Unsere Fremden - Lydia Davis - E-Book

Unsere Fremden E-Book

Lydia Davis

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Beschreibung

Endlich! "Unsere Fremden" ist die neueste, lang ersehnte Short-Story-Sammlung der US-Kultautorin. Die Einzigartigkeit und Genialität von Lydia Davis’ Literatur wird einmal mehr aufs Eindrücklichste untermauert. Sie ist eine Virtuosin darin, die scheinbar beiläufigen, unbedeutenden Überraschungen des täglichen Lebens aufzuspüren und sie in kurze literarische Meisterwerke zu gießen. Pointiert, urkomisch, fabelhaft, melancholisch, doppelbödig, tiefgründig – es gibt kein Register, das Lydia Davis nicht perfekt ziehen kann. In "Unsere Fremden" werden Gespräche belauscht und falsch verstanden. Ein Eilbrief wird mit einem seltenen weißen Schmetterling verwechselt. Über zig Ecken werden an den Haaren Gründe herbeigezogen, weshalb die Erzählerin Anspruch auf einen gewissen Berühmtheitsgrad besitzt. Dahingemurmeltes im Gespräch zwischen Mann und Frau erzeugt herrlichste Situationskomik à la Loriot. Fremde können zu Familienmitgliedern werden und Familienmitglieder zu Fremden.

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Seitenzahl: 262

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Lydia Davis

 

 

 

Unsere Fremden

Stories

 

 

Aus dem Amerikanischen von Jan Wilm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturverlag Droschl

I

Meine Aktentasche

Offenbar war es meine Aktentasche, die dafür sorgte, dass man mich im folgenden Semester wieder zum Unterrichten anstellte. Sie waren beeindruckt, weil meine Aktentasche so sehr nach Aktentasche ausschaute.

Auch verstand ich es, wie ich durch die Flure zu gehen und meine Aktentasche zu tragen hatte. Ich konnte meine Bürotür aufschließen und in mein Büro gehen. Ich hatte einen Drehstuhl auf Rollen in meinem Büro. Ich ließ meine Tür während meiner Sprechstunde offen stehen und hielt sie fest geschlossen, sobald die Sprechstunde beendet war. Die Sekretärin des Instituts tat, sofern es ihr möglich war, alles, was ich von ihr verlangte. Ich überlegte gut, worum ich sie bat. Ich gab mich vor ihr bestimmt und beschäftigt, allerdings mit einem höflichen Lächeln. Dort, unterhalb der Uhr, war mein Postfach mit meinem Namen in fettgedruckten Buchstaben darauf. Außerdem sprach ich mit Studierenden, wenn ich sie auf dem Gang traf, mit angemessenem Gesichtsausdruck, ein wenig benommen und abgelenkt, doch meine Antworten waren immer klar und deutlich.

Von der Duldung

Die Katze sagt: »Ich profitiere hier bloß von der Duldung.« Der Hund versteht nicht, weshalb die Katze ihm das Wort Duldung erklärt. Es hat zu tun mit einer Form von Toleranz. Es hat zu tun mit Erlaubnis, die nur eine indirekte ist, Erlaubnis durch das Unterlassen eines Verbots. Sie benutzt das Wort stillschweigend. Der Hund versteht nicht, was stillschweigend bedeutet. Die Katze gibt auf. Sie denkt, dass er wahrscheinlich sowieso irgendwie weiß, was sie meint.

Die Katze weiß, dass die Menschen den Hund lieben, sie selbst aber bloß toleriert wird. Es herrscht wahrhaftige Begeisterung, wenn sie den Hund begrüßen, sobald sie durch die Haustür kommen. Sie sitzt schweigend im Hintergrund, beobachtet, wie wild der Hund ist, wenn er die beiden anspringt. Die Menschen sehen sie im Hintergrund und sagen: »Hallo Kätzchen!«, allerdings ohne viel Wärme. Der Hund ist ausdrucksvoller als die Katze. Er würde das Wort ausdrucksvoller nicht verstehen, doch er stellt es dar. (Er würde das Wort darstellen nicht verstehen.)

 

Später sagt die Katze zu dem Hund, der unter ihr in der Küche steht, der sie beobachtet und die Luft beschnuppert: »Jetzt hat die Frau den Raum verlassen, und ich sitze hier oben, nur einen Zentimeter von ihrem Hähnchensandwich entfernt. Das belastet mich.« Sie streckt eine Vorderpfote aus und berührt das Sandwich, doch sie fühlt sich unwohl.

Der Hund mag die Katze und interessiert sich für sie. Obwohl er das Wort belasten nicht kennt, würde es ihn nicht belasten, wenn er sich in der Nähe des Hähnchensandwiches aufhielte.

