"Stimmbruch". Josef Kainz als Exponent einer sprechdramaturgischen Zäsur - Tim Bornkessel - E-Book

"Stimmbruch". Josef Kainz als Exponent einer sprechdramaturgischen Zäsur E-Book

Tim Bornkessel

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft, Note: 1,0, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Theater- und Medienwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Mit seiner revolutionär expressionistischen Sprechstilistik erlangte der 1858 geborene und 1910 verstorbene österreichische Schauspieler und Vortragskünstler Josef Kainz rasch transnationale Berühmtheit und avancierte somit zur künstlerischen Leitfigur eines theaterästhetischen Epochenumbruchs, dem der zeitgenössische Kritiker und Regisseur Otto Brahm ein sogar destruktives Moment zuschrieb – sein Urteil: „Genie sein heißt: Zerstörer sein. Mit ihm, dem Genie Josef Kainz, beginnt die große Zerstörung, die große Erneuerung der deutschen Darstellungskunst.“ Aus dem methodischen Betrachtungsfeld der Theaterhistoriographie heraus erscheint es hierbei von besonderem Interesse, die veränderten Wahrnehmungsstrukturen und Wirkungsbedingungen dieses scheinbar sehr radikalen Paradigmenwechsels nachzuvoll-ziehen: Welche neuen Funktionsmuster lassen sich für die Stimme im Theater um 1900 hiernach formulieren? Inwiefern spiegeln sich diese in Kainz‘ Sprechkunst wider und nach welchen ästhetischen Prinzipien und Wirkungsstrategien ist sein Sprechen angelegt? – Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Wirken Josef Kainz‘ mit seinen neuen sprechästhetischen Modifikationen genauer in den Blick zu nehmen und diese im Hinblick auf ihr stilbildendes und stilprägendes Potenzial für den Epochenumbruch hin zu kontextualisieren. Zudem soll dabei ein Gespür dafür entwickelt werden, nach welchen diskursiven Maßstäben Stimm- und Sprechideale konstruiert werden und in welchem Maße sie insbesondere geistes- und kulturgeschichtlichen Wandlungsprozessen unterworfen sind. Nach einer einführenden Darstellung zentraler sprachphilosophischer Postulate des 19. Jahrhunderts sowie der Beziehung von Stimme und Sprache in der Interpretationstradition der klassizistischen Dramatik stellt die Arbeit die entscheidenden sprechstilistischen Prämissen der Jahrhundertwende vor, in deren Kontext Kainz‘ Sprechkunst stand. Sie schließt mit einem konkreten Blick auf seine Vortragspraxis: In der analytischen Auseinandersetzung mit ausgewählten Quellen zu seiner Rezeption sollen die wirkungsästhetischen Dimensionen seiner Sprechstimme präzisiert und hierbei mögliche Rückbezüge auf die epochenspezifische Sprechstilistik angestellt werden.

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