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Nix Bazinga! Alles über die Kultserie THE BIG BANG THEORY Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt und eine Fangemeinde, die The Big Bang Theory heute noch zelebriert – niemand hätte so einen Riesenerfolg anfangs erahnen können. Die sich stetig entwickelnde Serie über das Leben der beliebten Wissenschafts-Nerds und ihrer Freundin Penny gehört nicht nur zu den lustigsten TV-Formaten aller Zeiten, sondern auch zu den niveauvollsten. Wie wäre es sonst zu erklären, dass Professor Stephen Hawking, Steve Wozniak, Elon Musk und Bill Gates allesamt Gastauftritte absolvierten? Nicht zu vergessen Comic-Ikone Stan Lee und Raumschiff Enterprise-Legende William Shatner. Die Autorin Jessica Radloff lernte alle Schauspieler während ihrer journalistischen Karriere kennen und entwickelte eine enge Beziehung zu ihnen. Vor zwei Jahren begann sie sowohl die Darsteller von Sheldon, Penny, Leonard, Raj und Howard zu interviewen als auch die der Nebenfiguren und die wichtigsten Mitglieder des Produktionsteams. Aus diesem Fundus von über 120 Stunden intensiver Gespräche kreierte sie eine aufregende und spannende Geschichte der Serie, erzählt von allen Beteiligten. Kultiger geht es nicht!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2023
Jessica Radloff
Der definitive Insiderbericht zur kultigen TV-Serie
JESSICA RADLOFF
DER DEFINITIVE INSIDERBERICHT ZUR KULTIGEN TV-SERIE
Aus dem amerikanischen Englisch von Alan Tepper
www.hannibal-verlag.de
Über die Autorin: Jessica Radloff kam 2011 als West-Coast-Entertainment-Korrespondentin zu Glamour, gehörte ab 2018 zur Redaktion (West Coast) und wurde 2022 leitende West-Coast-Redakteurin. Sie tritt regelmäßig bei Access Hollywood auf, The Talk, Good Morning America, Today und weiteren ähnlich gelagerten Sendungen. Gelegentlich leitet sie Diskussionsrunden für Serien wie The Crown, Stranger Things, Outlander, The Flight Attendant, Emily in Paris und This Is Us. Sie moderierte auch die Gesprächsrunden zu The Big Bang Theory und Young Sheldon (PaleyFest) 2018. Vor der Zeit bei Glamour schrieb sie für AOL, die Huffington Post, Modern Luxury Media, WHERE Los Angeles und dem Major League Baseball’s St. Louis Cardinals GameDay-Magazin. Sie gehört zur Television Critics Association, der Critics Choice Association und der Screen Actors Guild. Darüber hinaus ist sie ein Mitglied der Television Academy. Die in St. Louis geborene Autorin hat einen Abschluss bei der University of Arizona. Jessica lebt aktuell in Los Angeles.
Impressum
Deutsche Erstausgabe
© 2023 by
Hannibal Verlag, ein Imprint der KOCH International GmbH, A-6604 Höfen
www.hannibal-verlag.de
ISBN 978-3-85445-755-8
Auch als E-Book erhältlich mit der ISBN 978-3-85445-756-5
Titel der Originalausgabe: THE BIG BANG THEORY - THE DEFINITIVE, INSIDE STORY OF THE EPIC HIT SERIES
© 2022 by Jessica Radloff
Vorwort © 2022 by Chuck Lorre
Cover design by Philip Pascuzzo
Cover © 2022 by Hachette Book Group, Inc.
ISBNs: 978-1-5387-0849-1
Erschienen bei Grand Central Publishing, einer Division der Hachette Book Group, Inc.
Grafischer Satz in deutscher Sprache: Thomas Auer, www.buchsatz.com
Übersetzung: Alan Tepper
Deutsches Lektorat / Korrektorat: Thomas Wachter
Hinweis für den Leser:
Kein Teil dieses Buchs darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, digitale Kopie oder einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet werden.
Der Autor hat sich mit größter Sorgfalt darum bemüht, nur zutreffende Informationen in dieses Buch aufzunehmen. Alle durch dieses Buch berührten Urheberrechte, sonstigen Schutzrechte und in diesem Buch erwähnten oder in Bezug genommenen Rechte hinsichtlich Eigennamen oder der Bezeichnung von Produkten und handelnden Personen stehen deren jeweiligen Inhabern zu.
Printed in Germany
CO2-neutrale Produktion
Liste der Interview-Partner
Vorwort von Chuck Lorre
Einleitung: Wie es zur Reunion der besonderen Art kam
1: Wo alles begann
2: Das Casting von Leonard, Sheldon … und Katie
3: Der Pilot – Zweiter Anlauf
4: Der Bau des Fundaments … buchstäblich
Zeit für ein warmes Getränk … Die Treppe zu 4A
5: Zunehmende Geburtsschmerzen und ein Wunder namens Autorenstreik
6: Die Comic-Con-Initiation
7: Alles, aber kein zweitklassiger Flop
Zeit für ein warmes Getränk … Atomare Kollisionen
8: Notizkarten, ein besonderes Cologne und ein eidetisches Gedächtnis
Zeit für ein warmes Getränk … Hoodies, orthopädische Schuhe und ein Alien-Anstecker: Die Geheimnisse des Kostüm-Designs
9: Das Universum dehnt sich aus
10: Leonard & Penny und Johnny & Kaley – eine Liebesgeschichte
11: Größere Risiken – ein größerer Erfolg
12: Jim Parsons und die Rolle, die alles änderte
13: Die Syndizierung – eine Explosion
14: Die sensationelle sechste Staffel
15: Hinter den Kulissen von Stage 25
16: Die Emmys, eine wilde Jagd und die Handlung, die Kaley Cuoco hasste
17: Das bislang härteste Jahr
Zeit für ein warmes Getränk … Lunch
18: „The Opening Night Excitation“
19: Eine Fehlgeburt, Schwangerschaft, und die schonungslose Wahrheit über die Elternschaft
20: Honorarkürzungen, ein Erdbeben und der Heiratsantrag, der alle zum Jubeln brachte
21: Luke Skywalker landet in Pasadena
Zeit für ein warmes Getränk … Die Geheimnisse der Tafel
22: Zurück in die Vergangenheit – wie Young Sheldon zur Welt kam
23: Das Erbe von Chuck Lorre
24: Die Entscheidung, die Serie zu beenden
25: Das letzte Goodbye
Epilog
Danksagungen
Index
Johnny Galecki: „Leonard Hofstadter“
Jim Parsons: „Sheldon Cooper“
Kaley Cuoco: „Penny“
Simon Helberg: „Howard Wolowitz“
Kunal Nayyar: „Rajesh Koothrappali“
Mayim Bialik: „Amy Farrah Fowler“
Melissa Rauch: „Bernadette Rostenkowski Wolowitz“
Kevin Sussman: „Stuart Bloom“
Christine Baranski: „Beverly Hofstadter“
Lance Barber: „Jimmy Speckerman“/„George Cooper“ (Young Sheldon)
John Ross Bowie: „Barry Kripke“
Mark Hamill: „Eigendarsteller“
Laurie Metcalf: „Mary Cooper“
Bob Newhart: „Arthur Jeffries“/„Professor Proton“
Adam Nimoy: Leonard Nimoys Sohn/„Eigendarsteller“
Amanda Walsh: „Katie“
Wil Wheaton: „Wil Wheaton“
Chuck Lorre: Mitschöpfer und Produzent
Bill Prady: Mitschöpfer und Produzent
Steve Molaro: Produzent/Showrunner
Steve Holland: Produzent/Showrunner
Lee Aronsohn: Mitschöpfer Two and a Half Men; Produzent, The Big Bang Theory
James Burrows: Regisseur beider Pilotfolgen
Mark Cendrowski: Regisseur
Peter Chakos: Editor, Produzent
Maria Ferrari: Produzentin/Autorin
Dave Goetsch: Produzent/Autor
Andy Gordon: Produzent/Autor
Eddie Gorodetsky: Produzent/Autor, The Big Bang Theory, Mitschöpfer Mom
Tara Hernandez: Produzentin/Autorin
Eric Kaplan: Produzent/Autor
Scott London: Requisiteur
Nikki Lorre: Zweite Regieassistentin, Regisseurin
Ken Miller: Casting
Mary T. Quigley: Kostüme, Co-Produzentin
Anthony Rich: Erster Regieassistent, Regisseur
Professor David Saltzberg: Wissenschaftsberater
Nikki Valko: Casting
Peter Roth: Präsident Warner Bros. Television, 1999 – 2013, Präsident und verantwortlich für den Inhalt bei Warner Bros. Television Group, 2013 – 2020; Chairman Warner Bros. Television Group, 2020 – 2021
Nina Tassler: Präsidentin Entertainment, CBS 2004 – 2014; Chairman Entertainment, CBS 2014 – 2015
Wendi Trilling: Vizepräsidentin, Comedy-Entwicklung CBS, 2004 – 2015
Judy Parsons: Jim Parsons Mutter
Zoe Perry: „Mary Cooper“, Young Sheldon
CHUCK LORRE PRODUCTIONS
Hinterher ist man immer klüger. Das dachte ich zumindest bei den Interviews zu diesem Buch. Für mich ist eine Rückschau kurzsichtig und farbenblind. Sie leidet an einer milden Gehirnerschütterung. Aber ich glaube, dass es dafür einen guten Grund gibt (und das ist sicherlich kein steilkurvenförmiger Demenz-Ritt durch das LorreLand). Um das Schreiben, das Casting, die Regie, das Darstellen und die Produktion einer Fernsehserie effektiv durchzuziehen, muss unser Gehirn alles ins Archiv verbannen, was für die direkt anstehende Arbeit nicht unbedingt nötig ist. Bei den Table Reads an den Mittwochmorgen gibt es einen alles erklärenden Running Gag. Frage einen Schauspieler oder Drehbuchautoren nach der Handlung der Folge, die am Abend zuvor aufgenommen wurde. Also vor zwölf Stunden. Ein allgemeines, ausdrucksloses Starren bestätigt, dass keinerlei Informationen in den Gehirnwindungen zu finden sind. Alle schaffen sich unbewusst einen gedanklichen Freiraum für die nächste Folge. Und das lief immer so ab – bei 279 Folgen – bei zwölf überwiegend angenehmen, aber immer vom Lachen erhellten Jahren.
