Star Trek - The Next Generation: Fremde Widersacher - Dave Galanter - E-Book

Star Trek - The Next Generation: Fremde Widersacher E-Book

Dave Galanter

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Beschreibung

Kann Picard das Unmögliche möglich machen?

Die Hidrans kämpfen seit siebzig Jahren gegen das Klingonische Imperium. Nun sollen Captain Picard und die Enterprise das Unmögliche möglich machen und Frieden stiften. Auf dem Planeten Velex treffen die Delegationen aufeinander. Doch dann kommt der hidranische Botschafter auf mysteriöse Art und Weise ums Leben, zuvor tötet er jedoch die klingonischen Abgesandten. Lieutenant Worf wird für das Attentat verantwortlich gemacht - und wenn Picard den Mord nicht aufklären kann, droht dem Klingonen ein schrecklicher Tod ...

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Die Rasse der Hidrans und das klingonische Imperium kämpfen seit 70 Jahren gegeneinander. Captain Jean-Luc Picard ist damit betraut, das scheinbar Unmögliche zu versuchen: Er soll die U.S.S. Enterprise zum Planeten Velex bringen, um einen Vertrag auszuhandeln, der den Konflikt beendet. Doch diese Mission entwickelt sich zu einem mörderischen Abenteuer. Denn der hidranische Botschafter kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben – tötet jedoch zuvor noch eine klingonische Delegation …

DAVE GALANTER & GREG BRODEUR

FREMDE WIDERSACHER

Star Trek™

The Next Generation

Für Diane Carey:

Sie hält den trügerischen Stein in der Hand.

(Denkt an

»Vom Zucken des eigenen Schwanzes erzürnt,

Kapitel 1

»Töten Sie den Klingonen, wenn er sich bewegt.«

Ein oder zwei Sekunden lang bewegte sich überhaupt niemand. Der Befehl des hidranischen Botschafters hallte von den steinernen Wänden des Saals wider und schallte in den Ohren der Enterprise-Offiziere. Durch die Atemmaske klang die Stimme dumpf, doch die Worte verloren dadurch nicht an Bedeutung. Captain Urosk schlug mit dem Phaser gegen Worfs Brust. Kein Zweifel, er würde ohne Zögern abdrücken.

Worf versteifte sich, und seine Augen blitzten zornig.

»Einen Augenblick!« Commander William Riker hob den eigenen Phaser und trat einen Schritt vor – obwohl sich die Situation dadurch überhaupt nicht änderte. Mit einem Wink bedeutete er Data, sich von der anderen Seite zu nähern.

Der Saal schien plötzlich das ganze Universum zu umspannen. Das einzige, was sich verdichtete, war Rikers Bedauern: Er hätte Worf nicht mitnehmen dürfen. Zwischen Klingonen und Hidranern kam es immer zu Spannungen.

Urosk und Botschafter Zhad starrten den Ersten Offizier der Enterprise an. Ihre Augen wirkten wie dunkelgrüne Murmeln unter Brauen, die an feuchtes rotes Leder erinnerten.

Worf nutzte die gute Gelegenheit und stieß Urosks Waffe beiseite. Der große Captain ließ sich aber nicht einschüchtern und riss den Strahler sofort wieder herum.

»Aufhören!« Riker sprang vor, um sich zwischen den klingonischen Sicherheitsoffizier und die beiden Hidraner zu drängen.

Auch Riker war recht groß – groß genug, um den hidranischen Captain mit der Schulter fortzudrängen. Warum hatte er dies nicht kommen sehen?

»Töten Sie ihn!«, heulte Zhad. »Bringen Sie den Kerl um!«

Lieutenant Commander Data kam näher. Sein Phaser steckte noch im Halfter, aber seine rechte Hand ruhte bereits auf dem Kolben. Der Androide wartete auf eine Anweisung des Ersten Offiziers, bevor er die Waffe zog.

»Sie beleidigen uns mit der Präsenz dieses Tiers!«, ereiferte sich Botschafter Zhad. Sein Blick durchbohrte Worf, und die Stimme klang nun heiser unter der Atemmaske, hinter der sich die Hälfte seines Gesichts verbarg.

Urosk wich einen Schritt zurück. Die scharlachroten Finger des Hidraners schlossen sich noch fester um den Strahler – er schien es gar nicht mehr abwarten zu können, endlich den Auslöser zu betätigen.

