Top 100 2014: Innovationsasse -  - E-Book

Top 100 2014: Innovationsasse E-Book

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Beschreibung

Innovationen sind der Garant für Fortschritt und Zukunftsfähigkeit – wie speziell der Mittelstand eindrucksvoll belegt. Benchmarker Compamedia und Herausgeber Ranga Yogheswar vergleichen und prämieren die innovativsten Mittelständler des Jahres 2014 und stellen die fortschrittlichsten Unternehmen in Porträts vor. Dazu berichtet Andreas Mayer, Abteilungsleiter bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG , über die Rolle der Nachhaltigkeit in der Firmenpolitik seines Unternehmens. Matthias Wendt, Geschäftsführer der innofocus businessconsulting GmbH, erläutert die zunehmende Wichtigkeit der Vernetzung für mittelständische Unternehmen, u. v. m.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 362

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Ranga Yogeshwar gehört zu den führenden Wissenschaftsjournalisten Deutschlands. Als Moderator zahlreicher TV-Sendungen und als Buchautor wurde der Diplom-Physiker vielfach ausgezeichnet. Sein besonderes Engagement gilt den Themen Innovation und Wissensvermittlung.

 

Von derInnovation zurSinnovation

100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs lohnt es sich, neu über Innovation nachzudenken: Innovation ist kein Selbstzweck, sie ist dazu da, das Leben der Menschen zu verbessern. Fehlgeleitete Innovation erschafft somit etwa Chemiewaffen, echte Innovation erzeugt Wohlstand – nicht nur für eine kleine Elite, sondern für die Mehrheit der Bevölkerung.

100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg begann. Ihm voraus ging eine Phase des Wohlstands und der weltweiten Innovation: Zeppelin und Motorflug, der 35-PS-Mercedes und das Fließband, der Aufzug, das Neonlicht, der Staubsauger, aber auch Teebeutel, Cornflakes und Instantkaffee – alles Erfindungen und Entwicklungen aus den Jahren vor 1914.

Heute, 100 Jahre später, hat das Innovationstempo sich massiv beschleunigt. Auf allen Gebieten prägen Neuerungen unser Leben. Doch Deutschland ist längst nicht mehr die führende Nation der Dichter, Denker und Erfinder. In China und Indien beispielsweise ist jedem klar, dass Innovation unmittelbar mit dem Wohlstand der Nation und der Gesellschaft verbunden ist – und daher auch mit dem eigenen Wohlstand. Daraus entsteht eine permanente Lust auf Neues, da jeder sein Leben verbessern möchte. Wir hingegen verlieren zuweilen aus dem Blick, dass auch bei uns Innovation die Basis des Wohlstands ist.

Innovationen und ihre Bedeutung wieder ins Scheinwerferlicht zu rücken, dem dient der Wettbewerb TOP 100. Er zeigt eindrucksvoll, wie einfallsreich und schöpferisch mittelständische Firmen in Deutschland sein können. Wir brauchen solche Unternehmen, die Innovations- und Pioniergeist haben und mit guten Ideen die Welt verändern. Welche Mittelständler beispielhaft sind und nach welchen Innovationsstrategien sie vorgehen, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

Innovation heißt für mich vor allem, Neues und Besseres in die Welt zu bringen. Innovation soll Wohlstand schaffen, nicht zerstören – das ist eine wichtige Lehre aus dem Ersten Weltkrieg. Sie ist deshalb immer auch „Sinnovation“: Sie nützt den Menschen, sie ist also im wahrsten Sinne des Wortes sinnvoll. Beispiele hierfür gibt es en masse, blättern Sie einfach in diesem Buch.

Ranga Yogeshwar

Mentor von top 100

 

Die deutscheInnovationselitein Porträts

Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter)

Actuator Solutions GmbH

adamus group GmbH

ASB Management-Service-Heidelberg GmbH

BioAnalyt GmbH

biocrea GmbH

BIP-Industrietechnik GmbH

BLUE SAFETY GmbH

Bützower Wohnungsgesellschaft mbH

Compusoft Deutschland AG

CSP Cut Systems Pfronstetten GmbH

Cytonet GmbH & Co. KG

Deutsche Blistergesellschaft mbH

EITEC Führungsbahnschutz-Systeme GmbH

fiagon GmbH*

GAL | Daniel Gal

Galaxy Energy GmbH

GASLOCK GmbH

GCP-Service International Ltd. & Co.KG

Geggus E.M.S GmbH

gercek & muralter gbr, lichtraeume

GOLDBECK Solar GmbH

Graveurbetrieb Leonhardt

hecht international GmbH

Hilpl-Wagner Bau GmbH

HolidayInsider AG

HQ LIFE AG

HÜRNER Schweißtechnik GmbH it compact

InformationsTechnologie GmbH

Konstruktionsgruppe Bauen AG

KWP Informationssysteme GmbH

LapID Service GmbH

MedTec Medizintechnik GmbH

mindsmash GmbH

Möller Orthopädie-Schuh-Technik

münz GmbH

ND Coatings GmbH

OnPage.org GmbH

Pestel PUR-Kunststofftechnik GmbH & Co. KG

Phone+ GmbH & Co KG

picturemaxx AG

PRO-DIRECT-FINANCE GmbH

profipresent.com GmbH

PROGEO Monitoring GmbH

Schedler Sonnenschutz-Logistik GmbH

Schultheiß Projektentwicklung GmbH

Sikom Software GmbH

STARFACE GmbH

STS Textiles GmbH & Co. KG

Telesign Deutschland GmbH

traytec GmbH

Vanderlicht GmbH & Co. KG

W. Schmitz Kunststofftechnik GmbH & Co. KG

Wachendorff Automation GmbH & Co. KG

WEPRO GmbH

Werner Wohnbau GmbH & Co. KG

Wurm GmbH & Co. KG Elektronische Systeme

* „Innovator des Jahres“ 2014 der Größenklasse A

Größenklasse B (51–250 Mitarbeiter)

Asclepion Laser Technologies GmbH

BÄR GmbH

CURSOR Software AG

doubleSlash Net-Business GmbH

Einrichten Schweigert KG

Elementar Analysensysteme GmbH

ELO Stahlwaren GmbH & Co. KG

EPC Engineering Consulting GmbH

GATC Biotech AG

Gebrüder Schwarz GmbH

Geiger Gruppe

GEUTEBRÜCK GmbH

GSD Gesellschaft für Software, Entwicklung u. Datentechnik

Gutekunst Stahlverformung KG

HALTEC Hallensysteme GmbH

Hartlieb GmbH

Hauff-Technik GmbH & Co. KG

hawo GmbH

Helmut Diebold GmbH & Co. Goldring-Werkzeugfabrik

Heraeus Medical GmbH

Insiders Technologies GmbH

Interroll Trommelmotoren GmbH

INVENT Umwelt- und Verfahrenstechnik AG

IT Chain GmbH

KCIG GmbH

KEMMLIT-Bauelemente GmbH

Kern-Haus AG

Küberit Profile Systems GmbH & Co. KG LED

LED Linear GmbH

Licon mt GmbH & Co. KG

maihiro GmbH

METTEN Stein+Design GmbH & Co. KG

MID GmbH

NanoFocus AG

Neher-Group

PASCOE pharmazeutische Präparate GmbH

PM-International AG

QUNDIS GmbH

RK Rose+Krieger GmbH

Roche PVT GmbH*

SCHLEICH GmbH

Schnoor® Industrieelektronik GmbH & Co. KG

Schubert System Elektronik GmbH

Scienlab electronic systems GmbH

STOCKERT GmbH

STREIF GmbH

Sympatex Technologies GmbH

Thermik Gerätebau GmbH

VAF GmbH

Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG

VR-BankWerra-Meißner eG

WERMA Signaltechnik GmbH + Co. KG

Werner Maschinenbau GmbH

Wissenschaftliche Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH

Zoller + Fröhlich GmbH

* „Innovator des Jahres“ 2014 der Größenklasse B

Größenklasse C (über 250 Mitarbeiter)

