Stimmen der Zeiten - Marie Christine Stein - E-Book

Stimmen der Zeiten E-Book

Marie Christine Stein

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Beschreibung

Stimmen der Zeiten beschreibt eine geheimnisvolle Zeitreise durch die Vergangenheit der vielen Jahrhunderte. Dieses Buch beschreibt eine neue Perspektive im Hinblick auf die schlimmsten Holocauste der Menschheitsgeschichte von der Hexenverfolgung bis hin zum Genozid des 3. Reiches. Die Leser werden im Verlaufe dieses Werkes auf die Spuren von einem Geheimnis gesetzt, welches bereit sein wird entdeckt zu werden und im Kontext von aktuellen gesellschaftlich - politischen Geschehnissen der heutigen Zeit neu betrachtet zu werden. Dieses Buch will nicht bloß aufklären und appellieren, sondern auch zum Nach- und Weiterdenken anregen.

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Seitenzahl: 244

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort von Marie Christine SteinS. 3

1.Aufstieg und Werdegang der NSDAPS.4

.1 Die Fälle Grynspan und van der LubbeS. 4
.2 Notverordnung und ErmächtigungsgesetzS. 4
.3 Plötzlich ausgeschlossen aus der VolksgemeinschaftS. 5
.4 Das Leben der „Aussätzigen“ an verschiedenen BeispielenS. 7

2.Die Systemstruktur des NationalsozialismusS. 12

2.1 Reichssicherheitshauptamt (RSHA)S. 12

2.2 Sturmarmee – Die SAS. 18

2.3 Aufgaben und Funktionen der Schutzstaffel (SS)S. 31

2.4 KonzentrationslagerS. 32

2.4.1 AusschwitzS. 32

2.4.2 Sobibor, Treblinka, Belzec´S. 38

2.5 Heinrich Himmlers „Hexen – Sonderauftrag“S. 42

2.6 Die Ideologie A. RosenbergsS. 45

2.7 Zeitzeugen S. 47

2.7.1 Fotografien 1933 – 1945S. 47

3. Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ S. 50

3.1 GewaltensystemeS. 50

3.2 InquisitionS. 52

3.2.1 InquisitorenS. 54

3.2.2 HexenkommissareS. 56

3.3 Analyse des dunklen Zeitalters der HexenverfolgungS. 57

3.3.1 Das „Gemeyne Geschrey“ – DiffamierungenS. 60

3.3.2 Anklagen, Peinliche BefragungS. 62

3.3.3 Folter und FoltergradeS. 63

3.4 Analyse allgemeiner HexenprozessaktenS. 64

3.4.1 VergewaltigungenS. 66

3.4.2 MordS. 71

3.4.3 Latenter Satanismus als Grundstruktur

des „Hexenwahns“S. 74

3.4.4 ZeitzeugenS. 81

3.4.4.1 Hieronymus BoschS. 81

3.4.4.2 Albrecht DürerS. 97

3.4.4.3 Leonardo da VinciS. 98

3.4.5 Scheiterhaufen – Resultate von SatanismusS. 105

4. Massenwahn, Massenstaat und Massenhysterie – Eine DefinitionS. 107

4.1 Erklärungsmodell nach Gustave Le BonS. 108

4.2 Psychoanalyse nach Siegmund FreudS. 110

4.3 Psychoanalyse eines KZ –Lebens nach Bruno Bettelheim

– Eine Feld- und SelbstforschungS. 112

5. ExorzismusS. 117

5.1 Drei große Fälle des ExorzismusS. 117

5.1.1 KlingenbergS. 118

5.1.2 EarlingS. 127

5.1.3 IowaS. 129

5.2 Die Schwarzmagische Vergewaltigung (SMV)

der Anneliese Michel –

Ein Vergleich zu den Geschehnissen in SalemS. 130

5.2.1 Anneliese Michel – Symptomatik und UrsachenS. 132

6. Nationaler Satanismus – Aufstieg und Werdegang einer NationS. 134

6.1 National Satanistisches SystemS. 134

6.1.2 Die „Kriminellste Blaupause der Welt“S. 136

6.2 Auszüge aus den Tagebüchern Marie Christine SteinS. 138

6.3 Erweiterungen und Ausbau des Systems nach Adolf Hitler

durch den Nationalen SatanismusS. 141

6.4 Gefahren des Nationalen SatanismusS. 145

6.4.1 NAPOLA und andere fortgeschrittene ErziehungS. 149

6.5 Rückschau auf die Hexenverfolgung des Mittelalters

und auf die Zeit des 3. ReichesS. 149

6.6 ZeitgeistS. 156

6.7 Zeitwerke S. 167

6.7.1 Das Milgram ExperimentS. 168

6.7.2 „Das Haus der Treppen“ nach William SleatorS. 171

6.7.3 „Die Welle“ von Morton RhueS. 173

6.7.4 „Die Tribute von Panem“ nach Suzanne CollinsS. 174

7. Resümee S. 179

8. Literatur- und QuellenverzeichnisS. 183

Vorwort von Marie Christine Stein

Bildbeschreibung und Analyse

Liebe schweigt, nimmt niemandem etwas, was man ihm nicht wiedergeben kann

(Heppe; Soldan, Bd. II S. 50, Originalausgabe 1911)“.

Das vorliegende Buch widmet sich einem neuerem Forschungsgebiet zu, bei dem ganz besonders auch aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehnisse und Fragen aufgeworfen werden.

