Streuner verzweifelt gesucht - Damon B. Sterling - E-Book

Streuner verzweifelt gesucht E-Book

Damon B. Sterling

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Beschreibung

Julie ist nach der Trennung von ihrem Verlobten auf den Hund gekommen. Doch der junge Mischling Streuner entwischt ihr bei einem Parkspaziergang. Die verzweifelte junge Frau versucht alles, um ihren Vierbeiner wiederzubekommen, doch vergebens. Erst als der freundliche Streetworker Kai zusammen mit Streuner vor ihrer Wohnungstür auftaucht, scheint die Welt für Julie endlich wieder in Ordnung zu kommen.   Achtung: Diese Geschichte enthält explizite, erotische Beschreibungen.

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Veröffentlichungsjahr: 2015

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Damon B. Sterling

Streuner verzweifelt gesucht

Eine prikelnde Kurzgeschichte

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Titelseite

Über dieses Buch

 

Streuner verzweifelt gesucht

 

Julie ist nach der Trennung von ihrem Verlobten auf den Hund gekommen. Doch der junge Mischling Streuner entwischt ihr bei einem Parkspaziergang. Die verzweifelte junge Frau versucht alles um ihren Vierbeiner wieder zu bekommen, doch vergebens. Erst als der freundliche Streetworker Kai zusammen mit Streuner vor ihrer Wohnungstür auftaucht, scheint die Welt für Julie endlich wieder in Ordnung zu kommen.

 

Achtung: Diese Geschichte enthält explizite, erotische Beschreibungen.

Streuner verzweifelt gesucht

“Es war die absolut beste Entscheidung!”, dachte sich Julie und wuschelte ihrer frechen Promenadenmischung durch das zottelige Fell. “Du bist ein richtig feiner Kerl”, sagte sie zu dem jungen Mischling in einem sehr freundlichen Ton, was Streuner, so hatte sie ihn genannt, mit dem Schwanz wedeln ließ.

 

Julie band ihm das rote Halstuch um, welches sie am Abend zuvor genäht hatte und rücke es zurecht. Streuner ließ sich dies, gutmütig wie er war, gefallen und schien sogar ein wenig Gefallen an dem neuen Accessoire zu finden, das ihn noch niedlicher wirken ließ. Wenn dies überhaupt noch möglich war.

 

Zwei Monate nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund und am Ende sogar Verlobten Steffen, war sie in das städtische Tierheim gefahren und wollte sich eigentlich eine kleine, verschmuste Katze holen. Als sie dann allerdings am Hundezwinger vorbei kam und Streuner sie mit seinen dunklen Augen ansah, war es um die junge Frau geschehen. Sie musste gar nicht lange darüber nachdenken. Da sie als freiberufliche Kolumnistin ihre Zeit frei einteilen konnte, würde sie immer genug Zeit haben, um sich um den Hund und seine Bedürfnisse zu kümmern. Außerdem war sie so gezwungen, ihren Vorsatz, sich mehr an der frischen Luft zu bewegen, in die Tat umzusetzen.

 

Julie band ihre dunkelbraunen Locken, die ihr wie ein dunkler wilder Wasserfall über die Schultern fielen, zu einem Zopf zusammen. Da draußen die Herbststürme eingesetzt hatten und es langsam aber unaufhaltsam winterlich wurde, wollte sie so vermeiden, dass ihr die Haare ins Gesicht flogen. Sie packte sich in ihren warmen, figurbetonten Parker ein, machte einen Schal um, der farblich zu dem Halstuch von Streuner passte und machte sich auf den Weg in den nahegelegenen Park.

 

Nicht viele Leute trauten sich bei diesem Sturm vor die Tür und fast alle, denen Julie begegnete, hatte mürrische Mienen aufgesetzt. Die junge Frau allerdings genoss es, diese Urgewalt der Herbstwinde zu spüren und ihrem neuen Freund beim Erkunden des Parks zuzusehen.

 

Nachdem Julie schon eine gute Stunde in dem Wald ähnlichen Park unterwegs war, traf sie eine alte Schulfreundin und die beiden kamen ins Gespräch.

 

“Mensch Julie, dass du dir mal einen Hund zulegst. Hätte ich nicht gedacht. Warst du nicht eher so der Katzenmensch?”, fragte die etwas überschminkte Blondine, die einen winzigen Terrier an einer pinkfarbenen Leine durch den Park zerrte.

 

Streuner schien sich sehr für das Hinterteil der kleinen Hundedame zu interessieren und schnüffelte mit wedelnder Rute hinter ihr her, was Viola, so hieß die junge Dame, dazu veranlasste, ihr Hündchen schleunigst auf den Arm zu nehmen. Streuner sah sie mit traurigem Blick von unten her an.

 

“Schön dich hier zu treffen Viola. Haben uns ja wirklich ewig nicht gesehen. Streuner hier ist ganz neu. Ich habe ihn aus dem Tierheim. Ich konnte seinem treuen Blick und diesen süßen dunklen Augen einfach nicht widerstehen.”

 

“Und was sagt dein Steffen dazu?”

 

“MEINEN Steffen gibt es nicht mehr. Wir haben uns getrennt“, klärte Julie ihre alte Bekannte mit einem ziemlich angesäuerten Ton auf, was ihr einen fragenden Blick einbrachte. „Entschuldige, aber bei dem Thema bin ich immer noch ein wenig empfindlich.

 

Viola setzte eine Trauermiene auf, bei der man allerdings sofort durchschaute, dass sie nur geheuchelt war. “Ach so. Das tut mir aber leid. Ihr wart so ein schönes Paar.”

 

“Tja, so ist das halt. Es hat einfach irgendwann nicht mehr geklappt. Und wenn man das früh genug merkt, dann kann es, so wie bei uns beiden, ganz ohne Schlammschlacht ausgehen.”

 

“Das ist schwierig. Ich weiß noch, wie ich mich von Diego getrennt habe. Mensch habe ich diesem notorischen Fremdgänger die Hölle heiß gemacht.”

 

“Ihr wart doch schon seit der Schule zusammen, oder?”, erkundigte sich Julie erstaunt.

 

“Ja, fast acht Jahre lang habe ich es bei diesem Italo-Macho ausgehalten. Naja. Jetzt habe ich meine Carla und wir sind richtig glücklich miteinander.”

 

Julie schien sich verhört zu haben und fragte ungläubig noch einmal nach. “Du bist jetzt mit einer Frau zusammen?”

 

“Nicht nur zusammen, sondern sogar schon fast ein halbes Jahr verpartnert!”

 

“Wow. Das ist ja cool. Hätte ich nie von dir gedacht, dass du lesbisch bist.”

 

“Ich auch nicht”, sagte Viola und lächelte freundlich. “Hat mich so überkommen und Carla hat einfach nicht locker gelassen.”

 

“Du, ich weiß nicht, ob dass jetzt ein wenig zu plötzlich kommt, aber könnte ich dich wohl um ein kleines Interview bitten. Ich arbeite für ein städtisches Magazin und in meiner Kolumne geht es um Alles, was mit dem Thema Liebe und Partnerschaft zu tun hat. Vielleicht hast du ja Lust?”

 

Viola sah interessiert aus und das nahm Julie als Aufforderung, in ihrer Handtasche nach einer Visitenkarte zu kramen. Um die Hände frei zu bekommen, klemmte sie sich die Leine zwischen die Beine und ging auf die Suche nach dem kleinen silbernen Etui, in dem sie ihre Karten aufbewahrte.

 

Dann ging alles so unglaublich schnell. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr. Allen Anschein nach, kam dort gerade ein Fuchs aus dem Unterholz und blieb wie angewurzelt stehen, als er die beiden Frauen und vor allem Streuner sah. Dieser schaltete in Bruchteilen von Sekunden auf Jagdtrieb und rannte los. Julie wollte noch nach der Leine greifen, doch da wurde sie auch schon zwischen ihren Beinen weggerissen und schleifte hinter Streuner her, der wild bellend dem panisch flüchtenden Reineke hinterher preschte.

 

“Halt! Streuner, komm zurück!”, rief Julie und rannte über den Rasen hinter dem Hund her, doch dieser reagierte überhaupt nicht und war in Windeseile im dichten Unterholz verschwunden.

 

Ein paar Male hörte Julie, die dem Hund nicht in das dornige Unterholz folgen konnte, wie Streuner lauthals bellte, doch dann wurde es still.

 

“Verdammt!”, schrie die junge Frau und war den Tränen nahe.