Verschmitzte Weihnachten III - Kurt Schmitz - E-Book

Verschmitzte Weihnachten III E-Book

Kurt Schmitz

0,0

Beschreibung

Sprechende Dominosteine? Ein Jesuskind, das verschwunden ist und ein Christkind, das nicht erscheint? Gibt es nicht? Doch! Gibt es! In der dritten Ausgabe von VERSCHMITZTE WEIHNACHTEN erwarten Sie neue und amüsante Kurzgeschichten, die Sie überraschen und unterhalten und vielleicht sogar zum Vorlesen motivieren werden. Zweite Auflage des blauen Buches. www.verschmitzte-weihnachten.de

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2019

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Sprechende Dominosteine? Ein Jesuskind, das verschwunden ist und ein Christkind, das nicht erscheint? Gibt es nicht? Doch! Gibt es!

In der dritten Ausgabe von

VERSCHMITZTE WEIHNACHTEN

erwarten Sie neue und amüsante Kurzgeschichten, die Sie überraschen und unterhalten und vielleicht sogar zum Vorlesen motivieren werden.

Zweitauflage der Geschichten aus dem blauen Buch

Inhalt

Auf dem Weg nach Betlehem

Besuch auf der Erde

Das Verbot

Das vermeintliche Christkind

Der Irrtum

Der Job

Der Weihnachtsball

Die Suche

Dominosteine

Heilig Abend

Moderne Zeiten

Schneeflocken

Auf dem Weg nach Betlehem

Sie waren bereits seit einigen Tagen unterwegs auf dem Weg nach Betlehem. Maria tat bereits der Rücken weh, weil sie auch heute schon wieder viele Stunden auf dem Rücken des Esels saß.

Josef ging geduldig neben dem Esel her. “Blöde Volkszählung! So ein weiter Weg nur wegen der Bürokratie“, jammerte er.

“Ach, Josef, gedulde dich”, sagte Maria, “wir sind ja bald da.” Doch dann wurde sie nachdenklich.

Josef, der Maria gut kannte, beobachtete sie. Dann sagte er: ”Was ist los mit dir? Du wirkst in letzter Zeit so verschlossen.”

Maria erschrak. Sollte sie es Josef endlich sagen? Bisher hatte sie den Mut noch nicht aufbringen können. Aber er musste ES unbedingt erfahren noch bevor sie in Betlehem ankommen würden.

“Ähm, Josef…”, setzte sie an, “es gibt da noch etwas, das ich dir sagen muss.” Maria wurde rot.

“Was denn?”, fragte Josef neugierig. “Sag mir jetzt bitte nicht, dass wir etwas in Nazareth vergessen haben und wieder zurückgehen müssen.”

“Nein, nein!”, erwiderte Maria. “Es ist nur…”, sie zögerte, bevor sie weiter sprach, “es ist nur, als ich sagte, dass WIR uns zählen lassen müssen, ging es um mehr.”

“Um mehr?”, fragte Josef. “Wie soll ich das denn verstehen?”

Maria schaute ihn ernst an. “Na ja, es geht um viel mehr.”

Josef spürte, wie sich ihm der Hals zuschnürte. “Maria, würdest du bitte Klartext reden?”, sagte er mit Nachdruck. “Nun”, sagte Maria, “ich bin schwanger”. Sie holte tief Luft. Endlich war es ausgesprochen.

Josef erstarrte und blieb stehen. Der Esel bockte erschrocken und Maria wäre fast aus dem Sattel gerutscht. “Was?”, schrie Josef. “Wieso? Warum? Aber wir haben doch gar nicht…! Sag mir sofort, wer der Vater des Kindes ist! Wenn ich den Kerl erwische!”

“Es ist ein Wunder!”, sagte Maria beschwichtigend, aber ihr war gleich klar, dass es für Josef albern klingen musste.

“Ach! Ein Wunder!”, protestierte dieser. “Wie soll ich das denn verstehen? Es scheint eher ein Wunder zu sein, dass ich davon erfahre.” Josef wurde wütend.

“Nein, Josef, sei bitte nicht böse, es ist nichts irdisches, was geschehen ist. Und ich war auch nicht mit einem anderen Mann zusammen. Glaube mir bitte!”