Das Buch behandelt in Abfolge zur Klärung von geschichtlichem Verständnis zunächst den Nationalsozialismus, wobei die meisten Leute, mit der neueren Geschichte mehr vertraut sind, nicht jedoch mit der Zeit der Hexenverfolgung, die sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt und weniger erforscht wurde, als der Nationalsozialismus. Es werden Bezüge zwischen diesen beiden Holocaust Zeiten aufgestellt, die bei näherer Betrachtung doch sehr viele Parallelen aufweisen. Viele Künstler, Maler, Fotografen werden als Zeitzeugen analysiert und näher in Augenschein genommen, um die tatsächlichen Geschehnisse dieser längst vergangenen Zeiten besser analysieren, erklären, betrachten und deuten zu können. Ein Kapitel wird sich auch ausgiebiger mit psychologischer Betrachtung der Holocauste beschäftigen, wobei Bruno Bettelheim und auch Siegmund Freud als Zeitzeugen des Nationalsozialismus und Psychologen zu Wort kommen sollen. Es wird eventuell einige Leute zunächst verwundern, dass in diesem Werk auch die Thematik des Exorzismus behandelt wird, dennoch trägt es maßgeblich dazu bei, aufkommende Fragen und geschichtliche Zusammenhänge zumindest ausreichend klären zu können. Im Anschluss wird eine neue Gesellschaftsform des Nationalen Satanismus anhand geschichtlicher Zusammenhänge aufgegriffen und mit Hilfe des Zeitgeists, dem Milgram Experiment und verschiedener aufklärender präventiver Literatur versucht zu ermitteln, um aktuelle politische Geschehnisse und Begebenheiten aufzugreifen, zu klären und wiederum in Frage zu stellen. Zum Abschluss des vorliegenden Buches werden die Menschenrechte aus dem Jahre 1948 angesprochen, um zu zeigen, welcher Luxus ein demokratischer Staat bedeuten kann und welche Tendenzen es global zu verzeichnen gibt, die zu guter Letzt auf den Beginn eines vergangenen Schrecken hinweisen können. Denn dieses Werk wird eine kleine Zeitreise sein, die die Leser auf die Spuren eines lange gehüteten Geheimnisses setzen kann, um letztendlich die „Kriminellste Blaupause der Welt“ entdecken zu können. Dieses Buch will nicht nur aufklären, appellieren sondern auch Mut machen, für das persönliche Recht zu kämpfen, auch als Einzelner oder kleine Gruppe. Denn selbst in scheinbarer Ausweglosigkeit und Dunkelheit gibt es irgendwo ein kleines Licht, welches uns von irgendwoher den Weg weisen kann und uns letztendlich selbst in schlechtesten Zeiten einen Halt gibt.

1.Aufstieg und Werdegang der NSDAP

Es wurde viel berichtet in der Literatur über Aufstieg und Werdegang der NSDAP, in ihren Anfängen in denen sie sich etablieren konnte, nicht bloß durch Vereinigungen wie der bekannten SA. In diesem Werk soll eine gänzlich andere Sichtweise betrachtet werden. Wie gelang es der NSDAP sich taktisch zu etablieren und beliebt zu machen, dass die Bevölkerung in Jubel und sogar fanatischen Eifer verfiel? Die Nationalsozialisten konnten der allgemeinen Bevölkerung eine Möglichkeit bieten, als Späher, Spione, und sogenannten „Hilfspolizisten“ tätig zu werden. Die Massen wurden damit nicht nur zum Mitmachen animiert sondern konnten gleichermaßen zur fanatischen Begeisterung bewegt werden. Wer kennt nicht die warnenden Worte der Nationalsozialisten „Vorsicht Nachbar hört mit“. Die Bevölkerung erhielt durch die Taktik eines geschaffenen Feindbildes, welches die Minoritäten bildeten, ihren täglichen Anreiz zur Verfolgung, Ausgrenzung und Terror Attacken. Das Volk wurde für deren Begeisterung belohnt mit vielen Orden, Verdienstkreuzen, Titeln und weiteren Belohnungen, die weitere Anreize gaben zu Verrat und Verleugnung des Holocausts. Dieses Buch will die Ursachen betrachten und nicht bloße Symptome beschreiben, will zum Nach- und Weiterdenken anregen.

.1 Die Fälle Herschel Grynszpan und Marinus von der Lubbe

Am 9. November so Rees, zerstörte die SA sämtliche jüdische Geschäfte und raubte was nur zu haben war. Die SA nannte es damals einen Akt der Rache, weil der junge Herschel Grynszpan angeblich den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath ermordet hatte. Grynszpan, ein Name, der sich wie ein Versprechen auf ein bevorstehendes Exzirpationsprogramm anhört. Grynszpan bedeutet auch giftige grüne alles verschlingende Flamme. In diesem Zusammenhang soll in diesem vorliegenden Werk etwas verdeutlicht werden. Die Straßen waren verwüstet, Synagogen brannten und überall herrschte auf den Straßen Chaos und Vandalismus, wobei die Deutschen spotteten (vgl. Rees, S. 40, 2009). Marinus von der Lubbe und einigen anderen Kommunisten, die für den Reichstagsbrand verantwortlich gemacht wurden, wurde der Prozess gemacht. Es wurde von den Nazis zum Anlass genommen, weitere KPD Mitglieder, unter anderem den Vorsitzenden Ernst Thälmann im März 1933 gefangen zu nehmen, der erst 1944, nach zehn jähriger Gefangenschaft in verschiedenen KZs nach langer Qual ermordet wurde (vgl. Harenberg et al., S. 637, 1988).

