Teenie mit 42 - Nadine Rubinstein - E-Book

Teenie mit 42 E-Book

Nadine Rubinstein

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Beschreibung

Frauen im gewissen Alter merken, dass das Leben noch mehr zu bieten hat, als das, was gerade ist. Die Ehe ist meist eine Funktionseinheit und das einzige spannende im Alltag ist Sonntagabend Tatort um 20.00 Uhr. Nadine in "Teenie mit 42" ist in diesem gewissen Alter und lässt sich wagemutig und etwas naiv auf eine Affäre mit einem verheirateten Mann ein. Die Regeln sind geklärt, wenn da nicht die Gefühle ein Schnippchen schlagen würden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2020

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NADINE RUBINSTEIN

***

TEENIE MIT 42

Was einem mit 42 alles passiert.

© 2020 Nadine Rubinstein

Verlag und Druck:tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-17166-4

Hardcover:

978-3-347-17167-1

e-Book:

978-3-347-17168-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Was einem mit 42 alles passiert!

Beschämt saß ich im Wartezimmer meines Gynäkologen und ärgerte mich. Wie konnte mir das nur passieren? Bereits in der 5. Klasse werden Kinder über Sex und der Wichtigkeit von Verhütung aufgeklärt. Ich musste mit 42 meinem Frauenarzt eine Verhütungspanne gestehen und um die „Pille danach“ fragen. Und noch schlimmer: die Ursache dieses Problems passierte nicht mit meinem Mann, sondern mit meinem Liebhaber. Meinem ersten Liebhaber überhaupt. Oh mein Gott!

Es reichte nicht, dass ich seit der Affäre gefühlsmäßig völlig durcheinander, mein Leben total aus den Fugen geraten war – und dass mir, die als Organisations- und Ordnungsgenie schlechthin bekannt war. Ja, jetzt saß ich hier und brachte durch diesen Hormonhammer noch meinen Körper durcheinander. Alles durcheinander. Und das für ein bisschen megageilenoberhammergenialen SEX. Oh ja, der war es wert gewesen.

Jede einzelne blöde kleine Pille, vergessene Vesperdosen meiner Kinder und ungewaschene Wäsche, Gefühlsachterbahn, Tränen und Warten auf Verabredungen und seltenen Telefonaten, Herzschmerz, Sehnsucht, Kribbeln, Vorfreude….

„Frau Müller in Kabine 1 bitte,“ ertönte die bekannte Stimme meines Frauenarztes, der mich aus meiner Schwärmerei riss.

Es sollte ein cooler Samstagabend auf einem Fest des Tennisclubs werden. Susanne und ich waren die einzigen aus unserem Sportteam von zehn Frauen, die sich abends in enger Jeans und Sandalen auf den Weg machten.

„Gleich los zur Cocktailbar. Wir trinken jetzt erstmal leckere Cocktails,“ beschloss Susanne zielstrebig.

Gut gelaunt und fast hüpfend vor Freude lief ich neben ihr her und freute mich, endlich mal wieder den Alltag, schlechtgelaunten Ehegatten und nervende Kinder hinter mir lassen zu können.

Einfach vergessen, dass man verheiratet, brave Ehefrau und sorgende Mutter war. Völlig frei und losgelöst – eher losgelassen!

Wir stellten uns an die Cocktailbar. Drei Männer starrten uns interessiert an und Susanne bestellte uns zwei Caipirinhas. Wir alberten und flirteten mit den Dreien von der Cocktailbar. Ich war so aufgedreht und nicht nur vom Alkohol, genoss die Aufmerksamkeit, scherzte und fobbte, was das Zeug hielt. Mit Mike machte es besonders Spaß. Er schüttelte seinen Cocktailmixer, flirtete mit mir und ich erwiderte den Flirt.

Wenn ich eins konnte, dann flirten. Und knutschen, aber dazu später.

Susanne und ich warfen unsere Schuhe in den Sand und schauten, wer die schmutzigsten Füße hatte.

„Hey, trink mal leer, Nadine. Noch zwei!“ befahl Susanne. Mir drehte sich der Kopf.

Nach monatelanger Freundschaft mit Susanne, etlichen Gläsern Sekt, war ich Alkohol gewöhnt. Trotzdem drehte sich mein Kopf. Ich wurde losgelöster.

„Wie alt bist du eigentlich?“, fragte mich Mike. Was für eine doofe Frage. Im Moment nicht älter als 19. Fühlte mich gerade wie ein Teenie. „42“.

„Oh, ich hätte dich jetzt gerade mal erst auf Mitte 30 geschätzt.“, sagte er. Na, wenigstens wusste er, wie man Frauen richtig behandelt. Kompliment war Kompliment. Egal, ob ernst gemeint oder nicht. „Du bist ja süß. Danke,“ erwiderte ich und nahm sein Gesicht zwischen meine Hände. Sein Bart fühlte sich angenehm weich an. Mike hatte das gewisse Etwas an sich. Verstohlener Blick, blaue Augen, kahler Kopf und diesen wunderbar weichen Bart. Seine Arme waren muskulös und sein Oberkörper, soweit es sein Hemd erahnen ließ, gut durchtrainiert. Ich fand ihn interessant und versuchte aus seinem Gesicht zu lesen. Was dachte er? Mich interessierte so etwas immer bei Menschen. Ich versuchte, mein Gesicht so unleserlich wie möglich zu machen. Leider gelang mir das nicht immer, wie es sich später herausstellte.

Mit schmutzigen Füßen im Sand stehend, fand ich als Erste wieder Worte. Er schaute mich an. Den Blick werde ich nie vergessen. Tiefgründig, verwegen und männlich. Das Testosteron konnte man förmlich riechen. Und dann die tiefe maskuline Stimme. Hach. Und wieder quakte Nerd rein. Nerd, eigentlich hieß er Alex, versuchte, einen oberschlauen Eindruck zu hinterlassen. Er bekam von uns prompt diesen Spitznamen verpasst, nachdem er verriet, dass er irgendwo in der IT-Abteilung arbeitete. Daraufhin zogen Susanne und ich scharfsinnig Schlüsse, dass er ein Nerd sein müsste. Ehrlich gesagt, sah er ganz gewöhnlich aus. Dunkle Haare, T-Shirt mit Steppweste, ein Grinsen bis zu den Ohren reichend. Nicht mein Typ.

„Sind eigentlich all deine Angestellten so verrückt?“ fragte Mike Susanne und deutete mit seinem Kinn auf mich.

Nerd mischte sich immer wieder ein. Dabei war ich so beschäftigt, mich auf Mike zu konzentrieren. Mike reizte mich.

„Mach mir mal was Leckeres.“ sagte ich zu Mike. Er schaute mich an.

Unsere Blicke trafen sich. Auge in Auge. Hoch interessiert. Sehr interessant. Geheimnisvoll. Tief in meinem Inneren kribbelte es. Ein Kribbeln, das ich schon lange nicht mehr zu spüren bekam. Fremd und doch wieder bekannt. Ich scharrte verlegen mit meinen Füßen im Sand. Eigentlich war ich ja schüchtern, redete aber gerne mit Menschen. Aber das hier war mehr. Ohne Worte mehr als in einem zehnminütigen Frauentelefonat gesprochen. Und ihr wisst, von was ich rede: Frauen können viel und schnell reden. Das Gespräch ging tief in die Magengegend und noch ein Stückchen tiefer. Hach. Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst, als ob man ….lalalala.

„Ok, mit Alkohol?“, fragte er grinsend und kannte schon meine Antwort.

„Auf jeden Fall!“, konterte ich und lächelte ihn an. Ich versuchte, Haltung zu bewahren, indem ich meine Körpermitte anspannte, um aufrecht stehen bleiben zu können. Was gar nicht so einfach war, wenn der Boden und die Theke so verdächtig schwankten. Irgendwie war der Typ megacool mit seinem Drei-Tage-Bart und diesen verwegenen Blick, den ich immer wieder zu deuten versuchte. Er verzog keine Miene. Nur um den Mund herum zuckte es. Ob er nachdachte? Was, würde mich natürlich brennend interessieren.

Ich spielte an meiner Halskette. Ein silbernes großes Kreuz an einer silbernen Kette. Mike stellte sich neben mich.

„Hat das Kreuz eine besondere Bedeutung für dich?“, er starrte auf den Anhänger und eine Etage tiefer in meinen großzügigen Ausschnitt.

Eigentlich war mir kalt, aber ich wollte nicht meine Jacke anziehen und unsexy wirken.

Die Kreuzfrage: Oh Mist, was sage ich jetzt, dachte ich bei mir. Klar war ich Christin und glaubte an Gott. Aber ich wusste, auf was er hinauswollte.

„Ja, ich bin gläubig, aber ich möchte trotzdem mein Leben genießen.“

Mein Gott, was für eine einfallsreiche Antwort, dachte ich mir. Er grinste mich an und meinte: „Aha.“ Dann schaute er mich von Kopf bis Fuß an. Ich beobachtete seinen Blick, soweit es mein Alkoholpegel noch zuließ. Ich werde nie vergessen, was dann passierte. Es sollte der Wendepunkt in meinem bisherigen Leben sein.

Bestimmt fasste er sich in die rechte Hosentasche, holte sein Handy heraus und legte es auf die Ablage hinter der Theke. Ich schaute ihm fragend zu. Dann kramte er mit seiner linken Hand in der anderen Hosentasche nach seinem Schlüssel und legte ihn dazu.

Ich schaute immer noch interessiert zu und dachte mir, ob ihn das vielleicht drückte. Man, war ich naiv.

Er drehte sich zu mir hin und mit einem Male schnappte er mich und warf mich über seine Schulter. Ich quiekte los. Kopfüber hing ich da, wusste nicht wie mir geschah. Ein paar Sekunden lang überlegte ich, ob ich schreien sollte. Fand das aber albern. Ich dachte nur bei mir, ob er mich überhaupt tragen konnte. Ich war nicht gerade leicht. Also hielt ich still, damit er nicht mit mir stolperte und rief nach Susanne. Die lief schon lachend hinter mir her. Alex alias Nerd leuchtete mit seinem Handy den Weg. Den Weg?! Meine Güte, wo wollte der nur mit mir hin?

In Richtung Fluss. „Bitte nicht mit Kleidern reinwerfen!“ rief ich. Ich hasste es sowieso, in Flüssen zu baden. Ich ekelte mich davor und dann noch mit Kleidern. Nur nichts anmerken lassen. Aber er lief zielstrebig weiter und ich wusste nicht, ob ich es genießen konnte oder nicht. Aber ich war so beeindruckt. Schwer beeindruckt von seiner Stärke, dass er mich tragen konnte. Am Ufer ließ er mich ab. Grinste mich an.

Verlegen versuchte ich, meine zerzausten Haare wieder in Ordnung zu bringen.

„Danke, dass du mich nicht reingeworfen hast.“ stammelte ich. Total verdattert, verlegen wie ein kleines Mädchen.

„Viel zu eklig das Wasser. Hat zu lange nicht geregnet. Ich muss wieder zurück zur Bar, meine Kasse bewachen.“

Mike machte sich wieder auf den Rückweg. Ich schaute ihm nach.

Versuchte, meine kopfüber gelandeten Sinne wieder zu sortieren. Kasse bewachen? Was sollte das jetzt? War der bescheuert? War`s das schon?

Susanne lachte mich an. „Willkommen im neuen Leben. So läuft das unter Sportlern.“

Sie empfahl mir schon vor einer ganzen Weile einen Liebhaber, damit ich lockerer werden würde und mehr Aufregung und Spannung im Leben hätte. Aber dass es gleich so aufregend werden würde. Halleluja.

