Verboten gut! Beauty - Harald Glööckler - E-Book

Verboten gut! Beauty E-Book

Harald Glööckler

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Beschreibung

Wer schön sein will, muss leiden. Wer nicht schön ist, leidet sowieso! Harald Glööckler macht keine Kompromisse, wenn es um Anmut und Eleganz geht. Sich selbst hat er zum Tempel der Ästhetik stilisiert. Dass nicht gleich jede und jeder soweit gehen muss, weiß auch er. Aber ein bisschen was dazu lernen, das können doch die meisten von uns.

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Seitenzahl: 107

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Harald Glööckler

Verboten gut! Beauty

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Über dieses Buch

Harald Glööckler macht keine Kompromisse, wenn es um Anmut und Eleganz geht. Sich selbst hat er zum Tempel der Ästhetik stilisiert. Dass nicht gleich jede und jeder soweit gehen muss, weiß auch er. Aber ein bisschen was dazu lernen, das können doch die meisten von uns.

Inhaltsübersicht

Schönheit ist nie MittelmaßSchöne KindheitsträumeBeautiful menKöniglich schönErste SchminkversucheSchön exzentrischPharaonenhaft schönPompöös is my lifeHongkong – reich und schönStarke FrauenSt. Moritz – märchenhaft schönDie schönste Frau der WeltBeauty for the worldKriminell schönGiraffenhalsfrauenDas Phantom der OperLässt sich Schönheit definieren?Dicke Lippe riskierenHerr Glööckler zieht umMesserscharfe Veränderungen
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Schönheit ist nie Mittelmaß

Schon von jeher hat Schönheit, sei es in Form von faszinierenden Dingen oder von bezaubernden Menschen, meinen Geist aufs Äußerste beflügelt. Die Wahrnehmung von Schönheit lässt mir Flügel wachsen, mich über dem Boden der Realität schweben. Doch ich besitze nicht nur einen ausgeprägten Sinn für das Schöne, sondern auch einen unbändigen Drang, alles Hässliche, das mir vor die Augen kommt, schöner zu gestalten.

Um es kurz zu machen: Ich bin ein wohl unverbesserlicher Romantiker. Ich denke, das ist mein großes Glück in diesem Leben. Es betrübt mich zu sehen, dass viele Menschen in unserer heutigen Zeit nicht mehr fähig sind, Schönheit zu erkennen und zu begreifen. Dies liegt meiner Meinung nicht zuletzt daran, dass wir in dieser Welt allzu oft auf Mittelmäßigkeit und Gewöhnlichkeit stoßen.

Erwünscht in unseren Tagen ist vor allem der Durchschnittsmensch, der sich problemlos in die Gesellschaft und deren Regularien einfügt. Diese Tatsache macht sich bereits in Schulen bemerkbar. Überdurchschnittlich intelligente Kinder gelten als anstrengend und passen nicht ins Schema. Man versucht nicht etwa, die durchschnittlich begabten Kinder an das Level der begabteren heranzuführen – nein, vielmehr schaut man, dass sich die Hochbegabten dem Mittelmaß anpassen. Sicherlich bedarf eine Gemeinschaft bestimmter Gepflogenheiten, um zu funktionieren, dennoch sind wir Individuen und sollten auch individuell betrachtet und nicht über einen Kamm geschoren werden.

Mehr noch: Alles Schöne, das wir sehen – Gebäude, prachtvoll angelegte Parks, Kleider –, entsprang ursprünglich den Gedanken eines Visionärs, dessen Kreativität und Denkweise sich eben nicht im Mittelmaß bewegen, sondern weit darüber schweben. Was wäre unsere Welt ohne all diese Menschen, die es wagen, mutig ihre ureigenen Wege zu suchen, und sie auch finden und gehen? Und dadurch etwas Schönes, Bleibendes für uns alle schaffen? Letztendlich sind es genau die Menschen, die sich über das Mittelmaß erhoben haben, die wir verehren und bewundern.

 

Voller Überzeugung kann ich sagen, dass ich mich nie dem Mittelmaß gebeugt habe, da dies mich zutiefst langweilt. Ich habe mich nie klein machen lassen, sondern strebe stets nach dem Höheren, Besseren und Unerreichbaren.

