Technische Analysestrategien mit japanischen Candlesticks - Nison Steve - E-Book

Technische Analysestrategien mit japanischen Candlesticks E-Book

Nison Steve

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Beschreibung

Was sind japanische Candlesticks, und warum sollte sie jeder Trader nutzen? In diesem brandneuen Workshop zeigt Ihnen Steve Nison, wie Sie die japanische Candlestick-Technik richtig verstehen und Ihr Tradingssystem um einen hochprofitablen Baustein ergänzen können. Nison ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der japanischen Candlestick-Technik. Wenn Sie dieses Buch aufmerksam studieren und das Gelernte anwenden, dann profitieren Sie hautnah von den Erfahrungen und Erfolgen des Autors. Er zeigt Ihnen nicht nur die Grundlagen, sondern auch die bestmöglichen Anwendungen dieser einzigartigen Form der Chartdarstellung. Hochentwickelte Darstellungsformen von Kerzencharts und Analysen der verschiedenen Chartmuster unterstreichen den hohen Nutzwert dieses Buches - ein außerordentliches "Lernvergnügen" für Einsteiger und Profis!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

1. Auflage 2012

© 2012 FinanzBuch Verlag,

ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Original edition copyright © 2011 by Steve Nison.

Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „Profiting With Japanese Candlestick Charts“ bei Marketplace Books, Inc. All rights reserved.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung: Hermann Englert

Lektorat: Silke Grauenhorst

Satz: Georg Stadler, München

ePub: Grafikstudio Foerster, Belgern

ISBN ePub 978-3-86248-339-6

Inhalt

Titel

Impressum

Inhalt

Vorwort des Verlegers

Wie Sie dieses Buch nutzen

Über den Autor

Einleitung

1. Grundlagen: Die Konstruktion von Candlesticks

2. Kurze Kerzen, lange Kerzen

3. Analyse auf Basis der Schatten

4. Shooting Stars und High Waves

5. Engulfing Patterns

6. Weitere Zwei-Kerzen-Formationen

7. Harami, Morning Star und Evening Star

8. Der Fensterblick

9. Geheimnisse von Unterstützung und Widerstand

10. Mehr über Unterstützung und Widerstand

11. Korrektur und Divergenz

12. Analyse der Schulter-Kopf-Schulter-Formation

13. Candlesticks im Kontext

Lösungen

Vorwort des Verlegers

Sie halten gerade mehr in Händen als nur ein Buch. Wie eine Landkarte kann dieses Werk zwar nur ein Bild der Reise vermitteln, aber trotzdem geht sein Wert weit über die Buchdeckel hinaus. Dank moderner Technik eröffnet es Ihnen eine umfassende Lernerfahrung. Sie profitieren davon, dass wir mit dem Autor und unseren Partnern unablässig nach neuen Möglichkeiten suchen, die didaktischen Chancen neuer Medien in der realen Welt zu nutzen. Das Ergebnis finden Sie in diesem Lehrbuch: anwendbares Wissen für die heutigen Märkte. Machen Sie am Ende jedes Kapitels die Tests (Lösungen im Kapitel »Lösungen«). So ziehen Sie den größten Nutzen aus dem vorliegenden Werk.

Wenn Sie ernsthaft alles über das Trading lernen wollen, haben Sie vermutlich schon viel Geld für Vorträge und Fachveranstaltungen ausgegeben. Jedes Mal wenn Sie dann von einer teuren, strapaziösen Reise heimkehren, müssen Sie Informationen zu zahlreichen, oft komplizierten Theorien und Strategien verarbeiten. Wenn Sie daran zurückdenken, was Sie bei den jüngsten Vorträgen gehört haben, wünschen Sie möglicherweise, Sie könnten wegen eines Fachausdrucks nachfragen oder sich noch einmal eingehender mit einem bestimmten Konzept befassen.

Damit stehen Sie nicht allein. Die meisten Teilnehmer nehmen das Wissen, das in langen, kostspieligen Vortragsreihen auf sie einströmt, nur bruchstückhaft auf. Hoffnungsfroh notieren sie seitenweise die allerwichtigsten Punkte. Für Menschen mit fotografischem Gedächtnis mag ein visuell ausgerichteter Vortrag geeignet sein – aber für die meisten besteht der didaktische Königsweg in der Kombination von geschriebenem Text und visueller Darbietung, auf die sie je nach Bedarf dank unseres Online-Angebots zugreifen können.

Marketplace Books möchte Ihnen diesen Königsweg eröffnen. Seit mehr als 15 Jahren setzen wir alles daran, Tradern möglichst leicht zugängliches, praxisnahes Wissen zu vermitteln, mit dem sie am Markt Erfolg haben.

