Venedig - Véronique Laflèche - E-Book

Venedig E-Book

Véronique Laflèche

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Beschreibung

Napoleon I. löste die alte Republik Venedig auf, weil sich die politische und militärische Macht der Stadt verflüchtigt hatte. Danach ruhte sich Venedig friedlich auf den Lorbeeren seiner glorreichen Vergangenheit aus. Heute, zu Beginn des neuen Jahrtausends, ist Venedig ein riesiges lebendiges Museum. Seit der Romantik haben Dichter, Schriftsteller und Musiker diese Stadt der Liebe und ihre Paläste, Kirchen und Kanäle auf der Suche nach Inspiration besucht. Dieses reich bebilderte Buch führt den Leser auf einen verführerisch schönen Weg durch eine der schönsten Städte der westlichen Hemisphäre, eine Stadt, die auf wundersame Weise aus den Tiefen des Meeres aufgetaucht zu sein scheint.

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Seitenzahl: 68

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Herausgeber: Jean-Paul Manzo

Text: Véronique Laflèche

Übersetzung: Eva-Maria Seehuber

Layout: Albéric Girard und Cédric Pontes

Umschlag: Cédric Pontes

Redaktion: Séverine Corson und Jenny Mues

Photographen: Andréa Luppi und Klaus H. Carl

Dank auch an das Italienische

Verkehrsbüro in Venedig

© 2024, Confidential Concepts, Worldwide, USA

© 2024, Parkstone Press USA, New York

© Image-Barwww.image-bar.com

Alle Rechte vorbehalten.

Das vorliegende Werk darf nicht, auch nicht in Auszügen, ohne die Genehmigung des Inhabers der weltweiten Rechte reproduziert werden. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 979-8-89405-037-9

Inhalt

Einführung

Ein kurzer geschichtlicher Überblick

San Marco

Dorsoduro

San Polo und Santa Croce

Cannaregio

Castello

Der Canale Grande und seine Paläste

Die venezianischen Feste

Die Inseln und die Lagune

Schlusswort

Abbildungsverzeichnis

Einführung

Venedig, wie durch Zauberkraft den Fluten entstiegen, ist eine auf der Welt einzigartige Stadt, in der die byzantinischen und gotischen Einflüsse und jene aus der Zeit der Renaissance und des Barock, die sie geprägt haben, heute zu einem ganz und gar harmonischen Gesamtbild verschmelzen. Bei einem Spaziergang kann man den von prunkvollen Palästen gesäumten Canale Grande bewundern, in Museen herrliche Gemälde venezianischer Malerei betrachten oder aber hier und da der Musik lauschen. Für manchen Besucher ist es eine Stadt wie ein Museum, aber mit Universität, Rialto-Markt und ihre campi auch sehr lebendig, und damit ist Venedig nicht nur einzigartig, sondern zugleich eine elegante, ruhige und volkstümliche Stadt. Das ganz eigene Licht, die ständig wechselnden Farben, das Spiegelbild des Mauerwerks auf den Wasseroberflächen beeinflussten die venezianischen Maler. So läßt die Serenissima Wasser, Kunst und Gold ineinander fließen...

1. Hochwasser auf dem Markusplatz

2. Blick über das Becken von San Marco auf San Marco

Ein kurzer geschichtlicher Überblick

Im römischen Reich lebten die Veneter in der Lagune, einer ungesunden und unwirtlichen Sumpfgegend an der Küste der Adria zwischen Triest und Ravenna. Sie hausten in Schilfhütten auf den barene (Sandbänken) oder auf kleinen Inseln und lebten vom Fischfang und der Salzgewinnung. Auf der Flucht vor den Einfällen der Barbaren folgte ihnen die ursprünglich auf dem Festland ansässige Bevölkerung dorthin. Die Bewohner der Lagune standen unter byzantinischer Oberhoheit; aber im Jahre 697 beschlossen sie, einen Herzog (Dux – auf venezianisch: ‘Doge’), zu wählen. Dieser Doge hatte seinen Sitz zunächst in Malamocco, verlegte ihn aber im Jahr 810 wegen der dort geringeren Gefahr vor Überfällen nach dem Rialto. Zahlreiche Bewohner verließen daraufhin die in der Lagune verstreuten Inselchen, um sich ebenfalls dort anzusiedeln.