.2 Notverordnung und Ermächtigungsgesetz

Am 11. Februar des Jahres 1929 unterzeichneten der Vatikan und der faschistische Staat Italien, die Lateranverträge, um die Verhältnisse von Staat und Kirche zueinander zu klären. In einigen Punkten, wie beispielsweise der Jugenderziehung, fand sich beiderseits noch keine endgültige Einigung (vgl. Harenberg et al., S. 401, 1988). Im Folgenden ereignete sich, laut Zeitungsberichten, am 30. Mai 1931 ein Streit zwischen Vatikan und Mussolinis Staat, wobei sich der Vatikan gegen Verstöße gegen das Abkommen vom 11. Februar 1929 beschwerte, wobei der Streitpunkt wiederum die Jugenderziehung betraf. Mussolini erhob Anspruch auf die Totalität des faschistischen Staates wie auch der Jugenderziehung (vgl. Harenberg et al., S. 431, 1988).

Am 9. Oktober 1932 ergeht die Meldung in den Tageszeitungen, dass Joseph Stalin, Russlands faschistischer Diktator gegen innerparteiliche Gegner vorgeht.

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler durch Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Wenige Wochen später ereignete sich zwischen dem 27. und 28. Februar des gleichen Jahres der berühmt berüchtigte Reichstagsbrand, der zur sogenannten „Notverordnung“ führte, die 7 Artikel außer Kraft setzten, die bürgerliche und persönliche Freiheiten garantierten. Für den Reichstagsbrand wurden KPD Mitglieder, unter anderem der junge Marinus van der Lubbe verantwortlich gemacht und inhaftiert.

Die im Rahmen der „Notverordnung“ vom 28. Februar vorgesehene Schutzhaft wird gleichzeitig als Beseitigung von Kommunisten genutzt (vgl. ebd., S. 462, 1988).

Am 24. März 1933 berichtet die Zeitung „Völkischer Beobachter“, dass der Reichstag Adolf Hitler die Herrschaft des Staates übergeben hätte.

Regierungsgeschäfte können innerhalb von vier Jahren ohne Zustimmung des Parlaments getätigt werden. Träger von Mandaten wurden versucht zur Zustimmung zu ersten Gesetzesvorhaben „zur Behebung der Not von Volk und Reich“ zu bewegen, ansonsten wurden sie verfolgt und inhaftiert. In diesem Zusammenhang wurde auch der damalige Vorsitzende der KPD Ernst Thälmann in Schutzhaft genommen und später ins KZ deportiert (vgl. Harenberg et al., S. 401, S. 637,1988).

Eine weitere Unterstützung bekommt der Reichsstaat, laut Zeitungsmeldung vom 4. April 1933, eine weitere Unterstützung durch die evangelische Kirchengemeinde, die eine einheitliche Reichskirche des Führers institutionalisieren will und das „Führerprinzip“ voll und ganz unterstützt (vgl. ebd., S. 465, 1988).

Am 29. September 1936 wird in Salamanca der Diktator Franco zum Staatschef gewählt und erhält damit alle Führungsgewalten über Spanien (vgl. Harenberg et al., S. 510, 1988).

.3 Plötzlich ausgeschlossen aus der Volksgemeinschaft

Als hätte man das Licht einer Kerze von einem Moment auf den anderen gelöscht, so verhielt es sich mit „Andersdenkenden“, Juden, etc. und ihrer sozialen Umstrukturierung in Menschen, die schlechter behandelt wurden als „Vieh“ und zu Menschen 2. und sogar 3. Klasse degradiert wurden (vgl. Rees, S. 138, 2009). Das soziale Umfeld, wie Freunde, Familie, Kollegen verschwand, die Umwelt nahm Abstand von stigmatisierten Menschen, die zur Vernichtung und Ausbeutung vom deutschen Volk ausgesucht wurden. Von nun an entstand eine äußerliche Gewalt durch die Gesellschaft, ein Volks – Mobbing, dem die „Aussätzigen“ tagtäglich schutzlos ausgeliefert waren, ohne jegliche Möglichkeit auf faire Behandlung und (Rechts-) Schutz. Es klingt wie ein Scherz, als am 1. April eine Pressemitteilung ergeht zur Ausschaltung von Juden in höheren Positionen, wie Juristen, Mediziner, Lehrer und Kulturschaffende, die zu einem „freiwilligen“ Austritt aus dem Berufsleben genötigt werden sollten. Mehrere Hochschullehrer bekamen Ende des Monats April eine Beurlaubung und Künstler erhielten sogar Auftrittsverbote (vgl. Harenberg et al., S. 465, 1988).

Man konnte buchstäblich keinem Menschen mehr trauen, denn sonst wäre es sofort zum Vorteil ausgenutzt und gegen verwendet worden. Man musste ständig darauf gefasst sein, dass andere einem in den Rücken fielen. Es wurde zu einem täglichen Spiel um Leben und Tod (vgl. Rees, S. 134, 2009).

„In allen Fällen ging es um die größtmögliche wirtschaftliche Ausnutzung jener Menschen, die man vernichtete (Rees, S. 242, 2009).“

(Abb. Ginzel, S. 128, 1993)

Jüdische Geschäfte werden durch Massengewalt und öffentliches Gesellschafts – Mobbing nicht nur sabotiert sondern auch mutwillig zerstört. Ziel dieser Kampagnen sind so genannte „Arisierungen“, wobei der Besitz der Juden konfisziert wird (Ginzel, S. 128, 1993).