Seien wir ehrlich: Es erfordert Zeit und Einsatz, ein guter Trader zu werden. Zu lernen, wie man Charts liest, Indikatoren auswählt und Muster erkennt, ist nur der Anfang. Wie es Ihnen als Trader ergeht, hängt davon ab, ob Sie möglichst umfassende Fähigkeiten und ein weitreichendes Verständnis für dieses Metier entwickeln.

Das vorliegende Lernmaterial soll Ihnen genau die Hilfe bieten, die Sie benötigen, um die Candlestick-Technik zu meistern und so letztendlich jene finanzielle Zukunft zu sichern, die Sie sich wünschen.

Weitere erfolgreiche Tradingstrategien und -methoden aus dieser Reihe finden Sie auf www.traderslibrary.com/TLEcorner.

Wir wünschen Ihnen wie immer allen Erfolg!

Chris Myers

Präsident & Inhaber

Marketplace Books

Wie Sie dieses Buch nutzen

Das Buch vermittelt Ihnen lukrative Tradingstrategien. Dabei ist das Ganze in der Tat mehr als die Summe seiner Teile. Den größten Nutzen ziehen Sie aus dieser Lernerfahrung, wenn Sie:

Das Buch lesen

Im Buch lernen Sie Taktik und Methoden von Steve Nison genau kennen. Zusätzlich verankern ein Selbsttest zum Lernerfolg, ein Stichwortverzeichnis und Definitionen der wesentlichen Begriffe das Wissen so, dass Sie es in die Praxis umsetzen können.

Die Trader-Prüfungen ablegen

Nachdem Sie das Buch durchgearbeitet haben, testen Sie Ihr Wissen. Machen Sie am Ende jedes Kapitels die Prüfungen (Lösungen im Kapitel »Lösungen«). Auf www.traderslibrary.com/TLEcorner können Sie zudem ergänzende Materialien zu diesem und anderen Büchern einsehen. Wenn Sie die Trader Education Corner zum ersten Mal besuchen, müssen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort anlegen – dies ist kostenlos.

Geld verdienen

Wenn Sie die Konzepte und Strategien gefunden haben, die am besten zu Ihrem Tradingstil, Ihrer Persönlichkeit und den von Ihnen gehandelten Instrumenten passen, ist der nächste Schritt klar: Gewinn machen!

Über den Autor

  Steve Nison war einer der Ersten, der die Geheimnisse der japanischen Candlestick-Charts weltweit bekannt gemacht hat. Er gilt als die führende westliche Autorität auf diesem Gebiet und ist der Autor der beiden internationalen BestsellerJapanese Candlestick Charting TechniquesundBeyond Candlesticks.

Nisons Texte sind in Finanzpublikationen rund um die Welt erschienen, unter anderem im Wall Street Journal, Barron’s, Worth Magazine und Institutional Investor. Er ist zudem ein gefragter Redner und hat vor Maklern, Analysten, institutionellen Händlern und aktiven Onlinehändlern weltweit über seine Tradingstrategien referiert. Im Jahr 1997 gründete er Nison Research International, das individuelle Beratung sowie Präsenz- und Onlineseminare zum Thema technische Analyse anbietet. Zuvor war Nison Senior Vice President bei Daiwa Securities und leitender technischer Analyst bei Merrill Lynch.

Die im Buch verwendeten Charts stammen von Aspen Graphics (www.aspenres.com) und Quicken Quotes Live.

Einleitung

Ein japanisches Sprichwort besagt: „Ein kluger Falke versteckt seine Krallen.“ Über hundert Jahre lang waren die Krallen der japanischen technischen Analyse und damit die Candlesticks vor dem Westen verborgen. Ich freue mich, Ihnen dieses fernöstliche Geheimnis näherzubringen und Sie bei der Entdeckung zu begleiten. Plakativ ausgedrückt haben Kerzendiagramme die technische Analyse revolutioniert, und sie zählen heute zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Charts. „Japanische Candlesticks leuchten Tradern den Weg“, schrieb das Wall Street Journal, und bei Investors’ Library hieß es im gleichen Tenor: „Ob Sie Daytrader sind oder längerfristig handeln: Candlesticks sind ein Muss.“

Apropos, nicht nur die Medien lieben Kerzenchart-Analysen. Meine Bücher verkaufen sich seit Jahren ausgezeichnet, weil Tausende Trader Candlesticks für sich entdeckt haben. Auch Hunderte Finanzpublikationen und Webseiten sind auf Kerzencharts gekommen. Vor einiger Zeit arbeitete ich mit Quicken Quote, und mein zehnjähriger Sohn fragte mich: „Gibt es da Candlesticks?“ „Ja“, antwortete ich, und er sagte: „Ohne dich gäbe es keine Candlestick-Charts, Papa.“

