Vino Diavolo - Carsten Sebastian Henn - E-Book + Hörbuch

Vino Diavolo E-Book und Hörbuch

Carsten Sebastian Henn

4,5

Beschreibung

Die prachtvollen Martinsfeuer auf den Hügeln rund um Ahrweiler sind noch nicht erloschen, da wird bei der Eisweinlese am Kloster Calvarienberg eine Leiche gefunden: Julius Eichendorffs schärfster Konkurrent - tiefgefroren in einem Block Eis. Schnell gerät der Chef der "Alten Eiche" unter Mordverdacht. Zu allem Unglück kann er sich wegen eines ausgewachsenen Vollrauschs in der Tatnacht an nichts erinnern. Julius versucht verzweifelt, seine Unschuld zu beweisen, doch seine Chancen stehen schlechter als die eines Eiswürfels in der Hölle. Eine fesselnde Kriminalgeschichte, originelle Charaktere und kulinarische Geheimnisse - perfekt abgeschmeckt mit einer guten Prise Humor.

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Seitenzahl: 411

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Zeit:5 Std. 0 min

Sprecher:Jürgen von der Lippe

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Carsten Sebastian Henn, Jahrgang 1973, ist Autor und Weinjournalist. Im Emons Verlag erschienen seine kulinarischen Kriminalromane »In Vino Veritas«, »Nomen est Omen«, »In Dubio pro Vino«, »Vinum Mysterium« und »Vino Diavolo«, »Carpe vinum« sowie die Kurzkrimis »Henkerstropfen«. Alle Julius-Eichendorff-Romane sind auch als Hörbuch erhältlich, gelesen von Jürgen von der Lippe. Mit seiner »Deutschen Wein-Entdeckungs-Gesellschaft« keltert C.S. Henn eigene Tropfen. Mehr Infos über ihn, seine Bücher und seine Weine gibt es hier:

Dieses Buch ist ein Roman. Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.

© 2013 Hermann-Josef Emons Verlag Alle Rechte vorbehalten Umschlagzeichnung: Heribert Stragholz Umschlaggestaltung: Tobias Doetsch eBook-Erstellung: CPI – Clausen & Bosse, Leck Erstausgabe 2008ISBN 978-3-86358-355-2 Eifel-Krimi 8 Originalausgabe

Für Julius Eichendorff

»Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, was man lässt.«

1. Kapitel

»Der Teufel scheißt immer auf den dicksten Haufen.«

Deutsches Sprichwort

Samstag, der 11.November

Es war der Tag, an dem Julius Eichendorff eine Siegerwälder Milchkuh, schwarz gescheckt, auf die Kühlerhaube fiel. Aus sicher dreißig Metern Höhe. Was sie genauso überrascht haben musste wie Julius.

Sie war tot und Julius nahezu.

Er brauchte einige Minuten, um sich aus seinem Wagen zu wuchten, den er gegen die Leitplanke gesetzt hatte. Auch diese war nun dahingeschieden und im Paradies der Straßenmarkierungen angekommen.

Erst spät bemerkte Julius die anderen Menschen. Sie standen in sicherem Abstand zu ihm und der Kuh. Ihr Gesichtsausdruck war dem des Tieres nicht unähnlich.

Es war für eine Kuh überaus unüblich, vom Himmel zu fallen. Ein besonders großer Zufall war nötig, damit sie genau auf der Kühlerhaube von Julius Eichendorffs Wagen landete. Er hatte verdammtes Glück, noch am Leben zu sein. Hätte ihr Flug nicht auf der Kühlerhaube, sondern auf dem Dach geendet, Julius wäre jetzt flach wie eine Flunder.

Es begann zu blitzen, als die Schaulustigen beinahe gleichzeitig bemerkten, dass ihre Handys auch fotografieren konnten. Julius hielt sich instinktiv die Hand vors Gesicht. Wie war er hier nur reingeraten? Eben noch hatte er in seinem Wagen gesessen und an nichts Böses gedacht. Nun ja, um ehrlich zu sein, schon. Aber es hatte nichts mit Kühen zu tun gehabt! Sondern mit Banken. Die fielen nicht so einfach aus wolkenlosem Himmel.

Das war leider ihr einziger Vorteil.

Julius Eichendorff, kugelbäuchiger Besitzer und Chefkoch des Heppinger Sternerestaurants »Zur alten Eiche«, blickte empor zu dem Punkt, von dem die Siegerwälder Milchkuh abgehoben haben musste. Der Fels war hoch und steil, das Gestein stach hier nahe Walporzheim wie Klingen hervor. Die Kuh musste gesprungen sein, um die Strecke bis zu seinem Wagen– seinem ehemaligen Wagen– zurückzulegen. Kühe sprangen aber nicht in die Tiefe. Sie waren schließlich keine Lemminge mit Euter. Sie waren Kühe, die friedlich grasten, muhten, Milch gaben und sich selbst von schlechtem Wetter nicht aus der Ruhe bringen ließen.

»Ist das Ihre Kuh?«, fragte ein schnauzbärtiger Schaulustiger, der in seiner S-Klasse am Fahrbahnrand geparkt hatte, den Ellbogen trotz Kälte lässig herausgestülpt.

»Nein. Ihre?«, rief Julius zurück. »Vermissen Sie eine? Haben Sie das arme Tier vielleicht mit Ihren saublöden Fragen in den Selbstmord getrieben?« Julius konnte sich äußerst gut in seine Wut hineinsteigern, wenn es die Lage erforderte. »Glauben Sie, wenn es meine Kuh wäre, läge sie nun tot auf meiner Kühlerhaube und der Wagen wäre zertrümmert? Ich lasse zwar ab und zu die Kuh fliegen, aber das sieht definitiv anders aus! Ist das hier etwa Ihre Vorstellung davon, was man mit seinen Nutztieren macht? Sollte Ihnen einmal der flüchtige Gedanke kommen, Bauer zu werden, gehen Sie ihm bitte nicht nach! Den Tieren zuliebe, ja?«

Der Mann präsentierte seinen Mittelfinger solo und fuhr weiter, die Schaulustigenmenge vor sich teilend. Keiner schien nun mehr eine Frage an Julius richten zu wollen. Und dieser wollte nur noch weg. Er wählte schnell die Nummer eines Bad Neuenahrer Abschleppunternehmers, den er von der Jagd kannte und dem er blind vertrauen konnte. Schweigend nebeneinander auf einem Ansitz zu hocken, mitten in eiskalter Nacht, erzeugte unzertrennbare Bünde.

Julius versuchte gar nicht erst, die Siegerwälder von seinem Wagen herunterzubekommen. Und er widerstand auch der Versuchung, die Polizei zu rufen. Dann würde seine Verlobte Anna, die bei der Koblenzer Kripo arbeitete, zum Gespött ihrer Zunft, und die Presse bekäme Wind von der Sache. Das fehlte ihm gerade noch! Als wäre die Situation nicht eh schon verfahren genug.

Die Kälte kroch langsam seine Beine hoch, drang seitlich in die Ärmel und übersah auch den Krageneingang nicht. Nach und nach löste sich die Menge auf, denn ihr erging es nicht anders. Immer wieder hielten jedoch Autofahrer an, ließen ihre Seitenfenster herunter und fragten, ob sie helfen könnten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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