Totengrund - Tess Gerritsen - E-Book

Totengrund E-Book

Tess Gerritsen

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Beschreibung

Tief verschneite Berge, ein ausgestorbenes Dorf und eine verschwundene Maura Isles – Jane Rizzoli gerät an ihre Grenzen ...

Dr. Maura Isles will in in dem abgelegenen Ort Kingdom Come Zuflucht vor einem Schneechaos finden. Allerdings sieht es aus, als hätten die Bewohner ihre Häuser nur Minuten vor ihrer Ankunft panisch verlassen: Fenster und Türen stehen offen, Tische sind gedeckt – doch das Essen auf den Tellern ist festgefroren, kein Mensch weit und breit … Mauras Spur verliert sich. Bis eine Unfallmeldung Jane Rizzoli in Boston erreicht: Ein Wagen mit vier Insassen ist in eine Schlucht gestürzt. Unter den Toten ist eine Frau in Mauras Alter, und im Auto liegt ihr Gepäck …

Rizzoli & Isles – die Bestsellerserie im Überblick!
Band 1: Die Chirurgin
Band 2: Der Meister
Band 3: Todsünde
Band 4: Schwesternmord
Band 5: Scheintod
Band 6: Blutmale
Band 7: Grabkammer
Band 8: Totengrund
Band 9: Grabesstille
Band 10: Abendruh
Band 11: Der Schneeleopard
Band 12: Blutzeuge

Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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MOBI

Seitenzahl: 507

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Tess GerritsenTotengrundRomanDeutsch von Andreas JägerLIMES

Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel»Ice Cold« bei Ballantine Books,a division of Random House Inc., New York.1. AuflageCopyright © der Originalausgabe 2010 by Tess GerritsenCopyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2010 by Limes Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbHPublished by Arrangement with Tess Gerritsen Inc.Dieses Werk wurde im Auftrag von Jane Rotrosen Agency LLC vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.Satz: Uhl + Massopust, AalenISBN: 978-3-641-05065-8www.limes-verlag.de

Für Jack R. Winans

Kearny Highschool, San Diego

Was Sie mir beigebracht haben,

wird mich ein Leben lang begleiten.

1

Plain of Angels, Idaho

Sie war die Auserwählte.

Schon seit Monaten beobachtete er das Mädchen, seit dem Tag, als sie mit ihrer Familie in die Siedlung gezogen war. Ihr Vater war George Sheldon, ein mittelmäßiger Zimmermann, der im Bautrupp arbeitete. Ihre Mutter, eine farblose und unauffällige Frau, wurde der Gemeinschaftsbackstube zugewiesen. Sie waren beide arbeitslos und verzweifelt gewesen, als sie zum ersten Mal seine Kirche in Idaho Falls betreten hatten, auf der Suche nach Trost und Erlösung. Jeremiah hatte ihnen in die Augen geblickt, und er hatte gesehen, was für ihn das Entscheidende war: verlorene Seelen auf der Suche nach Halt, nach irgendeinem Rettungsanker.

Sie waren reif für die Ernte.

Jetzt wohnten die Sheldons mit ihrer Tochter Katie in Haus C, im neu erbauten Golgatha-Block. Jeden Sabbat saßen sie auf den ihnen zugewiesenen Plätzen in der vierzehnten Reihe. Im Garten vor ihrem Haus pflanzten sie Malven und Sonnenblumen, die gleichen farbenfrohen Pflanzen, die auch alle anderen Gärten zierten. Auf jede erdenkliche Weise fügten sie sich in die vierundsechzig anderen Familien ein, welche die »Zusammenkunft« bildeten; Familien, die miteinander arbeiteten, miteinander beteten und jeden Sabbatabend gemeinsam das Brot brachen.

Aber in einem bedeutsamen Punkt waren die Sheldons einzigartig: Sie hatten eine außergewöhnlich schöne Tochter. Die Tochter, von der er den Blick nicht wenden konnte.

Von seinem Fenster aus konnte Jeremiah sie auf dem Schulhof sehen. Es war gerade Mittagspause; die Schüler liefen draußen umher und genossen den warmen Septembertag, die Jungen in ihren weißen Hemden und schwarzen Hosen, die Mädchen in ihren langen pastellfarbenen Kleidern. Alle sahen sie gesund und sonnenverwöhnt aus, wie es bei Kindern sein sollte. Selbst unter all diesen schwanengleichen Mädchen stach Katie Sheldon hervor, mit ihren unbezähmbaren Locken und ihrem glockenhellen Lachen. Wie schnell so ein Mädchen sich verändert, dachte er. Binnen eines einzigen Jahres hatte sie sich von einem Kind in eine gertenschlanke junge Frau verwandelt. Ihre strahlenden Augen, ihr glänzendes Haar und ihre rosigen Wangen – all das waren Anzeichen von Fruchtbarkeit.