Allgäuer Überlandwerk GmbH

AVL Emission Test Systems GmbH

Beucke Group

CHT R. Beitlich GmbH

DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KgaA*

Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG

E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH

EDAG GmbH & Co. KGaA

Elflein Spedition & Transport GmbH

ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH

EMSA GmbH

ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH

Ewald Dörken AG

Fissler GmbH

Froli Kunststoffwerk GmbH & Co. KG

GEZE GmbH

Grohe AG

Hoffmann Group

HOMAG Holzbearbeitungssysteme GmbH

HUESKER Synthetic GmbH

Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co. KG

LAMILUX Heinrich Strunz Holding GmbH & Co. KG

MAFELL AG

MMM Münchener Medizin Mechanik GmbH

Molkerei Gropper GmbH & Co. KG

MS Spaichingen GmbH

MS-Schramberg GmbH & Co. KG

PHOENIX CONTACT GmbH & Co. KG

PROFI Engineering Systems AG

ray facility management group Nils Bogdol GmbH

SCHNEIDER GmbH & Co. KG

SEVERIN Elektrogeräte GmbH

TeamBank AG

Tilch – Ganzheitliche Pflege und Betreuung

Town & Country Haus Lizenzgeber GmbH

Viebrockhaus AG

WEGMANN automotive GmbH & Co. KG

* „Innovator des Jahres“ 2014 der Größenklasse C

Die Standorteder innovativstenUnternehmen

Die Karte zeigt die Standorte der TOP 100-Unternehmen. Die Zahlen benennen die Buchseiten, auf denen die Porträts der Unternehmen zu finden sind (siehe auch Inhaltsverzeichnis auf S. 6-9).

 

Fachbeiträgerund umInnovation

 

Prof. Dr. Nikolaus Franke

Der Weg in die top 100

Prof. Dr. Dietmar Fink

Mit externem Know-how aus der Krise

Oona Horx-Strathern und Matthias Horx

Leben in der Zukunft

Andreas Mayer

Nachhaltigkeit schafft Innovation

Matthias Wendt

Früher fraßen die Großen die Kleinen …

 

Prof. Dr. Nikolaus Franke ist Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien und einer der international führenden Innovationsforscher. Er arbeitet in zahlreichen Projekten intensiv mit der unternehmerischen Praxis zusammen.

Der Wegin die TOP 100

Innovationsführer schaffen neuartige Leistungsangebote und verbessern kontinuierlich ihre Leistungserstellungsprozesse. Um dies zu erreichen, haben sie jeweils ihr Unternehmen als Ganzes auf das Innovationsziel ausgerichtet. TOP 100 identifiziert diese Innovationschampions und unterstützt sie darin, noch besser zu werden. Mehr dazu von Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Franke.

Das Qualitätssiegel TOP 100 ist begehrt. Viele dynamische Mittelständler wollen ihre Exzellenz im Innovationsmanagement auch nach außen hin sichtbar machen. Doch nur wenige erfüllen die strengen Anforderungen des TOP 100-Wettbewerbs.

Wer TOP 100-lnnovator werden möchte, durchläuft ein wissenschaftlich fundiertes Auswahlverfahren und muss in verschiedenen Leistungsdimensionen hervorragend abschneiden. Dieses Bewertungsverfahren wurde von mir und meinem Mitarbeiter, Dr. Rudolf Dömötör, am Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelt, und zwar auf der Basis eigener Untersuchungen und aktueller Erkenntnisse der internationalen Innovationsforschung. Das Verfahren umfasst insgesamt etwa 100 verschiedene Input-, Prozess- und Output-Indikatoren in den folgenden 5 Kategorien:

Innovationsfördemdes Top-Management

Innovationsklima

Innovative Prozesse und Organisation

Innovationsmarketing / Außenorientierung

Innovationserfolg

Die ersten 4 Kategorien zeigen die unternehmensspezifische Ausgestaltung des Innovationsmanagements. Sie erlauben eine Analyse der Unternehmenspotenziale für künftige Innovationserfolge. Im Rahmen der fünften Kategorie werden die bereits erzielten Erfolge der Innovationstätigkeit gemessen. Darunter verstehen wir die Fähigkeit eines Unternehmens, bahnbrechende Neuerungen und inkrementelle Verbesserungen zu entwickeln sowie die Wettbewerbsposition laufend zu verbessern.

Der Ablauf der Studie

Der Weg zum TOP 100-Unternehmen beginnt mit der Teilnahme an einem zweistufigen quantitativen Bench-markingverfahren: In der Qualifikationsrunde wird zunächst anhand von 30 Fragen zu den oben angeführten 5 Kategorien untersucht, ob das Unternehmen über so viel Innovationspotenzial verfügt, dass eine genauere Analyse lohnend erscheint. Auf der Basis dieser ersten Prüfrunde wird anschließend für jede Firma ein individuelles Rating erstellt. Den Qualifikationsfragebogen haben in diesem Jahr mehr als 2.000 mittelständische Firmen angefordert. 247 von ihnen kamen nach eingehendem Studium der Kriterien zu dem Schluss, dass eine Teilnahme angesichts der eigenen Leistungen hinreichend Erfolg verspreche. Sie füllten den Fragebogen vollständig aus und traten damit offiziell in den Wettbewerb ein.

Jene 198 Unternehmen der Qualifikationsrunde, deren Innovationspotenzial als hervorragend bewertet wurde, wurden eingeladen, an der Finalrunde teilzunehmen. Im Vergleich zu einem „durchschnittlichen“ deutschen Mittelständler zeigten all diese Unternehmen bereits eindrucksvolle Innovationsleistungen.

Es ist für mich und meine Mitarbeiter jedes Jahr aufs Neue eine Freude zu sehen, wie innovativ der Mittelstand sein kann. Einige dieser Unternehmen sind schon sehr bekannt, andere arbeiten in Nischen und können noch als Hidden Champions gelten. Naturgemäß variieren die Strukturen je nach Firmengröße: Die Art und Weise, wie Innovation in einem Start-up mit 25 Beschäftigten organisiert wird, und die Instrumente, die dort sinnvollerweise zum Einsatz kommen, unterscheiden sich stark vom Innovationsmanagement eines Unternehmens mit 500 Beschäftigten. Wir unterteilen die Innovatoren daher nach Größenklassen: Größenklasse A umfasst Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, Größenklasse B solche mit 51 bis 250 Mitarbeitern und Größenklasse C solche mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Der auf die jeweilige Größenklasse zugeschnittene Finalfragebogen umfasst gut 70 Fragen zu den besagten 5 Kategorien. Sie erlauben uns eine detaillierte Analyse des Innovationsmanagements und der Innovationserfolge. Die Richtigkeit ihrer Angaben in den Fragebögen wurde von den Unternehmensvertretern verbindlich zugesichert. Zudem haben wir zur Verifikation der Angaben verschiedene Querchecks und Plausibilisierungen vorgenommen. Bei Unklarheiten wurden die Firmen zwecks Rückfragen kontaktiert.

Jene maximal 100 Unternehmen pro Größenklasse, die von allen Bewerbern den höchsten Innovationsindex aufwiesen, wurden schließlich in den Kreis der herausragend innovativen TOP 100-Unternehmen aufgenommen und dürfen fortan den Titel „Top-Innovator“ tragen.

Die jeweils 3 besten Kandidaten jeder Größenklasse hat Dr. Rudolf Dömötör besucht und einer mehrstündigen, gründlichen Analyse unterzogen, um von ihnen, jenseits der Zahlen und Fakten aus den Fragebögen, ein ganzheitliches Bild zu gewinnen. Alle so gewonnenen Informationen dienten dann der hochkarätig besetzten Jury als Grundlage ihrer Entscheidung über die Vergabe der Titel „Innovator des Jahres“.

Qualitätssiegel TOP 100

Im Umfang, in der Präzision, der Verlässlichkeit und der wissenschaftlichen Fundierung ist dieser Innovationswettbewerb einzigartig. Die TOP 100-Auszeichnung bescheinigt den Top-Innovatoren des deutschen Mittelstands ihre Innovationskraft von unabhängiger, wissenschaftlicher Seite. Sie ist daher ein glaubwürdiges Qualitätssiegel gegenüber (potenziellen) Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Als effizientes PR- und Marketinginstrument kann die Auszeichnung ein wertvolles Differenzierungskriterium im Vergleich zu Wettbewerbern darstellen. Und die umfassende Pressearbeit durch das compamedia-Team sichert den TOP 100-Unternehmen die Aufmerksamkeit unterschiedlichster Zielgruppen.

