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Der Autor dokumentiert seine Erfahrungen mit der Heilkraft reinen Wassers und zeigt auf: Unbeabsichtigte Austrocknung des Körpers verursacht zahlreiche schmerzhafte, degenerative Krankheiten. Er erklärt den Zusammenhang zwischen Wassermangel im Körper und Allergien, Asthma oder Lupus. In bekannt engagierter Weise schildert er: · wie man chronische Dehydration im Körper erkennt. · wie Kinderasthma sich ohne Medikament verhindern oder heilen lässt. · wie man Autoimmunerkrankungen auf natürliche Art behandeln kann. Dr. Batmanghelidj gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zu Asthma und Allergien und zitiert eindrucksvolle Berichte über die natürliche Linderung von Asthma.
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Seitenzahl: 215
Veröffentlichungsjahr: 2013
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F. Batmanghelidj
Wasser hilft
Allergien – Asthma – Lupus
Ein Erfahrungsbuch
VAK Verlags GmbH
Vorwort
1 Nie wieder Asthma
Anzeichen für Wassermangel im Körper
Hilfeschreie des Körpers nach Wasser
Das »Wassermangel-Management« des Körpers
2 Asthma und Allergien
Der Atemvorgang
Husten
3 Säure-Basen-Gleichgewicht und Asthma
4 Fragen und Antworten zu Asthma und Allergien
5 Erfahrungsberichte: Wie Wassertrinken Asthma und Allergien linderte
6 Lupus
Was ist Lupus?
Lupus: Überlebensstrategie eines ausgetrockneten Körpers
Dehydration und das Zusammenspiel von Geist, Körper und Immunsystem
7 Soforthilfe für Ertrunkene und Erstickende
Was Sie über Ersticken wissen sollten
Selbsthilfe bei drohendem Ersticken
8 Ernährung bei Asthma, Allergien und Lupus
Mineralien
Salz
Eiweiß (Proteine)
Eier
Milchprodukte
Fette
Obst, Gemüse und Sonnenlicht
Körperliche Bewegung
9 Die Qualität des Trinkwassers
Schlusswort
Anhang Wissenschaftliche Erklärung des medizinischen Wertes von Wasser zur Behandlung von Asthma, Allergien und Lupus
Über den Autor
Die in diesem Buch vorgestellten Informationen und Empfehlungen zur Versorgung des Körpers mit Wasser beruhen auf persönlichen Erfahrungen und auf umfangreichen Untersuchungen des Autors zum Thema.
Der Autor erteilt hier keine individuellen medizinischen Ratschläge, er empfiehlt keine Medikamente und fordert nicht dazu auf, verordnete Medikamente gegen den Rat des behandelnden Arztes abzusetzen – weder direkt noch indirekt. Die Absicht des Autors besteht einzig darin, auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse der Mikroanatomie und der molekularen Physiologie über die Bedeutung des Wassers für die Gesundheit aufzuklären. Er möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass die Öffentlichkeit über die gesundheitsschädlichen Wirkungen der chronischen Austrocknung informiert wird.
Dieses Buch ist kein Ersatz für fundierte medizinische Beratung durch einen Arzt. Es ist im Gegenteil sehr erwünscht, dass man mit seinem Arzt über die Aussagen des Buches spricht. Wer die hier gegebenen Empfehlungen anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Man sollte sich dabei genau an die Anweisungen halten. Ernstlich erkrankte Menschen mit einer längeren Krankengeschichte und Patienten in ärztlicher Behandlung, besonders solche mit schweren Nierenerkrankungen, sollten die hier angebotenen Informationen nur unter Aufsicht ihres Arztes anwenden. Verlag und Autor können für die Anwendung der in diesem Buch beschriebenen Verfahrensweisen und Empfehlungen keine Garantie und keine Haftung übernehmen.
In Erfahrungsberichten amerikanischer Patienten werden zuweilen Namen von Medikamenten erwähnt; die amerikanischen Bezeichnungen wurden beibehalten, da es im Zusammenhang mit der „Wasserkur“ kaum von Bedeutung ist, welche Medikamente es genau waren, die den Betroffenen nicht geholfen haben.
Neben dem vorliegenden gibt es fünf weitere Bücher von Dr. Batmanghelidj über die gesundheitliche Bedeutsamkeit des Wassertrinkens:
– Wasser – die gesunde Lösung
– Die Wasserkur bei Übergewicht, Depression und Krebs
– Sie sind nicht krank, Sie sind durstig!