Dann sagt sie, sie habe in bestimmten Situationen Probleme mit den Speicheldrüsen und kann manchmal nicht anders, als den Mund zu öffnen und ihn wieder zu schließen.

 

Später kaut die Katze wieder auf dem Besen herum.

Der Hund versteht überhaupt nicht, warum sie das tut.

Die Katze sagt: »Sie schimpft mit mir, weil ich auf dem Besen herumgekaut habe. Sie lässt ihn draußen stehen, und ich entdecke ihn. Dann sieht sie, wie ich darauf herumkaue, kommt und räumt ihn weg, stellt ihn zwischen Wand und Kühlschrank, wo ich ihn nicht erreichen kann, auch wenn ich es versuche. Ich versuche es dann wieder, wenn es so aussieht, als könnte ich ihn erreichen.«

Der Hund hört zu, wie sie ihm all dies erklärt. Zumindest ist es eine Abwechslung davon, bloß wieder in dem Sonnenflecken einzuschlafen, wie er es den ganzen Morgen über immer wieder getan hat, während der Fleck sich über den Boden schiebt.

Nur ein bisschen

Agnès Varda, die französische Filmregisseurin,

sagte in einem Interview,

dass sie gerne ein bisschen näht,

ein bisschen kocht, ein bisschen Gartenarbeit, ein

bisschen Kinderbetreuung macht –

aber nur ein bisschen.

Die Stufen der Weiblichkeit

Es war während jener Tage, als ich mich damit abmühte, die – welche war es noch gleich? – siebte, nein, sechste Stufe meiner Entwicklung als Frau zu vollenden, und ich sei bereits ein Jahr zu spät damit dran, meinte die (inkompetente) anthroposophische Ärztin, die ich aufgrund meiner hartnäckigen Ohrenentzündung konsultiert hatte, als ich wieder einmal geweckt wurde, während einer besonders unruhigen Nacht, in der ich mehrfach geweckt wurde, erst von meinem Kind, dann von einer Stechmücke, dann wieder von meinem Kind, dann von dem Kitzeln in meinen Ohren, dann wieder von meinem Kind – als ich schon wieder geweckt wurde, diesmal durch einen Fliegeralarm, den ich zunächst für einen defekten Ventilator an einem Fenster und dann für einen Ventilator in einem anderen hielt, und ich ging durchs Haus und schaltete einen nach dem anderen aus und zog nach und nach die Stecker der Ventilatoren, bis ich endlich die Treppe nach unten und durch die Hintertür nach draußen ging, als ich im Garten stand und nach oben schaute, bis das Geräusch des Alarms abrupt erstarb und das Heulen nachließ. Natürlich dachte ich an Krieg, da unser Land schon wieder in einem Konflikt mit einem anderen Land steckte. Ich dachte, vielleicht lebt die Stechmücke, die mich geplagt hatte, ja sogar noch länger als ich. Ich dachte darüber nach, in der örtlichen Polizeistation anzurufen. Ich fragte mich, ob mein Mann den Alarm durch seine Ohrstöpsel gehört hatte. Er schlief nun immer unten, um nicht von mir gestört zu werden, da ich in letzter Zeit so schlecht schlief, und um nicht von dem Kind gestört zu werden, das so oft aufwachte. Die Ärztin hatte mir gesagt, die letzte Stufe des Frauseins, in der eine Frau fortpflanzungsfähig sei, sei aus kreativer Sicht äußerst wichtig. Die Stufe, die darauf folge, sei ganz anders – ebenfalls wunderbar, sagte sie, aber ganz anders. Doch ich hatte diese Stufe noch nicht vollendet, diese Stufe, die eine Erfüllung zur vollen Weiblichkeit sein solle. Soweit ich beurteilen konnte, war ich in diesem Jahr exakt dieselbe wie im letzten Jahr und im Jahr davor.

Ein kurzer Nachrichtenbeitrag

aus einer längst vergangenen Zeit

Vor vielen Jahren hörten wir diese Geschichte in den Abendnachrichten: Eine Braut und ein Bräutigam betranken sich am Abend ihrer Hochzeit mit Freunden und stiegen dann ins Auto der Braut und fuhren davon. In einer Sackgasse in der Nähe einer Überführung hielten sie den Wagen an, stellten den Motor ab und fingen an, sich laut zu streiten. Der Streit war bis in die umliegenden Häuser zu hören und dauerte so lange, dass mehrere Nachbarn zu lauschen begannen. Nach einer Weile schrie der Bräutigam seine Braut an: »Na gut, dann überfahr’ mich doch einfach.« Inzwischen schauten die Nachbarn auch von ihren Fenstern aus zu. Er stieg aus dem Auto, schlug die Tür hinter sich zu und legte sich auf der Beifahrerseite vor das Vorderrad des Wagens. Die Braut ließ den Motor an und rollte mit dem zwei Tonnen schweren Fahrzeug über ihn drüber. Er war auf der Stelle tot. Die Ehe war gerade mal einige Stunden alt. Zum Zeitpunkt seines Todes trug er noch seinen Smoking.

