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Cheyenne Savannah Ochsenknecht steht als Tochter berühmter Eltern seit ihrer Kindheit im Rampenlicht. Neben vielen Likes auf Instagram beschert ihr das aber auch Neid und Hass. Sie wird beleidigt und bekommt sogar Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Schon als Kind wurde sie in der Schule gemobbt. Als die Cyberattacken losgingen, kamen die Bauchschmerzen von damals wieder. Doch diesmal will Cheyenne das nicht einfach über sich ergehen lassen und geht gegen die Hater vor. Unter dem Schutz der Anonymität fühlen sich die Täter sicher, denn die sozialen Netzwerke kooperieren nicht ausreichend mit den Behörden, und viele Anzeigen werden nicht konsequent verfolgt. Cheyenne und ihre Mutter Natascha Ochsenknecht zeigen in diesem Buch, wie sie mit Hasskommentaren umgehen und was sie sich von der Gesetzgebung wünschen. Denn zum Thema Cybermobbing wurde viel zu lange geschwiegen, obwohl die Langzeitfolgen, gerade bei Kindern und Jugendlichen, nachweislich verheerend sind und ganze Leben zerstören können. Deshalb kann es jetzt nur heißen: Wehr dich!
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Seitenzahl: 249
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Originalausgabe
1. Auflage 2020
Verlag Komplett-Media GmbH
2020, München
www.komplett-media.de
ISBN Print: 978-3-8312-0566-0
ISBN E-Book (PDF) 978-3-8312-7056-9
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-8312-7057-6
Text und Konzept: Nils Frenzel
Lektorat: Redaktionsbüro Julia Feldbaum, Augsburg
Korrektorat: Buch&media GmbH
Cover und Umschlaggestaltung: Heike Kmiotek, www.heike-kmiotek.de
Coverbild: Oliver Wand
Satz und E-Book: Daniel Förster, Belgern
Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.
Vorwort
Als ich anfing, mich zu wehren
Ein Blick zurück – Mobbing in der Schule
Die ersten Schulwechsel und der Sitzkreis
Schulzeit in Berlin und Abschluss
Wenn die eigene Tochter gemobbt wird
Randphänomen Mobbing?
Mobbing und seine Folgen
Cheyennes weiterer schulischer Weg
Wie mir das Modeln zu neuem Selbstbewusstsein verhalf
Und jetzt auch im Netz – Die ersten Anfeindungen auf Instagram
»Ist doch nur ’ne doofe Nachricht« – Problemfeld Cybermobbing
Arten von Cybermobbing
Langzeitfolgen von Cybermobbing
Wie kann ich mich wehren und vorbeugen?
Die Anfeindungen, die nicht endeten
»Jetzt werdet ihr leider von der Mama kastriert!«
»Unbedingt anzeigen!«
Wie arbeitet »HateAid« konkret?
Und was sagt das Gesetz zum Thema Cybermobbing?
Die Rechtslage in anderen Ländern
Wie kann ich mich rechtlich wehren?
Die Netzwerke im Fokus: Facebook, YouTube, Instagram
Digitale Zeitbombe vs. präventive Pilotprojekte – Über die Zukunft von Cybermobbing
Wehr dich!
Wichtige WWW-Adressen
Quellen
Liebe Leserin, lieber Leser,
was im Februar 2020 als ein wütendes Ansage-Video auf Instagram begann, wird jetzt aufgeschrieben und in Buchform gepresst, worüber wir uns sehr freuen.
Damals reichte es uns. Die Hetze, die fiesen Nachrichten, der ganze Hass, den vor allem Cheyenne abbekam und der sie psychisch fertigmachte, das war einfach nur nervig. Als Mutter war ich es leid mitzubekommen, dass es für meine Tochter anscheinend dazugehörte, sich solchen Beleidigungen auszusetzen, und dass vonseiten der Plattformen nichts getan wurde, um dem Einhalt zu gebieten.
Umso erfreulicher waren die Reaktionen auf das Video: Zahlreiche Magazine und Tageszeitungen berichteten darüber, und mich und Cheyenne erreichten Unmengen positiver Zuschriften. Uns war klar, dass wir mit diesem Thema einen Nerv getroffen hatten und aussprachen, was viele dachten: dass Cybermobbing grenzüberschreitend und es ein Unding ist, das Ganze hinzunehmen. Man muss sich zur Wehr setzen. Wir mussten uns zur Wehr setzen. Du musst dich zur Wehr setzen!
In diesem Buch wird es zwei Perspektiven geben. Zum einen die von Cheyenne, die ihre persönliche Mobbinggeschichte erzählt, und zum anderen die von Natascha, die erklärt, wie es ist, wenn die eigene Tochter mit dem Tod bedroht wird.
Dieses Buch ist kein »Oje, uns geht es so schlimm«-Mitleidsbuch. Es ist eine klare Kampfansage. Es kann nicht sein, dass Mobbing und Cybermobbing immer noch Kavaliersdelikte sind und die Täter ungeschoren davonkommen. Und spätestens, seit Cheyenne jede Beleidigung bei der Polizei zur Anzeige gebracht hat, stand der Titel dieses Buches fest: Wehr dich!
Berlin 2020,
Cheyenne und Natascha Ochsenknecht
Ein verregneter Dienstagmorgen in Berlin Ende März. Es ist kurz nach 10 Uhr, als ich endlich einen Parkplatz gefunden habe. Zuerst hatte ich Mamas Auto direkt vor der Polizeiwache unweit des Alexanderplatzes geparkt, aber die Polizeibeamten wiesen mich freundlich darauf hin, dass hier nur Einsatzwagen parken durften. Schade, dabei wäre der Parkplatz perfekt gewesen. Aber so nehme ich den prasselnden Regen, die Kälte und den verlängerten Fußweg in Kauf und gehe quer über den bereits ziemlich belebten Platz mitten auf das ockerfarbene Gebäude mit der Nummer 35 zu.
Ich habe nicht sonderlich gut geschlafen. Klar bin ich etwas angespannt. Es ist ja nicht so, dass eine Vorladung zu einer Zeugenaussage etwas Alltägliches ist. Trotzdem fühle ich mich nicht unsicher oder bin ängstlich, als ich mich dem Gebäude nähere. Im Gegenteil: Während ich durch den Regen laufe, fühle ich mich mit jedem Schritt stärker und selbstbewusster. Ich will heute mehr als einfach nur aussagen, was mir widerfahren ist. Ich will ein Zeichen setzen. Nicht nur für mich, sondern auch für andere Betroffene.
In zügigem Tempo überquere ich die Mollstraße und biege rechts ab in die Keibelstraße, begleitet vom immer stärker einsetzenden Regen. Als ich eine Ampel überquere, kommt mir ein Mann mit grauer Aktentasche und schwarzem Hut entgegen. Vor meinem inneren Auge sehe ich plötzlich einzelne Nachrichten der vergangenen Wochen aus meiner Instagram-Inbox aufflackern.
»Hure!« – »Du hässliche Fotze mit deinen fetten Schlauchlippen.« – »Ich will dich totficken!«
Das sind Nachrichten, die sich bei mir eingebrannt haben. Die ich immer wieder bekomme. Nicht nur einmal. Nein, regelmäßig. Und jetzt, in dem Moment, wo ich die Straße in Richtung Polizeistation überquere, kommen die Nachrichten wie böse Geister der Vergangenheit wieder hervor. Die Verfasser der Hassnachrichten benutzen Pseudonyme. Ihre Accounts haben sie meistens auf privat gestellt, sodass sie auf den ersten Blick unsichtbar sind. Sie fühlen sich sicher. Vielleicht ist er ja auch einer von denen, die mir in letzter Zeit geschrieben haben, denke ich mir, als der Mann mit der grauen Aktentasche und dem schwarzen Hut meinen Weg streift und mir im Vorbeigehen nett zulächelt. Vielleicht siehst du mich ja jetzt, hier im Regen auf dieser Kreuzung, lächelst mir freundlich zu, und wenn du zu Hause bist, schreibst du mir eine hasserfüllte Nachricht. Aus welchem Grund auch immer. Wäre doch möglich, dass du einer dieser Typen bist, oder nicht?