Ich bin im selben Maße Realist wie auch Romantiker, muss aber hinzufügen, dass mir glücklicherweise die Gabe zuteilwurde, allem etwas Schönes abgewinnen zu können. Vielleicht gehöre ich zu den Menschen, die die Welt grundsätzlich schöner sehen wollen, als sie nun mal ist. Oder aber ich betrachte meine Umwelt grundsätzlich ungefilterter und vorurteilsfreier als so manche meiner Mitmenschen. Dadurch nehme ich sicherlich so manches intensiver und offener wahr.

 

Alles um uns herum ist im Wandel, und alles in der Natur strebt nach Gleichgewicht, Harmonie und Stabilität inmitten des Wandels. Aber auch alles in der Natur ist Fülle und strebt nach dem Schöneren und Edleren. Wenn wir einen Weg betonieren, werden bei der erstbesten Gelegenheit aus den durch den Zahn der Zeit entstandenen Rissen freudig Blumen erblühen. Diese Blumen in unserem Leben zu suchen ist meine Leidenschaft. Man kann in allem und jedem etwas Schönes erkennen, wenn man den Blick dafür hat. Schönheit hat noch nie jemandem geschadet – ganz im Gegenteil. Sie kann auch niemals zu viel sein.

 

Wir leben in einer Epoche, in der Schönheit leider nur noch selten, wie in vielen Hochkulturen der Vergangenheit üblich, mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht wird. Stattdessen wurde auch die Schönheit ins Mittelmäßige und Gewöhnliche gezogen. Ein Mensch darf schön sein, aber nicht zu schön, denn ist er das, dann wird unterstellt, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Es gilt geradezu als anstößig, so schön zu sein. Ebenso gilt es als verwerflich, sich über die Maßen zu pflegen – das zeugt angeblich von einem unanständigen, übertriebenen Verlangen, sich über die anderen zu stellen. Auch gibt es allerlei gesellschaftliche Konventionen: Man trägt nicht so viel Schmuck vor zwölf Uhr, man zieht sich nicht so auffällig an, man schminkt sich nicht, wenn man in die Kirche geht – und so weiter. Diese Konventionen sind in meinen Augen verhandelbar und müssen sogar dringend auf ihre Notwendigkeit und Richtigkeit überprüft und gegebenenfalls korrigiert oder sogar missachtet werden.

Ich denke, wir sollten dieses Leben, das uns geschenkt wurde, in allen Variationen erleben und von der Geburt bis zum Tod in vollen Zügen auskosten. Ich war niemals ein rebellisches Kind, ich habe nicht widersprochen und auch nicht nachgefragt, wenn mir etwas verboten wurde. Diese schrecklich unangenehme Angewohnheit einiger Zeitgenossen, erst einmal grundsätzlich gegen alles zu sein, sich allem zu widersetzen, war mir stets zuwider. Andererseits bin ich auch keins dieser Schafe, die arglos ihrem Schlächter folgen. Ich habe im Laufe des Lebens festgestellt, dass, was für den einen verboten ist, dem anderen durchaus erlaubt sein kann. Und eine meiner schönsten Erfahrungen war, dass ich feststellen durfte, dass es einen Heidenspaß machen kann, sich so manche verbotenen Dinge zu eigen zu machen. Wenn man denn den Mut hat, sich über Konventionen und gesellschaftliche Verbote großzügig hinwegzusetzen und sie mit Selbstverständlichkeit, Stil und Klasse so zu übergehen, dass man letztendlich sogar von anderen dafür bewundert wird. Deshalb kann ich im Großen und Ganzen sagen: Mein Leben war bisher verboten gut.

 

Schönheit lässt sich nicht verdrängen und auch nicht in Formen pressen. Es kann ein großer Genuss sein, der Schönheit sein Leben zu widmen. In jedem Falle aber ist es besser, sich das Leben so schön wie nur möglich zu machen, als es sich nur schönzureden. Die Welt ist voller Menschen, die sich mit dem Durchschnittlichen zufriedengeben und ihre Talente vergeuden. Dazu wollte ich nie gehören. Mein Wunsch war es schon immer, Menschen zu faszinieren, sie zum Träumen zu bringen, sie dem Alltag zu entreißen.

