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Müssen Sie sich mit Thermodynamik beschäftigen, fürchten sich aber davor und wissen nicht genau, wo und wie Sie anfangen sollen? Dann ist dies das richtige Buch für Sie. Zuerst werden Stoffeigenschaften der Materie verständlich vermittelt. Dann folgen das Energieprinzip, die berühmten Hauptsätze, das Spezialwissen und die Anwendungen. Anschauliche Beispiele aus der Praxis mit vollständigen Lösungen erweitern Ihr Verständnis. Die dort vorgestellten Lösungsstrategien sind universal und befähigen Sie, auch andere Aufgaben zu lösen. Dieses Buch wird Sie der Thermodynamik näherbringen und Ihre Sicht auf das Fach positiv verändern.
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Seitenzahl: 585
Veröffentlichungsjahr: 2017
WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
Thermodynamik für Dummies
Raimund Ruderich
2. Auflage
Fachkorrektur von Bernhard Gerl
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
2. Auflage 2017
© 2017 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
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Alle Rechte vorbehalten inklusive des Rechtes auf Reproduktion im Ganzen oder in Teilen und in jeglicher Form. Diese Übersetzung wird mit Genehmigung von John Wiley and Sons, Inc. publiziert.
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Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.
Coverfoto © cybercomputers.de - Fotolia.com
Korrektur Bernhard Gerl
Satz/ePub Reemers Publishing Services GmbH, Krefeld
Print ISBN: 978-3-527-71429-2
ePub ISBN: 978-3-527-81191-5
mobi ISBN: 978-3-527-81192-2
Cover
Über den Autor
Danksagung
Einführung
Über dieses Buch
Konventionen in diesem Buch
Törichte Annahmen über den Leser
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Teil I: Die exakten Grundlagen
Teil II: Stoffgesetze und ihre praktischen Anwendungen
Teil III: Energieprinzip, Hauptsätze und Entropie
Teil IV: Thermodynamische Kreisprozesse
Teil V: Wasser und Wasserdampf
Teil VI: Chemische Thermodynamik
Teil VII: Der Top-Ten-Teil
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden
Wie es weitergeht
Teil I: Die exakten Grundlagen
Kapitel 1: Warum ist die Thermodynamik wichtig
Was genau ist Thermodynamik?
Systeme grenzen Prozesse ab
Wie die Temperatur die Eigenschaften der Materie verändert
Aggregatszustände
Die Stellung der Thermodynamik in der Ingenieurwissenschaft
Grundgleichungen der technischen Mechanik
Flüssigkeiten sind geschmolzene Festkörper, Gase sind Flüssigkeitsdämpfe
Grundgleichungen der Strömungsmechanik
Gibt es für Temperaturfelder auch eine Grundgleichung?
Ganzheitliche Betrachtung der Grundgleichungen
Kapitel 2: Betrachtung der Materie mit Feldgrößen
Grundgrößen der Thermodynamik
Verbrennen Sie sich nicht die Finger: Die Temperatur
Unter Druck
Was noch bleibt: Masse, Volumen, Dichte
Wie lassen sich die Grundgrößen exakt berechnen?
Kontinuitätsgleichung oder Erhaltungsgleichung für die Masse
Das Strömungsfeld als Rechengebiet
Die Bilanz der Masse anschaulich gemacht
Anwendungsbeispiel: Wie funktioniert ein Ram-Jet?
Anwendungsbeispiel: Trägerrakete
Spezialfälle der Kontinuitätsgleichung
Die Kontinuitätsgleichung für stationäre Strömungen
Die Kontinuitätsgleichung für stationäre und inkompressible Strömungen
Die eindimensionale und stationäre Kontinuitätsgleichung
Beispiel: Stromverzweigung in einer Wasserleitung
Die berühmten Navier-Stokes-Gleichungen
Das hydrostatische Grundgesetz
Was Sie bisher gelernt haben
Was noch kommt
Gleichung für das Temperaturfeld
Was Wärmeleitung ist
Eindimensionale und instationäre Wärmeleitung in Festkörpern
Die eindimensionale Temperaturverteilung in einer unendlich ausgedehnten Wand
Temperaturerhöhung durch adiabatische Kompression
Beispiel: Instationäre Wärmeleitung in einer ebenen Wand mit variablen Rand- und Anfangsbedingungen
Eine Grundgleichung fehlt noch!