– Wassertrinken wirkt Wunder
– Wasser hilft
Jedes dieser Bücher steht für sich selbst und kann ohne Kenntnis der anderen gelesen werden. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte, kreisen aber alle um das gleiche Thema. Leserinnen und Lesern der anderen Bücher von Dr. Batmanghelidj wird daher einiges Bekannte begegnen, da die grundsätzlichen Aussagen zur Wichtigkeit des Wassertrinkens natürlich gleich bleiben. Das vorliegende Buch ist für Leser geschrieben, die von den im Titel genannten Themen betroffen sind.
Weitere Informationen und Erfahrungsberichte aus dem deutschsprachigen Raum sind im Internet unter www.wassertrinken.de nachzulesen.
Dieses Buch ist unserem Schöpfer in Ehrfurcht, Demut, Hingabe und Liebe gewidmet.
* * *
Die Wahrheit zu sagen ist nicht nur eine Verantwortung dir selbst und anderen gegenüber. Es ist eine Ehre, eine Pflicht und dein Vermächtnis an die kommenden Generationen. Es ist Teil ihres rechtmäßigen Erbes.
(Verfasser unbekannt)
Chronischer Wassermangel im menschlichen Körper kann sich auf so viele Arten manifestieren, wie die moderne Medizin »Krankheiten unbekannten Ursprungs« identifiziert hat.
Im Jahre 1999 veranstaltete die National Library of Medicine in Bethesda (Maryland, usa), eine Ausstellung zum Thema Asthma. Mit der im Folgenden zitierten Kernaussage dieser Ausstellung und mit einem Abriss der historischen Entwicklung unseres derzeitigen Verständnisses asthmatischer Erkrankungen möchte ich hier zeigen, dass, obgleich es diese Krankheit bereits seit Tausenden von Jahren gibt, an ihren Auswirkungen kaum etwas verändert wurde. Heute leiden mehr Menschen unter Asthma oder sterben daran als jemals zuvor. Die Ausstellung sollte jedoch zeigen: »Wir haben Fortschritte erzielt; wir haben so viele Medikamente entwickelt, die Asthmatikern das Leben erleichtern.« Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass das »Gesundheitssystem« sich etwa bemühen würde, die Ursachen zu verstehen und eine natürliche Heilung für Asthma zu finden. Man beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome von Asthma. Um den Eindruck zu erwecken, dass etwas Grundlegendes getan werde, sagt man, die Forschung konzentriere sich auf die Genetik und wolle so die Krankheit »festnageln«!
Die Ausstellung verdeutlicht die aktuelle Denkweise zum Thema Asthma, die auf »traditionellen Ansichten« basiert. Dieses Buch will jedoch eine andere Perspektive und einen anderen Ansatz zum Verständnis und zur natürlichen Vorbeugung und Heilung von Asthma bieten. Um den Unterschied zwischen überholtem Denken und den zukünftigen Möglichkeiten, die in diesem Buch angesprochen werden, zu unterstreichen, werde ich einige der »springenden Punkte« der Ausstellung wiedergeben. Wir beginnen mit der Zielsetzung der Ausstellung:
»Überall auf der Welt haben Menschen jeden Alters auf unterschiedliche Weise mit asthmatischen Beschwerden gekämpft, aber das Gefühl der Atemnot ist und bleibt das zentrale Phänomen der Krankheit. Heute ist Asthma ein ernstes, weit verbreitetes Problem, von dem circa 15 Millionen US-Amerikaner betroffen sind. Aber was ist Asthma eigentlich? Wer leidet unter Asthma und warum? Sind seine Verbreitung und seine Auswirkungen in unseren Tagen dramatisch angestiegen? Kann man diese Erkrankung in irgendeiner Form behandeln, verhindern oder heilen? Wie gehen Betroffene mit ihrem Leiden um?
