiner von beiden.«
»So, du trittst also nach, auch wenn ich schon am Boden liege«, schmollte Gareth.
Ich beschloss, nachsichtig mit ihm zu sein. »Was für eine Art von Babysicherung brauchen wir deiner Meinung nach? Abgesehen davon, dass Magpies Klauen gestutzt werden müssen, sind wir doch eigentlich fit genug.«
Bei der Erwähnung seines Namens fauchte Magpie mich von seinem Platz auf dem Kaminsims aus an. Ich machte mir Sorgen, wie sich das Höllenbiest mit einem Kleinkind im Haus verhalten würde, aber ich hatte Monate Zeit, über diese Frage nachzudenken, bevor sie zur Realität wurde.
»Diese Fenster sind nicht verschlossen«, sagte Gareth und zeigte auf die großen Scheiben im Esszimmer. »Das Baby kann sie einfach aufklappen und auf die Veranda hinausfallen.« Er schlug mit der Faust in seine Handfläche und machte eine krachende Geste. »Zack, und die Birne ist geplatzt.«
Ich starrte auf die übergroßen Fenster. »Gareth, ich kann diese Fenster kaum öffnen. Weißt du, wie schwer sie zu bewegen sind?«
»Ja, aber deine Kraft im Oberkörper ist eine bekannte Schwäche«, antwortete er. »Vielleicht kommt das Baby nach seinem Vater.«
Ich betrachtete ihn amüsiert. »Wow. Erkennst du etwas Positives an Daniel?«
»Ich denke, es ist unbestreitbar, dass Daniel eine beeindruckende Kraft im Oberkörper hat«, schnaufte Gareth. »Der Mann trägt schwere Flügel. Wie sollte es anders sein?«
Ich lächelte. »Er ist sehr stark.«
»Ja, das haben wir schon geklärt.«
»Und sexy. Er ist eins achtzig groß.« Ich seufzte. Ich war eine glückliche Frau.
Gareth schlug die Hände über die Ohren. »Können wir wieder zur Sache kommen, bevor ich derjenige bin, der ein Übelkeitsproblem hat?«
Ich nippte an meinem Tee. »Was steht noch auf deiner Liste?«
Gareth schwebte neben mir am Tisch. »Deine Ernährung ist das Wichtigste.«
Meine Augen wurden groß. »Meine Ernährung?«
»Du kannst nicht so weiter essen wie bisher, Emma. Du isst jetzt für zwei. Es geht nicht länger um deine abstoßenden Gewohnheiten.«
Ich versteifte mich. »Und welche abstoßenden Angewohnheiten sollen das sein?«
»All diese süßen Backwaren, die du so gerne isst«, antwortete er. »Alkohol. Du musst mit dem Trinken aufhören, bis die Stillzeit vorbei ist.«
Instinktiv bedeckte ich mit den Händen meine Brüste. »Ich stille?«
Gareth starrte mich an. »Tust du das nicht?«
»Keine Ahnung. Ich habe nie darüber nachgedacht.«
»Hat deine Mutter nicht …« Er stockte. »Nein, tut mir leid. Natürlich weißt du das nicht.«
Meine Hände sanken auf den Tisch. Nein, ich wusste nicht, ob meine leibliche Mutter mich gestillt hatte, bevor sie mich zur Adoption freigegeben hatte. Ich wusste nur wenig über sie, außer dass sie als Wächterin des Westens für die Agentur für Magische Sicherheit gearbeitet hatte. Und über meinen Vater wusste ich noch weniger.
»Ich esse nicht so viele Gebäckstücke«, sagte ich, obwohl mein Einwand selbst für meine eigenen Ohren schwach klang.
»Du behandelst sie, als sei es Gemüse«, erwiderte Gareth. »Ein Hauptbestandteil jeder Mahlzeit.«
Ich dachte an das butterweiche Croissant, das ich zum Frühstück gegessen hatte. So köstlich. »Meinst du, ich sollte alle Backwaren aufgeben?«
»Schränke sie zumindest ein«, riet Gareth. »Du willst doch nicht, dass dein Baby süchtig nach Zucker und Kohlenhydraten wird.«
»Nein, natürlich nicht.« Ich legte die Hand auf meinen Bauch. Ich wollte nichts tun, was das Leben des Babys gefährden könnte. Das Baby war schon in Gefahr, weil es mich als Mutter hatte. Ich wusste nicht das Geringste über Kinder. Ich war ein Einzelkind und war nach dem Tod meiner Adoptiveltern von meinen Großeltern aufgezogen worden. Obwohl ich zur Schule gegangen war, hatte es in meinem Leben keine Kinder gegeben. Keine Cousins und Cousinen oder Kinder aus der Nachbarschaft. Mein ganzes Leben war einsam gewesen, bis ich in Spellbound gelandet war. Der beste schlimmste Fehler aller Zeiten.