Sie stand zusammen mit zwei anderen Mädchen im Schatten einer Eiche, die Köpfe zusammengesteckt wie drei Grazien, die einander Geheimnisse zuflüsterten. Um sie herum ließen die anderen Schüler ihrer überschüssigen Energie freien Lauf – schwatzten, spielten Himmel und Hölle oder kickten einen Fußball hin und her.

Plötzlich bemerkte er, wie ein Junge auf die drei Mädchen zuging, und er runzelte die Stirn. Der Junge war vielleicht fünfzehn, mit einem blonden Haarschopf und langen Beinen, für die seine Hose schon zu kurz war. Auf halbem Weg über den Schulhof blieb der Junge stehen, als müsse er erst seinen Mut zusammennehmen, ehe er weiterging. Dann hob er den Kopf und marschierte geradewegs auf die Mädchen zu. Auf Katie.

Jeremiah drückte sich dichter an die Fensterscheibe.

Katie blickte auf und lächelte, als der Junge auf sie zukam. Es war ein reizendes, unschuldiges Lächeln, gerichtet an einen Klassenkameraden, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur eines im Sinn hatte. O ja, Jeremiah konnte sich sehr wohl denken, was im Kopf dieses Jungen vorging. Sündige, schmutzige Gedanken. Jetzt unterhielten sie sich, Katie und der Junge, während die beiden anderen Mädchen sich mit wissenden Blicken zurückzogen. Bei dem Lärm auf dem Schulhof konnte er nicht verstehen, was sie sagten, doch er sah, wie Katie aufmerksam den Kopf zur Seite neigte, wie sie mit einer koketten Bewegung ihr Haar über die Schulter warf. Er sah, wie der Junge sich vorbeugte, als wolle er genüsslich ihren Duft einsaugen. War das dieser McKinnon-Balg? Adam oder Alan, so hieß er wohl. Inzwischen wohnten so viele Familien in der Siedlung, so viele Kinder, dass er sich nicht alle ihre Namen merken konnte. Er starrte grimmig auf die beiden hinunter und hielt den Fensterrahmen so fest gepackt, dass seine Fingernägel sich ins Holz bohrten.

Er fuhr auf dem Absatz herum, verließ sein Büro und stapfte die Treppe hinunter. Mit jedem Schritt verkrampften sich seine Kiefermuskeln mehr, und die bittere Galle schien ein Loch in seinen Magen zu brennen. Er riss die Tür auf und stürmte ins Freie, doch vor dem Schulhoftor blieb er stehen und rang mühsam um Beherrschung.

So durfte er sich nicht sehen lassen. Es gehörte sich nicht, Zorn zu zeigen.

Das Läuten der Schulglocke rief die Schüler aus der Pause zurück. Er stand da und versuchte, sich zu beruhigen, indem er tief durchatmete. Er konzentrierte sich auf den Duft des frisch gemähten Grases, des Brots, das in der nahen Gemeinschaftsküche gebacken wurde. Von der anderen Seite der Siedlung, wo der neue Gebetssaal gebaut wurde, waren das Kreischen einer Säge und das Echo von Dutzenden von Hämmern, die Nägel einschlugen, zu vernehmen. Die gottgefälligen Geräusche ehrlicher Arbeit, verrichtet von einer Gemeinschaft, die zum größeren Ruhme des Herrn wirkte. Und ich bin ihr Hirte, dachte er; ich weise ihnen den Weg. Und wie viel sie schon erreicht hatten! Man musste sich nur in dem blühenden Dorf umschauen, die vielen neuen Häuser betrachten, die aus dem Boden schossen, um zu erkennen, dass die Gemeinde sich prächtig entwickelte.

Endlich öffnete er das Tor und trat in den Schulhof. Er ging am Raum der Erstklässler vorbei, die gerade das ABC-Lied sangen, und betrat das Klassenzimmer der Mittelstufe.

Die Lehrerin sah ihn und sprang überrascht von ihrem Pult auf. »Prophet Goode, welch eine Ehre!«, sprudelte sie hervor. »Ich wusste gar nicht, dass du uns heute besuchen wolltest.«

Er lächelte, und die Frau errötete, entzückt über seine Aufmerksamkeit. »Schwester Janet, es ist doch nicht nötig, so viel Aufhebens um mich zu machen. Ich wollte nur einmal vorbeischauen und deine Klasse begrüßen. Und sehen, ob auch alle das neue Schuljahr genießen.«

Strahlend wandte sie sich an ihre Schüler. »Ist es nicht eine Ehre, dass Prophet Goode uns persönlich besucht? Lasst uns ihn alle gemeinsam willkommen heißen!«

»Willkommen, Prophet Goode«, antworteten die Schüler im Chor.

»Kommt ihr denn alle gut voran im neuen Schuljahr?«, fragte er.

