Ullisten Getrillum - Lara Elaina Whitman - E-Book

Ullisten Getrillum E-Book

Lara Elaina Whitman

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Beschreibung

Erdjahr 2086 West. Ullisten Getrillum, Kämpfer der United Community of Emerging Galactic Nations, ist auf der Erde gestrandet, nachdem ihn seine Verfolger quer durch das irdische Sonnensystem gejagt haben. Nur mit Mühe kann er den Adschirr´arr entkommen. Verzweifelt versucht er, irgendwo auf der Erde unterzutauchen, denn es wird Jahre dauern, bis seine eigenen Leute hier eintreffen. Doch diese unbekannte Welt hält einige unangenehme Überraschungen für ihn bereit.

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Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Lara Elaina Whitman

Ullisten Getrillum

Verschollen auf der Erde

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Rechtliche Hinweise

Vorwort

Zum Buch

Prolog Erdjahr 2086 West

Pech für die Jäger

Schmerzhafte Erinnerungen

Verdächtiges Zahlungsmittel

Freundliche Dilastiken

Explorerteam

Geheimer Auftrag

In einer fremden Stadt

Weiblicher Schatten

Drohnen

Eine Audienz

Verfolgt

Ermittlungen

Unerwartete Hilfe

Ein unerwartetes Angebot

Flucht ins Ungewisse

Eine winzige Abweichung

Hotel "Radio Eriwan"

Eine neue Spur

Viele Fragen und keine Antworten

Der Kreis wird enger

Der letzte Schein

Fremde auf der Erde

Treffpunkt

Alutraka

Glossar

Danksagung

Über die Autorin

Rezensionen und Feedback

Weitere Romane der Autorin

Leseprobe aus "Das Verlorene Siegel – Der Silberne Turm"

Impressum neobooks

Rechtliche Hinweise

L. E. WHITMAN

Ullisten Getrillum

Verschollen auf der Erde

eBook

Fantastischer Roman

Science-Fiction Thriller

Umfang: 270.000 Zeichen

Printausgabe 199 Seiten

Lara Elaina Whitman, " Das Verlorene Siegel - Ullisten Getrillum Verschollen auf der Erde", Band 1

Aus der Reihe "Das Verlorene Siegel"

Deutsche Erstausgabe 2012, 4. Auflage 2016, eBook Original

Copyright © 2012 für die deutschsprachige Ausgabe und Übersetzungen bei L. E. Whitman

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist nur mit Zustimmung der Autorin zulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen in jeglicher Form, für Übersetzungen, für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, für die Verfilmung, für den Ab- oder Nachdruck, sowohl in Teilen als auch in Gänze.

Dieses elektronische Buch ist ein fiktionaler Roman. Namen, Figuren, Technik und Ereignisse sind Produkte der Fantasie der Autorin. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlich lebenden oder toten Personen, Firmen oder Organisationen ist rein zufällig.

Coverfotos-Painting-Collage und Covergestaltung: Lara Elaina Whitman, Cover-Schrift WagabundBold von Franzis, Schriftenbibliothek 2016

Lektorat und Korrektorat: Lara Elaina Whitman

Selfpublishing durch Lara Elaina Whitman (Tina Chatzidis), 70794 Filderstadt, Finkenstraße 56, Germany, Email: [email protected]

Ausführliche Informationen über die Autorin finden Sie auf folgenden Webseiten:

Homepage: www.dasverlorenesiegel.de

Facebook: www.facebook.com/laraelainawhitman

Blogspot/Google: parilicum.blogspot.de

Twitter.com/LaraElainaWhitman

Vorwort

Anmerkung für die Leser/innen, die auch die anderen Romane aus der Reihe "Das Verlorene Siegel" lesen wollen oder bereits gelesen haben: Das Spinoff über Ullisten Getrillum ist eine eigenständig lesbare Trilogie. Die drei Bände lassen sich zeitlich zwischen die Kapitel "Ein Job" und "Oficina Montes Taurus" in "Das Verlorene Siegel - Das Erbe von Algol" einordnen. Die Abenteuer, die Ullisten Getrillum und Maria Lautner in dieser Trilogie bestehen müssen, kommen in den Hauptbänden der Serie nicht vor. Nur das Anfangskapitel des ersten Bandes dieser Trilogie ist zum besseren Verständnis inhaltlich an den Hauptband (Das Erbe von Algol) angelehnt.

Wer also die beiden Protagonisten genauso gerne mag wie ich, sollte sich ihre Abenteuer nicht entgehen lassen.

Ich wünsche allen viel Freude beim Lesen.

