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Das deutsche Gesundheitswesen gibt viele Rätsel auf. Man findet hier widersprüchliche Statistiken und Regelungen, viele Missverständnisse, tradierte Irrtümer - und immer wieder kommt die Frage auf: Warum ist das so? Professor Dr. Manfred Wildner gehört zu den ausgewiesenen Kennern des deutschen Gesundheitswesens, er bietet erhellende und auch überraschende Einblicke in das Kräftespiel dieses Systems. Wie verändert z.B. das Internet die Arzt-Patienten-Beziehung? Warum sinkt die Zahl der Verkehrstoten, obwohl die Verkehrsdichte steigt? Welche Faktoren lassen die durchschnittliche Lebenserwartung um derzeit 3 Monate pro Kalenderjahr steigen? Diesen und vielen weiteren Fragen geht Manfred Wildner nach, er erzählt kuriose Anekdoten, liefert interessante Hintergrundinformationen und löst scheinbare Paradoxien auf. Begleiten Sie ihn auf einem spannenden Ausflug in unser Gesundheitswesen. Ein unterhaltsames und informatives Lesevergnügen - nicht nur für Mediziner!
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Seitenzahl: 191
Veröffentlichungsjahr: 2015
HINTERGRÜNDE
Unser Gesundheitswesen
Fakten, Widersprüche, Irrtümer
Manfred Wildner
Bürokratisch, intransparent und voller Widersprüche – das sind die Attribute, mit denen Kritiker unser deutsches Gesundheitssystem gern beschreiben. Die Befürworter hingegen sprechen vom besten Gesundheitssystem der Welt. Zwei Positionen also, die unterschiedlicher kaum sein könnten – die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Fest steht: Unser Gesundheitssystem ist ein hochkomplexes Gebilde, in dem politische, ökonomische, soziale und medizinische Kräfte wirken. Nur die wenigsten von uns finden sich darin gedanklich noch zurecht. Kommt Ihnen das bekannt vor?
Ich habe dieses Buch für all jene geschrieben, denen unser Gesundheitswesen zuweilen Rätsel aufgibt. Dazu gehören Ärzte, Pflegende und Patienten, aber auch deren Angehörige, politische Entscheidungsträger, Journalisten und überhaupt jeder, der sich für das politische Tagesgeschehen interessiert. Mit diesem Buch erhalten Sie nicht nur eine Auswahl an Schwächen und Paradoxien unseres Gesundheitswesens. Sie finden darin auch viele Informationen für ein grundlegendes Verständnis für den Kontext sowie Hinweise auf populäre Fehleinschätzungen – auch als Basis für Lösungsansätze.
Ich lade Sie also ein: zu einem spannenden Ausflug in die Welt der gesundheitspolitischen Fakten, Widersprüche und Irrtümer. Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wie rasant sich unsere Lebenserwartung entwickelt, oder wie eine sinnvolle Ökonomie für das Gesundheitswesen aussehen könnte. Sollten Patienten eigentlich „Kunden“ sein? Was wäre die beste Rolle des Arztes – und was erwarten wir von der Politik? Die folgenden 22 Kapitel basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen, die ich als Arzt in den Gesundheitssystemen Großbritanniens, der USA und Deutschlands gemacht habe. Sie basieren aber auch auf dem breiten Austausch im Rahmen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich der Bevölkerungsgesundheit: an der Universität München, als Leiter des Bayerischen Landesinstituts für Gesundheit, als Mitglied verschiedener Kommissionen und Gremien und als Schriftleiter der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“.
Die folgende Lesereise will ein wenig Licht bringen in den Dschungel kontroverser Argumente und Diskussionen. Am Ende entscheiden Sie selbst, was Sie im deutschen Gesundheitswesen sehen: Einen Irrgarten, paradox, intransparent und bürokratisch? Oder doch eher einen Paradiesgarten mit hoher Versorgungsqualität und Zugänglichkeit für (fast) alle Menschen im Land? Oder vielleicht beides zugleich?
Meinen Kollegen Herbert Zöllner, Joseph Kuhn und Edith Begemann danke ich sehr für ihre kritische Begleitung bei der Formulierung dieser Texte; Helmut Brand für seine stete Ermutigung.
Dem Thieme Verlag danke ich herzlich für die hervorragende Unterstützung bei der Realisierung dieses Buchprojekts – und Ihnen wünsche ich (neben der einen oder anderen neuen Einsicht) eine spannende Lektüre!
Oberschleißheim, im April 2015
Manfred Wildner
Vorwort
1 Der Weg zum ewigen Leben
1.1 Die neue Langlebigkeit
1.2 Unterschiede zwischen oben und unten
1.3 Was die Lebenszeit verlängert
1.4 Faktor „Gesundheitswesen“
1.5 Faktor „Sozioökonomie“
1.6 Faktor „Gesellschaftsordnung“
1.7 Faktor „Lebensstil“
1.8 Was Männer falsch machen
1.9 Was Politik leisten kann
1.10 Der Weg zum ewigen Leben?
1.11 Literatur
2 Gesundheit – was ist das eigentlich?
2.1 Gesundheit im Alltag
2.2 Die „Verborgenheit“ der Gesundheit
2.3 Gesundheit als höchstes Gut?
2.4 Funktionale Gesundheit
2.5 Gesundheit aus evolutorischer Sicht
2.6 „Enhancement“ und „Dirty Medicine“
2.7 Es gibt ein Zuviel – und ein Gegengewicht
2.8 Was ist Ihre persönliche Gesundheit?
2.9 Literatur
3 Ein Quantum Trost – ein Thriller um Macht und Geld
3.1 It’s the economy, stupid!
3.2 Das Wertparadoxon von Wasser und Diamanten
3.3 Negative Konsequenzen einer ökonomischen Fixierung
3.4 Eine Ökonomik der Liebe
3.5 Welche Medizin wollen wir?
3.6 Das unverzichtbare Quantum Trost
3.7 Und der Nutzen?
3.8 Literatur
4 Patient, Nutzer, Kunde – wie hätten Sie es gerne?
4.1 Eine besondere Art Mensch
4.2 Ökonomik und Moralphilosophie
4.3 Unvermeidbare Rollenkonflikte
4.4 Ethische Aspekte autonomer Patientenentscheidungen
4.5 Verlässliche Information: Die Qual der Wahl
4.6 Klassische Tauschökonomik als „Modellplatonismus“
4.7 Rollenvielfalt als menschliche Realität
4.8 Literatur
5 Neues vom Übermenschen – Höchstleistungen der Medizin
5.1 Eine „olympische Medizin“?
5.2 Höchstleistungen zum allgemeinen Wohl
5.3 Gesellschaftliche Erwartungen und Berufsethik
5.4 Veränderter Umgang mit Fehlern
5.5 Übermenschen heute?
5.6 Literatur
6 Wie viele Ärzte braucht das Land? Eine falsch gestellte Frage
6.1 Die Leibärzte des Sonnenkönigs
6.2 Medizinische Versorgung in der Sozialgesetzgebung
6.3 Sektoren des Gesundheitswesens und der professionelle „Mix“
6.4 Ärzteangebot und Ärztebedarf
6.5 Die richtige Ärztedichte – gibt es eine Antwort?
6.6 Systemsteuerung als Herausforderung
6.7 Literatur
7 Kurs 59° Nord, 24° Ost – Orientierung durch Werte
7.1 Auf Kurs – aber auf welchem?
7.2 Gesundheitsvorstellungen und Postmoderne
7.3 Ethische Standpunkte von Wissenschaft und Sozialpolitik
7.4 Und der Kurs?
7.5 Literatur
8 Das menschliche Maß – vom Umgang mit Fehlern
8.1 Maß und Übermut
8.2 Idealmaß und Gesundheit
8.3 Eine „Zivilisierung“ neuer Technologien
8.4 Entwicklung einer Fehlerkultur
8.5 Literatur
9 Politik als Beruf – Verantwortlichkeit und Augenmaß
9.1 Politik als Beruf
9.2 Politik: Ein Schauspiel?
9.3 Politische Rechenschaftspflicht
9.4 Literatur
10 Sprichwörtliche Weisheit – Prävention ist Investition
10.1 Sprichwörter als Lebensregel
10.2 Arten der Prävention
10.3 Eine Herausforderung für das Gesundheitswesen
10.4 Prävention als Investition
10.5 Literatur
11 Wer hat Angst vorm bösen Wolf? – Risikokompetenz als Entwicklungsziel
11.1 Umgang mit Angst
11.2 Funktionen von Angst und Furcht
11.3 Gibt es Gegenmittel zur Angst?
11.4 Risikokompetenz im Gesundheitswesen
11.5 Vertrauen als Lebenskompetenz
11.6 Literatur
12 Vor allem Gesundheit – gute Wünsche zum Neuen Jahr
12.1 Ist Gesundheit Glück?
12.2 Risiko im Zusammenhang mit Gesundheit
12.3 Individualisierte Medizin: Zwischen Erkrankungsrisiko und Gesundungschance
12.4 Der Einfluss von Genen und Gesellschaft
12.5 Gesundheit: Vor allem gute Entscheidungen
12.6 Literatur
13 Armes reiches Land – von materiellen und postmateriellen Werten
13.1 Was lässt ein Leben gelingen?
13.2 Armut und Reichtum heute
13.2.1 Risiko Lebensübergänge
13.3 Armut als Gesundheitsrisiko
13.4 Deutschland: Armes reiches Land?
13.5 Literatur
14 Frieden auf Erden – die menschliche Schicksalsgemeinschaft
14.1 Demographie gestern und heute
14.2 Behandlungskosten im Alter
14.3 Die Fakten sind weniger dramatisch
14.4 Verbesserte Versorgung
14.5 Guter Wille als „soziales Kapital“
14.6 Literatur
15 Kennen Sie Morgellonen? Erfundene Krankheiten und verleugnete Risiken
15.1 Eine neue, unbekannte Krankheit?
15.2 Einbildung oder Verleugnung von Krankheiten
15.3 Die Medikalisierung normaler Vorgänge
15.4 Wissenschaftliche Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten
15.5 Verschwörungstheorien allenthalben
15.6 Literatur
16 Wie es Euch gefällt – Das mächtige Placebo
16.1 Zurück zur Natur?
16.2 „Wie es Euch gefällt …“
16.3 Risiken und Nebenwirkungen auch bei Placeboeinsatz?
16.4 Wissenschaft ist keine Belletristik
16.5 Literatur
17 Europa – Einheit in Vielfalt
17.1 Friedensraum Europa: In Vielfalt geeint
17.2 Der europäische Traum
17.3 Europäische Gesundheitspolitik und ihre Strukturen
17.4 Liebe geht durch den Magen
17.5 Literatur
18 Der gute Staat – eine Meisterleistung
18.1 Die Rolle des Staates
18.2 Gerechtigkeit schafft Frieden
18.3 Die Komplexität moderner Gesellschaften
18.4 Governance auch im Gesundheitswesen?
18.5 Literatur
19 Eine Ethik für öffentliche Gesundheit? Komplexität als Herausforderung
19.1 Individual- und Bevölkerungsgesundheit im Spannungsfeld
19.2 Ethik in Evolution
19.3 Konkurrierende ethische Positionen
19.4 Differenzierung in Kern- und Mantelethik
19.5 Literatur
20 Nikomachos – eine Diskussion im Interesse unserer Kinder
20.1 Gerechtigkeit und Gesundheit
20.2 Betrug im Gesundheitswesen
20.3 Ärztliche Ethik
20.4 Notwendigkeit einer Institutionen- und Ordnungsethik
20.5 Eine notwendige Diskussion
20.6 Literatur
21 Transfer inklusive – der Weg in die Praxis
21.1 Vom Start zum Ziel
21.2 Das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Praxis
21.3 Politik: Das Bohren harter Bretter
21.4 Literatur
22 Unternehmen Zukunft – wohin geht die Reise?
22.1 Zukunft als Pluralität
22.2 Zukunftsentwürfe in der Medizin
22.3 Hoffnungsträger „personalisierte Medizin“
22.4 Patientensicherheit als Zukunftsthema
22.5 Raumschiff Erde
22.6 Literatur
Autorenvorstellung
Anschrift
Impressum
Ist die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren gestiegen oder gesunken? Die Frage mag irritieren, denn die Fakten sprechen für sich – oder nicht? Natürlich leben wir heute in Deutschland länger und mit besserer Lebensqualität als die Generationen vor uns. Wir leben vielleicht nicht ganz so lang wie die Menschen in Monaco, Japan oder Hong Kong. Diese Länder sind derzeit Spitzenreiter: mit mehr als 80 Jahren (Männer) bzw. über 85 Jahren (Frauen) durchschnittlicher Lebenserwartung. Auf jeden Fall aber leben wir länger als unsere Großeltern, die noch die Lasten zweier Weltkriege zu tragen hatten.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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