Diese Publizität ist der erste Schritt zur Zukunftssicherung. Der zweite besteht in der Nutzung der weiteren Unterstützungs- und Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb der TOP 100-Community. Zu denen zählen die „TOP 100-lnnovationsbilanz“, also ein individueller Benchmarkingbericht über die Ausgestaltung des eigenen Innovationsmanagements, und ihre Präsentation im Unternehmen. Die darin aufgezeigten Potenzialfelder enthalten wichtige Hinweise für eine gezielte Weiterentwicklung: Worin sind wir im Vergleich bereits jetzt Weltspitze? Wo haben wir noch Potenziale? Vielen Unternehmern fehlen diese Informationen. Darauf aufbauend, erarbeiten die Mittelstandsexperten von compamedia auf Wunsch im Rahmen des „TOP 100-Innovationscoachings“ konkrete, individuelle Entwicklungsmaßnahmen. Die halbjährlich stattfindenden „Elite-Zirkel“ zu aktuellen Themen des Innovationsmanagements bieten Gelegenheit zu einem themenbezogenen Ideenaustausch der Top-Innovatoren und zum Voneinanderlernen. Wer innovativ sein will, darf sich schließlich mit dem Status quo niemals zufriedengeben.

Die Jury

 

Prof. Dr. Roland Berger

ist Gründer der Roland Berger Strategy Consultants, einer der führenden Strategieberatungen weltweit. Er leitet das Kuratorium des Konvents für Deutschland e. V., eines unabhängigen Beratergremiums für die Politik.

Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger

war von 2002 bis 2012 Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Europas führender Organisation für technische und prozessuale Innovationen. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher Publikationen.

Edelgard Bulmahn

war bis 2005 Bundesministerin für Bildung und Forschung und danach Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags. Heute ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags.

Prof. Dr. Utz Claassen

hat sich als Top-Manager einen herausragenden Ruf als Sanierer erworben. Er ist Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Syntellix AG und lehrt als Honorarprofessor an der Leibniz Universität Hannover.

Otmar Ehrl

ist Geschäftsführer der ICCOM International, Gründer und Vorstand des QUERDENKER-Clubs, Chief Creative Officer des QUERDENKER-Instituts und Kuratoriumsvorsitzender der QUERDENKER-Stiftung.

Prof. eh. Senator mult. eh. Klaus Fischer

ist Inhaber und Geschäftsführer der innovationsstarken Unternehmensgruppe fischer. Die hat vor allem durch die fischer-Dübel und die „fischertechnik“-Baukästen weltweiten Ruhm erlangt.

Bernhard Fischer-Appelt

ist Gründer und Vorstand der fischerAppelt AG, einer der größten Kommunikationsgruppen Deutschlands. Er wurde unter anderem mit dem Cannes-Lions- und dem Deutschen-PR-Preis ausgezeichnet.

Anja Förster

ist Bestsellerautorin und – laut Wirtschaftspresse – „Management-Vordenkerin einer neuen Generation“. Als Vortragsrednerin hat sie ein hochkarätiges Publikum in mehr als 20 Ländern erreicht.

Lukasz Gadowski

ist Mitgründer der Team Europe Management GmbH. Ihr Kerngeschäft ist die Neugründung von Internet-Startups. Zudem ist er Mitinitiator der Plattform StudiVZ und Gründer des erfolgreichen Internet-Start-ups spreadshirt.

Manfred Gotta

ist einer der Pioniere des modernen Branding. 1986 hat er die GOTTA GmbH gegründet, heute Gotta Brands. Seither schuf er als Namensdesigner zahlreiche Markennamen wie Smart, Twingo, Cayenne, Reddy oder Megaperls.

Prof. Dr. Fredmund Malik

ist Gründer, Inhaber und Chairman von Malik St. Gallen, dem führenden Unternehmen für Management-, Leadership- und Governance-Lösungen mit Zentren in St. Gallen, Zürich, Wien, Berlin, London, Beijing und Toronto.

Prof. Dr. h. c. Reimund Neugebauer

ist Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Zuvor war er Leiter der neu gegründeten Fraunhofer-Einrichtung für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz, die schon zwei Jahre später zum Institut ernannt worden ist.

Lars Hinrichs

hat sich als Gründer der Plattform XING einen Namen gemacht. Heute konzentriert er sich auf sein Investmentunternehmen Cinco Capital, das in späten Phasen in Firmen investiert.

Alexander Rittweger

ist Gründer von Loyalty Partner, die seit 2000 mit dem Payback-Programm unternehmensübergreifende Kundenbindungslösungen und, darauf aufbauend, eine digitale Marketingplattform anbietet.

Karl Matthäus Schmidt

ist Banker in der sechsten Generation. Seit 2005 ist er Vorstandssprecher der quirin bank AG in Berlin, die sich als erste Bank in Deutschland auf Honorarberatung spezialisiert hat.

Dr. Stephan Scholtissek

ist Geschäftsführer des international operierenden IT-Schulungsunternehmens New Horizons. Zuvor war der promovierte Biochemiker Vorsitzender der Accenture-Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz.

Prof. Dr. Dres. h. c. Hermann Simon

ist Chairman von Simon-Kucher & Partners und Experte für Strategie, Marketing und Pricing. In seinem Bestseller „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts“ untersuchte er die Strategien unbekannter Weltmarktführer.

Prof. Dr. Dr. August-Wilhelm Scheer

ist Gründer der IDS Scheer AG und Gründer und Geschäftsführer der Scheer Group. Er war Mitglied im „Rat für Innovation und Wachstum“ der Bundesregierung und Mitglied des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft.

Prof. Dr. Tom Sommerlatte

ist Chairman bei der international tätigen Unternehmensberatung Arthur D. Little und gilt weithin als „Innovationspapst“. Er hat zahlreiche Bücher zum Thema Strategie- und Innovationsmanagement veröffentlicht.

Prof. Dr. Bernd Venohr

ist assoziierter Professor am Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Zudem berät er Mittelständler in Strategie- und Führungsfragen.

Dr. Dr. Cay von Fournier

ist Inhaber des SchmidtCollegs. In Vorträgen und Seminaren vermittelt er sein Prinzip der ganzheitlichen Unternehmensführung. Er studierte Medizin und gründete mit 22 Jahren sein erstes Unternehmen.

Prof. Dr. Heinrich von Pierer

leitete im Auftrag von Angela Merkel den „Rat für Innovation und Wachstum“. Seit 2006 ist er Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Prof. Dr. Arnold Weissman

ist Gründer des Weissman Instituts für Weiterbildung und des renommierten Beratungsunternehmens Weissman & Cie. Sein Schwerpunkt liegt im Entwickeln und Umsetzen von Strategien für Familienunternehmen.

W.Axel Zehrfeld

ist Geschäftsführer des Rationalisierungsund Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW). Zuvor war er unter anderem Vorstandsmitglied beim Deutschen Institut für Kautschuktechnologie.

Die TOP 100-Innovations-(welt)meister

Innovativität hat mit Technikverliebtheit wenig zu tun. Vielmehr ist Innovationsorientierung die Kunst, sich als Unternehmen immer wieder neu zu erfinden – mit neuen Produkten, Technologien, Prozessen, Märkten und Geschäftsmodellen. Die Ergebnisse der diesjährigen TOP 100-Analyse unterstreichen eindrucksvoll die große Innovationskraft der Top-Innovatoren.

