Was willst Du? Das Leben ist digital - Bianca Sommer - E-Book

Was willst Du? Das Leben ist digital E-Book

Bianca Sommer

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Beschreibung

Wir alle brauchen unser Handy. Es organisiert unseren Alltag, hält uns verbunden, gibt uns Sicherheit und erleichtert das Leben. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, es bestimmt alles. Dieses Buch erzählt ehrlich, direkt und mit Herz, wie man mitten im digitalen Trubel wieder atmen, echte Nähe spüren und bewusst leben kann, ohne das kleine leuchtende Rechteck wegwerfen zu müssen. Mit Geschichten aus Alltag, Familie und Urlaub, kleinen Siegen und Momenten echter Ruhe zeigt es, dass man mitten im Chaos wieder da sein kann. Für sich selbst und für die Menschen, die man liebt.

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Seitenzahl: 83

Veröffentlichungsjahr: 2026

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INHALTSVERZEICHNIS

Vorab ein paar Worte an Dich

Alltag zwischen Pflege, Kind

Still werden mitten im Trubel

Vom kollektiven Dauerping

Rückfälle und kleine Siege

Wenn Stille erstmal weh tut

Mutter sein

Pflege, Verantwortung

Kleine Inseln der Freiheit

Strategien für mehr Gelassenheit

Antrieb und langfristige Zielsetzung

Selbstvertrauen und innere Stärke

Umgang mit Stress

Motivation und Ziele

Wer bin ich eigentlich noch

Alle da und plötzlich fehlt etwas

Was Kinder sehen

Urlaub als Performence

Verbindung, die lebenswichtig ist

Mithalten wenn die Welt digital dreht

Für dich

Nachwort

Vorab ein paar Worte an dich

Das Leben ist digital da gibt es keine Frage. Heute läuft nichts mehr ohne digitale Begleitung denn wir sind maximal abhängig davon. Irgendwann kam der punkt an dem ich feststellte wie sehr ich davon dirigiert wurde und wünschte ich mir einfach mal wieder richtig durchatmen zu können. Ohne irgendwelches piepen, klingeln oder vibrieren.

Ich weiß gar nicht mehr genau wann das angefangen hat als es mich nervte. Dieses kleine leuchtende Ding in meiner Hand. Irgendwann war es nicht mehr nur ein Werkzeug. Plötzlich war es Kalender, Erinnerung, Schulkontaktführer, Helfer und Stressfaktor zugleich. Da stand ich morgens, halb wach und der Kaffee dampfte in der Tasse, mein Kleiner im Rollstuhl neben mir, der Große schon wieder am Handy und auch ich blinzelte noch mit halbem Auge ob am Morgen schon neue Informationen auf dieses ständig blinkende Ding gelandet sind. Meine Feststellung an diesem besagten Morgen: Ich brauch das Teil nicht nur irgendwie, ich häng dran. Und das hat mir Angst gemacht.

Ehrlich. Weil ich gemerkt hab, dass irgendwo zwischen Terminen, Nachrichten und Verpflichtungen ein Stück von mir verloren geht. Denn es hat mich irgendwie eingenommen. Schleichend, ohne dass ich mir dessen bewusst war.

Dieser Klang heute ist oft anders als damals, als ich noch Kind war. Es summt, blinkt, piept. Irgendwie ist da ständig was los. Lange dachte ich, das gehört halt so, heute sind wir halt in dieser Welt gefangen bis ich irgendwann kaum noch unterscheiden konnte zwischen dem, was sein muss und dem was ich mir einfach angewöhnt habe. Da war dieses Gefühl, dass ich mich selbst verliere, wenn das so weitergeht. Ich glaub, viele kennen das. Du wachst auf, greifst zuerst nach dem Handy, checkst Nachrichten, Termine oder vielleicht schnell noch die Mails und bist mitten im Alltag bevor du überhaupt geatmet hast. Alles läuft reibungslos, praktisch, organisiert aber manchmal auch ganz schön leer.

Dieses Buch ist kein Ratgeber zum Handyweglegen. Ich sag dir nicht: „Werde offline und schmeiß dein Smartphone weg.“ Quatsch. Ich will dir zeigen, dass man mitten im digitalen Alltag trotzdem echt leben kann. Ich erzähl dir von Momenten, die mich wachgerüttelt haben. Von Tagen, an denen ich dachte, ich hätte alles im Griff und dann gemerkt habe wie sehr ich nur noch reagiere. Von ersten kleinen Versuchen, bewusst offline zu gehen, vom Scheitern, vom Neustart. Von Stille, die erst komisch war doch dann irgendwie heilsam. Am Ende geht’s gar nicht ums Handy. Es geht um Nähe, um Achtsamkeit, ums Wieder-Ankommen.

Wenn du beim Lesen nickst, lächelst oder dich selbst erkennst, dann bist du hier richtig. Das hier ist keine Moralpredigt. Eher eine ausgestreckte Hand, die sagt: Komm, probier’s aus. Schritt für Schritt, mitten im Termindruck, mit Kind, Pflege, Arbeit und Alltag. Vielleicht findest du, wie ich, deinen Weg zurück zu dir selbst. Nicht offline, sondern bewusst online. Und zwischendurch einfach nur da. Denn das Wichtigste, was ich gelernt hab, ist: Man muss nicht alles ausschalten, um wieder was zu spüren. Man muss nur still genug werden um es wieder zu hören.

Alltag zwischen Pflege, Kind und Klickerei

Es ist noch dunkel. Draußen ist alles ruhig nur mein Handy nicht. Das blinkt und flackert leise auf als wollte es sagen: „Komm, fang an, der Tag wartet.“ Ich habe eigentlich den Ton aus aber irgendwie schafft’s doch immer eine Nachricht durch. Vielleicht der Kalender oder vielleicht die Schule. Ich blinzle und sehe alles verschwommen, greif trotzdem danach. Mal ehrlich: Ohne das Ding läuft hier gar nichts.

Termine, Medikamente, Erinnerungen, Mails, WhatsApp alles hängt da dran. Wenn ich es weglege, bin ich fast blind. Und taub gleich dazu. „Maaamaaa, ich find meine Sportsachen nicht!“ kommt’s aus dem Flur. Ich schieb das Handy schnell unter die Decke als wär’s eine Tafel Schokolade, die ich heimlich essen wollte. „Ja, Moment!“, ruf ich und natürlich vibriert es wieder. Der Wischreflex kommt automatisch. Einmal eben gucken sag ich mir und dann wirklich los. Aber so einfach ist das nicht. Da blinkt nicht nur die Schulgruppe. Kalenderalarme, Erinnerungen zum Zähneputzen, Blutdruck messen, Wäsche anstellen, Medikamente nachbestellen und Oma anrufen. Mein ganzes Gehirn steckt in diesem kleinen Gerät. All die Dinge die im Alltag kurz besprochen werden. Am Telefon während man beim Arzt sitzt noch schnell einen weiteren Termin für eine andere Untersuchung gemacht und eingetragen. So geht es mehrmals in der Woche, so dass man ohne diesen piependen Partner an der Seite auch aufgeschmissen wäre denn so viel Kapazität hat kein Kopf. Und so ist man dann manchmal doch überrascht, wenn es dann klingelt und heißt: gleich ist wieder ein Termin und es fällt mir siedeheiß ein: oh Mist, fast vergessen.

Ich sag’s ehrlich: Ich liebe mein Handy. Ohne das Teil würde ich wahrscheinlich untergehen. Manchmal habe ich das Gefühl, es weiß mehr über mich als mein Mann. Wenn ich’s verliere, krieg ich Schweißausbrüche so als hätte ich mich selbst irgendwo liegen lassen. Einmal hab ich’s im Einkaufswagen vergessen. Boah, Panik pur! Ich bin zurückgerannt als wär’s mein Herz, das da noch drin liegt.

Während ich dem Kleinen die Brotdose schließe und mich frag, ob Oma ihre Tabletten schon genommen hat, bimmelt wieder was. Arzttermin Erinnerung. Ich tipp auf „Ja“, keine Ahnung was gefragt war. Das Ding wollte nur wissen, dass ich’s gesehen hab. Und ich nick brav, als wär’s mein Chef, der kontrolliert ob ich auch schön arbeite. Später, beim zweiten Kaffee wenn’s endlich mal ruhig ist ertapp ich mich wieder.

