Rizzoli & Isles - Blutrausch - Tess Gerritsen - E-Book

Rizzoli & Isles - Blutrausch E-Book

Tess Gerritsen

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Beschreibung

Ein spannender Short Thriller von Bestsellerautorin Tess Gerritsen!

Detective Jane Rizzoli und Pathologin Maura Isles hatten es schon mit vielen rätselhaften Mordfällen zu tun, aber beim Tod von Kimberly Rayner scheinen übernatürliche Elemente am Werk gewesen zu sein. Die völlig abgemagerte Leiche der Siebzehnjährigen wird in einer verlassenen Kirche gefunden, neben ihr ein leerer offener Sarg, an ihrem Hals mysteriöse Spuren …

Inklusive Leseprobe aus Tess Gerritsens neuem Rizzoli-&-Isles-Thriller »Blutzeuge«, im Handel ab 20.11.2017!

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Seitenzahl: 72

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Tess Gerritsen

Rizzoli & Isles

Blutrausch

Short Thriller

Deutsch von Andreas Jäger

Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel »Freaks« bei Ballantine Books, New York.

E-Book-Ausgabe 2015 bei Blanvalet, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2015 by Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Copyright der Originalausgabe © 2010 by Tess Gerritsen

Published by Arrangement with Tess Gerritsen Inc.

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de, München

Umschlagmotiv: Getty Images / John Coletti; www.buerosued.de

Herstellung: sam

ISBN: 978-3-641-17422-4

www.blanvalet-verlag.de

1

Die Königin der Toten war eingetroffen.

Als die Rechtsmedizinerin Maura Isles an diesem frostigen Nachmittag aus ihrem schwarzen Lexus stieg, entsprach ihre Erscheinung ganz dem Spitznamen, den die Cops vom Boston PD ihr verpasst hatten. Schwarzes Auto, schwarzer Mantel, schwarzer Schal. Angemessene Kleidung für diesen Wintertag, an dem die Dunkelheit schon früh hereinbrach und die Luft nach Schnee roch.

Detective Jane Rizzoli hob eine behandschuhte Hand zur Begrüßung. »Hi, Maura«, rief sie. »Ich hoffe, du hast deine Taschenlampe mitgebracht.«

Maura überquerte die Straße und blieb vor den Eingangsstufen der Kirche stehen, wo sie zu dem bogenförmigen Portal und den mit Brettern vernagelten Fenstern aufblickte. »St. Anthony‘s? Dieses Gebäude ist doch seit Jahren geschlossen.«

»Das Opfer ist jedenfalls irgendwie reingekommen.« Jane fröstelte, als der Wind ihr durch die Haare fuhr und den Saum ihrer Jacke umschlug. »Und leider auch ihr Mörder.«

»Mörder?« Maura sah Jane fragend an. »Du bist also schon zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt.«

»Wenn du die Leiche siehst, wirst du wissen, warum.«

Jane wartete, bis Maura Überschuhe und Handschuhe angelegt hatte. Dann schob sie die massive Eichenholztür auf, und sie traten ein. Obwohl sie jetzt vor dem Wind geschützt waren, schien es hier drin noch kühler zu sein, als ob die feuchten Steinmauern die Kälte regelrecht abstrahlten. Es gab keinen Strom in der Kirche, und das einzige Licht kam von einer batteriebetriebenen Lampe des Tatortteams, die am anderen Ende des Gebäudes leuchtete. Unter der hohen Decke des weitläufigen, kahlen Kirchenschiffs war es finster wie die Nacht.

»Wie wurde die Leiche entdeckt?«, fragte Maura.

»Eine Passantin hörte Schreie aus der Kirche und rief die Notrufzentrale an. Der Officer, der als Erster vor Ort war, sagt, er habe die Tür unverschlossen vorgefunden. Er ging hinein, und da sah er die Leiche.«

Jane schaltete ihre Maglite-Stablampe ein und führte Maura an den leeren Bankreihen vorbei zum Altar, wo Detective Barry Frost und drei Kriminaltechniker sie bereits erwarteten. Sie standen mit ernsten Mienen im Kreis um das Opfer herum, als ob sie es vor wilden Kreaturen schützen wollten, die in der Dunkelheit lauerten. Die Männer traten zur Seite und gaben den Blick auf eine junge Frau frei, die auf dem Boden lag, den Kopf in den Nacken geworfen, den Mund weit aufgerissen.