Ich schüttele mich wegen der Kälte, aber auch wegen der Gedanken in meinem Kopf, und die Nachrichten vor meinem inneren Auge verschwinden. Ich muss mich jetzt konzentrieren, denn ich habe eine Aufgabe. Ich will nicht mehr, dass Menschen, die andere im Internet mobben und so bösartig beleidigen, anonym bleiben. Verstecken ist ein Kinderspiel, aber ich will mich weder verstecken noch bin ich ein Kind. Ich will mich jetzt wehren. Viel zu oft wurde mir schon gesagt, ich soll diese Nachrichten »einfach« hinnehmen, aber wie kann ich es hinnehmen, wenn ich auf solch massive Art und Weise beleidigt und bedroht werde und den Kopf einziehen soll, anstatt mich zu wehren? Mein Wille ist an diesem Tag stärker denn je. »Ich will und ich werde mich wehren«, flüstere ich mir leise zu.
Nach einigen Metern bin ich an meinem Ziel angekommen. Polizeidirektion 5, Abschnitt 57 steht auf dem Schild des ockerfarbenen Gebäudes. Fest entschlossen drücke ich die Klingel. Nach einigen Sekunden ertönt eine verzerrte Stimme aus der Gegensprechanlage: »Polizeistation Berlin-Alexanderplatz, ja bitte?«
»Ochsenknecht«, antworte ich selbstbewusst und setze nach: »Cheyenne Ochsenknecht. Ich habe einen Termin um 10 Uhr. Es geht um die Vorladung zu einer Zeugenaussage bezüglich …«, ich schlucke kurz, »… bezüglich zweier Fälle von Cybermobbing, die ich gemeldet habe.«
Nach wenigen Sekunden öffnet sich surrend die Tür zur Polizeiwache. Ich gehe noch einmal in mich, atme tief ein und aus und trete dann ein. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt an diesem kalten Märzmorgen mache. Ich hätte ihn früher nicht gemacht. Die Vergangenheits-Cheyenne hätte das, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, einfach ausgesessen und ignoriert. »Ach, das ist doch nur wieder ein Idiot, der dich auf Instagram beleidigt hat«, hätte die Vergangenheits-Cheyenne zur Gegenwarts-Cheyenne gesagt und mich davon abgehalten, jetzt hier zu stehen und sich mit allen Mitteln des Rechtsstaats zur Wehr zu setzen. Aber in dieser Sache geht es um mehr als einen einzelnen Idioten. Es geht darum, heute und hier ein Zeichen zu setzen.
In der Polizeistation werde ich gebeten zu warten und verharre im Vorzimmer. Außer mir ist niemand hier. Ab und zu klingelt ein Telefon und gelegentlich gehen Türen auf und zu. Ich vernehme das leise Brummen einer Lüftung. Ansonsten herrscht eine nahezu gespenstische Stille. Ich setze mich auf einen der wenigen Besucherstühle mit schwarzem Sitzpolster, gehe aber nach wenigen Sekunden zu der plakatierten Wand gegenüber.
»Gesuchte Personen«, steht in dicker schwarzer Schrift auf dem Plakat, das an die Wand gepinnt ist. Mit dem Nachsatz: »In den folgenden Fällen bitten wir um Mithilfe und Hinweise zu gesuchten Personen.« Dabei geht es zum Teil um namentlich bekannte Straftäter, aber auch um die Identifizierung Unbekannter, zu denen uns lediglich Phantomzeichnungen oder Bilder aus Überwachungskameras vorliegen.
Darunter sind auf der linken Seite Menschen abgebildet. Oft sind es Aufnahmen von Überwachungskameras. Rechts daneben stehen die begangenen Verbrechen der Gesuchten: »Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Raub, Totschlag.« Dafür werden sie gesucht und sind hier öffentlich abgebildet.
Während lediglich das Brummen der Klimaanlage den Raum akustisch ausfüllt, werde ich inmitten dieser allumfassenden Stille nachdenklich. Und was ist mit denen, die mir schreiben, dass sie mir »ins Gesicht pissen wollen«, und mich als »Nutte« beleidigen? Diejenigen, die mir und meiner Familie den Tod wünschen? Diese Menschen hängen hier nicht und werden es wohl auch nie tun. Sie sind nicht Teil der polizeilich erfassten und hier zur Schau gestellten Öffentlichkeit und keine einsehbaren Täter. Sie sind einfach anonyme Avatare, die mir bei Instagram schreiben. Sie sind nicht greifbar. Möglich, dass sie Zweitaccounts haben. Und somit eine zweite Identität.