Kapitel 3: Makroskopische Betrachtung der Materie
Aus Feldgrößen werden Zustandsgrößen
Erster Handschlag: System abgrenzen
Zweiter Handschlag: Systeme leben von Zustandsgrößen
Thermodynamik verbindet Physik mit Chemie
Masse und Stoffmenge
Eine berühmte Naturkonstante: Avogadro-Zahl
Grundgrößen der Physik und Chemie
Druckmessgeräte: Manometer und Barometer
Der thermodynamische Zustand eines Stoffes
Physik und Technik: Der Normzustand eines Gases
Chemie: Der Standardzustand eines Gases
Eine andere berühmte Naturkonstante: Loschmidt-Zahl
Das Molvolumen
Kompressibilität der Fluide
Ausgangssituation: Ein Festkörper
Vom Festkörper zum Fluid: Hooke'sches Gesetz der Fluide
Beispiel: Gesucht ist der Kompressibilitätsmodul von Wasser bei verschieden Temperaturen?
Beispiel: Wie groß ist die Dichte von Wasser bei 600 bar?
Ihr erster Kontakt mit dem idealen Gas
Was ist eigentlich die Temperatur?
Teil II: Stoffgesetze und ihre praktische Anwendung
Kapitel 4: Zustandsgleichungen der idealen Gase
Ideale Gase
Die Modelleigenschaften der idealen Gase
Geschichte der idealen Gasgleichung
Heute: Die Vereinigung der Gasgesetze ist die ideale Gasgleichung
Weitere praktische Formen der idealen Gasgleichung
Übung macht den Meister: Beispiele
Folgerungen aus der idealen Gasgleichung
Die ideale Gasgleichung für relative Zustandsänderungen
Die Vereinigung der Koeffizienten
Was auch immer kommt: praktische Beispiele lösen
Kapitel 5: Reale Gase
Wie erkennen Sie ein reales Gas?
Der genaue Blick auf die Realgasgleichung
Entscheidungskriterium: Ideales oder reales Gas?
Die Van-der-Waals-Zustandsgleichung für reale Gase
Eigenschaften der Van-der-Waals-Gasgleichung
Kritischer Druck und kritische Temperatur eines Gases
Die kritischen Daten eines Gases berechnen
Kapitel 6: In der Nähe des absoluten Nullpunkts
Den absoluten Nullpunkt bestimmen
Absolute Temperaturskala und andere Skalen
Ein Maß für die Wärmeaufnahme eines Stoffes: Die Wärmekapazität
Mit Wärmemengen umgehen
Spezifische Wärmekapazität der Gase
Molare Wärmekapazitäten der Gase
Spezifische Wärmekapazität der Festkörper
Spezifische Wärmekapazität der Flüssigkeiten
Experimentelle Bestimmung der Wärmekapazität
Mittlere spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck
Mittlere spezifische Wärmekapazität bei konstantem Volumen
Teil III: Energieprinzip, Hauptsätze und Entropie
Kapitel 7: Arbeit und Wärme ist Energie
Was ist Arbeit?
Mechanische Arbeit der Physik
Die Arbeit der Thermodynamik
Was ist Wärme?
Die fünf thermodynamischen Systeme der Technik
Kapitel 8: Energieprinzip und totale Differentiale
Intensive und extensive Zustandsgrößen
Etwas Besonderes: Das Energieprinzip der Thermodynamik
Handhaben Sie drei Differentialformen
Formen der Energie
Die Arbeit einer Feder
Das totale Differential einer Funktion
Ein Stahlkörper dehnt sich. Wie ändert sich sein Volumen?
Das totale Differential einer Funktion finden
Totales Differential und Linienintegral: Passt das zusammen?