Angst vor loser Zunge

Bitte sei nett, Ron, sagt sie.

Kein Wort über irgendetwas,

das sich vielleicht oder vielleicht auch nicht

bei Hamburger Mary’s ereignet haben könnte!

Caramel Drizzle

»Karamell-Sirup oder Caramel Drizzle?«

»Wie bitte?«

»Karamell-Sirup oder Caramel Drizzle?«

Das ist ein mitgelauschtes Gespräch. Ich schaue auf: Es ist eine große schlanke Frau mit Pferdeschwanz, die das Getränk an einer Starbucks-Theke kauft. Sie trägt eine dunkelblaue Uniform. Wir befinden uns an einem Flughafen. Sie ist wahrscheinlich eine Flugbegleiterin.

Lange Pause zum Nachdenken. Sie war noch nie zuvor mit dieser Auswahl konfrontiert.

»Ich nehm’ den Drizzle.«

 

Jetzt sehe ich sie von hinten, dort drüben, mit ihrem blonden Pferdeschwanz und abstehenden Ohren, wie sie ihren Caramel Drizzle trinkt.

Während sie an der Theke stand und überlegte, war ich damit beschäftigt, zu enträtseln, ob in dem Drizzle eine kleinere Menge Karamell war als im Sirup, auch wenn der Sirup beim Drizzle sicherlich ebenfalls eine Rolle spielen musste.

 

Später geht sie mit einer anderen Angestellten der Fluggesellschaft davon, den leeren Becher in der Hand, den Caramel Drizzle in ihrem Innern.

Und dann stellt sich heraus, dass sie die Begleiterin auf meinem Flug ist – ihr Name ist Shannon. So wird ihr Caramel Drizzle also gemeinsam mit uns nach Chicago fliegen.

Der Sprechkünstler

Seine literarische Form ist der Live-Vortrag, ohne Notizen, ohne Skript. Nachdem er sie gehalten hat, werden diese Vorträge manchmal veröffentlicht. Jetzt gerade lese ich einen Vortrag, den er in Philadelphia gehalten hat – die Worte stehen hier auf der Seite, und ich höre, wie er sie spricht, obwohl ich ihn und den Klang seiner Stimme nicht kenne. Ich lese dies in der Badewanne, und selbst wenn ich nicht in der Badewanne wäre, würde ich bemerken, dass eine gewisse Intimität bei der Lektüre von etwas existiert, das von einem Menschen geschrieben wurde, dem das Schreiben am Herzen liegt, besonders bei der Lektüre eines Vortrags, den dieser Mensch einmal persönlich gehalten hat.

Dann bin ich auf einer Party, und ich begegne dem Autor des Vortrags. Er lehnt sich über mehrere Personen, um mir die Hand zu schütteln, mit der anderen Hand umklammert er die beiden Aufschläge seines Cordjacketts, und er lächelt mit der Freundlichkeit eines Menschen, der gerade auf einer Party angekommen ist, aber er spricht nicht. Er spricht nicht, und den ganzen Abend über bin ich nicht in seiner Hörweite und kann ihn auch nicht sehen, weshalb er für mich an diesem Teil des Abends sprachlos bleibt. Doch zu Hause liegt das Buch noch immer aufgeschlagen auf dem Badewannenrand, und darin, wenn auch etwas weniger freundlich – etwas ernster – als bei der persönlichen Begegnung, spricht er ausführlich und ohne Unterbrechung.

Die andere sie

Von dort, wo sie sich befindet, in einem anderen Teil des Hauses, hört sie seine Stimme im Schlafzimmer, weit weg, wie sie zu ihr spricht, sanft, heimelig, nachdenklich. Er weiß nicht, dass sie nicht im Zimmer ist.

Und dann, einen Augenblick lang, hat sie das Gefühl, dass noch eine andere sie da ist, bei ihm, vielleicht sogar eine bessere, und dass sie selbst eine abgewiesene sie ist, eine verschmähte sie, dort am Ende des Flurs, weit weg von dem Zimmer, in dem die beiden etwas Nettes am Laufen haben, gemeinsam.

Früher haben alle geweint

Es ist nicht leicht, in dieser Welt zu leben: alle regen sich ständig auf über die großen oder auch über die kleinen Dinge, die schiefgehen. Einer wird von einem Freund beleidigt, eine andere wird von ihrer Familie vernachlässigt, und wieder ein anderer hat einen schlimmen Streit mit seiner Partnerin oder seinem pubertierenden Kind.

Oft weinen die Menschen, wenn sie unglücklich sind. Das ist ganz natürlich. Als ich jung war, habe ich etwa ein Jahr lang in einem Büro gearbeitet. Wenn es auf die Mittagszeit zuging, wenn die Leute im Büro hungrig und müde und gereizt wurden, fingen sie an zu weinen. Mein Chef gab mir manchmal ein Dokument zum Abtippen, und ich schob es verärgert weg. Er schrie mich an: »Tippen Sie es ab!« Ich schrie zurück: »Mache ich nicht!« Meist wurde er dann selbst bockig am Telefon und knallte den Hörer auf die Gabel. Wenn er dann endlich zum Mittagessen gehen konnte, liefen ihm die Tränen aus lauter Frustration die Wangen herunter. Wenn ein Bekannter im Büro vorbeikam, um ihn zum Mittagessen abzuholen, ignorierte er diese Person und zeigte ihr die kalte Schulter. Dann schossen auch dieser Person die Tränen in die Augen.

Nach dem Mittagessen fühlten wir uns alle besser, und das Büro war wieder gefüllt mit dem üblichen Brummen und Treiben, voller Menschen, die zügig Ordner hin und her trugen, voller plötzlicher Lachanfälle, die über den Arbeitsplätzen aus den Kabinen des Großraumbüros schollen, und meistens ging die Arbeit bis zum Spätnachmittag recht gut. Dann, wenn wir alle wieder müde wurden, noch müder als am Morgen, und auch wieder hungrig, fingen wir wieder an zu weinen.

Die meisten von uns weinten sogar beim Verlassen des Büros weiter. Im Aufzug drängten wir uns gegenseitig zur Seite, und auf dem Weg zur U-Bahn starrten wir die Leute, die uns entgegenkamen, verächtlich an. Auf der Treppe zur U-Bahn quetschten wir uns durch die heraufkommende Menge nach unten.

Es war Sommer. Damals gab es noch keine Klimaanlagen in den U-Bahn-Waggons, und während die Tränen unsere Wangen benetzten, lief uns auch der Schweiß über Gesicht, Rücken und Beine, und die Füße der Frauen schwollen in ihren engen Schuhen dick an, während wir alle dichtgedrängt zusammenstanden und zwischen den Haltestellen hin und her schwankten.

Auch wenn einige Leute beim Zusteigen in die U-Bahn immer noch weinten, hörten sie auf der Heimfahrt allmählich damit auf, besonders wenn sie einen Sitzplatz gefunden hatten. Dann blinzelten sie meist mit ihren feuchten Wimpern und begannen, zufrieden auf ihren Fingerknöcheln herumzubeißen, während sie, weiterhin mit feuchtglänzenden Augen, ihre Zeitungen und Bücher lasen.

An diesem Tag würden sie dann vielleicht nicht mehr weinen, erst wieder am nächsten. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, weil ich nicht bei ihnen war, ich kann es mir nur ausmalen. Ich, für meinen Teil, weinte zu Hause normalerweise nicht, außer am Tisch, wenn mein Abendessen ganz und gar enttäuschend war, oder wenn es auf die Schlafenszeit zuging, weil ich nicht wirklich ins Bett wollte, weil ich am nächsten Tag nicht aufstehen und zur Arbeit gehen wollte. Aber die anderen haben zu Hause vielleicht schon geweint, vielleicht sogar den ganzen Abend lang, je nachdem, was sie dort vorfanden.

Vater muss mir etwas erzählen

Vater steht in der Küche und versucht, mir etwas übers Christentum zu erklären. Aber ich hatte wieder einen langen Tag, ich bin müde, ich höre nicht zu, und er sieht, dass ich nicht zuhöre. Später geht er nach oben und tippt eine Erklärung in zwei Absätzen, worin er aufzeigt, was er mir vorhin zu erklären versucht hat. Bevor er sie mir bringt, zeigt er sie meiner Mutter für ihre Rückmeldung. Ich reime mir dies erst später zusammen, denn ich erinnere mich, seine Schritte über meinem Kopf gehört zu haben, wie er in ihr Schlafzimmer geht, gefolgt von der Stille, während sie liest, was er geschrieben hat, und anschließend das Brummen ihrer Stimmen. Er kommt runter zu mir ins Wohnzimmer, wo ich mich gerade befinde, und überreicht mir die getippte Erklärung. Er sagt, dass ich sie natürlich nicht sofort lesen muss.