Kurzum: Ich habe mein Leben der Schönheit verschrieben. Beauty in all ihren Ausprägungen ist meine Welt, und ich freue mich außerordentlich, über dieses wundervolle Thema zu schreiben. Lassen Sie uns zusammen in diesem Buch eine Reise machen, um die Pfade der Schönheit und deren verboten schöne Möglichkeiten zu erkunden.

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Schöne Kindheitsträume

Als ich klein war, war das Leben auf dem Land zumeist hart, aufreibend und anstrengend. Es forderte den Menschen viel ab. Der tägliche Kampf ums Brot, ums Überleben ließ wenig Raum für Träume und Visionen. Mein Vater war Metzgermeister, und meine Eltern besaßen eine Gastwirtschaft mit einem tadellosen Ruf. Unsere Küche war weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und zog von nah und fern Gäste an, die dann oft zu Stammgästen wurden.

Das Leben in unserem kleinen Ort war sehr patriarchalisch geprägt, Männer markierten stets den harten Typen, denn Sanftheit wurde mit Schwäche und Weiblichkeit gleichgesetzt. Ein Mann war ein Mann, und als solcher hatte er sich auch zu benehmen. Alles andere war eine Schande. Dieser Anspruch versetzte viele in eine fatale Situation, denn nicht zuletzt Männer, die ein eher sanftes Wesen hatten, fühlten sich gezwungen, ganz besonders den starken Kerl herauszukehren. Und nicht selten wich die zur Schau getragene Stärke sinnloser, unkontrollierter Gewalt.

Genau so war es bei meinem Vater, den ich, solange ich denken kann, gegenüber meiner Mutter als gewalttätig und cholerisch in Erinnerung habe. Er führte bei uns zu Hause ein richtiges Angst-Regime. Er war zutiefst überzeugt von der Moralität seines eigenen Handelns und hatte es sich zugleich zu eigen gemacht, die Meinungen anderer, seien es Familienmitglieder oder Außenstehende, nicht zu beachten.

Familien sind in der Regel eingeschworene Gemeinschaften, und ihren Zusammenhalt dokumentieren sie durch eine einheitliche Sprache, ähnliches Auftreten, enge Verbundenheit und geteilte Überzeugungen. Wird eine Gruppe, wie einst meine Familie, im Inneren dominiert durch einen starken Meinungsführer wie meinen Vater, so entsteht ein starker Konformitätsdruck. Es entwickelt sich eine enorme Gruppenkohäsion, man schottet sich nach außen ab, und Abweichler werden stigmatisiert, sowohl innerhalb der Familie als auch außerhalb. So war es bei uns. Das Fatale an der Situation jedoch war, dass ich mit meinen Eltern so gut wie gar nichts gemein hatte – weder mit Blick auf die Ansichten noch auf die Interessen, schlichtweg gar nichts. Ich war in meiner Familie völlig fehl am Platz. Kurzum: Meine Kindheit war kein Ort der Geborgenheit.

Inmitten dieser Umgebung also wuchs ich auf als ein hochgradig sensibles Kind, beschenkt mit einer übergroßen Fantasie und dem immerwährenden Wunsch nach Schönheit und Eleganz.

Es ist eines dieser nicht erklärbaren Mysterien des Lebens, dass wir Menschen so unterschiedlich in unserem Wesen sind, und dies oftmals sogar, wenn wir aus ein und derselben Familie stammen. Mein Glück war, dass meine Eltern so sehr mit sich selbst beschäftigt waren, dass für mich ohnehin keine Zeit blieb und ich mehr oder weniger unter dem Radar lief. Ich war ein vielseitig interessiertes, stilles Kind und beschäftigte mich vorwiegend alleine. Um mich herum herrschte so viel Realität, dass ich mit sechs Jahren beschloss, mir eine eigene Welt zu erschaffen und mich in sie zurückzuziehen. In ihr waren alle Frauen Prinzessinnen und alle Männer Prinzen. Ich hatte es mir zugleich zu eigen gemacht, meine Umwelt sehr genau zu beobachten, immer auf der Suche nach dem Extremen, Außergewöhnlichen, Exzentrischen. Und dies gab es tatsächlich – man sollte es nicht für möglich halten – auch bei uns in der Gegend zu finden.