»Ja, Prophet Goode.« Wieder kam die Antwort wie aus einem Mund, so perfekt, als hätten sie sie einstudiert.

Er entdeckte Katie Sheldon in der dritten Bank. Und er bemerkte auch, dass der blonde Junge, der mit ihr geflirtet hatte, fast direkt hinter ihr saß. Langsam begann er, im Klassenzimmer auf und ab zu gehen. Er betrachtete die Zeichnungen und Aufsätze der Schüler, die an den Wänden hingen – als ob er sich tatsächlich dafür interessierte –, nickte wohlwollend und lächelte. Dabei galt seine ganze Aufmerksamkeit Katie, die sittsam an ihrem Pult saß, die Augen niedergeschlagen, wie es sich für ein wahrhaft anständiges Mädchen ziemte.

»Ich möchte euren Unterricht nicht stören«, sagte er. »Bitte fahrt da fort, wo ihr gerade wart. Tut so, als wäre ich gar nicht hier.«

»Äh, ja.« Die Lehrerin räusperte sich. »Schlagt bitte euer Mathematikbuch auf Seite zweihundertdrei auf und bearbeitet die Aufgaben Nummer zehn bis sechzehn. Wenn ihr fertig seid, besprechen wir die Lösungen.«

Während die Stifte kratzten und das Papier raschelte, schlenderte Jeremiah durch das Klassenzimmer. Die Schüler waren zu eingeschüchtert, um ihn anzusehen, und hielten den Blick starr auf ihre Pulte gerichtet. Das Thema war Algebra, ein Gebiet, mit dem er sich nie näher hatte befassen mögen. Er blieb neben dem Pult des blonden Burschen stehen, der so auffallendes Interesse an Katie bekundet hatte, und als er ihm über die Schulter schaute, sah er den Namen, der vorne auf dem Aufgabenheft stand. Adam McKinnon. Ein Unruhestifter, den er sich irgendwann würde vorknöpfen müssen.

Er ging weiter zu Katies Pult, blieb stehen und sah auch ihr über die Schulter. Nervös kritzelte sie eine Antwort aufs Papier und radierte sie gleich wieder aus. Dort, wo ihre langen Haare sich teilten, blitzte ihr bloßer Nacken auf, und die Haut verfärbte sich tiefrot, als hätte sein Blick sie verbrannt.

Er beugte sich herab, atmete ihren Duft ein, und Hitze durchflutete seine Lenden. Es gab nichts Köstlicheres als den Duft, den die Haut eines so jungen Dings ausströmte, und der Duft dieses Mädchens war der süßeste von allen. Durch den Stoff ihres Mieders konnte er gerade eben ihre knospenden Brüste ausmachen.

»Gräm dich nicht zu sehr, meine Liebe«, flüsterte er. »Ich war auch nie besonders gut in Algebra.«

Sie blickte auf, und das Lächeln, das sie ihm schenkte, war so berückend, dass es ihm geradezu die Sprache verschlug. Ja. Kein Zweifel, dieses Mädchen ist die Richtige.

Blumen und bunte Bänder schmückten die Bänke und hingen von den hohen Deckenbalken des neu erbauten Gebetssaals herab. So viele Blumen waren es, dass der Saal wie der Garten Eden selbst wirkte, duftend und von leuchtenden Farben erfüllt. Das Licht der Morgensonne fiel durch die runden Fenster, während zweihundert freudige Stimmen Lobeshymnen sangen.

Wir sind dein, o Herr. Fruchtbar ist deine Herde und reichlich deine Ernte.

Die Stimmen verhallten, und die Orgel spielte plötzlich eine Fanfare. Die ganze Gemeinde drehte sich zu Katie Sheldon um, die wie erstarrt im Eingang stand und verwirrt blinzelte angesichts all der Augenpaare, die auf sie gerichtet waren. Sie trug das mit Spitzen besetzte weiße Kleid, das ihre Mutter genäht hatte, und ihre nagelneuen weißen Satinschühchen lugten unter dem Saum hervor. Auf dem Kopf trug sie den Jungfernkranz aus weißen Rosen. Die Orgel spielte weiter, die Gemeinde wartete gespannt, aber Katie konnte – nein, sie wollte sich nicht von der Stelle rühren.

Es war ihr Vater, der sie zwang, den ersten Schritt zu tun. Er nahm ihren Arm, und seine Finger, die sich in ihr Fleisch gruben, waren wie ein unmissverständlicher Befehl. Wage es nicht, mich zu blamieren!

Sie setzte sich in Bewegung. Ihre Füße fühlten sich taub an in den hübschen Seidenschühchen, als sie auf den Altar zuschritt, der am Ende des Gangs aufragte. Auf den Mann, den Gott der Herr selbst zu ihrem Ehemann erkoren hatte.