Das ist allerdings nicht ganz wahr. Die Kerzenchart-Analyse wurde viele Hundert Jahre vor meiner Zeit in Japan entwickelt. Trotzdem freute ich mich über das Kompliment meines Sohnes – und in der Tat waren diese unglaublichen Analysewerkzeuge im Westen nahezu unbekannt, bevor ich das erste Mal über sie schrieb. In der Tat: Seit etwa 1900 wurden in der westlichen Welt traditionell ausschließlich Balkendiagramme und Point-and-Figure-Charts verwendet. Erst Ende der 1990er-Jahre stellte ich Candlesticks auf unserer Seite des Globus vor, und inzwischen haben sie sich zu einer elementaren, weitverbreiteten Chartform entwickelt. Das beweist aus meiner Sicht, wie nützlich sie sind.

Meine Prognose lautet, dass Candlestick-Charts für Sie zum wesentlichen Instrument der technischen Analyse werden. Dabei besteht kaum Zweifel, dass Markttechnik wichtig ist, denn nur durch sie lässt sich die emotionale Gesundheit des Marktes abschätzen. Preise werden durch zwei Arten von Einflüssen bestimmt: rationale und emotionale Faktoren. Wie oft haben Sie es erlebt, dass sich der Markt bewegte, ohne dass sich die Fundamentaldaten veränderten? Je länger der Investmenthorizont ist, desto wichtiger sind fundamentale Größen. Betrachtet man jedoch kürzere Zeiträume, gewinnen technische Verfahren mehr Bedeutung. Der Einfluss von Emotionen auf den Preis lässt sich nur durch die Analyse der Preisentwicklung erfassen – sprich: durch die Untersuchung von Charts auf Preismuster und Signale.

Fundamentaldaten untermauern den rationalen Teil Ihrer Investmententscheidungen, aber sie ignorieren emotionale und psychologische Motive dafür, dass sich Preise auf kurze Sicht bewegen. Jesse Livermore, der berühmte, Anfang des 20. Jahrhunderts aktive Trader, pflegte zu sagen, dass die Natur des Menschen immer gleich bleibt. Die Akteure wechseln, es gibt neue Technik, aber der Markt an sich ändert sich nie. Wie sollte er auch? Er wird von menschlichen Emotionen getrieben – nicht von Vernunft, den Regeln der Volkswirtschaft oder gar Logik.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: In den 1990er-Jahren legte der Preis von Soja auf dem Parkett der Chicago Board of Trade wegen anhaltender Trockenheit massiv zu. Plötzlich liefen ein paar Tropfen Wasser am Fenster herunter. „Seht“, rief jemand, „es regnet!“ Die Tropfen wurden zum stetigen Tröpfeln, und dann begann es zu schütten. Es regnete im Zentrum Chicagos. Der Sojapreis begann zunächst langsam zu sinken, dann brach er ein. Es regnete tatsächlich, aber in Chicago werden überhaupt keine Sojabohnen angebaut. Und im Herzen des Anbaugebiets etwa 300 Meilen südlich von Chicago war der Himmel immer noch blau, sonnig und völlig trocken. Doch obwohl auf den Sojafeldern kein Tropfen fiel, regnete es in den Köpfen der Händler – und das zählte. Trader interessieren sich nur für das, was den Markt bewegt. Emotionen sind hier von großer Bedeutung, und der Gefühlszustand des Marktes lässt sich nur durch technische Analyse ermessen.

Kerzendiagramme vermitteln Ihnen Einblick in die Psychologie des Marktes. Aber auch für fundamental orientierte Investoren bietet die Markttechnik Vorteile, und zwar bei der Suche nach Substanzwerten. Welches Unternehmen wählen Sie, wenn mehrere Werte für ein Investment infrage kommen? Was verkaufen Sie, wenn Sie eine Position zurückfahren wollen? Sie veräußern die Aktien, die in einer Widerstandszone notieren. Für mich hilft hier eine Hand der anderen: Die technische Analyse ergänzt die fundamentale Sicht. Dazu kommt, dass viele Trader und Investoren heute Diagramme nutzen, sodass die Charttechnik selbst einen bedeutenden Einfluss auf die Märkte gewonnen hat. Und alles, was den Markt bewegt, verdient Aufmerksamkeit.

