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"Immer noch keuchend lag ich da, als sie an mir hinabglitt und meine Beine vorsichtig öffnete. Sie wartete nicht und sie fragte nicht. Die Berührung ihrer Zunge ließ mich aufschreien. Schnell zuckte ihre Zungenspitze über den empfindlichsten Punkt. Ich stöhnte. "Oh ... oh Gott ... oh Gott, ich kann nicht ... schon wieder ..." Der 'Reigen' von Arthur Schnitzler wurde schon oft adaptiert, und nun liefert die Autorin Kingsley Stevens eine lesbische Variante: Ineinander verwobene Geschichten, leidenschaftlich und lustvoll, in denen es nur um 'das Eine' geht. Die "Sündigen Episoden" sind das wohl frivolste el!es-Buch, das es je gab.
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Seitenzahl: 269
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Erotische Geschichten
Originalausgabe: © 2004 ePUB-Edition: © 2013édition el!es
www.elles.de [email protected]
Alle Rechte vorbehalten.
Wenn man in einem Kaufhaus arbeitet, kann man viel lernen und viel erfahren. Ich arbeite schon ein paar Jahre in einem Kaufhaus, als Verkäuferin in der Damenoberbekleidung. Und ich kann Ihnen sagen, Sie können sich nicht vorstellen, was ich in der Zeit schon alles erlebt habe. Es gibt kaum einen Ort, an dem Frauen sich so nahe kommen, ohne sich wirklich nahe zu sein. Verkäuferin und Kundin – auf engstem Raum in einer Umkleidekabine – da kann allerlei passieren, denken Sie nicht auch?
Nun, lassen wir unsere Phantasie schweifen . . . oder ist es vielleicht gar keine Phantasie?
Ich stand gerade an der Theke, um ein paar Kleidungsstücke einzupacken, die eine Kundin just gekauft und bezahlt hatte – ein viel zu enges Kleid für eine viel zu dicke Frau und das dazu passende Korsett, damit sie überhaupt hineinpasste. Ich haderte ein wenig mit meinem Schicksal. Warum gab es so wenig Frauen, die Geschmack hatten, und auch die Figur, ihn zu tragen? Ich kam mir vor wie Al Bundy, der auch immer viel zu kleine Schuhe an Frauen verkaufen muss, die für diese Schuhgröße einfach zu fett geworden sind, sich aber immer noch einbilden, ein Teenager mit schmalen Fesseln zu sein. Möglicherweise hatten manche noch nicht davon gehört, dass auch die Schuhgröße mit dem Anteil des Fettgewebes mithält, in der Damenoberbekleidung gab es diese Entschuldigung jedoch nicht. Kein Mensch konnte glauben, dass sie mit Kleidergröße 46 noch in eine 38 hineinpassen würde und dabei aussähe wie Claudia Schiffer. Aber sie taten es. Sobald sie meine Abteilung betraten, verwandelten sie sich offensichtlich alle in Mannequins, die XXL-Ecke blieb erst einmal ungenutzt.
Ich seufzte. Und ich war dann diejenige, die ihnen schonend beibringen musste, dass auch die letzte Fettabsaugung keine vier Kleidergrößen weniger gebracht hatte. Was ich mir da schon alles hatte anhören müssen . . . ›Unverschämt‹ war noch der freundlichste Ausdruck.
Aber es störte mich nicht im geringsten, wenn eine Frau wie jene, die nun am Rondell mit den französischen Designerkostümen stand, mir einen Ausgleich dafür verschaffte.
Sie war eine jener Frauen, die ich mir öfter als Kundinnen gewünscht hätte: perfektes Make-up, geschmackvolles Styling und eine atemberaubende Figur. Ihre Frisur sah aus, als wäre sie regelmäßig beim Friseur, den sie wahrscheinlich Coiffeur nannte oder Hair-Stylist. Eins war auf jeden Fall klar: Sie war eine verheiratete Frau mit viel Tagesfreizeit, die sinnvoll ausgefüllt werden wollte. Genau das richtige für mich.
Ich händigte der Dame mit den breiten Hüften ihre stilvoll verpackten Einkäufe aus und verabschiedete sie freundlich, doch mein Blick wanderte längst abwesend in die andere Richtung. Die attraktive Frau mit der stilvollen Fönfrisur hatte sich anscheinend bereits für ein Modell entschieden, das sie anprobieren wollte. Sie war eine von der selbständigen Sorte, die keine Verkäuferin benötigte, und begab sich unverzüglich zur Umkleidekabine.
Sehr gut, das war genau richtig! Die Umkleidekabinen waren mein Revier.
Ich begab mich schnell dorthin. Die Kabinen waren direkt an den Personalbereich angebaut, und dort hatte ich mir eine verschwiegene Ecke geschaffen, durch die ich beobachten konnte, was ich wollte. Es gab selten eine Frau, bei der sich das lohnte, aber diese hier war ein richtiger Leckerbissen. Das würde ich mir nicht entgehen lassen.