In den Bankreihen erblickte sie vertraute Gesichter: ihre Lehrer, ihre Freundinnen, ihre Nachbarn. Da war Schwester Diane, die mit ihrer Mutter in der Backstube arbeitete, und Bruder Raymond, der sich um die Kühe kümmerte, deren weiche Flanken sie so gerne streichelte. Und da war ihre Mutter. Sie stand in der vordersten Reihe, wo sie noch nie zuvor gestanden hatte. Es war ein Ehrenplatz, eine Bank, die nur einigen auserwählten Gemeindemitgliedern vorbehalten war. Ihre Mutter platzte schier vor Stolz; wie eine Königin stand sie da und trug ihren eigenen Rosenkranz wie eine Krone.

»Mommy«, flüsterte Katie. »Mommy!«

Aber die Gemeinde hatte schon das nächste Lied angestimmt, und ihre Worte wurden vom Gesang übertönt. Niemand hörte sie.

Am Altar angelangt, ließ ihr Vater endlich ihren Arm los. »Sei ein braves Mädchen«, murmelte er und trat zur Seite, um sich zu ihrer Mutter zu gesellen. Sie drehte sich um und wollte ihm nachgehen, doch sie fand ihren Fluchtweg versperrt.

Der Prophet Jeremiah Goode stand vor ihr. Er nahm ihre Hand.

Wie heiß seine Finger sich auf ihrer kalten Haut anfühlten! Und wie groß seine Hand aussah, als er sie um die ihre legte, als wäre sie in der Umklammerung eines Riesen gefangen.

Die Gemeinde stimmte das Hochzeitslied an. O seliger Bund, gesegnet vom Himmel, auf ewig vereint in Seinen Augen!

Prophet Goode zog sie dicht an sich heran, und sie wimmerte leise vor Schmerz, als seine Finger sich wie Klauen in ihre Haut bohrten. Du gehörst jetzt mir, an mich gebunden durch den Willen Gottes, sagte dieser Griff. Du wirst mir gehorchen.

Sie blickte sich zu ihren Eltern um. Stumm flehte sie sie an, sie von hier wegzubringen, nach Hause, wo sie hingehörte. Doch die beiden sangen nur mit verzückter Miene. Ihr Blick schweifte durch den Saal, suchte nach irgendeinem Menschen, der sie aus diesem Albtraum erretten würde, doch sie sah nur ein endloses Meer aus beifällig lächelnden Gesichtern und nickenden Köpfen.Einen Saal, in dem das Sonnenlicht auf Blütenblättern gleißte, während zweihundert Stimmen sich zum Gesang erhoben.

Einen Saal, in dem niemand die stummen Schreie eines dreizehnjährigen Mädchens hörte, in dem niemand sie hören wollte.

2

Sechzehn Jahre später

Ihre Affäre war am Ende, aber eingestehen wollten sie es sich beide nicht. Stattdessen sprachen sie über die regennassen Straßen und den fürchterlichen Verkehr an diesem Morgen und über die Wahrscheinlichkeit, dass der Start von Mauras Maschine vom Logan Airport sich verzögern würde. Über das, was sie beide bedrückte, redeten sie nicht, obwohl Maura Isles es in Daniel Brophys Stimme hören konnte und auch in ihrer eigenen, so tonlos und gedämpft. Beide gaben sich größte Mühe, so zu tun, als hätte sich zwischen ihnen nichts verändert. Nein, sie waren einfach nur erschöpft, nachdem sie die halbe Nacht aufgeblieben waren, gefangen in der immer gleichen Diskussion, die jedes Mal unweigerlich das Nachspiel bildete, wenn sie miteinander schliefen. Die Diskussion, die ihr immer das Gefühl gab, Unmögliches zu fordern und nie genug zu bekommen.

Wenn du nur jede Nacht bei mir bleiben könntest. Wenn wir nur jeden Morgen zusammen aufwachen könnten.

Jetzt bin ich doch für dich da, Maura.

Aber nicht ganz und gar. Nicht, solange du keine Entscheidung triffst.

Sie blickte aus dem Fenster und sah die Autos durch den strömenden Regen rauschen. Daniel kann sich nicht zu einer Entscheidung durchringen, dachte sie. Und selbst wenn er sich für mich entscheiden sollte, selbst wenn er sein Priesteramt aufgeben und seine innig geliebte Kirche verlassen sollte, würde das schlechte Gewissen weiter zwischen uns stehen wie seine unsichtbare Geliebte. Sie sah zu, wie die Wischerblätter gegen das Wasser ankämpften, das in Bahnen die Scheibe herunterfloss, und das trübe Licht draußen passte perfekt zu ihrer Stimmung.