Diese Auffassung ist nichts Neues. In der von mir beauftragten Übersetzung eines Buches mit dem verrückten Titel „Die Quelle des Geldes – Bemerkungen der drei Affen zum Geld“ ist zu lesen: „Wenn alle mit fallenden Kursen rechnen, besteht Grund für einen Preisanstieg. Wenn alle mit steigenden Kursen rechnen, herrschen die Voraussetzungen für fallende Preise.“ Wenn das nicht nach Contrarian-Strategie klingt! Dabei wurde das Buch 1755 verfasst. Um das historisch einzuordnen: In Japan war antizyklisches Investieren bekannt, bevor die USA als Nation entstanden. In der Tat handelten die Japaner mit sogenannten leeren Reiskontrakten, die nichts anderes darstellten als die ersten Termingeschäfte. Hier wurden erstmals Kursdiagramme eingesetzt. Die Kontrakte wurden in Osaka gehandelt, einem so bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum, dass der traditionelle Gruß dort noch heute „Verdienst du Geld?“ lautet.

In einem Artikel über meine Arbeit in der führenden japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun heißt es: „Es genügt nicht, die japanische Chartmethode zu kennen. Es gilt, auch die besten Elemente der westlichen technischen Methoden zu übernehmen.“ Die Japaner besitzen Candlesticks, aber sie kennen zusätzlich die gesamte westliche Charttechnik. Japanische Analysten und Trader nutzen also ihre Kerzen – die technischen Verfahren des Ostens – und westliche technische Analysen zugleich. Jetzt sind wir an der Reihe, von ihnen zu lernen und das nach meiner Meinung jeweils Beste aus Ost und West zu vereinen.

1. Grundlagen: Die Konstruktion von Candlesticks

Mein Unternehmen setzt eine exklusive Tradingstrategie ein: die Trading-Triade. Ich vergleiche Trading gerne mit einem dreibeinigen Hocker. Was geschieht, wenn dem Hocker ein Bein fehlt? Er fällt um. Genauso verhält es sich mit der Trading-Triade, dargestellt in Abbildung 1.1.

Das erste Bein ist das Fundament in der Candlestick-Analyse: das Zeichnen des Diagramms mit der jeweiligen Kursentwicklung, den erkennbaren Mustern und Trends sowie daraus ableitbare Informationen über die Marktdynamik. Die zweite Säule entspricht der Analyse der Daten aus der westlichen Markttechnik. Aus meiner Sicht können Candlestick-Charts andere technische Methoden und selbst die westlichen Balkendiagramme nicht ersetzen. Man benötigt nach wie vor vier Preisinformationen: den Eröffnungskurs, Hoch und Tief sowie den Schlusskurs. Diese sind umso wertvoller, wenn sie mit Trendlinien und gleitenden Durchschnitten kombiniert werden. Bei der dritten Stütze schließlich geht es darum, wie sich dieses Wissen nutzen lässt, um das Risiko zu senken und Ihre investierten Mittel zu schützen.

Vielleicht haben Sie schon einmal den Spruch gehört, dass ein Schiff im Wasser untergehen oder schwimmen kann. Diese Weisheit gilt in vielen Fällen – auch dafür, wie Kerzencharts angewendet werden. Sie eignen sich dazu, den richtigen Zeitpunkt zum Kauf und Verkauf zu bestimmen, bieten aber noch viel mehr. Candlesticks lassen sich auch dazu nutzen, Risiko zu managen und zu begrenzen, und fundiertere Portfolioentscheidungen zu treffen. Dort liegt der wahre Wert der Candlestick-Methode.

Candlestick-Muster zeigen exakte Trendumkehrpunkte oder „Reversals“ an. Dabei umfassen die Muster jeweils eine, zwei oder drei Kerzen. Auf einem Balkendiagramm identifiziert man Umkehrpunkte anhand langfristiger Trendlinien oder gängiger technischer Signale wie der bekannten Schulter-Kopf-Formation. Während Candlestick-Muster vor einem Reversal sicherlich ein deutlicheres Signal liefern, sollten Sie daran denken, dass das übergreifende technische Muster und der Trend mehr Aussagekraft besitzen als jede Kerze.

Abbildung 1.1: Die Trading-Triade

So entdecken Sie möglicherweise ein deutliches Candlestick-Muster, aber wenn es sich ausgebildet hat, ist es für eine Reaktion zu spät. Wichtig ist dabei, dass Kerzendiagramme dazu beitragen, das Timing Ihrer Trades zu verbessern. Dies gilt für jeden Zeitrahmen und bei allen Marktbedingungen.

