Trading mit CFDs - Uwe Gresser - E-Book

Trading mit CFDs E-Book

Uwe Gresser

0,0
24,99 €

Beschreibung

Trading mit CFDs stellt eine neue und vielversprechende, im deutschsprachigen Raum jedoch noch wenig verbreitete Trading-Variante vor. Contracts for Differences (oder kurz CFDs) sind Vereinbarungen zwischen zwei Marktteilnehmern, die Differenz z. B einer Aktie zwischen Kauf und Verkauf in bar auszugleichen. Bereits zu Beginn der 90er-Jahre wurden CFDs von Hedgefonds spekulativ oder zur Absicherung von Portfolios gegen Kurseinbrüche verwendet. In den vergangenen Jahren erreichten CFDs, besonders in Großbritannien, eine ungeahnte Popularität. Über 20% der Umsätze der Londoner Börse LIFFE machen inzwischen CFDs aus. Experten sind sich sicher, dass CFDs in kürzester Zeit auch den deutschen Markt erobern werden. Denn: CFDs sind leicht zu handeln und das Verlustrisiko ist begrenzbar. Somit sind CFDs den meisten Produkten wie Optionsscheinen oder Aktien weit überlegen. Dieses Buch präsentiert konkrete Erfolgsstrategien anhand zahlreicher Praxisbeispiele und zeigt Ihnen, wie Sie selbst in schwierigen Marktlagen hohe Gewinne realisieren können. Schritt für Schritt führt es den unerfahrenen Trader an die Materie heran und gibt dem Profi neue Handelsansätze an die Hand.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 221

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Pedram Payami

Trading mit CFDs

Pedram Payami

TRADING MIT

CFDs

Das Handbuch für den klugen Handel

FBV

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

2. Auflage 2013

© 2010 by Finanzbuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Lektorat: Nicole Luzar

Korrektorat: Sigrid Graf

Satz: M. Zech, Landsberg am Lech

Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN Print 978-3-89879-763-4

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-388-4

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-811-7

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter

www.muenchner-verlagsgruppe.de

eBook by ePubMATIC.com

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Vorwort

Teil I – Grundlagen des CFD-Tradings

1. Einführung

2. Vorteile und Nachteile von CFDs

Vorteile

Nachteile

3. Die 10 wichtigsten Begriffe aus der Welt der CFDs

Derivate

Hebel

Hedging

Liquidität

Long-Position

Margin und Margin Call

Market Maker

Short-Position

Spread

Underlying

4. Vorteile von CFDs gegenüber anderen Finanzprodukten

Futures vs. CFDs

Optionsscheine vs. CFDs

Forex vs. CFDs

Zusammenfassung

5. Forex-Trading – Ohne Fundamentale Analyse geht es nicht

Kaufkraftparität

Zinsparität

Ökonomische Kennzahlen

6. Chance-Risiko-Verhältnis

Teil II – Technische Analyse

7. Grundlagen der Technischen Analyse

8. Formen der Chartdarstellung

8.1 Der Linienchart

8.2 Der Kerzenchart

9. Verschiedene Chartformationen

9.1 Kopf-Schulter-Formation

9.2 Dreiecke

9.3 Trends und Trendkanäle

9.4 Break-Outs und Umschwünge

10. Der Einsatz von Oszillatoren und Indikatoren

10.1 Gleitende Durchschnitte

10.2 Ultimate Oszillator

10.3 Full Stochastik

10.4 RSI

10.5 Standardabweichung

10.6 ROC

10.7 CCI

10.8 Williams %R Indikator

10.9 ADX

10.10 ATR

11. Mehrfachzeitrahmen

Die Nachteile des Tradens ohne Vielfachzeitrahmen

Die Vorteile des Tradens unter Verwendung von Vielfachzeitrahmen

Teil III – Handelsstrategien

12. Der Tradingplan

Einen Tradingplan erstellen

Wozu dient ein Plan?

Bestandteile eines Tradingplans

13. Trading mit System

Was ist ein System?

