Über das Altern - Max-Joseph Kraus - E-Book

Über das Altern E-Book

Max-Joseph Kraus

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Beschreibung

Exposé zum Buch: Über das Altern 60 Fragen an den Hausarzt Thema und Hintergrund: Das Altern ist ein universelles Thema, das jeden Menschen betrifft und gleichzeitig viele Fragen aufwirft. Über das Altern 60 Fragen an den Hausarzt ist das Ergebnis eines einzigartigen Dialogs zwischen dem Juristen Gerhard Brunner und dem Allgemein- und Palliativmediziner Dr. Max-Joseph Kraus. Ausgangspunkt des Buches ist die Frage: Was bedeutet es wirklich, älter zu werden? Brunner, selbst erfahrener Senior, und Kraus, Arzt mit langjähriger Praxiserfahrung, entwickelten gemeinsam eine Sammlung von Fragen und Antworten, die sich mit den Herausforderungen, aber auch den Chancen des Alterns beschäftigen. Inhalt und Struktur: Das Buch ist in thematische Kapitel gegliedert, die das Altern aus verschiedenen Perspektiven beleuchten: körperliche, geistige und seelische Veränderungen, soziale Beziehungen, gesundheitliche Herausforderungen, sowie das Thema der Endlichkeit und des Lebensendes. Die 60 Fragen, die den roten Faden bilden, wurden von Brunner formuliert und spiegeln die Fragen und Ängste wider, die viele Menschen im höheren Alter beschäftigen. Dr. Kraus beantwortet diese Fragen fundiert und einfühlsam, gestützt auf seine medizinische Expertise und die Antworten einer spezialisierten KI, um so einen modernen und prägnanten Dialog zu ermöglichen. Besonderheiten: Neben medizinischem Wissen enthält das Buch wahre, anonymisierte Geschichten aus der Arztpraxis, Aphorismen und Karikaturen, die die Thematik anschaulich und unterhaltsam ergänzen. Ziel und Zielgruppe: Über das Altern 60 Fragen an den Hausarzt richtet sich an ältere Menschen, die Antworten auf Fragen zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden, zu sozialen Herausforderungen und zum Umgang mit der eigenen Endlichkeit suchen. Das Buch ist eine einfühlsame Orientierungshilfe für Senioren und ihre Angehörigen und bietet eine wertvolle Perspektive auf ein erfülltes Leben im Alter. Autoren: Gerhard Brunner, Jahrgang 1938, bringt als Jurist und Senior die Lebenserfahrung und Perspektive des Älteren in das Werk ein. Dr. Max-Joseph Kraus, geboren 1972, ist Facharzt für Allgemein- und Palliativmedizin mit dem Ziel, seine Patienten auf diesem wichtigen Lebensabschnitt umfassend zu unterstützen.Das Buch versteht sich als eine wertschätzende, lebensnahe Lektüre, die das Altern als integralen, natürlichen Teil des Lebens darstellt mit all seinen Höhen und Tiefen.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Über das Altern

Meine Fragen an den Hausarzt

Max-Joseph Kraus, Gerhard Brunner

Impressum

Über das Altern - Meine Fragen an den Hausarzt

Max-Joseph Kraus, Gerhard Brunner

Erste Auflage 2024

© Max-Joseph Kraus, Gerhard Brunner 2024

Alle Rechte vorbehalten. Übersetzungen und Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung

Autoren: Max-Joseph Kraus, Gerhard Brunner

Titelbild: Ross, 2005, modifiziert von Kraus

Umschlag-Gestaltung: Kraus

Fotos: Bernard Lesinski Photography 

Verlag: roko9, 82031 Grünwald

[email protected], www.roko9.de

ISBN: 9783689958626

Vorwort

Jeder Mensch altert, jeden Tag. Und jeder Mensch kommt an den Punkt in seinem Leben, an dem er merkt: jetzt bin ich nicht mehr jung. Das macht Angst und wirft viele Fragen auf. Was kommt auf mich zu? Was kommt auf meine Angehörigen zu? Was passiert da eigentlich?

Das vorliegende Buch ist entstanden auf der Grundlage vieler gemeinsamer Gespräche zwischen Arzt und Patient, zwischen Jüngerem und Älterem, zwischen Mediziner und Jurist. Nach einem schweren Herz-Lungen-Versagen und mehrwöchigen Aufenthalt auf einer Intensivstation im Herbst 2021 haben sich im Rahmen der Nachsorge eine Vielzahl von Fragen zu der spezifischen Situation, zum Leben, zum Kranksein und dem Alter an sich ergeben. Auf Basis dieser Gespräche hat der Jurist Gerhard Brunner, selbst sehr lebenserfahren und erfahrener Alter, einen breiten Katalog relevanter Fragen an den Arzt und Palliativmediziner Max-Joseph Kraus erarbeitet. Brunner hat diese Fragen in einem ersten Schritt formuliert und gesammelt. Kraus hat diese Fragen auf Basis seiner Erfahrung aus fast 20 Jahren niedergelassener Tätigkeit als Facharzt für Allgemein- und Palliativmedizin beantwortet. Um die Zuverlässigkeit der Aussagen zu ergänzen, haben wir zusätzlich jede einzelne Frage an eine medizinisch spezialisierte Künstliche Intelligenz (Medical GPT Query Assistant, KI) gestellt und deren Antworten in den Text mit eingearbeitet. Schließlich haben wir den Text mit einer Reihe von anonymisierten wahren Geschichten aus unserer Erfahrungswelt und mit für uns bedeutungsvollen Aphorismen und Karikaturen aufgelockert. Zur besseren Orientierung haben wir den Text mit einem sorgsam erarbeiteten Stichwortverzeichnis versehen.

Ein herzlicher Dank geht an Doti Hürlimann für die freundliche und unkomplizierte Genehmigung, die von ihrem verstorbenen Mann angefertigten Karikaturen (Abbildungen 1 bis 7) hier verwenden zu dürfen. Besonders dankbar sind wir auch Barbara Faltermeier von www.percepture.de für die sachkundige und einfühlsame Begleitung und Unterstützung im Veröffentlichungsprozess.

Bezüglich der „Gender“-Problematik gehen uns Doppelnennungen und die Nutzung von Genderstrategien wie Sternchen, Gender-Gaps oder Doppelpunkten nicht selbstverständlich leicht von der Hand. Wir empfinden es hier eher als den Sprachfluss und die Lesbarkeit störend. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, das Buch durchgängig in der uns eigenen männlichen Form zu schreiben. Inhaltlich beziehen wir uns aber voller Respekt auf alle Identitäten. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Letztlich ist so ein tiefgründiger und unterhaltsamer Blick auf das Altsein und das Altern herausgekommen. Es ist uns wichtig, das Altern als das wahrzunehmen, was es ist: unvermeidlich, aber auch voller Chancen, voller Möglichkeiten und auch voller Hoffnung. In vielen Bereichen der Gesellschaft -nicht nur in Deutschland- zeigt sich die Stellung und Bedeutung der Alten, besonders in der Medizin, in der Pflege, in der Nutzung deren Erfahrung, in der Vernetzung mit den jüngeren Generationen und in der Finanzierung durch den Staat. Wir haben dieses Buch verfasst, um das Potential im Alter sichtbar zu machen. Dabei stellen wir Überlegungen an, welche Probleme dieser Lebensabschnitt mit sich bringt und wie sie gemildert oder gar gemeistert werden können.

Wir wünschen eine erfüllte Lebenszeit und tiefgreifende Gesundheit!

Max Joseph Kraus und Gerhard Brunner,

im Herbst 2024

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Altern - Was ist das eigentlich?

Menschen werden immer älter: woran kann das liegen?

Gründe für das Altern des Menschen

Wann beginnt der Alterungsprozess?

Wie wirkt sich die Lebensweise auf das Altern aus?

Zwischen dem kalendermäßigen und dem biologischen Alter können Divergenzen bestehen

Der ältere Mensch und die Jugend

Wie kann ich mich an der Jugend erfreuen?

Sollte ich Kontakte zu Kindern und Jugendlichen suchen?

Ist es ratsam, die Jugendsprache zu imitieren?

Auf das Alter kann man sich vorbereiten

Im Alter verändert sich die geistige Situation

Wie kann ich meine geistige Beweglichkeit und meine Kreativität bewahren?

Was tun bei zunehmender Vergesslichkeit?

Muss ich mangelnde Entscheidungsfreudigkeit hinnehmen?

Woher rührt das Bedürfnis, sich mehr um sich selbst zu kümmern?

Wie kann ich eingefahrene Gleise verändern?

Was bringt es, sich auf Neues/Fremdes einzulassen?

Wie kann ich mich im Umgang mit moderner Technik anfreunden?

Wie kann sich das Gedächtnis verändern; wie kann ich es trainieren?

Ist die Macht der Gewohnheit dominant?

Im Alter verändert sich die seelische Situation

Wie verändern sich das Ruhebedürfnis, der Wunsch nach Geborgenheit und die Psyche?

Was tun bei gestörtem Schlaf?

Wie kann man Depressionen und Ängsten begegnen?

Warum war „früher alles besser“?

Wie verändern sich Gefühle?

Warum wird es schwieriger, tolerant zu bleiben?

Gehören Egoismen, Starrsinn oder auch Geiz zum Älterwerden?

Bringt es Vorteile, sich seiner Korsettstangen zu entledigen?

Im Alter verändert sich die körperliche Situation

Wie verändert sich meine körperliche Verfassung?

Warum mehren sich meine „Wehwehchen“?

Wie kann ich meine Beweglichkeit erhalten?

Wie kann der „Motor“ morgens besser anspringen?

Warum sollte ich auf regelmäßige Spaziergänge achten?

Ist Joggen im fortgeschrittenen Alter anzuraten?

Wie kann ich Stürze gut vermeiden?

Was kann ich gegen nachlassende Fitness tun?

Muss ich zunehmenden Muskelschwund akzeptieren?

Förderliche Verhaltensweisen

Warum stärkt richtiges Atmen meine Gesundheit?

Wie können Einschränkungen beim Hören, Sehen, Fühlen vermindert werden?

Wie gehe ich mit schwindender Sexualität um?

Ist altersgemäße Kleidung förderlich?

Warum ist Prophylaxe erforderlich?

Warum ist ein regelmäßiger Gesundheitscheck ratsam?

Was ist für eine altersgemäße Ernährung zu beachten?

Pflege von sozialen Kontakten

Warum ist es sinnvoll, soziale Kontakte zu pflegen?

Ist es normal, dass der Freundeskreis kleiner wird?

Wie gehe ich mit den immer näherkommenden „Einschlägen“ um?

Was tun gegen Einsamkeit?

Krankheit und Pflege

Warum können Reha-Aufenthalte meine Gesundheit stärken?

Krankheiten nehmen zu; wie kann ich mich ggf. auf Krankenhausaufenthalte vorbereiten?

Wer pflegt mich?

Wann ist ein mobiler Pflegedienst sinnvoll?

Ist das Wohnen in einer Pflegeeinrichtung eine gute Alternative?

Die Endlichkeit meines Seins

Wie kann ich mich mit der Endlichkeit meines Seins konstruktiv auseinandersetzen?

Bei aussichtsloser Heilung – wie kann ich die verbleibende Zeit gewinnbringend gestalten oder gestalten lassen?

Bin ich mir sicher, dass es für mich keine Heilung gibt?

Wo kann mir die letzte Zeit meines Lebens noch so angenehm wie möglich gestaltet werden?

Wie kann ich das freiwillige Ausscheiden aus dem Leben vor mir, meinem Partner, meinen Angehörigen rechtfertigen?

Wie kann ich in Frieden von dieser Erde gehen?

Was passiert, wenn ich sterbe?

Verzeichnis wahrer Geschichten

Abbildungsverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Die Autoren

Max-Joseph Kraus (Jahrgang 1972)

Gerhard Brunner (Jahrgang 1938)

Weitere Bücher von Dr. Kraus

Altern - Was ist das eigentlich?

Manche Leute altern, andere reifen (John Lennon) 

Das Altern ist ein komplexer Prozess, der durch eine Reihe von lebenszyklusbezogenen Zuständen und Veränderungen gekennzeichnet ist, die sowohl biologische, psychologische als auch soziale Aspekte des menschlichen Lebens betreffen. Diese Veränderungen variieren von Person zu Person, zeigen jedoch allgemeine Muster.

Im Laufe des Lebens verliert die Haut an Elastizität und Festigkeit, wird dünner und trockener, was sich in Falten und Altersflecken äußert. Auch die Haare verändern sich; sie werden grau, dünner und manchmal tritt Haarausfall ein. Die Muskelmasse nimmt ab und die Knochen werden poröser, was zu einer erhöhten Bruchanfälligkeit führt. Zudem verschlechtern sich die Funktionen der Sinnesorgane und der Organe wie Herz, Lunge und Nieren, was die allgemeine Körperfunktion beeinträchtigt.

Die kognitiven Fähigkeiten verändern sich ebenfalls mit dem Altern. Viele Menschen erleben einen Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, während das Langzeitgedächtnis oft länger erhalten bleibt. Die Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten und auf neue Situationen zu reagieren, nimmt ab, ebenso wie die Fähigkeit zur Problemlösung und zum Multitasking.

Psychologisch gesehen, erleben viele ältere Menschen eine größere emotionale Stabilität und Zufriedenheit, obwohl einige auch anfälliger für Depressionen und Angstzustände werden können. Die Anpassung an bedeutende Lebensveränderungen, wie den Verlust von Angehörigen, den Übergang in den Ruhestand und die Auseinandersetzung mit eigenen gesundheitlichen Problemen, stellen eine große Herausforderung dar.

Auch die sozialen Veränderungen sind bedeutsam. Mit dem Älterwerden kann sich das soziale Netzwerk durch den Tod von Freunden und die geographische Trennung von Familienmitgliedern verkleinern. Viele ältere Menschen treten in den Ruhestand ein, was eine große Veränderung im täglichen Rhythmus und in der Struktur ihres Lebens darstellt. Diese neu gewonnene Freiheit kann sowohl bereichernd als auch herausfordernd sein, da sie Anpassungen in der Lebensführung und den täglichen Aktivitäten erfordert. Die Anpassung an den Ruhestand und das Finden neuer sinnstiftender Beschäftigungen sind ein wichtiger Aspekt dieser Lebensphase.

Schließlich sind viele ältere Menschen von chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson betroffen. Das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Krankheiten, bekannt als Multimorbidität, ist ein häufiger Zustand im höheren Alter. So müssen viele ältere Menschen lernen, mit chronischen Gesundheitszuständen umzugehen, die das tägliche Leben beeinflussen. Die Verwaltung von Medikationen, regelmäßige Arztbesuche und die Anpassung der Lebensweise an gesundheitliche Einschränkungen werden oft zu einem wesentlichen Teil des Alltags.

Diese Zustände und Veränderungen beeinflussen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den Bedarf und die Nutzung von individuellen und gesellschaftlichen Ressourcen im Laufe des Alterungsprozesses.

Die vielfältigen Veränderungen des Alterns betreffen uns alle, jeden Tag. Während das in jungen Jahren nur eine unbestimmte und ferne Ahnung ist, sind die Folgen des Alterungsprozesses mit zunehmenden Lebensjahren mehr oder weniger omnipräsent. „Alt werden will jeder, alt sein will keiner“.

Menschen werden immer älter: woran kann das liegen?

Je länger eine Glocke geläutet wird, umso schöner wird der Ton (Sebastian Kneipp)

Die steigende Lebenserwartung in vielen Teilen der Welt kann auf eine Kombination von medizinischen, technologischen und sozialen Fortschritten zurückgeführt werden.

Einer der Hauptgründe ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung. Durch Fortschritte in der Medizin und Pharmazie können viele Krankheiten, die früher als tödlich galten, heute effektiv behandelt oder sogar geheilt werden. Impfungen, Antibiotika und neue Behandlungsmethoden haben dazu beigetragen, die Sterblichkeitsraten bei Infektionskrankheiten drastisch zu senken.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die bessere Ernährung. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Qualität und Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln erheblich verbessert, was zu einer besseren allgemeinen Gesundheit und Langlebigkeit beiträgt. Ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralien ist, unterstützt das Immunsystem und fördert die Gesundheit.

Die öffentliche Gesundheitspflege und die Verbesserung der Lebensbedingungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Sauberes Trinkwasser, effiziente Abwassersysteme, die Verbesserung der Luftqualität und bessere Hygienebedingungen haben die Ausbreitung von Krankheiten verringert. Außerdem haben viele Länder Systeme der öffentlichen Gesundheitsfürsorge etabliert, die einen breiteren Zugang zu präventiven Maßnahmen und medizinischer Versorgung bieten.

Zusätzlich hat der technologische Fortschritt in vielen Bereichen, einschließlich der Medizintechnik, dazu beigetragen, das Leben älterer Menschen zu verbessern und zu verlängern. Durch innovative Technologien können Krankheiten frühzeitiger erkannt und gezielter behandelt werden.

Sozioökonomische Faktoren, wie ein höherer Bildungsstand und bessere Arbeitsbedingungen, haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung. Menschen mit höherer Bildung neigen dazu, gesundheitsbewusster zu leben, und haben oft Zugang zu besseren medizinischen Dienstleistungen.

All diese Faktoren zusammengenommen führen dazu, dass Menschen weltweit immer älter werden. Tatsächlich hat die globale, weltweite Lebenserwartung bei Geburt seit den 1950er Jahren von durchschnittlich 48 Jahre auf aktuell über 70 Jahre zugenommen. In Deutschland hat die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt auf rund 80 Jahre zugenommen.

Gründe für das Altern des Menschen

Das Altern des Menschen ist ein natürlicher biologischer Prozess, der durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Diese Faktoren sind eine Mischung aus genetischen, umweltbedingten und lebensstilbezogenen Elementen, die zusammenwirken, um die verschiedenen Veränderungen zu bewirken, die wir mit dem Altern assoziieren.

Genetische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Jeder Mensch trägt spezifische Gene, die beeinflussen, wie schnell oder langsam er altert. Diese Gene steuern Funktionen wie die Zellteilung, Reparatur von DNA-Schäden und die Reaktion auf oxidative Stressfaktoren, die alle zum Altern beitragen. Es gibt eine natürliche Grenze dafür, wie oft sich eine Zelle teilen kann (sog. Hayflick-Limit). Nach Erreichen dieser maximalen Anzahl von Zellteilungen treten die Zellen in einen Zustand der Zellalterung, der als Zellseneszenz bezeichnet wird.

Umweltfaktoren sind ebenfalls von Bedeutung. Exposition gegenüber Sonnenlicht, Luftverschmutzung und toxischen Substanzen kann oxidative Schäden in den Zellen verursachen, was wiederum den Alterungsprozess beschleunigt. Eine schlechte Ernährung, die arm an wichtigen Nährstoffen ist, wirkt sich ebenfalls auf das Altern aus, da der Körper nicht die notwendigen Ressourcen erhält, um Zellen effektiv zu reparieren und zu erhalten.

Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, mangelnde körperliche Aktivität und Stress beeinflussen auch das Altern. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können den Körper mit freien Radikalen überfluten, die Zellen schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen. Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung hingegen helfen, viele der negativen Effekte des Alterns zu mildern. Sport fördert nicht nur die Herzgesundheit, die Muskelkraft und die körperliche Belastbarkeit, sondern kann auch zur mentalen Gesundheit beitragen, indem er Depressionen und Angstzustände verringert.

Wann beginnt der Alterungsprozess?

Der Rost macht erst die Münze wert (J.W. von Goethe) 

Der Alterungsprozess beginnt tatsächlich schon von dem Moment an, in dem wir geboren werden. Aber wenn wir über das Altern im Sinne von sichtbaren Alterserscheinungen und körperlichen Veränderungen sprechen, die häufig mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht werden, so beginnen diese typischerweise in den mittleren Lebensjahren, oft um das 30. Lebensjahr herum.

Ab diesem Alter beginnen viele Menschen, erste Anzeichen des körperlichen Alterns zu bemerken, wie zum Beispiel eine langsamere Erholung von körperlichen Anstrengungen oder Verletzungen und erste feine Linien oder Falten im Gesicht. Das liegt daran, dass die Zellen beginnen, sich langsamer zu teilen, und der Körper weniger effizient darin wird, geschädigte Zellen zu reparieren und zu ersetzen. Auch die Produktion bestimmter Hormone, die für die Regeneration und Erhaltung von Körpergeweben wichtig sind, beginnt abzunehmen.

Es ist wichtig zu betonen, dass das genaue Alter, in dem diese Veränderungen sichtbar werden, von Person zu Person sehr unterschiedlich ist und von genetischen Faktoren, Lebensstil und Umwelteinflüssen abhängt. Manche Menschen bemerken vielleicht erst in ihren Vierzigern oder Fünfzigern signifikante Veränderungen, während andere schon früher Anzeichen des Alterns wahrnehmen. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und ein allgemein gesunder Lebensstil tragen dazu bei, einige der sichtbaren Zeichen des Alterns hinauszuzögern und die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern.

Neueren Untersuchungen zufolge gibt es auch Hinweise darauf, dass wir zusätzlich zu dem kontinuierlichen Alterungsprozess auch schubweise altern. Ein erster großer Entwicklungs- und eben auch Alterungsschub findet in der Pubertät statt, ein weiterer häufig ausgeprägter Schub findet sich mit Beginn der hormonellen Rückbildungsphasen etwas Mitte der 40er Jahre (Stichwort: Menopause). Häufig ist auch ein deutlicher Alterungsschub zu Beginn der 60er Jahre festzustellen, wenn die zunehmende Schwächung vieler Organsysteme stärker zu Tage tritt.

Wie wirkt sich die Lebensweise auf das Altern aus?

Die Lebensweise hat einen erheblichen Einfluss auf den Alterungsprozess. Verschiedene Aspekte des Lebensstils, wie Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Stressmanagement und soziale Kontakte, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Ernährungist einer der wichtigsten Faktoren. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien ist, hilft, den Körper vor oxidativem Stress und Entzündungen zu schützen, welche die Zellen schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen können. Lebensmittel, die besonders nützlich sind, umfassen Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, mageres Protein und gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, die z.B. in Fisch und einigen Pflanzenölen vorkommen.

Regelmäßige körperliche Aktivität