Diese Ausstellung will darauf eine Antwort finden und untersucht Asthma deshalb sowohl unter medizinhistorischen Gesichtspunkten als auch im Hinblick auf seine Rolle in der Geschichte der Menschheit. Zeitliche und örtliche Lebensumstände entscheiden mit darüber, wie Menschen diese Krankheit erfahren. Heilkundige bekämpfen sie mit dem Wissen und den Heilmitteln ihrer jeweiligen Zeit. Menschen aus allen Bereichen sind hier vertreten – Poeten und Politiker, Ärzte und Volksführer, Sänger und Spitzensportler – sie alle reagierten mutig und oft auch kreativ auf die Herausforderung, ein produktives Leben mit Asthma führen zu müssen. Die Ausstellung schließt mit den Ressourcen, die heute zum Umgang mit Asthma zur Verfügung stehen, und mit einem Ausblick auf zukünftige Optionen.«
Danach wurden in der Ausstellung berühmte Asthmapatienten genannt: so der Komponist Ludwig van Beethoven, der russische Zar Peter der Große, frühere US-Präsidenten wie Calvin Coolidge, Theodore Roosevelt und John F. Kennedy sowie Schauspieler wie Elizabeth Taylor, Liza Minelli und Jason Alexander.
Hier nun einige der auf der Ausstellung gegebenen Informationen:
Das Wort Asthma ist griechischen Ursprungs und bedeutet Atemnot, Keuchen. Für die Chinesen war »ziehendes Atmen« wie alle anderen Krankheiten Symptom eines Ungleichgewichtes in den Lebenskräften, im Qi oder Chi. Mit Hilfe von Kräutern, Akupunktur, Moxibustion (Moxa ist eine Pflanze, die Chinesen zur Behandlung bestimmter Krankheiten auf der Haut verbrannten), Massage, bestimmten Ernährungs- und Übungsformen sorgten Ärzte für die Wiederherstellung des Chi. Die Behandlung konzentrierte sich nie nur auf ein einzelnes Organ oder System, sondern war immer auf den ganzen Menschen gerichtet.
»Das Sanskrit-Wort Prana bedeutet sowohl Wind und Seele als auch Atem, Lebensodem; die Verbindung von Seele und Atem deutet auf die enge Verknüpfung zwischen Körper, Geist und Seele in der Philosophie des Hinduismus hin. Das von frühen Hindu-Philosophen als spirituelle Disziplin entwickelte Yoga setzt das bewusste Steuern des Atems zum Vertiefen der Meditation ein. Die traditionelle indische Medizin unterrichtete Patienten in dieser Atemtechnik, damit sie ihre asthmatische Erkrankung selbst behandeln konnten.
Die Ureinwohner Amerikas wandten andere Heilverfahren an und kombinierten spirituelle Heilmittel mit Kräutern und anderen Methoden der Volksheilkunde. Die Indianerstämme waren die ersten Völker, die Tabak als Heilmittel bei Asthma einsetzten; Tabak wurde in Europa erst später populär.« (Dieses Zitat stammt wie auch die folgenden aus der genannten Ausstellung.)
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden fabrikmäßig hergestellte Medikamente entwickelt und großzügig angewandt. Diese enthielten hauptsächlich Alkohol, Morphium und Kokain. »Bis zum zwanzigsten Jahrhundert war das Rauchen von Zigaretten und Pfeifen die einzige Möglichkeit, Medikamente dahin zu bringen, wo sie wirken sollten: in die Bronchien und die Lunge. Als Asthmamedikament enthielten die Zigaretten Tabak oder Nitratpulver, Auszüge aus Stechapfel oder Kubeben.« (Kubeben sind kleine, pfefferartige Gewürzbeeren der auf Java und anderen indonesischen Inseln beheimateten Piper cubeba.)
Zur gleichen Zeit führte man Versuche mit Luft oder Dampf als Alternative zum Tabakrauch durch, um den Transport der Medikamente in die Lunge zu ermöglichen. Ein interessanter Punkt dabei ist, dass es bis Ende 1998 der pharmazeutischen Industrie gelang, Luft als Transportmittel für Medikamente in die Lunge nutzbar zu machen und dass allein in den USA 38 verschiedene Bronchodilatatoren auf den Markt gebracht wurden.
Aber trotz des in Anspruch genommenen Fortschritts und ständiger Forschung leiden heute mehr Menschen unter Asthma denn je. In den zwanzig Jahren zwischen 1975 und 1995 haben sich die Todesfälle durch Asthma unter der farbigen Bevölkerung in den USA fast verdreifacht (von unter 1,5 von 100 000 auf über 4 von 100 000 Todesfällen). Im gleichen Zeitraum hat sich die entsprechende Rate unter der weißen und asiatischen US-Bevölkerung verdoppelt.
Die drastische Zunahme der Asthmaerkrankungen zwischen 1980 und 1994 zeugt von den himmelschreienden Unzulänglichkeiten des präventiven Ansatzes für dieses Problem:
• In diesen vierzehn Jahren stieg die Anzahl der Asthmaerkrankungen unter Säuglingen und Kleinkindern bis zum vierten Lebensjahr unregelmäßig von 2 000 auf 6 000 pro 100 000 an – eine Steigerung um 300 Prozent!
• In der Altersgruppe 5–14 Jahre verdoppelte sich die Rate von 3500 auf über 7 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 15–34 Jahre verdoppelte sich die Rate von 2500 auf 5 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 35–64 Jahre erhöhte sich die Anzahl der Erkrankungen von circa 3 000 auf 4 000 pro 100 000.
• In der Altersgruppe 65 Jahre und älter stieg die Anzahl der Erkrankungen von 2400 auf 3 000 – eine Steigerung um 25 Prozent.
Asthma wird in unserer Gesellschaft ein zunehmend schwer wiegendes Problem. In einem Sonderbericht vom 23.02. 1998 ging die New York Daily News von allein 500 000 Asthmakranken unter den Einwohnern von New York aus und nannte die Krankheit den »heimlichen Mörder«. Die Ausstellung warf eine Reihe von Fragen auf und versuchte dann, diese so zu beantworten, wie es nach vorherrschender Meinung angemessen schien.
»Was ist Asthma? Vier eindeutige, sich allerdings überschneidende Antworten haben sich in der westlichen Medizin seit dem späten neunzehnten Jahrhundert bis zum heutigen Tag gehalten: Asthma als eine primäre Erkrankung der Lunge, als eine allergische Erkrankung, als eine durch Umweltbelastungen hervorgerufene Erkrankung und als eine durch emotionalen Stress verursachte Erkrankung.
Im Laufe der Zeit haben Asthmapatienten bei Lungenfachärzten, Allergologen, Allgemeinärzten und Psychologen Hilfe gesucht. Wie Patienten ihre Erkrankung erlebten, wurde immer dadurch beeinflusst, welchen Arzt, Psychologen oder anderen Heilkundigen sie aufsuchten und in welcher Zeit und an welchem Ort sie lebten.
Die aktuelle wissenschaftliche und klinische Denkweise integriert diese vier Perspektiven, indem sie betont, dass die Asthmakontrolle eine Kombination von Medikamenten, Reduzierung der belastenden Umweltbedingungen und Verbesserung der Selbsthilfemöglichkeiten der Patienten erfordert. Mittlerweile konzentriert sich die Forschung auf die Interaktionen zwischen Genetik, Umwelt und Immunsystem als Asthmaursache.« So weit die Unterlagen zur Ausstellung.
Das Washington Post Magazine stellte am 31.10. 1999 eine diesbezügliche Frage im Sinne all jener, die Asthma als genetische Krankheit sehen: »Asthma hat eine starke genetische Komponente, jedoch hat sich der Gen-Pool in nur zwei Jahrzehnten nicht verändert. Was haben wir getan, dass es für viele so schwer ist zu atmen?«
Von hier an beziehen wir uns auf das berühmte Zitat von Albert Einstein: »Die wichtigen Probleme, die wir haben, können nicht auf der gleichen Ebene des Denkens gelöst werden, auf der wir sie geschaffen haben.« Wir zeigen eine neue und fortschrittlichere wissenschaftliche Erklärungsmöglichkeit für Asthma auf. Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sind aufgefordert, uns dabei zu unterstützen, dieses bis zum heutigen Tage bestehende Relikt medizinischer Unwissenheit aus der Liste der Krankheiten auszulöschen!
Alles, was wir tun müssen, ist uns von unbewussten kommerziellen Interessen frei zu machen und die motivierenden Kräfte der Empathie und Aufrichtigkeit auf unsere wissenschaftlichen Gedanken anzuwenden. Schließlich sollten und müssen wir betroffen sein angesichts der über 12 Millionen Kinder, die ständig unter der Angst des »Erstickens« leiden und vom Tode bedroht sind. Kein Elternteil sollte den schrecklichen Anblick seines nach Luft ringenden Kindes ertragen müssen, wenn eine einfache, natürliche und kostenlose Heilung von Asthma möglich ist. Dieses Buch stellt Ihnen diese Heilmethode vor.