»Ich habe dir auch Lesestoff aus der Bibliothek mitgebracht«, sagte Gareth. Er deutete auf die hintere Ecke des Tisches, wo drei Bücher aufgestapelt lagen.
Ich ging hinüber, um sie zu begutachten. Glanzzeit Schwangerschaft: Wenn nicht nur Feen glitzern, Hexikoptermamas: Kontrolle mit Zauberstab und Dein schwangerer paranormaler Körper: Magische Veränderungen stehen bevor.
»Es gab kein Buch speziell für Magierinnen«, sagte er und klopfte auf das zweite Buch. »Ich nehme an, die Informationen sind ähnlich genug.«
»Danke, Gareth«, sagte ich. »Ich bin sicher, dass ich von alldem Albträume bekommen werde.«
»Ich werde sie auch lesen«, erklärte der Vampirgeist. »Und Daniel sollte auch sein Wissen auffrischen. Wir sind jetzt alle im Team Baby.«
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen. »Team Baby. Das hört sich gut an.« Magpie hob den Kopf und fauchte erneut. »Anscheinend ist jemand nicht im Team Baby.«
»Veränderungen sind schwierig für ihn«, stellte Gareth fest. »Gib ihm Zeit, sich anzupassen. Er wird schon wieder zu sich kommen.«
»Das hoffe ich«, sagte ich, denn wenn ich die Wahl zwischen dem Höllenbiest und meinem Baby hatte – na ja, dann war die Entscheidung klar.
Marjory Limpet war ganz anders als Lady Weatherby, aber das hatte ich auch erwartet. Während das ehemalige Oberhaupt des Hexenzirkels hochgewachsen und imposant war, war Marjory Limpet klein und gedrungen, mit braunem Haar und einem Pony, der eher zu einer Achtjährigen gepasst hätte. Unter ihrem lila Umhang lugte ein taubenblauer Anzug hervor. Trotz ihres unscheinbaren Aussehens hatte sie eine gebieterische Ausstrahlung. Außerdem folgten ihr zwei flauschige weiße Hunde auf dem Fuße – eine ziemliche Überraschung, wenn man sich vor Augen hielt, dass wir uns im Mehrzwecksaal der Akademie befanden. Ich hatte noch nie einen Hund in den Räumen der Akademie gesehen, nur Katzen und Sedgwick. Die beiden Hunde kläfften unaufhörlich, bis Marjory ihren Platz auf dem Podium einnahm und zu sprechen begann. Sie verstummten, als wären sie verzaubert – was sie vielleicht auch waren.
»Vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid, um mich willkommen zu heißen«, sagte Marjory. »Ich freue mich und fühle mich geehrt, die neue Hohepriesterin in Spellbound zu sein. Ich weiß, dass wir aufgrund eurer unglücklichen Situation eine Menge Arbeit vor uns haben, aber ich versichere euch, dass ich gut gerüstet bin, um diesen Hexenzirkel auf Vordermann zu bringen.«
Ich hörte ein Gemurmel um mich herum. Ich war nicht davon überzeugt, dass die Mitglieder des Hexenzirkels auf irgendeine Weise auf Vordermann gebracht werden wollten. Sie schienen ziemlich zufrieden damit zu sein, wie die Dinge liefen. Nur das nationale Hauptquartier des Hexenzirkels schien zu glauben, dass wir Probleme hatten, die es zu bewältigen galt.
»Ich dachte, ich bringe meine caninen Gefährtinnen zur Einführung mit«, fuhr Marjory fort, »da sie oft an meiner Seite sind. Ihr werdet ihre hübschen Gesichtchen sehr häufig in meinem Büro zu sehen bekommen, wenn ihr mich aufsucht. Die auf der rechten Seite ist Lola und die links ist Lulu.«
Lola und Lulu? Bei den Glocken des Zauberers.
»Ist eine von ihnen Ihre Vertraute?«, fragte Laurel. Ich spähte den Gang hinunter zu ihr. Sie befand sich immer noch in ihrer Gothic-Phase und trug ein schwarzes Kleid, dunkles Augen-Make-up und dunkelvioletten Lippenstift. Sogar ihre Haare waren immer noch schwarz gefärbt. Ich hatte allen geraten, zu diesem Thema zu schweigen, in der Hoffnung, dass die alte Laurel bald zu uns zurückkehren würde. Denn je mehr Kommentare wir über ihr Aussehen machten, desto länger würde die Teenager-Tortur andauern.
Marjory starrte Laurel an, als würde sie eine fremde Spezies untersuchen. »Meine Güte. Was für ein interessanter Lippenstiftton.«
»Danke«, antwortete Laurel.
»Ich selbst bevorzuge ein beruhigendes Rosa.« Als Laurel nichts darauf sagte, fuhr Marjory fort. »In der Tat halte ich nichts davon, Vertraute zu haben, Miss …?«
»Mein Name ist Laurel«, sagte sie. »Was soll das denn heißen, Sie halten nichts davon? Das sind keine Märchen, Miss Limpet. Sie sind ein fester Bestandteil unserer Kultur.«
Lola sprang an Marjorys Bein hoch, und sie streichelte den Kopf des Hundes. »Ich glaube, dass Vertraute die Autonomie einer Hexe oder eines Zauberers untergraben. Wir brauchen kein felines Geisttier, um unsere Aufgaben als Mitglieder des Hexenzirkels zu erfüllen. Wir sind mehr als fähig, ohne sie auszukommen.«
Na ja, ich brauchte Sedgwick nicht, aber er bereicherte eindeutig mein Leben.
»Ich dachte, Sie sind hier, um die Sitten und Gebräuche des Hexenzirkels zu vertiefen«, warf Millie ein. »Wollen Sie uns weismachen, dass die anderen Hexenzirkel keine Vertrauten mehr haben?«
Marjory zog eine säuerliche Miene. »Das habe ich nie behauptet. Und bevor wir weitermachen, möchte ich hier und jetzt klarstellen, dass ich erwarte, mit meinem Titel angesprochen zu werden.«
»Miss Limpet?«, wagte Laurel sich vor.
»Nein, Laurel. Ich meine mit Hohepriesterin.« Marjory ließ ihren Blick über die Menge schweifen. »Deine Antwort sollte ‚Ja, Hohepriesterin’ oder ‚Nein, Hohepriesterin’ lauten.«
»Danke, Hohepriesterin«, sagte Laurel. Ich bemerkte einen Hauch von pubertärer Süffisanz in ihrem Ton. Ausnahmsweise begrüßte ich das.
»Schlagen Sie vor, dass wir uns von unseren Vertrauten … lossagen sollen?«, fragte Sophie. »Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob das überhaupt möglich ist.«
»Ich versichere dir, dass alles möglich ist«, sagte Marjory. »Wir sind doch alle mächtige Wesen, nicht wahr?«
»Ja, Hohepriesterin«, murmelte Sophie.
»Wie ich bereits sagte, schlage ich nicht vor, dass wir die Vertrauten abschaffen«, sagte Marjory. »Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt viel zu mühselig und wir haben wichtigere Aufgaben zu erledigen.« Sie hielt kurz inne. »Zum Beispiel den Lehrplan der Akademie.«
In der ersten Reihe hob Professor Holmes die Hand. »Sie haben mir gegenüber eine Arbeitsgruppe erwähnt, Hohepriesterin.«
»Ja, ja«, erwiderte Marjory. »Ganz genau. Aber als Erstes müssen wir dieser Institution einen neuen Namen verpassen. Man kann sich einfach keinen Respekt verschaffen, wenn die zukünftigen Zirkelführer die ASS-Akademie besuchen.«
Gekicher rollte durch die Menge. »Ass« wie im englischen »Arsch« blieb ein Quell steter Erheiterung.
»Sie können den Namen nicht ändern«, wandte Millie ein. »Arabella St. Simon wird in diesen Hallen verehrt.«
»Und sie kann auch weiterhin auf andere Weise verehrt werden«, antwortete Marjory. »Im Moment ist sie nichts weiter als die Zielscheibe von Witzen.«
»Das ist nicht wahr«, begehrte Begonia neben mir auf. »Alle verehren sie. Sie war unsere Gründerin.«
»Ich für meinen Teil stimme der Hohepriesterin zu.« Averys selbstgefällige Miene weckte in mir den Wunsch, ihr weizenblondes Haar unbemerkt an der Stuhllehne festzubinden und dann den Feueralarm auszulösen.
Marjory öffnete den Mund und entblößte ein Paar strahlend weiße Zähne.
»Ich schlage vor, dass wir die Akademie in ‚Sonne und Mond’ umbenennen, um die beiden Seiten unserer magischen Fähigkeiten zu repräsentieren – Licht und Dunkelheit.«
Die Sonne-und-Mond-Akademie?
Ich konnte mir nicht vorstellen, irgendwo anders als an der ASS-Akademie zu studieren. Es war praktisch eine Auszeichnung, Schülerin der ASS zu sein.
»Vielleicht ist das ein Thema, mit dem sich die Arbeitsgruppe befassen kann«, warf Professor Holmes ein, als er die Unruhe in der Runde spürte. »Genauso wie die vielen vorgeschlagenen Änderungen am Lehrplan.«
Ich hob meine Hand. »Ich melde mich freiwillig für die Arbeitsgruppe.«
»Ah, ja«, sagte Professor Holmes. Der Zauberer drehte sich um und lächelte mich an. »Emma Hart wäre eine kluge Ergänzung für das Team.«
»Emma Hart«, wiederholte Marjory. »Warum kommt mir der Name bekannt vor?«
»Emma war maßgeblich daran beteiligt, den Fluch zu brechen«, verkündete Begonia. »Es gibt sogar eine Statue von ihr auf dem Marktplatz, um an das Ereignis zu erinnern.«
»Und von ihrem Mann«, sagte jemand und kicherte.
Meine Wangen brannten. Ich wollte nicht, dass die Aufmerksamkeit auf die eindeutig pornografische Statue von Daniel und mir gelenkt wurde, auf der ich ihn ritt. Als ich das letzte Mal auf dem Marktplatz war, hatte jemand uns beiden Schnurrbärte aufgemalt. Sehr würdelos.
»Emma hat wegen ihrer Verdienste sogar einen Schlüssel für die Stadt«, fügte Sophie hinzu.
»Das ist nur symbolisch«, erwiderte ich. »Damit kann man jetzt nicht das Büro der Bürgermeisterin aufschließen oder so.« Nicht, dass ich es nicht versucht hätte – mehr als einmal.
Marjory trat vor und musterte mich eingehend. »Ja, Emma Hart. Die Magierin, die unseren Hexenzirkel infiltriert hat. Jetzt weiß ich wieder, warum mir dein Name bekannt vorkommt.«
»Infiltriert klingt unheimlich«, sagte ich. »Ich habe nicht darum gebeten, Mitglied zu werden. Das war eine Verwechslung.« Ich seufzte. »Ist eine lange Geschichte.«
Sie starrte mich weiter an, als hätte ich ein seltsames Muttermal im Gesicht. Ich berührte mit den Fingern meine Wange, um zu sehen, ob sich irgendetwas anders anfühlte als sonst. Die Intensität, mit der sie mich beobachtete, löste Paranoia aus. »Ich werde dich im Auge behalten müssen, das merke ich jetzt schon«, sagte Marjory. »Ich habe einen Riecher für Aufwiegler.«
»Ich bin keine Aufwieglerin«, wandte ich ein. Marjory setzte ein künstliches Lächeln auf. »Genau das, was eine Aufwieglerin sagen würde.« Sie drehte sich auf dem Absatz um und marschierte zurück nach vorne in den Saal. »Mein Motto lautet, dass man Erwartungen wecken und, was noch wichtiger ist, sie auch erfüllen sollte. Das sollte euch alles sagen, was ihr über mich wissen müsst.«
»Ich denke, dein Haarschnitt sagt uns alles, was wir über dich wissen müssen«, flüsterte Millie.
Ich unterdrückte ein Kichern und bereute es sofort, denn es schien meinen Brechreiz-Knopf zu aktivieren. Millie konnte manchmal erfrischend gehässig sein. Falls sie und Gareth sich jemals zusammentun würden, gäbe es für uns alle nichts mehr zu lachen.
»Im Laufe der nächsten Wochen werde ich den Sprecher des Hexenzirkels ernennen«, fuhr sie fort. »Ich habe Jackson Briar gebeten, heute Morgen ebenfalls dabei zu sein, damit wir auch ihn offiziell begrüßen können. Wie ihr vielleicht wisst, hat er sich entschieden, als Schwarzer Hund in Spellbound zu bleiben und seinen Posten im nationalen Hauptquartier aufzugeben.«
Der muskulöse Zauberer winkte von seinem Platz in der ersten Reihe. Wenn wir schon eine Sicherheitskraft brauchten, war er keine schlechte Wahl. Ich vertraute ihm, was angesichts der vergangenen Ereignisse in Spellbound sehr nützlich war.