Ein Augenblick vor langer Zeit: Der Wanderfotograf

Ein umherziehender Fotograf hat seine Kamera, sein Licht und seinen Stuhl in einem Lebensmittelgeschäft im Ort aufgestellt. Das ist schon viele Jahre her. Ich war dabei, ich habe es selbst gesehen. Ein sehr kleines Mädchen sitzt auf dem Stuhl, es ist kaum mehr als ein Baby. Die Kleine macht es ihm nicht leicht. Sie lächelt einfach nicht. Sie beobachtet ihn mit feierlichem Ernst. Aus Verzweiflung hält er schließlich eine orangefarbene Giraffe in die Luft, macht einen Schritt auf sie zu und fuchtelt wild damit vor ihrem Gesicht herum. Da reißt sie ihren Mund weit auf und zeigt ihre beiden unteren Zähne, ihre einzigen Zähne, bevor sie in Tränen ausbricht.

Berühmtheitsgrund #2: Karl Marx und mein Vater

Karl Marx und mein Vater hatten beide Töchter. Beide Töchter wurden später in ihrem Leben Übersetzerinnen. Beide übersetzten Gustave Flauberts Madame Bovary!

Der Witz

Als die prüden Brüder, die Kirchgänger Larry und Averill Knickerbocker, vorbeischauten, um uns ihre Rechnungen zu bringen, war ich peinlich berührt wegen des Zustands des Hauses – wegen der Küche, die sie von der Veranda aus betraten, und wegen des Wohnzimmers, den beiden Räumen, die sie sehen könnten. Überall waren Kleidungsstücke und Spielzeug verstreut. Flecken auf den Schranktüren. Geschirrstapel auf den Arbeitsplatten und in der Spüle. Das Hochstuhltablett klebrig. Es war nicht dadurch zu entschuldigen, dass ich eine erschöpfte junge Mutter war, die arbeiten ging und dazu auch noch den Haushalt machte, so gut ich konnte. Und jetzt sprachen der Vater des Babys und ich von Trennung.

Larry brauchte einen Stift, um etwas auf seiner Rechnung zu vermerken. Ich gab ihm einen Kugelschreiber, der auf dem Küchentisch lag, und ging mit Averill ins Wohnzimmer, um ihm die Zimmerdecke zu zeigen.

Später, als sie weg waren, sah ich mir die Rechnung an, die wir nun bezahlen konnten. Vorher hatten wir überhaupt kein Geld gehabt, außer den 42 Dollar auf unserem Sparkonto, doch dann war der Vater meines Mannes gestorben – urplötzlich und aus heiterem Himmel. Er war Junggeselle und hatte etwas von einem Lebemann. Mein Mann war nach New Jersey runtergefahren, hatte seinen Cadillac verkauft und war mit einem Scheck über 10 000 Dollar zurückgekehrt.

Ich blickte zur Tür, durch die sie rausgegangen waren, und hinaus in die leere Einfahrt, wo ihr Laster geparkt war. Dann nahm ich den Kugelschreiber in die Hand und sah ihn mir an.

Auf dem Stift war ein Witz aufgedruckt: »Was ist der Unterschied zwischen Petersilie und Pussy? Petersilie schmeckt nicht.«

Ich musste darauf so laut auflachen – nicht über den Witz, sondern mehr über den Witz in dieser Situation –, dass sogar das Baby im Nebenzimmer zu lachen anfing.

Wahrscheinlich hatten wir den Kugelschreiber aus dem Haus meines Schwiegervaters mitgenommen, als wir es ausräumten.

Doch später dachte ich: Ich weiß nicht, wie es anderen Leuten geht, aber ich weiß, dass uns Petersilie schmeckt.

Angst vor dem Älterwerden

Mit achtundzwanzig

sehnt sie sich danach, noch einmal fünfundzwanzig zu sein.

Addie und das Chili

Vor Jahren bat mich Ellie, die Geschichte von unserer Freundin Addie und dem Chili zu schreiben. Bei dem Vorfall ging es um einige Teller Chili und um mehr als eine weinende Frau, nämlich mehrere weinende Frauen, und das Ganze hatte auch noch etwas zu tun mit den politischen Fehlern unseres Landes und mit den Fehlern, die wir selbst bei unseren Kindern machen. »Addie und das Chili« – so wollte ich die Geschichte nennen, denn im Zentrum der Szene standen drei Teller Chili auf dem Tisch des Restaurants, oder besser gesagt, zwei Teller und eine Schüssel, wobei die Schüssel mir gehörte.

Ich habe einen Versuch unternommen, die Geschichte zu schreiben, und dann aufgegeben. Ich weiß nicht, ob die Geschichte mich besiegt hat oder ob ich einfach durch andere Dinge abgelenkt wurde. Zu dieser Zeit war ich alleinerziehende Mutter und versuchte, mich und mein Kind durchzubringen. Ich habe versucht, Geschichten zu schreiben, während ich gleichzeitig arbeitete und mich um mein Kind kümmerte, und häufig fing ich etwas an, ohne es zu Ende zu bringen. Jetzt sind mehr als dreißig Jahre vergangen, und ich starte einen neuen Versuch.

