Tiergestützte Pädagogik mit dem Greifvogel - Alexander Groder - E-Book

Tiergestützte Pädagogik mit dem Greifvogel E-Book

Alexander Groder

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Beschreibung

Während Hunde und Pferde schon lange als Therapietiere etabliert sind, gibt es keine Untersuchungen zum Einsatz von Greifvögeln. Dieses Buch geht daher der Frage nach, ob sich auch Falken für die Therapie in der Sozialpädagogik eignen. Greifvögel können eine große Faszination auf Kinder und Jugendliche ausüben. Sie symbolisieren Kraft und Freiheit und es steht dem Tier jederzeit frei, davonzufliegen. Bei der Arbeit mit Greifvögeln wird sehr viel Wert auf Selbstbewusstsein, klare Kommunikation, sensibles Verhalten, Rücksichtnahme auf andere Lebewesen, Ruhe und Ausdauer gelegt. So werden die Entwicklung, das Wohlbefinden und das Verantwortungsbewusstsein der Klienten positiv beeinflusst. Durch den Umgang mit Tieren ist es leichter möglich, Emotionen zuzulassen und Bindungen aufzubauen. Es entstehen zudem auch positive Eindrücke mit dem Betreuer, welche dann wiederum im Betreuungssetting genutzt werden können.

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Impressum:

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Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

1. Einleitung

2. Übersicht über tiergestützte Interventionen

3. Erklärungsansätze zur Mensch-Tier Beziehung

3.1 Die Biophilie Hypothese

3.2 Die Spiegelneuronen

3.3 Die Bindungstheorie

3.4 Das Konzept der Du-Evidenz

3.5 Kumpantiere

4. Grundmethoden der tiergestützten Arbeit

4.1 Definition der „Methode“

4.2 Die Methode der freien Begegnung

4.3 Die Hort Methode

4.4 Die Brücken Methode

4.5 Die Präsenz Methode

4.6 Die Methode der Integration

5. Werteverständnis und Ethik

5.1 Naturethische Grundfrage

5.2 Alternative zur naturethischen Grundfrage

5.3 Pragmatismus, Alterität und Solidarität

5.3.1 Pragmatismus

5.3.2 Solidarität

5.3.3 Alterität

6. Falknerei

6.1 Geschichtlicher Abriss

6.2 Die Arbeit mit dem Greifvogel

6.3 Die Greifvögel für diese Facharbeit

7. Tiergestützte Pädagogik mit dem Greifvogel

7.1 Beschreibung eines Betreuungsverlaufes

7.2 Klient A

7.3 Klient B

7.4 Klient C

8. Leitfadeninterview

8.1 Was ist ein Interview

8.2 Auswertung

8.3 Auswertungsleitfaden

8.4 Ergebnisse

8. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Kurzfassung

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema tiergestützte Pädagogik. Diese gibt es in immer mehr Formen und Ausprägungen, beziehungsweise mit sehr vielen verschiedenen Tierarten. Daher ist auch der Gedanke zum Thema dieser Facharbeit aufgetaucht. Können Greifvögel in der Sozialpädagogik im Bereich tiergestützte Pädagogik sinnvoll eingesetzt werden und zu mehr Wohlbefinden bei Kindern und Jugendlichen beitragen? In den ersten Kapiteln wird es eine kurze Übersicht über die tiergestützten Interventionen geben, sowie einige Erklärungsansätze zur Mensch-Tier-Beziehung. Außerdem werden die Grundmethoden der tiergestützten Arbeit laut Otterstedt (2007) vorgestellt. Werteverständnis und Ethik wird in einem Kapitel Raum gegeben, um die Frage zu bearbeiten mit welchem Recht der Mensch Tiere für seine Zwecke einsetzten darf. Da die Arbeit mit dem Greifvogel auf Basis der Falknerischen Arbeit mit Greifvögeln basiert, wird die Falknerei als Solches in einem weiteren Kapitel vorgestellt. Einen wesentlichen Bestandteil bildet eine Praktische Arbeit mit vier Kindern und Jugendlichen, welche zehn Einheiten tiergestützte Pädagogik bewältigten. Die Erfahrungen aus diesen Einheiten werden mit Hilfe eines Leitfadeninterviews zusammengefasst und ausgewertet. Den Abschluss bilden eine Zusammenfassung der Kapitel und die Erkenntnisse die aus den Interviews gewonnen wurden.