Zurück zum Stahlkörper: das anschauliche Ergebnis
Kapitel 9: Der erste Hauptsatz für offene Systeme
Alltägliche Formen der Energie
Herleitung des ersten Hauptsatzes
Wärme fließt über Systemgrenzen
Kein wirkliches System ist ohne Reibung
Offene Systeme können nur technische Arbeit abgeben oder aufnehmen
Die Energien im Eintrittsmassenstrom erfassen
Die Energien im Austrittsmassenstrom feststellen
Der erste Hauptsatz in differentieller Form
Der erste Hauptsatz in integraler Form
Der erste Hauptsatz für die Gesamtmasse eines offenen Systems
Der erste Hauptsatz als Leistungsbilanz
Beispiel: Wärmeübertrager in einer Luftkühlanlage
Technische Arbeit
Kolbenverdichter in Aktion
Absolute technische Arbeit
Leistung der technischen Arbeit
Kapitel 10: Der erste Hauptsatz für geschlossene Systeme
Herleitung des ersten Hauptsatzes für geschlossene Systeme
Spezifische integrale Form des Hauptsatzes
Energiebilanz des Gesamtsystems
Leistungsbilanz im geschlossenen System
Die thermodynamische Arbeit
Zum Unterschied zwischen thermodynamischer und technischer Arbeit
Ein neuer Begriff: reversible Wärme
Beispiel: Wasserpumpe arbeitet gegen geschlossenen Schieber
Kapitel 11: Entropie und der zweite Hauptsatz der Thermodynamik
Alltägliche Vorgänge und gesunder Menschenverstand
Reversible Wärme und das Energieprinzip
Herleitung des zweiten Hauptsatzes für reversible Prozesse
Allgemeine Entropieänderung reversibler Prozesse
Entropieänderung reiner Stoffe
Entropieänderung irreversibler Prozesse
Den zweiten Hauptsatz bei irreversiblen Prozessen prüfen
Entropieänderung eines Universums
Reversible und irreversible Prozesse
Entropie und Unordnung
Was ist Ordnung und was Unordnung?
Statistische Entropie
Kapitel 12: Dritter und nullter Hauptsatz der Thermodynamik
Der dritte Hauptsatz der Thermodynamik
Die Unerreichbarkeit des absoluten Nullpunkts
Die Entropie eines Prüfkörpers am absoluten Nullpunkt
Absoluter Nullpunkt: Lässt sich ein Körper auf 0 Kelvin abkühlen?
Nullter Hauptsatz der Thermodynamik
Teil IV: Thermodynamische Kreisprozesse
Kapitel 13: Grundlagen der Kreisprozesse
Eigenschaften aller Kreisprozesse
Rechtsläufige Kreisprozesse mit dem Uhrzeigersinn
Linksläufige Kreisprozesse entgegen dem Uhrzeigersinn
Ausführungsarten der Kreisprozesse
Charakteristische Prozessfunktionen der Kreisprozesse
Graphen der Prozessfunktionen
Der erste Hauptsatz für beliebige Kreisprozesse
Kapitel 14: Rechtsläufige Kreisprozesse
Theoretische Berechnung der Nutzarbeit
Rechenansatz für die abzugebende Nutzarbeit
Theoretische Betrachtung zur Feststellung der abgegebenen Nutzarbeit, ohne Linienintegrale lösen zu müssen
Thermischer Wirkungsgrad rechtsläufiger Kreisprozesse
Musterbeispiel: rechtsläufiger Carnot-Kreisprozess
Die Transformation des Carnot-Prozesses in das T-s-Diagramm
Weg A: Die Berechnung der Nutzarbeit im p-v-Diagramm
Nutzarbeit im p-v-Diagramm als Flächen repräsentieren
Schwierig: Gleichungen vereinfachen
Weg B: Die Nutzarbeit im T-s-Diagramm berechnen
Weg C: Nutzarbeit aus den Wärmeumsätzen berechnen
Thermischer Wirkungsgrad des rechtsläufigen Carnot-Kreisprozesses
Allgemeine Energieflüsse rechtsläufiger Kreisprozesse
Übersicht: rechtsläufige Kreisprozesse
Otto-Kreisprozess
Diesel-Kreisprozess
Seilinger-Kreisprozess
Stirling-Kreisprozess
Joule-Kreisprozess
Ericson-Kreisprozess
Clausius-Rankine-Kreisprozess
Kapitel 15: Linksläufige Kreisprozesse
Allgemeiner Energiefluss linksläufiger Kreisprozesse
Wärme- und Kälteziffer
Nutzarbeit bei linksläufigen Kreisprozessen
Musterbeispiel: Linksläufiger Carnot-Kreisprozess
Notwendig: die zuzuführende Nutzarbeit
Wärmeziffer des linksläufigen Carnot-Kreisprozesses
Kälteziffer des linksläufigen Carnot-Kreisprozesses
Temperaturniveaus von Wärmepumpen und Kältemaschinen
Teil V: Wasser und Wasserdampf
Kapitel 16: Wasser und Wasserdampf
Allgemeine Phasenänderungen
Aus Eis wird heißer Dampf: Isobarer Verdampfungsvorgang
Neuordnung der Variablen bei Wasserdampfprozessen
3-d-Phasendiagramm des Wassers
