Um Macht und Glück - Sigrid-Maria Größing - E-Book
oder
Beschreibung

In ihrem Buch erzählt uns die Erfolgsautorin farbig und wie gewohnt packend von den großen historischen Persönlichkeiten Österreichs. Unbekannte Details und überraschende Zusammenhänge werden deutlich. Der Kampf um die Macht wurde mit aller Härte geführt. Andauerndes GLück, Frieden und ungetrübte Freude waren den Großen der Welt selten beschieden, Entscheidungen und Verantwortungen ließen manchen königlichen Reif zu schweren Last werden. Mit Sigrid-Maria Größings Porträts und dramatischen Szenen lernen wir Geschichte besser begreifen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl:267


Sigrid-Maria Größing

UM MACHT UND GLÜCK

Sigrid-Maria Größing

UM MACHTUND GLÜCK

Schicksale der Geschichte

Besuchen Sie uns im Internet unterwww.amalthea.at

1. Auflage Februar 20092. Auflage August 2009

© 2009 by Amalthea Signum Verlag, WienAlle Rechte vorbehaltenSchutzumschlaggestaltung: Kurt Hamtil, verlagsbüro wienUmschlagabbildungen: Salzburg: Fresko von Donato Mascagniim Oktogon von Schloss Hellbrunn.Artist/ Creator: Donato Mascagni, © IMAGNO/Oskar AnratherHerstellung: studio e, Josef EmbacherGesetzt aus der 12/14,5 pt CaslonGedruckt in der EU

ISBN 978-3-85002-673-4eISBN 978-3-902998-75-0

Inhalt

»Bis dass der Tod Euch scheidet …«

Die Schönheit war ihr Verderben

So etwas gab es bisher noch nie: Hochzeit im Vatikan

»Sie« machte »ihm« einen Heiratsantrag

Erst nach seinem Tode sollte man den Kaiser geißeln …

Der Papst war ein treu sorgender Familienvater

Kaiser Karl V. erbte von seinem Großvater auch dessen höchst private Verpflichtungen

Leibarzt von Kaisern und Königen: Andreas Vesalius

La prima gentildonna del mondo – Isabella d’Este

Die Statthalterin der Niederlande sprach Wienerisch

Karl V. verheiratete seine erst 12-jährige Nichte Christine an den mehr als dreimal so alten Herzog von Mailand

Auch Philipp II., der Mann aus Stein, kannte menschliche Gefühle …

Ein junges Mädchen erweckte den unzugänglichen König wieder zum Leben

Erst die vierte Gemahlin schenkte dem spanischen König den heiß ersehnten Thronfolger

Nicht nur wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte …

Der Kaiser war ein Schwerenöter

Aus dem ängstlichen Feigling wurde der beliebte »Türkenpoldl«

Die Pompadour war keine große H…

Der »arme Kadett« führte die Kaisertochter zum Traualtar

Eine Kaisertochter auf dem Weg zum Schafott

Der Kaiser war immer der Gärtner

Eine schöne Polin eroberte das Herz des Siegers

Der Sohn Napoleons war schön und charmant …

Ein schwacher Mann an der Seite einer starken Frau

Der Schwiegervater von Kaiser Franz Joseph war ein Bonvivant

Das Ende einer Faschingsnacht dauerte Jahrzehnte

Ein Naturbursche eroberte das Herz der schönen Kaiserin von Österreich

Der Tod kam ihr als Freund

Und wenn er auch gestorben ist, so lebt er doch heute noch!