“Das soll ich dir glauben?”, fragte Josef. “Ich bin zwar nicht der Aufgeklärteste, aber ich lasse mich auch nicht für dumm verkaufen.” Er stampfte mit dem Fuß auf. “Schwanger, ohne dass du mit einem Mann zusammen warst? Das ist doch albern! Das kannst du jemand anderem erzählen. Wer war es? Los, sag schon!”

Maria kletterte vom Esel herunter und fuhr fort: “Es ist wirklich so, wie ich es sage. Dank einer himmlischen Fügung wurde ich dazu bestimmt, einem Heiland das Leben zu schenken.”

“Heiland?”, blaffte Josef. “Was ist ein Heiland? Denkst du, du kannst mir alles erzählen?” Josef war puterrot angelaufen. Er schüttelte den Kopf und es fiel ihm schwer, die Beherrschung zu bewahren. ”Maria, um Himmels Willen, sage mir endlich, wer der Vater des Kindes ist. Mit wem warst du zusammen? Und was ist ein Heiland? So etwas gibt es in Nazareth nicht! Wir haben einen Schmied, einen Kürschner und sogar einen Geldverleiher. Aber doch keinen Heiland! Ist das einer von den neu Zugezogenen? Oder hat dir der neue Nachbar nachgestellt?” Josef verschränkte beide Arme vor seiner Brust.

Maria versuchte, ihn zu besänftigen. “Josef, mein Mann, der Vater des Kindes wohnt nicht in unserem Dorf und auch nicht im Nachbardorf. Ich hatte eine Erscheinung in der Nacht und von da an wusste ich…”

“Eine Erscheinung…”, wiederholte Josef belustigt. Aber irgendwie hatte er das Gefühl, auch so etwas wie eine Erscheinung gehabt zu haben, die er aber für einen merkwürdigen Traum gehalten hatte.

“Ja, ich hatte eine Erscheinung”, fuhr Maria fort, “und in jener Nacht wurde mir kund getan, dass ich einen Heiland gebären würde. So war es und nicht anders!” Maria war jetzt auch wütend geworden. “Man könnte auch sagen, dass ich eine Art König bekommen werde.”

Josef stutzte. “König?”, fragte er dann wie beiläufig. “Du meinst, so richtig mit Krone und Reichtümern und alle hören auf das, was er sagt?”

Maria sah ihre Chance gekommen: “Ja, so könnte man es auch ausdrücken. Die Krone wird man vielleicht nicht sehen, die wird er wohl eher im Herzen tragen, aber er wird reich an Güte sein und viele Menschen werden seinen Worten folgen!” Gespannt sah sie Josef an.

Dieser grübelte. Das, was Maria gerade gesagt hatte, war zwar nicht eindeutig zu verstehen, aber irgendwie klang es doch gut und vielleicht müsste er dann nicht mehr als Tischler arbeiten. Josef schien sich zu beruhigen. “Also, wenn das so ist, Maria“, sagte er dann, “dann werde ich vielleicht noch mal ein Auge zudrücken und wir werden den Heiland gemeinsam groß ziehen. Ich will ja kein Unmensch sein und vielleicht haben wir ja alle etwas davon.”

Maria atmete erleichtert auf.

Dann hob Josef Maria wieder auf den Rücken des Esels und beide machten sich wieder auf den Weg nach Betlehem.

Sie redeten zunächst nicht viel, doch hin und wieder hörte Maria Josef leise vor sich her sagen: “Und wehe, der Heiland sieht dem Nachbarn ähnlich, dann ist was los!”

Besuch auf der Erde

“Ich werde mich heute unter die Menschen mischen!”, sagte der blonde Engel zu seinem besten Freund.

“Geh nicht!”, sagte dieser. “Stell dir vor, die Menschen erkennen dich. Was willst du dann tun? Das ist viel zu gefährlich!“

Die anderen Engel, die bei ihnen standen, nickten zustimmend. Auch sie waren dagegen, dass der blonde Engel am helllichten Tag auf die Erde wollte.

“Du musst uns nichts beweisen”, sagte einer der Engel.

“Ich will euch nichts beweisen”, erwiderte der blonde Engel, “ich will mir die Menschen nur einfach mal aus der Nähe und am helllichten Tag anschauen. Nie bekommt man einen Menschen mal so richtig zu Gesicht. Wir sehen sie immer nur von oben und dann sehen sie aus wie Stecknadelköpfe.“ Die Engel lachten. Da hatte der blonde Engel wirklich recht. Aber deswegen ein so hohes Risiko eingehen?