"...und dann hatte ich plötzlich das Glück an der Backe !" - Volker Damian - E-Book

"...und dann hatte ich plötzlich das Glück an der Backe !" E-Book

Volker Damian

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Beschreibung

Nach einer geschiedenen Ehe begann ich mir "eine Frau zu schreiben". Doch die Geschichte verselbständigte sich, und endete in einer für mich nicht vorhersehbaren Weise.

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Seitenzahl: 293

Veröffentlichungsjahr: 2024

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…und dann hatte ich plötzlich das

Glück an der Backe

Volker Damian

© 2023 Volker Damian

Coverdesign von: © 2023 Volker Damian

Coverzeichnung von: © 2023 Inka Hinnersmann

ISBN Softcover: 978-3-347-89662-8

ISBN Hardcover: 978-3-347-89663-5

ISBN E-Book: 978-3-347-89664-2

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Der Beginn..

Auf der Suche nach dem Glück

Wo finde ich das Glück ?

Auf dem Weg

Schon ganz nahe?

Sie

Die Bewährungsprobe

Wie geht es nun weiter?

Ein letzter Versuch.

Wirklichkeit trifft Fantasie!

Nachwort

Ausblick

Epilog

Danksagung

"...und dann hatte ich plötzlich das Glück an der Backe !"

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Titelblatt

Urheberrechte

Der Beginn..

Wirklichkeit trifft Fantasie!

"...und dann hatte ich plötzlich das Glück an der Backe !"

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Der Beginn..

So wie viele andere Menschen treibt auch mich die Sehnsucht nach einem erfüllten und glücklichen Leben voran, lässt mich Kraft und Energie einsetzen, um meine Visionen und Träume zu verwirklichen, um meine Ziele, nach denen ich strebe, zu erreichen.

Ich bin immer auf dem Weg, nach Glück, Liebe, Zufriedenheit, Harmonie, Anerkennung, Wohlstand und Gesundheit zu suchen. Dies ist sowohl im privaten wie im beruflichen Bereich mein stetiger und ständiger Antrieb, mir mein „subjektives Wohlbefinden“ so gut wie möglich zu gestalten.

Es gab Zeiten in der Vergangenheit, in denen mir mein Vorhaben locker „von der Hand“ ging, in denen ich glaubte, die richtige Richtung, den rechten Pfad gefunden zu haben. Alles war anscheinend so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und doch hatte ich nicht das Gefühl, vollkommen glücklich zu sein. Irgend etwas schien zu fehlen, krumelte im Bauch. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein Unwohlsein, wurde stärker und festigte sich in mir.

Aus diesen Befindlichkeiten entwickelte sich allmählich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, nicht recht voran zu kommen, am „Leben hängen zu bleiben“, meinen Weg doch nicht zu finden, den ich so sehnsüchtig suchte. Ich fiel in einen ohnmachtsähnlichen Zustand an, hatte nicht die Kraft, mich „selbstständig da heraus zu holen“.

Oft waren es die alltäglichen Dinge in Familie und Beruf, die mir Stress bereiteten, die meinen Stillstand verursachten, mich ausbremsten und mich bisweilen auch entmutigten.

Ich musste und wollte lernen, wieder mit beiden Beinen im Leben und „auf dem Boden“ zu stehen, wieder Verantwortung für mich und mein Denken und Handeln zu übernehmen und dennoch meine Träume und Visionen nicht aus den Augen zu verlieren, „Pflicht“ und „Kür“ unter einen Hut zu bringen. Aber das kostete mich sehr viel Kraft neben den ständigen Anforderungen, die es zu erledigen galt.

Ich hatte gelesen, dass die Gedanken den Menschen formen, seine Art zu denken sein Leben ausrichtet und bestimmt, ihn aus den ungeliebten Bahnen herausholen konnten, die von der Vergangenheit, von seiner Erziehung und seinen bisherigen Erfahrungen geprägt waren. Diese Ideen waren alle schlüssig und nachzuvollziehen, aber es kostete mich wiederum Kraft, einen Neuanfang zu starten, gegen alle bisherigen Gepflogenheiten und Denkweisen zu handeln, um endlich ein glücklicher Mensch zu werden und zu sein.

Dann geschah etwas Eigenartiges.

Vor einigen Jahren, als mich wieder einmal „die grauen Schatten“ überfallen hatten und ich fast schon verzweifelt nach einer Lösung suchte, die mich aus dem „Tal der Sorgen“ wieder an die Sonne bringen sollte, hatte ich nachts einen Traum, der mich so sehr beeindruckte, dass er nicht mehr aus meinem Gedächtnis verschwand und der, aus heutiger Sicht betrachtet, mein Leben verändern sollte.