Eure Lara

Zum Buch

Erdjahr 2086 West. Ullisten Getrillum, Kämpfer der United Community of Emerging Galactic Nations, ist auf der Erde gestrandet, nachdem ihn seine Verfolger quer durch das irdische Sonnensystem gejagt haben. Nur mit Mühe kann er den Adschirr´arr entkommen. Verzweifelt versucht er irgendwo auf der Erde unterzutauchen, denn es wird Jahre dauern, bis seine eigenen Leute hier eintreffen. Doch diese unbekannte Welt hält einige unangenehme Überraschungen für ihn bereit.

Prolog Erdjahr 2086 West

»Abermillionen unbekannte Welten und ausgerechnet hier musste ich stranden.«

Ullisten Getrillum

10055 a. d. Algolii

Pech für die Jäger

Das Hauptquartier der Adschirr´arr auf Cor´Arbarr, im Sternensystem Canes Venatici im Sektor Canis, einer Klasse I-Welt der Liga, war in hellem Aufruhr. Wie hatte das geschehen können? Waren ihre Wissenschaftler so blind gewesen? Es war doch einfach unmöglich, dass sie jahrhundertelang diese winzige Kleinigkeit übersehen konnten. Doch dann hatten sie den Kreuzer der RFO1789-Klasse entdeckt, der sich auf einem der Trümmer des zerborstenen Mondes versteckt hatte, einem felsigen Stück, das schon seit Tausenden von Jahren im Zentrum der Explosion trieb. Sie hatten das, in ihren Augen winzige, ziemlich desolat aussehende Raumschiff am Morgen des einhundertsiebzigtausendsten Tages ihrer Suche entdeckt. Es war plötzlich wie aus dem Nichts direkt vor ihrer Nase aufgetaucht. Sie waren sich nicht sicher, ob es Taranten waren, die die reichen Vorkommen in diesem auseinanderbrechenden Sternensystem ebenfalls nutzen wollten oder ob es ein Späher irgendeiner Ligawelt war, die Wind von der schier unerschöpflichen Rohstoffquelle bekommen hatte.

Nachdem die Adschirr´arr dann eine Zeitlang das wie tot auf dem felsigen Resten des zerborstenen Mondes liegende Schiff beobachtete hatten und ausgiebig den Mut der Mannschaft bewundert hatten, sich mit derart mangelhafter Ausstattung so weit von den zivilisierten Teilen der Galaxie weg zu trauen, hatten sie erkannt, was ihnen die ganzen Jahrhunderte entgangen war. Wie Schuppen war es ihnen von den Augen gefallen, als sie sich die leergefegte Explosionsstelle genauer ansahen. Exakt im Zentrum trieb der jahrhundertelang gesuchte Tempel, der die Größe eines Flaggschiffes hatte. Er war umgeben von einer Schutzglocke aus Antimateriestrahlung. Sie waren sich sicher, dass der Tempel vorher nicht dagewesen war, nicht in dieser Raumzeit jedenfalls. Dieser Tarante hatte entdeckt, was sie so verzweifelt gesucht hatten. Das Piepen der Signatur, das das Kultobjekt der Shirag aussendete, hallte ihnen selbst nach Jahren noch in den Ohren. Dummerweise konnte der Tarante immer wieder entfliehen, zusammen mit dem, was nach ihrer Ansicht ihnen gehörte, schließlich waren sie diejenigen, die von den Shirag offiziell mit der Suche beauftragt worden waren. Die Blamage war entsetzlich gewesen.

Das Oberkommando des adschirranischen Heeres suchte daraufhin nach Schuldigen, während sich die Politik mit den Folgen aus dem Desaster beschäftigte. Die Kommandanten aber versuchten ihre Schande wieder gut zu machen und jagten weiter dem Taranten hinterher. Sämtliche in Frage kommenden Raumhäfen, auch die, die am Rande des Hoheitsgebietes der Ligawelten lagen, waren durchsucht worden. Und auch alle Tarantenstützpunkte, die sie kannten, selbst die unbedeutenden Häfen der Neplas und selbst die der Lazaren, Klasse V-Welten, die noch nicht einmal über eine interstellare Raumfahrt verfügten, hatten sie überprüft. Nach fast fünf Jahren der Suche, der Bestechungen, Drohungen und Erpressungen waren sie dann endlich fündig geworden. Auf einem geheimen Stützpunkt der UCEG – der United Community of Emerging Galactic Nations - tauchte endlich ihr Mann auf. Aber bevor sie zugreifen konnten, flog ihr Spion auf und wurde ohne große Verhandlungen standrechtlich eliminiert. Nur der Sukar, den sie dem RFO1789-Kreuzer unbemerkt hatten anheften können, hatte den Adschirr´arr geholfen den Verfolgten in den Weiten des Alls nicht schon wieder zu verlieren.

Der Sender, ein Meisterwerk shiragscher Technik, unterlag nicht den hinderlichen Beschränkungen der Raumzeit und so konnten sie das Signal fast in Echtzeit verfolgen. Das Gegenstück zierte eine der modernsten Kommunikationsmodule, die die Adschirr´arr jemals gebaut hatten. Ohne den Sukar hätten sie niemals eine Chance gehabt den Taranten zu finden, auch wenn sie jedes Mal einen Interuniverssprung machen mussten, um das Signal zu orten. Schließlich hatten sie ihn in einem abgelegenen Raumhafen entdeckt, der im Grunde genommen nur ein Transferpunkt für die Erzfrachter der Minen war, die auf den unwirtlichen Welten des kohlensackähnlichen Dunkelnebels wertvolle Güter abbauten. Eigentlich gab es hier nichts, als eine schäbige Bar und ein paar heruntergekommene Bordelle. Dies und die gefährliche Dunkelwolke, die sich drohend hinter dem Raumhafen ausdehnte, hielt den Durchschnittsbürger der Liga davon ab hierherzukommen. Die Gerüchteküche tat dann noch ihr übriges, dass die Gegend als unwirtlich und gefährlich eingestuft wurde. Kein Ort für Zivilpersonen oder Touristen, aber ein guter Ort für gejagte Taranten.

Umso mehr waren die Adschirr´arr über den regen Schiffsverkehr verwundert, der an diesem entlegenen Raumhafen herrschte. Damit hatten sie nicht gerechnet. Überalterte Raumkreuzer, wie der des Taranten, hatten neben eleganten hypermodernen Yachten an den Landebrücken festgemacht, die ganz offensichtlich Drogen- und Sklavenhändlern gehörten, die in den umfangreichen Docks ihre lebendige Ware zwischenlagerten. Die Adschirr´arr interessierten sich nicht für die dubiosen Geschäfte der Bürger der Liga, solange sie ihnen nicht in die Quere kamen. Deswegen waren sie nicht hier. Doch das riesige Schlachtschiff unbekannten Typs, das in einiger Entfernung zu den Docks im Raum schwebte, hatte sofort ihre Aufmerksamkeit erregt. Eines wie sie es nie zuvor gesehen hatten. Die Augen der Geheimdienstleute hatten gierig geleuchtet, als sie das schöne Schiff betrachteten. Es war auf den ersten Blick zu erkennen, dass damit nicht zu spaßen war und es war auch der Zeitpunkt, als sie erkannten, dass die Archonisii, die in der Liga besser unter dem Namen Shirag bekannt waren, sie hintergangen hatten.

Der marode RFO1789-Kreuzer des Taranten lag direkt neben dem Schlachtschiff. Ihre Auftraggeber hatten sich mit der UCEG zusammengetan, die für die Adschirr´arr allesamt verachtenswerte Verräter waren. Das bescherte dem Kommandanten des Suchtrupps ein paar ungemütliche Stunden, als er dem Oberkommando des Heeres die Nachricht überbrachte, wo er den Taranten gefunden hatte. Als dann aber das schöne Schlachtschiff ganz plötzlich von den Schirmen verschwand, war der Aufruhr so groß gewesen, dass der Kommandant um seinen Kopf fürchtete. Wäre da nicht der leistungsstarke Sender am Rumpf des RFO1789-Kreuzers gewesen, der offensichtlich in dem schönen Schiff der Shirag angedockt hatte, hätten sie sie vermutlich nie mehr gefunden.

Es brauchte Tage und viele Sprünge, um das Signal weit draußen in einem abgelegenen Teil der Milchstraße zu lokalisieren. Der letzte Sprung hatte sie dann an den Rand eines kleinen unbekannten Sternensystems mit einer gelben Sonne geführt, die von einer Trümmerwolke aus Planetoiden, Eisbrocken und sonstigem Material umgeben war, das bei der Entstehung des Sternensystems offenbar übrig geblieben war.

Was dann folgte war eine Reihe von vermeidbaren Ungeschicklichkeiten des Kapitäns des adschirranischen Schiffes, die mit der Zerstörung des wertvollen Schlachtschiffes der Shirag endete. Der gesuchte Tarante aber war entkommen und Harkmenii Lurki, der oberste Priester der Schirag, der auch gleichzeitig der Kommandant des abgeschossenen Schlachtschiffes war, war in die unbekannte, überaus gefährliche Kriegsstation geflüchtet, die zerbeult und ramponiert in der Trümmerwolke des Sternensystems trieb. Auf Sacris Prime, der Hauptwelt der Shirag im Kythrya-System, weit außerhalb der Galaxie in einem uralten Kugelsternhaufen, war deshalb die Hölle los.

Schmerzhafte Erinnerungen

Der Bus nach Jerewan, in den ihn der Wirt des Gasthauses des kleinen Dorfes, das offenbar Tatew hieß, ohne viel Federlesens heute Morgen hineingeschoben hatte, war völlig überfüllt. Ullisten Getrillum hatte Mühe einen Platz auf der zerrissenen Rückbank dieses desolaten Fahrzeuges für sich zu finden. Eingequetscht zwischen gackernden, ziemlich übel riechenden Therapoden und laut schnatternden, zumeist schon recht alten Menschenfrauen, ausgestattet mit einer ziemlich rudimentären Grundausrüstung, die er in einem schwarzen Rucksack bei sich trug, saß er nun unbequem auf der schlecht gepolsterten Bank und überlegte, wie es soweit hatte kommen können. Er saß auf diesem Primitivlingplanet fest, verfolgt von den Adschirr´arr und seine Leute würden ihn nie finden, wenn er nicht an seine Funkausrüstung in seinem RFO1789 herankam, den er auf dem Mond hatte zurücklassen müssen.

Zu seinem Glück waren die Bewohner dieser Welt wenigstens Dilastiken, so wie er.

Er vermisste Harkmenii, den Priesterkönig des Shiragschen Reiches, auch wenn "Ihre Hässlichkeit" ein wenig seltsam war. Ah, jetzt benutzte er schon wieder diesen Begriff … Shirag. Sie nannten sich ganz anders, wie er bei seinem Besuch auf der kalten Welt herausgefunden hatte, die sich die Shirag weit draußen im Halo gesucht hatten, nachdem ihre eigene in den algolanischen Kriegen zerstört worden war. Er konnte den gesamten Namen auch nach den vielen gemeinsamen Jahren kaum behalten, so lang war er. „Archonisii Shinitaris Shimets Suru Con Raganatan Shiragii - "die uralten Weisen, die von den Schöpfern jenseits von Zeit und Raum abstammen“. Das war vielleicht schwülstig! Er sollte sie fortan eigentlich Archonisii nennen, so wie sie sich selber am liebsten nannten, aber diesen Begriff reklamierten auch noch andere Rassen in der Liga, die dachten sie wären die ältesten Geschöpfe in der Galaxie und damit am weitesten entwickelt. Außerdem würde er das wahrscheinlich schon aus Gewohnheit nicht durchhalten, denn Shirag war einfach der geläufigere Begriff für diese Spezies. Er gab sich jedoch Mühe, da er wusste, dass Harkmenii Lurki sich darüber gefreut hätte, da Shirag eine ziemlich doppeldeutige Bezeichnung war. Auf einigen Welten stand es für hässlich, scheußlich oder auch gemein und das war natürlich in den Augen der Shirag eine ziemliche Herabwürdigung ihrer Art.

Diese verdammten Adschirr´arr! Warum tat die Liga nichts gegen die? Warum hatten sie nur einfach so das Feuer auf das Schlachtschiff von Harkmenii Lurki eröffnet und ja, wieso hatten sie es überhaupt geschafft es in Grund und Boden zu schießen? Das Raumschiff der Shirag, war technisch doch viel besser ausgerüstet, als das dieser gierigen Kanny aus dem Cannis-System. Das Bild vom Auseinanderbrechen des riesigen Schlachtschiffes, als die Adschirr´arr es unter Beschuss genommen hatten, hatte sich tief in sein Gedächtnis gebrannt. Harkmenii Lurki und mit ihm alle anderen des Teams, die die Kriegsstation erkundet hatten, waren für die Liga vermutlich nur Kollateralschäden. Er kannte die zahnlosen Sotag in der Verwaltung auf Ceutuum Primarum gut genug dafür. Die scherten sich einen Dreck darum, was hier draußen passierte, solange sie nicht persönlich davon betroffen waren. Warum sollten sie sich auch Sorgen um die Angehörigen einer alten Rasse machen, von denen kaum einer wusste, dass sie noch existierte? Die Adschirr´arr, diese Schleimbeutel, standen denjenigen, die in der Liga die Macht hatten, viel näher als die Shirag. Klar, die Adschirr´arr lieferten auch Technologien, Rohstoffe und alles was die Klasse I-Welten so dringend benötigten.

Aber Ullisten Getrillum hörte seitdem in jedem seiner Träume, die ihm die seltenen Gelegenheiten des Schlafes bescherten, das klägliche Wimmern derjenigen, die in dieser riesigen Kriegsstation zurückbleiben mussten, gefangen vor einem Haufen alter, maroder Sprengminen.

Eine Gänsehaut kroch sein Rückgrat hinunter und dann seltsamerweise nach vorne zu seinem Bauchnabel hin, dort wo das Implantat war, das ihm Harkmenii Lurki eingepflanzt hatte. Ullisten Getrillum hatte sich schon öfters untersucht, aber nie etwas davon ertasten können. Wo war dieses verdammte Ding? Noch so eine merkwürdige Angelegenheit, die er nicht wirklich einordnen konnte und von der er nicht wusste, welche Auswirkungen das auf ihn noch haben würde.

Er erinnerte sich an den Tag, als er das Kästchen mit dem Siegelstück und dem seltsamen Kristall aus lauter Frust darüber, dass die Shirag so zögerlich waren, an die Wand geworfen hatte und der Hinweiszettel mit den Koordinaten für die Kriegsstation in diesem abgelegenen, unbekannten Sternensystem dabei herausfiel. Hätte er das doch nur nicht getan! Eine Träne ran aus dem Augenwinkel seines rechten Auges. Ullisten Getrillum streifte sie verblüfft mit der Hand weg. Was war das denn? Er hatte noch nie geweint, er war Soldat, ein Soldat der UCEG – der United Community of Emerging Galactic Nations. Er verhalf den geschundenen, unterdrückten Welten zu ihrem Recht, aber er weinte nicht.

Eine der alten Frauen warf ihm einen überraschten Blick zu. Sie hatte wohl seine Träne gesehen. Es erinnerte ihn daran, dass er jetzt hier festsaß, auf einem Planeten, der einen ziemlich niedrigen technologischen Stand hatte und dessen Spezies sich so gerne untereinander bekriegte.

Fünf Jahre waren sie vor den Adschirr´arr davongelaufen. Warum eigentlich? Auch das fragte er sich immer wieder? Technisch waren ihnen die Shirag, er kam von dem Begriff einfach nicht los, weit voraus. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er die Bande damals ganz einfach in die Luft gejagt, die ihnen so penetrant an den Fersen klebte und Harkmenii Lurki, Kirin Sarisii und Murin Friktii und all die anderen… er verfolgte den Gedanken nicht bis zum Ende, es war einfach zu schmerzhaft. Für ihn wurde es jedenfalls immer unverständlicher, warum die Shirag bei den Welten der Liga so unbeliebt waren. Sie waren zwar seltsam und ein wenig introvertiert, aber sie taten niemandem etwas zu Leide.

Bis auf dieses schreckliche Haustier des Priesterkönigs, das er zum Glück nie auf seinen RFO1789-Raumkreuzer mitgebracht hatte. Diese Tiere waren seltsam. Die einzigen Therapodenartigen, die er auf Harkmenii Lurkis Raumschiff jemals gesehen hatte. Ein säurespeiendes, fünf Meter großes, vierfüßiges Ungeheuer, mit zwei riesigen Flugschwingen und zutiefst furchterregenden Fangzähnen und Augen, die dich anschauten, so als könnten sie in deine Seele blicken. Wo diese Wesen herkamen war ein großes Geheimnis, noch ein größeres, als Harkmenii Lurki fünf Jahre lang aus seinem Namen gemacht hatte. Ullisten Getrillum konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Es war einfach zu komisch.

Die Frauen, die links und rechts von ihm saßen, sahen ihn verunsichert an und rutschten ein wenig von ihm weg, soweit das überhaupt möglich war, bei all der Enge auf der schaukelnden Rückbank des Busses. Der riesenhafte Fremde war den kleinen, hutzligen Weiblein suspekt. Argwöhnisch tuschelten sie miteinander, widmeten sich aber ein paar Minuten später wieder lautstark ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Tratschen.

Ullisten Getrillum hörte den Frauen ein wenig zu, verstand aber nicht allzu viel von dem was sie sagten, doch nach einer Weile holten ihn seine Erinnerungen wieder ein. Vielleicht war das gut so. Endlich hatte er ein wenig Zeit über all die Ereignisse der letzten Jahre nachzudenken. Irgendwann musste er das alles einmal verarbeiten.

Seine Gedanken nahmen den Faden wieder auf, den er vorhin verloren hatte. Fünf Jahre lang hatte er nicht gewusst, wie seine Auftraggeber sich nannten, die peinlichst vermieden sich mit Namen anzusprechen, wenn er in der Nähe war. Noch so eine unbegreifliche Merkwürdigkeit. Er kannte nur ihren Rang, Erster Offizier, Zweiter Offizier, Priesterkönig, manchmal auch Hohepriester und so weiter. Irgendwie war das ein wenig lächerlich, musste aber mit dieser seltsamen Religion zusammenhängen, die sie so ehrfürchtig hüteten. Dann hatte Harkmenii ihn "beschenkt", wie er sich ausdrückte, mit dem Zeichen der Ewigkeit, seine Hand tastete nach seinem Bauchnabel. Danach durfte er auch wissen wie sie hießen.

»Oh, Mann, die hatten wirklich einen an der Waffel.« Ullisten Getrillum schaffte es ein Lachen zu unterdrücken, aber seine Nabelgegend begann bei dem Gedanken an seine Freunde heftig zu ziehen. Er musste aufhören sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, damit abschließen. Er konnte das nicht mehr ändern. Jetzt war er hier, auf der Erde und musste überleben, sich eine Identität verschaffen und einen Ort finden, an dem er die nächsten Jahre bleiben konnte, bis seine Leute eintrafen und wo er sich vor den Adschirr´arr verstecken konnte. Hoffentlich reichten die paar Goldcredits aus, die er noch hatte. Seinen RFO1789-Raumkreuzer hatte er auf dem Mond zurückgelassen, gut versteckt in der alten Anlage und sein Zweimanngleiter lag in einer Höhle im Süden dieses Landes, das die Menschen Armenien nannten, an die er wohl so schnell nicht mehr herankommen würde. Im Augenblick nützte der ihm ohnehin nichts. Er konnte nirgendwo damit hinfliegen, denn die Adschirr´arr würden die Signatur des Zweimanngleiters sofort erkennen.

Hoffentlich fand den Zweimanngleiter keiner in der Höhle des Tieres, im Süden Armeniens. Er hatte den Katay mitnehmen müssen, da er ihn nicht auf dem Mond hatte zurücklassen können, den er hatte keine Zeit gehabt auszuprobieren, ob er auch ohne Katay in die Mondanlage hineinkommen konnte und so hatte er ihn unterhalb des Steuerbereiches im Cockpit des Zweimanngleiters zwischen die Verkleidung geklemmt. Ob dieses Stück Technik ein Signal abgab, so wie das Siegel? Zu dumm, daran hatte er ebenfalls nicht gedacht. Aber das Wort Signatur erinnerte ihn an den Grund, warum er eigentlich hier festsaß. Dieses verdammte Siegelstück der Shirag, dieses Kultobjekt ihrer schwülstigen Religion, das das Universum vor was auch immer retten sollte, war schuld an seiner desolaten Situation.

Verdächtiges Zahlungsmittel

Der Metropolitos der Diözese Sjunik saß in seinem Büro in Tatew und überprüfte zusammen mit dem Buchhalter der Gemeinde, Hakob Azatyan, die Einnahmen aus den Spenden der letzten Sammelaktion, als das Telefon läutete. Irritiert starrte er auf das Display. Es war noch früh am Morgen, die Messe war gelesen und normalerweise störte ihn um diese Zeit niemand, doch der Anrufer wollte nicht aufgeben. Seine Haushälterin war nicht im Haus und so war er gezwungen selber ans Telefon zu gehen. Es war eine Nummer aus Tatew, sie kam ihm irgendwie bekannt vor.

»Barev dzez.«

»Barev dzez, Herr Erzbischof«, meldete sich der Anrufer mit tiefer, rauchiger Stimme. »Herr Erzbischof, ich muss Sie dringend sprechen. Es ist wichtig.«

»Nun, mein Sohn, dann sprich.« Der Erzbischof erkannte Grigor Tumanyan, den Wirt des Astvatsatsin, des kleinen Gasthauses am zentralen Platz des Dorfes.

»Nicht am Telefon, Exzellenz. Kann ich vorbeikommen? Ich muss Ihnen dringend etwas zeigen.« Die Stimme des Mannes überschlug sich fast vor Aufregung.

»Gerne mein Sohn, warte«, der Geistliche blätterte durch seinen Terminkalender in seinem PAD», übermorgen Mittag habe ich noch eine Stunde Zeit für dich, da bin ich erneut in Tatew.«

»Das ist zu spät, Euer bischöfliche Gnaden. Es muss gleich sein. Ich komme sofort.« Der Anrufer legte auf ohne auf eine Antwort zu warten und ließ einen völlig verdattert dreinblickenden Kirchenmann zurück.

»Was soll das denn?«, mehr konnte er nicht mehr sagen, als es auch schon an der Tür des Nebengebäudes klopfte, in dem der Erzbischof sein Büro hatte, wenn er in Tatew weilte. Der Buchhalter Hakob Azatyan, der auch gleichzeitig der Priester der Gemeinde Tatew war, und der Erzbischof sahen sich verdutzt an. Der Wirt musste gerannt sein, weil er so schnell da war.

»Mach ihm auf, Hakob, wenn es denn sein muss. Ich bin neugierig, was so dringend ist, dass es nicht warten kann.«

Hakob Azatyan stand widerwillig auf. War er jetzt schon der Türöffner? Wo war denn die Haushälterin schon wieder? Er wollte endlich fertig werden. Seine Familie wartete bereits auf ihn. Verärgert lief er hinunter zum Haupteingang und öffnete die Tür. Vor ihm stand ein völlig verwirrter Wirt.

»Herrgott nochmal, was ist denn in dich gefahren, Grigor?«

»Lass mich rein, ich muss dringend mit Ihrer Exzellenz sprechen.«

Hakob Azatyan machte ihm Platz. »Bitte, aber beeil dich, ich will zum Mittagessen pünktlich zuhause sein.«

Der Wirt hastete an ihm vorbei, die Treppe hinauf und warf dem verdutzten Buchhalter die Tür zum Büro des Bischofs vor der Nase zu. Der Kirchenmann sah ihm stirnrunzelnd entgegen. Er fand das Gebaren des Wirtes mehr als merkwürdig.

»Übertreibst du nicht ein wenig mein Sohn? Die Seelsorgestunden sind am Samstag nach der Messe. Dort kannst du gerne dein Gewissen erleichtern.«

Der Wirt setzte sich schweißüberströmt, mit einem hochroten Kopf auf den Platz, an dem vorher Hakob Azatyan gesessen hatte, atmete ein paarmal schwer durch, bevor er in seine Jackentasche griff. Er zog eine rote Serviette heraus und legte sie mit einem satten Plopp dem Geistlichen auf den Schreibtisch, mitten auf die Belege der Abrechnungen und Einnahmen. Der Erzbischof von Sjunik blickte verblüfft auf das Papiertuch.

»Was soll ich damit?«, fragte er unwirsch.

»Ah, Entschuldigung!« Der Wirt griff über den Tisch und nestelte die Serviette auf. Zum Vorschein kam ein ziemlich großes münzartiges Goldstück mit einer unbekannten, fremdartig aussehenden Prägung. Der Geistliche begriff immer noch nicht, warum der Wirt um das Gold so viel Aufhebens machte. Zugegeben, es sah recht wertvoll aus.

Hakob Azatyan, der erstens neugierig war und zweitens keine Lust mehr hatte vor der Tür zu warten, betrat den Raum. Der Wirt wollte ihn wieder hinausscheuchen, aber der Erzbischof hielt ihn zurück.

»Mein Sohn, wenn du das der Kirche spenden willst, dann muss Hakob das sowieso wissen.«

Dem Wirt entglitten kurzzeitig seine Gesichtszüge, denn er hatte nicht die Absicht gehabt das Goldstück zu spenden, das war ihm gar nicht in den Sinn gekommen, schließlich hatte er den Fremden bewirtet und der hatte eine Menge gegessen.

Deshalb sagte er rasch, »ah, nein, so war das aber gar nicht gemeint. Das hier hat mir heute Morgen ein Gast gegeben. Er hat damit das Essen und die Übernachtung bezahlt. Er hatte kein Gepäck dabei und sprach gestern Abend noch kein Wort Armenisch. Heute Morgen konnte er sich schon mit mir etwas unterhalten. Das ist doch alles recht merkwürdig, oder nicht?«

Hakob Azatyan nahm das Goldstück hoch und wog es in der Hand. »Das ist aber schwer für eine einfache Münze. Die wiegt ja mindestens ein Kilogramm. Da hat er aber wirklich zu viel bezahlt, wenn das tatsächlich reines Gold sein sollte. Das müssten etwas über dreißig Unzen sein.

»Das ist in der Tat ungewöhnlich, aber noch lange kein Grund sich so aufzuregen«, sagte der Metropolitos streng zu seinem Gemeindemitglied.

Hakob Azatyan war da anderer Meinung. »Also seltsam ist das schon, Exzellenz. Ich habe noch nie so eine Münze gesehen, mit so einer Prägung und der Reinheitsgrad scheint enorm hoch zu sein. Wer macht so etwas? Das muss doch ein kompletter Vollidiot gewesen sein, damit ein Essen und eine Übernachtung zu bezahlen.«

»Ja, genau, das haben wir auch gedacht, anfangs. Aber der Kerl war so … anders. Er sprach am Abend zuvor kein einziges Wort Armenisch, aber dann hat er mit seiner komischen Brille die Zeitung gescannt und danach konnte er schon ein paar Brocken unserer Sprache verstehen. Und er hat etwas von dem Bier, das ich ihm gebracht habe, auf ein Gerät am Handgelenk geträufelt. Er hat geglaubt, dass ich das nicht gesehen habe, aber ich sehe alles! Außerdem hat er die Matratze aus dem Bett geholt und auf dem Boden geschlafen.« Der Wirt hatte sich in Rage geredet.

Hakob Azatyan und der Erzbischof sahen sich ratlos an.

»Was sollen wir denn jetzt tun?«, fragte Hakob Azatyan schließlich.

»Zunächst, wo ist der Fremde jetzt?« Der Metropolitos von Sjunik wollte das Thema strukturierter angehen, als seine beiden Gemeindemitglieder.

»Ich habe ihn vorhin in den Bus nach Jerewan gesetzt. Er wollte dahin.«

»So, so, hmmm … daran lässt sich wohl nichts mehr ändern. Mit dem können wir dann wohl nicht mehr sprechen. Das Goldstück hier, das schicken wir ins Labor und lassen es untersuchen, dann sehen wir weiter.« Der Geistliche wickelte das Goldstück wieder ein und steckte es in einen Behälter, den er mit einem Wachssiegel verschloss.