Nach mittelalterlichem Brauch war für Rialto der durch seine Reliquien versinnbildlichte Schutz eines Heiligen unerläßlich. Theodor, ein byzantinischer Heiliger, war zwar bereits der Schutzpatron der Lagune, aber dann „kauften“ zwei venezianische Kaufleute die Gebeine des Evangelisten Markus in Alexandria und vertrauten sie nach ihrer Rückkehr nach dem Rialto im Jahre 828 dem Dogen Giustiniano Partecipazio an, der daraufhin beschloß, an die Residenz der Dogen eine Palastkapelle anzubauen. Der heilige Markus, dessen Wappentier, der geflügelte Löwe, in der Stadt allgegenwärtig ist, ersetzte von da an den heiligen Theodor.

Etwa in den Jahren 800 bis 1000 versuchte die Stadt, sich von Byzanz zu lösen und begann, ihr eigenes, dem Meer zugewandtes Reich aufzubauen. Es galt nun, für Sicherheit in der Adria zu sorgen. Unterstützt von den Byzantinern unternahm der Doge Pietro Orseolo II. im Jahre 1000 eine Strafexpedition nach Dalmatien und kehrte im Triumph zurück. Venedig herrschte fortan über das Meer und seit dieser Zeit feiert Venedig am Himmelfahrtstag die Festa della Sensa, die Vermählung Venedigs mit dem Meer.

3. Giovanni Bellini, Der Doge Leonardo Loredan, 1501-1505, Öl auf Leinwand, 61,5 x 45 cm, London, The National Gallery

4. Guardi, Das Becken von San Marco mit San Giorgio Maggioreund La Giudecca, 1774?, Öl auf Leinwand, 72 x 97 cm, Venedig, Accademia

Abgeleitet vom Namen ihrer Einwohner nennt sich die Stadt nun Venezia. Im Jahr 1204 organisierte der greise Doge Enrico Dandolo den vierten Kreuzzug. Konstantinopel fällt und wird geplündert. Das byzantinische Reich wurde aufgeteilt, Venedigs Reichtum wuchs dadurch beträchtlich und die weggeschleppte Beute erreichte einen gewaltigen Umfang.

Obwohl sie nicht länger unter byzantinischer Vorherrschaft stand, unterhielt die Stadt weiterhin besonders gute Beziehungen zu Byzanz und konnte dadurch im 11. und 12. Jahrhundert Handelsbeziehungen zum Orient aufbauen. Zu dieser Zeit besaß die Stadt zahlreiche, nach dem vierten Kreuzzug erworbene Handelsniederlassungen und Territorien im gesamten Mittelmeerraum. Flandern und England mußten ihren Orienthandel über Venedig abwickeln und eine Abgabe entrichten. Die Galeeren, die die Waren transportierten, fuhren im Konvoi, mit bewaffneten Kriegsschiffen als Begleitschutz, um Piraten und Türken von einem Überfall abzuschrecken. In der Blütezeit des Handels, im 13. und 14. Jahrhundert, häufte so manch ein Venezianer ein ganz beachtliches Vermögen an. Ab 1284 prägte Venedig seine eigene Währung, den Dukaten, der zur wichtigsten Handelswährung des östlichen Mittelmeers wird, und Marco Polo reiste von Venedig aus nach China (1271-1295).

Erst die Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) und die Liga von Cambrai (1509) gefährdeten das rege Aufblühen des Handels.

Zahlreiche Pestepidemien dezimierten Venedigs Bevölkerung erheblich, das zudem, um seine Vorherrschaft auf See zu erhalten, die Konflikte mit seinem Erzrivalen Genua regeln mußte. Im Jahr 1354 brachte Genua zwar Venedig bei einem Seegefecht eine schwere Niederlage bei, im Chioggia-Krieg (1378-1381) jedoch triumphierte dann Venedig über Genua.