»Wenn man zum Vater gerufen wurde, so war es, als käme man in die Sonne«

Die »arme dicke Schratt« war die gemeinsame Freundin des Kaiserpaares

Der vermeintliche Schweinehirt entpuppte sich als habsburgischer Erzherzog

Sie hatte wenig Glück im Leben

Der Sohn verwirklichte die Ideen seiner Mutter: Kaiser Dom Pedro II. von Brasilien

Lockere Frauen lockten den Erzherzog ins Verderben

Mit dem Mord an der Kaiserin von Österreich wollte Luigi Lucheni ein Zeichen setzen

Kronprinz Rudolf liebte die Wiener Gemütlichkeit

Schüsse, die die Welt veränderten

Die belgische Prinzessin Stephanie wurde in Wien nicht glücklich

Onkel Luziwuzi konnte gefährlich werden …

Ein Herz für eine Krone

Der gute Engel kam aus Wien nach München

Selbst im Tod noch vereint: Erzherzog Franz Ferdinand und Sophie Chotek

Herrn Hans Dichandin großer Verehrung gewidmet

»Bis dass der Tod Euch scheidet …«

Aber bis zum Tod wollte Margarete Maultasch nicht an der Seite des ungeliebten Gemahls als Jungfrau leben und jagte kurzerhand Johann Heinrich von Böhmen aus dem Schloss.

Die Ehe, die von den beiden Vätern Herzog Heinrich von Kärnten und König Johann von Böhmen arrangiert worden war, hatte schon den Keim der Katastrophe in sich. Denn die beiden ungleichen Kinder, die in einer prunkvollen Zeremonie den Bund fürs Leben hatten schließen müssen, waren nichts weiter als politische Marionetten. Dabei spielten viele Zufälligkeiten eine Rolle, da Heinrich, der Herzog von Kärnten und Tirol, zwar auf eine Unzahl unehelicher Kinder blickte, aber in seinen drei Ehen nur zwei Töchter gezeugt hatte. Die ältere der beiden verbrachte leicht behindert, wie sie war, ihr Leben als Nonne hinter Klostermauern, während Margarete, die im Jahr 1318 zur Welt gekommen war, den unsteten Vater schon als kleines Kind auf seinen ausgedehnten Reisen begleiteten musste. Als unverbesserlicher Optimist hatte er sich dereinst um den Thron von Böhmen beworben und war auch gekrönt worden, aber schon nach kurzer Zeit hatte man ihn abgesetzt. Sein Nachfolger, der Luxenburger Johann, war aus dem gleichen Holz geschnitzt wie der Kärntner, ein Lebemann vom Scheitel bis zur Sohle, der nicht nur nach der neuesten Pariser Mode gekleidet war, sondern auch noch politische Ambitionen hatte. Genauso wie die Habsburger und Wittelsbacher hatte er schon bald ein Auge auf das schöne Land Tirol geworfen, denn der Weg nach Italien, dem Land der Sehnsucht, führte am sichersten über dessen Alpenpässe. Daher war es in Mitteleuropa kein Geheimnis, dass die begehrteste Braut Margarete hieß, denn mit ihr würden dem zukünftigen Ehemann auch noch ihre Länder mit ins Brautbett gelegt werden.

Der Wettlauf um das Mädchen begann, als Margarete noch keineswegs im heiratsfähigen Alter war. Johann von Böhmen ließ seinen erst fünfjährigen Sohn Johann Heinrich, der in dem düsteren Schloss Melnik in Böhmen am 12. Februar 1322 das Licht der Welt erblickt hatte und um den er sich bislang herzlich wenig gekümmert hatte, einfach aufs Pferd setzen und schickte das Kind mit großem Gefolge nach Tirol, wo der völlig erschöpfte und verängstigte Knabe mühselig ein paar angelernte deutsche Sätze zur Begrüßung hervorstotterte. Seine Begleiter hatten mittlerweile dem Herzog außer kostbaren Geschenken auch noch die Botschaft des Böhmenkönigs überbracht, wie sehr sich Johann geehrt fühlen würde, käme er als Schwiegervater Margaretes in Betracht. Geschmeichelt wie er war, zögerte Heinrich nicht lange, dem Böhmen die Hand seiner Tochter zu versprechen. Dabei spielte es für ihn keine Rolle, dass sich die Kinder von Anfang an unsympathisch fanden, Margarete wusste nicht, was sie mit dem seltsamen Knaben anfangen sollte, mit dem sie sich nicht verständigen konnte, und auch Johann suchte keinen Kontakt mit dem um vier Jahre älteren Mädchen. Und so sollte es in den nächsten Jahren bleiben.