(Abb. Ginzel, S. 128, 1993)

Rees berichtet von Familie Fried, die zur Aussage gab, dass besonders der offensichtliche Betrug und vor allem der Verrat von Freunden trugen. Die besten Freunde wurden zu der Zeit des Nazi Terrors zu den bösartigsten Feinden (vgl. Rees, S. 375, 2009).

In seinem Abschluss – Plädoyer seines Buches hätte Rees nicht treffender formulieren können.

Vorbereitung eines literarischen Scheiterhaufens auf dem Berliner Opernplatz vom 10. 03. 1933. 100 jüdische Bibliothekare und Bibliothekarinnen wurden aus ihren Positionen gedrängt. Ein Zeitungsartikel aus „Die Welt“ berichtet über diesen geschichtlichen Verlauf am 23.03.1991. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin hält ebenfalls vielerlei Informationsmaterial bereit (vgl. Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin, Material 6.2. 11/92/2).

1.4 Das Leben der „Aussätzigen“ an verschiedenen Beispielen

Obwohl die Deutschen die Juden, „Andersdenkenden“, etc. so sehr hassten, hatten sie keine Hemmungen, deren Kleider, Schuhe und Schmucksachen zu nehmen. Die Frage stellte sich, weshalb die Deutschen keine Abneigung gegen diese Sachen empfanden (vgl. Rees, S. 148f, 2009). War es wirklich Hass gegen die „Andersdenkenden“, Juden, etc. oder waren es eventuell doch mehrere andere Motive wie Neid, Habgier, etc. die diesen immensen Hass beschworen?

In rascher Aufeinanderfolge wurden Verordnungen erlassen, um sich jüdischer Geschäfte zu bemächtigen. Die Geschäfte von Juden wurden systematisch durch Volkverhetzung zerstört und „arisiert“, das heißt durch Deutsche wurden Läden und Geschäfte konfisziert. Juden wurden somit aus dem alltäglichen Leben ausgeschlossen und gezwungen, ein „Stigmata“, den gelben „Judenstern“ zu tragen. Diese „Sterne“ gab es in unterschiedlichen Farben auch für „Andersdenkende“, „Bibelforscher“, „Asoziale“, etc. Die Juden, „Andersdenkende“, Bibelforscher, angeblich „Asoziale“, etc. waren nicht länger ehrbare Personen. Sie mussten die höhere Schule verlassen und durften kein persönliches Eigentum besitzen. Für Juden, „Andersdenkende“, etc. war ein Schulabschluss bis zur vierten Klasse der Volksschule vorgesehen. Danach wurden diese stigmatisierten „Aussätzigen“ gezwungen, die Schule zu verlassen. Koch, die als Kind von Kommunisten groß gezogen wurde und deren Mutter sogar den Beruf der Apothekerin ausübte, wurde verwehrt einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Sie konnte sogar ihre Ausbildung zur Erzieherin nicht absolvieren, weil die Nazis aus einem Sabotageakt heraus den Montessori Kindergarten in einen NSV – Kindergarten umfunktionierten und den Auszubildenden ihre kurz vor dem Abschluss stehende Ausbildung verwehrten (Koch, S. 76, 2006). Koch war Mitglied der Widerstandsgruppe „Edelweiß“, die noch vor der „Weißen Rose“ aktiv wurde und im Widerstand gegen Hitler und sein System nicht nur Flugblätter verteilte, sondern versuchte die Öffentlichkeit zu warnen und zum Umdenken zu bewegen (ebd., S. 90, 2006). Zur gleichen Zeit wie die „Edelweiß – Gruppe“ waren auch die „Navajos“ aktiv, die den Nazis durch ihr Engagement ebenfalls versuchten Widerstand zu leisten (Koch, S. 89, 2006).

„1940 stellte Sebstian Haffner fest, dass die propagierte Tüchtigkeit der Nazis nur Täuschung war […].

Noch nie in der Geschichte hatten Machthaber Untertanen so barbarisch als bloße Nullen behandelt und gleichzeitig behauptet, sie würden sich für sie aufopfern. Da die Nazis über keine Lebensart und keine Werte des Lebens wie Liebe, Verantwortungsbewusstsein und richtige Lebensfreude verfügten, benötigten sie ständig große und immer größere Sensationen und Abenteuer, um der Langeweile zu entrinnen (Barbian, S. 475f., 2010)“.

Koch berichtet in ihrem Werk „Edelweiß“, wie Kommunisten auf offener Straße von den Nazis getötet wurden (Koch, S. 67, 2006). Manchmal wurden die Leichen der Ermordeten tagelang als Abschreckungsbeispiel auf den Bürgersteigen liegen gelassen.

Ernst Glaeser engagierte sich vor 1933 in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). 1933 wurde ihm alle Arbeit verboten. Er kehrte 1939 aus dem Schweizer Exil zurück nach Deutschland, wobei Ernst Glaeser unter dem Namen „Ernst Töpfer“ sonderbarerweise gestattet wurde, seine Werke zu publizieren. Auflage des Amtes „Schrifttum“ des RSHA, war es, dass Ernst Glaeser sich dazu verpflichtete eine Romantrilogie zum Thema „Heimkehr“ zu verfassen. Das Buch wurde von Ernst Glaeser nach verschiedenen verstrichenen Fristen nach 3 Jahren nicht vorgelegt. Ernst Glaeser erhielt daraufhin ein absolutes Arbeitsverbot sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Jeder Mensch, der logisch darüber nachdenkt, wird erkennen, dass Ernst Glaeser mit perfiden und subtilen Mitteln des Nazi Terrors keine Chance gelassen wurde, seine Arbeit als Literat wieder aufnehmen zu können (vgl. Barbian, S. 205f., 2010). Hans Fallada wurde damals als Autor ausgeschlossen, wobei groteskerweise zur gleichen Zeit der Bestseller Roman „Opiumkrieg“ von Brunngraber aus dem Jahre 1939 - im Rowohlt Verlag erschienen, einem ursprünglich jüdischen Verlag – auf eine für das Ausland bestimmte Liste der Reihe „Der deutsche Tauchenitz“ aufgenommen wurde (vgl. Barbian, S. 201, 2010, IN: Fallada, Ewig auf der Rutschbahn, Brief vom 28.05.1941, S. 332).