»Wie können Sie es wagen?«, knurrte Zhad. Er bebte am ganzen Körper, und Wut verdunkelte sein rotes Gesicht.

Riker sah von dem Hidraner zu Worf und wieder zurück. »Wie wir es wagen können?« Welch eine Unverschämtheit! Erst wandten sich die Hidraner mit einer Bitte um Hilfe an die Föderation – um sich dann so zu verhalten, als erwiesen sie der Föderation einen Gefallen, wenn sie die Hilfe annahmen. Riker musste sich sehr beherrschen, um dem hochmütigen Botschafter nicht ganz deutlich die Meinung zu sagen.

Er atmete tief durch, wodurch er fast an dem penetranten Geruch erstickte, der von dem Hidraner ausging. Eigentlich sollte er imstande sein, die Hinweise seiner Nase einfach zu ignorieren – bestimmt gab es Wesen, die den Geruch von Menschen abscheulich fanden – doch das war leichter gesagt als getan: Immerhin roch es nach einer Mischung aus Schimmel und nassem Sackleinen.

»Was wissen Sie schon von siebzig Jahren Unterdrückung?«, donnerte Zhad. Seine Stimme schien die Wände erzittern zu lassen, und in den dunklen Augen brannte das Feuer der Verachtung. »Oder zwanzig Jahren des Krieges? Und von zwanzig weiteren Jahren ständiger Schikane?« Er schmetterte die rubinrote Faust auf den Granittisch neben ihm – es klang wie Stein auf Stein. »Wann geschah es zum letzten Mal, dass man Freunde von Ihnen kaltblütig ermordete? Wann haben Sie den letzten Verwandten an einen gnadenlosen Feind verloren?« Zhad deutete auf Worf. »Er hat uns so etwas angetan! Er hat unsere Heimatwelt verwüstet, uns um unsere Zukunft betrogen!«

Worf straffte die Schultern. »Ich habe keine Schuld auf mich geladen.« Der tiefe Bariton des Klingonen und seine hoch aufgerichtete Gestalt passten in die steinerne Halle.

Riker trat einen Schritt zurück. »Sie befanden sich mit dem klingonischen Imperium im Krieg«, sagte er. »Nicht mit dem klingonischen Volk.«

»Das ist Ansichtssache.« Der hidranische Botschafter drehte den Kopf zur Seite. »Ich bin jetzt bereit, mit Ihrem Captain zu reden.«

»Er wird gleich hier sein.« Es gelang Riker nicht, den Ärger ganz aus seiner Stimme zu verbannen. Auch sonst machte er sich bemerkbar: Dem Offizier wurde plötzlich bewusst, dass er die Fäuste geballt hatte. Datas Hand verließ den Phaser.

Noch nicht. Riker schüttelte den Kopf, und darauf kehrte die Hand des Androiden zur Waffe zurück.

Der Erste Offizier hielt Zhad für zu unberechenbar und irrational. In gewisser Weise war jeder Botschafter ein Geschöpf der Rhetorik, aber Zhad neigte auch dazu, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, den Weg zum Sieg zu erzwingen. Er stand in dem Ruf, Fakten so hinzubiegen, wie sie ihm passten. Wenn ihm die Ansichten seiner Verhandlungspartner nicht gefielen, drehte er ihnen einfach das Wort im Munde um. Die Atemmaske behinderte ihn überhaupt nicht dabei, obwohl sie seine Stimme verzerrte. Er war ein Hahn, der den Morgen mit solcher Arroganz ankündigte, dass er alle Ohren davon überzeugte, er selbst sei der Schöpfer des Lichts. Bisher hatte diese Taktik für ihn und sein Volk funktioniert, und genau deshalb war er jetzt hier.