Ich war kaum hinter der Kabine angelangt und suchte noch ungeduldig nach der kleinen Scheibe, die ich eingesetzt hatte und die nur von einer Seite her durchsichtig war, als ich auch schon sah, wie sie sich auszog. Ein Spiegel in einer Umkleidekabine wirkt auf eine Frau kaum je abschreckend, so auch auf sie nicht. Sie wandte und drehte sich davor, um den Sitz des Rockes zu überprüfen, während ihr Oberkörper von einem süßen, spitzenbesetzten BH kaum bedeckt war.
Gute Bewegungen, dachte ich. Das ist sicher auch in anderer Hinsicht nützlich.
Sie strich über ihre Hüften und wirkte ungehalten. Mit einer ungeduldigen Bewegung zog sie den Rock wieder aus. Was war jetzt? Gefiel ihr das Kostüm nicht? Würde sie ein anderes holen? Oder gleich ganz gehen?
Das wäre schade, dachte ich. Ich habe noch viel zu wenig von ihr gesehen.
Ihr Gesicht bekam plötzlich einen spitzbübischen Ausdruck; schnell blickte sie sich in der Kabine um, ohne zu erkennen, dass das, was sie verhindern wollte, direkt vor ihr durch den Spiegel geschah. Sie fühlte sich offensichtlich unbeobachtet und – schwupps! – zog sie ihren Slip aus.
Ich hielt den Atem an. Die meisten Kundinnen, die Wert darauf legten, dass sich ihr Slip nicht unter enger Kleidung abzeichnete, kamen im String-Tanga, aber sie hatte das anscheinend nicht für nötig gehalten und löste das Problem eben auf ihre Weise.
Sie stieg erneut in den Rock und zog ihn langsam über ihren nun nackten Po hinauf, schloss den Reißverschluss und strich diesmal zufrieden über ihre schlanken Hüften. Der Rock saß glatt und ohne hässliche Unterwäschebeeinträchtigung auf ihrem knackigen Po, so dass jede ihrer Pobacken sich deutlich abzeichnete.
Mir wurde heiß. Es wurde Zeit für meinen Auftritt – bevor sie mit der Begutachtung ihrer Person fertig war.
Schnell huschte ich aus den Personalkabinen hinaus in die Verkaufsabteilung. Wie zufällig kam ich an ihrer Umkleidekabine vorbei und zog den Vorhang zurück, als ob ich nicht mitbekommen hätte, dass die Kabine besetzt war.
Ein erschreckter Laut belohnte meine Bemühungen.
»Oh Verzeihung!« versicherte ich hastig und bemühte mich um ein verlegenes Aussehen. Als ob ich nicht wüsste, was ich täte, glitt ich in die Kabine hinein und zog den Vorhang von innen wieder zu.
Sie starrte mich an.
»Ich dachte, die Kabine wäre frei, und wollte nur nachschauen, ob eine Kundin hier noch etwas vergessen hat.«
Sie blickte langsam begreifend auf das Namensschild, das an meiner Bluse steckte.
»Oh, ja, ja natürlich«, sagte sie. Ein scheues Lächeln huschte über ihr Gesicht. »Ich bin noch nicht fertig, und ich habe bislang auch noch nichts hier vergessen«, erklärte sie, während ihr Blick etwas peinlich berührt auf den Boden schweifte, wo sie mit einem Fuß versuchte, ihren Slip aus meinem Blickfeld verschwinden zu lassen.
»Es trägt sich doch viel besser auf nackter Haut, nicht wahr?« fragte ich leise. »Ein ganz anderes Gefühl.« Ich beugte mich hinab und hob ihren Slip auf.
Die zunehmende Peinlichkeit der Situation zeichnete sich deutlich auf ihrem Gesicht ab. Dennoch schien ihr das Spiel zu gefallen. »Ich werde das Kostüm kaufen«, sagte sie. »Also brauchen Sie sich um eine Reinigung nicht mehr zu kümmern.«
»Die Reinigung ist nicht mein Problem«, erwiderte ich. Der raue Ton in meiner Stimme war unverkennbar. Würde sie darauf anspringen? Bei diesen Ehefrauen wusste man nie – manche waren für die Reize einer Frau empfänglich, andere nicht, das musste man immer erst einmal testen.
»N-nicht?« stotterte sie, um ihre Fassung bemüht.
Meine Ausstrahlung wirkte auf sie, sonst hätte sie sich nicht so verhalten. »Nein«, bestätigte ich, »mich interessiert viel mehr –«, ich trat in der engen Kabine einen Schritt auf sie zu, »wie du dich anfühlst – so ohne Höschen.« Ich hob das winzige Stück Stoff an meine Nase. »Du riechst wunderbar«, raunte ich in den Duft hinein und blinzelte sie darüber keck an.
Ihr Gesicht verfärbte sich langsam rosa.
Mehr Beweise brauchte ich nicht. Hätte sie sich wehren wollen, wäre sie längst weggelaufen. Nur eindeutiges Interesse hielt sie hier fest.
Ich stand so dicht vor ihr, dass ich ihren Atem auf meinem Gesicht spürte. Langsam legte ich meine Hand auf ihre Hüfte und ließ sie an ihrem Rock hinabgleiten. Sie atmete heftig ein. Während meine Finger ihren Rocksaum erreichten, beugte ich mich vor und stieß mit meiner Zunge an ihre Lippen. Sie öffnete sie – überrascht oder erwartungsvoll? –, und ich schlängelte mich in ihren Mund hinein. Meine Zunge entwickelte ein Eigenleben; sie schien die Tiefe der feuchten Höhle erforschen zu wollen, ohne dass ich viel dazu beitragen musste.