Im Traum hatte ich mir ein paar Tage frei genommen von Familie, Beruf und sonstigen Verpflichtungen, hatte mir die notwendigen Sachen zusammen gepackt, um alleine eine längere Wanderung zu unternehmen, fern jeglicher Zivilisation. Ich hatte beschlossen, „meinen Weg zu suchen und zu finden“. Im Rucksack waren die Utensilien zum Übernachten, sowie Proviant und Kleidung für drei oder vier Tage. Mit Karte und Kompass suchte ich mir bei wunderschönem Wetter einen Weg, der längere Zeit durch ein waldreiches Gebiet führte. Ich genoss es, allein zu sein, nur an mich denken zu müssen und tun und lassen zu können, wie es mir gerade in den Sinn kam und meinen Gedanken nachzuhängen.

Nach einem langen Tagesmarsch mit einigen Pausen erreichte ich gegen Abend einen See, an dessen Ufer ich mein Nachtlager aufschlug. Da es kühl wurde, machte ich ein kleines Feuer, um mich zu erwärmen. Nach einer kleinen Mahlzeit saß ich dann im Schein der Flammen, hörte in die abendlichen Stille hinein, die nur durch das Plätschern des Wassers und das Zirpen der Grillen unterbrochen wurde, als plötzlich hinter mir ein Ast knackte.

Erschrocken drehte ich mich um.

Da stand ein älterer Mann im Schein des Feuers, weißhaarig, hager, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. Er hatte eine dunkelgrüne Wetterjacke an und trug einen braunen Hut mit Krempe. Ich erkannte ihn sofort, obwohl ich ihn einige Jahre „nicht gesehen hatte“. Damals hatte ich ihn spontan Ewald genannt und ich wusste, er war nicht irgendein Fremder, sondern das war mein anderes „Ich“, meine persönliche innere Stimme. Das war meine Vorstellung von mir selbst, wie ich gerne sein würde, losgelöst von allen äußeren oder inneren Zwängen.

Wortlos setzte er sich neben mich ans Feuer.

Damals, so erinnerte ich mich, hatte er mir in meinen schwierigen Situationen geholfen, einfach nur, indem er neben mir stand und ich nur nachdenken musste, was er sagen, wie er sich verhalten würde und schon hatte ich meine Lösung gefunden.

Das war in diesem Fall anders. Denn dieses Mal begann er zu mir zu reden.

„Du hast schon vieles dazu gelernt, bist reifer geworden und hast einen guten Weg gefunden“, sagte er mit einem warmen, sonoren Ton in der Stimme, die ich zum ersten Mal vernahm.

„Aber ich habe gemerkt, dass es wieder an der Zeit ist, dir einen neuen Impuls zu geben“, fuhr er fort und damit hatte er recht.

Ewald war eben nicht irgend ein Fremder, sondern er war mein zweites Ich, das neben mir stand, mich beobachtete und mir zu gegebener Zeit half, mein Leben besser bewältigen zu können.

„Du suchst nach dem Sinn, nach der Erfüllung deines Lebens, nach Zufriedenheit und Glück. Im Trubel das Alltagsgeschehens ist es nicht leicht, herauszufinden, was du gerade brauchst und wie du dazu kommst.“

Da war er endlich wieder, Ewald, mein Helfer und mein ganz persönlicher Retter.

„Du hast alleine die Verantwortung für dich“, sprach er weiter, „denke nach und versuche, deine Gedanken zu verwirklichen, denk an deine Visionen und Ziele, dann wird dir alles ganz leicht fallen“.

Ich war so verblüfft, dass er mir Ratschläge gab, dass ich darauf spontan nichts einwenden konnte. Er unterbrach seine Worte, drehte sich schweigend zu mir um und sah mir für einen Moment in die Augen. Er nestelte in der Tasche seiner Jacke und zog ein Päckchen hervor.

„Hier, nimm!“ Mit diesen Worten reichte er mir einen kleinen Lederbeutel.

„Suche nach dem geheimnisvollen Gral des Glücks.“

Jetzt wäre es an der Zeit gewesen, ihm zu seinem neuerlichen Besuch und zu dem Beutel einige Fragen zu stellen. Doch ich war immer noch zu erstaunt über die Begegnung und bevor ich irgend etwas dazu sagen konnte, stand er auf, drehte sich um, tippte kurz mit seinem rechten Zeigefinger an seinen Hutrand und verschwand im Dunkeln. Ich hatte das dringende Bedürfnis, noch mehr Informationen zu bekommen, erhob mich rasch auf und rannte ihm in die Dunkelheit nach.

Vergeblich.

So, wie er aus dem Nichts gekommen war, war er auch wieder verschwunden.

Ratlos setzte ich mich zurück ans Feuer und starrte in den dunkelblauen Nachthimmel hinaus. Nicht genug, dass ich ihn nicht hatte fragen können, was er damit gemeint hatte – in dem Moment, als ich den Beutel öffnen wollte, den ich immer noch in der Hand hielt und in dem ich nähere Informationen vermutete,…..

…riss mich mein Wecker aus dem Traum.

Ich war wütend!

„Vielleicht hilft es, mich noch einmal umzudrehen und den Traum noch einmal wirken zu lassen“, dachte ich, aber so sehr ich mich auch bemühte - die Geschichte fand keine Fortsetzung.

Zurück blieb die quälende Frage, was wohl in diesem geheimnisvollen Lederbeutel gewesen sein mochte – eine Landkarte, eine Zeichnung, ein Plan oder eine Beschreibung? Nichts hielt ich von diesem Traum und diesem Besuch in Händen. Was hatte dieses Geschenk für eine Bedeutung? Woran sollte mich der Beutel erinnern? Welche Botschaft wollte mir Ewald damit geben? Nichts von alle dem war Realität.

Ich hatte nur diesen kurzen Traum, die Freude, Ewald wieder begegnet zu sein und diesen Begriff vom „geheimnisvollen Gral des Glücks“, mit dem ich allerdings nicht viel anzufangen wusste und der auch bald im allgemeinen Tagesgeschehen wieder in Vergessenheit geriet.

Aber trotzdem schien die erneute Begegnung mit Ewald nachhaltig gewesen zu sein, denn ohne dass ich mich besonders bemühen musste, ging es mir in den folgenden Wochen und Monaten wieder besser.

Ich fand wieder meinen Weg, lernte, „zu mir zu stehen“, meine Bedürfnisse zu erkennen und brachte mein Leben wieder in die Bahn.

In der Zwischenzeit ist vieles geschehen, sind meine Kinder aus dem Haus, hat sich mein privates Lebens sehr verändert, bin ich ruhiger geworden und erledige meinen Alltag mit sehr viel Geduld und Gelassenheit. Vieles von dem, was mich in der Vergangenheit ärgerte, was mich aus dem Gleichgewicht zu werfen drohte, kann ich mit sehr viel Ruhe und Überlegenheit durchstehen und bewältigen.

Und deshalb wunderte es mich schon, dass mir vor längerer Zeit wieder dieser Traum und der Begriff vom „geheimnisvollen Gral des Glücks“ ins Gedächtnis zurück kehrte und mich seitdem nicht mehr los ließ. Irgendwann kam mir dann die Idee, welche Botschaft Ewald mir in seinem Beutel mitgeben wollte:

„Wenn du Glück haben willst, kannst und musst du etwas dafür tun!“

„Das ist es! Das ist bestimmt ein Zeichen“, dachte ich mir und beschloss, nachzuforschen und mich nun auf die Suche nach dem „geheimnisvollen Gral des Glücks“ zu machen.

Auf der Suche nach dem Glück

Ich begann zu überlegen, wie ich vorgehen sollte, denn außer den beiden Begriffen hatte ich nichts in der Hand. Wie sollte ich die Sache angehen? Wo sollte ich suchen und vor allem, wonach sollte ich suchen. Ich spürte, dass es ganz tief drinnen etwas mit mir zu tun hatte, aber ich fand auf die Schnelle keine Lösung.

So viel ich mir auch Gedanken machte, ich wusste weder, was ich genau zu suchen hatte, noch wo ich suchen oder mit der Suche beginnen sollte, nur die beiden Begriffe „Gral“ und „Glück“ waren hängen geblieben.

Also beschloss ich, zuerst einmal, mich diesen Begriffen zu nähern, ihnen auf die Spur zu kommen und begann, umfassende Informationen einzuholen, um mich schlau zu machen.

Wer sich dem Begriff „Gral“ annähern will, wird sich zwangsläufig in das mittelalterliche Reich der Sagen versetzt sehen und sich mit der Geschichte des König Artus und dessen Magier Merlin beschäftigen müssen. Aber hatte diese Zeit etwas mit mir gemeinsam, spielte etwas aus der Vergangenheit eine solch wichtige Rolle, dass es heute noch für mich von Bedeutung war? Ich begann mich in diese Zeit hinein zu versetzen, begann zu recherchieren und merkte sofort, dieser Begriff „Gral“ hatte es auch mir angetan.

Geheimnisvoll und mystisch zog er mich, wie schon viele vor mir, in seinen Bann, packte mich und ließ mich nicht mehr los. Die Geschichten von damals begannen, mich zu faszinieren.

Ich stellte fest, dass es viele unterschiedliche Versionen der Sage aus verschiedenen Zeitepochen gab, die aber alle nicht gesichert sind. Sicher ist auch bis heute nicht, ob König Artus tatsächlich gelebt hat und ob es das sagenumwobene Schloss „Camelot“ wirklich gegeben hatte. Ebenso liegt die Geschichte des Schwertes „Excalibur“, das in einen Amboss gesteckt, nur von dem rechtmäßigen König von Britannien herausgezogen werden konnte, im historischen Dunkel.