Warum Trader Systeme verwenden sollten

14. Entry- und Exit-Strategien

Der Einstieg

Der Ausstieg

15. Behavioral Finance

15.1 Die Psychologie der Angst – oder wie die breite Masse (falsch) handelt

15.2 Anfängerfehler beim Trading

15.3 Analyse eines Verlust-Trades/Verlustserien

15.4 Die Psychologie hinter den Kursbewegungen

15.5 Nützliche Überzeugungen für Trader

Zusammenfassung

Teil IV – Risiko- und Money Management

16. Was ist Money Management?

16.1 Einführung

16.2 Positionsgröße

16.3 Erwartungswert

16.4 Risk of Ruin

16.5 Anmerkungen und Beispiele

16.6 Regelsätze zum Money Management

Glossar

Interview mit Funda Tarhan

(RBS, Head of Public Distribution Germany & Austria)

Interview mit Rüdiger Born

(Geschäftsführender Gesellschafter der AVANTUS Traders GmbH)

Quellenverweis

Danksagung

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, jenen zu danken, die mich für die Welt der CFDs begeistert haben und mich ermutigten, dieses Buch zu schreiben.

Zuallererst einmal Danke an meine Eltern, die mich schon immer unterstützten und mir bei all meinen Entscheidungen zur Seite standen.

Ein herzliches Dankeschön auch an all jene, die mich in den letzten Jahren begleiteten und mir mit vielen Ratschlägen und Erfahrungen geholfen haben.

Mein besonderer Dank gilt der Royal Bank of Scotland und meinen Kollegen für die Unterstützung und die gewährte Flexibilität beim Schreiben dieses Buches.

Vorwort

Die globale Finanzkrise neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen und in vielen Branchen macht sich wieder vermehrt Optimismus breit. Natürlich ist noch nicht alles beim Alten, und es gibt noch eine Menge Baustellen, insbesondere an den internationalen Finanzmärkten. Jetzt ist es für jeden Trader an der Zeit, den sich abzeichnenden Aufschwung zu nutzen, seine finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und sich aktiv um seine Geldvermehrung zu kümmern. Was könnte hierfür besser geeignet sein als der Handel mit CFDs? Mit dem vorliegenden Buch möchten wir Ihnen die Chancen und Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie diese Instrumente aktiv und treffsicher traden können, denn die leicht verständlich aufbereiteten Informationen in diesem Leitfaden sollen zum Aufbau und zur Sicherung Ihres Vermögens dienen.

Als guter Trader müssen Sie über Eigenschaften wie eine rasche Auffassungsgabe, gutes Durchhaltevermögen und hohe Flexibilität verfügen. Zudem brauchen Sie einen durchdachten Tradingplan. Dieser Plan sollte individuelle Handelsstrategien beinhalten, und Sie sollten wissen, wie Sie Risiken definieren und mit ihnen umgehen. Daher wurde dieses Buch so gestaltet, dass es Ihnen als Trader dabei hilft, alle notwendigen Fähigkeiten und Werkzeuge zu entwickeln, die Sie brauchen, um erfolgreich handeln zu können. Weil jeder seinen ureigenen Stil hat, gibt es keinen allgemein gültigen Ansatz, der bei jedem funktioniert. Jeder Einzelne muss also seine eigene Herangehensweise an die Märkte entwerfen. Das sollte jedem Trader, der diesen Leitfaden aufmerksam studiert, danach auch gelingen!

In diesem Sinne – viel Spaß beim Lesen!

Teil I – Grundlagen des CFD-Tradings

1. Einführung

CFDs (Contracts for Difference) sind im institutionellen Handel und vor allem im Interbankenhandel ein seit den 1980er-Jahren bekanntes Finanzprodukt. Ende 2001 wurde dieses Instrument auch den privat agierenden Börsianern zugänglich gemacht. CFDs gehören zur Gattung der Derivate. Derivate wiederum sind Finanzprodukte, deren Wertentwicklung von anderen börsennotierten Produkten abhängen – sogenannten Underlyings. Es gibt verschiedene Basisprodukte, von denen CFDs abgeleitet werden können. Die gebräuchlichsten sind CFDs auf Währungen und Indizes. Die Wertentwicklung einer CFD-Position hängt stets davon ab, ob der Basiswert steigt oder fällt. CFDs sind keine börsennotierten Produkte; sie werden außerbörslich über einen CFD-Broker gehandelt. Bei dieser Art des Handels stellt der Broker die Kurse auf einen virtuellen Handelsplatz. Die Vorteile dieser Praxis liegen auf der Hand: Statt Depots bei mehreren Brokern einzurichten, können Sie hier weltweit schnell und direkt in verschiedenen Märkten agieren – und das über eine einzige Schnittstelle. Innerhalb weniger Sekunden und per Mausklick können Sie sich durch die internationalen Finanzmärkte bewegen. Dabei erhalten Sie über die Handelsplattform des Brokers sämtliche Informationen, die Sie benötigen, aus einer Hand – von Nachrichten über die komplette Kurs- und Chartdarstellung bis hin zur Orderplattform.