Abbildung 1.2 zeigt ein typisches Balkendiagramm. Denken Sie beim Betrachten daran: Ein Kerzenchart wird aus genau denselben Daten erstellt wie die Balkengrafik, und ich habe daher die in der Balkengrafik dargestellten Werte in das Candlestick-Diagramm in Abbildung 1.3 übersetzt.

Die Kerzendarstellung

In der Kerzennotierung werden die Informationen verwendet, die auch im Balkenchart enthalten sind, ergänzt um eine dritte Dimension. Der senkrechte Balken des Diagramms wird durch ein Rechteck ersetzt, das nach oben und unten durch Tageshöchst- und -tiefstkurs begrenzt wird. Dazu kommen Linien, die über und unter den Kerzenkörper ragen.

Abbildung 1.2: Balkendiagramm

Abbildung 1.3: Candlestick-Diagramm

Balkendiagramme werden auch als OHLC-Charts bezeichnet. Bei diesen einfachen Preis­charts wird der Abstand zwischen Tageshöchst- und -tiefstkurs als vertikale Linie oder Strich dargestellt. Der Eröffnungskurs wird durch einen kleinen waagerechten Strich nach links angezeigt, der Schlusskurs durch einen Strich nach rechts.

In einem Candlestick-Chart werden Tage mit steigenden Kursen als weißes Rechteck dargestellt, Tage mit fallenden Kursen als schwarzes Rechteck. Obere und untere Kante des Kerzenkörpers entsprechen dem Eröffnungs- bzw. Schlusskurs, die dünnen Linien unter- und oberhalb reichen bis zum Tagestiefst- und höchstkurs.

Die vertikalen Maße entsprechen also denen des Balkens aus dem Balkenchart. Zusätzlich sind die Kerzen-Rechtecke jedoch weiß oder schwarz. Die weißen Kerzen zeigen Tage mit steigendem Preis an (Schlusskurs über dem Eröffnungskurs), schwarze Exemplare Tage mit fallendem Kurs (Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs).

Die Bezeichnung „Kerze“ kommt daher, dass über dem Rechteck ein „Docht“ stehen kann, unter dem Rechteck eine „Lunte“. Jeder Abschnitt der Kerze besitzt einen anschaulichen Namen. Das (weiße oder schwarze) Rechteck wird als „Körper“ bezeichnet, da seine obere und untere Kante Eröffnungs- bzw. Schlusskurs abbilden.

Als Körper wird das von Eröffnungs- und Schlusskurs begrenzte Rechteck bezeichnet, das alle Preise ober- und unterhalb ausklammert.

Die über den Körper hinausragenden Linien werden oberer Schatten bzw. unterer Schatten genannt. Wenn der Eröffnungspreis beispielsweise bei 32,10 Dollar liegt und der Schlusspreis bei 34,00 Dollar, entspricht die Veränderung im Körper 1,90 Dollar. Während des Handelstages könnte der Kurs jedoch auf bis zu 35 Dollar je Aktie geklettert und auf 32 Dollar gefallen sein. In diesem Fall hätte die Kerze einen oberen und unteren Schatten.

Der obere Schatten stellt die Preisspanne zwischen Eröffnungs- und Tageshöchstkurs einer schwarzen bzw. Schluss- und Tageshöchstkurs einer weißen Kerze dar.

Der untere Schatten stellt die Preisspanne zwischen Eröffnungs- bzw. Schluss- und Tagestiefstkurs dar.

John Murphy, ein ehemaliger Talkmaster des Wirtschaftssenders CNBC, erzählte mir einmal, ein Zuschauer habe angerufen und gefragt: „Was sind das für Charts, die aussehen wie Hotdogs?“ Ich habe kurz daran gedacht, Candlesticks „Hotdog-Charts“ zu nennen, damit sie beim US-Publikum besser ankommen, es mir dann aber anders überlegt. Der Fall verdeutlicht aber, dass die Charts im Westen noch relativ neu sind.

Ob Sie bei Candlesticks nun an Kerzen oder Hotdogs denken: Ihre Interpretation ist mit vielen neuen Fachausdrücken verbunden. Dieses Vokabular müssen Sie beherrschen, wenn Sie mit den Charts richtig umgehen wollen. Ein Beispiel: Liegt der Eröffnungs- und Schlusskurs auf genau oder fast derselben Höhe, spricht man von einem „Doji“. Das ist japanisch und bedeutet „Fehler“.

Abbildung 1.4: Die Konstruktion von Kerzen

Ein Doji – japanisch „Fehler“ – ist eine Kerze, bei der Eröffnungs- und Schlusskurs ganz oder nahezu auf selber Höhe liegen. Dadurch ist der Körper kein Rechteck, sondern eine horizontale Linie.