»Es dürfte knapp werden«, meinte er. »Hast du online eingecheckt?«

»Gestern. Meine Bordkarte habe ich schon.«

»Okay. Das spart dir ein paar Minuten.«

»Aber ich muss noch meinen Koffer aufgeben. Meine Wintersachen haben nicht ins Handgepäck gepasst.«

»Man sollte doch meinen, dass sie für einen Medizinerkongress einen sonnigen und warmen Ort aussuchen würden. Wieso muss es Wyoming im November sein?«

»Jackson Hole soll sehr schön sein.«

»Das sind die Bermudas auch.«

Sie riskierte einen Seitenblick. Das Halbdunkel des Wageninnern verbarg die Sorgenfalten in seinem Gesicht, doch sie konnte die silbernen Strähnen in seinem Haar sehen, die sich immer weiter ausbreiteten. Wie sehr wir gealtert sind in diesem einen Jahr. Die Liebe hat uns nicht verjüngt – im Gegenteil.

»Wenn ich zurück bin, fliegen wir irgendwohin, wo es warm ist, ja?«, sagte sie. »Nur für ein Wochenende.« Mit einem verwegenen Lachen fügte sie hinzu: »Ach was, vergessen wir doch einfach die Welt und bleiben einen ganzen Monat.«

Er schwieg.

»Oder ist das zu viel verlangt?«, fragte sie leise.

Er seufzte matt. »Sosehr wir uns auch wünschen mögen, die Welt zu vergessen – sie ist immer da. Und wir müssen dorthin zurückkehren.«

»Wir müssen überhaupt nichts.«

Der Blick, mit dem er sie ansah, war unendlich traurig. »Das glaubst du nicht wirklich, Maura.« Er sah wieder auf die Straße. »Und ich auch nicht.«

Nein, dachte sie. Wir glauben beide nur an unsere verdammte Verantwortung. Ich gehe jeden Tag zur Arbeit, bezahle pünktlich meine Steuern und tue, was die Welt von mir erwartet. Da kann ich noch so viel davon faseln, dass ich mit ihm durchbrennen und lauter wilde und verrückte Sachen tun will – ich weiß doch, dass ich es nie tun werde. Und Daniel auch nicht.

Er hielt vor dem Eingang ihres Abflugterminals. Einen Moment lang saßen sie da, ohne einander anzusehen. Stattdessen konzentrierte sie sich darauf, ihre Mitreisenden zu beobachten, die am Express-Check-in warteten. Alle waren in Regenmäntel gehüllt – wie eine Trauergemeinde an einem stürmischen Novembermorgen. Sie hatte nicht die geringste Lust, den warmen Wagen zu verlassen und sich den Scharen verdrossener Reisender anzuschließen. Anstatt in diese Maschine zu steigen, dachte sie, könnte ich ihn bitten, mich wieder nach Hause zu fahren. Wenn wir nur ein paar Stunden länger Zeit hätten, um über alles zu sprechen, dann könnten wir vielleicht eine Lösung finden und unsere Beziehung retten.

Jemand klopfte kräftig an die Frontscheibe, und als sie den Kopf hob, erblickte sie einen Flughafenpolizisten, der mit strenger Miene zu ihnen hereinschaute. »Das hier ist nur zum Entladen«, herrschte er sie an. »Sie können hier nicht stehen bleiben.«

Daniel ließ die Scheibe herunter. »Ich setze die Dame nur ab.«

»Aber lassen Sie sich nicht den ganzen Tag Zeit.«

»Ich hol dein Gepäck«, sagte Daniel und stieg aus.

Eine Weile standen sie fröstelnd an der Bordsteinkante, stumm inmitten der Kakofonie von dröhnenden Busmotoren, Hupen und Pfiffen. Wenn er mein Ehemann wäre, dachte sie, dann würden wir uns jetzt zum Abschied küssen. Aber zu lange schon hatten sie jede öffentliche Zurschaustellung von Zärtlichkeit peinlichst vermieden, und obwohl er an diesem Morgen seinen Priesterkragen nicht trug, wäre ihnen schon eine Umarmung zu gewagt erschienen.

»Ich muss nicht zu diesem Kongress fliegen«, sagte sie. »Wir könnten die Woche zusammen verbringen.«

Er seufzte. »Maura, ich kann jetzt nicht einfach eine ganze Woche verschwinden.«

»Und wann kannst du?«

»Ich brauche Zeit, um meinen Urlaub zu organisieren. Wir fahren schon noch zusammen weg, das verspreche ich dir.«

»Es muss immer irgendwo anders sein, nicht wahr? Irgendwo, wo uns niemand kennt. Wie gerne würde ich einmal eine Woche mit dir verbringen, ohne dass wir dafür wegfahren müssen.«

Er sah zu dem Polizisten hinüber, der schon wieder auf sie zukam. »Wir reden nächste Woche darüber, wenn du wieder da bist.«

»He, Mister!«, rief der Polizist. »Fahren Sie Ihren Wagen weg, aber sofort!«

»Natürlich reden wir darüber.« Sie lachte. »Im Reden sind wir ja gut, nicht wahr? Ich habe langsam das Gefühl, dass wir praktisch nichts anderes tun.« Sie griff nach ihrem Koffer.