Die Einzigen, die von dieser Verbindung begeistert waren, waren die Väter, die einander bestens verstanden. Schon nach drei Jahren, in denen Johann Heinrich in Tirol aufwuchs, drängte König Johann auf eine offizielle Eheschließung, denn nur so würden die Luxemburger endgültig Chancen auf Tirol haben. Am 16. September 1330 standen die beiden Kinder herausstaffiert wie kleine Erwachsene vor dem Altar und gaben einander ein Versprechen, dessen Sinn sie nicht verstanden.

Johann Heinrich war auch als Heranwachsender alles andere als ein netter Jüngling, seine Erzieher hatten ihre liebe Not, da er es strikt ablehnte, irgendetwas zu lernen, am allerwenigsten die deutsche Sprache. Margarete gegenüber gebärdete er sich wild und ungehobelt, kratzte und biss sie und schikanierte sie in übelster Weise, so dass aus der Antipathie Margaretes allmählich blanker Hass wurde. Wo immer es ging, mied sie seine Gesellschaft und hörte mit Empörung von ihren Tiroler Beratern, dass sich Johann Heinrich wie der Herr von Tirol aufzuspielen begann, denn im Jahre 1335 war Herzog Heinrich überraschend gestorben, so dass seine Tochter Margarete offiziell die Erbschaft angetreten hatte.

Kaum hatte man in Böhmen die Nachricht vom Tode des Herzogs vernommen, als Karl, der politisch begabte und geschickte Bruder Johann Heinrichs, in Tirol auftauchte, um dem unerfahrenen und uninteressierten Bruder zur Hand zu gehen, der, obwohl er längst landauf landab als Frauenheld bekannt war, die Ehe mit Margarete immer noch nicht vollzogen hatte. Ja, er scheute nicht davor zurück, die übelsten Gerüchte über sie zu verbreiten, auch der zweifelhafte Beiname »Maultasch« stammte wahrscheinlich von ihm, denn auf einem Siegel mit dem Konterfei Margaretes ist ihr Mund durchaus nicht verunstaltet.

Es war beinah ein abgekartetes Spiel, das die beiden luxemburgischen Brüder in Tirol aufführten, denn mit ihnen kamen böhmische Berater, die schon bald wichtige Ämter bekleideten. Hätte Margarete nicht ihre ergebenen Tiroler Freunde gehabt, die die Böhmen vehement ablehnten, wäre ihre Situation wahrlich zum Verzweifeln gewesen. Denn Karl und Johann waren alle Mittel recht, um gegen sie vorzugehen, sie zögerten deshalb nicht, sie eines Tages auf ihrem eigenen Schloss Tirol gefangen zu setzen, um sie endgültig aus der Tiroler Politik zu entfernen. Aber Karl, der sicherlich der Initiator dieser Aktion gewesen war, hatte den Bogen überspannt. Er hatte nicht damit gerechnet, dass auch für die Tiroler das Maß voll war. Am Allerseelentag des Jahres 1341 machte Margarete mit deren Hilfe ernst: Als Johann Heinrich spät nachts nach einer Jagd polternd Einlass ins Schloss begehrte, stand er vor versperrten Toren. Auch auf anderen Schlössern in Tirol fand er keine Unterkunft, schließlich erbarmte sich der Patriarch von Aquileja und nahm den zu Tode Erschöpften auf.