Um möglichen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, habe ich viele Erfahrungsberichte in dieses Buch aufgenommen – so viele, dass meine Verleger meinten, es sei etwas zu viel des Guten. Das glaube ich nicht. Jeder dieser Berichte erzählt die Geschichte eines lange erwarteten Triumphes über einen der vielen »tödlichen Irrtümer« der so genannten »wissenschaftlichen« Medizin des zwanzigsten Jahrhunderts.
Im Kapitel über Lupus werde ich auch erklären, warum »Lupus« ein weiteres Etikett ist, das einer Vielzahl von gleichzeitig auftretenden Komplikationen einer chronischen, unbeabsichtigten Dehydration (Austrocknung) aufgeklebt wird.
Dr. F. Batmanghelidj
März 2000
Wasser, überall Wasser, und doch haben wir noch nicht genug getrunken.
Wasser, überall Wasser, und immer noch schreit unsere Lunge und ist eingesunken.
Eine der größten Tragödien in der Medizingeschichte ist die Annahme oder die unausgesprochene Voraussetzung, dass ein »trockener Mund« das einzige Anzeichen dafür sei, dass der Körper Wasser benötigt. Das gesamte Gebäude der modernen Medizin ist auch auf dieser brüchigen Annahme aufgebaut, die vielen Millionen Menschen einen schmerzhaften, vorzeitigen Tod bringt. Sie leiden, weil sie nicht wissen, dass sie einfach nur durstig sind.
Es ist heute klinisch und wissenschaftlich erwiesen, dass der menschliche Körper viele andere eindeutige Möglichkeiten kennt, seinen allgemeinen oder lokalen Wasserbedarf zu zeigen. Je nachdem wo Wassermangel herrscht, entstehen zahlreiche lokal begrenzte Komplikationen – wie zum Beispiel Asthma.
Ehe ich näher auf Asthma, Allergien und Lupus eingehe, möchte ich beginnen mit einer allgemeinen Darstellung über Dehydration (Das Wort bedeutet in diesem Buch: Wasserentzug, Wassermangel, Austrocknung, Entwässerung des Körpers) und die vielen verschiedenen Arten, wie der menschliche Körper seinen inneren »Durst« manifestieren kann. Damit wir Asthma verstehen können, müssen wir uns auch der anderen Frühwarnsysteme für Wasserknappheit in den verschiedenen Teilen des Körpers bewusst werden. Eines möchte ich gleich klar stellen: Bei Austrocknung werden 66 Prozent des Wassers dem Inneren der Zellen des ausgetrockneten Gebiets entzogen, 26 Prozent werden der äußeren Umgebung der Zellen entzogen und nur 8 Prozent dem Blutkreislauf.
Da die Blutgefäße keine starren Röhren sind, sondern aus weichem und muskulärem Gewebe bestehen, ziehen sie sich an der »entleerten« Stelle zusammen und korrigieren damit den Verlust von 8 Prozent. Aus diesem Grund weisen routinemäßige Blutuntersuchungen bei den meisten symptomerzeugenden Zuständen von lokalem Wassermangel keine Abnormalität nach, obwohl der Patient sich so beeinträchtigt fühlt, dass er professionellen Rat sucht.
Dies erklärt auch, warum einige Patienten selbst nach ausgedehnten und teilweise extrem teuren Check-ups in renommierten Kliniken und Praxen (mit dem Ergebnis der Bescheinigung bester Gesundheit) bald darauf starben. Bluttests hatten die ihrem Tod zugrunde liegenden Schäden durch Austrocknung in lebenswichtigen Organen nicht angezeigt. Dazu muss man wissen, dass das zirkulierende Blut in der Leber im Großen und Ganzen relativ gut eingestellt wird. Ein funktionseinschränkender Wassermangel in einem entfernteren Bereich des Körpers – der vielleicht sogar durch Einschränkung der Blutzufuhr sozusagen vom Körper abgetrennt ist – zeigt sich nicht in den routinemäßigen Blutuntersuchungen, die zurzeit zur Bewertung von Gesundheitsproblemen herangezogen werden. Insofern sind die meisten Ergebnisse von Blutuntersuchungen bedeutungslos.
Um das Phänomen des Wassermangels zu verstehen, müssen wir erkennen, welche lebenswichtigen Aufgaben das Wasser hat und wie Austrocknung entsteht, wenn diese wichtigen Funktionen des Wassers in den symptomerzeugenden Gebieten des Körpers ausfallen. Seit zwanzig Jahren konzentriere ich mich voll und ganz auf dieses Thema und habe dabei wichtige Erkenntnisse über die verschiedenen Indikatoren des Körpers für chronische Dehydration gewonnen.
Es ist meine durch Forschungen belegte Überzeugung, dass der menschliche Körper drei Kategorien von Indikatoren besitzt, die als Stellvertreter oder Ergebnisse von Austrocknung in einigen Teilen des Körpers betrachtet werden sollten. Diese sind: Wahrnehmungsindikatoren, Hilfeschreie des Körpers nach Wasser sowie ein anpassungsfähiges »Wassermangel-Management« mit Wasserrationierung. Diese erst vor kurzem verstandenen Indikatoren der Dehydration sind eindeutig erkennbar – und sie sind alle vermeidbar, bevor ein irreversibler Schaden auftritt.
Das Gehirn selbst besteht zu 85 Prozent aus Wasser und reagiert am empfindlichsten auf Dehydration. Es zeigt einen Wassermangel durch eines der folgenden Merkmale:
• Das Gefühl von Müdigkeit, die nicht durch anstrengende Arbeit hervorgerufen wurde – in der extremen Form das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS – chronic fatigue syndrome). Syndrom bedeutet, dass mindestens drei verschiedene Beschwerden gewöhnlich gemeinsam auftreten. Symptome sind zumeist verräterische Indikatoren schwerwiegender Probleme des Körpers aufgrund von Wassermangel. Dieses Thema wird im Abschnitt über Lupus vertieft, wo auch die Formel für die Energieerzeugung durch Wasser erläutert wird.
• Erröten. Wenn sich die Blutzufuhr zum Gehirn verstärkt, damit mehr Wasser dorthin gelangt, erhält auch das Gesicht mehr Blut. Die Arterien in Gesicht und Gehirn haben ein gemeinsames Versorgungsgefäß, da das Gesicht eine stärkere Durchblutung für die Kommunikation der Gesichtsnerven mit dem Gehirn benötigt.
• Gefühl der Irritation beim geringsten Anlass – nicht kontrollierbarer Zorn.
• Gefühl der Angst aus nichtigen Gründen – Angstneurose, Panikstörung oder Agoraphobie.
• Gefühl der Mutlosigkeit und Unzulänglichkeit (geringe Libido).
• Niedergeschlagenheit – in ihrer extremen Form Depression und Neigung zum Selbstmord.
• Starkes Verlangen nach Getränken, auch Alkohol, harten Drogen und Zigaretten.
Dies sind die Wahrnehmungsindikatoren dafür, dass Wassermangel einige Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Wassermangel im Gehirn kann zu Beginn den Ausfall bestimmter Funktionen verursachen und schließlich zu den oben genannten allgemeinen und mentalen Beschwerden führen.
Zu der zweiten Gruppe der Krisensymptome und Zeichen eines Wasserbedarfs im Körper zählen verschiedene lokalisierte chronische Schmerzen wie etwa die folgenden:
• Sodbrennen
• Dyspepsie
• Rheumatoide Gelenkschmerzen
• Rückenschmerzen
• Migräne
• Schmerzen im Bein beim Gehen
• Fibromyalgie – Schmerzen der Muskeln und des Weichteilgewebes bis hin zur Muskeldystrophie
• Kolitisschmerzen und die damit verbundene Verstopfung
• Anginaschmerz – ein Zeichen größten Wassermangels in der Herz- und Lungenachse
• Morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft – sie deutet auf Durst des Fötus und der Mutter hin.
Schlechter Atem ist ebenfalls ein Zeichen für Wassermangel im Körper. Er wird durch die Fermentierung von Nahrung verursacht, die nicht aus dem Inneren des Magens herausgeschwemmt wurde, oder durch Gase, die den Darm verlassen und sich ihren Weg nach oben durch den Mund hinaus bahnen.
Die Bedeutung dieser Schmerzen und Symptome ist einfach. Bei Wassermangel in einem aktiven Teil des Körpers können die giftigen Abfallprodukte und Säuren, die durch den Gewebestoffwechsel entstehen, nicht ausgeschieden werden. Nervenendigungen registrieren die chemischen Umgebungsveränderungen über das Gehirn. Indem es einen der oben genannten klassischen Schmerzen erzeugt, versucht das Gehirn, das Bewusstsein über die drohenden Probleme zu informieren, die durch den lokalen Wassermangel verursacht werden. Bleibt der Wassermangel bestehen, wird das Gewebe dauerhaft geschädigt – etwa durch Darmkrebs, der mit chronischer Verstopfung und Kolitisschmerzen verbunden ist.
Die nach und nach entstehende Übersäuerung und Schäden durch den »unverdünnten« überschüssigen Säuregehalt führen dazu, dass der Körper lokalen Wassermangel durch Schmerzen signalisiert. Er will die Aktivität eingrenzen, um einen weiteren Aufbau von Säure und giftigen Abfallprodukten zu verhindern. Diese Schmerzen ähneln dem Pfeifen eines Rauchmelders, der davor warnt, dass ein Feuer Haus und Bewohner verbrennen kann. Schmerzen sollen unserem – zu sehr beschäftigten und vergesslichen – Bewusstsein mitteilen, dass die aufgebaute Säure in dem Gebiet bald die lokalen Zellen »verbrennen« und eine Übersäuerung bzw. Verätzung verursachen wird. Schmerzen sind sozusagen »Todesschreie der örtlichen Gene« angesichts ihres drohenden Untergangs. Normalerweise schwemmt Wasser die Säure fort und verhindert damit eine Anhäufung und daraus resultierende Schäden in dem jeweiligen Gebiet, genauso wie Wasser Feuer löscht.
Bis zu diesem Stadium der Gehirnfunktionen befindet sich alles im normalen Bereich der Körperphysiologie. Kurz gesagt: Schmerzen, die nicht durch Infektionen oder Verletzungen verursacht sind, bedeuten Wassermangel an dem Ort, wo sich der Schmerz zeigt. Schmerzen sind Hilfeschreie des Körpers nach Wasser, das benötigt wird, um den giftigen Abfall aus dem austrocknenden Gebiet zu entfernen. Das grundlegende Problem in der gegenwärtig praktizierten Form der Medizin ist die mangelnde Kenntnis um die Bedeutung und Wichtigkeit von Schmerzen als Durstsignale des Körpers.
Während der Körper nach Wasser schreit, wird die Ärzteschaft in die Irre geführt, nämlich dahin, chemische »Gifte« zu verschreiben, welche dazu führen können, dass Menschen unter Schmerzen und vorzeitig sterben. Die Anwendung dieser Substanzen führt häufig zu einer Verschlechterung der Körperphysiologie, da sie den falschen Eindruck hinterlassen, sie würden die Schmerzen beseitigen, aber sie korrigieren nicht das, was den Schmerz verursacht: Dehydration. Im Falle einer Verletzung schwillt der verletzte Bereich an – Anschwellen bedeutet, dass mehr Wasser an diese Stelle gebracht wird, und es ist das zusätzliche Wasser, das dafür sorgt, dass die Schmerzen nach der Verletzung zurückgehen und sogar ganz verschwinden.
Der Körper verfügt über Programme zur Wasserrationierung bei Austrocknung. Die wichtigsten Wassermangel-Managementprogramme des Körpers (üblicherweise werden sie als Krankheiten bezeichnet) sind die folgenden:
• Asthma und Allergien
• Bluthochdruck
• Altersdiabetes
• Verstopfung und als Komplikation Schmerzen im Dickdarm, Kolitisschmerzen
• Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Lupus
Diese Beschwerden sind schwerwiegende Gesundheitsprobleme, die durch chronischen Wassermangel im menschlichen Körper erzeugt werden. (Weitere Informationen zu anderen Aspekten des chronischen Wassermangels im Körper enthält mein Buch Wasser – die gesunde Lösung.)
Anginaschmerz tritt häufig bei älteren Menschen mit Asthma auf. Er umfasst Kurzatmigkeit und auch die charakteristischen Herzschmerzen, die mit der reduzierten Luftaustauschkapazität und Atmungsproblemen der Asthmatiker in Verbindung gebracht werden. Mit anderen Worten, das automatisch arbeitende Herz erhält nicht ausreichend Wasser, um die giftigen Nebenprodukte auszuscheiden, die seine Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, weil der Körper zur gleichen Zeit ein Wassermangel-Managementprogramm aktiviert hat, das den Luftstrom beeinflusst.
Sowohl die Lunge als auch der Herzmuskel zeigen einen entzündlichen Prozess, der durch Dehydration erzeugt wird – damit eine stärkere Mikrozirkulation an die Stellen gelangt, die ausgetrocknet sind. Dies ist die Bedeutung eines entzündlichen Prozesses: verstärkte Zirkulation zur Behebung des Problems. Entzündungen können durch Bakterien, Chemikalien oder eine Verletzung verursacht werden. Beim schmerzerzeugenden Wassermangel löst die Bildung örtlicher giftiger Chemikalien – molekulare Nebenprodukte des Stoffwechsels – in dem ausgetrockneten Gebiet die Schmerzen aus.
In diesem Buch gehe ich nur auf Asthma, Allergien und Lupus als die drei Komplikationen ein, die durch eine unregelmäßige Wasserzufuhr und als Folge des Ersetzens von Wasser durch fabrikmäßig erzeugte Getränke, die dem Körper eher schaden als nutzen, entstehen. Den Abschnitt über Lupus (eine Art »fressende« Flechte) habe ich in dieses Buch aufgenommen, da unter diesem Begriff mehrere gleichzeitig auftretende Indikatoren eines geschlossenen Wassermangel-Managementprogramms zusammengefasst und als Autoimmunerkrankung bezeichnet wurden, was eine Autoallergie des Körpers auf seine eigenen Gewebe impliziert. Diese Kategorisierung einer Reihe von Symptomen und Komplikationen eines chronischen Wassermangels im Körper als Autoimmunerkrankung macht es zwingend erforderlich, dass dieses Thema in diesem Buch zusätzlich zu Asthma und Allergien behandelt wird.
Um Asthma zu verstehen, muss man eine gewisse Vorstellung von der Anatomie der Lunge und der Brust haben. Die Abbildungen 1 bis 7 erklären die mechanischen Aspekte der Atmung. Darüber hinaus erkläre ich, wie die Luftmenge, die wir zum Atmen benötigen, durch eine unzureichende Wasserzufuhr beeinträchtigt wird.
Durchschnittlich atmen wir zwölfmal pro Minute und tauschen jedes Mal 500 Kubikzentimeter Luft aus. Der durchschnittliche Luftaustausch bei der normalen Atmung beträgt circa 6 000 Kubikzentimeter Luft pro Minute. Kurzatmige können bis zu fünfzigmal pro Minute atmen und dabei jeweils circa 3 000 bis 4 000 Kubikzentimeter einatmen – wenn ihre Luftwege offen sind. Sie können diese Luftaustauschfrequenz allerdings nicht sehr lange durchhalten. Die Physiologie der Ausatmung kann dabei nicht mithalten und die ausgetauschte Luftmenge sinkt drastisch.
Die nasalen Luftwege haben drei sehr wichtige Funktionen. Die Falten in der Mittelwand zwischen den beiden Durchgängen teilen den Luftstrom in drei Ströme auf jeder Seite mit engem Kontakt zur feuchten Schleimhaut. Dadurch wird die Luft feucht und auf eine angenehme Temperatur erwärmt; gleichzeitig werden gelöste Partikel herausgefiltert, die an der feuchten Oberfläche der Nasenschleimhaut haften bleiben.
Abbildung 1: Der Brustkorb enthält fünf Lungensegmente oder -lappen. Die beiden linken Lappen füllen die linke Seite des Brustkorbs aus. Die drei rechten Lappen, der obere, mittlere und untere Lappen, füllen den rechten Brustkorb aus. Die Lungen sind von der Brustwand durch eine dünne, seidige Membran, die Pleura (Brustfell), abgetrennt, wodurch sich die Lungenflügel ausdehnen und zusammenziehen können, ohne an der Brustwand zu haften. Das Herz liegt zwischen dem rechten und dem linken Lungenflügel, etwas mehr nach links.
Die Ausdehnung der Brust erzeugt ein Vakuum und zieht Luft in die Lungen
Abbildung 2: Der sozusagen auf dem Kopf stehende Bronchialbaum mit seinen kleineren Ästen – den Bronchiolen –, der sich nach unten und außen ausbreitet, dient als Gerüst für die unzähligen Alveolarsäckchen, in denen der Gasaustausch in der Lunge stattfindet. Von oben beginnend sorgen unterbrochene Knorpelringe für die feste, röhrenähnliche und gleichzeitig elastische Struktur und Form des Bronchialbaums. In seinen unteren Ausläufern bestehen die Bronchiolen aus knorpellosen Ringen weichen Muskel- und Fasergewebes. Bei Kindern sind die Luftröhren kleiner und der Knorpel ist weniger ausgeformt und fest. Deshalb können sich bei Kindern die Luftwege fester verschließen.
Abbildung 3:
