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Das philosophische Enfant terrible Harry G. Frankfurt ist zurück, und zwar mit einem Paukenschlag. Nach seinem Welterfolg Bullshit widmet er sich in bewährt streitbarer Manier einer hochaktuellen Debatte: ökonomische Ungleichheit. Während man sich allenthalben einig ist, dass die ungleiche Verteilung von Gütern und Reichtum das große Problem unserer Zeit sei, postuliert Frankfurt die radikale Gegenthese: Ungleichheit ist moralisch irrelevant. Mit schwindelerregenden Gedankenexperimenten wirft Frankfurt ein vollkommen neues Licht auf Begriffe wie Genügsamkeit, Glück und Gerechtigkeit – und beantwortet nebenbei die heikle Frage, warum wir nicht alle gleich viel haben müssen.
In zwei Essays stellt Harry G. Frankfurt eine Debatte auf den Prüfstand, die bisher niemand hinterfragt hat, und bringt vermeintlich unumstößliche Gewissheiten ins Wanken. So rigoros wie wegweisend, so überraschend wie überfällig.
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das philosophische Enfant terrible Harry G. Frankfurt ist zurück, und zwar mit einem Paukenschlag. Nach seinem Welterfolg Bullshit widmet er sich in bewährt streitbarer Manier einer hochaktuellen Debatte: ökonomische Ungleichheit. Während man sich allenthalben einig ist, dass die ungleiche Verteilung von Gütern und Reichtum das große Problem unserer Zeit sei, postuliert Frankfurt die radikale Gegenthese: Ungleichheit ist moralisch irrelevant. Mit schwindelerregenden Gedankenexperimenten wirft Frankfurt ein vollkommen neues Licht auf Begriffe wie Gerechtigkeit, Genügsamkeit und Zufriedenheit – und beantwortet nebenbei die heikle Frage, warum wir nicht alle gleich viel haben müssen.
Harry G. Frankfurt, geboren 1929, ist emeritierter Professor für Philosophie der Princeton University. Er ist Träger vieler Auszeichnungen und Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Seine Bücher sind in zahlreichen Ländern erschienen.
Zuletzt von ihm erschienen: Sich selbst ernst nehmen (stw 2168), Gründe der Liebe (stw 2111) sowie Bullshit (st 4490).
Harry G. Frankfurt
UNGLEICHHEIT
Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Adrian
Suhrkamp
Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel On Inequality bei Princeton University Press.
eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2016
Der vorliegende Text folgt der 1. Auflage der Ausgabe des suhrkamp taschenbuchs 4661.
Deutsche Erstausgabe
© Suhrkamp Verlag Berlin 2016
Copyright © 2015 by Princeton University Press
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eISBN 978-3-518-74445-1
www.suhrkamp.de
Für Joan, die nicht einverstanden ist (glaube ich)
Es hat in jüngster Zeit einige Diskussionen über die zunehmende ökonomische Ungleichheit in unserer Gesellschaft gegeben, die nicht zuletzt durch die Forschungsergebnisse des französischen Ökonomen Thomas Piketty neue Nahrung erhielten.1 Die Kluft zwischen den wirtschaftlichen Mitteln derjenigen, die mehr Geld besitzen, und derjenigen, die weniger besitzen, ist rapide gewachsen. Diese Entwicklung finden viele Menschen beklagenswert.
Es trifft zweifellos zu, dass sich Personen von größerem Wohlstand erheblicher – und oft anstößiger – Wettbewerbsvorteile gegenüber solchen mit geringerem Wohlstand erfreuen. Am deutlichsten wird dies natürlich mit Blick auf den Konsum. Auch hinsichtlich des gesellschaftlichen und politischen Einflusses ist dieses Ungleichgewicht nicht zu übersehen und fällt noch viel stärker ins Gewicht. Die Reicheren haben viel mehr in die Waagschale zu werfen als die Ärmeren, wenn es um die Ausgestaltung unserer gesellschaftlichen Sitten und Usancen sowie die Entscheidung darüber geht, wie unser politisches Leben beschaffen sein und welchem Kurs es folgen soll.
Wenn ökonomische Ungleichheit nicht wünschenswert ist, so liegt dies jedoch nicht daran, dass sie moralisch verwerflich wäre. Ökonomische Ungleichheit als solche ist moralisch nicht verwerflich. Wirklich unerwünscht ist sie insofern, als sie fast unausweichlich dazu neigt, unannehmbare Ungleichheiten anderer Art zu erzeugen. Diese unannehmbaren Ungleichheiten, die mitunter fast so weit gehen, dass sie die Ernsthaftigkeit unseres demokratischen Selbstverständnisses untergraben, müssen freilich im Rahmen einer angemessenen gesetzgeberischen, ordnungspolitischen, gerichtlichen und exekutiven Kontrolle eingeschränkt oder verhindert werden.
Es ist meines Erachtens von einiger Bedeutung, sich Klarheit über diese Dinge zu verschaffen. Zu begreifen, dass ökonomische Ungleichheit an und für sich moralisch unschuldig ist, verhilft zu der Einsicht, dass es irregeleitet ist, sich dem ökonomischen Egalitarismus als authentischem moralischem Ideal zu verschreiben. Auch fördert eine solche Klärung die Erkenntnis, warum es tatsächlich schädlich sein kann, ökonomische Gleichheit an sich für ein moralisch wichtiges Ziel zu halten.
Der erste Teil des vorliegenden Buchs ist einer Kritik des ökonomischen Egalitarismus gewidmet. Sein Befund lautet, dass ökonomische Gleichheit von einem moralischen Standpunkt aus nicht wichtig ist und dass unsere moralischen und politischen Konzepte womöglich besser darauf abzielen sollten, sicherzustellen, dass die Menschen über hinreichende Mittel verfügen. Im zweiten Teil werde ich einen Fall von dieser Diagnose ausnehmen, in dem ökonomische Gleichheit in der Tat von einer gewissen moralischen Bedeutung sein kann.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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