Anscheinend war die Sage von König Artus im Laufe der Zeit mehrfach mit anderen Sagen in Verbindung gebracht worden, zum Beispiel mit der so genannten Gralssage. Sie alle beschreiben den Lebensbericht eines Mannes, der wahrscheinlich wirklich gelebt hat. Die Geschichten erzählen von Heldentaten und versuchen einen gütigen und gerechten König darzustellen, wie ihn sich die meisten wünschten: großzügig, weise, edel, überlegen, erhaben und mit einem bedachten, vorbildlichen und gesitteten Verhalten: der König als der rechtmäßige und allseits anerkannte und geliebte Führer eines Volkes.

Einer der Überlieferungen nach handelte der König nicht als Einzelperson, sondern suchte den Rat der im Volke angesehenen Ritter. Zwölf dieser tugendhaften Ritter versammelte der König um einen runden Tisch als gleichberechtigte Ratgeber, um das Königreich Camelot zu regieren: das waren der Sage nach die Ritter der Tafelrunde.

Eines Tages wurden sie von Artus ausgeschickt, den Heiligen Gral zu suchen, was immer man sich darunter vorstellte. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um einen Kelch, so dachte man damals, der Wunder bewirken sollte, aus dem möglicherweise der Sage nach Jesus bei seinem Abendmahl getrunken hatte. Aber schon in dieser Zeit hatte man keine genaue Vorstellung von dem Objekt. Man glaubte aber, dass der „Gral“ eine Verbindung zu einer höheren Macht darstellte, die das Leben auf Erden regeln und möglicherweise bestimmen konnte.

So ist es nicht verwunderlich, dass diese Frage nach dem Heiligen Gral über Jahrhunderte die Menschen in ganz Europa bewegte. Vom Grundsatz her gab es allerdings zwei Positionen.

Auf einer Seite standen die Anhänger der Lehre Christi, die in dem Gral die legitime Hinterlassenschaft Jesu für seine Glaubensbrüder und -schwestern sahen, ein Relikt, vielleicht eine Reliquie, ein Gegenstand, der an die Ursprünge des Glaubens erinnern und diesen lebendig halten sollte.

Auf der anderen Seite standen Wissenschaftler, die den Gral eher symbolhaft sahen. Für sie war es nicht unbedingt ein Kelch oder ein Gefäß, welches die Zeit überdauert hatte und symbolhaften Charakter für die Menschheit darstellen sollte. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sich alles so wie beschrieben zugetragen hatte. Sie nahmen an und versuchten daraus deuten, dass sich die Geschichten um Jesus vor über zweitausend Jahren vielleicht sogar anders abgespielt hatten, als sie in der Bibel dargestellt worden sind. Vielleicht war Jesus damals ja nicht der Heilsbringer, der Sohn Gottes auf Erden, sondern wirklich nur ein intelligenter Zeitgenosse, der legitime Sohn eines Zimmermannes und er war womöglich mit Maria Magdalena verheiratet und sie hatten mehrere Kinder. Im Gral vermuteten sie eher eine versteckte Botschaft, eine mystische Hinterlassenschaft an die Menschheit.

Und so kommt es, dass sich bis heute nicht exakt beantworten lässt, was der Gral nun in Wahrheit wirklich war. War er ein keltisches Ritualobjekt, eine Schale, ein magischer Zauberkessel, ein wunderbewirkender Stein, oder war er tatsächlich der Kelch, in dem Jesu Blut bei seiner Kreuzigung aufgefangen und aufbewahrt wurde?

Aber nicht nur über die Erscheinungsform wird bis heute gerätselt, sondern auch über den Sinn, die Aufgabe, die der Gral gehabt haben könnte. Darüber hinaus tauchen in diesem Zusammenhang noch weitere Fragen auf: Stellte er die Verbindung zwischen Gott und den Menschen her? Symbolisierte er das heilige Blut Christi für seine Nachfolger? War er in Wahrheit ein Zeichen für Gottes heilige Schöpfung? Verlieh er vielleicht sogar göttliche Macht?

Andere Deutungen gehen davon aus, dass es sich bei dem Gral vielleicht sogar um den legendären Schatz des Königs Salomon oder vielleicht um einen außerirdischen Stein aus dem Weltall gehandelt haben könnte.

Sollte man sich den Gral als einen wahrhaftigen Gegenstand vorstellen oder hätte er nur symbolhaften Charakter oder wäre er nur in unserer Fantasie vorhanden? Müssten wir nur daran glauben, oder können wir den Gral sehen oder anfassen? Wenn aber der Gral überhaupt kein materieller Gegenstand war? Symbolisierte er ein verlorengegangenes, verschlüsseltes oder geheimgehaltenes Wissen, war er ein Zeichen eines okkulten Geheimbundes?

War oder ist der Gral eine energetische Kraftquelle, die es den Menschen ermöglicht, davon zu tanken, wieder mehr Energie zu haben, wieder besser den Alltag bewältigen zu können, wenn sie ihre Kraft daraus schöpfen? Und wo müsste man dann nach dieser Quelle suchen, wo hätte sie ihrem Ursprung? Ist sie für jeden Einzelnen zugänglich oder ist sie nur für eine begrenzte Minderheit da oder bräuchte man erst eine Erlaubnis, um diese Quelle nutzen zu können?

Seit Jahrhunderten sind die Menschen von der Geschichte des Grals beeindruckt und werden in seinen Bann gezogen, werden Geschichten erzählt oder erfunden (z. B. DaVinci Code), die allerlei Spekulationen Raum geben.

Ich merkte bald, dass ich in diesem Falle keinen Schritt weiter kam, die Suche nach der Erklärung dieses Begriffes mir nicht weiter helfen konnte. Denn auf all diese Fragen nach dem Gral gab und gibt es bisher keine endgültige und schlüssige Antwort, vieles entstammt nur aus dem Reich der Spekulation und Fantasie.

Gab es dann für mich überhaupt eine Lösung oder zumindest eine Spur?

Hier blieb ich hängen und beschloss darauf hin, mich zuerst einmal um die Klärung des zweiten Begriffes zu bemühen.

Dies aber schien mir, wie ich schon nach kurzer Zeit bemerkte, eine noch größere Herausforderung zu werden.

Wo finde ich das Glück ?

Mich dem Begriff „Glück“ zu nähern, stellte sich schnell als eine Herkulesaufgabe dar.

Ich besorgte mir einen großen Stapel Bücher von verschiedenen Autoren, die alle aus ihrer Sicht das Thema beleuchteten, ich begann mich durch hunderte von Seiten durchzuwühlen und mit jedem Kapitel, das ich las, schien ich mich weiter von einer Lösung meines Problems zu entfernen.

Jeder Autor verstand unter dem Begriff etwas anderes, einige betrachteten „Glück“ aus psychologischer Sicht, andere versuchten „Glück“ philosophisch zu deuten, wieder andere stellten medizinische und neurobiologische Akzente in den Vordergrund, Sprachwissenschaftler suchten die etymologischen Wurzeln und die Statistiker stützten sich auf empirische Werte.

Aber keiner konnte mir eine umfassende Auskunft auf die Frage geben „Was ist Glück?

Es gibt wahrscheinlich fast keinen Menschen, der sich nicht danach sehnen würde, immerfort Glück zu haben. Diesen Zustand würde er aber nicht mehr als solches erkennen, wenn er immer und dauerhaft glücklich wäre. Das heißt, Glück ist immer nur an den Moment gebunden, geht wieder vorüber und macht möglicherweise einem neuen Glück Platz. Dadurch, dass wir unseren Blick auf das Positive lenken, das uns im Leben widerfährt, setzen wir neue Ziele, verspüren neue Energie nach dem erreichen eines Zieles, was uns eine innere Zufriedenheit und Dankbarkeit vermittelt, die sehr wesentlich zu einem Glücksgefühl beitragen.

Dale Carnegie, ein amerikanischer Glücksforscher und Motivationstrainer im Bereich „Positives Denken“ sagte dazu:

„Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.“

Da es anscheinend kein Rezept gab, welches mir das Glück nahe bringen konnte, begann ich, mir aus den verschiedenen Bereichen meine „eigene Glücksformel“ zu basteln, begann, tief in meinem Inneren zu erfühlen, was bei mir „Glücklichsein“ ausmachte. Ich begann, zu unterscheiden zwischen „Glück haben“ und „Glück empfinden“, einem eher durch einen Zufall begünstigten Moment, den man im Englischen mit „luck“ bezeichnet und einem eher dauerhaften Empfinden, einem möglicherweise sogar längerfristigem Gefühl, im Englischen „happiness“ genannt, das näher beschreibt, wie man mit seinem Leben zufrieden ist, welches vielfältige Glücksmomente bereit hält und einem erleben lässt.

Beim Empfinden von „Glück“ kann es vorkommen, dass sich im Bewusstsein eines Menschen eine absolute Harmonie einstellt, so dass sich das eigentliche Tun losgelöst von Raum und Zeit entwickelt. Man spricht von „Fließen“, vom „Flow“, der sich bei vielen Aktivitäten einstellen kann, allerdings nicht beim Fernsehen oder Ausruhen.

Eine andere Definition von „Glück“ wäre die „Glückseligkeit“, einem Zustand vollkommener Zufriedenheit und Wunschlosigkeit, einem Ideal, das der Mensch durch sein Wirken und Handeln anstrebt.

Mediziner scheinen es leichter zu haben mit ihrer Erklärung: sie haben entdeckt, dass die Botenstoffe Dopamin und Serotonin vom menschlichen Körper ausgeschüttet werden und so über die Nervenzellen die Botschaft „glücklich zu sein“ zum Gehirn transportiert wird.

Sucht man nach der Herkunft des Wortes, findet man in früheren Sprachen „Gelucke“ oder „Gelücke“, die beide mit dem Verb „gelingen“ verwandt sind und den positiven Ausgang eines Ereignisses beschreiben.

Aber selbst durch alle diese verschiedenen Sichtweisen konnte ich mich nicht umfassend einer Erklärung des Begriffes „Glück“ nähern.

Ich fragte mich: Wann sind Menschen glücklich und was bedeutet es, glücklich zu sein?

Glücksforscher haben durch zahlreiche Befragungen Gemeinsamkeiten bei glücklichen Menschen festgestellt: ein Gleichgewicht zwischen Entspannung und Anspannung, zwischen Ansprüchen und Möglichkeiten, zwischen Kreativität und Neugier, zwischen Besitz und Wunschdenken, zwischen Anstrengung und Loslassen. Glückliche Menschen finden in ihrem Leben einen übergeordneten Sinn, sind nicht abhängig vom jeweiligen Augenblick und orientieren sich nicht allein am Genuss, leben aber im Jetzt und Hier. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand, sind „ihres Glückes Schmied“, können ihre Interessen, Wünsche und Lebensziele realistisch einschätzen, versuchen sich eher viele kleine Anlässe und Glücksmomente zu schaffen, um sich zu freuen und sich wohlzufühlen, als auf den einen Moment zu warten, in dem sich das „große Glück“ bei ihnen meldet oder einstellt.

Oft haben diese Menschen ein ausgesprochen sicheres Selbstwertgefühl, sind in sozialen Beziehungen eingebunden, investieren in Freundschaften und werden getragen und unterstützt von Freunden, der Familie, und Menschen, die sie schätzen und mögen. Allerdings scheinen schöne, intelligente, kluge oder reiche Menschen nicht glücklicher zu sein als andere, nur für sehr arme Menschen ist Glück und Geld miteinander verbunden.

Bei Fragen nach „Glücksrezepten“ hat jeder Mensch seine eigenen und persönlichen Vorgaben oder Einstellungen: gelassen und geduldig zu sein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Moment zu genießen, Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen, geschickt Talente und Fähigkeiten einzusetzen, sich in Arbeit und Freizeit zu engagieren, stolz auf das Geleistete zu sein, achtsam mit sich und anderen umzugehen.

Glück kann man herbeiführen, so sagt man, wenn man erst einmal so tut, als wäre man glücklich, dann trifft meist das Glück auch wirklich ein.

Es schien für mich keinen Weg zu geben, um das Geheimnis zu lüften, es war zum Verzweifeln. Ich legte alle Aufzeichnungen beiseite und vertraute darauf, dass mir mich mein Unterbewusstsein irgendwann zu einer Lösung führen würde. Ich entschied mich, nicht mehr daran zu denken und zuerst einmal Abstand zu gewinnen.

Auf dem Weg

Schon Monate vorher hatte ich beschlossen meinem Urlaub, der jetzt anstand, mit dem Auto zuerst nach England zu fahren und dann nach Irland überzusetzen, um dort von der Südküste aus über den Ring of Kerry an der Westküste entlang, wie schon Jahre zuvor, die Insel zu erkunden. Ich hatte alles gut vorbereitet und war kurz vor der Abfahrt, als ich spontan, aus irgend einem Grund die Idee hatte, doch noch meine Aufzeichnungen mitzunehmen, vielleicht in der Hoffnung, in ein paar stillen Stunden weiter daran arbeiten zu können. Dies war, wie sich später herausstellte, ein richtiger und folgenreicher Entschluss.

Nach meiner Ankunft auf der Insel in Dover führte mich mein Weg südlich von London, vorbei an der Kultstätte Stonehenge - die ich mir natürlich ansehen musste - nach Fishguard in Wales, wo ich die Fähre nach Rosslare in Irland gebucht hatte.

Als das Auto unter Deck festgemacht war, begab ich mich auf das Besucherdeck, um mir das Ablegemanöver anzuschauen. Bis zur Ankunft in Irland hatte ich einige Stunden Zeit und bei einem Kaffee begann ich mich innerlich auf meinen Urlaub und darauf, was ich alles zu sehen und zu erleben gedachte, einzustellen.

Nach einer längeren, leicht stürmischen Überfahrt war ich aber dann froh, als die Fähre den sicheren Hafen erreichte und ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Eine knappe Stunde später saß ich im Wagen und steuerte südwestlich auf dem Chestnut Grove, der N 25, in Richtung Waterford und Cork.

Da ich genügend Zeit hatte, folgte ich einer inneren Eingebung - die ich mir nicht zu erklären vermochte - und bog nach einigen Meilen von der Hauptverkehrsstraße ab, um bis Waterford an der Südküste von Irland entlang durch kleine Ansiedlungen und Fischerdörfer zu fahren. Ich wollte ja schließlich das Land kennen lernen und mit den einheimischen Menschen in Kontakt kommen. Viele kleine Dörfer lagen auf meinem Weg, bevor ich Kilmore Quay erreichte, Wellingtonbridge ansteuerte, um eine Bucht zu umfahren, um schließlich die kleine Stadt Duncannon zu erreichen, die im County Waterford - auf gälisch Phort Láirge - lag. Hier, so beschloss ich, wollte ich meine erste Etappe beenden und mir ein Nachtquartier suchen. Ein längerer Besuch im Pub ließ mich einige Pints Guinness trinken, worauf ich in der Nacht tief und fest schlief. Ziemlich zerknirscht erwachte ich am nächsten Morgen und nach einem ausführlichen Frühstück mit Ham and Eggs fuhr ich weiter nach Waterford City.

Und wieder geschah etwas Eigenartiges.

Als ich durch das kleine Fischerdorf Kilsharragh kam, sah ich plötzlich an der Mole einen Dreimastschoner stehen. Der war, wie ich erfuhr, wohl vor langer Zeit draußen auf Grund gelaufen. Dort lag er, bis die Menschen ihn an Land zogen, ihn restaurierten und als Touristenattraktion zu einem örtlichen Museum ausbauten. Dieses Schiff zog mein Interesse magisch an und als ich näher kam, las ich am Bug den Namen „Good Luck“ - viel Glück!

Mir war sofort klar, dass ich dieses Museumsschiff besichtigen musste. Ich besorgte mir eine Eintrittskarte und betrat das Schiff mit einem leichten Unbehagen, das ich mir in diesem Moment nicht erklären konnte. Zuerst schlenderte ich ein paar Schritte an der Reling entlang und begab mich aber dann recht bald über eine schmale Treppe unter Deck. Hier waren alle Exponate sauber und sorgsam angeordnet und, wenn es notwendig war, dezent beleuchtet. Neben alten nautischen Instrumenten, Werkzeugen, Schiffsglocken und kleineren Schiffsmodellen fiel mir eine Glasvitrine auf, die eher etwas abseits stand. In der Vitrine waren die Überlassenschaften eines Schiffskapitäns Douglas O´Wheary aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt, der wohl aus dieser Gegend gestammt hatte. Neben ein paar Zeicheninstrumenten, einem Zirkel, einem Sixtanten und einer Morse-Lampe lag ein vergilbtes Schriftstück und direkt daneben…….

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…ein Lederbeutel.

Mich durchfuhr es blitzartig von oben nach unten!

Wie bei einem „Déjà-vu“ erkannte ich Ewalds Beutel aus meinem lang zurück liegenden Traum - ein dunkelbrauner, leicht abgegriffener Wildlederbeutel, der mit einer Lederschnur zusammengebunden war, an deren beiden Enden und in der Mitte drei unterschiedlich grüne Edelsteine eingeschnürt waren.

Es konnte kein Zufall sein, dass mich mein Weg hierher in einen entfernten Winkel der Erde geführt hatte, um diesen Beutel zu entdecken. Ich musste wissen, ob etwas, und gegebenenfalls was darin zu finden war. Vielleicht steckten Informationen drinnen, die mich in meiner Suche weiter brachten!

An Deck fand ich einen älteren Iren, der mich noch vor Kurzem auf das Schiff gelassen hatte. Ich versuchte ihm auf englisch in knappen Worten meine Geschichte zu erzählen und fragte ihn höflich, ob er mir die Vitrine öffnen würde und ich den Beutel einmal in die Hand nehmen durfte. Für ihn schien das kein Problem zu sein. Er begleitete mich nach unten und öffnete die Scheibe.

Es war ein wunderbares Gefühl, diesen Beutel, der zu einem Objekt meiner Begierde geworden war, in den Händen zu halten. Er fühlte sich ganz weich an, obwohl man ihm ansah, dass er lange in Gebrauch gewesen war.

Mit zitternden Händen begann ich im Beisein das alten Mannes die Schnur aufzuknoten, um den Beutel zu öffnen, in dem ich die Lösung oder zumindest einen Ansatz zu meiner Aufgabe vermutete. Mit keinem einzigen Gedanken dachte ich daran, dass dieser Beutel vielleicht mit dem aus meinem Traum gar nichts zu tun haben könnte.

Ich fühlte zuerst, griff hinein und holte….

…ein Vergrößerungsglas heraus, das wohl dem Kapitän gehört hatte.

Ein Vergrößerungsglas – was hatte dies zu bedeuten? Ich überlegte, welche Botschaft wohl dahinter stecken mochte und wollte nach der ersten Euphorie schon aufgeben.