»Laut ihren Papieren handelt es sich um Kimberly Rayner, siebzehn Jahre alt«, erklärte Frost.

Alle schwiegen, als Maura näher trat und auf das aufgequollene Gesicht der Toten hinabschaute. Die blonden Haare des Mädchens waren fettig und verfilzt, ihr Gesicht schmutzverschmiert.

»Sie ist vollständig bekleidet, es sieht also nicht nach einem Sexualverbrechen aus. Aber siehst du die Würgemale?«, sagte Jane. Sie richtete den Strahl ihrer Taschenlampe auf den Hals des Opfers, der nach hinten gebogen war, sodass die Blutergüsse an der Kehle deutlich zu erkennen waren – Spuren des unerbittlichen Würgegriffs eines Mörders. Das Gesicht des Mädchens war im Tod angeschwollen, doch ihr Körper war beinahe skelettartig abgemagert mit grotesk vorstehenden Schlüsselbeinen und Handgelenken wie dürre Zweige. Der Mangel an Nahrung hatte den Organismus des Mädchens gezwungen, die Substanz des Körpers anzugreifen, Fett und Muskelgewebe zu verbrennen, um Gehirn und Herz irgendwie weiter mit Nährstoffen versorgen zu können.

»Willst du mal sehen, was uns wirklich fertiggemacht hat?«, fragte Jane.

»Eine Leiche hat dazu nicht gereicht?«

»Sieh dir mal das da an.« Jane drehte sich um, und der Strahl ihrer Taschenlampe landete auf einem Gegenstand, der im Halbdunkel schimmerte. Bei dem Anblick hielt sogar die sonst so unerschütterliche Maura Isles erschrocken die Luft an.

Es war ein Sarg. Und der Deckel war offen.

2

In der Dunkelheit über ihren Köpfen flatterte etwas. Jane blickte nach oben und erschauderte, als sie hoch über ihren Köpfen einen Schatten durch die Luft schwirren sah. »Hier gibt‘s tatsächlich Fledermäuse«, sagte sie. »Wir haben sie vorhin schon herumfliegen sehen.«

»Fledermäuse?« Maura lachte verblüfft auf. »Und ein offener Sarg?«

»Wart‘s ab, es kommt noch besser«, sagte Jane, während sie auf den Sarg zuging. »Sieh dir das an.«

»Sag bitte nicht, dass da drin ein Vampir liegt.«

Jane leuchtete in den Sarg. Auf dem Satinkissen lagen ein halbes Dutzend schwarze Haare. »Irgendjemand hat hier drin gelegen. Die Frage ist: War derjenige tot? Oder hat er nur geschlafen?« Jane lachte nervös. »Und sind diese Haare überhaupt von einem Menschen?«

Maura stand vor dem Sarg und starrte auf die verräterischen Haare hinab. Plötzlich schüttelte sie sich, als wollte sie sich von dem Bann befreien, mit dem dieser Ort sie alle belegt zu haben schien.

»Jane, es gibt eine logische Erklärung für das hier.«

»Das sagst du immer.«

Maura wandte sich ab und deutete auf die Pfützen von geschmolzenem Wachs am Boden. »Hier hat jemand Kerzen abgebrannt. Und schau, da drüben ist ein großer Pappkarton mit Wolldecken. Jemand hat hier drin kampiert, das ist alles. Vielleicht das Opfer.«

»Oder der Typ, der in diesem Sarg geschlafen hat. Wo immer er jetzt ist.«

Die Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel »Die Again« bei Ballantine Books, an imprint of Random House, a division of Random House LLC., a Penguin Random House Company, New York.

1. Auflage

Copyright der Originalausgabe © 2014 by Tess Gerritsen

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2015 by Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Published by Arrangement with Tess Gerritsen Inc.

Dieses Werk wurde im Auftrag von Jane Rotrosen Agency LLC vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de, München

Umschlagmotiv: Bridgeman Images/Scottish National Gallery; Detail aus Jean Baptiste Greuze: Girl with a Dead Canary, 1765

ISBN: 978-3-8090-2637-2

www.limes-verlag.de