Natürlich wusste Margarete, dass die Böhmen nicht zögern würden, die Schmach zu rächen, die sie Johann Heinrich angetan hatte, und von ihnen aufgehetzt, würde auch der Papst auf den Plan treten und den Bann, die gefürchtetste Kirchenstrafe, über Margarete verhängen. Aber Margarete hatte ein Eisen im Feuer, das niemand übersehen konnte: den deutschen Kaiser Ludwig den Bayern, dem schon längst die unhaltbaren Zustände in Tirol bekannt waren. Als redlicher Mann, der zugleich die Gunst der Stunde für die Wittelsbacher erkannte, sagte er Margarete nicht nur Hilfe gegen die Böhmen zu, er versprach ihr auch die Hand seines früh verwitweten Sohnes Ludwig, der als Markgraf in Brandenburg regierte. Obwohl der junge Ludwig zunächst ernste Skrupel hatte, die Frau eines anderen zu heiraten, stand schließlich der Hochzeitstermin für den 10. Februar 1342 fest, ein Tag, den alle in Tirol mit großer Freude begingen, denn im Jänner hatte Ludwig im Einvernehmen mit seiner zukünftigen Frau den Adeligen im Tiroler Freiheitsbrief viele Vorrechte bestätigt. Dem Hochzeitsfest folgte der Bann des Papstes für das frischvermählte Paar beinah auf dem Fuße und auch die Böhmen versuchten glücklos ihre Rechte auf Tirol mit Waffengewalt geltend zu machen. Als aber Karl im Reich zum Kaiser gewählt worden war, steckte er den Fehdehandschuh endgültig ein und söhnte sich mit Margarete und Ludwig aus. Endlich schien das Glück im Leben Margaretes eingekehrt zu sein, als sich auch Papst Innozenz VI. durchrang, den Bann von ihr und Ludwig zu lösen. Aber die schönen Stunden waren für sie gezählt, denn völlig unerwartet fiel ihr kerngesunder Gemahl Ludwig vom Pferd und starb in den Armen seiner entsetzten Leute. Schon zwei Jahre später folgte ihr einziger Sohn und Erbe Meinhard dem Vater ins Grab. Margarete stand wieder allein in der Welt, früh gealtert und verhärmt, mit nur einer Frage beschäftigt, wem sie ihre Länder, für die sie ein Leben lang gekämpft hatte, vererben sollte. Für sie kam 1363 eigentlich nur der junge dynamische Rudolf IV. von Habsburg als Nachfolger in Frage, da sie von dieser Familie in den letzten Jahren jede nur mögliche Hilfe erfahren hatte. Als alte Frau verließ Margarete ihre Heimat und zog in Begleitung Rudolfs nach Wien, in eine fremde Welt, in der sie 1369 starb.

Die Schönheit war ihr Verderben

Als der Sohn des Herzogs von Bayern-München die Baderstochter Agnes Bernauer in der Badestube ihres Vaters in Augsburg erblickte, war es nicht nur um ihn geschehen, gleichzeitig war das Schicksal des schönen Mädchens besiegelt.

Das romantische Märchen, das blutig enden sollte, begann, als der junge Herzogssohn Albrecht, abgekämpft von einem Turnier, in dem er die Lanze vortrefflich geführt hatte, eine Badestube in Augsburg aufsuchte, die im Besitz der Familie Bernauer war, um sich zu erfrischen und sich laben zu lassen. Und so wie es den Sitten der Zeit entsprach, kümmerten sich auch die Familienmitglieder des Baders, der Rat und Hilfe bei so manchen Verletzungen wusste, um die illustren Gäste, schrubbten ihnen die Rücken und sorgten dafür, dass sich die Badenden in den großen Holzzubern oder bei den anschließenden Massagen wohl fühlten. Besonders begehrt als Badefrau war die Tochter des alten Bernauers Agnes, die nicht nur durch ihre Schönheit auf alle Gäste wohltuend wirkte, sondern auch durch ihr liebenswürdiges Wesen die Sympathien aller auf sich zog. An diesem Abend allerdings kümmerte sie sich nur um den jungen Herzogssohn Albrecht. Es muss bei beiden Liebe auf den ersten Blick gewesen sein und schon bald ließ Albrecht erkennen, dass er die Absicht hatte, Agnes zu seiner Geliebten zu machen, wie das damals so üblich war, wenn die Standesschranken unüberwindlich schienen. Der Herzogssohn hatte gerade eine stürmische Liebschaft hinter sich, die für ihn unglücklich geendet hatte, denn seine Auserwählte war kurzerhand mit einem anderen durchgegangen. Was stand also einer neuen Liaison im Wege?