Isobarer Verdampfungsvorgang im 3-d-Phasendiagramm
Die Dampfdruckkurve des Wassers
Internationale Formel zur Berechnung von ps als Funktion von ϑs
Zweidimensionale Phasendiagramme
Das p-v-Diagramm des reinen Wassers
Das p-ϑ-Diagramm des reinen Wassers
Das ϑ-s-Diagramm des reinen Wassers
Das h-s-Diagramm des reinen Wassers
Wasserdampftafel
Die Temperaturtafel (Tafel I)
Die Drucktafel (Tafel II)
Wasser und überhitzter Dampf (Tafel III)
Kapitel 17: Dampfprozesse
Aus Wasser überhitzten Dampf bereiten
Gesucht: Sattdampfmasse
Abkühlung einer Sattdampfmasse
Idealer und realer Dampfturbinenprozess
Teil VI: Chemische Thermodynamik
Kapitel 18: Verbrennungsreaktionen
Vom Wesen der chemischen Reaktionen
Reaktionsenthalpie
Exotherme Reaktionen
Endotherme Reaktionen
Brennstoffe und ihre Reaktionsgleichungen
Vollständige Verbrennung von Kohlenstoff mit Sauerstoff
Unvollständige Verbrennung von Kohlenstoff mit Sauerstoff
Vollständige Verbrennung von Kohlenmonoxid mit Sauerstoff
Vollständige Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff
Vollständige Verbrennung von Schwefel mit Sauerstoff
Vollständige Verbrennungen von Kohlenstoff mit Luft
Vollständige Verbrennung von Kohlenwasserstoffen
Vollständige Verbrennung von organischen Stoffen
Kapitel 19: Erster Hauptsatz für chemisch reagierende Substanzen
Herleitung des ersten Hauptsatzes für reagierende Substanzen
Molare Enthalpie der Stoffe
Brennwert und Heizwert
Kapitel 20: Entropiefunktionen und der zweite Hauptsatz für chemische Reaktionen
Molare Entropiefunktion eines Einzelgases
Entropiefunktion einer Gasmischung
Partialdruck einer Gasmischung
Entropieänderung einer chemischen Reaktion
Der zweite Hauptsatz der chemischen Thermodynamik
Gesamtentropie ΔSges des Universums
Gesamtentropie einer Knallgasreaktion
Gibbs-Funktion oder freie Enthalpie
Der chemische Lebensprozess einer Kreatur
Glanz der Wissenschaft: freie Enthalpie
Bedeutungen der Gibbs-Funktion
Die Gibbs-Funktionen bei festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen
Die Standard-Gibbs-Funktion
Standard-Gibbs-Funktion ausgewählter Substanzen
Das Verhalten von chemischen Reaktionen aus Sicht des zweiten Hauptsatzes
Teil VII: Der Top-Ten-Teil
Kapitel 21: Zehn wichtige Gleichungen
Realgasgleichung
Der erste Hauptsatz für offene Systeme
Der erste Hauptsatz für geschlossene Systeme
Reversible Wärme
Der erste Hauptsatz für Kreisprozesse
Der zweite Hauptsatz für reversible Prozesse
Die spezifische Entropieänderung
Gesamtentropie eines Universums
Absolute Größen
Leistung einer Energiegröße
Kapitel 22: Zehn Energiebetrachtungen
Die Gesichter der potentiellen Energie
Die kinetische Energie
Die innere Energie
Die mechanische Arbeit
Die Enthalpie eines Stoffes
Chemisch gebundene Energie
Die Wärmestrahlung eines Körpers
Was ist Wärme?
Gibbs-Energie und maximal mögliche Arbeit
Helmholtz-Energie und maximale Arbeit
Stichwortverzeichnis
Wiley End User License Agreement
1-2
5-6
7-8
19-24
25-26
27-36
37-82
83-116
117-118
119-144
145-160
161-176
177-178
179-186
187-206
207-234
235-248
249-278
279-284
285-286
287-296
297-328
329-342
343-344
345-372
373-382
383-384
385-398
399-410
411-434
435-436
437-442
443-452
Über den Autor
Dr. Raimund Ruderich studierte Energietechnik an der Ingenieurakademie Berlin und physikalische Ingenieurwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Nach seiner Promotion über selbstähnliche Lösungen der Bewegungsgleichungen in abgelösten turbulenten Strömungen im Unterschallbereich an der Technischen Universität Berlin widmete er sich der Lehre und Forschung auf dem Gebiet der theoretischen und experimentellen Gasdynamik im Graduate Program der Princeton University, Princeton, NJ, USA. Praktische Erfahrungen sammelte er als Leiter der Entwicklungsgruppe für aerodynamische Triebwerksstörungen an Fluggasturbinen bei der MTU Aero Engines in München und als leitendes Mitglied des Forschungsteams für NOx-arme Verbrennung in Gasturbinen am ABB-Forschungszentrum in Dättwil, Schweiz.
