Trainieren wie im Knast - Paul Wade - E-Book

Trainieren wie im Knast E-Book

Paul Wade

4,9

  • Herausgeber: Riva
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Die meisten Fitnessprogramme zielen darauf ab, den Körper zu verschönern oder für den Sport fit zu halten. Beim Militär verlassen sich die Soldaten heute viel mehr auf ihre Waffen als auf ihre eigene Körperkraft. In einem Gefängnis jedoch, wo die Einschüchterung der Schwächeren an der Tagesordnung ist, kann bloße Muskelstärke über Leben und Tod entscheiden. Paul Wade hat dies am eigenen Leib erfahren. 19 Jahre verbrachte der ehemalige Heroindealer hinter Gittern und entwickelte dort sein eigenes Trainingsprogramm. Auf kleinstem Raum stählte er täglich seinen Körper und wurde so vom eingeschüchterten Schwächling zu einem allseits respektierten Insassen, der sich gegenüber gefährlichen Mithäftlingen zu behaupten wusste. Dieses Buch erklärt, wie man sich anhand von sechs kontinuierlich gesteigerten Basisübungen nur mithilfe seines eigenen Körpergewichts und einiger Alltagsgegenstände in Topform bringen kann, und zeigt, dass auch der kleinste Raum genug Platz für ein effektives Training bietet.

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Seitenzahl: 382

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STIMMENZUTRAINIERENWIEIM KNAST

»In Trainieren wie im Knast erschließt uns Paul Wade einen Weg, der vor dem Hintergrund einer soliden Trainingsphilosophie durch Eigengewichtsübungen sicher und effektiv ›vom Weichei zum Superhelden‹ führt.«

Pavel Tsatsouline, Autor von The Naked Warrior und Kettlebell Training: Das Fitnessgeheimnis der russischen Spezialeinheiten

»Trainieren wie im Knast zollt den Eigengewichtsübungen den ihnen zukommenden Respekt. Dieses Buch ist wie ein Schritt in alten Schuhen in eine neue Richtung, und ich freue mich sehr über sein Erscheinen. Meiner Ansicht nach liefert Trainieren wie im Knast den Stoff, den es braucht, um dem Niedergang unserer Körperkultur Progression, Präzision und Klarheit entgegenzusetzen.«

Gray Cook, Physiotherapeut, MSPT, OCS, CSCS, Functional Movement Systems, Autor von Der perfekte Athlet: Spitzenleistungen durch Functional Training

»Trainieren wie im Knast ist ein fantastisches Buch, gefüllt mit solidem Wissen sowie wertvollen Informationen und Einsichten, das seinen aufmerksamen und konsequent trainierenden Lesern steinharte funktionale Muskeln bescheren wird. Paul Wades rasiermesserscharfer Stil macht kurzen Prozess mit all dem Unsinn, den die Hochglanz-Muskelmagazine verbreiten, und spricht mit dem Leser Klartext: Man braucht weder Langhanteln und Gewichtsscheiben noch ausgeklügelte Maschinen, Hautbräune aus der Sprühdose und kunstvoll zerfetzte T-Shirts, um mit seinen Muskeln eine gute Figur zu machen. Alles, was man dafür wirklich benötigt, ist der eigene Körper, ein paar leicht zu erlernende Übungen und einen Trainingsplan. Sie stellen den Körper, Trainieren wie im Knast liefert den Rest – in Gestalt eines gut lesbaren, leicht verständlichen Buches, das Ihnen beibringt, was Sie und wie Sie es tun müssen. Ich habe selbst viel über Trainingsmethoden geschrieben und kann dieses Buch wärmstens empfehlen.«

Loren Christensen, Autor von Solo Training und The Fighter‘s Body

»Um ein berühmtes politisches Zitat zu verfremden: ›Es sind die Fortschritte, Dummkopf!‹ Coach Wade listet in Trainieren wie im Knast Serien von progressiven Übungen auf, die den Leser in die Lage versetzen, die sechs großen Eigengewichtsübungen zu meistern. Jeder, der die absolute Körperbeherrschung anstrebt, sollte auf Paul Wade hören, denn sein Wissen hat sich unter extremen Bedingungen bewährt. Achten Sie also auf die Fortschritte und investieren Sie Ihre Zeit – Sie werden tatsächlich an Kraft gewinnen.«

Brett Jones, Master RKC, CSCS, CK-FMS, Fitnesstrainer und -ausbilder, www.functionalmovement.com

»Außergewöhnlich! Mit Abstand das innovativste Fitnessbuch seit vielen Jahren! Viele reden darüber, das eigene Körpergewicht zu beherrschen, doch Trainieren wie im Knast liefert einen Plan, nach dem jeder trainieren kann, gleichgültig, auf welchem Stand er ist. Vor allem die Trainingsprogression ist genial! Ich hatte mir eingebildet, gleich einige der Übungen auf Meisterlevel nachmachen zu können, doch es zeigte sich, dass ich nicht einmal imstande war, auch nur einen einzigen zehnten Schritt der sechs Grundübungen KORREKT auszuführen, und dass ich bei den meisten auf dem Niveau von Schritt 3 bis 5 war. Dieses Programm wird meinen Sehnen endlich die Kraft verleihen, die ich brauche, um meine bisherigen Erfolge bei Eigengewichtsübungen um einiges zu überbieten, und es wird mir tatsächlich einsetzbare Kraft sowie ein höheres Tempo bescheren. Ich habe schon eine ganze Kiste Exemplare für meine Freunde und Sportpartner bestellt. Zögern Sie nicht! Besorgen Sie sich dieses Buch und legen Sie los, um echte Körperkraft aufzubauen, die Ihren Körpermotor auf Touren bringt!«

Tim Larkin, Meister der Nahkampfausbildung, www.targetfocustraining.com

»Trainieren wie im Knast von ›El Entrenador‹ ist eine bemerkenswerte Lektüre für alle, die ihre Eigengewichtsübungen auf Höchstniveau bringen wollen. Das Buch hat sich seinen Regalplatz neben The Naked Warrior redlich verdient.«

Kenneth Jay, Master RKC, Autor von Viking Warrior Conditioning

»Trainieren wie im Knast ist ein erfrischendes Buch über Körperkraft. Zwar existieren bereits zahlreiche Abhandlungen über Eigengewichtsübungen, aber nur wenige davon befassen sich mit der Frage, wie man durch Eigengewichtsübungen zu echter Kraft kommt. Dies ist nicht einfach nur ein weiteres Buch darüber, wie man 50 Liegestütze schafft; in diesem Buch geht es vielmehr darum, einarmige Handstand-Liegestütze, einbeinige Kniebeugen und sogar einarmige Klimmzüge zu meistern. Das klingt wie ein Programm für Superhelden, ist tatsächlich aber dank eines kristallklar gehaltenen Trainingsplans ohne Weiteres erreichbar.

Paul Wades Stil liest sich sehr unterhaltsam und ist gleichzeitig hochgradig motivierend. Ich garantiere Ihnen, dass Sie sein Buch verschlingen werden. Und jeder kann davon profitieren – Ihre Mutter ebenso wie ein Freizeitathlet oder ein Leistungssportler außerhalb seiner Wettkampfsaison.

Ich habe einige der Übungen in mein eigenes Trainingsprogramm eingebaut; besonders die progressiven Übungen für die Brücke sowie einige Grundübungen sind für den Kraftaufbau jedes Menschen geeignet. Trainieren wie im Knast wäre eine Bereicherung für militärische Ausbildungsprogramme, Ringertrainer und Ausbilder von Kampfsportarten. Die Übungen führen in relativ kurzer Zeit zu einer verbesserten Körperbeherrschung und Beweglichkeit und stellen mitunter Varianten der in diesen Bereichen bereits angewendeten Trainingslektionen dar. Weil sich Wades Buch auf den Kraftaufbau konzentriert, können in kurzer Zeit fantastische Ergebnisse erzielt werden. Trainieren wie im Knast sollten Sie sich auf jeden Fall anschaffen. Mit Naked Warrior gepaart, kann es Ihnen helfen, eine Kraft aufzubauen, die selbst Spiderman vor Neid erblassen lässt.«

Adam T. Glass, RKC II, professionell auftretender Kraftmensch

»Coach Wades Buch kam zu einem für mich sowohl privat als auch beruflich kritischen Zeitpunkt heraus. (Aber nein, ich muss nicht in den Knast!) Seine progressiven Eigengewichtsübungen werden mir helfen, bessere und effizientere Trainingspläne sowohl für mich selbst als auch für meine Schüler zu entwickeln. Wenn Sie ernsthaft mit Eigengewichtsübungen trainieren, müssen Sie sich dieses Buch anschaffen! Und wenn Sie eine Schwäche für das Schräge und Dunkle haben, werden Sie die Geschichte der Entstehung von Coach Wades Buch geradezu verschlingen!«

Craig Ballantyne, Turbulence Training

»Trainieren wie im Knast ist vollgepackt mit den interessantesten Informationen über Eigengewichtsübungen, die ich jemals gehört oder gelesen habe. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch zur Verfügung gehabt, als ich noch Ringen als Leistungssport betrieben habe. Wichtiger aber noch ist mir, dass ich dieses Wissen heute meinen Schülern und eines Tages, wenn sie älter sind, auch meinem Sohn und meiner Tochter vermitteln kann. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Buch beeindruckt hat und wie groß mein Vertrauen in seinen Autor ist.«

Zach Even-Esh, Autor von The Ultimate Underground Strength System

»Ich wollte dieses Buch nicht mögen. Eigentlich wollte ich es wegen des Titels nicht einmal lesen. Aber jetzt mag ich dieses Buch nicht nur, ich liebe es geradezu. Vermutlich ist es die beste Zusammenstellung von Calisthenics-Übungen und progressiven Trainingsprogrammen, die ich je in die Hand bekam, optimal ergänzt durch einen Überblick über die Geschichte der Übungen mit dem eigenen Körpergewicht.

Als ehemaliger Eliteturner und Ausbilder im Geräteturnen ist es mein Anliegen, den Körper als Medium für die Steigerung der eigenen Kraft zu nutzen, und deshalb sehe ich Eigengewichtsübungen als Grundlage jedes funktionierenden Trainingsplans an. Denn schließlich gilt doch: Wenn man das eigene Körpergewicht nicht einsetzen kann, wozu braucht man dann noch zusätzliche Gewichte? Coach Wade hat das begriffen und Programme entwickelt, die jeden, der sie nutzt, in kürzester Zeit zu einem herrlichen Körperwesen machen werden.

Das Buch liest sich leicht und ist so durchdacht aufgebaut und strukturiert, dass ich keine andere Wahl hatte, als es von der ersten bis zur letzten Seite zu verschlingen. Die Reihenfolge der progressiven Übungen ist brillant und eignet sich bestens dazu, jedem Leser selbst die schwierigsten Übungen zugänglich zu machen – vorausgesetzt, er bringt genügend Mut und Ausdauer auf, um konsequent dranzubleiben und sich laufend zu verbessern.

Coach Wade präsentiert uns hier ein echtes Trainingsprogramm mit korrekter Biometrik, Kinesiologie und progressiven Schritten, also all dem, was viele Autoren und Trainer heutzutage zu Unrecht vernachlässigen. Danke, Coach, danke für dieses außergewöhnliche Buch, das in die Regale all jener gehört, die die Welt des Kraftsports lieben, aber auch die Geschichte des modernen Krafttrainings kennenlernen wollen.«

Mark Reifkind, Master RKC Instructor, Girya Kettlebell Training

TRAINIEREN

WIE IM

KNAST

Der progressive Ganzkörperplan für Muskeln, Kraft und einen eisernen Willen

Paul »Coach« Wade

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Wichtiger Hinweis

Sämtliche Inhalte dieses Buches wurden – auf Basis von Quellen, die der Autor und der Verlag für vertrauenswürdig erachten – nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und sorgfältig geprüft. Trotzdem stellt dieses Buch keinen Ersatz für eine medizinische Beratung dar. Wenn Sie medizinischen Rat einholen wollen, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Arzt. Der Verlag und der Autor haften für keine nachteiligen Auswirkungen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Informationen stehen, die in diesem Buch enthalten sind.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

1. Auflage 2015

© 2015 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2009 bei Dragon Door Publications, Inc., Little Canada, MN SS 164, USA, www.dragondoor.com, unter dem Titel Convict Conditioning. How to Bust Free of All Weakness – Using the Lost Secrets of Supreme Survival Strength. © 2009 by Paul »Coach« Wade. All rights reserved.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung: Dr. Cornelia Panzacchi

Satz und Redaktion: bookwise medienproduktion GmbH

Umschlaggestaltung: Kristin Hoffmann

Druck: CPI books GmbH, Leck

Printed in Germany

ISBN Print 978-3-86883-563-2

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86413-749-5

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86413-750-1

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– INHALT –

Vorwort

Teil I: Vorbemerkungen

1. Einleitung: Reise zur Kraft

2. Old School Calisthenics: Die vergessene Kunst

3. Das Sträflingsmanifest: Eigengewichtsübungen oder neue Methoden

4. Trainieren wie im Knast: Über dieses Buch

Teil II: Die sechs Grundübungen

5. Liegestütz: Gepanzerte Brust, Trizeps aus Stahl

6. Kniebeuge: Oberschenkel, stark wie Aufzugskabel

7. Klimmzug: Ein Rücken wie ein Scheunentor

8. Beinheben: Ein Sixpack aus der Hölle

9. Brücke: Eine Wirbelsäule aus Titan

10. Handstand-Liegestütz: Schultern wie ein Rammbock

Teil III: Sein eigener Trainer werden

11. Körperwissen: Gusseiserne Prinzipien

12. Trainingsprogramme: Übung macht den Meister

Dank

Haftungsausschluss

Für Melanie Shoshana Ault

Eine Lady, für die es sich lohnt, aus dem Hochsicherheitstrakt auszubrechen.

VORWORT

Ein Tag im Jahr 1969: Ein junger Cambridge-Student lauschte dem Vortrag zweier safrangelb gewandeter tibetischer Mönche, in dem es um die Geheimnisse von Meditation und Erleuchtung ging.

Die Mönche strahlten ein friedliches, heiteres Selbstvertrauen aus. »Alles ist schön, nichts ist wichtig«, schien die Quintessenz ihrer Botschaft zu sein. Doch der junge Mann ließ sich von ihrer Gelassenheit nicht anstecken. In seinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander.

Einer der beiden Mönche erzählte von dem inneren Frieden, den Meditation zu schenken vermag. Er verwendete eine Metapher: »Man kann in eine Gefängniszelle gesperrt und scheinbar unfrei sein – und dennoch innerlich frei bleiben. Diese innere Freiheit kann einem niemand nehmen.«

Der Student wollte das nicht gelten lassen. Wütend sprang er von seinem Sitz auf. »Wie können Sie so etwas sagen? Gefängnis ist Gefängnis! Wer gegen seinen Willen eingesperrt wurde, kann nicht wirklich frei sein.« Der Mönch hatte mit seiner Metapher einen dunklen Punkt angerührt; das war der Grund für die unverhältnismäßig laute Reaktion des Studenten.

Der andere Mönch lächelte den zornigen jungen Mann heiter an. »Es ist gut, die eigenen Lehrer infrage zu stellen«, antwortete er ohne jeglichen Anflug von Ironie. Und die beiden Mönche fuhren mit ihrem Vortrag fort, der den zornigen jungen Studenten umfloss wie ein ruhiger Fluss einen schroffen Felsen im Flussbett.

40 Jahre später. Es ist das Jahr 2009. Aus dem temperamentvollen Studenten ist ein etwas weiserer und gelassenerer Mann geworden. Er betreibt einen dynamischen, rasch expandierenden Verlag namens Dragon Door Publications, dessen Bücher sich an Menschen wenden, die optimale körperliche Fitness und Kraft anstreben.

Dieser Mann möchte Ihnen nun eines der aufregendsten Bücher vorstellen, die er jemals gelesen hat. Es ist ein Buch über das Gefängnis und gleichsam über Freiheit. Es ist ein Buch über das Überleben und über uns Menschen. Es ist ein Buch über Kraft und Macht. Es ist ein Buch, das in die Hände von Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleuten gehört und in die aller, die andere beschützen. Es ist ein Buch, das in Schulen und Universitäten gelesen werden sollte, ein Buch für Profisportler, Bürohengste und Mütter im Erziehungsurlaub. Es ist ein Buch für alle, die merken, dass sie älter werden, aber lieber jung bleiben wollen, und für jeden, der die Kraft in sich entdecken und aufbauen will.

Es ist das Buch eines ehemaligen Sträflings, eines Mannes, der fast 20 Jahre lang seiner Freiheit beraubt in einigen der schlimmsten US-Gefängnisse einsaß und der sich aus schierem Überlebensdrang auf seine Körperkraft besann. Ein Mann, dem nur noch sein Geist und sein Körper geblieben waren und der sich dafür entschied, sich selbst zu fördern und sich dadurch eine innere Freiheit zu erkämpfen, die ihm niemand entreißen konnte: die Freiheit eines starken Körpers und eines starken Geistes.

Dieses Buch heißt Trainieren wie im Knast.

Trainieren wie im Knast? Wie kommt ein namhafter Verlag darauf, ein Buch mit einem derartigen Titel zu veröffentlichen, der den Verdacht nahe liegt, im Buch könnten Verbrecher oder das Verbrechen ganz allgemein gefeiert und verherrlicht werden?

Zahlreiche Fitnessexperten lasen Vorabexemplare von Trainieren wie im Knast – und waren begeistert. Nur der Titel gefiel ihnen nicht. »John, jeder Soldat sollte dieses Buch besitzen, jeder Polizist, jedes Kind sollte es von seinen Eltern bekommen … aber wer will ein Buch mit so einem Titel lesen?«

Ich muss zugeben, dass ich verunsichert war. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Titels. Würde er Käufer und Leser nicht abschrecken?

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto sicherer wurde ich mir, dass der Titel so bleiben musste. Denn beim Training im Gefängnis geht es genau darum: um den Aufbau von Kraft und Kondition allein um des Überlebens, um der Selbstbehauptung in einer der gefährlichsten Lebenswelten unserer Zeit willen. Denn Trainieren wie im Knast beschreibt, wie man sich eine Aura der Kraft zulegt, die jeden potenziellen Angreifer abschreckt.

Diesem Kompendium des Wissens einen anderen Titel überzustülpen, wäre ein schwerer Fehler. Es ist, als würde man einen kräftigen, herzhaften Roquefort in eine Verpackung mit der Aufschrift »Baby-Gouda« stecken.

Außerdem ist im Titel bereits die zentrale Botschaft enthalten: Es gibt tatsächlich eine Freiheit, die einem niemand nehmen kann, wie klein auch die Zelle sein mag, in die man gesteckt wurde. Es ist die Freiheit, die Herrlichkeit des eigenen Körpers und Geistes zu pflegen. Paul Wade schuf sowohl einen unwiderleglichen Beweis dafür als auch ein Programm, mit dessen Hilfe jeder diese Herrlichkeit zu verwirklichen vermag.

Lesen Sie Trainieren wie im Knast, und Sie werden bald merken, dass es darin nicht darum geht, das Leben von Kriminellen im Gefängnis zu verherrlichen. Dieses Buch ist alles andere als ein literarisches Gegenstück zum Gangsta Rap. Ganz im Gegenteil: Sie werden merken, dass Sie niemals dort hinkommen wollen, wo Paul Wade so viele Jahre verbacht hat. Vor allem aber ist es ein Buch, das Sie dazu anregt, einen Grad an körperlicher Fitness anzustreben, den Sie bisher für sich als unerreichbar ansahen.

Bald nach dieser Erkenntnis wird sich Ihnen ein weiterer Gedanke aufdrängen: Warum wird dieses Wissen von einem ehemaligen Sträfling vermittelt? Ist es etwa irgendwie anrüchig? Wenn ein Polizist oder ein Sportlehrer durch Paul Wades Trainingsprogramm eine außergewöhnlich gute Kondition erzielt, hat er sich dann irgendwie kompromittiert, weil die Übungen von einem Vorbestraften entwickelt wurden? Nein, ich glaube nicht. Denn das würde einer Erkenntnis widersprechen, für die Trainieren wie im Knast steht: »Richte nicht, damit du nicht selbst gerichtet wirst!«, und ebenso der zentralen Botschaft dieses Buches, nämlich der, dass jeder Mensch das Potenzial seiner Läuterung in sich trägt.