Man sagt, dass „die Geschichte von den Gewinnern geschrieben wird“. Ich glaube, dass The Big Bang Theory gewann, und dieses Buch erzählt nun unsere Geschichte. Ich hoffe, dass Sie die geballte Zusammenfassung jahrelanger Arbeit von der fantastischen Jessica Radloff in vollen Zügen genießen. Und wenn Sie die Erinnerungen und Anekdoten lesen, dürfen Sie eins nicht vergessen. Wir waren Gewinner, aber noch nicht mal in der Lage, uns an einem Mittwochmorgen an den Dienstagabend zu erinnern.
Zwei Jahre. 120 Stunden brandaktueller Interviews, geführt in über zehn Monaten. Tausende Seiten von Transkriptionen. 114 Seiten von Notizen, angefertigt beim erneuten Schauen der 280 Episoden (279 ausgestrahlte sowie die Pilotfolge). Ich könnte mit dem Aufzählen von Statistiken weitermachen, aber das ist sicherlich nicht der Grund, warum Sie das Buch in die Hand genommen haben. Doch Statistiken haben ihre Berechtigung. Diese verblüffenden Zahlen kamen nur zustande, weil die Schöpfer, die Darsteller, die Produzenten, die Autoren, die Verantwortlichen im Studio und beim Sender, Gaststars, etc. von The Big Bang Theory eine Show von solch einer Brillanz und Breitenwirkung kreiert haben, dass ihr weniger nicht gerecht werden würde.
Sie haben endlose Stunden damit verbracht, die wohl längsten Fragelisten wohlüberlegt zu beantworten, die ihnen jemals unter die Nase gehalten wurden. Sie schauten kultige Passagen mit mir an, texteten mir und schickten E-Mails mit einer unglaublichen Fülle von Fotos. (Scott London, verantwortlich für die Requisite, gelang es für unser Zoom-Gespräch sogar den Transporter-Fanartikel von Star Trek aus der Versenkung zu holen, ein altes Resümee von Penny und ihren Führerschein.) Während wir oft lachten, Spaß hatten und Freudentränen vergossen, scheute sich niemand, in die Tiefe zu gehen, wenn sich das Gespräch auf die eher schwierigen Momente im Laufe der Jahre richtete. Es war egal, ob es sich hier um Vertragsverhandlungen handelte, Gagenkürzungen, Scheidungen, Scheitern und Verluste – bis hin zu den chaotischen Tagen, in denen man entschied, dass die zwölfte Staffel die letzte sein würde. Will man die ganze Geschichte erzählen, warum The Big Bang Theory eine der erfolgreichsten, populärsten und beliebtesten Serien aller Zeiten wurde, muss man sie aus allen Ecken und Winkeln betrachten und alle Perspektiven darstellen. Und das geschah auch. Dank ihnen allen!
Noch beeindruckender ist vielleicht die Zeit, die sie mir schenkten und den Zugang, den meine Interviewpartner mir ermöglichten, um mich optimal zu unterstützen. Natürlich verfolgen sie andere Projekte, denn jeder von ihnen tritt in unzähligen TV-Shows oder Filmen auf, doch ihr Engagement stellte einen immer wiederkehrenden Beweis dar, wie wichtig Big Bang für ihr Leben war und immer noch ist. Bill Prady sagte einem zusätzlichen Zoom-Interview zu (nachdem er an dem Tag schon unzählige geführt hatte) und das 24 Stunden, bevor er zu seiner Hochzeit nach New York reiste. Melissa Rauch und ich führten Interviews, während sie um 23 Uhr mit dem Abwasch beschäftigt war, nachdem sie Manuskripte für die Neuauflage von Night Court geschrieben und ihre Kinder ins Bett gebracht hatte. Kaley Cuoco lud mich zu sich nach Hause ein, um Fotos für das Buch auszusuchen. Das war am selben Tag, an dem sie für ihren ersten Emmy nominiert wurde (so ganz nebenbei, alles recht locker!). In Wahrheit muss ich aber dem Produzenten Steve Molaro die Schuld für diesen Arbeitseifer in die Schuhe schieben, denn unser erstes Interview dauerte geschlagene vier Stunden. Und ich war es, die es beendete, da mich der Hunger plagte. Und damit reiße ich nur oberflächlich an, was alle leisteten – von Chuck Lorre bis Mark Hamill – um diesem Buch Leben einzuhauchen.
Ich werde niemals vergessen, was Jim Parsons mir beim ersten Gespräch von insgesamt über 24 Stunden an Interviews verriet: „Ich lese gerade Mike Nichols’ Biografie. Es ist fantastisch zurückzuschauen, die Geschichten zu hören, wie alles entstand, denn man liebt diese Arbeiten. Sie bewegen dich. Sie haben dich auch auf eine bestimmte Art verändert. Und das ist eine Ehre für ihn. Das ist einer der Gründe, warum ich diesen Gesprächen voller Freude zusagte, egal wie viele es auch werden. Eine genauere Betrachtung ist sinnvoll, und es lohnt sich neue und interessante Fakten herauszufinden. Wenn etwas gut ist, wird damit die Mitmenschlichkeit zelebriert. Es ist schwierig dieses Gefühl zu ignorieren und sich davon nicht vereinnahmen zu lassen.“
Nun folgt eine wichtige Enthüllung: Mir kam es nie in den Sinn, eine Wissenschaftlerin zu werden (nackte Tatsache: Ich wollte es auch nie), doch The Big Bang Theory wirkte bei mir und fand einen Widerhall – als Zuschauerin und Journalistin. Das übertraf alle bisherigen Shows, über die ich berichtet hatte. Als leitendes Redaktionsmitglied von Glamour an der Westküste verfasste ich über 150 Berichte, Artikel und Betrachtungen zur Serie. Auch begegnete ich im Laufe der Jahre vielen amerikanischen Fans, entweder in den sozialen Medien oder persönlich. Dabei haben mich immer die Storys zutiefst berührt, was Big Bang für jeden Einzelnen bedeutete.
Und ich habe es verstanden. Als Kind und Jugendliche, die sich immer als eine Andere fühlte und sozial abgehängt war – tja, drei „Lernbehinderungen“ richten so etwas an – konnte ich einen Bezug zu Amys brennendem Wunsch herstellen, eine beste Freundin haben zu wollen. Ich verstand Sheldons Gewohnheiten, sein Arbeitsethos und seine Zwangsstörung. Ich kapierte Rajs dringendes Verlangen, die Liebe seines Lebens zu finden wie auch seine Zweifel wann oder ob das überhaupt geschehen würde. Vielleicht lag es im Bereich meiner Fantasie, so cool wie die Charaktere sein zu wollen, die ich bei Friends erlebte, doch in Wahrheit – und das trifft wohl auf uns alle zu – konnte ich mich viel stärker mit dem identifizieren, was ich bei The Big Bang Theory sah.
Aus einer Show mit vier Nerds und der heißen, aber zuerst ein wenig „schusseligen“ Nachbarin entwickelte sich eine clevere, sozial-relevante Sitcom, die Themen wie Intimität anriss, Konsens, die Mutterschaft, Hochzeiten, Karriere und das liebe Geld. Das geschah mit viel Humor, stilistischer Treffsicherheit und Herzblut. Das Resultat? Die Serie wurde zu einer der besten und bedeutendsten Sitcoms unserer Zeit.
Eine Serie wie The Big Bang Theory ist eigentlich nicht dazu bestimmt ein Mainstream-Erfolg zu werden. Nicht, wenn einer der Hauptdarsteller ein Experimentalphysiker und der andere ein theoretischer Physiker ist. Oder wenn die einzelnen Episoden Themen wie die Born-Oppenheimer-Approximation und Schrödingers Katze behandeln. Oder wenn sich die Aufmerksamkeit häufig auf weiße Kunststofftafeln und Theoreme richtet. Das kann nicht funktionieren. Möglicherweise wäre der erste Entwurf im Ideen-Papierkorb gelandet, wären nicht die Energie und der Respekt gewesen, die der Schöpfer Chuck Lorre erweckte, als er 2006 – zusammen mit Bill Prady – an die CBS mit der Idee für eine Serie herantrat, die eben auf so einem Konzept basiert. In jeder anderen Umgebung hätte es so eine Idee nicht mal durch die Tür zum Chefbüro geschafft. Falls doch, wäre sie mit einem „Vielen Dank, wir rufen Sie an“, abgeschmettert worden. Doch Lorre hatte einen Plan, wenn auch einen sehr riskanten. Um zu verstehen, wie die verschiedenen Einflüsse aufeinandertrafen, muss man zurück zu Kindheits-Obsessionen reisen, zu den Tagen des Computerprogrammierens und zu einem fest entschlossenen TV-Programmmacher namens Peter Roth.