Dr.-Ing. Ruderich ist Professor für Thermo- und Fluiddynamik und Spezialist für Brennstoffzellensysteme der Hochschule Ulm. Seit 1988 ist er akademischer Direktor des International Mechanical Engineering Programs I.M.E.P. der Hochschule Ulm. Er ist Träger des Landeslehrpreises 2008 des Bundeslandes Baden-Württemberg, Mitglied des Aufsichtsrats des Weiterbildungszentrum Brennstoffzellen Ulm WBZU und Gastprofessor für Brennstoffzellensysteme im Studiengang Maestría en Energía Renovable an der Universidad Autónoma de Guadalajara in Mexico. Seit seiner Pensionierung 2015 ist er noch im I.M.E.P. Austauschprogramm tätig.
Danksagung
Mein besonderer Dank gilt dem Wiley-VCH Verlag. In Gesprächen mit Herrn Lektor Marcel Ferner und Frau Lektorin Andrea Baulig habe ich zahlreiche Anregungen und bereichernde Verbesserungsvorschläge erhalten, die bei der Arbeit zu dieser Auflage zum Tragen kamen. Es ist mir eine Ehre, für diese Hilfe und Unterstützung danke zu sagen.
Einführung
Sie interessieren sich für Thermodynamik? Dann würde ich Sie gerne in meine Vorlesung über Thermodynamik einladen. Zusammen mit anderen Studierenden aus den USA, aus England, Frankreich, Ungarn, Mexiko, Spanien, Finnland, China, Russland und Deutschland werden wir aus den verschiedenen Blickrichtungen der Anwesenden auf das riesige Anwendungsgebiet der Thermodynamik schauen und gemeinsam Thermodynamik studieren. Nach und nach werden Sie die festen wissenschaftlichen Strukturen dieses Gebiets erkennen. Sie lernen, wie Thermodynamik funktioniert.
Sie können die Vorlesung jetzt nicht besuchen? Vielleicht zu einer anderen Zeit? Sie können sich vorbereiten und schon Mal in diesem Buch schmökern.
Etwas Ähnliches habe ich mit diesem Buch vor. Es ist aus dem Stoff meiner Vorlesungen an deutschen und amerikanischen Universitäten und Hochschulen hervorgegangen. Es richtet sich an Maschinenbauer, an Studierende aus den Bereichen der Physik, Ingenieurwissenschaften und der physikalischen Chemie und selbstverständlich auch an alle, die das sehr anspruchsvolle Gebiet der Thermodynamik verstehen und beherrschen möchten.
Der Einstieg in die Thermodynamik ist nicht einfach. Sie brauchen immer wieder eine Erfolgsbestätigung, um aktiv erfahren zu können, dass Ihr neues Wissen Sie befähigt Aufgaben zu lösen. Deshalb müssen anschauliche Beispiele aus der Praxis mit vollständigen Lösungen im Buch vorhanden sein. Die Beispiele erweitern Ihr Verständnis und decken Lösungsstrategien auf. Probieren Sie es an Ihren Thermodynamikaufgaben aus. Komme was wolle, dieses Buch wird Sie der Thermodynamik näherbringen und Ihre Sicht positiv verändern.
Über dieses Buch
Der formale Aufbau des Buches ist vergleichbar mit einem Baukastensystem. Zuerst werden Stoffeigenschaften der Materie verständlich vermittelt. Dann folgen das Grundsätzliche, das Spezialwissen und die Anwendungen. Die wichtigen Kunstgriffe sind an den Textstellen platziert, wo sie gebraucht werden. Schließlich müssen Sie Ihr aufgebautes Wissen an Beispielen überprüfen und Lösungen erarbeiten. Der Weg zum Ziel ist vorgezeichnet, folgen Sie ihm! Das Schwierige daran ist oft, dass es nur eine einzige Lösung gibt und deshalb ist oft nur ein einziger Weg vorhanden, der Sie zum Ziel führt. Dieses Buch, Ihr Buch, soll Ihnen deutlich den Weg zeigen.