Der Siegeszug der CFDs schließlich begann über Broker in Großbritannien. Da auf der Insel die Spekulationssteuer auf CFDs grundsätzlich entfällt, war der Ansturm auf dieses Produkt entsprechend groß. Immer mehr Broker nahmen das enorme Potenzial wahr und boten den CFD-Handel für Privatkunden an. Am Anfang war das Angebot an CFDs eher dürftig, was sich jedoch schnell änderte. Auch die Softwareentwicklung verschlief diesen Trend nicht und passte sich den steigenden Anforderungen an.

So wurden im Laufe der Zeit die CFDs europaweit immer populärer. Zudem war die Kostenstruktur sehr kundenfreundlich, und so verwundert es nicht, dass die Akzeptanz der CFDs auch in Deutschland immer mehr zunahm.

2. Vorteile und Nachteile von CFDs

Wie Sie gleich feststellen werden, überwiegen die Vorteile dieses Finanzprodukts in der Summe die Nachteile.

Vorteile

CFDs bieten dem Trader die Möglichkeit, mit einem bestimmten und wohl kalkulierten Risiko einen überproportionalen Gewinn zu erzielen. Durch ein geschicktes Kapitalmanagement können die Hebelwirkung genutzt und Gewinnchancen somit maximiert werden. Mit einem sinnvoll eingesetzten Hebel nutzen geschickte Trader das Potenzial der CFDs voll aus.

Neben der Hebelwirkung gibt es einen weiteren wichtigen Vorteil: die Möglichkeit, auf fallende Kurse zu spekulieren. Und das theoretisch ohne ein zeitliches Limit, da der CFD-Handel kein Termingeschäft ist. Interessant ist, dass Sie bei einem Leerverkauf (Short-Sell), abhängig von Ihrer Ordergröße und vom Börsenplatz, zum Teil sogar Zinsen erhalten, wenn die Position länger als einen Tag gehalten wird. Angesichts der heutigen kurzen Nachrichtenwege und umfangreichen Analysemöglichkeiten ist es wichtig, schnell und effizient weltweit agieren zu können. Mit den CFDs ist das kein Problem. Ein CFD-Broker bietet Ihnen heutzutage eine große Auswahl an verschiedenen CFDs. Ganz egal, ob Sie sich mit europäischen Titeln wohl fühlen oder den amerikanischen, asiatischen oder australischen Markt bevorzugen, mit CFDs bleiben Sie immer am Puls der Börse.

Restlaufzeiten, implizite Volatilitäten und andere komplizierte Faktoren gehören der Vergangenheit an. Der CFD-Handel ist absolut transparent. Die Kursversorgung sowie ein komplettes Analyse- und Chartmodul sind, wie auch die Bereitstellung von Börsennachrichten, bei CFD-Brokern ein Bestandteil des Gesamtangebots. Diese Komplettpakete erhalten Sie in der Regel kostenlos. Sie sparen dadurch sehr viel Geld, was sich wiederum in Ihrer Performance positiv abzeichnen wird. Nicht zu vergessen sind die Transaktionskosten – doch ein guter Service und eine schnelle, faire Orderausführung sind mehr wert als eine niedrige Handelsgebühr.

Nachteile

CFDs sind aufgrund ihrer Struktur risikobehaftet. Wählt man den vom Broker, bezogen auf das im Depot hinterlegte Kapital, angebotenen Hebel zu groß, können daraus hohe Risiken resultieren, die zu größeren Verlusten führen können. Ein weiterer Nachteil sind die Zinszahlungen, die bei Long-Positionen entrichtet werden müssen. Wird nur ein Teil des Kapitals vom Trader gestellt, muss die restliche Summe finanziert werden. Daher werden vom CFD-Broker bei Kauf-Positionen (long) Zinsen verlangt. Diese Zinszahlungen erhöhen natürlich den Verlust, beziehungsweise verringern den möglichen Gewinn. Ein weiteres Risiko, das vor allem illiquiden Werten innewohnt (z.B. exotischen Rohstoffen), ist der teilweise recht große Spread, also die Differenz zwischen dem Geld-und Briefkurs.