Albrecht hatte nicht mit der strengen Moral der Baderstochter gerechnet, denn die Bader standen, wenn man sie auch immer wieder dringend benötigte, in keinem allzu guten Ruf, da sie Arbeiten verrichteten, die vielfach kein gesitteter Mensch übernehmen wollte.

Das Schicksal wollte es, dass sich Albrecht ausgerechnet in eine Baderstochter bis über beide Ohren verliebt hatte. Und diese Badhur, wie Agnes schließlich von ihren Feinden abwertend bezeichnet wurde, gab dem Herzogssohn schon bald zu erkennen, dass es für sie keine losen Tändeleien geben konnte, dass sie niemals bereit sein würde, nur die Geliebte des Herzogssohnes zu sein, dass sie nur mit Gottes Segen an seiner Seite leben könnte. Je näher sich die beiden gekommen waren, umso mehr erkannte Albrecht, dass er sich eine Zukunft ohne Agnes nicht mehr vorstellen konnte. Er musste seinem Vater klar machen, dass sie allein die Frau war, mit der er sein Leben verbringen wollte.

Herzog Ernst fiel aus allen Wolken, als der Sohn ihm eröffnete, er wolle die Baderstochter aus Augsburg zu seiner legitimen Gemahlin machen. In langen Diskussionen versuchte der Vater, dem Sohn den Plan auszureden, und als er nur auf taube Ohren stieß, ließ er eilig die Schwester Beatrix holen, die Gemahlin des Pfalzgrafen von Amberg, die Albrecht ins Gewissen reden sollte. Aber auch ihr hörte der verliebte junge Mann kaum zu, sie redete in den Wind, so dass man schließlich über sie berichtete, dass sie »… ganz zornig war von frau nessen wegen der hoch und grosfaisten Bernawerin wegen«. Es ist anzunehmen, dass Agnes Bernauer zur Zeit dieser Unterredung bereits ein Kind erwartete, denn wenig später schenkte sie einem Mädchen das Leben, das Albrecht stets als seine leibliche Tochter anerkannte.

Da der Herzog von Bayern-München seinen Sohn zu kennen glaubte und annahm, dass es sich bei Albrecht so wie schon manchmal um ein kurzes Strohfeuer handeln würde, übertrug er Albrecht das Straubinger Ländchen und versuchte zunächst, die unleidliche Affäre innerlich beiseite zu schieben. Diesmal aber hatte er sich bei seinem Sohn gründlich verrechnet, denn kaum war Albrecht mit Agnes außer politischer Reichweite des Vaters, als er sich wahrscheinlich zu Beginn des Jahres 1433 heimlich mit ihr trauen ließ. Für beide schien eine Zeit des Glücks angebrochen, die niemand stören sollte.

Dass sich der Sohn eine beinah legale Konkubine leistete, damit hätte sich Herzog Ernst noch abgefunden, als er aber von der heimlichen Hochzeit erfuhr, erkannte er den Ernst der Lage. Niemals würde eine Agnes Bernauer Albrecht erbberechtigte Kinder schenken können, die er als Nachfolger dringend brauchte. Denn ohne legitime Erben würde das Herzogtum Bayern-München an die beiden anderen bayerischen Herzogtümer fallen. Ernst wusste, er musste handeln, denn der Sohn hatte sich nicht nur über die Vorschriften des Vaters hinweggesetzt, er hatte durch diese unbotmäßige Heirat die Ordnung der Welt gestört. Dies bedeutete in den Augen des Bayernherzogs: Revolution innerhalb der Familie und den Tod für Agnes Bernauer!