Er nahm ihren Arm. »Maura, bitte. Lass uns nicht so auseinandergehen. Du weißt, dass ich dich liebe. Ich brauche nur Zeit, um mir über alles klar zu werden.«

Sie sah die Qualen, die sich in seinen Zügen spiegelten. All die Monate der Heimlichtuerei, des Zauderns und der Schuldgefühle hatten ihre Narben hinterlassen, hatten alles Glück, das er mit ihr empfunden haben mochte, von vornherein getrübt. Sie hätte ihn trösten können – mit einem Lächeln, einer aufmunternden Berührung seines Arms. Aber in diesem Moment konnte sie nichts wahrnehmen als ihren eigenen Schmerz. Und ihr einziger Gedanke war, ihn das Gleiche spüren zu lassen.

»Ich glaube, unsere Zeit ist abgelaufen«, sagte sie, wandte sich ab und betrat den Terminal. Im gleichen Moment, als die Glastüren sich zischend hinter ihr schlossen, bereute sie bereits ihre Worte. Doch als sie stehen blieb, um einen Blick zurück durchs Fenster zu werfen, stieg er schon wieder in seinen Wagen.

Die Beine des Mannes waren gespreizt und gaben den Blick auf die zerfetzten Hoden frei, auf die verbrannte Haut von Gesäß und Damm. Der Vortragende hatte das Autopsiefoto ohne Vorwarnung an die Leinwand projiziert, und doch war von den Sitzreihen in dem abgedunkelten Konferenzsaal nicht ein Laut der Bestürzung zu vernehmen. Dieses Publikum war abgehärtet, immun gegen den Anblick verstümmelter und zerschmetterter Körper. Wer verkohltes Menschenfleisch gesehen und berührt hat, wer mit diesem beißenden Geruch vertraut ist, für den hat ein steriles Dia keinen Schrecken mehr. Tatsächlich war der weißhaarige Mann auf dem Platz neben Maura bereits mehr als einmal eingenickt; und auch jetzt konnte sie im Halbdunkel sehen, wie sein Kinn immer wieder auf die Brust sank, während er mit dem Schlaf kämpfte – ungerührt von der Serie grausiger Fotos, die auf der Leinwand aufleuchteten.

»Was Sie hier sehen, sind typische Verletzungen, wie sie von einer Autobombe verursacht werden. Das Opfer war ein fünfundvierzigjähriger russischer Geschäftsmann, der eines Morgens in seinen Mercedes stieg – einen sehr schicken Mercedes, wenn Sie mir die Bemerkung erlauben. Als er den Zündschlüssel umdrehte, löste er damit den Sprengsatz aus, der unter seinem Sitz angebracht worden war. Wie Sie an den Röntgenaufnahmen erkennen können …« Der Redner klickte mit der Maus, und die nächste PowerPoint-Folie erschien auf der Leinwand. Es war das Röntgenbild eines Beckens, das an der Schambeinfuge auseinandergerissen war. Knochen- und Metallsplitter hatten sich tief in das weiche Gewebe gebohrt. »Wie Sie sehen, wurden durch die Explosion Fragmente des Fahrzeugs in das Perineum des Opfers getrieben, die das Scrotum zerfetzten und die Sitzbeinhöcker abrissen. Ich muss leider sagen, dass wir solche Explosionsverletzungen immer häufiger zu sehen bekommen, insbesondere im Zusammenhang mit Terroranschlägen. Dies hier war eine relativ kleine Bombe, die nur den Fahrer des Wagens töten sollte. Im Bereich des Terrorismus haben wir es hingegen mit weit schwereren Explosionen und einer Vielzahl von Opfern zu tun.«

Wieder ein Mausklick, und ein Foto von herausgeschnittenen Organen leuchtete auf, aufgereiht auf einem grünen OP-Tuch wie glitzernde Fleischstücke in der Auslage einer Metzgerei.

»Manchmal werden Sie vielleicht nur sehr wenige äußere Verletzungen vorfinden, selbst wenn die inneren Verletzungen tödlich sind. Hier sehen wir die Folgen eines Selbstmordanschlags in einem Jerusalemer Café. Dieses vierzehnjährige Mädchen erlitt durch die Erschütterung massive Lungenverletzungen, dazu Rupturen der Bauchhöhlenorgane. Und dennoch war ihr Gesicht unversehrt. Beinahe engelsgleich.«

Das Foto, das nun auf die Leinwand projiziert wurde, rief die erste vernehmbare Reaktion im Publikum hervor: betroffenes, ungläubiges Raunen. Das Mädchen schien friedlich zu schlafen; ihr makelloses Gesicht entspannt und frei von Sorgenfalten, die dunklen Augen von dichten Wimpern beschattet. Am Ende waren es nicht Blut und klaffende Wunden, die einen Saal voller Rechtsmediziner schockierten, sondern die Schönheit dieses Mädchengesichts. Mit ihren vierzehn Jahren hatte sie im Augenblick ihres Todes vielleicht an eine Schulaufgabe gedacht. Oder an ein hübsches Kleid. Oder an einen Jungen, den sie auf der Straße hatte vorbeigehen sehen. Sie hatte sich gewiss nicht vorstellen können, dass ihre Lunge, ihre Leber und ihre Milz kurz darauf auf einem Seziertisch liegen würden, oder dass eine Versammlung von zweihundert Rechtsmedizinern eines Tages ihr Bild begaffen würde.