3. Die 10 wichtigsten Begriffe aus der Welt der CFDs

Derivate

Derivate sind Instrumente, deren Preisbildung sich aus der Kursentwicklung anderer Wertpapiere beziehungsweise anderer Finanzprodukte (sogenannte Basiswerte oder Underlyings) ableitet. Derivate sind in der Regel für das Hedging und die direkte Spekulation geeignet.

Hebel

Der Hebel oder die Hebelwirkung ist mit der Margin eng verbunden. Abhängig von der Handelskreditlinie Ihres Brokers bekommen Sie einen mehr oder weniger großen Rahmen zur Verfügung gestellt. Beispiel: Der Broker verlangt beim Index-CFD-Handel eine Margin von zehn Prozent. Ihr Depot hat einen Wert von 10.000 Euro. Wie Sie wissen, benötigen Sie so nur 1.000 Euro, um 10.000 Euro am Markt zu bewegen. Umgekehrt können Sie mit Ihren 10.000 Euro in diesem Fall theoretisch 100.000 Euro am Markt bewegen (Hebel zehn). Wenn Ihr Broker nur eine Margin von fünf Prozent verlangt, können Sie 200.000 Euro im Markt bewegen (Hebel 20). Bei spekulativen Derivaten wirken sich die Kursbewegungen der Underlyings überproportional auf die Kursentwicklung des Derivates aus. Man spricht hier von einer Hebelwirkung. Diese Hebelwirkung wird für das Hedging und die direkte Spekulation genutzt.

Hedging

Absicherung eines erreichten Kursniveaus durch entsprechende Eröffnung von Positionen in Derivaten. Beispielsweise kann man Aktienpositionen durch den Abschluss von Fremdwährungsderivategeschäften absichern.

Liquidität

Ein wichtiger Faktor beim CFD-Handel ist die Liquidität (ausreichende Verfügbarkeit) des gewählten CFDs. Die Liquidität und die damit verbundene schnelle Handelbarkeit hängen immer vom Underlying ab.

Long-Position

Bei einer Long-Position erwarten Sie steigende Notierungen und profitieren entsprechend, wenn der Kurs steigt (Buchgewinne). Wenn der Kurs aber entgegen Ihrer Erwartung fällt, entstehen Verluste (Buchverluste).

Margin und Margin Call

Der Margin Call ist der Hinweis des Brokers darauf, dass Ihr Depot aktuell über keine ausreichenden Bar-Reserven zur Deckung der offenen Positionen verfügt. Es gibt, je nach Broker, verschiedene Stufen der Margin Calls und der entsprechenden notwendigen Reaktionsmöglichkeiten Ihrerseits beziehungsweise seitens des Brokers.

Market Maker

Der Market Maker ist ein professioneller Börsenhändler, der verbindliche Angebots- und Nachfragepreise für ihm zugewiesene Finanzprodukte (Aktien, Devisen etc.) stellt und dadurch für Marktliquidität sorgt.

Short-Position

Bei einer Short-Position erwarten Sie fallende Notierungen, und Sie profitieren entsprechend, wenn der Kurs fällt (Buchgewinne). Wenn der Kurs aber entgegen Ihrer Erwartung steigt, entstehen Verluste (Buchverluste).

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufskurs. Die XY-Aktie steht bei einem Kurs von 36,12 Euro im Geld zu 36,30 Euro im Brief. Wenn Sie nun diese Aktie kaufen möchten, müssen Sie pro Stück 36,30 Euro bezahlen (Briefkurs). Wenn Sie diese Aktie sofort wieder verkaufen möchten, bekommen Sie dafür 36,12 Euro zurück (Geldkurs).

Underlying

Das deutsche Wort für Underlying ist Basiswert. Wenn Sie zum Beispiel einen CFD auf den XY-Index handeln möchten, ist der XY-Index der Basiswert, an dessen Kursschwankungen Sie partizipieren.