Konventionen in diesem Buch
Das Buch ist so gegliedert, dass Sie nicht von Anfang an Kapitel für Kapitel studieren müssen. Falls Sie schon Vorkenntnisse mitbringen, können Sie in den Kapiteln hin und her springen. Oft können Sie Ihr Grundverständnis erweitern, wenn Sie den Hinweise in den Abschnitten folgen und zu Kapitel X, Abschnitt Y springen, dort nachschauen, was Sache ist, um dann an der ursprünglichen Stelle weiterzuarbeiten. Was ganz besonders wichtig ist, sind die Beispiele, die abgeschlossenen Abschnitten folgen. Es sind Beispiele aus dem täglichen Leben der Physiker, Ingenieure und Chemiker. Sie sollten diese Beispiele überprüfen und dabei die Lösungsstrategie festhalten, denn sie wird bei anderen Beispielen wieder gebraucht. Nach und nach werden Sie feststellen, dass zum Beispiel die mathematischen Integrationen nach festen thermodynamischen Regeln ablaufen und Sie die Lösung nicht verweigern können. Weichen Sie nicht vom roten Faden ab!
Törichte Annahmen über den Leser
Suchen Sie Ihre mathematische Formelsammlung und prüfen Sie meine Angaben zur Mathematik. Wenn der eine oder andere Trick oder die vorgestellte Methode in zu großen Sprüngen vorgestellt wurde, sollten Sie mit bodenständigen Schritten der Mathematik Zeile für Zeile nachrechnen. Vielleicht können Sie mithilfe eines Computers versuchen die Lösung zuerst einzukreisen, um sie dann zu erreichen. In der Thermodynamik gibt es Gleichungen, die sich nicht auf die gesuchte Größe umstellen lassen. Sie müssen dann nicht mit der Methode »Versuch und Fehler« raten, sondern mit zielgerichteten Iterationen arbeiten. Was das genau ist, wird an entsprechender Stelle an einem Beispiel vorgeführt.
Sie benötigen Kenntnisse in der Arithmetik und Algebra. Manchmal ist ein Gleichungssystem zu lösen. Das Differenzieren und Integrieren einfacher Funktionen sollte bekannt sein. Zum Verständnis der wissenschaftlichen Probleme sind Differentialgleichungen zu lösen. Keine Angst, die Hilfsanleitungen sind bei allen Beispielen vorhanden. Übung macht den Meister!
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Die einzelnen Themen sind in logischer Folge nacheinander aufgebaut. Dem Einsteiger wird empfohlen, mit Kapitel 3 zu starten und später die ausgelassenen Kapitel bei Bedarf nachzulesen. Kapitel 1 und 2 behandeln die wissenschaftlichen Grundlagen der Thermodynamik. Darin werden die schwierigsten Gleichungen der Physik besprochen, die zurzeit nicht exakt lösbar sind. Die angehenden Wissenschaftler unter Ihnen können sich Gedanken über die Lösbarkeit dieser Gleichungen machen.
Teil I: Die exakten Grundlagen
Der Stoff des ersten Teils soll Ihnen die Größe der Thermodynamik zeigen und einen Überblick vermitteln, wie die Thermodynamik in der Wissenschaft eingeordnet ist. Sie werden erkennen, dass viele Dinge des täglichen Lebens mit Thermodynamik zu tun haben. Und wenn Ihnen das bewusst wird, ist es manchmal leichter, Zusammenhänge zwischen physikalischen Größen und Ihrer Erfahrung herzustellen.
Die exakten wissenschaftlichen Grundlagen werden durch physikalische Erhaltungssätze formuliert und als Differentialgleichungen aufgeschrieben. Alle Differentialgleichungen zusammen ergeben ein Differentialgleichungssystem, das nicht geschlossen lösbar ist. Nur einfache Lösungen sind erreichbar. Diese wurden durch Experimente bestätigt. Bei der Überprüfung der theoretisch nicht exakt zugänglichen Lösungen zeigten Vergleiche zwischen komplizierten Versuchen und deren numerischen Berechnungen mit Supercomputern sehr gute Übereinstimmungen. Das sind Bestätigungen der Grundgleichungen.
Teil II: Stoffgesetze und ihre praktischen Anwendungen
Gase sind das A und O in der Thermodynamik. Flüssigkeiten und Festkörper spielen die zweite Rolle. Wie verhalten sich diese Stoffe, wenn sich der Druck ändert und/oder wenn die Temperatur verändert wird? Ein Glas Wasser ändert seinen flüssigen Zustand und wird festes Eis, wenn es tief abgekühlt wird. Ein heißer Eisenstab wird bei seiner Abkühlung magnetisiert und ein kalter Eisenstab verliert bei seiner Erwärmung seine magnetischen Eigenschaften.