Als die Lichter angingen, waren die Zuhörer immer noch ganz still. Während die anderen den Saal verließen, blieb Maura auf ihrem Stuhl sitzen und starrte die Notizen an, die sie sich auf ihrem Block gemacht hatte, Notizen über Nagelbomben und Paketbomben, über Autobomben und vergrabene Bomben. Wenn es darum ging, anderen Leid zuzufügen, kannte der menschliche Erfindungsreichtum keine Grenzen. Wir sind so gut darin, unsere Mitmenschen zu töten, dachte sie. Und doch scheitern wir so kläglich, wenn es um die Liebe geht.

»Entschuldigung – Sie sind nicht zufällig Maura Isles?«

Sie blickte zu dem Mann auf, der sich von seinem Platz zwei Reihen vor ihr erhoben hatte. Er war ungefähr in ihrem Alter, groß und sportlich gebaut, und beim Anblick seiner tief gebräunten Haut und des sonnengebleichten blonden Haars dachte sie sofort: Der typische California Boy. Sein Gesicht kam ihr irgendwie bekannt vor, aber sie konnte sich nicht erinnern, woher sie ihn kannte, was ziemlich erstaunlich war. Es war ein Gesicht, das wohl keine Frau so schnell vergessen würde.

»Ich hab’s gewusst! Du bist es, nicht wahr?« Er lachte. »Ich dachte mir doch gleich, dass ich dich erkannt habe, als ich hier reinkam.«

Sie schüttelte den Kopf. »Tut mir leid. Das ist mir wirklich ausgesprochen peinlich, aber ich kann Sie irgendwie nicht recht einordnen.«

»Das liegt daran, dass es schon so lange her ist. Und ich habe meinen Pferdeschwanz nicht mehr. Doug Comley, Vorklinikum in Stanford. Wie lange ist das jetzt her – zwanzig Jahre? Wundert mich nicht, dass du mich vergessen hast. Also, ich hätte mich an deiner Stelle bestimmt auch vergessen.«

Plötzlich blitzte eine Erinnerung in ihrem Kopf auf, das Bild eines jungen Mannes mit langen blonden Haaren und einer Schutzbrille auf der sonnenverbrannten Nase. Er war damals viel schlaksiger gewesen, ein Windhund in Bluejeans. »Waren wir zusammen in einem Laborkurs?«, fragte sie.

»Quantitative Analyse. Drittes Jahr.«

»Das weißt du noch, obwohl es zwanzig Jahre her ist? Ich bin verblüfft.«

»Ich weiß absolut nichts mehr von der verdammten quantitativen Analyse. Aber an dich erinnere ich mich. Du hattest den Laborarbeitsplatz direkt gegenüber von mir, und du hattest die höchste Punktzahl im ganzen Kurs. Hast du nicht später am UC San Francisco Medizin studiert?«

»Stimmt, aber jetzt lebe ich in Boston. Und du?«

»UC San Diego. Ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen, Kalifornien zu verlassen. Süchtig nach Sonne und Wellen.«

»Im Moment hört sich das für mich auch total verlockend an. Erst November, und ich habe die Kälte jetzt schon satt.«

»Ich finde den Schnee hier irgendwie cool. Hat richtig Spaß gemacht.«

»Aber auch nur, weil du nicht vier Monate im Jahr damit leben musst.«

Inzwischen hatte der Konferenzsaal sich geleert, und die Hotelangestellten hatten begonnen, die Stühle wegzuräumen und die Tonanlage herauszurollen. Maura stopfte ihre Aufzeichnungen in ihre Tragetasche und stand auf. Als sie und Doug an ihren beiden Sitzreihen entlang zum Ausgang gingen, fragte sie ihn: »Sehen wir uns heute Abend bei der Cocktailparty?«

»Ja, ich denke schon, dass ich hingehen werde. Aber fürs Abendessen ist nichts organisiert, oder?«

»So steht es jedenfalls im Programm.«

Sie verließen zusammen den Saal und betraten die Hotellobby, in der es von Medizinern wimmelte, alle mit den gleichen weißen Namensschildern an der Brust und den gleichen Konferenz-Tragetaschen in den Händen. Zusammen warteten sie vor den Aufzügen, beide bemüht, die Unterhaltung in Gang zu halten.