Chuck Lorre (Idee, Mitschöpfer und Produzent von The Big Bang Theory; Mitschöpfer und Produzent von Two and a Half Men):
Als ich aufwuchs, zog ich mir alles von DC Comics rein und danach kam Marvel an die Reihe, das das gesamte Genre auf ein höheres Niveau brachte. Doch alles änderte sich, als ich als Jugendlicher Ray Bradburys Die Mars-Chroniken las. Das veränderte mein Leben. Ich wurde zu einem Besessenen und verschlang jedes Buch von jedem Science-Fiction-Autor, das ich finden konnte. Das führte mich zu Robert A. Heinlein, Isaac Asimov und Frank Herberts Dune, was mich dann auf Roger Zelazny brachte. In den Sechzigern war ich ein Riesenfan von Star Trek (dt. Raumschiff Enterprise), so sehr, dass ich bei der Nachricht, dass die Serie abgesetzt werden sollte – im selben Jahr als man The Smothers Brothers einstellte – lauthals sagte: „Das war’s dann mit dem Fernsehen! Ich bin damit durch! Jedes Medium, das Star Trek und die Smothers Brothers absetzt, ist es nicht wert, meine Zeit damit zu vergeuden!“ Ich erzählte jedem, der mir zuhörte, was das TV doch für ein dämliches Medium sei, und dass wir damit keine Zeit verschwenden sollten. Und dann – während des kommenden Jahrzehnts – besaß ich noch nicht mal einen Fernseher. Ich schaute kein TV, ausgenommen die Frau, die ich gerade datete, besaß ein Gerät. Außerdem war ich unglaublich arm und hätte sicherlich kein Geld für den Kauf eines Fernsehers ausgegeben.
Ironischerweise ist der Mann, der von sich behauptete „durch mit dem TV“ gewesen zu sein, heute einer der profiliertesten und erfolgreichsten Fernsehproduzenten der Geschichte. Er wurde schon häufig als der „King of Comedy“ bezeichnet. Lorre hat sich wieder und wieder selbst bewiesen, ein „Hitmaker“ zu sein, aber er ist auch der Erste, der erklärt, dass eine erfolgreiche Comedy nicht im Alleingang gestemmt werden kann.
Peter Roth (ehemaliger Chairman Warner Bros. Television Group): 1994 arbeitete ich beim 20th Network Television (nun 20th Century Fox Television Productions). Mein Boss Peter Chernin meinte witzelnd zu mir: „Peter, du macht einen tollen Job beim Drama, aber ehrlich gesagt, hast du im Bereich Comedy nichts drauf.“ [Lacht] Und er hatte recht. Das führte dazu, dass mein Team und ich eine Liste zusammenstellten, der nach unserer Meinung sieben besten Comedy-Schöpfer und engagiertesten Showrunner. Die Nummer 1 auf besagter Liste: Chuck Lorre. Danny Jacobson, der Mad About You gemacht hatte, folgte als Nummer 2. Die weiteren fünf Kandidaten möchte ich hier nicht nennen, da sie erfolglos blieben. Ich legte Mr. Chernin die Aufzählung vor, der fragte: „Was meinst du – wie viel kostet es, [die Leute] zu engagieren?“ Dafür musste man einen Haufen Geld hinlegen, besonders in jenen Tagen. In der nächsten Woche trafen wir uns mit [dem damaligen Chairman und CEO der News Corporation] Rupert Murdoch, um ihm zu erklären, aus welchem Grund wir das Geld investieren sollten. Rupert sah uns an und sagte: „Macht es!“ Ich ging mit wackligen Knien aus dem Büro und dachte: Oh, mein Gott, ich kann es nicht fassen, dass dieser Mann so eine Summe genehmigt hat. Was ich aber als noch spektakulärer [und beängstigender] empfand: Nun lag die Last auf mir, das alles umzusetzen.
Roth, der die Verantwortung für erfolgreiche Serien wie unter anderem Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI übernommen hatte, Picket Fences – Tatort Gartenzaun und 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer, war Chuck Lorre noch nie begegnet, kannte aber seine Arbeiten und hatte seine Texte gelesen. Aus diesem Grund versuchte er mit aller Macht, diesen Mann unter Vertrag zu nehmen. Und es gelang ihm. Letztendlich schloss Roth Verträge mit allen sieben Comedy-Schöpfern auf seiner Liste ab.
Peter Roth: Allerdings gingen nur zwei dieser Deals auf. Und nur einer spielte die gesamte Investition wieder ein, verfünffachte sogar die eingesetzte Summe. Es war Chuck Lorre mit einer Show – Dharma & Greg.
Chuck Lorre: Als Peter zu mir kam, war ich auf einem Tiefpunkt in meinem Leben angelangt. Ich hatte Grace Under Fire [dt. Grace] erfunden und musste mich von der Show wegen der toxischen Arbeitsumgebung trennen. Ich war einfach nicht in der Lage, dort einen Hauch von gesundem Menschenverstand aufrecht zu halten. Schließlich suchte ich die Produzenten Marcy Carsey und Tom Werner auf, heulte in ihrem Büro und erklärte, es nicht mehr machen zu können. Das Ganze hatte sich für mich zu einer emotionalen Schlacht mit der unzufriedenen Hauptdarstellerin (Brett Butler) entwickelt. Die beiden sagten: „Tja, dann beende einfach die Staffel und wir werden jemand anderen finden.“ Ich willigte ein, aber stimmte zu, eine Show mit Cybill Shepherd zu entwickeln – aus verschiedenen Gründen, die eigentlich zwischen mir und einem Therapeuten bleiben sollten. Ich freundete mich mit Christine Baranski an, was für mich ungeheuer wertvoll war. Cybill wurde ein sofortiger Hit – einfach unglaublich aufregend – doch als die zweite Staffel begann, änderte sich alles. Cybill war nicht mehr mein größter Fan oder meine Unterstützerin. Sie wollte, dass ich das Skript umschrieb, was ich nicht für nötig hielt. Das resultierte darin, dass man mich vor die Tür setzte. Und dann tauchte Peter Roth auf der Bildfläche auf und meinte: „Lass uns mal reden.“ Ich empfand zu der Zeit kein gutes Selbstwertgefühl, denn per Zufall hatte ich zwei erfolgreiche Serien ins Leben gerufen und war bei keiner mehr mit im Boot.
Christine Baranski („Maryann Thorpe“, Cybill; „Beverly Hofstadter“, The Big Bang Theory): Ich machte bei Cybill wegen der Texte von Chuck Lorre mit. Nachdem ich den Emmy gewonnen hatte, dachte ich Verdammt, Mädchen! Du hast die richtige Entscheidung getroffen, und nun sind wir hier angekommen! Und dann feuerte man ihn bei der nächsten Staffel, was mich dazu veranlasste zu Les Moonves Büro zu gehen, wo ich darum bat, aussteigen zu dürfen. Ich beklagte mich: „Ich mache die Show wegen Chuck Lorre und wegen seiner Texte. Ich weiß momentan nicht, warum ich noch dabei bin. Ich glaube nicht, dass das gut ist und ich fühle mich sehr unzufrieden!“ Les antwortete: „Ich brauche dich. Sorry, aber ich brauche dich.“ Und somit steckte ich da dreieinhalb Jahre fest und ließ es über mich ergehen. Doch ich sah Chuck am Tag, als er gefeuert wurde. Er saß in sich zusammengesunken auf einem Stuhl. Er hatte einen tiefen, tiefen Punkt erreicht. Die Tatsache, dass er einer der erfolgreichsten Fernseh-Autoren/Produzenten aller Zeiten wurde, ist für mich ein Tribut an sein Vermögen, sich wieder aufzurappeln und energisch zu sagen: „Ich werde weitermachen.“
Chuck Lorre: Ich fühlte mich verloren – definitiv. Doch dann unterbreitete mir Peter ein unglaubliches Angebot, was mich regelrecht umhaute. Er glaubte mehr an mich als ich selbst. Und dieser Glaube wirkte ansteckend. Ich wurde sogar ein wenig großspurig. [Lacht] Mich überwältigte das Gefühl Vielleicht haben sie recht! Vielleicht kann ich es wieder packen! Es war zuerst ein unbeholfener Start, doch Dharma & Greg stand für mein Bemühen einen alternativen Ansatz zu einer von einer Frau bestimmten Comedy auszuarbeiten. Und das funktionierte. Das gab mir einiges an Selbstvertrauen, das ich zu der Zeit nicht unbedingt hatte.
Obwohl Peter Roth ein großartiger Verbündeter und Unterstützer von Lorre war, verließ er im März 1999 das 20th Network Television, um Präsident bei Warner Bros. Television zu werden. Chuck Lorre konnte es nicht fassen.
Chuck Lorre: Als er ging, hatte ich gerade erst ein Jahr meines Vertrags erfüllt. Ich meckerte: „Moment mal, wo willst du denn hin?! Ich bin wegen dir hier! Und nun haust du ab?!?“ 2000 hatte ich das Ende meines vierjährigen Deals mit Fox erreicht und ging auch zu Warner Bros.. Peter zeigte sich davon überzeugt, dass ich es wieder packen könnte. Was ich aber nicht machte. Ich ließ ihn drei weitere Jahre an der Leine zappeln.