Teil II bringt Ihnen die Stoffgesetzte der Materie nahe. Sie können an einfachen Aufgaben überprüfen, ob Ihre gedanklichen Vorstellungen eines Veränderungsprozesses der Materie mit den wissenschaftlichen Ergebnissen übereinstimmen.
Teil III: Energieprinzip, Hauptsätze und Entropie
Energie ist notwendig, wenn Teilchen sich bewegen sollen. Energie ist notwendig, wenn Sie in einem Flugzeug oder einem Auto verreisen möchten. Im Winter frieren Sie nicht, wenn Ihre Heizung Energie in Form von Wärme liefert. Energie ist eine Erhaltungsgröße, das heißt, Energie geht nicht verloren, Energie kann bilanziert werden.
Sie lernen, wie man Energiebilanzen für beliebige Maschinen oder Anlagen aufstellt. Gleichzeitig lassen sich mit den Energiebilanzen, zu denen die Wissenschaftler Hauptsätze sagen, bestimmte Größen berechnen. Damit dies übersichtlich bleibt, werden thermodynamische Systeme definiert und die Hauptsätze daran festgemacht. Jeder Student kann sich dann von den Gleichungen zum Ziel seiner Berechnungen leiten lassen.
Besonders der zweite Hauptsatz der Thermodynamik bereitet allen Studenten große Probleme. Auch meine Studenten an der angesehenen Princeton Universität hatten große Schwierigkeiten, mit dem zweiten Hauptsatz umzugehen und deshalb waren treffende Erklärungen und anschauliche Beispiele notwendig, um Einsicht und Verständnis zu vermitteln. Sie, lieber Leser, erhalten dieselben Informationen in diesem Buch. An den praktischen Beispielen, die ab hier bis zum Schluss des Buches immer wieder mit Entropie zu tun haben, erkennen Sie den Sinn des zweiten Hauptsatzes. Die Entropie ist Ihre unsichtbare Begleitung.
Teil IV: Thermodynamische Kreisprozesse
Es geht um Verbrennungsmotoren für Ihr schnelles und/oder sparsames Auto. Es sind Motoren, zu denen Ihr Werkstattmeister »Vier-Takt-Motor« sagt. Ingenieure sagen das auch und meinen rechtsläufige thermodynamische Kreisprozesse in einer Maschine. Mit der Berechnung solcher Kreisprozesse erkennen Sie, dass die Leistung Ihres Verbrennungsmotors in erster Linie nur durch das vorhandene Motorvolumen (Gasvolumen) bestimmt wird.
Es geht unter anderem auch um die Klimaanlage in Ihrem schnellen Auto. Die Ingenieure bezeichnen solche Anlagen als linksläufige Kreisprozesse. Was das genau ist und wie sich die linksläufigen von den rechtsläufigen Kreisprozessen unterscheiden, das können sie in Teil IV des Buches verstehen.
Teil V: Wasser und Wasserdampf
Wie können Sie aus Wasser Wasserdampf machen? Welche Rolle spielt die Entropie? Wie können Sie aus Wasserdampf wertvolle Arbeit erzeugen? Wie werden solche Energieumwandlungsprozesse berechnet, wenn gleichzeitig Phasenübergänge stattfinden? Gibt es dabei Energie, die sich technisch nicht mehr nutzen lässt? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in Teil V.
Teil VI: Chemische Thermodynamik
Physikalische Chemie beschäftigt sich mit Verbrennungsprozessen, mit Brennstoffzellen und mit den chemischen Verfahren zur Herstellung von bestimmten Stoffen. Wie können Sie es schaffen, dass sich ein Stoff ändert und vielleicht mit einem anderen Stoff reagiert. Reaktionen können stattfinden oder auch nicht. Unter welchen Bedingungen reagieren chemische Stoffe? Stoffe reagieren nur dann, wenn es der zweite Hauptsatz der Thermodynamik erlaubt. Lesen sie nach, wie der zweite Hauptsatz der Thermodynamik chemische Vorgänge beeinflusst.
Als zukünftiger Physiker, Chemiker oder Ingenieur wollen Sie doch wissen, welche theoretisch maximale Arbeit bei einer chemischen Reaktion eines Gases möglich ist. Auch hier kommt die Entropie ins Spiel, und Sie können feststellen, wie groß der Anteil der nicht nutzbaren Energie eines Prozesses ist.