„Mit einem Vergrößerungsglas kann man näher hinsehen, kann die Dinge besser betrachten, genauer erkennen“, dachte ich. „Vielleicht ist das die Botschaft?“

Ich packte es vorsichtig zurück in den Beutel und als ich diesen wieder ordnungsgemäß verschließen wollte, fielen mir die drei unterschiedlichen Edelsteine näher ins Auge.

Ich erkannte einen grünen Jaspis, einen Moosachaten und in der Mitte einen Smaragden. Dass dies unterschiedliche Steine waren, musste eine besondere Bedeutung haben und ich nahm mir vor, später nähere Einzelheiten über diese drei Steine heraus zu finden.

Irgendwie war ich jedoch enttäuscht. Nachdem ich den Beutel erkannt hatte, war ich mir sicher, die Lösung gefunden zu haben. Nur mit dem Vergrößerungsglas kam ich nicht weiter voran. Es war vielleicht nur ein kleiner Anhaltspunkt, der mich auf die Spur zu dem geheimnisvollen Gral des Glücks bringen sollte, wer weiß?

Als ich mich bei meinem irischen Begleiter bedanken und er die Vitrine wieder verschließen wollte, fiel mein Blick auf das neben dem Beutel liegende Schriftstück, das wahrscheinlich zu dem Beutel gehörte und ganz speziell auf den kurzen Text. Da wurde mir schlagartig der Sinn des Vergrößerungsglases bewusst: Ich sollte genauer hinsehen! Und so begann ich, den Text zu lesen, der mit leicht verblassten Buchstaben, aber dennoch gut leserlich von Hand dort als Botschaft geschrieben war:

Schnell hatte ich den Text übersetzt und den Sinn erfasst.

„Ich fuhr viele Jahre um die Welt, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Ich segelte über alle Meere und traf viele Menschen, sah viele Städte und Länder. Aber ich fand mich erst selbst direkt neben der Türschwelle, als ich zu Hause ankam.“

Mich durchfuhr es erneut, ich wurde blass und bekam eine Gänsehaut!

Du musst in die Welt hinaus, um eine Lösung zu suchen und Erfahrungen zu sammeln, aber den richtigen Schlüssel findest du zu Hause, direkt vor deiner Nase, bei dir.

War dies womöglich die Botschaft, der entscheidende Hinweis, den ich schon so lange gesucht hatte?

Ich war verwirrt.

„Are you allright?“ fragte der Ire, der meinen verdutzten und verwunderten Gesichtsausdruck nicht richtig zu deuten wusste. Doch ich konnte ihm nicht antworten.

Ich setzte mich draußen vor dem Schiff auf eine Bank, um besser nachdenken, um das Ganze verarbeiten zu können. Ohne groß zu fragen setzte er sich neben mich, holte aus seiner Jackentasche einen Flachmann hervor und bot mir zu trinken an. Dankend nahm ich einen großen Schluck und gab die Flasche zurück. Bevor er sie wieder in seine Tasche steckte, trank er selbst daraus, schlug mir lachend auf die Schulter und sagte: „Good guy, now you´ve found, what you´ve been looking for so long!“

Während ich noch über seinen Satz nachdachte, stand er auf, tippte kurz mit seinem rechten Zeigefinger an den Rand seiner Mütze, sagte: „Good luck!“,drehte sich um und schlurfte um die Ecke davon.

Mir kam die Situation irgendwie bekannt vor, als er so lief, sah er von hinten aus…..

…..wie Ewald!

Ich fuhr von meinem Sitz hoch, rannte ihm nach – aber als ich um die Ecke gebogen war, konnte ich ihn nirgends finden, hatte er sich anscheinend in Luft aufgelöst!

Wieder war ich zu spät gekommen!

Ich ging zurück zur Bank, setzte mich wieder hin und dachte nach. Ich spürte plötzlich ein wohliges Glücksgefühl, das meinen gesamten Körper durchströmte. Ein Gefühl, nach dem ich schon lange gesucht und nach dem ich mich gesehnt hatte, nahm von mir Besitz, breitete sich in mir aus und hielt mich fest, nur für eine kurze Zeit, aber sehr intensiv und nachhaltig.

Da war es, mein Glück.

Meine Gedanken begannen abzuschweifen, ließen mich die lange Zeit meiner Suche, seit mir Ewald im Traum begegnet war, Revue passieren. Was hatte ich nicht alles unternommen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen? Wie viel Energie hatte ich nicht schon in diese Aufgabe gesteckt, um eine Lösung zu finden? Wo hatte ich nicht überall gesucht, um einen Weg zu finden, der mich zu einem Ergebnis führen sollte?

Und jetzt, war ich angekommen?

Mir wurde klar, dass dieses Glücksgefühl nur kurz bei mir bleiben würde, wiewohl man Glück grundsätzlich nicht auf Dauer festhalten kann. „Glück ist vergänglich“, sagt der Volksmund und diese althergebrachte Meinung beinhaltet eine große Weisheit.