Sie keuchte auf, als gleichzeitig meine Finger unter ihren Rock fuhren. Obwohl der Rock ziemlich eng war, spreizte sie ihre Beine so weit sie konnte. Ich ließ meine Finger nach vorn wandern und glitt an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang nach oben. Sie biss fast meine Zunge ab, als sie versuchte zu atmen, dann wankte sie zurück und zog mich mit sich. Sie lehnte gegen die Rückseite der Kabine. Ich nahm meine zweite Hand zu Hilfe und schob ihr den Rock über die Hüften hinauf.
»Ich will mehr von dir«, flüsterte ich, ließ meine Hände höhersteigen und drängte ihren BH über ihre Brüste, bis sie sich von ihm lösten. Mein Mund senkte sich auf die steife Mitte, die deutlich zeigte, dass sie nicht abgeneigt war.
Sie stöhnte auf, als ich den Nippel berührte. Sofort wurde der kleine Knopf noch härter. »Ja«, flüsterte ich, »komm!« Meine Hand wanderte erneut zwischen ihre Beine.
Ich hörte ein Japsen über mir, als ich die feinen Härchen berührte, die nach der Bikinirasur noch übrig geblieben waren. Leicht glitt mein Finger tiefer auf einen kleinen, beweglichen Punkt, der erfreulich angeschwollen war. Sie stöhnte. Noch war die Außenseite zu trocken, also drang ich langsam in sie ein. Ihr Stöhnen vertiefte sich. Sie hob eine Hand und hielt sie sich vor den Mund. Mein Finger öffnete sie weiter und fand, dass sie bereit war. Ein zweiter half ihm dabei, ihre Bereitschaft auszukosten.
Sie konnte nicht mehr an sich halten und begann mit ihren Hüften zu rotieren. Dadurch drangen meine Finger immer tiefer in ihr nasses Inneres, so dass die Feuchtigkeit mehr und mehr nach außen flüchtete. Mein Daumen fand ihren Kitzler, und ihr mittlerweile lautes Stöhnen wurde nur unzureichend von ihrer Hand gedämpft. Ich wusste aber, dass niemand darauf achten würde. All meine Kolleginnen waren in der Mittagspause, und Kundinnen würden sich wohl kaum darum kümmern. Meine einzige Sorge war ab und zu der Hausdetektiv, aber der trieb sich selten in der Damenoberbekleidung herum. Da gab es einträglichere Gebiete wie die CD-Abteilung, wo er sich schnell und sicher Lorbeeren verdienen konnte.
»Komm . . .«, flüsterte ich noch einmal, als ich hörte, wie ihr Atem immer kürzer wurde und ihren Brustkorb schnell und ruckartig anhob, »komm, tu es . . .«
Ich reizte abwechselnd ihre Brustwarzen und konnte kaum mehr unterscheiden, welches der drei Kügelchen mehr angeschwollen war, die beiden hier oben oder das eine da unten. Sie biss sich in die Hand und wimmerte. Dann zuckte ihr Unterleib hektisch, ihr Po klatschte an die Wand und rammte sich selbsttätig noch einmal meine Finger in den Leib.
»Ooooh . . . aaaahhh . . .!« Den letzten Schrei unterdrückte sie nicht mehr, aber sie versuchte möglichst leise zu kommen.
Ich hielt sie fest und sie keuchte in meinem Arm. »Dreh dich um«, flüsterte ich, als ihr Atem ruhiger wurde. Sie sah mich verständnislos an, und ich dirigierte sie zum Spiegel, um sie dagegenzudrücken. Ihr heißer Atem ließ die Scheibe beschlagen, als sie sich mit Stirn und Händen abstützte. »Ich glaube, das war noch nicht alles«, flüsterte ich in ihr Ohr, »oder willst du nicht mehr?«
Sie schüttelte den Kopf und streckte ihren Po nach hinten heraus. Das war Antwort genug.
Ich fuhr mit beiden Händen über ihre wundervoll geschmeidigen, festen Pobacken. »Du bist toll in Form«, wisperte ich. »Fitness-Studio?«
»Ja.« Ihre Stimme klang gepresst. »Viermal die Woche.«
Wie ich gedacht hatte: eine Ehefrau mit viel Tagesfreizeit. Ich wanderte mit meinen Fingern von hinten zwischen ihre Beine, und sie trat einen Schritt zurück, um sich noch besser vorbeugen und ihre Schenkel so weit spreizen zu können, dass ich gut an all ihre intimsten Teile herankam. Ich fühlte, wie meine eigenen Brustwarzen beinahe die Bluse sprengten, unschuldiges Teil meiner Arbeitskleidung hier im Kaufhaus.
Ich küßte ihren Nacken und arbeitete mich dann langsam abwärts zu den Grübchen über ihrem Po, während sie erschauerte und erschauerte, bis sie nur noch zitterte. Ihre Gänsehaut reizte mein Lippen und ließ mich einen Flaum spüren, der nicht da war.