Teil VII: Der Top-Ten-Teil
Zehn besondere Gleichungen der Thermodynamik stehen Ihnen zur Verfügung, um unter anderem Begriffe aus der Thermodynamik besser in Ihre Welt der Formeln und Zahlen einführen zu können. Diese kleine Übersicht könnte nützlich sein, wenn bestimmte Größen eines thermodynamischen Problems gesucht werden. Hierzu benötigen sie die Gleichungen, in denen die gesuchte Größe auftaucht. Die wichtigsten Ansätze dazu finden sie im Top-Ten-Teil. Gleichzeitig können Sie auch einen Bezug zur weiterführenden Thermodynamik herstellen, die von Gibbs- und Helmholtz-Funktionen berichtet.
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden
Die Symbole, die in diesem Buch aufgeführt sind, weisen auf besondere Informationen hin, die zum roten Faden des Buches gehören. Was bedeuten sie?
»Erinnerung« an bereits Bekanntes, an Informationen, die an dieser Stelle im Buch nochmals zum Tragen kommen.
»Tipps« zur einfacheren Handhabung des Problems. Manchmal hilft eine Eselsbrücke, um Klarheit zu schaffen.
»Vorsicht« ist angebracht. Es geht ins Detail und in die Tiefe.
»Warnung« erfordert Ihre Aufmerksamkeit, damit nichts schiefgeht. Sie werden auf Fußangeln hingewiesen, die es zu vermeiden gilt.
»Strategie« und Didaktik sind notwendig, wenn Sie das Thema beherrschen wollen. Es werden Zusammenhänge zwischen Vorgängen aufgezeigt, die das »Warum« erklären.
»Begriffe« und Definitionen sind meistens Zusammenfassungen von physikalischen Details, die in einer bestimmten Ablauffolge gruppiert sind. Die Zusammenhänge der Details werden im Text erläutert.
»Wissenschaftliche Sprache« ist im internationalen Informationsaustausch erwünscht, weil jeder Fachmann sofort erkennt, was Sache ist. Die in der Wissenschaft grundlegenden und immer wiederkehrenden Sprachregelungen werden in wissenschaftlichen Begriffen verhüllt. Hier wird die Verhüllung durchsichtig!
Wie es weitergeht
Bei der methodischen Gestaltung dieses Buches wurde davon ausgegangen, dass es Leser gibt, die sich erstmalig mit der Thermodynamik beschäftigen wollen, und dass es schon erfahrene Fachleute gibt, die zügig ein bestimmtes Gebiet der Thermodynamik theoretisch erkunden möchten.
Wenn Sie ein echter Neuling sind, können Sie gleich ab Kapitel 3 beginnen und später, wenn Interesse besteht, die wissenschaftlichen Grundlagen in den ersten beiden Kapiteln nacharbeiten.
Die Fachleute unter Ihnen, die etwas Bestimmtes klären möchten, können gezielt in das entsprechende Kapitel springen und nach der Lösung suchen. Ich hoffe, dass Sie dabei Ihr wissenschaftliches Verständnis der Thermodynamik bereichern, wenn Sie im Buch schmökern.
Falls sie sich auf eine Prüfung vorbereiten, dann planen Sie die notwendige Vorbereitungszeit ein, denn dann ist die Theorie und das Durcharbeiten der Beispiele wichtig. Die Erfahrung lehrt, dass gerade Beispiele ein tieferes Verständnis der Thermodynamik begünstigen. Für alle Beispiele werden die Lösungen und die Lösungsschritte erklärt. Kurze Beispiele stehen in einem grauen Kasten, längere, die über ein paar Seiten gehen, nicht.
In der Regel erfolgt die Lösungsprozedur der Beispiele nach folgenden Schritten: Zuerst müssen Sie mit der Thermodynamik die Sachlage klären, zum Beispiel die Hauptsätze anwenden. Im nächsten Schritt wird die Mathematik gebraucht, um aus den Gleichungen der Sachlage die gesuchten Größen freizustellen. Zum Schluss müssen Sie die mathematische Lösung übersetzt in die Thermodynamik und Ihr Ergebnis präsentieren. Verzagen Sie nicht, wenn Sie mit einer Aufgabe Probleme haben, bei der nächsten Aufgabe wird alles besser! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
Teil I
Die exakten Grundlagen
In diesem Teil …
erhalten Sie einen Überblick über das große Gebiet der Thermodynamik.
In Kapitel 1 erkläre ich Ihnen, wozu die Thermodynamik überhaupt gut ist.
In den Kapiteln 2 und 3 gebe ich Ihnen die wissenschaftlichen Grundlagen zu den Größen der Thermodynamik und der Materie in die Hand.