Im September 2003 kreierte Lorre mit Lee Aronsohn die Sitcom Two and a Half Men, die sich zu einer der erfolgreichsten Serien bei Warner Bros. entwickelte und auch Lorres Leben für immer verändern sollte.
Wendi Trilling (Vizepräsidentin, Comedy-Entwicklung CBS, 2004 – 2015):Two and a Half Men hatte einen perfekten Pilot. Es fühlte sich so an, als habe man eine Hitshow produziert, die zehn Jahre lang ausgestrahlt wird. Das ist eigentlich nie der Fall und man reagiert nur selten mit solchen Emotionen. Bei The Big Bang Theory fühlte es sich überhaupt nicht so an. Wir mussten zwei Pilotfolgen produzieren, und es war ein Prozess.
Chuck Lorre: Ohne Two and a Half Men würde es keine Big Bang geben. Ich hätte niemals die Überzeugungskraft gehabt, um CBS allein mit einer Show über zwei Physiker mit ins Boot zu holen. Aber ich konnte auf den phänomenalen und durchbrechenden Erfolg von Two and a Half Men verweisen. Ich glaube, dass die CBS uns aufgrund dieser Tatsache die Geduld und Bereitschaft zubilligte, um zu wachsen.
Peter Roth: Ich muss auf eins hinweisen: Chuck Lorre ist der brillanteste Comedy-Schöpfer, mit dem ich während meiner insgesamt sechsundvierzigeinhalb Jahre gearbeitet habe. Er ist es einfach. Er hat die Augen und Ohren für eine gute Story, insbesondere für das halbstündige Format. Die meisten glauben nicht, dass man eine gute Story in nur 22 Minuten erzählen kann. Man muss es aber, und das ist eine Tatsache. Und niemand kann es besser als Chuck Lorre.
Während Two and a Half Men die Einschaltquoten in die Höhe trieb, befand sich der Produzent/Autor Bill Prady auf der Suche nach seinem nächsten Projekt. Er hatte vorher Lorres Dharma & Greg produziert und seine Karriere bei Jim Henson Productions gestartet.
Bill Prady (Mitschöpfer der Big Bang Theory): Ich arbeitete damals an einer WB-Show namens Related. Die Idee stammte von Liz Tuccillo, Co-Autorin von He’s Just Not That Into You und wurde von der Friends Mit-Schöpferin Marta Kauffman produziert. Es war ein Job, für den ich mich nicht eignete. Man hatte mich als die Nummer 2 engagiert, doch ich hörte schließlich auf, weil ich mich so unzufrieden bei der Arbeit fühlte. Ich war schlichtweg ausgedrückt der falsche Mann für das Drama über vier Schwestern.
Chuck Lorre: Bill war ein lieber Freund – wir stehen uns immer noch nahe – und so spielten wir einige Monate mit allen nur erdenklichen Ideen. Zuerst drehte sich alles um seinen Einfall über eine junge Frau, die nach Los Angeles gekommen war, um ihren Platz in der Welt zu finden. Wir trafen uns mit einigen Darstellerinnen für die Hauptrolle, doch es gelang uns nicht, alles in eine kohärente Form zu bringen. An einem Wochenende erzählte mir Bill von seinen Tagen beim Computerprogrammieren in den Achtzigern und von diesen wunderbaren Charakteren, die hochintelligent, aber in der realen Welt absolut unfähig und ungeschickt waren. Sie konnten problemlos Pi mit 80 Stellen hinter dem Komma aufsagen, aber kriegten keinen Restaurantbesuch auf die Reihe, weil es dafür zu viele Variablen gab. Ich erinnere mich daran, begeistert geschrien zu haben: „Hey, das ist die Show! Das ist die Show, die wir machen sollten! Fantastisch! Das sind tolle Charaktere.“
Bill Prady: Dieses spezielle Gespräch fand in seinem Büro in Burbank statt. Dort begannen wir uns über die Typen zu unterhalten, mit denen ich in unserer Software-Firma arbeitete. Es gab dort einen Kerl, der schwierigste Berechnungen in seinem Kopf anstellte und uns immer verblüffte. Er litt aber an selektivem Mutismus hinsichtlich Frauen. Wir verteilten dann die Charaktereigenschaften [zwischen Sheldon und Raj]. Das hatte einen Grund. Obwohl alles auf einer einzigen Person beruhte, hätte man es damals bei einer Show als unglaubwürdig empfunden, obwohl besagter Mitarbeiter ähnlich unter seinem Defizit litt. Nun betrachten wir diese [psychischen] Einschränkungen und haben ein besseres Verständnis von Menschen, die von der Norm abweichen und die Welt unterschiedlich wahrnehmen. Damals war es aber einfach nur dieser komische Typ. Und er zog das alles durch!
Chuck Lorre: Aber ich wollte keinen Computer-Nerd, diese Art von Typ mit den Taschenprojektoren und den Stiften und der kaputten Brille, die in der Mitte mit Tape geklebt ist. Das wirkte wie ein Klischee, womit ich vermutlich falsch lag, denn Sitcom Valley war eine vergleichbare Show, die konzeptuell etwas Ähnliches machte und grandios lief. [Lacht]
Bill Prady: Chuck wies darauf hin, dass es schwierig sein würde, Darsteller an einem Computer in verschiedenen Kameraperspektiven einzufangen, weil sie gebückt an den Geräten hocken. Ich erinnere mich daran, laut gedacht zu haben „Was wirkt klug, kann aber im Stehen gespielt werden?“ Und dann, während ich schrieb, fiel es mir direkt auf: „Hey, ich schreibe ja an einer weißen Tafel!“ Daraus wurde schnell der Spruch: „Oh, diese Wissenschaftler!“ Es war besser aufzuzeichnen [eine Weißwandtafel verglichen mit einem Computerbildschirm].
Chuck Lorre: Ich erinnere mich an den Vorschlag, dass es diesen Charakteren nicht darum ging, reich zu werden, sondern die Geheimnisse des Universums zu enträtseln. [Damals] wusste ich nicht, was das bedeutete. A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn mit Russell Crowe war gerade erst rausgekommen, wirkte aber zu düster, als es uns vorschwebte. Wir entschieden uns zu brillanten Köpfen ohne Psychosen. [Lacht] Und plötzlich ergab unsere bereits abgelegte Idee von der jungen Frau, die nach Los Angeles kommt, um ihren Platz in der Welt zu finden, einen Sinn, denn wir wollten sie in die Welt der Wissenschaftler integrieren. Sie sollte quasi eine Zuschauerin sein, sollte wie wir sein. Sie mussten ihr alles erklären und damit auch uns – dem Publikum – was zum Teufel auch immer da vor sich ging. Und so fielen die beiden Elemente schnell zusammen.
Bill Prady: Zu Beginn verfasste ich den groben Entwurf einer Szene, schickte ihn zu Chuck, der mir dann erklärte, warum er fürchterlich ist. [Lacht] Dann arbeiteten wir intensiver bei ihm zuhause, wonach es zum Lunch ging. In der Nähe gab es diesen Buchladen. Ich wollte unbedingt, dass Chuck die Memoiren des Physikers Richard Feynman liest, und so kaufte ich ihm ein Exemplar.
Chuck Lorre: Übrigens gab es einen kurzen Moment, in dem ich mit dem Gedanken spielte, dass die weibliche Rolle möglicherweise von einem Androiden besetzt wird, den die Jungs gebaut hatten. Wir schrieben eine Textszene und ließen sie uns von einigen Darstellern vorlesen. Sie waren gerade bei der Hälfte angekommen, und ich sagte: „Ist egal – lasst es sein.“ [Lacht] Es war schrecklich. Einfach nur schrecklich. Aber ich musste die Idee zuerst loswerden, um dann frisch weiterzumachen. Zurückschauend kann man das Verwerfen der ursprünglichen Einfälle nicht bedauern, da sie alle notwendig waren, um das Ergebnis zu erreichen, das uns vorschwebte.
Nachdem sich Lorre und Prady von der Idee des weiblichen Androiden verabschiedet und sich auf etwas Realistischeres geeinigt hatten, luden sie Peter Roth und Len Goldstein (Leiter der Comedy für Warner Bros. Television) in Lorres Büro ein. Dort fand ein privates Vorlesen eines Segments der neuen Serie statt, die noch keinen Titel hatte.
Peter Roth: Es war ungefähr im Herbst 2005, und ich erinnere mich daran, dass Bill und Chuck einfach mal unsere Meinung hören wollten. Mark Roberts, der später Mike & Molly mitkreierte, spielte eine der Rollen des Skripts, gemeinsam mit dem Darsteller J.D. Walsh, der in einer Pilotfolge von Chucks Nathan’s Choice auftrat, aus der sich keine Serie entwickelte. Und dort lasen sie uns zwei der ersten Szenen vor, aus denen The Big Bang Theory entstehen sollte. Es gab zu viele „Sheldon ist ein Genie“-Witze, doch ich erinnere mich daran, gedacht zu haben Junge, Junge, diese Charaktere sind richtig cool. Die Figur von Penny – so wie wir sie jetzt kennen – existierte noch nicht. Die weibliche Rolle, die sie sich ausgedacht hatten, war wohl kaum das Mädchen von der Tür nebenan – sie war ein eher harter Charakter von der Straße, was den Kontrast zu Sheldon und Leonard noch stärker betonte. Und sie sollte eigentlich komisch sein. Doch das funktionierte nicht wirklich. Aber ich wies darauf hin: „Ich denke, ihr seid an etwas dran.“ Chuck und Bill wussten, dass das Manuskript überarbeitet werden musste und die Charaktere eine bessere und klarer erkennbare Definition benötigten.
Obwohl Roth und Warner Bros. Television bei der Entwicklung des Konzepts, aus dem The Big Bang Theory entstehen sollte, mit an Bord waren, hätte das noch nicht gereicht. Auch ein TV-Network musste sein Interesse bekunden. Und dann kam die CBS ins Spiel.
Chuck Lorre: Wir veranstalteten bei der CBS eine kleine Aufführung – natürlich mit stilsicheren Regiestühlen – und brachten Darsteller mit ins Spiel, die mir einen Gefallen schuldeten und von unserem Konzept eine Beispielszene lasen.
Bill Prady: Oh, ja, das war diese kleine, schräge Vorstellung. [Lacht]
Falls Sie sich wundern: Mehr oder weniger improvisierte Aufführungen für die Vorsitzenden eines Studios oder eines Netzwerks sind eher die Ausnahme und nicht die Norm.
Chuck Lorre: Ich kann wirklich nicht erklären, was mich zum Entschluss brachte, das Konzept auf diese Art zu präsentieren.
Möglicherweise waren es meine Bedenken, denn ich konnte mir schlecht vorstellen, in irgendein Büro zu gehen – entweder bei Warner Bros. oder CBS – und zu verkünden: „Hey, wir wollen eine Serie über theoretische Physiker machen!“ Das wäre ein schwieriger Verkauf geworden und hätte möglicherweise zu einem direkten und energischen „Nein!“ geführt. Ich hegte die Hoffnung, so eine spontane Ablehnung zu verhindern, indem ich direkt zeigte, dass eine Beziehung zwischen zwei Wissenschaftlern einen Platz im Fernsehen hätte. Dann ähnelte alles ein wenig dem legendären Zirkus Barnum & Bailey – wir inszenierten also eine kleine Vorstellung.
Bill Prady: Wir wussten, dass man die Stimmen dieser Typen hören musste, statt nur das Manuskript zu lesen.
Chuck Lorre: Es klappte erstaunlicherweise, und man gab uns grünes Licht für einen Pilot.
Wendi Trilling: Mein Team und ich hörten uns in einer Saison ungefähr 300 Konzepte an. Von diesen 300 kauften wir ungefähr 50 Projekte. Das bedeutete, dass wir im Grunde genommen für ein Manuskript bezahlten. Häufig aber – besonders wenn es sich um einen Produzenten wie Chuck Lorre handelt – weiß man augenblicklich, dass man sich auf die Produktion einer Pilotfolge einlassen muss. Wenn irgendein Nobody von der Straße zu uns käme und sagen würde „Wir wollen eine Aufführung einer Pilotfolge in ihrer Anwesenheit machen“, hätte das ein „Nein, danke“, oder „Lassen Sie uns das zuerst lesen“, zur Folge. Doch wenn Chuck – der Schöpfer und Produzent einer damals sehr großen Hitshow [Two and a Half Men auf CBS] zu einem Vorlesen einlädt, antwortet man: „Ja, wann möchtest du das machen?“ [Lacht] Und so saßen wir alle – natürlich in Regieklappstühlen – im Speisesaal der Chefetage und verfolgten die Schauspieler, die den Text laut vorlasen. Ich fand die beiden Typen und ihre Dynamik lustig und einzigartig, denn sie ähnelten keinem einzigen Fernsehcharakter. Uns beeindruckte besonders die Tatsache, dass es sich hier nicht um die traditionellen Sitcom-Männerrollen handelte.
James Burrow (Regisseur beider Pilotfolgen): Es handelte sich um ein ungewöhnliches Skript. Meist mache ich Shows mit recht normalen Charakteren, die sich nur ein wenig von der Norm unterscheiden. Aber das hier waren Nerds! Die einzige von mir bisher produzierte Serie auf hohem Niveau war Hinterm Mond gleich links, weil ich unbedingt mit John Lithgow arbeiten wollte. Somit las ich das Skript und bei Chuck ist das immer wunderbar. Und natürlich kannte ich Billy [Prady] von Caroline in the City. Wir setzten uns hin und pfuschten uns einige Punkte zusammen.
Während man das besondere Merkmal der beiden Hauptdarsteller schon früh festlegte, entschieden sich die Macher für die Namen „Sheldon“ und „Leonard“ erst später im Entwicklungsprozess.
Bill Prady: Der ursprüngliche Arbeitstitel der Serie lautete Lenny, Penny, and Kenny. Lenny war für die Rolle des Leonard vorgesehen und Kenny für Sheldon. Dieser Titel überlebte ungefähr fünf Minuten. In meinem Vertrag stand dann „Lenny Penny and Kenny“ a/k/a „Big Bang Theory.“
Chuck Lorre: So hießen die Namen der Rollen zuerst, doch uns schwebte eine Hommage an den Produzenten-Regisseur-Schauspieler Sheldon Leonard vor [dem Emmy-Gewinner, Produzenten und Regisseur von Shows wie The Danny Thomas Show, The Andy Griffith Show, The Dick Van Dyke Show und weiteren]. Daher stammen also die Namen für Sheldon und Leonard.
Bill Prady: Wir brauchten natürlich schnell die Nachnamen für das Set und die dort zu sehenden Diplome. Ich mochte Hofstadter, denn Douglas Hofstadter hatte ein Philosophiebuch über Mathe und Physik verfasst, mit dem Titel Gödel, Escher, Bach – ein Endloses Geflochtenes Band, das ich wahrscheinlich eine Million Mal gelesen hatte. Ich nahm an, dass die beiden auch zu solcher Lektüre greifen würden. Außerdem mochte ich den Namen „Hofstadter“.
Der endgültige Titel The Big Bang Theory wurde vom Humor von Two and a Half Men beeinflusst.
Die Deckseite des Vertrags zwischen Bill Prady und Warner Bros. Television Production, um
mit Lenny Penny and Kenny a/k/a Big Bang Theory zu starten
.
Chuck Lorre: Ich schickte Bill eine E-Mail und schrieb: „Lass uns mal einige wissenschaftliche Begriffe anschauen. Vielleicht ist da was dabei.“ The Big Bang Theory war einer der Begriffe auf der Liste … die Theorie lernt jeder bei einem Studium der Wissenschaften. Zurückschauend ist es irgendwie peinlich, doch bedenkt man, wie sehr mich der Erfolg von Two and a Half Men beeinflusste, hat mich eine bestimme sexuelle Anspielung bei The Big Bang Theory [mehr oder weniger bewusst] überzeugt [Bang – vulg. Fick]. Und ich war krass genug drauf, daran festzuhalten. Auch gefiel mir die Vorstellung, einen Begriff zu wählen, der bereits fester Teil der Kultur war. Ich erinnere mich an einen Wissenschaftler, dem der Nobelpreis verliehen wurde, und der in einem Interview darauf hinwies, dass zu seinem Entsetzen beim Googeln von „The Big Bang Theory“ zuerst die Show auftauchte. [Lacht] Also nicht die Theorie über die Entstehung des Universums! Als ich mir damals die Liste ansah, dachte ich: „Hey, das ist doch offensichtlich. The Big Bang Theory! Weil da auch ein Quäntchen Humor mitschwingt.“ Ich habe keinen weiteren Gedanken verschwendet, ob das Publikum verstehen würde was wir machen wollten oder auch nicht. Ich dachte einfach Was für ein cooler Titel. Den nehmen wir.
Johnny Galecki: Tja, ich habe das nicht verstanden, habe einfach nicht die Beziehung gesehen. Ich kann da keine Doppeldeutigkeit erkennen, ehrlich nicht. Es dauerte eine Weile, bis sich eine Serie findet … und ich glaube, dass auch Chuck Zeit brauchte, um wirklich einzuschätzen, dass die Show, die er nebenan drehte – Two and a Half Men – sich von den Qualitäten von Big Bang absetzte, von dem, wovon Big Bang lebte und wo [unsere Serie] ihren Platz haben sollte.
Bill Prady: Es gibt eine frühe Promo für die Show, zu der Zeit, in der die Serie anlief und dort wird auf die Doppeldeutigkeit angespielt. Sie lautete: „Eine neue Comedy von Chuck Lorre, dem Schöpfer von Two and a Half Men“ – und dann sagt jemand The Big Bang Theory, woraufhin Kaley Cuoco kommentiert: „Oh, ich glaube er meint die andere Art von Bang.“ Dann sagt Jim Parsons: „Tja, vielleicht interessiere ich mich dann nicht mehr für Chuck Lorre“ oder etwas in der Art. Um es mal offiziell zu verkünden – ich bin prüde und stamme aus Michigan und ich legte bei Mr. Lorre einige prüde Widersprüche ein. Ich erinnere mich, wie er mir die E-Mail schickte, und ich in meinem Bemühen, immer wieder die beste Perle zu finden, Einspruch erhob. Allerdings hatte ich keine Alternative, und das war ein Problem. Will man etwas loswerden, was einem nicht gefällt, muss man mit etwas Besserem aufwarten. [Pause] Ich hatte aber nichts Besseres. [Lacht] Somit kämpfte ich nur mit halber Kraft dagegen an. Aber ich stemmte mich intensiv dagegen, mit was auch immer für einen [psychologischen] Mechanismus Menschen dazu nutzen.
