Unerhoffte Wendungen Teil 4 - Peter Dannig - E-Book

Unerhoffte Wendungen Teil 4 E-Book

Peter Dannig

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Beschreibung

In diesem 4. Teil des erotischen Liebesromans werden die Seelenqualen eines unglücklich verliebten älteren Mannes beschrieben, dessen auch für ihn unerwartete Liebe zu einer ungewöhnlichen, wesentlich jüngeren Frau an einem dafür ungeeignet erscheinenden Ort nicht erwidert wird. In den Gesprächen zwischen ihr und ihm und in seinen Gedanken dazu wird sich fast jeder wiedererkennen, der einmal unglücklich verliebt war, genauso wie fast jeder, der glücklich verliebt war oder ist. Der eigentliche Anlass für dieses Buch war die ungewöhnliche Situation. Die Erzählung schildert das Auf und Ab der Gefühle, der Ängste, der Sehnsüchte, der Zweifel, der Gewissheiten, des Seelenschmerzes, der Aussichtslosigkeit und der Hoffnung. Immer wieder, wenn sich gerade für den Leser eine Monotonie der Abläufe einzustellen scheint, ergeben sich schlagartig große Veränderungen für die beiden Protagonisten und das führt den Leser immer wieder neu zu der spannenden Frage „was und wie wird sich als nächstes ändern?“.

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Seitenzahl: 232

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Am Sonntag stehe ich spät auf. Zunächst nutze ich das gute Wetter, Bäume zu schneiden. Dann ist die Tanz-Party dran. Dabei würde ich viel lieber an meinen Notizen und den Lyrix arbeiten und nur von dir träumen. Irgendetwas hat sich seit dem Telefonat am Freitag verändert. Ich bin so ruhig, so fröhlich, voll ruhiger Sicherheit und kribbelnder Vorfreude auf unser Treffen morgen, es gibt keine dunklen Gedanken, die Welt ist in Ordnung, tief in mir besteht die Klarheit, dass es mit uns ganz wunderbar weitergeht, du mir immer näher kommst. Du schreibst so oft jetzt „lieber Fred“, du hast mir einen „dicken Kuss“ geschickt, du klingst beim Telefonieren so fröhlich und voller Zutrauen. So wunderbar und ruhig wie gestern und heute habe ich mich noch nie gefühlt seit wir uns kennen. Abends arbeite ich an den Katie-Melua-Lyrix.

Am nächsten Morgen bin ich hellwach bei dem Gedanken, dass wir uns heute treffen. Kaum im Büro schicke ich dir eine SMS: „Guten Morgen liebe Pat. Ich sehne mich nach dir, endlich ein Trefftag, ich freue mich ganz doll. Ich komme um 15 Uhr und bleibe 2 Stunden. Bis nachher, gute Fahrt, Kuss und Gruß, Fred“.

Heute Morgen bin ich nervös, aufgeregt wie immer am Tag der Tage, meine Hände zittern. Aber es ist eine so wohltuende, glückliche Aufregung, dieses Kribbeln, diese Vorfreude, verbunden mit dem Bedauern, dass wir heute nur zwei Stunden zusammen sind. Die Stunden kriechen vormittags dahin, aber ich habe ausreichend Beschäftigung, um immer wieder abgelenkt zu werden.

Ich telefoniere mit meiner Freundin, arbeite unlustig. Endlich kann ich losfahren. Ich bin aufgeregt wie immer, aber voll ruhiger Vorfreude, eine Zufriedenheit erfüllt mich, auch weil wir uns morgen schon wieder treffen können. Dadurch bin ich viel entspannter. Dein Auto steht vorn auf dem Parkplatz, du bist also sicher da.

Du kommst dann auch schnell ins Zimmer und bringst uns Kaffee mit, Wasser hast du schon vorher hingestellt.

Wir umarmen uns fest und ich muss seufzen. Du strahlst eine glückliche Freude aus, ich fühle, dass es ein wunderbarer Nachmittag wird. Ich gebe dir zur Abrechnung etwas extra. Wir sitzen kurz auf den Sesseln, trinken unseren Kaffee und plaudern.

Du hast dein Garmin-Navi dabei und zeigst es mir mit Begeisterung. Es macht wirklich einen guten Eindruck. Du hast Schmerzen im Rücken, Nacken und Arm. Ich vermute ausgerenkte Wirbel und empfehle dir, zum Orthopäden zu gehen. Du hast Riesenbammel vorm Einrenken. Das hätte ich auch bei Nackenwirbeln, aber ansonsten ist das harmlos.

Du erzählst von einer Kühlkombination, die du gesehen hast, ich gebe dir die Ausdrucke zum Thema aus dem Internet.

Dann erzähle ich dir von der Bemerkung letzte Woche am Empfang im Club „ich brauche dich wohl nicht zu fragen, ob alles in Ordnung war, wenn Pat da ist?“. Wir lachen, du sagst mir, wie die Betreuerin heißt.

Ich frage nach deinen Outlet-Einkäufen. Es war nichts, du hast nichts gefunden.

Du fragst mich nach dem Ball und Tanzen überhaupt und ich erzähle einiges, auch dass deine SMS auf dem Diensthandy genau kam als ich in die Tiefgarage fuhr.

„mit deiner Frau neben dir?“.

Ich schildere die Situation und dass es gar kein Problem sei, dass du die SMS jetzt immer auf mein Diensthandy schickst.

Ich frage, ob du dich inzwischen mal auf die Waage gestellt hast. Hast du noch nicht, aber du merkst auch so, dass du abgenommen hast. Auf meine Frage bestätigst du, dass es mit deiner Tochter schon viel besser geworden ist.

„wie nennen dich deine Kinder?“

„Mama“

Dann legen wir uns nebeneinander auf den Bauch und reden weiter. Du bist so locker und fröhlich, das hat mir letzte Woche im Club etwas gefehlt. Ich streichle dir ausgiebig den Rücken.

„darauf habe ich mich schon so gefreut“

Zum erstenmal sagst du damit deutlich, dass du dich wirklich über unser Zusammensein freust.

Nachdem du dich umgedreht hast, liege ich kurz auf dir und schaue dir tief in die Augen. Du wendest zweimal kurz den Blick ab.

„das macht mich verlegen“

Dann schaust du mich aber doch immer wieder zärtlich an.

„du bist sehr schön und ich mag dich sehr, da musst du nicht verlegen sein“

Danach verwöhne ich dich wieder ausgiebig mit Hand und Mund, du bist danach wieder so wunderbar entspannt. Dann liegen wir wieder nebeneinander und reden weiter.

Ich erzähle dir, welchen Anklang dein Füller bei meiner Kollegin und bei meiner Freundin gefunden hat. Ich hatte bei beiden den Eindruck, dass sie ahnen, er sei mir von einer Frau geschenkt worden.

Du strahlst heute so viel Ruhe, Zuneigung und liebevolle Freude aus.

Dann erzähle ich dir von der „Doppelgängerin“ in der Firma, die dir aber nur im Profil so ähnlich sah, mir im Gesicht aber gar nicht gefallen hat. Du meinst wieder, du hättest kein schönes Profil und ich widerspreche heftig und spreche dann vom goldenen Schnitt, mit dem man Schönheit nachmessen könnte.

Ich habe mir so Sorgen um meinen Sohn gemacht, weil ich ihn nicht erreichen konnte. Aber dann hat er sich auf meine SMS endlich gemeldet. Ich sei sehr erleichtert gewesen.

Ich erzähle dir, wie meine Frau beim Essen bezogen auf die Fernsehsendung „Dschungelcamp“ gefragt hat, ob ich wüsste wer Michaela Schaffrath sei. Ich hätte schon gezuckt aber dann behauptet „keine Ahnung“. Wir lachen miteinander. Ich gestehe, dass ich Gina Wild immer sehr hübsch fand und auch ihre Filme gern angesehen habe. Du findest sie nicht so schön, neckst mich dann ein klein wenig mit „ja klar“, weil ich für ihren Busen schwärme und wir lachen beide.

Ich spreche noch mal den Zeitungsartikel über die künftigen Konkurrenzclubs an.

„da würdest du dann gern mal hingehen, du wärest schon neugierig, oder“

„ja, schon, aber ich werde nicht hingehen“

Ich spüre ganz klar, dass du offenbar erleichtert bist, dich doch ein wenig Angst um meine künftige Ausrichtung umtreibt. Ich bin über diese Empfindung unglaublich glücklich.

„Wir können ja zusammen hingehen“

Du lachst, weil es ja beim Laufhaus unmöglich wäre.

„nehmen Paare wirklich mal das Angebot hier im Club an“

„Schon, aber die wollen dann immer einen Dreier, ansonsten gehen die nicht aufs Zimmer“

Heute ist viel los, es klingelt oft.

„mir ist egal, wenn viel los ist wenn ich da bin, nur nicht wenn ich nicht da bin“

Wir lachen, du gibst mir einen leichten Schubs.

Dann erzählst du vom neuen Auto deiner Freundin. Du hast ihrem Freund den alten Wagen abgekauft in der Annahme, ihn teurer wieder verkaufen zu können. Nun hast du Bedenken, einen Fehler gemacht zu haben. Ich kann das leider nicht wirklich entkräften. Du überlegst für den Verkauf von dem und deinem alten Wagen dann die A-Klasse kaufen zu können. Es treibt dich um, ob du dort einen der Wagen und welchen in Zahlung gibst und wie du den anderen verkaufst.

Dann stellst du erschrocken fest, dass die Zeit heute so schnell um ist, wir haben nur noch eine halbe Stunde. Ich bemerke dazu, dass es hier im Gegensatz zu drüben für mich sehr kostspielig ist, länger zu bleiben und dass es heute wegen einer Vereins-Versammlung sowieso nicht geht.

Dann verwöhnst du mich mit den Händen wahnsinnig schön, geil, geduldig und strahlst dabei auch eine teilnehmende Freude aus. Schließlich muss ich doch nachhelfen und du lässt es zu.

Ich komme dann sehr eindrucksvoll.

Heute war es ein sehr vertrautes Miteinander, unser Zusammensein schien ganz selbstverständlich für uns beide.

Deine Augen wirken am Schluss traurig. Du lenkst von meiner entsprechenden Frage ab mit den Autoproblemen, die dich umtreiben. Ich glaube aber zu erkennen, dass du wirklich traurig bist, dass unsere Zeit für heute schon um ist.

Ich spüre heute ganz deutlich, dass deine Zuneigung und Gefühle für mich gewachsen sind. Ich bin unglaublich ruhig und glücklich, auch weil wir uns schon morgen wiedersehen.

Ich gebe dir die Zeitungsausschnitte und die Katie-Melua-Lyrix.

„soviel zu lesen, das schaffe ich ja gar nicht“

Dann verabschieden wir uns mit einer innigen Umarmung.

„dann bis Morgen, zur gleichen Zeit am gleichen Ort, komm gut heim“

Nach der Vereins-Versammlung habe ich den dringenden Bedarf, dir eine SMS zu schicken: „Liebe Pat, ich habe mich so unglaublich wohl bei dir gefühlt. Ich bin ruhig, zufrieden und sehr müde. Ich freue mich ganz arg auf morgen. Dir eine gute Nacht. Küsschen, Fred“.

Beim Einschlafen fließen wieder mal die Tränen. Heute Nacht bin ich sehr oft wach und schaue auch immer wieder aufs Handy, aber es kommt nichts von dir. Mehrmals versuche ich gar nicht, gleich wieder einzuschlafen, sondern träume von dir, von uns.

Der Tag der Woche ist da. Ich bin ruhig, zufrieden und glücklich. Natürlich kribbelt die Aufregung, zu dir zu fahren, gleichzeitig auch die Vorfreude auf einen hoffentlich ebenso schönen oder noch schöneren, weil auch längeren Nachmittag als gestern. Endlich nur noch eine Stunde bis zum Losfahren.

Und dann wird es auch das schönste aller Treffen abgesehen von der Übernachtung im Dezember.

Ich komme pünktlich um 15 Uhr zur Theke, du wartest auf den Polstern, ich bin überglücklich, dass du gleich Zeit für mich hast und sage es dir auch. Du hast schon einen Kaffee und holst mir auch einen.

Ich frage, wie der Abend noch war. Du hattest Stress, weil du abreisen wolltest. Deine Freundin hatte Probleme mit ihrem Sohn und du wolltest ihr beistehen.

„sie hat ja sonst niemanden und ist auch immer für mich da“

Aber man hat dich nicht gehen lassen,

„angemeldet ist angemeldet“,

aber es war gar nichts mehr los. Du bist sehr verärgert.

„hier ist man nur eine Nummer, es zählt auch nicht, dass ich sonst immer zuverlässig bin“

Dann kommt ein Anruf vom Empfang, ein anderer Stammgast hat am Telefon nach dir gefragt. Du lehnst ab „das geht jetzt nicht“ und meinst dann, das sei furchtbar, das sei dir sehr unangenehm. Ich bedaure dich.

„wenn ich der Gewinner bin, kann ich damit umgehen“

Ich erzähle, dass ich derzeit sehr ruhig bin außer der normalen Aufregung, dass wir uns treffen. Heute hätte ich aber etwas Bammel gehabt, wie du auf manche meiner Äußerungen über unsere Beziehung reagierst. Du bist erstaunt und meinst, ich müsse mir keine Sorgen machen, Ehrlichkeit und Wahrheit sind das beste und wichtigste. Du würdest mich deshalb niemals verurteilen. Diese offene Zusicherung tut mir sehr gut.

Dann gehen wir mit Wasser aufs Zimmer. Das Umarmen und die Küsschen kommen mir heute deinerseits noch zutraulicher und liebevoller vor als sonst. Wir freuen uns beide über die längere Zeit miteinander heute, das ist nicht so ein Stress wie gestern.

Wir führen sehr liebevolle Gespräche, liebevoll auch von deiner Seite, wir necken und lachen. Ich versuche, meine ganze Liebe einfließen zu lassen.

Ich erzähle dir, dass sich seit unserem Telefonat mit mir etwas verändert hat. Ich bin so ruhig und zufrieden wie noch nie seit wir uns kennen.

Ich frage dich nach deinen Autoplänen und dass ich meinen Sohn ansprechen werde, ob er an einem der Wagen interessiert wäre. Du bist nicht abgeneigt, möchtest aber möglichst alles bis zum Wochenende klären, um die A-Klasse an der Tankstelle zu kaufen. Du hast überlegt, was du für die alten Autos bekommen könntest, dazu meinen Zuschuss, dann müsstest du noch 1000 aufbringen. Ich freue mich, wie offen und ehrlich du mit meinem Angebot umgehst und darauf zurückkommst. Du sollst dich auf jeden Fall melden, wenn du zusätzlich zur Überbrückung noch Geld brauchst.

Dann sprechen wir über deinen Rücken, du hast immer noch Schmerzen und willst zum Chiropraktiker gehen. Eine Kollegin hat gestern auch sofort gesagt „Wirbel ausgerenkt“. Ich zeige dir die Übung mit den verschränkten Händen hinterm Kopf und dem Zurückdrücken der Ellenbogen.

Ich streichle und verwöhne dich wie immer mit Händen und Mund. Als ich kurz auf dir liege, Bauch an Bauch, schaust du so liebevoll, aber meine Blicke machen dich wieder verlegen.

Später „streiten“ wir lachend über die Schönheit deiner Nase.

Ich finde sie wirklich schön, insbesondere auch in diesem wunderschönen Gesicht mit den großen, grünen Augen.

Ich erzähle dir, dass ich letzte Nacht oft wach war, aber dann ganz bewusst von dir geträumt habe, bevor ich wieder eingeschlafen bin.

Wir sprechen über die langen Wartezeiten zwischen zwei Treffen und ich habe den Eindruck, dass du mich mehr denn je verstehst. Anscheinend würdest du mich auch gern häufiger sehen.

Ich spreche wieder davon, dass wir uns mal vormittags treffen und du stimmst zu.

„wir müssen uns ja nicht immer nur im Bett treffen, auch wenn das natürlich sehr schön ist“

Der Gedanke scheint dir wirklich auch zu gefallen. Ich bin sicher, wir werden es demnächst tun. Dann bricht noch einmal der Ärger über das "Haus-nebenan" aus dir raus. Du würdest dort am liebsten aufhören. Noch bevor ich wirklich dazu komme, mich darüber zu erschrecken, fährst du fort „dann treffe ich mich lieber mit dir außerhalb, hier irgendwo“. Ich glaube meinen Ohren nicht zu trauen, ich schwebe im siebten Himmel, du willst dich wirklich nur noch mit mir treffen? Etwas ängstlich frage ich, ob dir das einkommensmäßig dann ausreicht.

„dann bekomme ich ja das ganze Geld und muss nichts abgeben, und für dich ist es dann dasselbe“

Ich bin glücklich, selig, wie sich unsere Beziehung, dein Vertrauen, deine Zuneigung entwickelt. Es ist überhaupt keine Frage mehr, es hat eine wunderschöne Zeit zwischen uns begonnen. Und eine Übernachtung werden wir dann auch mal wieder machen.

Wahrscheinlich auch wegen der mit deiner Überlegung verbundenen Kosten für mich fragst du nach dem Erfolg der Geschäftsidee mit meiner Freundin. Ich rede dann noch von den anderen Ideen. Dann streichelst und verwöhnst du mich. Es ist wieder ganz wunderbar und du bringst mich auch wieder sehr weit, aber zum Schluss muss ich doch nachhelfen, erfolgreich, obwohl erst ein Tag vergangen ist.

Wir reden wieder über die Konkurrenzclubs.

„du müsstest dich als Mann verkleiden, dann könnten wir es uns zusammen ansehen, aber das wird wegen deiner Permanent-Schminke schwierig sein, höchstens als Schwuler, der dort nicht hingehört“

Nach einigem Nachdenken fragst du, ob es eigentlich auch solche Einrichtungen für Schwule gibt und wir diskutieren darüber. Ich bin mir sicher, es gibt da Möglichkeiten und ich frage, ob es das für Frauen gibt. Da meinst du, das sei sicher eine Marktlücke, wir sind beide der Meinung, dass es da nur die Callboys gibt. Dann meinst du plötzlich, dass du dir das als Geschäftsidee für dich vorstellen könntest, einen Club einzurichten, in dem sich Männer für Frauen anbieten. Mir wird dabei klar, dass ich auch immer mal wieder solche Ideen hatte, einen Club, ob für Paare, Männer oder Frauen zu betreiben. Wird das möglicherweise irgendwann mal unsere gemeinsam umgesetzte Geschäftsidee? Im Moment sage ich nichts weiter dazu.

Heute möchtest du keine Tanzschritte üben, sondern lieber noch mal gestreichelt werden. Das tue ich sehr gern. Du fühlst dich so wundervoll an und bist dann so entspannt.

Wir sprechen noch mal über meine manchmal dunklen Gedanken über unsere Beziehung. Du beruhigst mich wieder und meinst, niemand verstünde mich besser als du, weil du dasselbe mit deiner Freundin durchmachst, was ich mit dir erlebe. Wir sehen es also beide genau gleich.

Ich sage, dass ich eifersüchtig auf deine Freundin bin, und du wunderst dich ein wenig.

"wahrscheinlich bin ich eher neidisch"

Dann frage ich dich, wie du mit meiner Freundschaft zu meiner Freundin umgehen könntest, wenn du meine Partnerin wärest. Du sagst sehr ehrlich, dass das eher schwierig wäre. Aber vielleicht könntest du es ertragen. Ich versuche zu vergleichen, dass es wie deine Freundschaft zu deiner Freundin sei. Dabei vergesse ich, dass du in deine Freundin verliebt bist, das also mehr als eine Freundschaft ist. Ich würde das aber akzeptieren. Wärest du meine Partnerin, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt, ich könnte dich mit ihr teilen, wenn du es wolltest.

Dann sage ich dir, dass ich das Gefühl habe, dass deine Zuneigung gewachsen ist. Du schaust mich so liebevoll, zustimmend an. Es ist also wahr, ich bilde es mir nicht ein.

Dann ist die Zeit auch heute rasend schnell vorbei.

Wir gehen zum Essen. Es gibt Grünkohl, du isst ihn zunächst nicht, angeblich um keine Blähungen zu bekommen. Ich schwärme und sage, dass es von Grünkohl keine Blähungen gäbe, dann isst du ihn auch.

Wir reden noch mal von der scheinbar immer schneller verlaufenden Zeit bei unseren Treffen und wie es denn möglich war, damals nur eine halbe Stunde zusammen zu sein. Ich erinnere mich fassungslos daran, dass ich nach unserem ersten Mal sechs Wochen gewartet habe bis ich wieder zu dir kam.

Ich bitte dich, dich nach der Heimfahrt zu melden und auch mal in den nächsten Tagen. Ich ergänze, dass ich zwei Tage auf Klausur in einem Funkloch und dann vielleicht nicht erreichbar sein werde.

Ich werde versuchen dich auf der Rückfahrt von dort am Abend anzurufen.

Du bringst mich zur Treppe, dankst für meinen Besuch.

„melde dich“

Ich habe das Gefühl, dass du direkt zum nächsten Stammgast gehst, wahrscheinlich der vom Anruf heute Mittag, Peter?

Am Empfang kaufe ich den Art-Kalender. Die Betreuerin ist nicht sicher, ob es der Kalender für das neue Jahr ist, und ruft bei der Chefin an mit den Worten „hier steht der nette Gast von Pat…“ und sagt nach der offensichtlichen Rückfrage der Chefin „Peter?“. Ich korrigiere es, aber es sticht.

Dann fahre ich sehr ruhig und glücklich heim. Trotz der Verwechslung am Empfang mit einem anderen Stammgast von dir und der bevorstehenden Wartezeit fließen heute keine Tränen. Ich bin mir weiter deiner besonderen Zuneigung so sicher. Aber die Situation am Empfang lässt plötzlich die Frage aufkommen, ob du dich extern nicht nur mit mir, sondern auch mit Peter triffst. Auf Grund deiner finanziellen Situation erscheint mir das plötzlich ganz klar. Ich könnte es dir deshalb natürlich überhaupt nicht übel nehmen und vielleicht magst du Peter auch gern. Es sticht ganz innen, denn ich möchte dich doch ganz für mich haben, egoistisch wie ein Liebender eben ist.

Ich habe daheim keine Ruhe zum Fernsehen oder Lesen, ich muss unbedingt an meinen Notizen schreiben.

Kurz nach Mitternacht wache ich auf und greife gleich zum Handy. Aber es ist noch keine SMS von dir da. Eigentlich ist es ja auch noch zu früh. Ich überlege, ob du vielleicht gerade auf der Autobahn vorbeifährst und an mich denkst. Als ich 2:30 noch mal aufwache, ist deine SMS da: „So bin da. Bin früh losgefahren. Schlafe schön. Danke für alles gute Nacht Fred“. Die SMS ist von 0:14, es war also vorhin doch Gedankenübertragung! Ich schlafe dann wirklich tief und fest bis zum Wecker.

Am nächsten Morgen schicke ich dir vom Büro vor meiner Abfahrt zur Klausur eine SMS: „Guten Morgen liebe Pat, es ist so unwirklich, dass die zwei Tage schon wieder vorbei sind und so eine lange Wartezeit bevorsteht. Ich umarme dich und halte dich ganz fest. Ganz, ganz liebe Grüße, Fred“. Heute bin ich weiterhin sehr ruhig, zufrieden und einfach glücklich. Ein bisschen nervös aus Ungeduld bin ich wie an jedem Tag danach. Nur ganz schwach meldet sich der kleine Schatten, dass du diese Treffen auch dem Stammgast Peter anbieten wirst. Aber vielleicht ja doch nur mir.

Auf der Fahrt zur Klausur höre ich die neue Katie-Melua-CD, einige Stücke gefallen mir doch wirklich gut.

Einige Teile des Hotels liegen im Funkschatten, auch der Konferenzraum. Irgendwie habe ich das Gefühl, du meldest dich, und werde ganz unruhig. In der Kaffeepause gehe ich ums Haus, das Netz meldet sich zurück, es ist 15:16, in dem Moment macht es ping und deine SMS von 15:06 ist da, doch wieder Gedankenübertragung? „Schicke dir mal eben einen lieben Gruß und drücke dich ganz doll. :-*“. Ich bin so unendlich glücklich, der Tag ist gerettet. Es gibt mir so viel, wenn ich weiß, dass du an mich denkst und dazu auch noch so lieb. Vorm Abendessen antworte ich: „Danke für deinen lieben Gruß. Von mir an dich ein zärtlicher dicker Kuss. Schlafe gut. LG Fred“.

Ich telefoniere mit meinem Sohn wegen dem alten Auto. Dabei geht mir schon durch den Kopf, dass Ihr Euch durch den Autoverkauf dann zwangsläufig kennenlernen würdet, mein Sohn und du, meine „Kollegin“ aus K. Würdest du Bedenken haben und deshalb das Auto nicht an meinen Sohn verkaufen wollen? Würde es dich später zusätzlich daran hindern, meine Partnerin zu werden? Das wäre sehr schlecht. Aber für mich steht im Moment im Vordergrund, dass ich Euch beiden helfen würde.

Am nächsten Tag sind meine Gedanken beim Aufwachen natürlich sofort bei dir und beim Stundenzählen, es ist noch so entsetzlich lang bis zum nächsten Treffen. Ich freue mich darauf, dich heute Abend auf der Heimfahrt anzurufen und hoffe natürlich, dass es klappt.

In den Pausen prüfe ich immer wieder die hier schlechte Netzverbindung und mache kleine Spaziergänge, um für dich erreichbar zu sein. Mittags kommt dann tatsächlich eine SMS von dir, als ob ich es mal wieder geahnt hätte: „Hallo Fred finanziere doch ein Auto. Meiner ist nur noch Schrott Händler gibt mir 800 dafür. Anzahlung ist 4000. Montag fällig. Bitte leih mir

was. Darf ich dein Angebot in Anspruch nehmen? (Trinkgeld) wünsche dir einen schönen Aufenthalt. lg Pat“. Ich antworte sofort: „Hallo Pat, klar darfst du mein Angebot in Anspruch nehmen, ich rufe dich heute noch an. Netz ist hier schlecht. LG Fred“.

Ich mache sofort und in der Pause Anrufversuche, du gehst aber nicht ran. Mir geht so viel durch den Kopf, z.B. wann und wie ich das Geld bereitstellen und dir zukommen lassen kann. Würdest du Überweisen akzeptieren?

Wird es dann Montag bei dir sein, oder kann und soll ich zu dir fahren?

Kann ich das alles morgen erledigen?

Ich möchte dir so gern helfen.

Ich glaube an deine ehrliche Zuneigung und mindestens eine Freundschaft zwischen uns. Und deshalb bekommst du das Geld ohne wenn und aber.

Auf der Heimfahrt mache ich immer wieder Anrufversuche, leider gehst du nicht ran. Schließlich fahre ich auf einen Parkplatz und schicke dir eine SMS: „Rufst du mich bitte möglichst heute noch an. Lg Fred“. Ich warte ein bisschen und lese, und tatsächlich rufst du kurz darauf an. Im Hintergrund höre ich laut und fordernd deine Tochter. Du hattest wieder so viel vor heute. Ich erwidere, dass es wohl immer donnerstags so sei, weil ich dann immer Schwierigkeiten habe, dich zu erreichen. Du meinst, dass du das mal beobachten musst. Mir war es wichtig, dich anzurufen, weil ja doch wohl einiges zu besprechen sei. Du bekommst Montag einen schwarzen Mercedes-A Jahreswagen mit allem, was dein Herz begehrt und gibst deine alten Wagen in Zahlung. Den anderen Wagen schaut sich morgen jemand an. Ich sage, dass ich meinen Sohn auch darauf aufmerksam gemacht habe und stelle noch ein paar Fragen zum Fahrzeug. Zur Finanzierung hast du einen Bürgen gebraucht. Ich frage nicht, wer es ist, deine Freundin kann es ja wohl nicht sein. Wahrscheinlich deine Schwester. Du bedankst dich noch mal für mein Angebot und ich frage, wie wir das abwickeln können, wenn du das Geld Montag brauchst.

Deine Freundin hat es dir vorgestreckt

„es ist doch schön, wenn man eine so gute Freundin hat“.

Es kommt also nicht auf einen Tag an. Das wurmt mich schon wieder ein bisschen, ich hätte gern die Rolle deiner Freundin übernommen. Da du nicht gern mit so viel Geld unterwegs bist, falls etwas passiert, fragst du ganz vorsichtig, ob Überweisen möglich wäre. Ich stimme sofort zu, das ist mir auch lieber als Bargeld. Du bist ganz begeistert und wirst mir die Bankverbindung per SMS schicken. Ich frage, ob wir uns über den Betrag einig sind.

Du bist ganz begeistert über das Auto und meinst auf meine Frage, wie und wann ich es zu sehen bekomme „es ist das schönste Auto auf dem Parkplatz“. Ich freue mich mit dir und als du dich noch mal bedankst, sage ich, dass ich es gern gebe, ich mich schon mindestens ein bisschen auch als guten Freund fühle.

„das bist du doch auch“.

Das kommt ehrlich und ohne Zögern und macht mich unglaublich glücklich. Ich bitte dich, mich auf dem Laufenden zu halten und dich auch sonst einfach mal zu melden. Ich frage nach deinem Rücken. Das sei schon viel besser, da habe dir auch meine Übung mit den verschränkten Händen hinterm Kopf geholfen. Dann beenden wir dieses wunderbare Gespräch.

Ich bin allerdings schon etwas enttäuscht, dass ich für die Finanzierung nicht dringend notwendig bin, dir das Geld fast aufdränge. Wieder kommen meine Zweifel wegen deiner Freundin, ist das jetzt nach der emotionalen die finanzielle Abhängigkeit?

Quatsch, die Anzahlung ist nur von ihrer Freundin geliehen, mein Geld also schon notwendig. Der Bürge stellt eher eine Abhängigkeit dar, aber das kann ja nicht deine Freundin sein, oder? Ich werde wohl doch ganz vorsichtig fragen, damit ich mir nicht länger Sorgen machen muss.

Ich denke daran, dass ich einer unbedeutenden Bekannten einmal eine höhere Summe „geliehen“ habe, von der ich wohl nie wieder etwas sehen werde. Warum soll ich dann dir nicht etwas im Voraus geben, was ich dir sowieso im Laufe der Zeit gegeben hätte. Da habe ich doch ein sehr gutes Gefühl und es ist sowieso unbezahlbar, was du mir bisher schon gegeben hast und hoffentlich noch lange weiter geben wirst:

Vertrauen, Zuneigung, Zärtlichkeit, Gefühle, Ehrlichkeit.

Es ist schon eigenartig, dass wir uns in einem Sex-Club kennengelernt haben und der Club für mich nur noch von nachrangiger Bedeutung ist. Das Gegenseitige Verwöhnen ist zwar wunderschön, es gehört einfach auch zu so einer vertrauensvollen Beziehung. Aber es ist nicht das eigentliche und einzige Ziel, wenn ich dich treffe.

Du, der Mensch Pat, mit allem was du darstellst und für mein Leben bedeutest, bist das Ziel meiner Sehnsüchte. Ich wünsche mir in erster Linie, dass es dir gut geht, dann geht es auch mir gut, und dass wir ehrlich und vertrauensvoll alles Geistige, Seelische und Körperliche miteinander teilen und uns beistehen.

Abends bin ich sehr müde und gehe um 22 Uhr schlafen. Alle Zweifel und Ungeduld über die Zukunft, alle dunklen Gedanken verdränge ich mit einer wunderbaren Selbstbefriedigung. Ich genieße sie einfach und mache mir keine Gedanken darüber, ob ich für dich enthaltsamer sein sollte. Vielleicht ist mehr sexuelle Aktivität eher hilfreicher als Enthaltsamkeit, um auch bei dir zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen.

Ich schlafe sehr gut in dieser Nacht.

Am nächsten Tag nach dem Treffen mit meiner Freundin warte ich auf eine SMS von dir wegen der Kontoverbindung. Ich stelle unangenehm überrascht fest, dass die Zeit seit unserem letzten Treffen trotz der vielen Vorhaben und Ereignisse sehr langsam gelaufen ist. Noch einen weiteren Tag bis zur Halbzeit, entsetzlich. Erst mittags kommt deine SMS: „Hallo Fred bin dir sehr dankbar. Sende dir meine Konto Nr. ....Liebe Grüße Pat“. Nach einer halben Stunde führe ich die Überweisung aus und antworte dir: „Hallo Pat, das Geld ist angewiesen. Ich freue mich mit dir und für dich. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Ganz liebe Grüße, Fred“.

Das war jetzt ein sehr sachlicher, technischer Kontakt, aber für mein Gefühl von beiden Seiten doch sehr lieb. Spürst du mein Vertrauen und meine Zuneigung? Jeder Kontakt zwischen uns ist für mich ein glücklicher Höhepunkt im Tagesverlauf. Ich bin in diesen Momenten besonders ruhig, zufrieden und glücklich. Das Gefühl „alles wird wunderbar“ ist dann besonders intensiv.

Am Arbeitsplatz arbeite ich wenig und träume dafür viel von dir und von uns. Und ich hoffe so sehr, dass du dich übers Wochenende mal meldest. Leider werde ich kaum Gelegenheit finden, dich anzurufen, aber ich werde dir eine SMS schicken, spätestens morgen Mittag.

Auf der Heimfahrt besorge ich eine Schokolade in Form eines Oldtimers, sozusagen als Glückwunsch für dein neues Auto. Abends nach dem Tanzkurs gehe ich kurz nach Mitternacht ins Bett. Trotz Müdigkeit und Bier und obwohl es erst ein Tag her ist, bin ich so erregt, dass ich mich schnell, stark und sehr heftig erfolgreich selbst befriedige.