Unbehagen regte sich in Riker. Zhad befand sich aus gutem Grund hier, und das galt auch für Urosk. Urosk war Soldat. Will hatte den hidranischen Captain beobachtet, als er sich umsah und die Situation einschätzte. Urosk überlegte immer, bevor er handelte – die typische Verhaltensweise eines Captains. Zumindest dessen, der überlebte. Und deshalb stellte Urosk eine große Gefahr dar. Großmäuler mit Fäusten waren einfach nur ärgerlich, Schlauköpfe mit Fäusten hingegen konnten enorme Probleme verursachen. Riker beschloss, sich nicht noch einmal überraschen zu lassen. Nichts lief wie geplant. Der Erste Offizier hatte den Auftrag, die Hidraner beschäftigt zu halten, ohne unhöflich zu werden. Unmöglich. Und Worf der Delegation hinzuzufügen … Kein besonders geschickter Schachzug. Riker wollte den Hidranern damit zeigen, wie Klingonen sein konnten. Doch Zhad und Urosk lehnten es ab, die Dinge von diesem Standpunkt aus zu sehen. Und jetzt stritten sie, statt sich zu unterhalten.

»Wir warten nicht mehr lange«, brummte Zhad und schnitt eine Grimasse.

»Botschafter, wir sind hier, weil Ihre Heimatwelt stirbt«, sagte Riker.

»Unsinn!«, zischte Zhad. »Es wurden Vereinbarungen getroffen, per Subraum-Kom. Warum hat uns die Föderation zu diesem gottverlassenen Planeten gebracht, wo wir in der Gesellschaft unseres Feindes warten müssen?«

»Lieutenant Worf ist nicht Ihr Feind«, erwiderte Riker. »Und dieser gottverlassene Planet ist der einzige Treffpunkt, den Ihre Regierung akzeptiert hat.«

»Genug!« Zhad wischte die Einwände des Ersten Offiziers mit einer schroffen Geste beiseite. Er rutschte am Tisch entlang und sah sich in alle Richtungen um.

»Wir sind allein«, stellte Riker fest und forderte Data stumm auf, dem Botschafter zu folgen.

Zhad warf Riker einen ernsten Blick zu und strich mit den Händen über einen der Wandteppiche. Er zog daran, um die Stabilität der Befestigungen zu überprüfen. Anschließend riss er den dicken Stoff beiseite und warf einen skeptischen Blick dahinter.

»So dünne Klingonen gibt es nicht«, meinte Riker trocken. »Es existieren auch keine imperialen Assassinen, die sich in irgendwelchen Mauerritzen verbergen. Wenn es uns darum ginge, Sie umzubringen, so wären Sie bereits tot.«

»Vielleicht habe ich mich nur für den Wandteppich interessiert«, erwiderte Zhad.

»Sie sind ziemlich alt, Botschafter.« Data machte eine Geste, die allen Wandbehängen galt. »Es heißt, sie stammen von den alten Velexianern.«

Zhad schnitt eine finstere Miene. »Wen kümmert's?«

Data setzte zu einer Antwort an, aber Riker schüttelte wortlos den Kopf.

Wenige Sekunden später kam der Botschafter mit langen Schritten zu ihnen zurück und blieb neben Urosk stehen. »Wenn Sie nicht sofort Ihren Captain rufen, verlassen wir diesen Ort.«

»Botschafter, Captain Picard hat sich für acht Uhr dreißig angekündigt, und das bedeutet, dass er um acht Uhr dreißig hier eintrifft.« Riker hielt nach wie vor den Phaser in der Hand und spürte, wie die Anspannung im Raum wuchs. Sie hatte alle Versuche vereitelt, der Diplomatie den Vorrang zu geben. Und jetzt bedrohte sie auch noch die Reste von Anstand und Höflichkeit. »In fünfzehn Minuten …«

Captain Urosks Kommunikator kreischte regelrecht, und der Hidraner riss ihn vom Gürtel. Eine Stimme drang aus dem Lautsprecher. »Ein klingonisches Kriegsschiff nähert sich diesem Sektor, Sir. Das energetische Niveau der Waffensysteme deutet auf Einsatzbereitschaft hin, und außerdem fliegt es mit Gefechtsgeschwindigkeit.«

Riker stöhnte. Na großartig …

Urosk fuchtelte mit dem Strahler. »Schilde hoch!«, brüllte er. »Waffen vorbereiten! Aus der Umlaufbahn schwenken!«

»Verstanden, Sir.«

Zhad zerrte an Urosks Arm, bis sich der Kommunikator direkt vor seiner Atemmaske befand. »Zerstören Sie das klingonische Schiff!«

»Nein!« Riker trat näher – und blieb abrupt stehen, als er in die Mündung von Urosks Strahler sah. Er nickte dem weiter hinten stehenden Data zu. »Die Enterprise ist in der Nähe. Soll sie sich darum kümmern.«

Zhad wirbelte um die eigene Achse und schlug dem Ersten Offizier mit dem Kolben seiner Waffe gegen die Schulter. Dadurch verlor Riker das Gleichgewicht, und er fiel zu Boden. Sein Phaser rutschte über den kalten Marmor. Schmerz stach in Rikers Rücken, als er sich auf den Ellenbogen hochstemmte und zu dem Intervaller in der Faust des Botschafters emporblickte. Woher kam der Strahler so plötzlich?

Zhad zielte auf den Kopf des Ersten Offiziers.

»Das hat es also mit dem ›Ehrenwort‹ der Föderation auf sich. Es ist ebensoviel wert wie die klingonische Ehre – nichts.« Und zu Urosk: »Unser Argwohn war gerechtfertigt. Dies ist eine Falle. Wir sollen hier sterben!«

»Statusbericht!«

Captain Jean-Luc Picard betrat die Brücke, und hinter ihm schloss sich die Tür mit einem leisen Zischen.

»Gegenwärtiger Status ist Alarmstufe Gelb.« Lieutenant Anderson gab den Kommandosessel frei und kehrte zu ihrem Posten an der taktischen Station zurück. »Die Sensoren orten einen klingonischen Schlachtkreuzer mit aktiven Waffensystemen. Bei den Hidranern steigt das energetische Niveau der defensiven und offensiven Systeme.« Anderson schwieg kurz und veränderte die Justierungen eines Displays. »Die Klingonen fliegen jetzt auf Abfangkurs.«

Picard nickte und beobachtete die sich anbahnende Katastrophe auf dem Wandschirm. Die Klingonen kamen schnell. Zu schnell. Er hätte lieber mehr Zeit für die Verhandlungen mit den Hidranern gehabt, um sie taktvoll darauf hinzuweisen, dass bald auch ihr Gegner eintreffen würde. Genauso brauchte er Zeit, um den Klingonen gewisse Dinge zu erklären. Dafür war es nun zu spät.

»Schilde hoch. Gefechtsstationen besetzen.«

Die Anzeigefelder für die aktuelle Alarmstufe glühten nicht mehr gelb, sondern strahlten in einem warnenden Rot. Picard konnte förmlich spüren, wie überall in der großen Enterprise Besatzungsmitglieder zu ihren Stationen liefen. Er wechselte einen kurzen Blick mit Counselor Troi, die links von ihm saß. Spürte sie die Anspannung in seinem Innern? Die Crew hielt seine Ruhe für unerschütterlich, doch als Empathin war Deanna in der Lage, bis in den Kern seines Wesens zu sehen.

»Fähnrich DePotter …« Picard starrte auch weiterhin zum großen Wandschirm, und seine Aufmerksamkeit galt dem klingonischen Kreuzer, der im Projektionsfeld rasch kleiner wurde. »Steuern Sie uns aus der Umlaufbahn. Kurs zwei eins null Komma sechs. Bringen Sie uns zwischen die Kontrahenten.«

»Aye, Sir.« Die Finger des jungen Mannes flogen über die Schaltflächen des Navigationspults. Sofort reagierte die Enterprise, glitt vom Planeten fort und schob sich zwischen die beiden anderen Schiffe. Dort blieb sie stehen. Für die Hidraner und Klingonen musste es nun den Anschein haben, als dominiere sie das All. Genau darum ging es Picard. Er wollte daran erinnern, wie mächtig die Macht sein konnte.

»Die Klingonen versuchen, an uns vorbeizukommen, Sir«, meldete Anderson.

»Abdrängen, Mr. DePotter«, erwiderte Picard.

Der imperiale Kreuzer flog einen Zickzackkurs, aber die Enterprise folgte seinen Manövern und ließ nicht zu, dass er sich dem hidranischen Schiff näherte. Picard beobachtete, wie sich die Sternkonstellationen auf dem Wandschirm ständig veränderten. Die Hartnäckigkeit der Klingonen ärgerte ihn. Er widerstand der Versuchung, mit der Enterprise auf sichere Distanz zu gehen und Klingonen und Hidraner dem Unheil zu überlassen, das sie offenbar herbeisehnten. Der Captain holte tief Luft und ließ atmete langsam aus. »Stellen Sie eine Kom-Verbindung zum klingonischen Schiff her, Lieutenant.«

»Auf dem Schirm, Sir«, sagte Anderson.

Die Sterne verschwanden aus dem Projektionsfeld und machten den markanten Zügen eines Klingonen Platz.

»Ich bin Kadar, Kommandant des imperialen Kreuzers HIv SuH. Wir nehmen an, dass Sie von dem hidranischen Kriegsschiff angegriffen werden, Captain. Wir bieten Ihnen Hilfe an. Bitte gehen Sie aus dem Weg und geben Sie uns Gelegenheit, den Feind zu vernichten.«

Kadar sprach mit kühler Gelassenheit, doch es gelang Picard, hinter die Maske zu blicken und den dort brodelnden Zorn zu erkennen. Wenn es um Rache ging, blieben Klingonen niemals ruhig.

»Ich bin Captain Picard, Kommandant des Föderationsschiffes Enterprise«, erwiderte Jean-Luc fest.

»Sir«, warf Anderson leise ein, »Commander Meliosh vom hidranischen Schiff möchte Sie sprechen.«

Picard nickte und betätigte eine Taste in der Armlehne des Kommandosessels. »Ich weiß Ihre Hilfsbereitschaft sehr zu schätzen, Captain Kadar, doch ich versichere Ihnen, dass uns keine Gefahr droht. Bitte bleiben Sie auf Empfang.« Er winkte. »Öffnen Sie den anderen Kom-Kanal.«

Auf dem Wandschirm erschien die Brücke des hidranischen Schiffes. Meliosh saß in einem Kommandosessel, dessen Konturen sich eher vage in dichten Wasserdampfschwaden abzeichneten.

»Hier spricht Captain Pic…«

»Sie haben Ihr Wort gebrochen, Picard!«, donnerte Meliosh.

»Unsinn. Sie haben uns um Hilfe gebeten. Und es steht Ihnen nicht zu, dafür irgendwelche Bedingungen festzulegen.«

»Sie behaupten, uns helfen zu wollen, aber statt dessen bringen Sie unsere Feinde hierher. Dadurch haben Sie unser Vertrauen verloren, Picard!« Das rote Gesicht des Hidraners verfinsterte sich. Meliosh knurrte, wobei spitze Zähne sichtbar wurden. »Bringen Sie Ihr Schiff fort. Wir müssen uns um unseren Feind kümmern.«

Picard stand auf, trat näher an den Wandschirm heran und hoffte, dass er dadurch eindrucksvoller wirkte – immerhin füllte er nun das Projektionsfeld im Kontrollraum des hidranischen Schiffes.

»Sie werden niemanden besiegen, Meliosh«, sagte er scharf. »Es hat keinen Sinn, einen weiteren Krieg zu riskieren.«

Meliosh hob stolz den Kopf. »Wir haben die Klingonen schon mehrmals zurückgeschlagen. Bestimmt gelingt uns das auch diesmal.« Von einem Augenblick zum anderen kehrten die Sterne auf den Wandschirm zurück.

»Die Verbindung ist unterbrochen, Sir«, meldete Anderson. »Das energetische Niveau des hidranischen Schiffes steigt weiter. Es ändert den Kurs und bereitet Photonentorpedos für den Einsatz vor.«

»Taktische Darstellung!«, befahl Picard.

In einer Ecke des Wandschirms erschien eine graphische Darstellung des Sektors. Das hidranische Kriegsschiff leitete einen Warptransfer ein und verließ das Sonnensystem. Die Klingonen schickten sich an, ihm zu folgen. Picard runzelte die Stirn, und versuchte, seinen Frust nicht zu zeigen. Wie sollte man Leuten helfen, die sich gar nicht helfen lassen wollten?

»Maximale Energie in die Schilde.« Er sah zur Navigationskonsole. »Halten Sie sich genau an meine Anweisungen, DePotter.«

Das hidranische Schiff drehte sich und feuerte mehrere Photonentorpedos ab. Orangefarbene Blitze zuckten durchs All und rasten dem klingonischen Kreuzer entgegen.

Der junge Fähnrich sah auf, und Picard nickte ihm beruhigend zu. »Kurs eins eins Komma zwei null, Warpfaktor eins – jetzt!«

Die Enterprise beschleunigte jäh und sprang der destruktiven Energie entgegen.

Picard blickte zum Wandschirm. Die Photonentorpedos explodierten nacheinander an den Schilden; zahllose Sterne verschwanden hinter einem schimmernden Vorhang aus grellen Entladungen. Jede Detonation erschütterte das Schiff und brachte es etwas vom Kurs ab.

Der Captain hielt sich an der Rückenlehne von DePotters Sessel fest. Tentakel geballter Energie tasteten über den Wandschirm, und die Enterprise kippte abrupt zur Seite.

»Stabilisieren«, ordnete Picard an. Er sprach lauter als sonst, um die aus den Lautsprechern klingenden Stimmen zu übertönen – ständig trafen Berichte aus den einzelnen Bordsektionen ein. »Stellen Sie einen neuerlichen Kontakt zu den Schiffen her, Anderson. Erbitten Sie eine Kom-Konferenz, an der alle teilnehmen, Hidraner und Klingonen. Erzwingen Sie eine Konferenzschaltung, wenn Meliosh und Kadar ablehnen.« Er deutete auf die Navigationskontrollen. »Relativgeschwindigkeit null.«

»Leichte Schäden auf den Decks drei bis sieben der technischen Abteilung, Sir«, meldete Anderson. »Schildkapazität bei siebenundachtzig Prozent stabil. Verbindung zu Commander Meliosh und Captain Kadar hergestellt.«

»Schicken Sie Reparaturgruppen raus, Lieutenant.« Picard glättete seinen Uniformpulli und sah wieder zum Wandschirm. Er war zornig, wie immer, wenn ihn die Umstände zwangen, Schiff und Besatzung aufs Spiel zu setzen. Dieses Empfinden veranlasste ihn nun dazu, die Augen zusammenzukneifen und das Kinn vorzuschieben.

»Unsere Freunde auf den Schirm«, sagte er langsam.

Meliosh erschien in der einen Hälfte des Projektionsfelds, Kadar in der anderen.

»Commander Meliosh …« Picards Stimme klang noch schärfer als vorher. »Sie haben auf ein Raumschiff der Föderation geschossen. Dadurch fordern Sie einen Krieg mit dem interstellaren Völkerbund heraus. Beenden Sie die Gefechtsbereitschaft und kehren Sie in die Umlaufbahn von Velex zurück.«

»Wir lehnen es ab, die Schilde zu senken, solange sich ein klingonischer Schlachtkreuzer in der Nähe befindet!«, fauchte Meliosh.

»Vielleicht sind Sie imstande, das Imperium in einem Krieg zu besiegen, Commander«, sagte Picard. »Möglicherweise auch die Föderation. Aber wenn Sie gegen beide antreten, ist Ihnen die Niederlage gewiss.«

Meliosh schwieg und dachte über die Drohung nach.

Der klingonische Captain grinste.

»Ihre Schadenfreude kommt zu früh, Kadar«, sagte Picard fest. »Sie haben keinen Sieg errungen und nichts gewonnen. Ihre beiden Völker brauchen sich gegenseitig. Sie müssen eine Übereinkunft treffen.«

»Wir reden nicht mit Klingonen«, erwiderte Meliosh.

»Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, wenn Sie überleben wollen«, hielt ihm Picard entgegen. »Und damit beziehe ich mich nicht nur auf die Krise Ihrer Heimatwelt. Ich bin bereit, über den Angriff auf mein Schiff hinwegzusehen – wenn es zu keinen weiteren Zwischenfällen kommt. Picard Ende.« Er gab Anderson ein Zeichen, und Meliosh verschwand vom Wandschirm. Die Verbindung zum klingonischen Kreuzer blieb bestehen.

»Nehmen Sie eine Sondierung vor«, sagte Picard.

Anderson berührte einige Schaltflächen. »Die Hidraner steuern den Planeten Velex an, Sir. Sie führen ein Orbitalmanöver durch.«

Picard nickte und wandte sich wieder dem großen Projektionsfeld zu. »Kadar … Deaktivieren Sie Ihre Waffensysteme, als ein Zeichen guten Willens.«

»Ausgeschlossen.« Der Klingone lachte leise und kehlig. »Ihre kleinen Tricks funktionieren vielleicht bei den Hidranern. Ich bin aber aus anderem Holz geschnitzt.«

»Der Frieden ist für Ihr Volk ebenso wichtig wie für das hidranische.«

»Sie bringen Schande über uns, Picard. Man hat uns mit einer Lüge hergelockt.«

Der Captain presste die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Der Vorwurf des Klingonen war nicht ungerechtfertigt. Picard hatte gehofft, dass ihm genug Zeit blieb, um die Hidraner auf Gespräche mit den Klingonen vorzubereiten und umgekehrt. Unglücklicherweise ergaben sich die ersten Probleme viel zu schnell.

»Was diesen Punkt betrifft, kann man durchaus verschiedene Ansichten vertreten. Wie dem auch sei, Sie sind hier. Und Ihre Regierung hat die Föderation um Hilfe gebeten, die ausschließlich von den Hidranern geleistet werden kann.«

Kadar schaffte es nicht, seinen Ärger noch länger zu verbergen. »Ich weigere mich, mit den Hidranern zu reden! Wer ihnen vertraut, macht einen großen Fehler. Sie töten nicht, um Ehre zu erwerben oder die eigenen Fähigkeiten zu beweisen. Sie töten einfach nur so. Gedankenlos. Ohne irgendeinen Grund.« Der Klingone schnaufte laut. »Wir bleiben nicht hier!«

»Das ist Ihre Entscheidung, Kadar. Ich kann Sie nicht zwingen, in diesem Sonnensystem auszuhalten.« Picard drehte sich um und kehrte dem Wandschirm den Rücken zu. »Lieutenant Anderson, teilen Sie Starfleet Command mit, dass wir eine andere klingonische Delegation für die Erörterungen mit den Hidranern wünschen. Wir benötigen imperiale Gesandte, die sich durch Kompetenz auszeichnen.«

Das Bild auf dem Wandschirm wechselte einmal mehr, zeigte nun wieder das All. Picard sah zu Deanna hinüber.

»Zorn und Stolz ringen miteinander«, sagte die Counselor. »Er befindet sich genau dort, wo Sie ihn haben wollen, Sir.«

Der Captain blickte skeptisch. Er war noch nicht bereit, an einen Erfolg zu glauben.

»Die Klingonen teilen uns mit, die für Starfleet Command bestimmte Mitteilung sei ›ungerechtfertigt‹«, ließ sich Anderson vernehmen. »Der Kreuzer schwenkt in einen Orbit über Velex.«

Picards Blick glitt erneut zu Deanna. Er zog die Augenbrauen hoch, denn er hätte nicht gedacht, dass sein neuer Plan so schnell Wirkung zeigen würde.

»Nun …« Troi seufzte. »Es war schwieriger, als wir dachten.«

Picard schüttelte den Kopf und nahm wieder im Kommandosessel Platz. »Wir haben gerade den leichten Teil hinter uns gebracht.«

Kapitel 2

»Lassen Sie die Waffen fallen!« Data zielte mit dem Phaser auf die beiden Hidraner. »Ich möchte keinen von Ihnen verletzen.«

Das laute Gelächter von Zhad und Urosk ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Warnung des Androiden alles andere als ernst nahmen.

Riker schaute Data in die Augen. Sein Gesicht offenbarte keine Anzeichen von Ärger. Wie oft hatte Will in Datas Augen nach einem Ausdruck gesucht, der nicht auf irgendwelche Programme zurückging? Eine »normale« Person hätte sicher irgendwie auf den Spott reagiert, doch Data blieb solchen Dingen gegenüber völlig gleichgültig. In seinen schwefelgelben Augen veränderte sich nichts.

Plötzlich spannte Urosk die Muskeln an und sprang vorwärts.

Rikers Gedanken kehrten jäh ins Hier und Jetzt zurück. »Data!«, rief er.

Der Androide bewegte sich zur Seite und gab Urosk mit der freien Hand einen Stoß, der ihn in Richtung Worf taumeln ließ. Botschafter Zhad schwang seinen Strahler herum und feuerte.

Riker ließ sich fallen, rollte zur Seite und sprang wieder auf, als ein orangefarbenes Energiebündel auf dem Marmorboden zersprang. Er fühlte Hitze im Gesicht und fragte sich, was der Grund dafür sein mochte: der Strahl aus dem Intervaller oder die Wut, die in ihm hochkochte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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