Das abgehakt, begann das Casting zum ersten Pilot von The Big Bang Theory.
Chuck Lorre: Es war ein ganz schlimmer Unfall.
Die CBS hatte für die Pilotfolge grünes Licht gegeben, und so machte sich das altbewährte Casting-Team von Nikki Valko und Ken Miller auf die Suche nach Sheldon und Leonard … und Katie wie auch Gilda.
Ken Miller (Vorstand Casting, The Big Bang Theory): Wir wussten, dass die Charaktere Wissenschaftler sein mussten und in sozialer Hinsicht eher unbeholfen. Das half uns immens bei der Konzentration, denn oftmals wird uns ein Manuskript überreicht, bei dem die Rollen von nahezu jedem gespielt werden könnten.
Bill Prady: Obwohl ich schon früher Serien gemacht hatte, war es das erste Mal, dass ich bei den Casting-Sessions und Network-Sessions für Hauptdarsteller dabeisaß. Ich glaube nicht, dass ich vorher die Vorstellung von perfekt verinnerlich hatte. Sucht man Gaststars, wählt man den geeignetsten Schauspieler, der vorspricht. Doch das war das erste Mal, dass ich an dem Prozess schon von Anfang an beteiligt war. Als unerfahrener und naiver Teilnehmer, tauchten viele Bewerber auf, bei denen ich sofort urteilte: „Oh, er ist gut! Er ist wirklich gut! Haben wir ihn?“ Natürlich wusste Chuck, der schon viele Darsteller für eine Stammbesetzung gecastet hatte, wonach er suchte. Die Devise lautet nicht „Dieser Darsteller ist gut in seiner Rolle“, sondern „Das ist der Darsteller, der diese Rolle leben wird“. Durch diese Erfahrung öffneten sich meine Augen.
Zu der Zeit flog ein verhältnismäßig unbekannter Schauspieler für die Pilotfolge von New York nach Los Angeles und wieder zurück. Er hatte bereits an einigen bekannten Projekten teilgenommen (dem Indie-Film Garden State und Judging Amy (dt: Für alle Fälle Amy von CBS), doch wie alle Schauspieler suchte er nach der Rolle für seinen großen Durchbruch.
Jim Parsons („Sheldon Cooper“): Ich sprach für die Rolle des Jim oder des Dwight bei The Office vor, doch schaffte es nur bis zur Kamera des ersten Casting-Direktors. Man weiß nie, ob sie es vielleicht weiterschicken und an höherer Stelle ablehnen, doch ich habe keine Ahnung, ob die Aufnahmen aus dem New Yorker NBC-Büro überhaupt irgendwo landeten. Egal, die Rolle bei der ich mich schon als unangefochtener Sieger sah – ich erhielt gar keine Resonanz – war die des Kenneth von 30 Rock. Jack Mc Brayer, einer der liebenswertesten Menschen, [den ich kenne], erhielt den Zuschlag und besetzte Jahre später die Rolle von Pennys Bruder bei Big Bang. Ich stellte mich auch für die Rolle des Barney bei How I Met Your Mother vor und wurde tatsächlich einige Male angerufen. Ich wollte aber nicht vorsprechen, denn sie beschrieben ihn bei der Ausschreibung als einen „großen trotteligen Typen“. Ich sagte zu mir: Was denken die sich verdammt noch mal?! Ich bin kein Trottel! [Lacht] Und dann bekam Neil Patrick Harris den Zuschlag, was mich schlussfolgern ließ: Oh ja, Lektion gelernt! Nicht, dass wir uns gleichen würden, aber er ist sicherlich kein großer, trotteliger Typ. Das ist klar. Daraus zog ich die Lehre: Lies dir nie wieder die nähere Rollenbeschreibung durch. Vergiss das alles. Geh rein und mach mit dem Material, das, was du machen willst.
Als Parsons die Einladung zum Vorsprechen für The Big Bang Theory erhielt, glaubte er zuerst sich für eine Serie des Gameshow-Gastgebers Chuck Woolery vorzustellen, nicht Chuck Lorre.
Jim Parsons: Ich werde niemals meinen Agenten vergessen, der mir voller Freude vom Vorsprechen für eine neue Chuck-Lorre-Show berichtete. Nachdem ich aufgelegt hatte, meinte ich zu [meinem jetzigen Mann] Todd: „Die sind alle so aufgeregt. Ich wusste noch nicht mal, dass der Typ von Love Connection TV macht! Und sogar Sitcoms!“ Ich erkannte da keine Verbindung. Mir war dann aber klar, etwas nicht kapiert zu haben, und ich wusste nicht, worauf das alles hinausläuft. Und auf einmal ergab alles einen Sinn. Ich glaube, es ist ein weiteres Beispiel für „Selig sind die Unwissenden!“. Es ist viel weniger nervenaufreibend, wenn man zum Termin in der Annahme erscheint, man würde dem Typen von Love Connection einen Gefallen erweisen. Nicht, dass er einen Gefallen meinerseits benötigen würde, aber du verstehst schon, was ich meine.
Parsons Big Bang-Co-Star Simon Helberg stieß erst zur zweiten Pilotfolge zum Team, doch erinnert sich daran, die Unterlagen zur Charakterisierung von Sheldon in der ersten Inkarnation gelesen zu haben. Er beneidete ganz und gar nicht den Darsteller, der die Szene spielen musste.
Simon Helberg („Howard Wolowitz“): Daran kann ich mich deutlich erinnern. Ich dachte Oh, mein Gott, der Darsteller, der diese Rolle besetzen muss …! Es handelte sich nämlich um einen zweiseitigen Monolog über den geeigneten Sitzplatz im räumlichen Verhältnis zu zwei Ventilatoren.
Jim Parsons: Ich hatte ein paar Tage Zeit, um mich fürs Vorsprechen vorzubereiten und schnappte mir einige Spickzettel und Flash-Karten. Während der ersten Staffel von Big Bang machte ich mir einen kleinen Trick zu eigen. Beim Proben steckte ich mir einen Stift in den Mund und artikulierte mit ihm, denn so trainierte ich meine Zunge zu einer deutlicheren Aussprache. Wenn ich den Stift aus dem Mund nahm, konnte ich die Silben wesentlich leichter und flüssiger betonen. Das war ein befremdlicher körperlicher Prozess. Ich habe mir den Text sprichwörtlich in den Kopf geprügelt, da ich große Lust hatte, ihnen das Material zu präsentieren, das ich wirklich mochte – egal, ob ich die Rolle bekäme oder nicht. Aber ich war sehr nervös, da ich befürchtete, dass mich das Adrenalin an den Punkt brächte, an den man sich nicht mehr genug entspannen kann, um den ‚kleinen Tanz‘ hinzulegen, den man so gut kennt.
Judy Parsons (Jims Mutter): Als er die Texte bekam, rief er mich an und meinte begeistert: „Weißt du was? Ich kann diesen Typen spielen. Ich kann Sheldon spielen, wenn sie mir nur die Chance dazu geben.“ Ich glaube, dass es gerade zur Zeit der Oscars war, wo er zu Partys oder anderen Events eingeladen wurde, doch er sagte: „Ich kann da nicht hin, weil ich den Text lernen muss. Ich muss ihn perfekt draufhaben.“ Er machte gar nichts anderes mehr, probte unentwegt bis zum Termin des Vorsprechens. Sein Vater war auch so – sehr fokussiert und hingebungsvoll, bei allem, was er machte.
Jim Parsons: Sheldon stellte eine Rolle dar, die ich genoss, eine Art Borderline-Trottel-Gelehrter. Er war gleichzeitig außergewöhnlich brillant und vollkommen ahnungslos. Und das ist ein Gebiet, das mir lag und mir immer noch liegt, wo ich mich wohl fühle. Ich erinnere mich daran, dass ich ein blaues Izod- oder Polo-Shirt mit einem langärmeligen blass-blauen Shirt darunter trug. Ein befreundeter Schauspieler riet mir dazu, um meine Augen zu betonen. [Die Idee] eines Hemds unter dem normalen Shirt stammte vor mir.
Nikki Valko (Casting Vorsitz, The Big Bang Theory): Er tauchte weder mit einer Fliege auf, noch sah er „nerdy“ aus. Aber meine Güte – wenn er den Mund aufmachte, konnte ich es nicht fassen. Es sprudelte aus ihm heraus – all diese Wissenschaft. Was mich und Ken betraf, wussten wir es, nachdem Jim die Rolle des Sheldon vorgetragen hatte. Vom ersten Tag an verstand er den Charakter.
Jim Parsons: Es gab zwei Szenen und nach der ersten fühlte ich mich gut, bei dem, was ich machte. Ich konnte ihre Reaktionen sehen, hören und fühlen. Doch dann sagten sie: „Okay, mach die nächste.“ Ich hätte „Scheiße“ oder etwas Ähnliches fluchen können. Sie meinten etwas Beruhigendes wie „Brauchst du einen Moment?“ Vermutlich hatte ich insgeheim gehofft, die zweite Szene nicht machen zu müssen, da die erste so gut gelaufen war. [Lacht]
Chuck Lorre: Er kam nicht einfach so rein und las einen Text vor. Er hatte sich auf einen komplett ausgearbeiteten Charakter vorbereitet, den Text so ausgearbeitet, dass er einen Rhythmus hatte, eine Intonation, eine Syntax, Pausen – alles kalkuliert. [Jim] hatte bereits die Entscheidung getroffen wie sein Charakter den Körper einsetzt, wie er mit Freiräumen umgeht oder ob er sich bei Freiräumen wohl fühlt. Es war eine ganz andere Ebene des Vorsprechens – und nicht der Charakter, den ich mir vorgestellt hatte. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr, was für einen Charakter ich mir exakt vorstellte, aber das war es nicht! Ich war seltsam überrascht – doch auf eine positive Art. Ken, Nikki, Bill und ich lachten uns „den Arsch ab“. Ich meinte begeistert: „Das muss ich direkt noch mal sehen.“ Eins wollte ich wissen: Konnte er diese Performance ein zweites Mal rüberbringen? Und es wurde perfekt, so als hätte er es vorher noch nie gemacht. Darum hat der Mann auch so an die 19 Emmys, soweit ich weiß.
Bill Prady: Es war offensichtlich, dass er Sheldon direkt getroffen hatte. Ich dachte Oh, mein Gott, das übersteigt es noch, einen guten Job mit diesem Material abzuliefern. Das bedeutet es, einen Charakter zu kreieren.
Eddie Gorodetsky (Produzent The Big Bang Theory; Mitschöpfer Mom): Jim stellte eine Naturgewalt dar. Ich dachte nur noch Spielt sich das wirklich vor unseren Augen ab? Später am Abend fuhren meine Frau und ich den Santa Monica Blvd. hinunter. Ich sah Jim Parsons, der gerade in ein Geschäft ging, kurbelte die Scheibe runter und brüllte: „Jim Parsons, du bist ein Genie!“ Ich wusste, dass er später noch öfter so was hören würde, und darum wollte ich der erste sein.
Jim Parsons: Ich kann mich nur noch schemenhaft daran erinnern, aber ich bin sicherlich ein Mensch, der sich nicht zu sehr freut, wenn er eine Rolle bucht oder einem Projekt grünes Licht gegeben wird. So bin ich immer schon gewesen. Erhalte ich den Zuschlag für eine Rolle, empfinde ich zuerst nichts, bis ich dann am ersten Tag am Set stehe. Es könnte ja vorher alles in sich zusammenfallen. Und zweitens – und das ist weniger pessimistisch – ist mir das Ausmaß der anstehenden Arbeit voll und ganz bewusst. Erfahre ich gute Karriereneuigkeiten, nehme ich das eher gedämpft auf.
Das Casting von Sheldon stellte sich jedoch als Kinderspiel heraus, verglichen mit dem der anderen Charaktere, speziell Leonard.
Nikki Valko: Auch Kevin Sussman war bei dem ganzen Haufen mit dabei und zuerst für die Rolle des Leonard gedacht. Und er war wundervoll, doch passte nicht.
Eddie Gorodetsky: Kevin war für die Rolle nicht geeignet, doch ich kann mich an Chuck erinnern, der urteilte: „Er passt zu irgendwas.“ Das lag auf der Hand. Wir wussten, dass er im Segment Comedy ideal einsetzbar war.
Ken Miller: Wir hängten uns für den ersten Pilot für die Rolle von Leonard auch an Macaulay Culkin.
Nikki Valko: Chuck gehörte zu den Fans von Macaulay Culkin. Das war noch ganz am Anfang, noch bevor Johnny zu uns stieß. Er war jemand, den Chuck damals wirklich mochte.
Chuck Lorre: Diesen Schauspieler zeichnet eine bestimmte entrückte, geradezu überirdische Qualität aus, die meiner Meinung nach großartig gepasst hätte.
Bill Prady: Dann hatten wir ein schreckliches Meeting mit Macaulay … und hörten danach, dass er sich nicht dafür interessierte.
Ken Miller: Doch als Nikki das Skript studierte, platzte es augenblicklich aus ihr heraus: „Johnny Galecki ist Leonard.“
Nikki Valko: Wir wollten Johnny zum Vorlesen einladen, doch zu der Zeit interessierte ihn die Rolle nicht. Er hatte dieses Gefühl, dass er sich wirklich nicht für die Rolle eines nerdigen Wissenschaftlers eignete.
Ken Miller: Er war super-fit geworden und spielte am Broadway eine verdammt sexy Rolle in The Little Dog Laughed. Er besetzte gemeinsam mit Julie White die wichtigsten Rollen und spielte den schwulen Liebhaber eines insgeheim schwulen Filmstars. Er war phänomenal und hatte das Gefühl, sich von den nerdigen Rollen gelöst zu haben. Das hörten wir von seinem Agenten. Nikki rief ihn drei Mal an und bettelte: „Bitte, Bitte.“ Doch die Antwort lautete: „Kein Interesse.“ Etwas später rief uns sein Agent an und fragte: „Wie sieht’s denn mit Johnny aus?“ Nikki antwortete fassungslos: „Er hat doch dreimal abgesagt! Und was sollen wir jetzt machen?“ Ich vermute, dass sein Agent gleichzeitig an die Show und die Rolle [in der Serie] glaubte.
Johnny Galecki: Ich hielt mich in New York auf, als ich unverhofft einen Anruf von Chuck bekam, den ich von seinen Drehbuchtexten zu Roseanne kannte. Er meinte, er und Billy Prady hätten eine Idee für eine Serie und würden dabei an mich denken. Sie hatten noch nichts geschrieben, doch als sie anfingen, schickten sie mir Faxe zum Theater. Ich musste mich abplagen, um die Grundlagen zu verstehen, die Atmosphäre, die Charaktere, denn ich bekam immer nur eine Seite hier und da. Zu der Zeit sprachen sie mit mir über die Sheldon-Rolle, aus der ich mir keinen Reim machen konnte. Außerdem war ich in New York glücklich und zufrieden. [The Big Bang Theory wurde in Los Angeles aufgenommen.] The Little Dog Laughed sollte am Broadway aufgeführt werden, und ich war gerade in eine wunderschöne Frau aus Belarus verliebt. Ich fand das ursprüngliche Material nicht spannend genug, um mein Leben in New York zu verlassen und eine Sitcom zu machen, von der ich nur neun Seiten hatte.
Das fand zu einem frühen Zeitpunkt statt, noch vor dem Casting. Die für die Auswahl Verantwortlichen hatten noch nicht mal ein Manuskript gelesen. Galecki zögerte auch, weil The Little Dog Laughed für ihn die Chance bot eine Rolle zu spielen, die ihm noch niemals angeboten worden war – das Objekt der Liebe eines anderen Menschen.
Johnny Galecki: Meist wählte man mich für Rollen aus, in der der Hauptdarsteller mit mir einen Witz reißen konnte oder in denen ich einen schwulen Assistenten spielte. Mit der [Broadway]-Rolle setzte mein Ego zu einem Höhenflug an. Aber dann, je mehr Material ich von Chuck und Bill bekam, wurde ich immer stärker von der Figur des Leonard angezogen. Außerdem schien es auch so, als habe Leonard in der Show bessere Chancen auf Liebesbeziehungen. Ich dachte [kurz vor meiner Zusage], dass sie mit einem „Fuck you, Ende des Gesprächs“, antworten würden, doch Chuck meinte ganz locker: „Hey, klasse, spiel den Typen.“ [Lacht] Doch ich machte es ihnen nicht leicht. Das Casting stellte sich als verdammt schwierig heraus.
Sogar als Lorre Galecki für die Rolle des Leonard grünes Licht gab, zeigte sich der Darsteller immer noch zögerlich wieder in die Welt der Sitcoms einzutauchen, besonders weil er in fast 100 Episoden der ursprünglichen Roseanne aufgetreten war.
Johnny Galecki: Mein langjähriger Agent meinte: „Warum schlägst du das ab? Hast du Bedenken, dass man daraus eine Serie macht, dass du wieder einen siebenjährigen Vertrag unterschreiben musst und nicht mehr in der Lage sein wirst, wieder Vollzeit nach New York zu kommen?“ Und ich antwortete: „Nein, ich weiß nicht, ob man die Serie auswählt oder ob sie überhaupt erfolgreich sein wird.“ Und er riet mir: „Na dann, mach es doch einfach. Zieh den Pilot durch, verdiene dir etwas Geld – mehr als du auf der Bühne je bekommen wirst – und wenn die Testfolge nicht genommen wird, kehrst du nach New York zurück und machst mit dem weiter, was du so liebst.“ Ich dachte mir, dass dadurch meine Zweitbesetzung Brian Henderson sein Broadway-Debüt geben und sich Lorbeeren verdienen könnte. Und so flog ich für die Pilotfolge von Big Bang nach Los Angeles, und Brians Eltern konnten ihn spielen sehen. Jetzt kann ich das frei heraus gestehen, denn es beweist nur, was für ein Idiot ich bin, aber ich lehnte die Rolle fünf Mal ab, bevor ich Ja sagte.
Obwohl die Rolle Galecki formal schon zugesprochen worden war, musste er mit Parsons gemeinsam für das Studio und das Netzwerk vorsprechen, um sicherzugehen, dass die Chemie zwischen den beiden stimmte.
Johnny Galecki: Mir wurde an einem gewissen Punkt klar, dass sie mich abservieren konnten, wenn ihnen meine Leistung nicht passte. Da ich bei solchen Dingen unglaublich naiv bin, fiel mir das erst auf, als die Produzenten oder meine Vertreter erklärten: „Sie müssen dich und Jim zusammen sehen.“
Jim Parsons: Diese Charaktere sollten ein merkwürdiges Paar darstellen, [zwei Menschen], die die Welt jeweils unterschiedlich wahrnehmen. Man spürte [zwischen uns] eine natürliche Spannung und das war die Chemie! Zu Beginn des Prozesses probte ich mit vielen unterschiedlichen Leonards, aber in der Sekunde, in der ich mit Johnny übte, tauchte das Gefühl auf Das ist es jetzt. Das lag nicht daran, dass er ein „guter“ Leonard war oder an der Art wie er die Zeilen las – obwohl ich mir sicher bin, dass es teils daran lag – es war einfach ein Gefühl. Wir waren in der Lage, diese zwei Himmelskörper darzustellen, die voneinander abprallen. Auf mich wirkte das sehr befreiend, was die Szene noch lebendiger machte.
Johnny Galecki: Jim war so ehrlich, einzigartig und energiereich. Ihm schwebte das Resultat vor, das er mit seiner Performance erreichen wollte. Das setzte sich total von einem einfachen Darstellen oder dem Ausleben eines Charakters ab. Als ich sah, was er aus [der Figur des] Sheldon herauskitzelte, war ich sofort stolz auf mich, denn ich hatte die Intuition gehabt, nicht die Rolle zu beanspruchen. Meine Güte, wer sonst könnte die Rolle spielen, wenn nicht Jim?
Nun, da man die Rollen für Sheldon und Leonard besetzt hatte, wurde es Zeit Katie zu casten, die weibliche Hauptdarstellerin. Der Name der Rolle sollte zuerst Penny lauten („Sheldon und Leonard begegnen dieser Frau auf der Straße, und sie ist ein glücklicher Penny“, erläutert Prady), doch zu der Zeit hatte CBS einen anderen Pilot mit einer Penny in der engeren Auswahl, und so baten sie Lorre und Prady zu einer Namensänderung. Die beiden stimmten zu. Doch auch mit einem neuen Namen ließ sich die Rolle der Penny nicht mit dem vergleichen, was das Publikum in der Zukunft kennenlernen und lieben sollte. Penny stammte aus dem Mittleren Westen, war eher unbescholten und strahlte Optimismus aus, wohingegen man Katie als zynisch charakterisieren konnte, unter schlechten Erfahrungen leidend und abstoßend.
Ken Miller: Kaley Cuoco sprach beim Network für den ersten Pilot von Big Bang vor. Sie hat ein sonniges Gemüt und ist so spritzig. Alle mochten sie sehr, doch sie konnte nicht die dunkleren Aspekte der Figur darstellen. Sie spiegelte nicht die Essenz der Penny in der ersten Inkarnation wider.
Mit 20 Jahren sah Cuoco auch ein wenig zu jung für die erfahrenere Katie aus, die zuerst zu sehen ist, wie sie mit einem Handy telefonierend auf einer Bordsteinkante sitzt und über eine Trennung weint.
Kaley Cuoco: („Penny Hofstadter“): Ich liebte die Rolle und ich liebte Chuck. Ich hatte mit ihm an einer Pilotfolge mit dem Titel Nathan’s Choice gearbeitet, als ich 14 oder 15 war. Ich wusste, dass Chuck mich unbedingt für die Rolle der Katie engagieren wollte. Als ich sie nicht bekam, war ich ganz schön angefressen, doch es liegt mir im Blut einfach weiterzumachen, da man das eh und je machen muss.
Am Anfang wurde Marisa Tomei für die Serie in Erwägung gezogen. Sie probte sogar mit Jim Parsons.
Jim Parsons: Ich hatte die Rolle des Sheldon schon eine lange Zeit vor den endgültigen Festlegungen. Dann las ich mit Marisa Tomei. Damals hatte man bereits Johnny gecastet, doch der trat in New York auf. Ich war extra angereist, um mit ihr zu üben. Nach der Probe ging ich in die kleine Kantine und meinte zu Ken und Nikki: „Ich habe noch nie beim Vorsprechen eines anderen mitgemacht!“ Und sie entgegneten: „Tja, eigentlich war sie dabei, um dich auf die Probe zu stellen.“ Daraufhin meinte ich nüchtern: „Ach so, das ergibt Sinn.“ Aber mein lieber Himmel, was für eine andere Welt wäre bei [dieser Besetzung] entstanden.
Bill Prady: Tara Reid sprach auch für die Rolle der Katie vor, und ich glaube, dass sich sogar Elizabeth Berkeley beim Network vorstellte. Sie muss unglaublich gewesen sein.
Amanda Walsh, eine kanadische Schauspielerin, die die Jenna Halbert im ABC-Drama Sons & Daughters spielte, wurde auch zur ersten Runde der Castings eingeladen.
Amanda Walsh („Katie“):Sons & Daughters stand auf der Kippe für eine mögliche zweite Staffel, doch es sah damals nicht gut aus. Ich machte mich dann an die Rolle der Katie in Big Bang, hatte ein erstes positives Vorsprechen und stand total auf das Skript. Doch ich wurde nicht genommen.
Jodi Lyn O’Keefe, bekannt für Filme wie Eine wie keine und Whatever It Takes, sprach dann für Katie vor und wurde ausgewählt. Iris Bahr, die auf Erfolge von Friends bis hin zu Lass es, Larry! zurückblicken konnte, wurde für die zweite weibliche Rolle genommen. Sie sollte Gilda spielen, eine befreundete Wissenschaftlerin, die insgeheim in Leonard verliebt ist und mit Sheldon Sex bei einer Star Trek-Convention hat.
Bill Prady: Jodi ist eine atemberaubende Schauspielerin und trat später in der Show als Prostituierte auf, die Wolowitz in Vegas trifft. Jodi ist jemand, den du haben willst, wenn du eine harte, durch das Leben auf der Straße geprägte Frau suchst, die diese Rolle optimal umsetzt. Sie ist eine bemerkenswerte Schauspielerin und ich liebe alles, was sie macht. Auch Iris Bahr ist eine verblüffende Frau, mit der ich immer noch in Kontakt stehe.
Da die Besetzung nun feststand, empfand es Johnny Galecki als hilfreich, sich vor dem Table Read [Textproben im Beisein der Produzenten] und der eigentlichen Aufzeichnung näher mit Jim Parsons bekannt zu machen. Obwohl Katie und Gilda in der Pilotfolge häufig zu sehen waren, fokussierte das Konzept der Serie die Beziehung zwischen Sheldon und Leonard.
Jodi Lyn O’Keefe wurde als erste Hauptdarstellerin für
Big Bangs
erste Pilotfolge gecastet. Jahre später tritt sie als eine Frau namens Mikayla in der zweiten Staffel, Episode 21 auf. („The Vegas Renormalization“, dt. „Die Las-Vegas-Kur“.) Auf dem Foto zu sehen mit Johnny Galecki als Leonard und Kunal Nayyar als Raj.)
Foto
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Johnny Galecki: Ich bat Jim um ein Treffen am Nachmittag vor dem ersten Table Read, da wir uns noch nicht so gut kannten. Es ist immer merkwürdig, wenn man mit einem neuen Kollegen noch nie ein bisschen Zeit verbracht hat und plötzlich seinen besten Freund spielen muss. Ich mag das, was man als „Blitzfreundschaft“ bezeichnet, sich also gegenseitig viel in kurzer Zeit zu erzählen. Dafür benötigt man häufig etwas Wein – um locker zu werden und ehrlich zueinander zu sein – in einem Zeitraum, von sagen wir mal sechs Stunden. [Lacht] Wir hatten eine Menge Weinflaschen und erkannten viele Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel hatten unsere Großväter beide für die Eisenbahn gearbeitet und unsere Väter waren bereits sehr jung gestorben. An einem Punkt angelangt, pennten wir auf der Couch meines Wohnzimmers ein. Dann wachten wir auf und schon ging’s zur ersten Lesung. Offensichtlich lief sie ganz gut. [Lacht]
Die Schauspieler, Produzenten, Autoren und „hohen Tiere“ versammelten sich am nächsten Tag zum ersten Table Read. Scheinbar lief alles wie am Schnürchen. Die Darsteller hätten kaum ahnen können, dass die Produzenten das Gefühl hatten, dass etwas nicht „Klick“ machte.
Jim Parsons: Wir lasen also die Texte, und ich fand Jodi umwerfend. Danach traf ich mich mit Johnny, Jodi und Iris in einem Restaurant. Ich kannte mich in LA nicht aus und versuchte verzweifelt die Lokalität zu finden, als Johnny mir eine Textnachricht schickte: „Beeil dich. Sie haben Jodi gefeuert.“ Meine Güte, wir hatten den Table Read doch erst vor einer halben Stunde gemacht. Johnny, Jodi und Iris waren bereits [im Restaurant] angekommen und dann erhielt Jodi einen Anruf von ihrem Agenten, der ihr mitteilte, dass man sie nicht einsetzen wolle. Zu der Zeit hatte ich in meiner Karriere noch nicht massenweise Dialog-Tests gemacht, aber ich bin kein Idiot – Ich weiß, wenn jemand nicht gut ist. Und Jodi war fantastisch. Ich war fassungslos. Doch sie erkannten während des ersten Dialog-Tests, dass ihre angedachte Rolle verglichen mit den anderen zu krass wirkte. Meiner Meinung nach brachte Jodi den Text aber auf den Punkt.
Johnny Galecki:
