Von Shitstorms, Cybermobbing und Verbraucher-Verdummung - Michael Brueckner - E-Book

Von Shitstorms, Cybermobbing und Verbraucher-Verdummung E-Book

Michael Brueckner

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Beschreibung

Shitstorms, Cybermobbing, Rufmord - immer häufiger zeigen die so genannten Sozialen Netzwerke ihre asozialen Seiten. Und auch im Internet wird gelogen, dass sich die Balken biegen - vor allem in den Bewertungsportalen. Ganze Agenturen verdienen ihr Geld damit, Shitstorms anzuzetteln, oder aber bestellte Bewertungen (negative oder positive) ins Netz zu stellen. In seinem Whitepaper beschreibt Michael Brückner die Hintergründe, erläutert die perfiden Strategien und gibt Tipps, wie man sich wehren kann. Der Autor wendet sich an Privatpersonen und an Unternehmen - denn die Fälscher und Rufmörder im Internet bedrohen alle.

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Seitenzahl: 41

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhalt

1. Wenn soziale Medien asozial werden

Von der virtuellen Meute in den Tod getrieben Der Fall Stefan L. Unternehmen nur unzureichend vorbereitet Im Auge des Shotstorms: Die Macht der Meute Shitstorms als Reputationsrisiken Wenn Sponsoren der Social-Media-GAU droht

2. So werden Kunden für dumm verkauft

Gefälschte Bewertungen im Internet Die Motive der Fälscher Die Alibi-Kritik der Manipulateure So beurteilen Sie Bewertungen im Internet

1. Wenn soziale Medien asozial werden

Von der virtuellen Meute in den Tod getrieben

Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen und Fassungslosigkeit. Er offenbarte einmal mehr die dunklen Seiten des Internets, aber auch die Kaltblütigkeit und den Sadismus einer anonymen Meute, die sich am virtuellen Terror gegen andere Menschen zu ergötzen scheint - und nur in den seltensten Fällen Sanktionen zu erwarten hat. Es ist die Geschichte der kanadischen Schülerin Amanda Michelle Todd, geboren am 27. November 1996, gestorben am 10. Oktober 2012. Sie wurde nicht einmal 16 Jahre alt. Sie starb, weil sie am Ende nicht mehr leben wollte - und nicht mehr leben konnte. Amanda Michelle Todd wählte den Freitod, nachdem sie jahrelang einem brutalen, menschenverachtenden Cybermobbing ausgesetzt war. Wenige Wochen vor ihrem Suizid berichtete sie schweigend, nur mithilfe handgeschriebener Zettel in einem neunminütigen Video über ihre Leidensgeschichte.

Im Alter von zwölf Jahren, Amanda besuchte die siebte Klasse, war das Mädchen häufiger in Chatrooms unterwegs, um neue Leute kennenzulernen. Dabei kam es zu einer fatalen virtuellen Begegnung. Ein Fremder überredete sie in einem Chat dazu, vor der Webcam ihren Oberkörper zu entblößen. Der bis heute unbekannte Internetnutzer machte der anfangs zögernden Schülerin solange Komplimente, bis sie sich schließlich halbnackt vor der Kamera präsentierte. Der Unbekannte forderte von der Minderjährigen weitere sexuelle Handlungen. Als Amanda sich weigerte, begann er, sie mit dem gespeicherten Video zu erpressen. Tatsächlich tauchte es wenig später im Internet auf. Todds Familie fürchtete soziale Probleme und zog in eine andere Stadt, wo Amanda fortan auch zur Schule ging.

Zunächst schien es, als sei der Cyberterror damit zu Ende. Doch ein Jahr später wurde auf Facebook ein Profil erstellt, in dem das Foto des halbnackten Mädchens zu sehen war. Besonders perfide: Ihre neuen Mitschüler wurden gezielt auf dieses Profil hingewiesen. Amanda wechselte abermals die Schule, doch dem Cybermobbing konnte sie nicht entkommen. Auch dort wurde sie von ihren Schulkameradinnen beschimpft, beleidigt und sogar zusammengeschlagen. Am Ende ihrer Kräfte und schutzlos dem Mobbing im Internet und auf dem Schulhof ausgeliefert, unternahm Amanda einen ersten Suizidversuch, der nur dank einer schnellen notärztlichen Versorgung misslang. Nach der Entlassung ihrer Tochter aus dem Krankenhaus wechselte die Familie erneut den Wohnort. Amanda erhielt aufgrund des sich rapide verschlechternden psychischen Zustands starke Antidepressiva. Doch das Mobbing über die sogenannten sozialen Netzwerke hielt an. Die Schülerin sah schließlich keinen Ausweg mehr und nahm sich am 10. Oktober 2012 in Port Coquitlam, British Columbia, ihr noch junges Leben.

Erst nach diesem tragischen Suizid begannen die Behörden endlich in nennenswertem Umfang mit den Recherchen. Die kanadische Polizei setzte 20 Ermittler ein, um vor allem die sozialen Netzwerke zu durchforsten. Über eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse konnte die Bevölkerung Hinweise geben - doch letztlich blieb der Verantwortliche für diesen tödlichen Psychoterror unbekannt.

Da ließ eine Mitteilung der Hackergruppe Anonymus aufhorchen. Ihr sei es gelungen, den Erpresser ausfindig zu machen. Anonymus veröffentlichte Namen, Anschrift und Foto eines Mannes aus British Columbia. Doch schon wenige Tage später stellte die Polizei klar: Der Mann hatte mit der Erpressung und dem Cybermobbing gegen Amanda nichts zu tun. Doch zu spät, der zu Unrecht Beschuldigte war nun ebenfalls zum Opfer einer Hasskampagne im Internet geworden. Sogar Morddrohungen gingen bei dem Kanadier ein.

Der Fall der jungen Kanadierin wirft ein Schlaglicht auf Mobbing und Psychoterror im Netz. Dass Menschen über das Internet und vor allem mithilfe der sozialen Netzwerke, die auf diese Weise schnell zu asozialen Netzwerken mutieren, anderen Menschen das Leben zur Hölle machen, ist kein Einzelfall. Ein Dreizehnjähriger aus Klagenfurt nahm sich im Mai 2010 das Leben. Er war über eine der unsäglichen Mobbing-Seiten als „schwul“ diffamiert worden. Die Täter verbreiteten den Link via Facebook. Im November 2011 wiederum erhängte sich die zehnjährige Ashlynn im Kleiderschrank, nachdem sich ihre Eltern geweigert hatten, sie von der Schule zu nehmen. Dort hatte sie das tägliche (Cyber)-Mobbing nicht mehr ausgehalten.

Eine aktuelle Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler schon Opfer von Cybermobbing-Attacken war[1]. Fast 60 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, einmal oder mehrfach mit Fällen von Cyber-Mobbing unter ihren Schülern konfrontiert worden zu sein. Über 90 Prozent äußerten im Rahmen der Interviews für diese Studie die Überzeugung, dass sich die Gewalt unter Jugendlichen durch die neuen Medien verändert habe. Vor allem die Anonymität führe verstärkt zu enthemmtem Verhalten. Die medialen Entwicklungen erschwerten die elterliche Erziehung deutlich und führten zu einer Überforderung.