Stalin und der Genozid - Norman M. Naimark - E-Book

Stalin und der Genozid E-Book

Norman M. Naimark

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Beschreibung

Unter Stalin wurden in den 30er Jahren mehr als eine Million Sowjetbürger umgebracht, Millionen andere starben durch Zwangsarbeit, Deportation, Hungersnot, Lagerhaft oder während Folterverhören. Diese Verbrechen galten zu Zeiten des Kalten Krieges nicht als Genozid. Die hohen Ideale für die Stalin angeblich gekämpft hatte, verhinderten eine Auseinandersetzung. Zudem galt diese Verfolgung der eigenen Bevölkerung als Teil der Kriegsvorbereitung; der Ausgang des Zweiten Weltkriegs schien dieses Vorgehen zu rechtfertigen. Auch nach internationalem Recht galt der Mord an sozialen oder politischen Minderheiten nicht als Genozid. Norman Naimark erweitert die Kriterien für den Genozid – die UN-Konventionen von 1948 waren unter großem sowjetischen Einfluss entstanden – und kann so darlegen, daß der von Stalin befohlene Massenmord ein Genozid war. Er erzählt die erschütternden Geschichten der systematischen Vernichtung. Er betrachtet die Unterwerfung und Auslöschung der sogenannten Kulaken, den Holodomor, also die Ermordung durch Hunger in der Ukraine, die Unterdrückung und Ermordung von »Volksfeinden« und die Große Säuberung zwischen 1936 und 1938. Und er kommt zu dem Schluß, daß der Genozid – ähnlich wie der Holocaust – nicht ohne die Figur des charismatischen Diktators möglich war.

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Seitenzahl: 191

Veröffentlichungsjahr: 2010

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Norman M. Naimark

Stalin und der Genozid

Aus dem Amerikanischen von Kurt Baudisch

Suhrkamp Verlag

Die amerikanische Originalausgabe erschien unter dem Titel Stalin’s Genocides im Jahr 2010 bei Princeton University Press.

© Princeton University Press

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Dieser Text basiert auf einem Vortrag, den Norman M. Naimark im Rahmen der »Stanford-Suhrkamp Lecture« am 3. Dezember 2009 in der Berliner Repräsentanz des Suhrkamp Verlages gehalten hat.

ebook Suhrkamp Verlag Berlin 2010

© der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag Berlin 2010

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

www.suhrkamp.de

eISBN 978-3-518-74440-6

Inhalt

Einleitung

1. Die Diskussion um den Genozid

2. Der Werdegang eines Völkermörders

3. Die Entkulakisierung

4. Der Holodomor

5. Der Angriff auf die Völker

6. Der »Große Terror«

7. Stalins und Hitlers Verbrechen

Schlußfolgerungen

Danksagung

Anmerkungen

Einleitung

In diesem schmalen Buch, das eigentlich ein erweiterter Essay ist, soll begründet werden, weshalb Stalins Massenmorde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts als »Genozid« klassifiziert werden sollten. Das wird dadurch erschwert, daß es im Falle der Sowjetunion keinen einzelnen Akt von Genozid gegeben hat, sondern vielmehr eine Serie miteinander zusammenhängender Aktionen gegen »Klassenfeinde« und »Volksfeinde« – Bezeichnungen für verschiedene angebliche Gegner des Sowjetstaates. Auch fanden die massenhaften Tötungen auf unterschiedlichste Weise statt: Zum einen gab es Massenerschießungen, zum anderen die Verbannung in die »Sondersiedlungen« und in den GULag. Dort fanden Hunderttausende nicht nur wegen der ungewöhnlich harten Haftbedingungen und Verhörmethoden den Tod, sondern kamen auch auf Grund der furchtbaren Transportbedingungen, der Unterbringung, der Ernährung und der Zwangsarbeit ums Leben.

Die sozialen und nationalen Kategorien der angeblichen Feinde der UdSSR änderten sich im Laufe der Zeit; das trifft auch auf die Rechtfertigungen für die Aktionen gegen Bevölkerungsgruppen und Ausländer in der Sowjetunion zu. Stalin und seine Handlanger begründeten die blutigen Taten mit den Lehren des Marxismus-Leninismus-Stalinismus und setzten ihren Willen mit polizeilichen, gerichtlichen und außergerichtlichen Mitteln durch. Sowohl Parteiinstanzen als auch staatliche Behörden waren beteiligt, als Stalin die durch die bolschewistische Revolution geschaffenen Macht- und Kontrollmittel nutzte, um gegen tatsächliche und potentielle Gegner vorzugehen. Dabei spielte es keine Rolle, ob diese real existierten oder nur eingebildet waren. Unter Stalins Herrschaft in den dreißiger und frühen vierziger Jahren starben viele Millionen unschuldiger Menschen, die entweder erschossen wurden, verhungerten oder den Tod in Haft und Verbannung fanden. Es ist höchste Zeit, diesem wichtigen Kapitel seinen Platz in der Geschichte des Genozids einzuräumen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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