Eine Freundin meiner Mutter, eine Fabrikantengattin, wohnte in einer pompösen Villa mit exklusivem Interieur. Sie lebte, wie es sich meiner Meinung nach für eine Prinzessin gehörte, in einem großen, pompösen Palast. Wohin mein Auge blickte, entdeckte ich dort Schönheit und Luxus im Überfluss. Das Haus war eingerichtet mit Möbeln aus der Biedermeierzeit und dem Rokoko, die Gardinen und Polsterstoffe waren aus edelstem Brokat und kostbarem Samt. Die Armlehnen und Stuhlbeine waren kunstvoll geschnitzt und mit edlen Messingbeschlägen versehen. Auf dem kostbaren Intarsien-Parkett lagen schwere orientalische und chinesische Teppiche, in denen man regelrecht versank. Für mich war dieses Haus ein magischer Ort, der mich zutiefst beeindruckte. Während die Erwachsenen sich unterhielten, konnte ich meinen Träumen nachhängen und die wunderbaren Bildbände in der Bibliothek betrachten. Dabei entdeckte ich eines Tages ein Buch über indische Maharadschas. Dieser Fund sollte mein Leben entscheidend verändern.

Behutsam blätterte ich in dem Buch und konnte mich nicht sattsehen an dem, was sich hier vor meinen Augen auftat. Diese exotisch anmutenden Herrscher in ihren glamourösen, mit Brillanten verzierten seidenen Roben faszinierten mich zutiefst. Was ich da sah, übertraf alle meine Vorstellungen. Ich war wie vom Blitz getroffen.

Wie die Maharadschas da saßen mit all ihren Geschmeiden inmitten ihrer prachtvollen Paläste, erregte meine Aufmerksamkeit aufs Äußerste. Das Faszinierendste allerdings war für mich die Tatsache, dass sie geschminkt waren. Gleichzeitig verwirrte es mich in gewisser Weise, denn schließlich hörte ich unentwegt, ein Mann, der erfolgreich werden möchte im Leben, habe sich wie ein Mann zu benehmen. Ein Mann schminkt sich nicht und trägt schon gar keinen Schmuck, das ist weibisch. Nun sah ich da Fotos von Männern, die unvorstellbar reich und erfolgreich schienen und sich wunderbar geschminkt in Bergen von Schmuck präsentierten.

In diesem Moment erfasste mich nicht nur die tiefe Sehnsucht, hinauszugehen in die Welt, es öffnete sich in meinem Bewusstsein auch eine Tür, die bislang verschlossen gewesen war, und es stellten sich mir unzählige Fragen. Aber an wen könnte ich mich mit ihnen wenden? Mit meinen Eltern konnte ich darüber nicht reden. Mein Vater hätte es nie verstanden, und meine Mutter hatte für solche Gespräche keine Zeit, und ich hätte sie darauf auch nicht angesprochen. Und die reiche Fabrikantengattin, der das Buch immerhin gehörte, war für mich letztlich eine fremde Person, der ich mich keinesfalls anvertrauen konnte. Was sollte ich nur tun?

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Beautiful men

Zum Glück gab es einen Menschen, der goldrichtig war, um meinen Hunger nach Antworten zu stillen: meine Großmutter mütterlicherseits. Sie war eine überaus exzentrische Persönlichkeit, die sich selbst im hohen Alter noch alterslos und für die damalige Zeit erfrischend unkonventionell präsentierte. Sie war weltoffen, unabhängig und gebildet. Und meinen herrischen und kleingeistigen Vater mochte sie nicht leiden. Ihr konnte ich bedingungslos vertrauen. Schon optisch hob sie sich von allen älteren Damen, die ich kannte, ab. Ihre Frisur war eher eine Punkfrisur als gesittet damenhaft, sie trug mit Vorliebe Hosenanzüge, was damals in den frühen Siebzigern auf dem Land einen mittleren Skandal darstellte, und zu ihren bunten Kleidern bis ins hohe Alter stets Pumps und perfektes Make-up. Zudem war sie belesen und – wie man heute sagen würde – open minded.