»Du bist süß«, flüsterte ich, »du bist wahnsinnig süß.«
Ihre zierlichen Hüften zuckten. »Bitte . . .«, flüsterte sie zurück, »mach weiter . . .«
Ich wanderte mit meinem Mund noch tiefer und kniete mich hinter sie. Meine Zunge suchte sich ihren Weg über ihren Po hinab. Sie stöhnte unterdrückt auf, als ich damit ihre Pobacken streichelte.
»Oh mein Gott . . .«, flüsterte sie.
Ich drang tiefer zwischen ihre Beine und suchte den verführerischen Eingang, angeschwollen wie eine reife Frucht und ebenso saftig. Genüsslich schlürfte ich ihren Nektar und ließ meine Zunge in sie hinein- und wieder aus ihr herausschnellen.
Sie schrie leise spitz auf.
Ich fuhr mit rotierender Zungenspitze hinter ihrem Eingang herum, und ihre Schenkel zitterten so sehr, dass ich sie festhalten musste. Sie versuchte sich in den Spiegel zu krallen, aber das ging natürlich nicht.
»Ich kann nicht mehr«, flüsterte sie beinahe unhörbar mit schwacher Stimme, »ich kann nicht mehr stehen.«
Sie glitt am Spiegel hinab, bis sie auf allen Vieren vor mir kniete. Dann sank sie vorne zusammen, so dass ihr Kopf auf ihren Armen ruhte.
Ich nahm dieses Bild in mich auf, als wenn ich einen Rubens oder Van Gogh vor mir hätte; ihre Farben waren auch fast ebenso stark: das leuchtende Rot zwischen ihren Beinen und die zarte Weiße ihrer Haut korrespondierten wundervoll.
Ich beugte mich vor und drang erneut mit meiner Zunge in sie ein, bis sie stöhnte. Dann ersetzte ich die Zunge durch meine Finger und stieß in sie. Bei jedem Stoß stöhnte sie lauter, bis sie sich verkrampfte und kam. Ich spürte das Zucken an meinen Fingern, die Nässe, die aus ihr herausschoss, und das Pochen des Blutes in ihren Adern.
Sie sank zusammen und rang verzweifelt um Atem.
Ich beugte mich über ihren nackten Rücken. »Jetzt werde ich die Reinigung übernehmen, wenn du willst«, sagte ich und stand auf.
Sie drehte ihren Kopf und schaute zu mir hoch. Ihr Blick war leicht verschleiert. Sie wirkte erschöpft.
Ich beugte mich noch einmal zu ihr hinunter und hauchte einen letzten Kuss auf ihre Wange. »Du warst klasse«, sagte ich. »Ich habe es sehr genossen.« Ich klatschte ihr auf den Po, verließ die Kabine und zog den Vorhang sorgfältig hinter mir zu.
Pfeifend ging ich in den Personalbereich zurück. Bald hatte ich Pause; dann würde ich erst einmal etwas Selbstbefriedigung betreiben, und wenn ich mich nicht mehr genau erinnerte, hatte ich ja auch noch das Video – wie all die vielen anderen. Ich fuhr mir mit der Zunge über die Lippen. Als sie am Spiegel hinabgeglitten war, hatten sich ihre Brüste dagegengepresst – das würde ich mir am besten gleich noch einmal ansehen . . .
Als ich das Kaufhaus an diesem Tag verließ, pochte es immer noch in meinem Kopf – und nicht nur dort. Was war bloß geschehen? Diese Verkäuferin – ich konnte mich kaum mehr erinnern. Nachdem sie gegangen war, kehrte mein gesunder Menschenverstand zwar langsam wieder zurück, aber ich wusste trotzdem nicht, wie sie mich dazu hatte bringen können. Ich hatte noch nie mit einer Frau . . .
Doch es war wundervoll gewesen. Zwar nicht besonders liebevoll – aber das war ich ja gewöhnt –, doch wundervoll erregend und befriedigend. Ich spürte das Ziehen erneut. Ich lag noch kurz da, dann wurde ich mir meines obszönen Äußeren bewusst – der Rock hochgeschoben bis über die Hüften, mein nackter Hintern jedem Blick ausgesetzt, der zufällig hier hereinfiel, meine Schenkel unanständig gespreizt und mein BH fast unter meine Achseln geklemmt . . . es sah beinahe aus wie eine Vergewaltigung. Aber das war es nicht gewesen, auch wenn sie mich überrumpelt hatte.
Ich stand schnell auf. Meine Beine zitterten noch immer; am Spiegel bemerkte ich die Spuren meiner Hände bis fast auf den Boden. Oh Gott . . .! Ich spürte die rote Farbe in meine Wangen steigen, bis ich sie auch im Spiegel sehen konnte. Ich sah aus . . . Mit beiden Händen ordnete ich meine Frisur, bevor ich den Rock endgültig auszog und liegenließ. Ich beförderte den BH wieder an den Platz, der ihm zustand, und schlüpfte rasch in meinen Slip. Würde sie noch einmal zurückkommen? Ich blickte auf den Vorhang, der leicht im Zug der Klimaanlage wehte. Wahrscheinlich nicht, ihr Abschied hatte endgültig gewirkt. Und warum auch? Wir kannten uns ja gar nicht. Vor diesem Tag hatte ich sie nie wahrgenommen, und vermutlich würde ich sie nie wiedersehen. Jedenfalls hoffte ich das.
Ich ließ schnell noch einmal meinen Blick durch die Kabine schweifen, als ich wieder angezogen war. Der Rock lag immer noch zerknüllt am Boden – wahrscheinlich hatte er auch den einen oder anderen feuchten Fleck, aber die Reinigung war wirklich nicht mein Problem, wirklich nicht!
Ich verließ schnell die Damen-Abteilung und lief ein paar der Stufen auf der Rolltreppe hinab, um die Abwärtsbewegung zu beschleunigen. Nur schnell weg hier, bevor mich jemand sah. Ich war immer noch knallrot und sah derangiert aus.
»Du bist schon da, so früh?«
Mein Mann trat durch die Tür des Living rooms unseres Hauses, während ich erstaunt von meiner Zeitschrift aufsah. Er ging zur Bar hinüber, um sich wie immer seinen Begrüßungsdrink beim Nachhausekommen einzuschenken.
»Ja, ich dachte, ich komme einmal etwas früher nach Hause«, sagte er, nahm sich den Whiskey und setzte sich neben mich auf das Sofa. Seine Augen glänzten ein wenig. »Ich hatte gehofft, du freust dich«, fügte er hinzu, während er an seinem Drink nippte. Seine Hand legte sich auf meinen Knöchel, der auf dem Sofa lag, ebenso wie ich, und wanderte an meiner Wade tastend höher.
»Nicht, Burkhard, ich mag jetzt nicht«, sagte ich unwillig. Ich würde mir doch nicht das entspannte Gefühl, das immer noch meinen Bauch erfüllte, durch seine 3-Minuten-Akrobatik verderben lassen!
»Schade«, sagte er ein wenig lächelnd, aber seine Hand blieb, wo sie war, und streichelte mein Bein.
»Ich meine es ernst«, sagte ich. Er sollte nur nicht denken, dass er mich noch rumkriegen konnte.
»Ich weiß«, sagte er, und ich merkte, dass er mich nicht ernstnahm.
Ich zog meine Füße an mich heran, so dass sie nicht mehr in seiner Reichweite waren. »Ich möchte lesen«, sagte ich. »Sei so gut und gib mir auch einen Drink.« Das würde ihn kurz von mir fernhalten.
Er setzte sein Glas auf dem Couchtisch ab und erhob sich. »Martini?« fragte er. »On the rocks?«
»Ja, bitte«, sagte ich, »wie immer.«
Mein Martini dauerte etwas länger als zuvor sein Whiskey, aber viel zu schnell kam er zurück und überreichte mir mein Glas. Er nahm seins auf, und nun hatte ich auch meinen Entfernungsvorsprung eingebüßt, denn er setzte sich direkt neben mich.
»Ich möchte wirklich lesen«, wiederholte ich noch einmal meine Aussage, »und ich bin sehr müde. Ich werde bald schlafen gehen.«
»Um acht Uhr abends?« Er wirkte überrascht. Dann grinste er. »Das ist nur in meinem Sinne«, sagte er.
»Ich meinte schlafen im Sinne von schlafen, nicht in deinem Sinne«, versetzte ich nun bereits ärgerlich.
»Du bist doch sonst nicht so abweisend«, murmelte er und rückte näher, »oder jedenfalls nicht immer.« Er beugte sich zu mir und versuchte mich zu küssen.
Ich drehte meinen Kopf weg. »Bitte, Burkhard, lass mich. Ich bin heute wirklich nicht in Stimmung.«
»Warst du einkaufen?« fragte er unvermittelt. »Wie hoch ist die Rechnung?«
»Ich – ja, ich war einkaufen.« Auch wenn ich in jenem Kaufhaus nichts gekauft hatte, so gab es doch noch ein paar andere Boutiquen und Kosmetikgeschäfte, die ich bereits vorher mit meinem Besuch beehren konnte. »Wie hoch die Rechnung ist, weiß ich nicht, das bezahlt doch immer dein Büro.« Ich blickte ihn an und erstarrte. »Du willst doch nicht etwa andeuten, dass ich meine Einkäufe jetzt bei dir . . . abarbeiten muss?« Ich war entsetzt.
Sein Gesichtsausdruck schien meine Vermutung jedoch zu bestätigen, und seine Worte taten es auch. »Es wäre nett, wenn du einmal darüber nachdenken würdest, für das Geld zu arbeiten, das du ausgibst«, sagte er.
Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich keinen Bankier geheiratet, dachte ich.
»Okay.« Ich erhob mich. »Wenn das so ist . . .« Ich begab mich zur Treppe, die in die oberen Räume führte. »Gib mir fünf Minuten, dann kannst du nachkommen.«
»Ist gut.« Er blickte mir nach, als ich die Treppe hinaufschritt, und stürzte seinen Whiskey herunter, als ob er am Verdursten wäre. Wahrscheinlich würde er sich noch einen einverleiben, bevor er zu mir hochkam. Dann würde er mir seinen alkoholisierten Atem ins Gesicht hauchen, während er sich an mir oder besser in mir befriedigte. So etwas nannte man wohl Ehe. Nach Alkohol stinkende Männer, die sich ihrer Frau bedienten wie eines Kleiderschranks oder eines Computers.
Ich würde versuchen, mich an die Dinge zu erinnern, die die Verkäuferin heute mit mir gemacht hatte, während er auf mir herumturnte. Vielleicht hatte ich dann auch etwas davon. Er kam nie auf den Gedanken, seine Hände oder seine Zunge einzusetzen, außer wenn er sie mir in den Hals stopfte.
Als ich eine Viertelstunde später duschte, dachte ich darüber nach, dass ich nun, nach dem direkten Vergleich, der sich mir heute geboten hatte, auf die bislang nicht gekannten Freuden nicht länger verzichten wollte. Gerade hatte mein Mann mir wieder bewiesen, wie groß der Unterschied war. Ich hatte nicht einmal Gelegenheit gehabt, mich in die Umkleidekabine zu träumen, da war er schon fertig, ergoss sich in mich, stöhnte zufrieden auf, rollte sich von mir herunter und schlief ein. Um mir das noch länger bieten zu lassen, ohne mich dafür schadlos zu halten, waren meine Rechnungen noch lange nicht hoch genug.
Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich auf Frauen oder auf Männer stand, welche Sexpraktiken ich bevorzugte oder was am meisten zu meiner Befriedigung beitrug. Ich hatte einfach das getan, was die Männer von mir verlangten, in der Annahme, dass Frauen an Sex kein Vergnügen empfanden, Männer ihn aber aus unerfindlichen Gründen brauchten. Und wenn man etwas von einem Mann wollte, musste man ihm eben das geben, was er brauchte. Das hatte mir schon meine Mutter erzählt, und alle meine ebenfalls mit gutsituierten Männern verheirateten Freundinnen bestätigten diese Annahme.
Seit heute wusste ich jedoch, dass diese Annahme falsch war – zumindest was die Empfindungslosigkeit beim Sex betraf. Wenn diese Verkäuferin wüsste, was für ein Geschenk sie mir gemacht hatte! Diese Feuchtigkeit, ja Nässe . . . Sie hatte keine Vaseline, wie sie ständig auf meinem Nachttisch bereitlag, gebraucht, um in mich eindringen zu können. Es war ein ganz neues Gefühl gewesen, so unvorbereitet und doch sanft gleitend. Die heiße Dusche hatte meine Haut bereits rot gefärbt, sonst hätte ich sicherlich auch jetzt noch diesen Farbton meiner Skala hinzugefügt. Doch es war keine Scham, es war pure Erregung.
Ich lehnte mich gegen die Dusche und ließ meine Finger ihren Weg zwischen meine Beine finden. Mein Mann hatte sein Vergnügen gehabt, warum sollte ich nicht meines haben? Ich streichelte mich, wie es die Verkäuferin getan hatte, und binnen kurzem stöhnte ich auf. Allein war es nicht ganz so schön. Es war ein guter Ersatz, aber – ich musste mir jemand suchen.
Die Verkäuferin? Nein, sie nicht. Sie hatte ihren ganz eigenen Stil, der mit meinem nicht unbedingt zusammenpasste. Langsam ging ich in mein Schlafzimmer zurück, in dem ich ganz allein war, mein Mann schlief in seinem eigenen, dem, das ich eben verlassen hatte. Was gab es wohl für Möglichkeiten? Mann oder Frau? Wie kam man an solche Leute heran – als Frau? Die Männer hatten es da einfach, aber ein Bordell für Frauen – davon hatte ich noch nie gehört. Ich wollte ja keine Beziehung, das fehlte mir nicht, was mir fehlte, war guter Sex – das, was ich heute bekommen hatte und in Zukunft vermissen würde.
Am nächsten Tag im Fitness-Studio erinnerte ich mich daran, was ich mir vorgenommen hatte. Ich beobachtete die anderen beim Training, was ich sonst nie tat. Es gab die unterschiedlichsten Typen, viele Frauen natürlich, aber auch einige Männer. Sie produzierten sich vor den Spiegeln, immer in der Erwartung, dass die weibliche Kundschaft sie beobachten würde. Einige taten das auch, ebenso wie ich. Während die Männer ihre Muskeln spielen ließen, strengten sich diverse Studiobesucherinnen sehr an, auf ihren Rädern das Gleichgewicht zu behalten. Wahrscheinlich juckte es sie zwischen den Beinen. Dasselbe hatte ich gestern zum ersten Mal gespürt.
Langsam ließ ich meine Blicke durch den Raum schweifen. Die Frauen erschienen alle uninteressant, keine hatte eine ähnliche Ausstrahlung wie die Verkäuferin gestern. Ich machte mir keine Gedanken darüber, woran das lag. Ich sah nur von vielen Schönheitsoperationen monströs verunstaltete Gesichter, und bei den jüngeren Frauen eine Dummheit im Ausdruck, deren Herkunft ich lieber nicht näher erforschen wollte.
Also doch die Männer . . .
Ich musste zugeben, dass auch mich das Spiel der Muskeln nicht unbeeindruckt ließ. Mein Mann war zwanzig Jahre älter als ich, und ich hatte noch nie einen Gedanken daran verschwendet, ob ich seinen Körper attraktiv fand. Nun stellte ich fest: ich tat es nicht. Ganz im Gegensatz zu dem des jungen Kerls, der dahinten in der Ecke trainierte. Während ich sitzend an einem Gewicht zog und die Brust herausstreckte, fixierte ich ihn. Sein Blick wurde noch vom Spiegel gefangen, der ihm das Bild seines wundervoll proportionierten Körpers zurückwarf, das er offensichtlich genoss. Nach einer Weile legte er die Hanteln ab, mit denen er seinen Bizeps trainiert hatte, und sah sich um. Er entdeckte mich. Seine Selbstverliebtheit wurde für einen Augenblick vom Anblick meiner voll herausgestreckten Brüste gebremst. In seiner Hose schien sich etwas zu bewegen.
Ich stand auf und ließ das Gewicht sanft in seine Halterung gleiten. Mit schwingenden Hüften begab ich mich auf die andere Seite des Raumes, von wo aus der Weg in die Umkleideräume führte. Ich drehte mich halb um und schenkte ihm noch einen einladenden Blick. Wenn er das nicht verstand . . .
Doch, das tat er. Kaum hatte ich die Dusche betreten, hörte ich ein Geräusch hinter mir. Ich drehte mich um, die Wand glitt auf, er stand vor mir, ebenso nackt wie ich. Sein Zustand war nicht zu übersehen. Mit Hose hat er mir besser gefallen, dachte ich.
Es dauerte nicht lange, dann zog er sich zurück und grinste mich an. »Na, war ich nicht toll? Besser als jeder Mann, den du je hattest?«
»Natürlich«, sagte ich, »du bist der beste.« Ich rutschte von dem Sims herunter, auf den er mich gehoben hatte, um besser an meine intimsten Stellen heranzukommen. »Lässt du mich jetzt duschen?«
»Ich möchte auch duschen«, sagte er und drängte sich an mich, »aber ich möchte eine spezielle Dusche.« Er drückte mich vor sich auf die Knie.
Auch das noch! Ich blickte hoch und sah seine Muskeln. Mich zu wehren hatte wohl keinen Sinn. Ich tat ihm den Gefallen, obwohl mir fast übel wurde dabei.
Er drehte sich um und ging, kaum dass er seinen Schwanz herausgezogen hatte.
Ich lehnte an der Wand der Dusche und ließ das Wasser über meinen Rücken laufen. Was hatte ich erwartet? Dass es ebenso befriedigend sein würde wie gestern? Nicht liebevoll, aber befriedigend? Auf das, was hier eben abgelaufen war, konnte ich genauso gut verzichten wie auf die ehelichen Pflichten mit meinem Mann. Beides brachte mir nichts. Diese Muskelprotze waren sogar noch schlimmer als er.
Ich duschte und ging in die Sauna. Von diesem Erlebnis musste ich mich erst einmal erholen. Alles tat mir weh von seinen harten, erbarmungslosen Stößen. Wenn auch nicht viel dahinter war, seine Pomuskeln waren offensichtlich in Ordnung. Gut trainiert. Aber das war eben nicht alles. Ich hatte mich vorher gefragt, ob das Kribbeln, das sein knackiger Po in mir ausgelöst hatte, eine Bedeutung hatte, ob es bedeutete, dass der Sex mit ihm gut sein würde. Die Antwort hatte ich nun, und sie lautete nein. Das hatte offensichtlich nichts miteinander zu tun. Diese enttäuschende Erkenntnis sollte ich vielleicht einmal ein paar der anderen Frauen mitteilen, die sich kaum auf dem Rad halten konnten, wenn sie diese Muskelberge sahen. Aber was ging mich das an? Sollten sie doch ihre eigenen Erfahrungen machen.
In der Sauna legte ich mich auf die höchste Stufe. Es war heiß. Der Schweiß drang mir aus jeder Pore und säuberte mein Inneres. Nach dieser Art Sex genügte es nicht mehr, nur zu duschen wie nach jedem Mal mit meinem Mann. Nur durch die Hitze wurde ich wieder sauber.
Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn eine leise Stimme weckte mich. »Hallo? Wie lange sind Sie schon hier drin?«
Ich konnte kaum die Augen öffnen. Es war so heiß – und stickig. Ich bekam keine Luft. Zwei Arme umfingen mich und trugen mich hinaus. Auf einem Ruhestuhl fand ich mich wieder. Alles drehte sich um mich. »Was – was ist . . .?« stammelte ich ziemlich desorientiert.
Langsam schälte sich aus den Dunstschwaden das Gesicht einer Frau. »Sie sind wohl eingeschlafen und waren viel zu lang da drin«, sagte sie. »Ihr Kreislauf hat schlappgemacht.«
Ich sah sie an. Sie kam mir unbekannt vor. Sie gehörte nicht zu den Stammbesucherinnen des Fitness-Studios. »Sie – sind Sie auch im Studio . . . im Training?« fragte ich unsinnigerweise. Was hatte das jetzt für eine Bedeutung?
Sie lachte. »Nein, ich komme immer nur hier in die Sauna. Gewichte stemmen ist nicht mein Ding.«
Dafür sah sie aber sehr gut trainiert aus, wie ich nun allmählich wieder zu mir kommend bemerkte. »Danke«, sagte ich. »Das war sehr nett von Ihnen. Gut, dass Sie vorbeigekommen sind.«
»Ja«, sagte sie. »Das hätte übel ausgehen können, wenn Sie noch länger da drin geblieben wären. Aber nun ist ja alles in Ordnung.« Sie lachte erneut. Ein sehr sympathisches Lachen. »Kommen Sie allein zurecht? Oder soll ich lieber jemand rufen?« fragte sie.
»Nein, ich –« Mir wurde schwindlig und ich hob eine Hand an meine Stirn.
»Ich hole einen Lappen«, sagte sie und kam gleich darauf mit einer kalten Kompresse zurück, die sie mir auf die Stirn legte. »Ich sage unten Bescheid, dass sie Sie nach Hause bringen. Ich glaube, Sie sollten jetzt nicht fahren.«
So umsorgt zu werden war neu für mich. »Ich halte Sie auf«, sagte ich. »Ihr Plan kommt bestimmt ganz durcheinander.«
»Oh ja, mein Plan!« Sie lachte wieder. »Nicht weggehen, ich bin gleich wieder da!«
Sie verschwand und hielt ihr Versprechen nicht. Wer zurückkam, war ein Angestellter des Fitness-Studios, nicht sie. Er war mit einem Blutdruckmessgerät ausgestattet und fiel sofort über mich her beziehungsweise über meinen Arm. »Sehr schwach«, sagte er.
Das merke ich auch, du Trottel! dachte ich. Aus irgendeinem Grund war ich plötzlich sauer. Weil sie nicht zurückgekommen war? Das konnte nicht sein. Wann hielt eine Frau schon einmal ein Versprechen? Männer taten das – manchmal, aber Frauen nie.
»Wenn Sie angezogen sind, bringe ich Sie nach Hause«, fuhr der Angestellte fort. »Oder haben Sie jemand, der Sie abholen kann?«
»Ich nehme ein Taxi«, sagte ich. Mit einem Blick stellte ich fest, dass ich nur sehr unzureichend mit einem kurzen Handtuch bekleidet war. Das musste ein Verdienst meiner neuen Bekannten sein, denn in der Sauna war ich nackt gewesen.
Er reichte mir die Hand und half mir beim Aufstehen. Sorgfältig beobachtete er mich, bis ich in die Umkleidekabinen des Fitness-Studios hinuntergestiegen war. Es schien ihn zu beruhigen, dass ich dabei nicht umkippte. »Ich rufe Ihnen ein Taxi«, rief er mir nach. »Es kommt in einer Viertelstunde.«
Ich nickte. Bis mir einfiel, dass er das nicht sehen konnte, war er schon nicht mehr da. Ich überlegte, ob ich kalt duschen sollte, aber das eine Erlebnis in der Dusche heute hatte mir gereicht. Und vielleicht war kalt duschen ja auch gar nicht gut in meinem Zustand. Ich wusste es nicht. Ich zog mich an und ging langsam hinaus an die Rezeption.
»Ihr Taxi ist schon da«, wurde ich begrüßt.
»Danke«, sagte ich. »Kann ich meinen Wagen bis morgen hier auf dem Parkplatz stehen lassen?«
»Selbstverständlich. Kein Problem«, sagte die junge Frau hinter der Theke. Weiter schien ich sie nicht zu interessieren, denn sie wandte sich ab.
Ich begab mich hinaus und ließ mich nach Hause bringen. Heute würde mein Mann nichts von mir bekommen, selbst mit Erpressung nicht.
Es dauerte eine Woche, bis ich das Fitness-Studio wieder betrat. Mit so einem Kreislaufkollaps ist nicht zu spaßen, hatte ich feststellen müssen.
Mein Verehrer, wenn man es denn so nennen konnte, vom letzten Mal versuchte ständig, mit einem anzüglichen Augenzwinkern meinen Blick einzufangen, aber ich verstand es geschickt, ihm auszuweichen. Noch so eine doppelte, nein dreifache Nummer in der Dusche – nein, danke!
Ich ging hinauf in die Sauna, nachdem ich das Training hinter mir hatte. Dort konnte man auch duschen, und das war vielleicht weniger gefährlich – falls mein ›Verführer‹ mich nicht verstanden haben sollte. Eigentlich wollte ich die Sauna meiden – der Anblick der geschlossenen Holztür verursachte mir ein unangenehmes Kribbeln in der Magengrube, schon als ich hinaufkam –, aber als ich aus der Dusche trat, begrüßte mich eine Stimme: »Na, wieder auf den Beinen? Wie geht es Ihnen?«
Ich erblickte meine Retterin, die mit der Hand auf dem Holzgriff der Saunatür dastand. Sie wirkte relativ kühl, also hatte sie wohl gerade hineingehen wollen.
»Gut, vielen Dank«, erwiderte ich. »Ich habe Ihnen noch gar nicht richtig danken können.«
»Ach, wer braucht Dank?« Sie lachte schon wieder. »Es freut mich, dass es Ihnen gut geht, das reicht.« Sie nickte, öffnete die Tür und ging hinein.