Unter einem fadenscheinigen Vorwand lud Herzog Ernst seinen Sohn zu einem Turnier nach Landshut, er selbst ritt mit großem Gefolge in Straubing, einer Stadt an der Donau, ein, wo Agnes im Schloss zurückgeblieben war. Es war ein leichtes, die wehrlose Frau zu verhaften und ihr einen kurzen Prozess zu machen, da die Zeit drängte. Man warf Agnes Bernauer vor, sie hätte durch Zaubertricks den Sohn des Herzogs in Bann geschlagen, ihre Schönheit weise außerdem darauf hin, dass sie nur eine Hexe sein könnte und darum das Leben verwirkt hätte. Abgesehen davon hatte sie angeblich dem regierenden Herzog, ihrem Schwiegervater, mit Gift nach dem Leben getrachtet. All dies reichte längst aus, um das Todesurteil nicht nur zu fällen, sondern es auch möglichst rasch zu vollstrecken.

Noch am selben Tag wurde Agnes dem Henker übergeben, der die unglückliche junge Frau, für die es keine Gnade gab, band und von einer Brücke in die Donau stieß. Dabei lösten sich ihre Fußfesseln, so dass Agnes schwimmend das Ufer erreichte. Sie flehte die Gaffer, die sich eingefunden hatten, um das grausige Spektakel mitzuerleben, an, sie zu retten, aber die trauten sich nicht, ihr zu helfen. Die Furcht vor dem Herzog war größer als jegliches Mitleid. Der Henker eilte schnell herbei, wickelte das lange blonde Haar von Agnes um eine Stange und tauchte den Kopf der Frau so lange unter Wasser, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab.

Als Albrecht von den schrecklichen Vorfällen während seiner Abwesenheit erfuhr und die geliebte Frau tot vor sich liegen sah, beschloss er in seiner verzweifelten Wut, gegen den Vater ein Heer aufzustellen, um den Tod von Agnes zu rächen. Herzog Ernst, der einen Bürgerkrieg auf sich zukommen sah, wandte sich an Kaiser Sigismund um Hilfe. Der Kaiser erkannte klar, dass eine mit Waffengewalt ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn womöglich einen Flächenbrand nach sich ziehen könnte. Daher übernahm er die Rolle des Vermittlers, wobei der Vater alles versuchte, um sich mit Albrecht auszusöhnen. Er gestattete dem Sohn, einen prunkvollen Grabstein für Agnes anfertigen zu lassen, auf dem die geliebte Frau in Lebensgröße als vornehme Frau dargestellt wurde, wobei man an ihrem Ringfinger deutlich den Ehering erkennen konnte.

Da der Herzog von Bayern-München das leichtlebige Blut seines Sohnes kannte, wusste er, wodurch er den trauernden Witwer am besten trösten konnte: Er besorgte Albrecht eine neue Frau. Anna, die Tochter des Herzogs von Braunschweig, schien die richtige zu sein, die Albrecht standesgemäße Kinder schenken würde. Als Albrecht die neue Braut in Augenschein nahm, war sein Schmerz schnell vergessen, denn kaum ein Jahr nach den tragischen Ereignissen in Straubing im Oktober 1435 ließ er eine glanzvolle Hochzeit ausrichten. Überraschend schnell waren seine Wunden geheilt – aus dem zu tiefst trauernden Witwer war im Handumdrehen ein glückstrahlender Bräutigam geworden!

So etwas gab es bisher noch nie: Hochzeit im Vatikan

Die Residenz des Papstes war jahrhundertelang für Frauen tabu. Erst unter Innozenz VIII. kehrten neue Sitten ein, als er für seinen Sohn Franceschetto ein glanzvolles Hochzeitsfest im Vatikan veranstalten ließ.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!