Die TOP 100 des deutschen Mittelstands sind nach den Ergebnissen unserer Untersuchung ausgesprochen kreative, innovative und professionell geführte Unternehmen. Ihre beeindruckenden Innovationserfolge zeigen sich etwa darin, dass sie mit den Marktneuheiten und innovativen Verbesserungen der vergangenen 3 Jahre fast 42 % ihres aktuellen Umsatzes erwirtschaften. Zum Vergleich: Im Durchschnitt des deutschen Mittelstands beläuft sich der Umsatz mit neuen Produkten und Dienstleistungen nur auf 6,8 %. Dies entspricht einem Sechstel des Werts der TOP 100! Auch auf der Prozessebene zeigt sich die Innovationsstärke der TOP 100: 2013 haben sie durchschnittlich mehr als 9 % ihrer Kosten durch Prozessinnovationen eingespart. Dieser Wert ist mehr als viermal so hoch wie beim Durchschnitt des deutschen Mittelstands (2,1 %). Damit zeigen die TOP 100, wie man auch am Hochlohnstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb Spitzenpositionen erreichen kann. Insgesamt zeugt die Fähigkeit, sowohl für den Markt Innovationen zu entwickeln als auch innerbetriebliche Prozesse laufend zu verbessern, von einem modernen und umfassenden Innovationsverständnis.

Die Innovationstätigkeit ist für die TOP 100-Unternehmen kein Selbstzweck, sondern dient wirtschaftlichen Zielen: Sie innovieren, um ihre Wettbewerbsposition zu stärken. So sind fast alle TOP 100-Firmen von 2011 bis 2013 schneller gewachsen als der jeweilige Branchendurchschnitt, und zwar in einem durchaus nennenswerten Ausmaß (22 Prozentpunkte). Beachtenswert ist auch die Tatsache, dass 44 % der Unternehmen nationale Marktführer sind und jedes siebente sogar Weltmarktführer.

Hervorzuheben ist, dass das innovationsbedingte Wachstum auch nachhaltig ist: Die TOP 100 planen, insgesamt in den nächsten 3 Jahren mehr als 7.300 neue Mitarbeiter einzustellen. Das entspricht einem Personalwachstum von ungefähr 12 %! Dies zeigt, welche hohe volkswirtschaftliche Bedeutung Wachstumsmotoren wie die TOP 100-Firmen für Deutschland haben.

Anteil Innovationen und innovative Verbesserungen der vergangenen 3 Jahre am Umsatz

Durchschnitt aller TOP 100

41,6 %

Durchschnitt KMU (Quelle: ZEW)

6,8 %

Einsparungen durch Prozessinnovationen in 2013

Durchschnitt aller TOP 100

9,3 %

Durchschnitt KMU (Quelle: ZEW)

2,1 %

… % der TOP 100 sind:

nationale Marktführer

44 %

Weltmarktführer

14 %

… % der TOP 100, die in den vergangenen 3 Jahren schneller als der Branchendurchschnitt gewachsen sind

82,4 %

Durchschnittliches Wachstum der TOP 100 über dem jeweiligen Branchendurchschnitt

22 Prozentpunkte

Von den TOP 100 für die kommenden 3 Jahre geplantes Personalwachstum (in Mitarbeitern)

7.345

Sieger derGrößenklasse A

Mit beeindruckender technologischer Kompetenz und hoher Anwenderorientierung entwickelt die fiagon GmbH Innovationen mit Disruptionspotenzial für chirurgische Eingriffe. Komplementäre Kompetenzen im Gründerteam und eine solide Kapitalbasis ermöglichen dem jungen Unternehmen die Realisierung seiner ambitionierten Wachstumspläne.

Innovator des Jahres Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter)

Dieses Unternehmen aus Hennigsdorf bei Berlin entwickelt, produziert und vertreibt klinische Navigationssysteme für chirurgische Eingriffe. Die erlauben es einem Chirurgen, die Position von chirurgischen Instrumenten im Körperinneren exakt zu bestimmen. Die hohe Präzision und die einfache Anwendbarkeit der Navigationssysteme von fiagon bieten ein Disruptionspotenzial in Bezug auf chirurgische Eingriffe. Hier handelt es sich um eine „bedeutende und wichtige Innovation, einen echten Durchbruch“, bemerkte so auch die Jury. Die beiden Gründer lernten einander als wissenschaftliche Mitarbeiter im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Berliner Charité kennen. Nach einigen Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit entstand die Idee, die im Zuge ihrer Forschungsarbeiten entwickelten Technologien auch kommerziell zu verwerten.

Hinsichtlich des Innovationsmanagements ist es bemerkenswert, dass das Unternehmen verschiedene Prozessmodelle einsetzt, um individuelle Projektbesonderheiten besser berücksichtigen zu können. Unter anderem wird in der Prozessgestaltung auch ganz bewusst zwischen inkrementellen und radikalen Projekten differenziert, um die „time to market“ zu optimieren.

Darüber hinaus hob die Jury die „gute Integration von Technik und Kundenorientierung“ besonders hervor. So verbringen Mitarbeiter regelmäßig Zeit in Krankenhäusern, um Chirurgen bei ihrer Arbeit zu beobachten. Schon vor dem Start der eigentlichen Entwicklung werden meinungsführende Chirurgen in Innovationsprojekte eingebunden: zunächst als Ideenlieferanten, Kritiker und Feedback-Geber; in weiterer Folge, nach Markteinführung des Produkts, auch als Testimonials. Auf diese Weise ist es der fiagon GmbH gelungen, in der kurzen Zeit ihres Bestehens internationale Markenbekanntheit zu erlangen. Aktuell vergrößert sie ihr internationales Vertriebsnetz um ein Land pro Monat: „Unser Ziel ist es, als Technologieführer weltweit erfolgreich zu sein“, erläutert Dr. Timo Krüger.

1 fiagon GmbH, Hennigsdorf

2 BLUE SAFETY GmbH, Münster

3 Holidaylnsider AG, München

Sieger derGrößenklasse B

Professionelle Innovationsprozesse, eine agile Unternehmensstruktur, die intensive Einbindung externer Partner und gelebtes Empowerment der Mitarbeiter bilden die Basis für die beeindruckenden Innovationserfolge und die weltweite Markt- und Technologieführerschaft der Roche PVT GmbH.

Innovator des Jahres Größenklasse B (51–250 Mitarbeiter)

Dieses Unternehmen aus Waiblingen bei Stuttgart entwickelt und produziert Systeme zur Laborautomatisierung und ist weltweiter Marktführer bei maßgeschneiderten Automatisierungslösungen für die In-vitro-Diagnostik. Die Lösungen der Firma zielen darauf ab, Laborarbeiten zu vereinfachen und zu beschleunigen, das Infektionsrisiko für Labormitarbeiter zu minimieren und die Prozesssicherheit für die medizinische Probenanalyse zu erhöhen.

Die Innovationsaktivitäten von Roche PVT sind umfassend. Sie beinhalten einerseits die laufende Verbesserung bestehender Produkte und die Entwicklung von Marktneuheiten und andererseits auch organisationale Innovationen. Die Jury zeigte sich im Besonderen von der agilen Unternehmensstruktur und vom hohen Professionalisierungsgrad des Innovationsmanagements beeindruckt. Hervorzuheben ist hier vor allem der Einsatz des Vorgehensmodells „Scrum“ bei Entwicklungsprojekten. Diese Methode wurde bisher fast ausschließlich in der Softwareentwicklung angewandt. Ihre Besonderheit liegt darin, dass Innovationsprojekte parallel und unabhängig voneinander durchgeführt werden. Zudem wird dabei die Kommunikation im Unternehmen intensiviert. Die Mitarbeiter der Entwicklungsabteilungen haben regelmäßigen Kundenkontakt: Entwicklungsmitarbeiter führen Service- und Reparaturarbeiten selbst durch und erhalten auf diese Weise direktes Feedback zu ihren Entwicklungsleistungen. Diese Erfahrungen tragen zu einem großen Wissen über die Anforderungen und die Probleme der Kunden bei.

Im Hinblick auf das 2013 eingeführte Ideenmanagement-System „Deine Idee“ äußerte sich die Jury begeistert: „Das Finden neuer Ideen ist hier Mission!“ Dieses System zielt auf die Identifikation patentfähiger Innovationen aus Ideen der Mitarbeiter. Der dahinterliegende Prozess ist sehr schlank und flexibel. Das Ergebnis ist eine beeindruckend hohe Zahl von neuen Patentanmeldungen. Damit einher geht ein Mitarbeiter-Empowerment, das eine sehr positive Wirkung auf das Innovationsklima des Unternehmens hat.

1 Roche PVT GmbH, Waiblingen

2 hawo GmbH, Obrigheim

3 QUNDIS GmbH, Erfurt

Sieger derGrößenklasse C

Die DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA beeindruckt in besonderer Weise durch die professionelle Gestaltung ihres Innovationsmarketings. Die enge Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden bereits in frühen Phasen des Innovationsprozesses ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die hohe Innovativität. Zudem gelingt es durch systematische Markt- und Branchenbeobachtung, sukzessive neue Märkte zu erschließen.

Innovator des Jahres Größenklasse C (über 250 Mitarbeiter)

Dieses Unternehmen aus dem bayrischen Windach entwickelt, produziert und vertreibt maßgeschneiderte Hochleistungs-Klebstoffe und Gerätesysteme, vornehmlich für Anwendungen in Hightechbranchen: Elektronik, Chipkarten, Automobil, Glas- und Kunststoffverarbeitung. So steckt etwa in jedem zweiten Mobiltelefon und in mehr als 80 % aller Smart Cards weltweit ein Tropfen DELO-Klebstoffs.

Das Unternehmen ist auf einen Management-Buy-out durch das heutige Geschäftsführer-Ehepaar Sabine und Dr. Wolf-Dietrich Herold im Jahr 1997 zurückzuführen. Die Firmenentwicklung seither ist beeindruckend. So hat sich beispielsweise die Mitarbeiterzahl von 70 auf 370 fast versechsfacht. „Die Unternehmensstruktur folgt den Prinzipien einer lebensfähigen Organisation, unter anderem hinsichtlich der Kommunikationskanäle und des Freiraums für Innovation mit dem richtigen Maß an Kontrolle“, so fasst ein Jurymitglied den Managementansatz bei DELO zusammen.

Die Entwicklung von Innovationen erfolgt unter enger Einbindung potenzieller Kunden. Um die Relevanz für das jeweilige Branchen- und Marktsegment sicherzustellen, wählt man in der Regel die Meinungsführer des Markts zu Entwicklungspartnern. In enger Abstimmung zwischen Entwicklungs- und Marketingabteilung wird schon parallel zur technischen Entwicklung die Markteinführung vorbereitet. Durch ein konsequentes Marktmonitoring gelingt es dem Unternehmen, sukzessive neue Anwendungsfelder für seine Technologie zu identifizieren und neue Märkte zu erschließen. Alle Innovationsprojekte werden zudem in vorbildlicher Weise vom Controlling begleitet. Die Anforderungen an neue potenzielle Geschäftsfelder werden einer laufenden betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen. Und wenn sich Marktgegebenheiten negativ verändern, werden Projekte konsequent abgebrochen. Dies unterstreicht sehr deutlich, dass Innovationen bei DELO keinesfalls als Selbstzweck betrieben werden.

1 DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA, Windach

2 MS Spaichingen GmbH, Spaichingen

3 ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck

Fazit: Erfolgmit individuellenStrategien

Die Innovationserfolge der TOP 100 sind das Ergebnis einer systematischen Ausrichtung der gesamten Firmentätigkeit auf das Thema Innovation. Sie zeigen die positive Wirkung von Strukturen, Methoden und kulturellen Faktoren, wobei Unternehmen unterschiedliche Schwerpunkte setzen können, um ihre Innovationsziele zu erreichen.

Der Teilnehmerkreis der TOP 100 entstammt den verschiedensten Branchen. Unsere Analyse zeigt daher, dassmanmit einer klaren Innovationsorientierung in den unterschiedlichsten Märkten und Situationen erfolgreich sein kann. Wie innovativ ein Unternehmen ist, ist also keine Frage der Branche, sondern eine der Einstellung.

Angesichts dieser Vielfalt ist klar, dass es kein einfaches „Kochrezept“ für Innovativität gibt. Jede Firma muss ihren eigenen Weg finden und sich ein auf ihr Umfeld abgestimmtes Innovationsmanagementprofil erarbeiten. Klar ist aber auch, dass trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte die 4 unserer Untersuchung zugrunde liegenden Kategorien die Säulen jeder Innovationsstrategie sind:

Das Top-Management hat gerade in mittelständischen Unternehmen eine Schlüsselfunktion inne. Die Top-Manager der TOP 100 sind sich dessen durchaus bewusst. Dies zeigt sich etwa an den hohen Investitionen in Innovationstätigkeiten, sie betragen 11,5 % der Umsätze. In der Kategorie „Innovationsklima“ zeigt sich, dass es sich auszahlt, die Mitarbeiter zu Mit-Unternehmern zu machen: Dank deren Ideen konnten die TOP 100 ihre Ergebnisse 2013 um durchschnittlich 2,9 % verbessern.

In der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“ ist es erfreulich zu sehen, dass die TOP 100 den für sie jeweils optimalen Formalisierungsgrad hinsichtlich der Ausgestaltung des Innovationsprozesses finden – abhängig etwa von Firmengröße und -kultur sowie von Markt und Technologie. In der Kategorie „Innovationsmarketing/Außenorientierung“ zeichnen sich die TOP 100 in allen Phasen des Innovationsprozesses durch eine intensive Einbindung des Marketings aus. Zudem zählt die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten im Rahmen von Entwicklungsprojekten zum Standard für die TOP 100.

Innovationsbudget in Relation zum Umsatz

Durchschnitt aller TOP 100

11,5 %

Durchschnitt KMU (Quelle: ZEW)

1,4 %

Verbesserungsvorschläge und Ideen der Mitarbeiter

Anzahl pro Mitarbeiter und Jahr (Durchschnitt aller TOP 100)

7,8

Ergebnisverbesserung 2013 durch realisierte Ideen der Mitarbeiter (Durchschnitt aller TOP 100)

2,9 % des Umsatzes

Ausgestaltung des Innovationsprozesses

Systematische Verfolgung und Bewertung der Entwicklung von Markt, Technologie und Wettbewerb

93%

Existenz eines klar definierten Innovationsprozesses

86%

Flexible Anpassung des Innovationsprozesses an geänderte Rahmenbedingungen

83%

... % der TOP 100 arbeiten regelmäßig mit folgenden Kooperationspartnern zusammen:

Kunden

89%

Lieferanten

75%

Universitäten/Forschungseinrichtungen

61%

Wettbewerber

15%

Größenklasse

bis 50 Mitarbeiter

Geballtes Know-how

Actuator Solutions GmbH

Richard-Stücklen-Straße 19

91710 Gunzenhausen

Telefon 09831 88079-0

www.actuatorsolutions.de

30 Beschäftigte (D)

Automobilzulieferer/Fahrzeugbau

Es gibt Firmen, für die ist Innovationskraft ein Teil ihrer DNA. Die Actuator Solutions GmbH (ASG), die Aktuatoren mit Formgedächtnislegierungen für den Fahrzeugbau und für Smartphone-Kameras entwickelt und produziert, ist ein solches Unternehmen. Zu ihrer Gründung haben sich zwei erfolgreiche Player zusammengetan: Die Alfmeier Präzision AG aus Deutschland und SAES Getters aus Italien, ein Spezialist für Memory-Metalle. Beim Top-Management des Gemeinschaftsunternehmens stehen Innovationen ganz oben auf der Agenda.

Wer zur Weltspitze gehören will, der braucht die weltbesten Entwickler. Dem Top-Management der ASG ist dies bewusst. Deshalb hat es ein Spezialisten-Team zusammengestellt, das seinesgleichen sucht: Um zum Weltmarktführer bei den Aktuatoren für Smartphone-Kameras zu werden, beschäftigt das Joint Venture einen Entwicklungsleiter, der vorher bei einem führenden Kamerahersteller die Entwicklung der High-End-Smartphone-Kameras verantwortet hat. Ihm zur Seite steht ein Entwicklerteam, das für einen Hauptlieferanten eines bekannten Smartphoneherstellers die neuesten Kamerasysteme konzipiert hat.

Kompetente Köpfe

Auch der CCO und der CEO sind einschlägig „vorbelastet“: Der CCO Dr. Francesco Butera, zuständig für den Bereich Grundmaterialien, hat früher an maßgeblicher Stelle Entwicklungen bei Fiat durchgeführt. Und der Geschäftsführer Markus Köpfer war vormals Leiter des Geschäftsbereichs Sitzkomfort bei Alfmeier. Dieser Geschäftsbereich, zu dem auch der Bereich Ventiltechnik gehört, machte Alfmeier zum Marktführer für SMA-Ventile („shape memory alloy“) im Automobil.

Kurz vor der Serienproduktion

Der Know-how-Vorsprung, durch den Alfmeier zum Weltmarktführer für SMA-Aktuatoren im Fahrzeugbau wurde, soll nun von ASG genutzt werden, um die Weltmarktspitze bei SMA-Aktuatoren für Smartphone-Kameras zu erobern. Denn die bisher eingesetzten Autofokus- und Bildstabilisierungssysteme haben ein Problem: Die Spule und der Dauermagnet, die zum Scharfstellen benötigt werden, brauchen viel zu viel Platz. Ein winziger Draht aus Formgedächtnismaterial, der als Prototyp vorliegt, kann diese ersetzen. Die Vorteile: 50 % weniger Gewicht, 30 % weniger Raumbedarf – und dazu noch völlig geräuschloser Einsatz. Eine Durchbruchsinnovation, die kurz vor der Serienproduktion steht. Gut für die ASG! Denn durch ihr geballtes Know-how ist sie in diesem Technologiefeld nahezu konkurrenzlos.

„Der hohe Innovationsgrad unserer Entwicklungen begeistert Ingenieure in der ganzen Welt.“

Markus Köpfer, Geschäftsführer

Probieren geht über Studieren

adamus group GmbH

In den Langen Stücken 8

38820 Halberstadt

Telefon 03941 620906-0

www.adamus-group.de

5 Beschäftigte (D)

Medizintechnik

Um innovativ zu sein, muss man kein Riesenunternehmen betreiben: Das beweist die adamus group GmbH. Der Hersteller eines international patentierten Einwegurinals überzeugt durch seine Innovationserfolge. Die sind vor allem auf das innovationsorientierte Top-Management und das herausragende Innovationsklima zurückzuführen. Rückschläge sieht man als Lernmöglichkeiten: Sie zeigen, wie man die eigenen Ansätze verbessern kann. „Trial and error“ ist ausdrücklich erwünscht.

Wer ein Produkt im Markt platzieren will, das es in der Form bislang nicht gab, der muss viel ausprobieren, um den Durchbruch zu schaffen. Für die beiden Unternehmensgründer Marc Collinet und Dr. Josef Kramer ist es deshalb selbstverständlich, etwa 80 % ihrer Arbeitszeit dem Thema Innovationen zu widmen. Um im Markt Fuß zu fassen und um ihr Produkt weiterzuentwickeln, gehen sie finanziell in Vorleistung: Zurzeit investieren sie 125 % des Jahresumsatzes in Innovationen. So arbeiten sie unter anderem daran, das Einwegurinal „adamus“ sowie die Variationen „evamus“ und „minimus“ künftig aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Es sollen ausschließlich Materialien verwendet werden, die zu 100 % biologisch abbaubar sind.

Neue Märkte

„Trial and error“ ist bei der Produktentwicklung und bei der Fortentwicklung des Produktionsprozesses gefragt – die Methode Ausprobieren wird aber auch angewandt, wenn sich die Geschäftsführung um die Erschließung neuer Märkte kümmert. Um auszuloten, für wen ein Einwegurinal interessant sein kann, besucht sie Prostata-Selbsthilfegruppen und Ballonfahrertreffen, spricht aber auch mit Spediteuren und Lkw-Fahrern.

Kurze Entscheidungswege

Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege führen dazu, dass jeder der 5 Mitarbeiter des Unternehmens Innovationsvorschläge einbringt. Das gilt auch für die beiden Produktionsmitarbeiter, die eine vollautomatische Spezialanlage bedienen, die 2,5 Millionen € gekostet hat und die einen Ausstoß von bis zu 10 Millionen Stück pro Jahr schafft. Sie überlegen sich, wie sie die Maschine und die Produktionsabläufe weiter optimieren können und probieren aus, ob ihre Ideen funktionieren. „Das macht jeder eigenverantwortlich und es läuft ganz hervorragend, es verbessert unseren Produktionsprozess enorm“, versichert Marc Collinet. Wer nichts Neues ausprobiert, der kommt nicht voran – deshalb ist kontrolliertes „trial and error“ in seinem Unternehmen ausdrücklich erwünscht.

„Aus Rückschlägen lernen wir, wie wir unsere Ansätze verbessern oder korrigieren können.“

Marc Collinet, Geschäftsführer

Die adamus group GmbH macht das Leben leichter: Mit ihren Produkten befreit sie Männer und Frauen von Blasendruck – wo und wann sie wollen.

Experten für betriebliche Bildung

ASB Management-Service-Heidelberg GmbH

Gaisbergstraße 11-13

69115 Heidelberg

Telefon 06221 988-603

www.asb-hd.de

4 Beschäftigte (D)

Weiterbildung

Betriebliche Bildung ist ein Wachstumsmarkt. Allerdings gelingen unternehmerische Erfolge auch hier nur, wenn ein Bildungsträger den Bedarf der Kunden genau kennt. Diesen zu ermitteln und dann einen maßgeschneiderten „360-Grad-Service“ zu offerieren ist eine Kernaufgabe der ASB Management-Service-Heidelberg GmbH. Einen hohen Anteil daran hat die Geschäftsleitung in Person von Prof. Dr. Jürgen Abendschein, der angewandte Forschungen in Qualitätswissenschaft und Bildungsmanagement betreibt.

Tradition verpflichtet. Die ASB Management-Service-Heidelberg GmbH ist eine 100%ige Tochter der renommierten ASB Bildungsgruppe Heidelberg e. V., zu deren Gründern im Nachkriegsdeutschland Firmen wie BASF, Bosch, Linde und Merck zählten. Als Innovationsagentur entwickelt ASB in allen Programmbereichen zukunftsweisende und vor allem bedarfsgerechte Fortbildungen. Dabei entstehen Innovationen für klassische Seminare, E-Learning-Angebote und maßgeschneiderte Kundenakademien ebenso wie berufsbegleitende Studiengänge und Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung. Immer beteiligt sind Partner wie Kunden, der Beirat, Fachbeiräte und Hochschulinstitute.

Forschender Geschäftsführer

Ein bekennender Förderer dieser Netzwerke ist Prof. Dr. Jürgen Abendschein. Er ist überzeugt davon, dass so auch die Mitarbeiter mehr Raum für interdisziplinäres Denken erhalten und an den besten neuen Weiterbildungsideen feilen. Der Geschäftsführer selbst ist mit der wichtigste Innovator im Team. Das hat diverse Gründe: Er ist Honorarprofessor am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Bildungsmanagement der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr (WHL). Zudem unterstützt er Forschungsvorhaben der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ), des Bundesbildungsministeriums (BMBF), und seit 2014 ist er Gründungsdirektor und wissenschaftlicher Leiter des „Instituts für angewandte Qualitätswissenschaft“ an der Hochschule Ludwigshafen.

360-Grad-Service

Dieses brandaktuelle Wissen aus der Forschungstätigkeit trägt genauso zum Innovationserfolg bei wie die Einbettung in die Bildungsgruppe: Innovationen können so unmittelbar beim Kunden umgesetzt werden. Immer auf dem Radar haben die ASB-Experten dabei die Besonderheiten des deutschen Bildungsföderalismus, die Erfordernisse des Bologna-Prozesses und die des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR). Dieser „360-Grad-Service“ sei in der deutschen Weiterbildungslandschaft einzigartig, meint Prof. Abendschein. Bis nach St. Petersburg hat sich die ASB-Qualität schon herumgesprochen: Für den größten privaten russischen Weiterbildungsanbieter CNTI Progress Group konzipiert ASB eine internationale Akademie sowie alle dazugehörigen Bildungsprodukte.

„Wir bedienen die große Nachfrage nach akkreditierter Zertifizierung in der betrieblichen Weiterbildung.“

Prof. Dr. Jürgen Abendschein, Geschäftsführer

Strukturiertes Projekt-management

BioAnalyt GmbH

Rheinstraße 17

14513 Teltow

Telefon 03328 35150-00

www.bioanalyt.com

15 Beschäftigte (D)

Pharma/Labortechnik

Zwei Milliarden Menschen auf der Welt leiden an Mangelernährung. Viele Hilfsorganisationen und NGO, darunter die Bill & Melinda Gates Foundation, wollen das ändern. Doch wie lässt sich die Nährstoffversorgung schnell, zuverlässig und kostengünstig messen? Die BioAnalyt GmbH hat auf diese Frage eine Antwort gefunden: eine Lösung, die sich durch innovative Prozesse und professionelles Innovationsmarketing auch auf andere Einsatzgebiete übertragen lässt.

So wie die Dampfmaschine erst dann wirklich effizient genutzt werden konnte, als die Entwickler in der Lage waren, den Dampfdruck zu messen und zu steuern, so können auch Programme gegen Mangelernährung nur dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn der Nährstoffgehalt der Lebensmittel und die Nährstoffversorgung der Menschen valide überprüft werden können. Genau hierfür hat der Geschäftsführer und Gründer des Teltower Unternehmens, Prof. Dr. Florian J. Schweigert, die passende Innovation entwickelt: eine einfach zu bedienende Einweg-Extraktionsund Analyseeinheit, verbunden mit einer tragbaren Messeinheit. Mittlerweile ist diese Entwicklung, die zusammen mit verschiedenen NGO vertrieben wird, bereits in über 70 Ländern im Einsatz.

Strukturierte Prozesse

Dank des großen Erfolgs von „iCheck“ und „iEx“ wurde BioAnalyt zu einer rasant wachsenden Firma – was Prof. Dr. Florian J. Schweigert vor neue Aufgaben stellte. Deshalb haben er und seine Kollegen sämtliche Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsprozesse systematisiert. Die Prozessoptimierungen gehen weit über die Anforderungen der Zertifizierung ISO 9001 hinaus. Ihr Herzstück ist ein intelligent strukturiertes Projektmanagementsystem, das auf die gesamte Wertschöpfungskette angewandt wird. Mittels dieses Projektmanagementsystems, das mit einem universitären Partner entwickelt wurde, werden die Innovationsprozesse ebenso gesteuert wie das Innovationsmarketing.

Mit System zu neuen Märkten

Mittlerweile suchen die Marketingmitarbeiter systematisch nach neuen Einsatzfeldern für ihr Testverfahren – zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie. Außerdem haben sie Prozesse aufgesetzt, die das Anwenderfeedback systematisch erfassen. Ergänzt werden soll dieser strukturierte Post-Sales-Prozess um eine Akademie, die sich auf Wissensvermittlung und Add-On-Dienstleistungen konzentriert. Das stellt die Weichen für weiteres Wachstum – für das das Unternehmen dank seines strukturierten Projektmanagements ja bestens gerüstet ist.

„Unser schöpferischer Prozess ist stringent definiert; die Leitplanken dafür werden enger und stabiler.“

Dr. S. Frey und Prof. Dr. F. Schweigert, Geschäftsführer

Mit Strategie zum Erfolg

biocrea GmbH

Meißner Straße 191

01445 Radebeul

Telefon 0351 4043-3201

www.biocrea.com

15 Beschäftigte (D)

Biotechnologie

Mit welcher Strategie bringt man das Innovationspotenzial einer Firma am besten zur Geltung? Diese Frage stellt sich Dr. Tom Kronbach, der Geschäftsführer der biocrea GmbH, tagtäglich. Das von ihm geführte Biotechnologieunternehmen entwickelt Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems. Und es erreicht seine Innovationserfolge vor allem durch innovationsorientiertes Top-Management. Innovationsführerschaft ist hier kein Zufall, sondern Ergebnis der richtigen Strategie.

An der technologischen Kompetenz des Wissenschaftlerteams der biocrea GmbH zweifelt sicherlich niemand. Doch nicht jedes neu entwickelte Medikament hat auch wirtschaftliches Potenzial. Das Top-Management ist deshalb damit befasst, die attraktivsten Entwicklungsfelder auszuloten – und hat derzeit vor allem die Bereiche Epilepsie, Autismus, Depression, ALS und Huntington-Erkrankung im Visier.

Kernaufgabe Innovation

Dr. Tom Kronbach und seine Kollegen prüfen permanent, wie weit sie ihre Innovationen tatsächlich selbst bearbeiten und zu welchem Zeitpunkt sie diese besser an ein Pharmaunternehmen verkaufen. Dabei entschieden sie sich vor wenigen Jahren für einen Strategiewechsel: 2010 und 2011 setzten Dr. Tom Kronbach und sein Management-Team darauf, neue Medikamente mit Partnern aus der Pharmaindustrie bis zum Ende zu entwickeln. Seit dem Jahr 2012 konzentriert sich die Geschäftsleitung ganz auf die Kernaufgabe Innovation – und verkauft Patente noch vor der klinischen Entwicklung.

Aussichtsreiche Projekte

Durch Erfolge bei der Vermarktung eines Medikaments, das die Gedächtnisleistung verbessert, kann die Geschäftsleitung derzeit pro Jahr mehr als 3 Millionen € in Neuentwicklungen investieren. Dennoch arbeiten Dr. Tom Kronbach und seine Kollegen daran, weitere Geldgeber mit an Bord zu holen. Beispielsweise durch „asset centric financing“ – was bedeutet, dass Venture-Capital-Investoren gesucht werden, die nicht in eine komplette Firma, sondern in ein konkretes Entwicklungsprojekt investieren. So finanziert könnten künftig noch mehr Medikamentenentwicklungen parallel laufen, was den Innovationsoutput weiter steigern dürfte. Aussichtsreiche Projekte hierfür hat die Geschäftsleitung bereits identifiziert: Bereiche mit hohem therapeutischen Bedarf, in denen man bereits ungefähr abschätzen kann, welche Substanzen sich durchsetzen. Durch dieses Vorgehen erzielt das Top-Management Innovationserfolge, die kein Zufall sind, sondern Ergebnisse einer durchdachten Strategie.

„Die Kernaufgabe unseres Top-Managements ist es, die Innovationsstrategie festzulegen und ständig zu verbessern.“

Dr. Tom Kronbach, Geschäftsführer

BIP-Industrietechnik entwickelt und fertigt Spezialmaschinen für Eisenbahnunternehmen und Verkehrsbetriebe.

Erfolg in der Nische

BIP-Industrietechnik GmbH

Am Elisabethhof 22

14772 Brandenburg an der Havel

Telefon 03381 7590-0

www.bip-industrie.de

25 Beschäftigte (D)

Maschinenbau

Safety first: Führende Eisenbahnunternehmen und Verkehrsbetriebe in aller Welt vertrauen der BIP-Industrietechnik GmbH in Brandenburg, wenn es um die Radsatzinstandhaltung, -vermessung, -reinigung und -lackierung geht. Die hierfür benötigten Spezialmaschinen werden in dem Betrieb in Ostdeutschland entwickelt und gebaut. Schon zwei Jahren nach der Firmengründung im Jahr 1996 hat BIP ein Innovationsteam ins Leben gerufen, damit stets die neueste Technologie in den Produktionsprozess eingesteuert wird.

Wenn der Radsatz eines Schienenfahrzeugs nur feinste Risse aufweist, kann dies katastrophale Folgen haben. Er muss deshalb regelmäßig geprüft werden. In diesem Marktsegment ist BIP ein Hidden Champion, inzwischen mit wichtigen Exportkunden in China und Osteuropa. Die Firma hat Erfolge, weil sie konsequent eine Nische bedient – und sehr früh ein eigenes Innovationsteam installiert hat. Wie kam es dazu? Geschäftsführer Wilfried Pieper antwortet pragmatisch: „Aus der Notwendigkeit heraus, als junges Unternehmen im Land Brandenburg Produkte zu kreieren, die wir in Deutschland und später weltweit vermarkten wollten.“

Teamwork für Innovationen

25 Leute arbeiten bei BIP. In anderen Firmen dieser Größenordnung entscheidet der Chef, wo es lang geht. Nicht so bei diesem Mittelständler. Wilfried Pieper ist zwar Mitglied des Innovationsteams, doch die Prozesse sind Gemeinschaftsarbeit: Zuerst erfolgt eine Markt- und Ressourcenrecherche. Schon in dieser Phase gehört ein technisch orientierter Vertriebsingenieur zur Mannschaft. Er bringt Kundenwünsche mit ein und bewertet Ideen auf technische und vertriebliche Machbarkeit hin. Wilfried Pieper: „So entstehen Produkt- und Verfahrensideen, die wir in unsere Innovationsplanung aufnehmen.“ Bevor er einer neuen Anwendung das endgültige „Go!“ erteilt, werden weitere Einflussfaktoren gecheckt – etwa der prognostizierte Produktlebenszyklus oder internationale Vermarktungschancen.

Kosten und Service

Natürlich wurde auch das jüngste Geschäftsfeld diesem Prozess unterzogen – mit positiven Ergebnissen: Seit 2013 befinden sich ökologische und energieeffiziente Maschinen zur Trockenentfettung von Oberflächen im Portfolio. Innovationserfolge sind auch dadurch zu verzeichnen, dass die Ingenieure im Engineering-prozess angehalten sind, innovative und zugleich kostenbewusste Lösungen zu finden. Wo überzeugt BIP noch? „Sicherer und kompetenter Service ist uns wichtig“, sagt Wilfried Pieper. Für Maschinen im Ausland existieren zwar Internet-Wartungssysteme, dennoch flankieren immer lokale Partner diese Tätigkeit.

„Unsere Stärke ist ein breit gefächertes Engineering-Know-how: von der Mechanik über Messtechnik bis zur Sensorik.“

Wilfried Pieper, Geschäftsführer

BLUE SAFETY hat ein weltweit einzigartiges Hygiene-Technologie-Konzept entwickelt und sorgt so für Wasserhygiene in Zahnarztpraxen.

Innovation bedeutet Veränderung

BLUE SAFETY GmbH

Siemensstraße 57

48153 Münster

Telefon 0251 927785-40

www.bluesafety.com

14 Beschäftigte (D)

Medizintechnik

Die von Christian Kunze und Jan Papenbrock 2010 gegründete BLUE SAFETY GmbH hat sich auf die Desinfektion von Wasser in zahnärztlichen Behandlungseinheiten spezialisiert. In dem Unternehmen, das Hygienestandards revolutioniert, sind starre Abläufe nicht möglich. Deshalb ist nicht nur das Top-Management innovativ ausgerichtet. Auch das gesamte Betriebsklima ist von Innovationsund Veränderungsbereitschaft geprägt. Das zeigt sich an 25 Verbesserungsvorschlägen pro Mitarbeiter und Jahr – und an den Erfolgen in der Produkt- und Prozessinnovation.

Pathogene Biofilme in den Schläuchen zahnärztlicher Behandlungseinheiten stellen in der Zahnmedizin während der Behandlung ein permanentes Risiko für Patienten und Behandler dar. Und doch gab es lange Zeit wenig Möglichkeiten zu verhindern, dass Biofilmschleim die feinen Wasserleitungen in Behandlungseinheiten besiedelt. Die bisherige Hauptinnovation der in Münster ansässigen Firma löst dieses Problem: eine Anlage zur elektrochemischen Erzeugung hypochloriger Säure, die Biofilme dauerhaft entfernt, und so einen sicheren Schutz vor Infektionen garantiert. Zum innovativen Produkt kommt die innovative Prozessgestaltung: Die selbst entwickelte Software BLUEJECTS, die 7 verschiedene Programme ersetzt und in deren Entwicklung alle Mitarbeiter unter der Projektleitung von Christian Kunze eingebunden waren, hat die internen Abläufe in den letzten 18 Monaten signifikant verbessert.

Willen zum Wachstum

Die beiden Geschäftsführer investieren rund 20 % des Jahresumsatzes in Innovationen. Und sie achten bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern darauf, dass die Eigeninitiative mitbringen sowie veränderungs- und innovationsbereit sind. „Wir schätzen Menschen, die eine große Flexibilität mitbringen und den Willen, sich weiterzuentwickeln. Denn Innovation bedeutet immer auch Veränderung“, erläutert Papenbrock, der Innovationsbereitschaft nicht nur fordert, sondern auch fördert. Beispielsweise durch eine großzügige Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen. Denn je besser jedes Teammitglied ist, desto besser geht es dem Unternehmen, davon sind die Geschäftsführer überzeugt.

Blick über den Tellerrand

Um das Innovationsklima und das gegenseitige Verständnis zu fördern, haben sich Kunze und Papenbrock etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Jeder Mitarbeiter arbeitet zweimal pro Jahr in einer anderen Abteilung mit. So lernen etwa Vertriebsmitarbeiter die Arbeitsabläufe im Sekretariat kennen oder Innendienstler erfahren, auf welche Probleme Techniker stoßen, wenn sie vor Ort sind. Die Idee dahinter ist so einfach wie bestechend: Wer es gewohnt ist, über den Tellerrand zu schauen, der hat nicht nur seine eigene Aufgabe, sondern das betriebliche Ganze im Blick. Das fördert den Unternehmenserfolg – und der gehört dem Team.

„Es hat viele Vorzüge, gelegentlich die Sitze und den Blickwinkel zu wechseln.“

J. Papenbrock und C. Kunze, Geschäftsführer

Barrierefrei bauen – barrierefrei denken

Bützower Wohnungsgesellschaft mbH

Wollenweberstraße 9

18246 Bützow

Telefon 038461 416-0

www.buewo.de

16 Beschäftigte (D)

Wohnungswirtschaft

Wer kennt sie nicht, die typischen Innovationsverhinderer? Sätze wie „Das geht nicht“, „Das funktioniert sowieso nicht“ oder „Das haben wir doch immer schon so gemacht“. Wer so etwas ständig hört, der wird natürlich entmutigt. Aber es geht auch anders! Das zeigt das Beispiel der Bützower Wohnungsgesellschaft mbH. In dem Unternehmen sind schräge Ideen kein Tabu, sondern erwünscht. Die Gesellschaft überzeugt durch ihr Innovationsklima – und sie haucht leer stehenden Schulhäusern neues Leben ein.

„Seid realistisch, versucht das Unmögliche!“ – nach diesem Motto gehen die 16 Mitarbeiter der kommunalen Wohnungsgesellschaft mit vielfältigen Herausforderungen um. In dem Unternehmen kann jeder offen seine Meinung äußern, zu Fachfragen gibt es dabei durchaus auch konstruktiven Streit. Insgesamt freilich ist das Klima äußerst kollegial: Der Zusammenhalt stimmt, die Hierarchien sind schlank und barrierefrei, die Mitarbeiter igeln sich nicht ein, sondern blicken über den Tellerrand. Denken, ohne dabei Schranken im Kopf zu haben: Diese Haltung prägt auch das Innovationsklima. Zum Beispiel, wenn es darum geht, die Dienstleistungen für Wohnungseigentümer zu verbessern oder die Zufriedenheit der Mieter zu erhöhen. Oder aber, wenn betriebliche Abläufe verändert werden, damit sich Zeitaufwand und Arbeitsbelastung verringern. Oder wenn Kostenaufwand, etwa für Reparaturen und Instandhaltungen, gesenkt werden soll.

Barrierearme Wohnungen

Nicht nur Innovationen im Kleinen sind gefragt, auch für große Veränderungen gilt es gewappnet zu sein. Wie die gesamte Region steht auch die Wohnungsgesellschaft vor großen demografischen Herausforderungen. Altersgerechtes Wohnen, barrierearme Wohnungen schaffen, diese Themen stehen ganz oben auf der Tagesordnung – und sie werden nicht nur durch Umbauten im Wohnungsbestand angegangen, sondern auch durch ein großes, überaus innovatives Projekt, bei dem in einer leer stehenden Plattenbauschule 33 altersgerechte Wohnungen entstehen.

Herausforderungen annehmen