»Bist du denn mit deinem Mann hier?«, fragte er.

»Ich bin nicht verheiratet.«

»Habe ich nicht deine Heiratsanzeige in der Ehemaligenzeitung gesehen?«

Sie sah ihn überrascht an. »So was merkst du dir?«

»Es interessiert mich nun mal, was aus meinen Kommilitonen geworden ist.«

»In meinem Fall eine geschiedene Frau. Seit vier Jahren.«

»Oh. Das tut mir leid.«

Sie zuckte die Achseln. »Mir nicht.«

Sie fuhren mit dem Aufzug in den zweiten Stock, wo sie beide ausstiegen.

»Wir sehen uns dann bei der Cocktailparty«, sagte sie, winkte zum Abschied und zog ihre Schlüsselkarte aus der Tasche.

»Bist du schon zum Abendessen verabredet? Ich bin nämlich zufällig noch frei. Wenn du dich mir anschließen möchtest, such ich uns ein gutes Restaurant raus. Ruf mich einfach an.«

Sie drehte sich um und wollte ihm antworten, doch er schlenderte schon den Flur entlang, die Tasche über die Schulter geworfen. Als sie ihm nachsah, tauchte plötzlich ein anderes Bild von Douglas Comley vor ihrem inneren Auge auf. Ein Bild von ihm in Bluejeans, wie er auf Krücken über den Campusrasen humpelte.

»Hattest du dir nicht in dem Jahr das Bein gebrochen?«, rief sie. »Ich glaube, es war kurz vor den Abschlussprüfungen.«

Er wandte sich zu ihr um und lachte. »Das ist dir von mir in Erinnerung geblieben?«

»So nach und nach fällt mir alles wieder ein. Du hattest einen Skiunfall oder so was in der Art.«

»So was in der Art.«

»Also war es kein Skiunfall?«

»O Mann.« Er schüttelte den Kopf. »Das ist so oberpeinlich, das kann man keinem Menschen erzählen.«

»Jetzt hast du es geschafft – jetzt musst du es mir erzählen.«

»Wenn du mit mir essen gehst.«

Sie hielt inne, als die Aufzugtür sich öffnete und ein Mann und eine Frau heraustraten. Sie gingen Arm in Arm den Flur entlang, ganz offensichtlich ein Paar, was sie sich auch nicht zu zeigen scheuten. So, wie es sich für Paare gehört, dachte sie sich, als die beiden ihr Zimmer betraten und die Tür hinter sich schlossen.

Sie sah Douglas an. »Die Geschichte würde ich gerne hören.«

3

Sie setzten sich früh von der Cocktailparty der Rechtsmediziner ab, um im Four Seasons Resort in Teton Village zu Abend zu essen. Nachdem Maura acht volle Stunden lang einen Vortrag nach dem anderen über Stichverletzungen und Bombenanschläge, Projektile und Schmeißfliegen über sich hatte ergehen lassen, stand ihr das Thema Tod bis obenhin, und sie war erleichtert, in die normale Welt zurückkehren zu können, wo Fäulnis und Verwesung keine gängigen Gesprächsthemen waren und wo die schwerwiegendste Entscheidung des Abends die zwischen Rot- und Weißwein war.

»Wie hast du dir denn nun damals in Stanford das Bein gebrochen?«, fragte sie, während Doug den Pinot Noir in seinem Glas schwenkte.

Er verzog das Gesicht. »Ich hatte gehofft, du würdest dieses Thema vergessen.«

»Du hast versprochen, dass du es mir erzählst. Deswegen bin ich schließlich mit dir essen gegangen.«

»Nicht wegen meiner geistreichen Konversation? Wegen meines jungenhaften Charmes?«

Sie lachte. »Doch, das auch. Aber hauptsächlich wollte ich wissen, wie das mit dem gebrochenen Bein war. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass es eine irre Geschichte ist.«

»Okay.« Er seufzte. »Du willst die Wahrheit wissen? Ich bin auf dem Dach der Wilbur Hall herumgeturnt und runtergefallen.«

Sie starrte ihn an. »Mein Gott, das ist aber ein ziemlich tiefer Sturz!«

»Wovon ich mich persönlich überzeugen konnte.«

»Ich nehme an, es war Alkohol im Spiel.«

»Natürlich.«

»Dann war es also nur ein typischer alberner Studentenstreich.«

»Warum klingst du so enttäuscht?«

»Ich hatte irgendwie etwas … hm, ein wenig Unkonventionelleres erwartet.«

»Na ja«, gestand er, »ich habe auch ein paar Details ausgelassen.«

»Zum Beispiel?«

»Das Ninja-Kostüm, das ich anhatte. Die schwarze Maske. Das Plastikschwert.« Er zuckte verlegen mit den Schultern. »Und die extrem demütigende Fahrt im Krankenwagen.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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