Ich bestellte nur eine Schüssel Chili, eine kleine Schüssel, weil ich aufgewühlt war und dachte, dass ich keine größere Portion essen könne. Aufgewühlt war ich durch den Film und durch Addie. Addie bestellte einen Teller, als sie noch gut gelaunt war, und sie quasselte ohne Ende, bevor sie wusste, was ich zu ihr sagen würde, und dann, nachdem ich es gesagt hatte, als der Kellner den Teller vor ihr abstellte, brachte sie nichts von dem Chili runter, oder zumindest sagte sie, dass sie nichts essen könne. Was Ellie betraf, sie bestellte einen Teller, weil sie sehr hungrig war, obwohl auch sie, wie ich, durch den Film und durch Addie aufgewühlt war. Sie hat ihren Teller schnell leergegessen, obwohl ich nicht mitbekommen habe, dass sie aufgegessen hat. Vielleicht aß sie ihr Chili, während ich Addie Vorwürfe machte und sie beleidigte und Addie darauf reagierte – zu hungrig, um zu warten. Anschließend hockte Ellie da, immer noch hungrig, und starrte auf den Teller, den Addie nicht angerührt hatte. Später erzählte sie mir, dass sie Addie darum bitten wollte, ihn ihr zu geben, dies jedoch nicht getan hat, weil sie wusste, wie verletzend es wäre, eine weinende Frau um ihr Chili zu bitten.

Was den Ärger ausgelöst hatte, war der Film, den Ellie und ich früher am Abend geschaut hatten. Es war ein gerade herausgekommener Film über einige niederschmetternde Dinge, die in einem anderen Teil der Welt geschehen waren und unter denen eine große Zahl von Kindern zu leiden hatte. Oder besser gesagt, alle haben gelitten, alt und jung, doch der Film zeigte vor allem die Kinder, und es war immer sehr schwer, die Vorstellung zu akzeptieren, dass Kinder überhaupt leiden müssen.

Auch waren in Ellies und in meinem Leben Dinge geschehen, die uns für einen solchen Film anfälliger machten als sonst, auch wenn ich mich jetzt nicht mehr daran erinnern kann, was das für Dinge waren, und so gingen wir erschöpft durch die erlittene Trauer der Geschichte aus dem Film. Andere im Publikum waren offensichtlich genauso aufgewühlt wie wir. Zwei Männer waren scheinbar gar nicht in der Lage, den Saal zu verlassen, sie blieben nebeneinander sitzen und starrten geradeaus auf die leere Leinwand. Frauen, die ich in der Schlange vor der Damentoilette sah, hatten geweint oder weinten noch immer oder versuchten, nicht zu weinen.

Dann machten wir uns vom Kino zu Fuß auf den Weg, um Addie abzuholen, die in der Nähe wohnte, in einem Sandsteinhaus, und sobald sie die Treppe runtergekommen war, fing sie an, von sich zu erzählen. Addie sprach immer fast ausschließlich über sich selbst, und vermutlich tut sie das noch immer – ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr, wenn auch nicht aufgrund dieses Abends. Ich versuche, mich zu erinnern, warum Ellie und ich mit ihr befreundet waren. Sie muss manchmal eben doch von anderen Dingen gesprochen und intelligente Dinge über Themen gesagt haben, die sowohl Ellie als auch mich interessierten.

Als sie an diesem Abend anfing, von sich selbst zu sprechen, wühlte sie mich noch mehr dadurch auf, dass sie ihre Bemerkungen ausschließlich an Ellie richtete, zumindest am Anfang. Während ich zuhörte, wurde ich äußerst wütend, auch wenn ich nichts sagte. Ich war wütend auf Addie über das, was sie sagte, über die Art und Weise, wie sie es sagte, und darüber, was mir dies über ihr Leben und ihren Charakter verriet, doch es ging noch etwas anderes vor sich, es gab noch andere Dinge, die meine Wut auf Addie verstärkten.

Ich war wütend wegen allem, was in dem Film vor sich gegangen war, wegen allem, was mir an diesem Tag und in dieser Woche widerfahren war, und wegen einiger Dinge, die mein Kind betrafen, sowie wegen einiger Dinge, die zwei Freundinnen betrafen, die eine Woche zuvor versucht hatten, sich das Leben zu nehmen, und wovon ich erfahren hatte – in einem Fall direkt von der Freundin selbst, die erzählte, wie sie den Notruf gewählt hatte und auf einer Bahre aus ihrer Wohnung getragen wurde. Es waren keine guten Wochen gewesen, damals im tiefsten Winter, und meine Wut über all das kochte in mir hoch, als Addie begann, uns etwas von einem Liebhaber zu erzählen – eine Geschichte, die sie offensichtlich für tragisch und aufregend hielt und deren Mittelpunkt sie selbst war, die aber für mich, und wahrscheinlich auch für Ellie, einfach nur langweilig und schäbig wirkte.