Wir torkelten Arm in Arm zurück zur Cocktailbar und mussten auf den Schreck, eher auf meinen Schreck, erst mal was trinken.

„Tief beeindruckt hast du mich gerade.“, hauchte ich Mike zu. Irgendwie war ich jetzt in Flirtlaune.

„So?!“ erwiderte er grinsend zurück.

„Ich habe schon mal eine Frau so beeindruckt. Schließlich hat sie mich dann geheiratet.“

Was? Der war verheiratet? Ein Schlag ins Gesicht. Nur nix anmerken lassen.

Susanne spürte was ich dachte und flüsterte mir zu: „Noch besser, dann gibt es keine Probleme. Und keiner gehört jemandem alleine.“

Ich beschloss, mit den anderen beiden aus der Bar zu reden und ihn ein wenig zu ignorieren. Ich bedauerte es wirklich, dass er verheiratet war. Er spürte, dass er mich total interessierte. Und ich ihn.

Schließlich gab er mir seinen Spezialcocktail und stellte sich wieder zu mir.

„Alles klar?“, fragte er mich. Ich nickte und wir unterhielten uns über Belangloses. Meine Ehe, Berufsleben…. und über sein Hobby. Das Tennis- spielen. Ich tat interessiert und fragte ihn darüber aus. „Komm mal mit, ich zeig` dir meine Ausrüstung“, er lief in Richtung Dunkelheit.

Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehend stakste ich hinter ihm her und versuchte so wenig wie möglich zu wanken. Mike hielt an einem Regal an und zeigte mir seinen Lieblingsschläger. Ich nahm ihn in die Hand.

„Und wie hält man den Schläger richtig?“ Mike nahm meine Hand und führte den Schläger schwungvoll, mich festhaltend, vor und zurück. Erklärte mir die Technik und wie der Schläger richtig zu halten war. Seine Hand fühlte sich warm und groß an. Er hatte einen kraftvollen Griff. Oh, was der wohl mit diesen Händen alles machen könnte, stellte ich mir vor.

Ich hörte seinen Erklärungen gerne zu, da ich seine Stimme so sehr mochte. Meine Gedanken spielten verrückt. Kopfkino begann.

Ich stellte mir vor, wie ein Tennislehrer versuchte, einer Schülerin den richtigen Aufschlag beizubringen. Oder der Golflehrer, der sich von hinten an sein Opfer, ähm Schüler, anschmiegte und zeigte, wie man den Schläger richtig schwang. Mike nahm mir den Schläger wieder aus der Hand und legte ihn in das Regal zurück.

Er stand vor mir. Schaute mich an. Sein Gesicht zeigte keine Mimik und ich wurde unsicher. Ich konnte nicht lesen, was er dachte. Zu gern hätte ich gewusst, was er jetzt überlegte. Ich musste nicht allzu lange warten.

„Auch wenn du mir vielleicht einen Arschtritt gibst….“, sagte er und kam einen Schritt auf mich zu. Ganz nah. Ich schaute ihn an und wusste, was jetzt kommen würde. Naiv wie immer. Staunend wie ein kleines Mädchen. Gelangweilt und entmutigt vom Alltag. Doch nun als reife Frau bemerkte ich sein kurzes Zögern und Vorhaben, bewegte mein Gesicht Richtung seinem Gesicht.

Ruckartig gierig stießen unsere Lippen aufeinander und wir knutschten heftig. Mein Kopf drehte sich. Unsere Arme schlangen sich um unsere Körper. Forschend ertasteten unsere Hände den Körper des anderen. Stehend und nicht mehr schwankend, eng aneinander.

„Du küsst aber toll“, sagte Mike, der plötzlich nicht mehr so cool und lässig wirkte. Eher wie ein verträumter Junge.

„Du aber auch!“, erwiderte ich völlig aufgelöst.

„Ich überleg mir echt, ob ich dich da nach hinten in unser Boot schleppen soll.“