Neulich versuchte ich meinen 18-jährigen Sohn Peter für eines der Idole meiner Jugend zu begeistern: für Lou Reed. Nachdem er sich einen Ausschnitt aus einem Album von Lou Reed und Velvet Underground angehört hatte, fiel sein Urteil kurz und knapp aus: »Dad, es kann nur einen Bob Dylan geben.« Wenn ich auch hinsichtlich Lou Reed anderer Meinung bin, so muss ich ihm in einem Punkt doch recht geben: Lou Reeds großes Vorbild war Bob Dylan, und weil es tatsächlich nur einen Bob Dylan geben kann, musste Lou Reed sehr viel Energie in das Bemühen investieren, sich von Dylan abzugrenzen. Meiner Ansicht nach ist ihm das gelungen. »Es gibt nur einen Lou Reed«, wäre mein entsprechendes Statement.

In meiner bisherigen Verlegerlaufbahn hatte ich das Glück, dem Publikum drei bemerkenswerte Autoren vorstellen zu können: Pavel Tsatsouline, Ori Hofmekler und Marty Gallagher. Alle drei sind einzigartig, sodass man zu Recht sagen kann: »Es gibt nur einen …« Es kann nur einen Pavel geben. Es kann nur einen Ori geben. Es kann nur einen Marty geben. Und nun kann ich dieser Ikonenliste noch einen weiteren Namen hinzufügen: Es kann nur einen Paul Wade geben.

John Du Cane

Dragon Door Publications

– TEIL I –

VORBEMERKUNGEN

Die moderne Fitnessszene wird weitgehend von muskelbepackten Bodybuildern, teuren Trainingsgeräten und Anabolika geprägt.

So war es nicht immer.

Es gab eine Zeit, in der sich Männer unglaubliche Kraft antrainierten, ohne irgendein Hilfsmittel zu verwenden – keine Gewichte, keine Geräte, keine Medikamente. Nichts.

Wenn Sie mehr über die klassische Methode des Kraftaufbaus erfahren wollen, dann lesen Sie weiter.

1. EINLEITUNG

REISEZUR KRAFT

Gleichgültig, welchen Kraftraum Sie wo auch immer auf der Welt betreten: Stets werden Sie dort immens aufgeplusterte Anabolika-Junkies finden, die sich für »stark« halten, weil sie einen Oberarmumfang von 45 cm haben, schwere Gewichte heben und in einem Tanktop einen eindrucksvollen Anblick bieten.

Aber wie viele von ihnen sind wirklich kräftig?

• Wie viele von ihnen verfügen über echte athletische Kraft, die sie auch einsetzen können?

• Wie viele von ihnen könnten auf der Stelle 20 einarmige Liegestütze ausführen?

• Wie viele von ihnen haben eine Wirbelsäule, die so stark, so biegsam und so gesund ist, dass sie sich rücklings niederbeugen und mit den Händen den Boden berühren können?

• Wie viele von ihnen verfügen über derart mächtige Beinmuskeln, dass sie eine perfekte einbeinige Kniebeuge hinbekommen?

• Wie viele von ihnen sind in der Lage, einen tadellosen einarmigen Klimmzug vorzuführen?

Die Antwort lautet: so gut wie keiner.

Wohl nirgendwo auf der Welt werden Sie in einem Kraftraum einen Bodybuilder antreffen, der diese einfachen Eigengewichtsübungen beherrscht. Dennoch aber gelten die unnatürlich wirkenden Muskelberge als der Inbegriff von Kraft und Fitness.

Der Bodybuildertyp wurde zum akzeptierten Symbol konsequenten Muskeltrainings. Mir kommt das vollkommen verrückt vor. Welche Rolle spielt es, wie viele Kilos man zu heben imstande ist? Wie kann jemand als »stark« gelten, wenn er nicht einmal in der Lage ist, seinen Körper auf die von der Natur vorgesehene Art zu bewegen?

Stark werden

Den heutigen Kraftraumfans geht es ums Aussehen, nicht um das Können – um die Form, nicht die Funktion. Diese Männer stellen gewaltig wirkende Gliedmaßen zur Schau, die durch das Training aber nur an Muskelgewebe zunahmen; Sehnen und Gelenke blieben schwach. Bitten Sie einen dieser Muskelmänner einmal, eine einbeinige Kniebeuge vorzuführen, bei der der Hintern bis zum Boden runterkommt. Täte er es, würden ihm vermutlich die Kniesehnen reißen. Die meisten Bodybuilder sind nicht in der Lage, die Kraft, die sie besitzen, auch einzusetzen: Wenn sie versuchen, auf Händen zu gehen, fallen sie auf die Nase.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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