Mit der Eroberung Konstantinopels, das von da an den Namen Istanbul trägt; ist das Ende des byzantinischen Reichs besiegelt. Durch geschickte Vereinbarungen kann Venedig aber seinen Handel fortsetzen. 1479 schließt Venedig, unter Verzicht auf mehrere griechische Inseln und gegen eine Ausgleichszahlung, Frieden mit dem osmanischen Reich. Und die Heirat der Venezianerin Caterina Corner mit dem König von Zypern ermöglicht es Venedig sogar, nach dessen Tod diesen überaus wichtigen Ort im Mittelmeerraum zu annektieren.

Die Stadt wollte der ganzen Welt beweisen, dass sie in keinster Weise daran dachte, die Vorherrschaft auf See aufzugeben, dass sie zu Recht den Beinamen „Dominante“ trägt und setzte alles daran, ihre Schönheit zu steigern. Die Maler der Renaissance schmückten die von begabten Architekten gebauten Paläste, Kirchen und scuole.In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wandten sich reiche, vom Niedergang des Handels beunruhigte Venezianer dem Festland zu und liessen sich wundervolle Landhäuser bauen, wie etwa die berühmten Villen von Palladio (La Rotonda, La Malcontenta, Villa Pisani...). Diese waren damit Orte der Sommerfrische und zugleich landwirtschaftliche Nutzbetriebe, und so wird Venetien zum Nutzgarten Venedigs.

Im 18. Jahrhundert war Venedig von den ständig wieder aufflammenden Türkenkriegen und Pestepidemien ausgeblutet. Es sehnte sich nach einem Leben in Frieden und zog sich auf sich selbst zurück. Die Venezianer gaben sich dem Feiern von Festen und der Spielleidenschaft hin: wir befinden uns im barocken Venedig Casanovas, Goldonis, Vivaldis, Tiepolos...

Venedig schwelgte nun in Wollust. In dieser Atmosphäre des Zerfalls dankte am 12. Mai 1797 Ludovico Manin, der letzte Doge, zugunsten von Napoleon Bonaparte ab. Später kam die Stadt unter österreichische Herrschaft (1814-1866) und wurde schließlich durch eine Volksabstimmung mit dem Königreich Italien vereinigt (1866).

Schon im Jahr 1846 verband Venedig eine Eisenbahnbrücke mit dem Festland und es entstand ein neuer Hafen. Die Akademiebrücke und die Ponte della Stazione wurden gebaut, und um den Bahnhof Santa Lucia mit dem Stadtzentrum zu verbinden, bricht man breite Schneisen durch die Stadt.

Verglichen mit dem glanzvollen Venedig des 18. Jahrhunderts war das 19. Jahrhundert eine Zeit des Umbruchs. 1820 hatte die Stadt nur noch etwa 100.000 Einwohner und litt unter großer Armut. Für viele Ausländer, die auf der Suche nach Inspirationen nach Venedig reisten, war es eine sehr melancholische Stadt. So zeichnete auch Thomas Mann in Tod in Venedig ein düsteres Bild dieser Stadt.

Im 20. Jahrhundert entstanden, sehr zum Schaden der Lagune, in Porto-Marghera und Mestre ausgedehnte Industriegebiete. Die Eisenbahnlinie wurde durch eine Autostraße ergänzt (Ponte della Libertà, 1933) und bereits 1961 der Flughafen Marco Polo eingeweiht.

Das acqua alta (Hochwasser) am 4. November 1966 und der Brand des Theaters La Fenice am 29. Januar 1996 schmerzten nicht nur die Venezianer, sondern die ganze Welt fühlte mit ihnen. Ein allmählich erwachendes internationales Bewußtsein gestattet nun, endlich aktiv zu werden, Gelder zur Verfügung zu stellen und den Versuch zu unternehmen, diese auf der ganzen Welt einzigartige Stadt zu retten.

5. Die Salute von der Accademia aus gesehen