»Vielleicht kann er mir mit meinen Schutzzaubern helfen«, flötete Millie. Ihre Stimme klang fast verträumt, sehr ungewöhnlich für die bissige Hexe.
»Er ist attraktiv«, stimmte ich zu. Und Single. Er wäre ein guter Fang für irgendeinen Glückspilz in der Stadt. Mein Magen rumorte weiter und ich wünschte, die Wirkung des Kamillentees hätte etwas länger angehalten.
»Alles in Ordnung, Emma?«, flüsterte Begonia. »Du siehst angeschlagen aus.«
»Ich hab irgendwas Falsches gegessen«, flunkerte ich. Ich hatte dem Hexenzirkel noch nichts von der Schwangerschaft erzählt. Ich wollte bis nach meinem ersten Termin bei den Heilern morgen warten. Wenn der Test gut ausfiel, würde ich die Nachricht öffentlich bekannt geben.
Leider hatte die Hohepriesterin unser privates Gespräch mitbekommen und beschloss, an uns ein Exempel zu statuieren. Sie schritt vom Podium und Lola und Lulu folgten ihr in respektvollem Schweigen. Sie blieb am Ende meiner Reihe stehen und schaute auf mich hinunter.
»Mrs Hart«, sagte sie. »Halten Sie es für angemessen, das Wort zu ergreifen, während Ihre Hohepriesterin gerade ihre Begrüßungsrede hält?«
»Es tut mir leid, Miss … Hohepriesterin«, sagte ich. »Ich habe Begonia nur mitgeteilt, dass ich mich nicht sehr gut fühle.«
»Es ist mir völlig gleichgültig, ob Sie ihr mitgeteilt haben, dass Sie kurz davor sind, umzufallen und zu sterben«, erwiderte Marjory. »Genau deshalb halte ich die Namensänderung für zwingend notwendig. Sie haben eine Kultur der Respektlosigkeit und des undisziplinierten Verhaltens geschaffen.« Ich öffnete den Mund, um ihr zu sagen, dass ich wirklich raus musste, aber sie hielt die Hand hoch. »Ich bin noch nicht fertig, Mrs Hart. Zu meiner Zeit haben wir nicht gesprochen, bevor wir nicht die Erlaubnis dazu hatten. Gegen diese völlige Missachtung der Autorität muss man etwas unternehmen.«
»Aber …«, setzte ich an.
»Sehen Sie? Eine Aufwieglerin.« Sie verschränkte triumphierend die Arme. »Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen, Mrs Hart? Noch eine Ausrede?«
Ich stand auf, um den Raum zu verlassen, aber es war zu spät. Bevor ich mich bremsen konnte, entleerte ich den Inhalt meines Magens über ihre taubenblauen Pumps. Die Hunde sausten winselnd davon. Als ich es wagte, aufzublicken, hatte die Hohepriesterin eine verkniffene Miene aufgesetzt. Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt, dass sie seelenruhig ein Taschentuch hervorzog und es mir reichte. »Sie haben Sabber an Ihrem Kinn«, sagte sie. Dann zückte sie ihren Zauberstab und entfernte den widerlichen Schleim von ihren Schuhen und der umliegenden Fläche. »Dann machen wir mal weiter, ja? Wir haben heute Morgen noch viel zu erledigen.«
Ich starrte ihr hinterher und umklammerte das Taschentuch. Ich wollte mir Marjory Limpet wirklich nicht zur Feindin machen. Ich hatte das ungute Gefühl, dass sie eine noch stärkere Gegnerin sein würde als die furchterregende Lady Weatherby. Eine weitere Welle der Übelkeit rollte durch meinen Magen, aber ich wusste, dass es dieses Mal nichts mit dem Baby zu tun hatte.
Komm schnell! Sedgwicks Stimme hallte in meinen Ohren wider. Ich war auf dem halben Weg von der Akademie nach Hause und noch immer erschüttert von meiner Vorstellung. Ich war dankbar, dass ich zu Fuß unterwegs war, denn ich brauchte dringend frische Luft, um meinen Kopf frei zu kriegen – jetzt, da mein Magen leer war.
»Wo bist du?«, rief ich.
Mein Vertrauter landete auf einem Ast in der Nähe. Du musst dir das ansehen. Ich hätte nicht gedacht, dass Eulen japsen können, aber Sedgwick lieferte eine ziemlich gute Darstellung ab.
»Was ist los?«, fragte ich.
Im Zauberwald liegt eine Leiche, antwortete er.
Ich sah ihn mit schmalen Augen an. »Bist du sicher?«
Mit seinen runden Augen funkelte er mich an. Mit meinem Sehvermögen ist alles in Ordnung, Eure Hoheit. Wenn Ihr zu sehr damit beschäftigt seid, ohne Skrupel durch die Stadt zu schlendern …
»Natürlich nicht. Zeig mir den Weg.« Ich verließ den Bürgersteig und folgte Sedgwick, der über mir flog und immer wieder herabsauste, um in Sichtweite zu bleiben. Ich kletterte über Baumstämme und zwängte mich durch Brombeersträucher, bis ich eine kleine Lichtung erreichte. Tatsächlich lag dort eine Leiche flach auf dem Rücken. Je näher ich kam, desto deutlicher konnte ich erkennen, dass es sich um einen älteren Elf handelte. Seine Augen waren geschlossen, als hätte er sich mitten im Wald zu einem Nickerchen hingelegt. Um den Hals trug er ein Fernglas, und in Reichweite lag ein Notizbuch im Dreck. Ich hockte mich hin, um seinen Puls zu fühlen. Nein, er war definitiv tot. Ich wollte nichts anfassen. Das hätte Sheriff Astrid mit Sicherheit verärgert.
»Ich warte hier«, sagte ich zu Sedgwick. »Kannst du bitte Astrid Bescheid geben?« Mittlerweile wusste ich, dass die Sheriffin Sedgwick, ohne Fragen zu stellen, folgen würde.
Die Eule flog davon, und ich wartete geduldig auf einem nahe gelegenen Baumstamm. Ich nutzte die Gelegenheit, um den älteren Elf zu mustern. Er hatte schütteres weißes Haar und einen struppigen Bart. Er war von zierlicher Statur, wie es für Elfen typisch ist. Es war nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Keine Anzeichen eines Kampfes.
Die Walküren-Schwestern kamen zusammen an. Ich konnte die Sheriffin und ihre Deputy schon streiten hören, noch ehe ich ihre Silhouetten in der Ferne erblickte.
»Ich würde niemals betrügen«, erklärte Britta. »Ich mag es, dich fair und ehrlich zu besiegen. So ist es viel befriedigender.«
»Du kannst deine Unschuld beteuern, so viel du willst«, antwortete Astrid, »aber ich weiß, dass ich schneller bin als du.«
»Was ist los?«, fragte ich und stand vom Baumstamm auf.
»Wir haben gewettet, wer schneller fünf Meilen laufen kann«, antwortete Astrid. »Die Abmachung war, die verschiedenen Geländearten in Spellbound einzuplanen. Also führt ein Teil der Strecke durch die Stadt, dann durch den Wald und endet schließlich am Swan Lake.«
»Und ich habe jedes Rennen gewonnen, außer eins«, fügte Britta hinzu. »Als ich anhalten und diesen Typen verhaften musste. Siehst du? Ich habe nicht geschummelt. Ich habe nur meine Arbeit gemacht.«
»Du bist durch viel leichteres Gelände gelaufen als durch die Pines«, sagte Astrid. »Keine Kiefernnadeln.«
Britta hustete protestierend. »Wenn du meine Strecke herabwürdigen willst, sollten wir vielleicht einfach die gleiche laufen.«
»Ähm, entschuldigt bitte?«, sagte ich und schnippte mit den Fingern. »Apropos deinen Job machen, der Elf liegt da.« Ich deutete auf die Lichtung.
Astrid sah mich an. »Hast du etwas angefasst?«
Ich verschränkte die Arme. »Sehe ich für dich wie eine Anfängerin aus?«
»Ja«, antworteten Astrid und Britta unisono.
Sie untersuchten den Tatort, und Astrid schrieb sich ein paar Anmerkungen auf. Britta blätterte durch das Notizbuch des Elfen. »Er hat Vögel beobachtet«, verkündete die Walküre. Sie wedelte mit dem Notizbuch vor uns herum. »Er hat viele detaillierte Aufzeichnungen angefertigt. Scheint, als würde er das schon lange machen.«
»Gibt es Notizen von heute oder gestern?«, fragte Astrid.
Ich warf einen kurzen Blick auf den Elfen. »Glaubst du, er könnte die ganze Nacht hier gelegen haben?«
»Dem Zustand der Leiche nach zu urteilen, ja«, antwortete die Sheriffin.