Gut möglich, dass mich diese Geschichte an einem anderen Abend, nach ein paar anderen Wochen und einem anderen Film, oder sogar zu einer anderen Jahreszeit, im Hochsommer, draußen auf dem Gehweg bei einer warmen Brise, vielleicht interessiert hätte, diese Geschichte über einen erbosten Liebhaber, Telefonanrufe um drei und vier Uhr morgens, der geschenkte Blumenstrauß, der aus der Vase gerissen und ihr ins Gesicht geworfen wurde, die Forderung nach Rückzahlung von fünfzig Dollar, die anschließende Demütigung des Liebhabers, sein Betteln um Vergebung sowie die vermutlich vorenthaltene Vergebung. (Ich erinnere mich an alles, außer an dieses Letzte – ob Addie ihm vergeben hat.) Eines der Dinge, die wir an Addie genossen haben mussten, waren ihre oftmals absurden Erzählungen ihrer Affären. Ich erinnere mich nur an einen langjährigen Geliebten oder vielleicht sogar einen Ehemann, der ihre Füße in seinen Schoß nahm und sie pedikürte, was ich ganz rührend fand und was nicht zur restlichen Art ihres Liebeslebens passte.

Doch an diesem Abend, als wir ins Restaurant gingen, mit beißendem Wind und Schneematsch am Straßenrand, war ich kurz davor, unser Abendessen abzusagen. Ich war kurz davor, nach Hause zu gehen, obwohl meine kleine Wohnung nicht einladend gewesen wäre und sich besonders leer angefühlt hätte, da ich nicht geplant hatte, um diese Zeit dort zu sein. Ich sagte, ich sei müde und wolle nach Hause gehen, aber Ellie überredete mich zu bleiben, nicht nur, weil sie nicht mit Addie allein sein wollte, da bin ich mir sicher, ganz bestimmt überredete mich auch Addie, weil sie mehr Publikum als nur Ellie haben wollte.

Wir gingen ins Restaurant und setzten uns. Als ich begann, die Speisekarte zu lesen, während Addie weiterredete, bemerkte ich, dass ich weinte und weder essen noch trinken noch reden wollte. Dann entschloss ich mich, Klartext zu sprechen, denn ich konnte nicht so tun, als ob nichts wäre.

Dann wandte ich mich an Addie und ließ sie wissen, dass ich etwas sagen wolle. Sie schaute mir in die Augen, und ihr Gesichtsausdruck war härter, als ich erwartet hatte, als hätte sie schon im Voraus gewusst, dass etwas Unangenehmes auf sie zukommen würde, und sich dazu entschieden, mir nicht zuzuhören. Bevor ich fortfahren konnte, kam jedoch der Kellner an unseren Tisch, ein großer junger Mann mit dicklichen Armen, und sagte: »Was kann ich denn für die Damen tun?« Das war der Augenblick, als wir das Chili bestellten, und der Kellner war nicht sonderlich erfreut darüber.

Als er ging, sah Addie mich noch einmal an, und ich fuhr fort, auch wenn ich nicht glaubte, dass das, was ich sagen wollte, viel bewirken würde. Ich sagte, sie habe mich gekränkt, die Art und Weise habe mich gekränkt, wie sie aus dem Haus gekommen war und uns gar nicht erst gefragt hatte, wie es uns geht und wie der Film war, und uns nicht einmal genau angesehen oder nachgedacht hatte, bevor sie anfing, von sich selbst zu sprechen und ihre Geschichte zu erzählen. Ich sagte, sie solle versuchen, unsere Stimmung zu interpretieren und auf uns einzugehen, dass sie so in sich selbst vertieft ist, dass sie uns kaum wahrnimmt, dass wir ihr egal zu sein scheinen und sie uns bloß als ihr Publikum betrachtet.

Sie sagte sofort, dass sie nichts mehr davon hören wolle, und fing an zu weinen. Dann begriff ich, dass sie mich durch ihre Reaktion als gemein hinstellte und dass sie sich selbst weiterhin ins Zentrum rückte, dass sie der Star blieb, wenn auch jetzt in einem anderen Drama. Jetzt war ich nur einer von vielen Menschen, die ihr Unrecht getan und sie verletzt hatten. Sie sagte, sie wolle gehen und zückte ihr Geld, um das Chili zu zahlen. Ich weiß nicht, was ich von ihr als Reaktion erwartet hatte – Reue, Scham, eine Entschuldigung?

