Unbekannter Nachbar - Janey L. Adams - kostenlos E-Book

Unbekannter Nachbar E-Book

Janey L. Adams

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Beschreibung

Ein sexuell aktiver Nachbar, der das eigene Bett wortwörtlich zum Beben bringt. Mit Hilfe einer handschriftlich verfassten Notiz nimmt Julia Kontakt zu ihm auf. Seine Antwort bringt einen Stein ins Rollen, der sich nicht mehr aufhalten lässt ... Romantische Kurzgeschichte. 24 Buchseiten.

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Seitenzahl: 24

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Unbekannter Nachbar

Janey L. AdamsHörspielBriefeUnfreiwillige PauseHeimkehrAlly - Romanze in D-DurImpressum

Janey L. Adams

Hörspiel

-1-

Genervt und fasziniert zugleich vergrub ich den Kopf unter dem Kissen.

Von nebenan kamen unzweideutige Geräusche. Um es anschaulicher zu sagen: Selbst mein Bett (!) bewegte sich rhythmisch, bedingt durch die Aktivität meines 'standhaften' Nachbarn.

Erst vor einer guten Woche war ich in das Apartmenthaus eingezogen. In diesen neun Tagen war ich ungewollt Zeugin von sieben erotischen Eskapaden geworden.

Zugegeben, sie fanden hauptsächlich in meiner Vorstellung statt. Und in meinen Ohren. Aber das war nebensächlich.

Interessant daran war die Tatsache, dass es jedes Mal eine andere Frau war, die diesen Vergnügungen beiwohnte.

Woher ich das wusste?

Ich sage nur: Türspion!

Ich hasste mich selbst dafür, doch es war wie ein Zwang. Beim ersten Mal war ich einfach bloß neugierig gewesen, wie der Nachbar aussah. Leider erhaschte ich lediglich einen kurzen Blick auf die Frau mit den langen blonden Haaren.

Ihr folgten, im täglichem Wechsel, zwei Brünette, eine klein, die andere mittelgroß. Eine Rothaarige, eine weitere Blondine, dann eine mit grünen Strähnen und Igelfrisur ... Den bisherigen Abschluss bildete eine vollbusige Schönheit mit rabenschwarzen Haaren.

Morgen früh würde ich wieder einen Blick riskieren. Ich war versessen darauf, einen Blick auf den Kerl zu erhaschen, der bislang jede der Frauen zum Schreien gebracht hatte. Ausnahmslos!

Leider verabschiedete er seine Gespielinnen an seiner Wohnungstür, die ich nur erahnen konnte durch den Spion. Zwangsweise mussten die Frauen an meiner Tür vorbei, um zum Treppenhaus zu gelangen.

Meine Fantasie schlug Purzelbäume. Mal stellte ich ihn mir hochgewachsen und athletisch vor, mal durchschnittlich groß mit einem süßen Bäuchlein. Komischerweise war er immer strandblond in meiner Vorstellung.

Auch wenn ich von zu Hause arbeitete, sein Kommen und Gehen verpasste ich mit untrüglicher Sicherheit. Es war wie verhext … Mir war aber nicht danach, ständig vor der Wohnungstür zu lauern, auch wenn mich die Neugier fast um den Verstand brachte.

Jetzt hörte ich den ersten spitzen Schrei, gefolgt von einem Brummen, das lustvoll und ekstatisch klang.

Mein Herz setzte einen Schlag aus, als seine dunkle Stimme einfiel. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper. Fast war es, als würde er in mein Ohr stöhnen.

Verdammt!

Nicht nur meine Fantasie wurde dabei angeregt. Seit Tagen fühlte ich mich wie eine dauerläufige Hündin …

Hätte ich eine Spur mehr Mut in meinem zu knapp bemessenem Körper (ich brachte es gerade mal auf einen Meter achtundfünfzig), dann würde ich das Hörspiel nutzen, um meine eigene Party damit zu starten.

Allerdings waren die Wände dermaßen hellhörig …

Nein! Bei aller Lüsternheit, so weit wollte ich es nicht kommen lassen: Am Ende lauschte er meinem Stöhnen …

Natürlich stand mir die Möglichkeit offen, gegen die Wand zu hämmern und laut nach Ruhe zu rufen.

Doch auch wenn ich keinen Spaß hatte, wollte ich ihm seinen nicht verderben.

Müde stand ich auf und linste zum Wecker. Kurz nach eins. Passend zu seinem Schema. Ob er wohl besonders lange brauchte, um eine Frau herzulocken?

Wenn mich einer abgeschleppt hatte, dann kamen wir weit vor Mitternacht zur Sache. Aber das lag in der fernen Vergangenheit.