4. Vorteile von CFDs gegenüber anderen Finanzprodukten

Futures vs. CFDs

Ein Future ist ein Terminkontrakt auf ein bestimmtes Gut. Terminkontrakte auf Waren werden Commodity Futures, solche auf Aktien, Anleihen, Indizes und Währungen Financial Futures genannt. Futures verpflichten den Käufer, zu einem festgelegten Termin Waren oder Finanzprodukte zu beziehen. Ist man einen Future short, das heißt, hat man den Future verkauft, so ist man zur Lieferung des entsprechenden Underlyings verpflichtet. Die Verpflichtung, etwas zu liefern oder eine Lieferung anzunehmen, kann man nur umgehen, indem man die Position glattstellt, sprich einen Barausgleich vornimmt.

Futures bieten dem risikofreudigen Trader ausgezeichnete Möglichkeiten, an den Schwankungen der Börse zu partizipieren. Allerdings sind die Hinterlegungssummen (Margins) je nach Future-Kontrakt recht hoch. Margins sind eine Art Eintrittsgeld, nach deren Hinterlegung Sie vom Broker für den Futures-Handel zugelassen werden. Die Hinterlegungssummen, sprich die Margin-Anforderungen, sind aber beim CFD-Handel deutlich geringer, und somit kann ein erfahrener Trader sein Kapital effektiver einsetzen. Sie sollten bedenken, dass der Futures-Handel ein Termingeschäft darstellt. Die Auswahl an Terminkontrakten ist groß, aber nichtsdestotrotz recht überschaubar. Beim CFD-Handel besteht die Möglichkeit, eingegangene Positionen ohne Termin, das heißt ohne ein zeitliches Limit offen zu halten. Außerdem ist die Auswahl an CFD-Basiswerten viel größer. Der Vorteil liegt auf der Hand: Mehr Auswahl bedeutet mehr Chancen. Ein interessanter Aspekt beim Futures-Handel ist die im Vergleich zur bewegten Kapitalgröße geringe Ordergebühr. Die Ordergebühren beim CFD-Handel sind ebenfalls im Verhältnis zum Ordervolumen gering.

Optionsscheine vs. CFDs

Optionsscheine werden von Banken emittiert und im angloamerikanischen Raum auch als Warrant bezeichnet. Ein Warrant beziehungsweise Optionsschein beinhaltet das Ausübungsrecht, innerhalb einer bestimmten Frist eine bestimmte Anzahl von Underlyings zu einem festgelegten Kurs zu beziehen. Die Underlyings (Basiswerte) beziehen sich dabei auf Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Indizes. Der Optionsschein kann zusammen mit einer Anleihe als Optionsanleihe ausgegeben werden, wird jedoch getrennt von der Anleihe einzeln an der Börse gehandelt. Optionsscheine werden von spekulativ eingestellten Anlegern wegen ihrer Hebelwirkung bevorzugt. Der echte Kurs des Optionsscheins kann vom rechnerischen Kurs abweichen, wenn spekulative Anleger in der Erwartung steigender Kurse bereit sind, ein Agio für die Hebelwirkung zu zahlen. Der Wert des Optionsscheins setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Nur einige sollen hier erwähnt werden: der innere Wert, der Zeitwert und die implizite Volatilität. Der Zeitwert ist als Chance zu verstehen, dass sich das der Option zugrunde liegende Underlying innerhalb der bestehenden Restlaufzeit in die vom Anleger gewünschte Richtung entwickelt. Je länger die Restlaufzeit einer Option ist, desto größer ist tendenziell auch die Chance der gewünschten Wertentwicklung. Aus diesem Grunde haben Optionen mit langer Restlaufzeit einen relativ hohen Zeitwert. Die implizite Volatilität ist eine in dem aktuellen Kurs der Option bereits enthaltene (antizipierte) Erwartung der Marktteilnehmer über die künftige Schwankungsbreite, also die Volatilität des Basiswerts.