Eigentlich wollte ich nur kurz das Wetter checken. Zehn Minuten später guck ich mir Videos an, wie Leute aus Autoreifen Blumenbeete bauen. Dann Katzen, dann Werbung, dann Rezepte, die ich nie kochen werde. Ich nenn das gern „Entspannung“. Einerseits stimmt’s. Andererseits ist das kein Abschalten. Nur anders Anschalten. So vergeht die Zeit im Fluge bis ich feststelle, dass ich noch eine Menge zu tun habe bis die Schule aus ist. Das Handy liegt trotz allem in meiner Nähe. Jederzeit könnte es klingeln.

Abends, wenn endlich Ruhe einkehrt und die Kinder im Bett sind erwische ich mich dabei wie ich schon wieder durch Handy. Ohne Ziel. Einfach nur so. Ich frag mich, ob das normal ist oder schon zu viel. Oma früher hatte alles im Kopf: Telefonnummern, Geburtstage, Rezepte. Ich? Ich schreib mir die PIN fürs Online-Banking auf und hoff, dass ich weiß, wo ich sie hingelegt hab. Das Gerät hat übernommen. Es ist praktisch aber auch beängstigend. Was wenn der Akku leer ist? Oder das Ding kaputtgeht? Dann bin ich verloren. Wenn ich mal kurz hochschaue, sehe ich die Wäscheberge, das Spielzeug, den Alltagskram und denk: Wann bin ich eigentlich zur Managerin meiner eigenen Familie geworden? Ich arbeite in Schichten ohne Pause. Meine Assistentin heißt Siri. Ich diktiere Einkaufslisten, lass mich an Termine erinnern und sogar Witze erzählen, nur um die Stille zu füllen.

Aber dann kommt dieser Moment. Mein Sohn sitzt auf dem Sofa, strahlt und erzählt ganz stolz von seinem Kunstprojekt. Und ich höre nur mit halbem Ohr zu, weil ich noch schnell auf „Senden“ drücken will. Da trifft’s mich mitten ins Herz. Ich leg das Handy weg, nehme seine Hand und sag: „Zeig mal, Jung!“ Und in dem Moment, als er mich angrinst, weiß ich: Das war mein digitales Stopp-Signal. Mein kleines Aufwachen.

Ich werde mein Handy nicht abschaffen, geht ja gar nicht. Aber ich will wieder bestimmen wann es klingelt und wann ich reagiere. Nicht andersrum. Der erste Schritt ist schonmal, dass ich’s merke. Hier, mitten zwischen Pflege, Kind und Pausenbrot, fängt das an.

Still werden mitten im Trubel

Der Morgen kommt wie immer plötzlich. Eigentlich hat man das Gefühl gerade erst eingeschlafen zu sein da fängt auch schon der nächste Tag wieder an. Draußen ist es noch dunkel, der Himmel hängt schwer überm Dach und bevor überhaupt ein Wecker klingelt, liegt schon wieder diese Spannung in der Luft. Ich bin bereits vor dem Alarm wach und steh schon mal heimlich auf um erstmal klarzukommen und dann kommt ein Gedanke auf der mich überlegen lässt ob heute wohl Sport ausfällt und ob ich das Medikament schon vorbereitet habe. Termine, Pflichten, Nachrichten das alles wartet schon. Und automatisch wie ferngesteuert greife ich zum Handy. Keine Chance mich dem zu entziehen, das Ding zieht mich an wie ein Magnet.

Während ich die ersten Nachrichten lese, sehe ich gleich wieder die Erinnerungen, die ich gestern hätte abhaken sollen. Termine, E-Mails, alles, was noch hier schreit um erledigt zu werden. Die Welt ist draußen noch still, nur ich und dieses kleine, leuchtende Rechteck. Und ich merk, wie schwer es ist, einfach mal nur zu atmen bevor der Trubel losgeht. Ich stell die Kaffeetasse aufs Regal, der Dampf steigt auf nachdem ich mich nach unten geschlichen habe um schon mal wach zu werden. Ich atme tief ein, hör das Ticken der Uhr, draußen rauscht der Verkehr ganz leise. Und da ist sie diese winzige Insel. Mein Moment, bevor der Tag mich wieder packt. Die Stille ist komisch. Fast fremd. Wie ein Raum, in dem ich ewig nicht war. Und plötzlich trudeln da alle Gedanken ein, die ich sonst wegdrücke: Habe ich alles für die Kinder für die Schule? Sind die Medikamente für den Kleinen da? Wäsche fertig oder wieder vergessen rauszuholen?