Der Wirt zögerte, er hatte nicht bedacht, bevor er hierherkam, dass der Bischof sein Goldstück behalten würde. »Aber, aber … und wer zahlt jetzt die Kosten, die der Kerl verursacht hat?«, protestierte er lautstark gegen die Vorgehensweise.

Der Erzbischof sah ihn verärgert an. »Erstens, hast du sowieso zu viel genommen und zweitens ist das hier vielleicht Teufelszeug und bringt dir Unglück. Sei froh, dass du das los bist, mein Sohn.«

So schnell gab der Wirt aber nicht nach. »Es ist mein Eigentum. Wenn Sie das behalten wollen, Exzellenz, dann müssen Sie mir wenigstens meine Auslagen ersetzen.« Er verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust und setzte eine finstere Miene auf .

»So viel Gier in deiner Seele, mein Sohn. Das ist nicht gut. Schicke Hakob die Rechnung und wehe du schlägst zu viel auf. Und … kein Wort zu irgendjemandem, vor allem nicht zu deiner Frau, verstanden?«

Grigor Tumanyan nickte. Der Erzbischof gab Hakob Azatyan einen Wink, den Wirt nach draußen zu begleiten. In der Zwischenzeit wählte der Erzbischof die Rufnummer des Katholikos der armenisch-apostolischen Kirche in Echmiadzin, der glücklicherweise ein guter Freund von ihm war. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Sekretär des Kirchenoberhauptes der armenisch-apostolischen Kirche, wurde er durchgestellt. Der Katholikos versprach, sich um den Fall zu kümmern und das Goldstück untersuchen zu lassen. Der Erzbischof der Provinz Sjunik legte auf, aber ganz wollte er es nicht seinem Kirchenobersten überlassen. Er würde eigene Ermittlungen anstellen und er hatte seine speziellen Wege dafür. Beruhigt packte er den versiegelten Behälter in eine Versandbox und rief den Paketdienst an.

Als Hakob Azatyan zurückkam, hatte er alles Wesentliche schon erledigt. Die innerkirchlichen Angelegenheiten mussten vertraulich behandelt werden.

Freundliche Dilastiken

Ullisten Getrillum erinnerte sich an Harkmeniis Schlachtschiff. Es war ein wirklich majestätisches Stück Metall gewesen, das die Shirag da gebaut hatten. Nie im Leben hätte er geglaubt, dass er eines Tages eines der in den Algolkriegen so gefürchteten Schiffe dieser Spezies sehen würde, geschweige denn es betreten würde. Das Raumschiff war genauso seltsam wie seine Eigentümer. Das Metall der Wände war so glatt wie die Oberfläche gefrorenen Wassers. Boden und Decke waren nur unmerklich heller gefärbt, zumindest für seine Augen. Alles war grau und irgendwie konturlos. Es war für ihn schwer gewesen, sich darin zurechtzufinden. Er hätte sich in dem Gewirr aus Gängen fast verlaufen, die das Schiff in einem verwirrenden Muster durchzogen, hatte aber die riesige Kommandobrücke doch irgendwann gefunden. Er hatte es nicht gewagt, andere, die ihm auf seinem Weg dahin begegnet waren, zu fragen. Einige der Spezies, die das Raumschiff bevölkerten und bei seiner Zerstörung durch die Adschirr´arr gestorben waren, hatte er noch nie zuvor gesehen, obwohl er in der Galaxie schon sehr viel herumgekommen war. Es gab Söldner, bewaffnet bis an die Zähne und muskelbepackt von oben bis unten. Ihre Waffensysteme waren weitentwickelt, soweit er das auf den ersten Blick hatte erkennen können. Manche dieser Waffen hatte er zum ersten Mal gesehen. Zu gerne hätte er den einen oder anderen angesprochen, um sich das Equipment näher anzuschauen, doch das war natürlich nicht möglich. Die Waffen eines Kriegers waren sein Heiligtum. Jetzt war es dafür zu spät. Nur er hatte es geschafft, dem Inferno zu entkommen.

Im Nachhinein fand er es immer noch erstaunlich, dass es ausschließlich Dilastiken gegeben hatte, keine Therapoden und schon gar keine Arachniden. Letztere besaßen ohnehin nur Intelligenz, wenn sie technisch aufgerüstet wurden. Er wusste von einigen Völkern, die das eklige Pack für Schaukämpfe oder im Krieg einsetzten. Bei so vielen Beinen konnte einfach nicht viel für andere Funktionen außer Fressen, Paarung und Laufen übrigbleiben. Er hasste diese Dinger. Für ihn waren sie Ungeziefer.