Ähnlich wie beim Future bietet auch der Optionsschein dem Anleger die Möglichkeit, an fallenden ebenso wie an steigenden Märkten zu partizipieren. Allerdings ist der Optionsschein, bedingt durch die bereits beschriebene Konstruktion und die mittlerweile kaum mehr überschaubare Produktvielfalt, sehr komplex. Auch die Möglichkeit, Optionsscheine zu konstruieren, erhöht die Komplexität dieses Finanzprodukts. Beispiel: In den vergangenen Jahren sind Optionsschein-Konstruktionen auf den Markt gekommen, die sich in punkto Optionsfrist von den gängigen Warrants unterscheiden. Bei diesen Scheinen endet die Laufzeit nicht an einem festgelegten Tag, sondern dann, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. So verfallen die sogenannten Knock-Out-Warrants, wenn das Basisobjekt eine festgelegte Kursbandbreite verlässt. Bei einer anderen exotischen Warrant-Variante erhält der Anleger zum Beispiel für jeden Tag, an dem der amtliche Wechselkurs des US-Dollars zwischen 0,85 und 0,90 Euro liegt, eine bestimmte Geldsumme. Steigt der Greenback auf 0,91 Euro oder fällt er unter 0,85 Euro, dann endet die Laufzeit, und der Anleger erhält die kumulierten Beträge ausbezahlt. Solche Konstruktionen fallen in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen: Normalerweise setzt der Optionsschein-Anleger auf eine starke Preisbewegung und kauft Call oder Put Warrants, je nachdem, ob er mit einem Anstieg oder einem Einbruch des Basisobjekt-Preises rechnet. Neue Konstruktionen wie Single Barrier Warrants sind dagegen für Börsenzeiten gedacht, in denen nicht viel los ist, Kurse und Preise sich also innerhalb enger Spannen bewegen. Der CFD-Handel dagegen ist in seiner Konstruktion verständlicher. Der CFD ist eine Abbildung seines Underlyings. Die Hebelwirkung ist deutlich stärker als beim Optionsschein.

Forex vs. CFDs

Unter Forex, der Devisenbörse, versteht man das Forum, in dem die Währung eines Landes gegen die eines anderen getauscht (gehandelt) wird. Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt. Im Gegensatz zu anderen Finanzmärkten hat der Devisenmarkt keinen physischen Ort, keine zentrale Börse, an der die Orders abgewickelt werden. Er funktioniert über ein elektronisches Netzwerk von Banken, Unternehmen und Einzelpersonen, die eine Währung gegen die andere handeln. Durch das Fehlen einer physischen Börse kann der Devisenmarkt im 24-Stunden-Takt in Betrieb sein, er spannt sich von einer Zeitzone zur nächsten über die wichtigsten Finanzzentren der Welt hinweg.

Der Handel läuft von Sonntagnacht bis Freitagabend rund um die Uhr. Traditionell war der Zugang zum Devisenmarkt für Investoren nur durch Banken möglich, die große Devisensummen für Wirtschafts- und Investitionszwecke handelten. Das Handelsvolumen ist rasant angestiegen, besonders nach der Freigabe der Wechselkurse gegenüber dem Goldstandard im Jahr 1971. Importeure sowie Exporteure, internationale Fondsmanager, multinationale Aktiengesellschaften, Spekulanten, Händler, langfristige Besitzer und Hedge-Fonds, sie alle benutzen den Devisenmarkt zur Bezahlung von Gütern und Dienstleistungen, für den Handel von Finanzanlagen oder zur Reduzierung des Risikos von Wechselkursschwankungen durch Absicherung ihres Engagements in anderen Märkten.

Auch der Forex-Handel bietet Tradern die Möglichkeit, an fallenden Kursen genauso zu partizipieren wie an steigenden. Die Hebelmöglichkeiten sind sehr groß, und es besteht die Chance, mit wenig Kapital hohe Summen an der Börse zu bewegen. Die Auswahl von verschiedenen Währungspaaren ist, abhängig vom Broker, in der Regel sehr umfangreich. Die Liquidität im Markt ist so hoch, dass es jederzeit möglich ist, Positionen zu öffnen beziehungsweise wieder zu schließen. Besonders nach dem Bekanntwerden von Nachrichten kann es zu exorbitanten Kursbewegungen kommen, die es Tradern mit kleineren Depots sehr schwierig machen, ein vernünftiges Money Management konsequent anzuwenden. Der Handel rund um die Uhr ist für viele Marktteilnehmer ebenfalls ein großer Vorteil. Ein immer wieder genannter Unterschied in diesem Produktvergleich ist allerdings die Auswahlmöglichkeit beziehungsweise die Anzahl der zur Verfügung stehenden CFDs: Die meisten CFD-Plattformen bieten sowohl viel gehandelte als auch exotische Währungspaare zum Handel an. Die Handelbarkeit ist dementsprechend groß. Die Handelszeiten der CFDs sind zwar immer abhängig von den Börsenplätzen, an denen ihr Underlying gehandelt wird. Da ein guter CFD-Broker aber viele internationale Börsenplätze zum Handeln anbietet, ist auch hier der Handel quasi rund um die Uhr möglich.

Zusammenfassung

Sicher kann ich in diesem Vergleich nicht bis ins letzte Detail alle Vor- und Nachteile der einzelnen Handelsprodukte erläutern. Das würde hier auch am Ziel vorbeischießen und den Rahmen des Buches sprengen. Wichtig ist nur, dass Sie auf den ersten Blick erkennen, welche Möglichkeiten beziehungsweise Risiken Ihnen der CFD-Handel bietet.

5. Forex-Trading – Ohne Fundamentale Analyse geht es nicht

Obwohl es eine Vielzahl von verschiedenen Tradingstrategien gibt, basieren die meisten Handelsansätze auf zwei Analysemethoden: der Fundamentalen oder der Technischen Analyse. Die Fundamentale Analyse beschäftigt sich unter anderem mit den Ursachen von Wechselkursschwankungen. Betrachtet werden somit die Einflussfaktoren, die das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auslösen. Analysten schauen im Devisenmarkt vor allem auf ökonomische Faktoren der Währungsräume, aber auch politische Events sowie die Zentralbanken werden in die Analyse mit einbezogen. Die Technische Analyse dagegen setzt sich lediglich mit der historischen Entwicklung des Wechselkurses auseinander – die zugrunde liegenden Einflussfaktoren finden keine Beachtung. Analysten versuchen, aus der historischen Kursentwicklung eine Aussage über die künftige Entwicklung zu treffen.

Beide Ansätze haben ihre Befürworter und ihre Gegner – und mit beiden Ansätzen wird Geld gewonnen und verloren. Es hängt von der eigenen Persönlichkeit ab, für welchen Ansatz man sich schlussendlich entscheidet. Natürlich ist auch eine Kombination beider Analysemethoden möglich. Generell überwiegt im mittelfristigen Bereich der Einsatz der Technischen Analyse, während langfristige Aussagen im institutionellen Handel vor allem anhand der Fundamentalen Analyse getroffen werden.

Gerade beim CFD-Forex-Handel kommt der Fundamentalen Analyse eine entscheidende Bedeutung zu. Hierbei wird die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten beobachtet. Sind diese positiv für einen Währungsraum zu interpretieren, gehen die meisten Trader von einer Aufwertung der Währung aus.

Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität ist unter Ökonomen die populärste Theorie, um Wechselkursschwankungen zu erklären und Prognosen über die künftige Entwicklung des Tauschverhältnisses abzuleiten. Der Theorie zufolge passt sich der Wechselkurs zwischen zwei Währungen so an, dass der Preis eines Güterkorbs in beiden Währungsräumen identisch ist. Mit dem gleichen Betrag Geld – unabhängig davon, in welcher Währung dieser ist – kann man somit in beiden Währungsräumen das gleiche Güterbündel kaufen. Beim Gleichgewichtswechselkurs – dem Kurs, der von der Kaufkraftparität prognostiziert wird – ist die Kaufkraft beider Währungen somit identisch.

Weicht der tatsächliche Wechselkurs zu stark von diesem theoretischen Gleichgewichtskurs ab, besteht eine Arbitrage-Möglichkeit. Unter Arbitrage versteht man das Ausnutzen von Preisunterschieden bei identischen Gütern. Eine Arbitrage-Möglichkeit ergibt sich, wenn zum Beispiel der Preis eines identischen Computers in den USA und in Europa voneinander abweicht. Laut der Theorie sollte der Preis des PCs in beiden Ländern – natürlich umgerechnet in die entsprechende Währung – identisch sein. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Arbitrage.

Marktteilnehmer würden den PC in dem günstigeren Land einkaufen und im teureren Land verkaufen. Dieser Prozess würde so lange anhalten, bis sich die Preise aufgrund von Angebot und Nachfrage angeglichen haben.

Ein populäres Beispiel für das Kaufkraft-Modell ist der sogenannte Big-Mac-Index. Dieser stark vereinfachte Kaufkraft-Index, der regelmäßig von der Zeitschrift The Economist veröffentlicht wird, basiert auf einer weltweiten Übersicht über die Preise für einen Big Mac in einem McDonald’s-Restaurant. Vorteil dieses Index ist, dass es sich hierbei um ein homogenes Produkt handelt, das fast auf der ganzen Welt vertrieben wird. So kostet ein Big Mac in den USA beispielsweise durchschnittlich 3,06 US-Dollar, während der Preis in Europa im Durchschnitt bei 2,92 Euro liegt.

Vergleicht man die Preise in der Realität, wird man häufig große Abweichungen entdecken. Es zeigt sich, dass es zu lang anhaltenden Ungleichgewichten kommt und die Theorie nur bedingt zur Prognose von Wechselkursen geeignet ist. Grund hierfür sind vor allem diverse Annahmen des Modells. So geht das Modell der Kaufkraftparität beispielsweise davon aus, dass keine Handelsbarrieren wie Zölle bestehen und dass es keine Transport- und Transaktionskosten gibt.

Zinsparität

Die Theorie der Zinsparität sagt aus, dass sich der Wechselkurs zwischen zwei Währungsräumen gemäß ihrer Zinsdifferenz entwickelt. Das Modell geht davon aus, dass man nicht von unterschiedlichen Zinsen in zwei Währungsräumen profitieren kann. Vielmehr wird der Zinsvorteil eines Währungsraums von einer entgegengesetzten Wechselkursbewegung ausgeglichen.

Statt einer Abwertung der höher verzinsten Währung kommt es häufig sogar zu einer Aufwertung, da die Investoren von den hohen Zinsen in die Währung gelockt werden und somit verstärkt diese Währung nachfragen. Aufgrund des Nachfrageüberhangs der hoch verzinsten Währung und des hohen Angebots der gering verzinsten Währung kommt es schließlich zur Aufwertung. Dieser Trade – Aufnehmen eines Kredits in einer niedrig verzinsten Währung und Anlage des Geldes in einer höher verzinsten Währung – wird übrigens auch als Carry-Trade bezeichnet und erfreut sich vor allem unter Hedge-Fonds großer Beliebtheit. Obwohl das Modell nur eine geringe Aussagekraft hat: Zinsentwicklungen haben einen sehr großen Einfluss auf den Devisenmarkt und lösen häufig starke Schwankungen aus. Da sich viele Notenbanken bei der Festlegung der Leitzinsen an den Inflationsdaten orientieren, sollte man stets auch die Teuerungsrate im Auge behalten.

Ökonomische Kennzahlen

Keines der beiden hier vorgestellten Modelle vermag eine eindeutige Prognose der Wechselkurse – auch bei der Analyse von Devisen gibt es keinen »Heiligen Gral«. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich mit den Modellen auseinanderzusetzen, da diese zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise und der Zusammenhänge des Devisenmarktes beitragen. Statt mit den klassischen Modellen lassen sich Währungsräume auch anhand ökonomischer Indikatoren analysieren. Dazu eignen sich vor allem die regelmäßig veröffentlichten Konjunkturindikatoren. Die ökonomische Situation eines Währungsraums hat sowohl mittel- als auch langfristig großen Einfluss auf den Wechselkurs der betreffenden Währung.

Es gibt eine große Bandbreite an Faktoren, die den Wechselkurs beeinflussen. Da es sich bei jeder Volkswirtschaft um ein äußerst komplexes System handelt, sollten Trader eine Vielzahl von Daten im Auge behalten. Auf den kommenden Seiten werden die wichtigsten Konjunkturindikatoren kurz vorgestellt. Generell wird zwischen vorauslaufenden, Präsenz- und nachlaufenden Indikatoren unterschieden. Während Erstere der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vorauslaufen, spiegeln Präsenzindikatoren die aktuelle Situation wider. Nachlaufende Indikatoren hingegen zeigen eine wirtschaftliche Veränderung erst im Nachhinein an. Obwohl sich die Daten auf die Vergangenheit beziehen, erlauben sie dennoch wichtige Schlussfolgerungen über die Situation einer Volkswirtschaft.

In einer Studie untersuchte das US-amerikanische National Bureau of Economic Research den Einfluss verschiedener Faktoren anhand der nach ihrer Veröffentlichung ausgelösten Preisschwankungen. Die höchsten Schwankungen wurden demnach durch folgende Veröffentlichungen ausgelöst:

1. Arbeitslosenquote

2. Zinsen/Zinsentwicklung

3. Inflation

4. Zahlungsbilanz/Handelsbilanz

5. BIP