„Das Buch vom persönlichen Leben“, das Hermann Graf Keyserling im Jahre 1936 in der Deutschen Verlags Anstalt veröffentlicht hatte, war für Göbbels ein „Edelquatsch, gemischt aus Frechheit, Arroganz und Feindschaft […]“ den Selektierten des Nazi Staates gegenüber (Barbian, S. 215, 2010; IN: Goebbels Tagebücher, 28.02.1937, Teil I, Bd.3, S. 397).

Bildergalerie:

Überall im Land wurde vor jedem Ortseingang dieses Schild aufgestellt (Ginzel, S. 57, 1993).

Es gab einen weit verbreiteten Spruch im Nationalen Sozialismus, der die Mentalität der Deutschen zur damaligen Zeit offenbarte: „Bist im Dorfe das größte Schwein, lässt dich mit einem Juden ein.“

Juden wurden als Verbrecher nicht nur diffamiert sondern auch zu jeder Zeit denunziert. Sie waren Opfer, die für jegliche Verbrechen der Nazis her halten sollten (Ginzel, S. 57, 1993).

Auf dem Marktplatz in Schmölln wurden Frauen die Haare zu Glatzen geschoren.

Diese Frauen hatten angeblich gegen Verordnungen und Gesetze des Nazi Systems verstoßen und wurden demütigend auf diese Weise vor aller Öffentlichkeit bestraft (Ginzel, S. 150, 1993).

Im Jahre 1938 entstand dieses Bild von Juden in Wien, die in erniedrigender Weise zu Füßen der Bevölkerung auf Knien einen öffentlichen Platz schrubben mussten (Lawton, S. 15, 2002).

(Artikel: Harenberg, S. 577, 1988)

(Abb. Gutermuth; Netzbandt, S.49, 1993)

Kategoriensystem der Nazis in den Konzentrationslagern. Die Dreiecke vereinfachen die Übersicht über die verschiedenen Häftlinge. Die Häftlinge und Kategorien sind zur Vereinfachung durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet. Auch in dieser Tafel alsÜbersicht verbirgt sich die

„Kriminellste Blaupause“ der Welt, wie das vorliegende Werk im Folgenden versucht zu veranschaulichen.

Bruno Bettelheim berichtet von verschiedenen Gruppen der Häftlinge:

Nichtjüdische Politische Häftlinge:

Hauptsächlich Sozialdemokraten und Kommunisten, Adlige und Monarchisten, die Hitler Widerstand geleistet hatten.

Asozialen oder arbeitsscheuen Gruppen:

Menschen, die sich über zu niedrige Löhne beschwert hatten oder keiner geregelten Arbeit wegen Volksverhetzung nachgehen konnten.

Jüdische politische Häftlinge:

Ehemalige Angehörige der „Französischen Fremdenlegion, Zeugen Jehovas (Bibelforscher), und andere Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen.

(vgl. Bettelheim, Anmerkungen geändert durch M.Ch. Stein, S. 131f., 1964)

2.Die Systemstruktur des Nationalsozialismus

Der Staat der Nationalsozialisten begründete sich auf verschiedene grundlegende Institutionen, wie dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA), der Sturmarmee (SA), der Schutzstaffel (SS) und den „Aussätzigen“, die als geschaffenes Feindbild, den Terror Apparat erst möglich machen konnten und den Nährboden schufen, um Einheitlichkeit gewähren zu können. Eine ungewöhnliche Perspektive auf einen außergewöhnlichen Staat wird in diesem Kapitel vorgestellt, erläutert und still betrachtet.

2.1 Reichssicherheitshauptamt (RSHA)

Am Beispiel des 3. Reiches und seiner sieben Hauptämter, die in verschiedene Abteilungen aufgegliedert waren und gesonderte Aufträge bekamen (beispielsweise Himmlers Hexen Sonderauftrag), lässt sich aufzeigen, welche schrecklichen Kammern des Nationalen Satanismus sich öffnen können und in welcher Weise das System Terror Staat funktionierte. Hier kann eine Transfer – Leistung geschaffen werden, um Vorgänge zu verstehen, die damals den Nationalsozialisten verhalfen, Menschen völlig zu entrechten und ihnen jegliche Menschenwürde zu nehmen.

Struktur des Reichssicherheitshauptamtes:

Amt I: Personal, Ausbildung und Organisation der Sicherheitspolizei und des SD.

Amt II: Haushalt und Wirtschaft

Amt III: Deutsche Lebensgebiete

Amt IV: Gegner Forschung und Bekämpfung (Gestapa/Gestapo)

IV A : Gegnerbekämpfung, Leitung von Friedrich Panzinger

IV A 1: Feindpropaganda (etc.)

IV A 2: Sabotageabwehr, Sabotagebekämpfung, politisch- polizeiliche Abwehrbeauftragte, Fälschungswesen, etc.

Amt V: Verbrechensbekämpfung

Amt VI: Auslandsnachrichtendienst

Amt VII: Weltanschauliche Forschung und Auswertung

(Strukturskizze: Lesczynska, K., S.55f., 2009; http:// www.gelsenzentrum.de)

Am 31.Januar 1933 erhielt die NSDAP und Adolf Hitler die Herrschaft über Deutschland, am 20. März des Jahres 1933 erfolgt eine Pressemitteilung, dass erste KZ entstehen, um politische Gegner zu eliminieren. Nach dem Reichstagsbrand erfolgte am 28. Februar 1933 eine sofortige Notverordnung zum Schutz des Deutschen Volkes und somit am 31. März 1933 das Ermächtigungsgesetz, welches gegen jede Menschenwürde ging und alle bisherigen Gesetze zum Schutz von Volk und Vaterland gegen Feinde und Staatsverräter außer Kraft setzte. Es gab also kein Gesetz und keine Verordnung die der Gerechtigkeit dienen wollte und somit auch keine faire Justiz mehr, die Menschen bereit war zu schützen (vgl. Harenberg et al., S. 464, 1988).

„Alle Menschen- und Grundrechte waren aufgehoben. Der „Hexenkessel des Terrors brach los (Höhne, S. 83, 1992).“

Abb. aus: „Die Geschichte des Holocaust“

(Lawton, S. 15, 2002)

Jüdischer Rechtsanwalt wird 1933 barfuss mit einem Schild von der Polizei durch die Straßen gejagt. Er hatte sich zuvor bei der Polizei wegen den unzumutbaren Missständen im Staat beklagen wollen. Von der Öffentlichkeit wird er dabei verspottet. Seine Hose sieht verschnitten aus und zu kurz gehalten für einen Mann seines Berufsstandes und Anliegens bei der Polizei. Ob er die Glatze schon vorher trug oder nicht bleibt offen.

Der Polizei wurde ohne richterlichen Befehl Hausdurchsuchungen rücksichtslos zum Schutze des Volkes gewährt. Eigentum wurde beschlagnahmt, Abhören von (Telefon-) Gesprächen und Nicht - Einhaltung des Briefgeheimnisses waren neue gesetzliche Verordnungen zur Absicherung des Vaterlandes. Zum Aufbau des diktatorischen Terror –Apparates gehörte ebenso die „Konstruktion des Staatsfeindes“ (vgl. Höhne, S. 82, S. 171ff., 1992).“ Himmler und Göring hetzten zur Volksjustiz auf, wobei Gegner des Systems unschädlich zu machen seien. Von Waffen durfte dabei Gebrauch gemacht werden. Jede Exekutive wird geleitet durch das RSHA und den „Mantel“ des Gesetzes. So auch Gestapo, SD, SA und SS sind Organisationen, die als Gewaltinstanzen fungieren und funktionieren. Die schrecklichen Kammern des RSHA öffneten sich häufiger, besonders nach sogenannten „Gruppenaktionen“, wurden weitere „Spitzfindigkeiten“ eingebracht und neue Verordnungen und Gesetze erlassen. Die Menschen im Land wussten nie, welche Ansprüche der Staat am morgigen Tag an die konforme Meinung der Bevölkerung stellen würde. Eine totalitäre Identifikation mit dem Staat und seinen Zielen wurde vorausgesetzt (vgl. Bettelheim, S. 299f., 1964).

Am 16. Juli des Jahres 1933 gab es bereits die „Reichskulturkammer“ als Abteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, die sich in folgende Einzelkammern teilte:

Reichspressekammer

Reichsrundfunkkammer

Reichsmusikkammer

Reichstheaterkammer

Reichskammer der bildenden Künste

Filmkammer (gegründet am 14. Juli 1933)

(Barbian, S.100ff., 2010)

Amtliche Bekanntmachungen und die Bestimmung sozial- und arbeitsrechtlicher Vereinbarungen, waren nichts anderes als „Entrechtungs- und Enteignungskammern“, die Geschädigten nicht einmal Ansprüche auf Entschädigung ließen (vgl. ebd., S. 98ff., 2010).

Nach den Nürnberger Rassegesetzen nach 1935 mussten auch einige Deutsche den Beruf aufgeben, denn sie zeigten den Juden gegenüber zu große Loyalität. Es erging im gesamten Land ein Befehl zur Überwachung „nicht arischer Personen“ und mit denen in Gemeinschaft lebender Menschen, die durch Regierungsbeauftragte ausspioniert wurden. Das Hauptziel dieser Aktionen war die Aussonderung aus sozio – kulturellen Lebensbereichen (vgl. Barbian, S. 98f., 2010).

Heydrich konzipierte ein sehr engmaschiges Überwachungssystem (Matrix, hiermit eine teuflische Festung gemeint), das jeden Bereich des nationalen Lebens durch Staat und Volksgemeinschaft beschatten ließ und für die Menschen ein Entkommen nicht mehr zuließ (vgl. Höhne, S. 162, 1992). Bruno Bettelheim führt an, dass die Gesellschaft und die Technik einen Zwang und Macht auf die Gesellschaft ausübten, um jedes Volksmitglied besser unter Kontrolle zu bekommen (vgl. Bettelheim, S. 287ff., 1964)

„Das alte jüdische Fräulein Löwenthal, aus der Brillerstraße, missbraucht einen kleinen Germanen als Lasttier. Laut anonymen Denunzianten dieses Fotos (Ginzel, S. 94, 1993).“

Schamlosestes Ausnutzen von Menschen in allen erdenklichen Bereichen des Lebens. Das oben beschriebene Bild und der dazugehörige Untertitel lassen auf vieles schließen, nur nicht auf Rechtmäßigkeit. Wahrscheinlich hat die ältere Dame dem Jungen sogar noch ein extra Trinkgeld gegeben für seine Bemühungen ihre Tasche zu tragen. Der Junge wird nicht nur sein Taschengeld durch seine Tätigkeit aufgebessert haben, sondern in diesem Fall auch als „Köder“ der Nazis fungiert haben. Ein willkürlicher Terror – Staat, wie der 3.Reiches zeigt auf, auch im nächsten Bild, mit welchen erschreckenden Maßnahmen die Nationalen Sozialisten vorgingen und zu welchen Handlungen sie gegen „Minoritäten“ fähig waren.

Ein verbotenes Akt – Bild, von Jüdinnen, die sich zum rituellen Bad entkleiden. Dieses Foto entstammt aus einer Reihe von heimlich gemachten Bildern, die mit unrechtmäßigen Bemerkungen versehen waren. Mit stetigen Diffamierungen und solchen Denunziationskampagnen wurden Jüdinnen zu „Judenhuren“ propagiert und schutzlos dem „Massenstaat“ zu Vergewaltigungen und anderen Verbrechen ausgeliefert, wie nicht nur Rees eindeutig beschreiben konnte. Dazu sei noch bemerkt, dass nicht nur Juden in solche öffentliche Aufmerksamkeit gerieten, sondern auch „Andersdenkende“, Zeugen Jehovas, „Asoziale“, Rumänen (Zigeuner), etc. Hierzu das Plakat und die Kategorien der eingestuften „Verfolgten“, die mit unterschiedlich farbigen „Sternen“ gekennzeichnet wurden.

Die folgenden Fotos dieser Reihe bleiben schlichte Vermutungen, dennoch wurden diese nichts Böses ahnenden Frauen öffentlich als „Judenhuren“ betitelt und mittels versendeten Bildern zur Schau gestellt. Ein Bild dieser Serie wird untertitelt mit „Durch den Schmutz der Juden bekommt das Wasser eine schwarz – graue Farbe (Ginzel, S. 95, 1993).

Ein Urlaub mit (Zweiter von rechts) jüdischem Freund (Abb. Ginzel, S. 88, 1993)

Eine viel sagende „Ansichtskarte“ wird aus dem Urlaub versendet, aus deren Worten man entnehmen kann, dass dieser Urlaub in boshafter dialektischer Absicht geplant wurde. Wie die Nationalen Sozialisten zu Beginn ihrer Amtszeit schon propagierten, sollte es zur größtmöglichen Ausnutzung „Verfolgter“ kommen. Hierzu sei auch auf die Damen verwiesen, die im Bad heimlich fotografiert wurden. Alle diese Vorgehensweisen der Nazis zeigen, beschreiben und deuten einen gesellschaftlichen Missbrauch der Verfolgten in allen Lebenslagen an, wie die Beispiele aufzeigen können. Die Verfolgungen von Menschen, die dem 3. Reich nicht genehm waren, wurden zum größten Geschäft. Angerichteter Schaden, wie im Beispiel von „Taschen Lichtenstein“ mussten die Geschädigten tragen und in kürzester Zeit für sämtliche Instandsetzungen persönlich aufkommen. Nach dem Tod der Juden in den Konzentrationslagern, floss deren Geld in deutsche Staatskassen. Das Wenige was den Menschen bei der Aufnahme in den KZ abgenommen wurde, fiel dem Staat zu (vgl. Ginzel, S. 237, 1993).

(Abb. Ginzel, S. 142, 1993)

„Die Möglichkeit als Anwalt Verfolgter aufzutreten, war den Menschen des Volkes während des national sozialistischen Terrorsystems bekanntlich nicht gegeben (Klee, S. 79, 1997)“, schreibt Ernst Klee in seinem Werk über Ausschwitz und die vielen Opfer des National Sozialismus. Im Freundeskreis der Nazi Führungselite gründete sich im Jahre 1932 ein „Studienausschuss für Wirtschaftsfragen“, wobei den Vorsitz I: G. Farben Industrie Vorstand Bütefisch und der Kölner Bankier Kurt Freiherr vom Schröder hatten.

Im Freundeskreis der NS – Elite waren folgende Institutionen vertreten:

I. G. Farben Industrie (heute Bayer Leverkusen mit AGfA, Höchst, BASF)

Deutsche Bank

Dresdner Bank

Commerz- und Privatbank

Reichsbank und Bankhaus

Schifffahrtsgesellschaften norddeutscher Lloyd und Hamburg – Amerika –Linie

Ölfirmen Deutsch – Amerikanische Petroleum Gesellschaft

Continentale Ölgesellschaft

Nährmittelfabrik Dr. August Oetker

Mitteldeutsche Stahlwerke AG

Rheinmetall Borsig

Siemens – Schuckert – Werke AG

Reichswerke AG „Hermann Göring“, der spätere Chef der SA, Abteilung VI RSHA

(Höhne, S.131f., 1992)

Pro Jahr ergingen 1 Mill. Reichsmark auf das Konto der SS. Im Gegensatz dazu fielen den Mitgliedern des Freundeskreises dutzende von SS Titeln zu. Es gab auch vor 1933 immer wieder kleine Gruppen, die Gelder spendeten oder in einem Fond sammelten (vgl. Höhne, ebd. 1992).

Vor Ende des Jahres 1934, also noch im gleichen Jahr Adolf Hitlers Regierungsantritts, „bekam sein Staatssekretär Heß ein weiteres Gesetz durch, welches das Verbot aufhob, dass Beamten verbot, einer Verbrauchergenossenschaft beizutreten (Schönbaum, S. 180, 1968).“ Hiermit öffnete sich wiederholt eine der schrecklichen Kammern der Regierung, um damit ein Gesetz zu schaffen, welches Beamten Bestechlichkeit offiziell ermöglichte.

„Nach völkischer Rechtsauffassung, seien die Behörden und die einzelnen Volksgenossen Organe des Volkes, „die In der Volksordnung nach den von der Führung gesetzten Regeln zur Erreichung völkischer Zwecke zusammen zu wirken haben (Höhne, S. 184, 1992)“. Eines der grausamsten Gesetze des 3. Reiches, die den schrecklichsten Kammern des RSHA entsprungen sind. Es war sozusagen die Berechtigung zu jeglicher Willkür gegen Staatsbürger.

Zu diesem Gesetz führt Höhne wenig später in seinem Werk das Beispiel des Dr. Johann Hoffmann auf, der auf der „Vulkanwerft in Stettin – Bredow“ ein Konzentrationslager unterhielt, in dem Menschen „vulkanisiert“, das heißt in brutalster „Bestialität gefoltert und gequält wurden (Höhne, S. 176, 1192).“

In welcher Weise hier Politik gemacht wurde, schildern nicht nur ca. 12 Jahre Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten, sondern auch sämtliche „Konfiskationen“ durch die Regierung. Die Namen der Despoten, deren Freunde, Geldgeber, angeschlossene Institutionen, die an dieser Stelle erwähnt werden, zeigen nur in Ansätzen das Gerüst des Terror Staates.

(Gutermuth; Netzbandt, S. 19, 2005)

2.2 Sturmarmee – Die SA

Schönbaums Werk wurde mit dem Titel „Die braune Revolution“ berühmt. Die Begrifflichkeiten zeigen sehr deutlich nicht nur die Meinung des Autors, sondern auch die Führungsintention dieser Einrichtung.

Die SA, die unter der Führung von Hermann Göring stand, war für ihre äußerste Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit sehr bekannt. Die SA als Einheit des National Sozialistischen Staates identifizierte sich meist über das „geschaffene Feindbild“, dass jeder Organisation und dem Staat Ausgangspunkt wurde. Beim Putsch von 1923 auf die Regierung Deutschlands hatte die SA keine untergeordnete Rolle gespielt. Die Anfänge liegen im Aufbau der Sturmarmee begründet, woraus sich die SS bildete. Eine noch sehr viel intelligentere Terror Organisation, die sich durch Perfidität und Subtilität von der SA abhob. Die SA begann mit organisierter Kriminalität durch Späher, Spitzel- und Spionagetätigkeiten (Spione, Normalbürger als Hilfspolizisten) (vgl. Höhne, S 80, 1992). Die psycho – kulturelle Ebene des Massenwahns wurde somit geschaffen, weiterhin fungierte hiermit in Verbindung das von den National Sozialisten „geschaffene Feindbild“, welches den Nährboden für jeglichen Terror und Gewalt schuf. Die Volksgemeinschaft wurde durch diese Faktoren gesichert und konnte somit eine Art Volksverschweißung schaffen (vgl. Schönbaum, S. 98, 1968)

Erfinderische und ereifernde Unternehmer griffen zu verschiedenen Strategien:

Unsichtbare Lohn- und Gehaltserhöhungen

Freiwillige Zahlungserhöhungen

Scheinbare Beförderungen

Zulagen

Zusätzlich bezahlter Urlaub

Ermäßigungen bei Banken, Versicherungen, Steuern, Prämien, etc.

Vergünstigungen jeglicher Art

Publikationen von Studentenreferaten in Zeitschriften und Zeitungen (innovative Studentische Planungen, die an verschiedene Firmen zur Umsetzung vermittelt wurden)

(Schönbaum, S. 134, 1968)

Schönbaum spricht davon, dass ständische Formen innerhalb Deutschlands vorhanden seien, diese jedoch keineswegs an mittelalterlichen hypothetischen Vorbildern orientiert seien, die den Auftrag hatten, „besondere Interessen“ zu vertreten oder die „Wettbewerbsfähigkeit“ einzuschränken. Schönbaum greift hier auf dialektische Weise eine Wahrheit auf, die im Zusammenhang mit dem Nationalen Satanismus und den grausamen Vorbildern seiner Vergangenheit von besonderer Bedeutung wird.

Die Industrie wurde bestochen (Sozialdarwinismus). Unterschiedliche Beziehungen zu Wirtschaft, Regierung und der Armee zeigt eine „Polystruktur“ auf (vgl. Schönbaum, S. 164f., Änderungen durch M.Ch. Stein)

Nicht nur die I.G.Farben Industrie und ihr besonderes Verhältnis zu den KZ Ärzten der SS sondern auch der Fall Hertie – Karstadt zeigen bösartigste Verwicklungen der Wirtschaft im NS –Terror Regime.

Hermann und Leonhard Tietz, Gebrüder jüdischer Abstammung, sind die Begründer der Hertie – Karstadt Warenhauskette. Zur damaligen Zeit griff Wirtschaftsminister Schmitt zur einer List. Zur angeblichen Rettung der jüdischen Warenhaus Kette Hertie – Karstadt, ließ er in das Unternehmen investieren. Die Firma sollte in staatliche und wirtschaftlich konkurrierende Abhängigkeit geraten, um die Eliminierung dieser besonnenen Warenhauskette vertuschen zu können.