1. Einleitung

Wie schon Vernooij und Schneider (2010, S. 26) in ihrem Handbuch der Tiergestützten Interventionen schreiben, wird die Entwicklung, das Wohlbefinden, das Verantwortungsbewusstsein, die Emotionen eines Menschen und vieles mehr durch Tiere positiv beeinflusst. Kinder und Jugendliche im sozialpädagogischen Kontext befinden sich meist in besonderen und schwierigen Lebenslagen, in denen Tiere als Eisbrecher dienen können. Außerdem unterstützt die Arbeit mit Tieren Soziabilität, Motorik und Körpergefühl, Kognition und Lernen, Wahrnehmung, Emotionalität, Sprache und Kommunikation. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 110 ff).

Greifvögel erscheinen dem Autor dieser Abschlussarbeit in der Sozialpädagogik als besonders interessant. Zum einen symbolisieren Greifvögel, wie der Falke, uneingeschränkte Freiheit und Kraft. Zum andern steht es dem Vogel in der Tiergestützten Pädagogik jederzeit frei, davonzufliegen.

Daher lautet die Fragestellung dieser Arbeit:

Wie kann tiergestützte Pädagogik, im Speziellen durch den Einsatz von Greifvögel, in der Sozialpädagogischen Arbeit, hilfreich eingesetzt werden?

Otterstedt (2007, S.359) beschreibt in ihrem Buch einige Ziele, die im sozialpädagogischen Setting von Bedeutung sein können. Durch den Umgang mit Tieren ist es leichter möglich, Emotionen zuzulassen und emotionale Bindungen aufzubauen. Eine Auseinandersetzung mit Geburt, Leben und Krankheit, wird erarbeitet. Durch den Umgang mit Tieren fördert man beispielsweise, altersgemäße Verantwortung zu übernehmen und Alltagsstrukturen zu erfassen. Im Bereich „Soziales Handeln“ schreibt Otterstedt über die Prävention der Gewalt, Freizeitbeschäftigungen, die Sinn ergeben und die Kreativität fördern, Achtung vor dem Eigentum anderer, ein gemeinsames Handeln anstelle von Einzelaktivitäten und einiges mehr. Durch den Kontakt mit den Tieren entstehen positive Eindrücke mit dem Betreuer, welche dann wiederum im Betreuungssetting genutzt werden können.

Bei der Arbeit mit Greifvögeln wird sehr viel Wert auf Selbstbewusstsein, klare Kommunikation, sensibles Verhalten, Rücksichtnahme auf andere Lebewesen, Ruhe und Ausdauer gelegt (vgl. Schöneberg 2004, S. 173 ff).

Diese Abschlussarbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil über die Methoden und die Grundlagen der tiergestützten Pädagogik stützt sich auf Literatur. Kapitel zwei beinhaltet einen kurzen Überblick über tiergestützte Interventionen, die aus dem Buch „Handbuch der tiergestützten Interventionen“ von Vernooij und Schneider (2010) ausgearbeitet wurden. Auf die Wirkung der tiergestützten Pädagogik wird in Kapitel drei eingegangen. Literatur von Olbrich (2003), Vernooij und Schneider (2010), Langer (2013), Stephan, (2012) und Greiffenhagen/Buck-Werner (2009), Kotraschal (2014) Julius, Beetz, Kotraschal, Turner, Uvnäs-Moberg (2014) wurde zur Ausarbeitung der fünf Erklärungsansätze – Biophilie Hypothese, Spiegelneuronen, Bindungstheorie, Konzept der Du-Evidenz und Kumpantier zu Rate gezogen.

Die fünf Grundmethoden der tiergestützten Arbeit nach Dr. Carola Otterstedt werden in Kapitel vier beleuchtet. Um den Begriff Methode zu definieren und zu klären wird das Buch von Galuske (2013) herangezogen.

Da es sich bei Greifvögeln um nicht domestizierte Tiere handelt wird, in Kapitel fünf ein Werteverständnis behandelt, um zu ergründen mit welchem Recht der Mensch Tiere als „Co-Therapeuten“ einsetzen darf. Dazu werden Bücher von Fischer (2006), Höffe (1998), Kottke (2013), Schweitzer (1990) und Baumann (2014) herangezogen.

Kapitel sechs beschäftigt sich mit der Falknerei im Allgemeinen. Ein kurzer geschichtlicher Abriss und die falknerische Arbeit am Beispiel eines Harris Hawk dienen dem Verständnis für den im Anschluss befindlichen praktischen Teil dieser Arbeit. Dafür wurde Literatur von Schöneberg (2004) und der Homepage des Deutschen Falknerordens verwendet.

In Kapitel sieben wird der praktische Teil dieser Facharbeit beleuchtet. Hierzu werden die Beobachtungen aus den jeweils zehn Einheiten tiergestützter Pädagogik, die mit vier Kindern und Jugendlichen durchgeführt wurden, aufgrund von Beobachtungsbögen beschrieben. Die Methoden von Otterstedt (2007) wurden dafür herangezogen.

2. Übersicht über tiergestützte Interventionen

Da es eine Unmenge an tiergestützten Interventionen gibt, wird in diesem Kapitel ein grober Überblick erarbeitet.

Vorreiter des tiergestützten Arbeitens waren die USA, Kanada, Australien und England. Wie effektiv das Arbeiten mit Tieren ist, wurde dort sehr viel früher als im deutschsprachigen Raum erkannt. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden erste Richtlinien zur Abgrenzung der einzelnen Interventionen eingeführt. Auf die Begriffe die im anglo-amerikanischen Raum eingeführt wurden, wird in dieser Facharbeit nur kurz der Vollständigkeit halber eingegangen. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 29).

Die „Pet Therapy (PT)“ ist die älteste Benennung von tiergestützten Interventionen. Bei dieser Form wurden erste Experimente durchgeführt um Tiere in therapeutischen Prozessen zu integrieren. Diese wurden durch den Begriff „Pet Facilitated Therapy, (PFT)“ ersetzt. Der Zusatz „Facilitate“ bedeutet übersetzt erleichtern, fördern, und soll aufzeigen, dass die Tiere nicht die alleinigen Therapeuten sind sondern den Professionisten oder die Professionistin lediglich unterstützen.

Der dritte Begriff lautet „Pet-Facilitated Psychotherapy (PFP). Die Bezeichnung „Psychotherapy“ soll bei dieser Form der tiergestützten Intervention hervorheben, das die Reaktion der Tiere auf die menschliche Psyche im Vordergrund steht. Zuletzt wurde noch der Begriff Animal-Facilitated Therapy (AFT) eingesetzt. Diese Bezeichnung soll hervorheben, dass nicht nur domestizierte Tiere für tiergestützte Interventionen eingesetzt werden können, sondern auch nicht domestizierte Tiere wie zum Beispiel Delfine. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 30f).

Die 1977 in den Vereinigten Staaten gegründete und bis heute weltweit führende Organisation Delta Society ersetzte nach jahrelanger Forschung die vier Begriffe durch zwei neue. Animal-Assited Activities (AAA) und Animal-Assited Theraphy (AAT). Erstere beschreibt einen Besuchsdienst mit Tieren bei dem keine Zielvorgaben nötig sind, keine Dokumentationspflicht besteht und keine Ausbildung erforderlich ist. Bei der Animal-Assited Theraphy jedoch handelt es sich um zielgerichtete Interventionen mit Tieren, die von qualifizierten Experten durchgeführt werden und zur Überprüfung des Fortschritts dokumentiert werden müssen. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 30f).

Im deutschsprachigen Raum hingegen gibt es keine offiziell festgelegte Begrifflichkeit. Grund dafür ist, dass es noch kein Berufsbild und keine anerkannte Berufsausbildung dafür gibt. Daher gibt es auch viele verschiedene Begriffe für Interventionen mit Tieren.

Die vier am häufigsten verwendeten sind,

tiergestützte Aktivität (TG A),

die tiergestützte Förderung (TG F),

die tiergestützte Pädagogik (TG P),

 tiergestützte Therapie (TG T). (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 34).

Bei der tiergestützten Aktivität steht die Verbesserung der Lebensqualität durch die Unterstützung von Tieren im Vordergrund. Einsatzmöglichkeiten sind dabei beispielsweise der sogenannte Tierbesuchsdienst. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 34f).

Ein klientenorientiertes Konzept ist Voraussetzung für die tiergestützte Förderung. Für jeden Klienten beziehungsweise jede Klientin wird ein individuell angepasstes Programm erstellt um sie oder ihn nicht nur zu fördern, sondern auch zu fordern. Ziel ist, dass der Klient oder die Klientin ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen kann und eigenverantwortliches Handeln erlernt. (vgl. Vernooij/Schneider, 2010, S. 36f).