Ellie versuchte nun, zwischen uns zu schlichten. Ich dachte auch, ich müsste sie überzeugen, hierzubleiben, und sie ihre Geschichte erzählen lassen, oder der Abend wäre einfach gelaufen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich heute noch so empfinden würde wie damals, deshalb kann ich meine damalige Reaktion nur schwer verstehen. Heute hätte ich sie wahrscheinlich gehen lassen und abgeschrieben und hätte mich den Rest des Abends mit Ellie unterhalten. Jedenfalls habe ich getan, was ich konnte, um sie zu beschwichtigen, auch wenn ich genervt war. Ich habe getan, was ich konnte, um sie zu ihrer Geschichte zurückzulenken und diese aus ihr herauszulocken. Doch das gelang mir nicht.

Allerdings fühlte ich mich jetzt besser, nachdem ich ausgesprochen hatte, was mir auf dem Herzen lag, und ich aß meine Schüssel Chili genussvoll auf und bedauerte, keinen Teller bestellt zu haben. Weil ich es leid war, zu versuchen, Addie zum Reden zu bringen, wandte ich mich schließlich Ellie zu. Wir sprachen über Reisen, die wir beide bald unternehmen würden, und über Jobs, auf die Ellie sich erfolglos beworben hatte, und über die Meinung eines bestimmten Mannes von ihr, die ihr Sorgen bereitete – sie sagte, wenn sie sonst nichts hatte, worüber sie sich Sorgen machen konnte, dann sorgte sie sich darüber, was dieser Mann von ihr dachte.

Addie saß währenddessen mit gesenktem Kopf da, tastete mit dem Löffel die Oberfläche ihres Chilis ab und schniefte. Also wandte ich mich zu Addie und überredete sie, uns zu erzählen, was an jenem Tag mit ihrem Liebhaber geschehen war, und sie begann nun wieder zu reden. Sie erzählte nicht nur von diesem Geliebten, sondern auch von einem Gourmetkoch, den sie auf der Straße aufgegabelt hatte und der an diesem Morgen zwischen acht und neun Uhr zu ihr nach Hause gekommen war. Dann erzählte sie von einem anderen Mann, einem vielbeschäftigten Drehbuchautor, der ihr lange Briefe schrieb, obwohl er hier in der Stadt lebte. Währenddessen sagte Ellie kein einziges Wort. Sie hatte ihr Chili aufgegessen. Vielleicht war sie sauer, weil sie Addie nicht um ihr Chili gebeten und immer noch Hunger hatte. Immer wieder schaute sie zu Addies Chili. Allerdings glaube ich, dass sie jetzt wirklich sauer wurde, weil Addie genau das tat, was sie sich von Anfang an gewünscht hatte und was uns beide wirklich kränkte – sie redete vor einem aufmerksamen Publikum von den Männern, die sie liebten.

Ich werde Ellie fragen, ob sie sich noch an mehr erinnern kann als ich, aber ich verstehe jetzt, warum es so schwierig war, diese Geschichte zu schreiben – vor allem, weil, wie bei vielen Geschichten im wirklichen Leben, nicht viel passiert war. Alles, was geschehen war, war, dass bestimmte Emotionen während einer guten Stunde von Person zu Person gewechselt hatten. Addie war anfangs gutgelaunt, wurde dann wütend und verletzt und gewann schließlich wieder ihre gute Laune zurück. Ich war anfangs aufgewühlt durch den Film, wurde noch aufgewühlter und ärgerlicher und fühlte mich dann besser, nachdem ich Addie meine Meinung gesagt hatte, obwohl ich mich anschließend über ihre Beeinflussung ärgerte. Ellie war anfangs aufgewühlt durch den Film, wurde wütend auf Addie, auch wenn sie nicht so wütend war wie ich, fand zu ihrer Gelassenheit zurück, als sie versuchte, im Konflikt zwischen mir und Addie zu vermitteln, und dann, als Addie ihre gute Laune zurückerlangt hatte und ich versuchte, sie zu beschwichtigen, wurde sie nur noch wütender auf Addie.

Auf eine gewisse Art ist es allerdings interessant, darüber nachzudenken, was passiert, nachdem ein Film gedreht wurde und das Publikum ihn gesehen hat. Es wird ein Film gedreht, der zeigt, wie schwer Menschen in einem Krieg verletzt werden, und er ist so geschickt gemacht, dass er die Menschen, die ihn sehen, bewegt. Sie weinen oder sind kurz davor zu weinen, oder sie fühlen einfach nur Trauer und Scham, ohne sie zu zeigen. Und wenn der Film zu Ende ist, gehen sie auseinander und verschwinden in verschiedene Richtungen. Und einige von ihnen haben anschließend vielleicht Probleme beim Essen und lassen ihre Gefühle an ihren Freunden und Freundinnen aus, deren Fehler durch das im Film Gezeigte weniger verzeihlich wirken.