Eine seltsame Vorstellung, denke ich mir, während eine Polizeibeamtin an mir vorbeigeht und ich wieder auf dem Besucherstuhl Platz nehme. Eine seltsame Vorstellung, dass es scheinbar wirklich Menschen gibt, die einerseits ein normales Leben, vielleicht eine Familie und ähnlich wie ich einen süßen liebenswerten Hund haben, und mir andererseits Hassnachrichten senden. Und dann ganz normal mit ihrem Hund Gassi gehen – so wie ich mit Cupcake.
Früher habe ich mich öfter gefragt, warum gerade ich solche Nachrichten bekomme. Das hat mich wirklich sehr lange beschäftigt. Warum ich? Diese Frage brannte sich in meinen Kopf ein, und ich suchte nach Erklärungen. Was hatte ich an mir? War ich am Mobbing vielleicht sogar selbst schuld? Was machte ich falsch?
Halt fand ich in diesen dunklen Stunden bei meiner Familie, insbesondere bei meiner Mutter. Sie hielt mich vehement von dem Gedanken ab, dass ich irgendeine Form von Schuld tragen würde, wofür ich ihr bis heute dankbar bin. Denn alles, was ich jemals tat, war, so früh wie möglich selbstständig zu werden und mein Leben in meine eigenen Hände zu nehmen. Den Stress in der Schule hinter mir zu lassen, die insgesamt vier Schulwechsel in Kauf zu nehmen und mir etwas Eigenes aufzubauen, auf das ich bis heute stolz sein kann. Eine Zeit lang dachte ich, wenn ich erst aus der Schule war, würde es einfacher werden. Mit dem Mobbing und mit dem Getratsche. Mit den Beleidigungen und dem Ärger. Aber eigentlich fing das Ganze ja erst nach der Schule an, beziehungsweise änderte sich. Es gibt keinen Termin, kein Datum, keinen besonderen Post, der dazu führte, dass auf einmal alles losging. Es war eher ein schleichender Prozess. Durch meine steigende Reichweite auf Instagram stiegen auch die Nachrichten, die ich bekam. Oft waren die Nachrichten positiv. Junge Mädchen, die in mir ein Vorbild sahen, oder Fans, die sich für die Produkte interessierten, die ich bewarb. Sicher waren immer auch einige negative oder abwertende Nachrichten dabei, aber das war relativ überschaubar. Aber irgendwann wurde es schlimmer. Direkter und asozialer. Die Hemmschwelle fiel. Bekam ich vor einem Jahr noch eine beleidigende Nachricht in einer Woche, wurden es auf einmal mehrere am Tag. Als Direktnachrichten, als Kommentare unter einem Foto – einfach überall. Mir wurden Messer-Emojis geschickt, mir wurde mit dem Tod gedroht und explizit beschrieben, wie man denn gedachte, mich zu vergewaltigen.
»Ochsenknecht? Cheyenne Ochsenknecht?«
Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Die Lüftung brummt noch immer. Am Ende des Flurs steht eine junge Polizistin mit Kurzhaarschnitt und lächelt freundlich. »Sie sind hier wegen Ihrer Zeugenaussage um 10 Uhr?«
Ich nicke bedacht.
»Etwas spät, oder?«, berlinert die Beamtin und grinst mich augenzwinkernd an.
Ich denke an die Suche nach dem Parkplatz und lächle verhalten zurück.
Freundlich setzt die Polizistin nach: »Na, dann folgen Sie mir doch bitte!«
Wenige Minuten später sitze ich in einem fast leeren Raum. An der Wand hängt ein einzelnes Präventionsposter gegen Gewalt an Jugendlichen. Mir gegenüber setzt sich die Polizistin auf einen Stuhl und schaut mich über ihren Schreibtisch hinweg an. Draußen prasselt weiter der Regen auf die Hauptstadt.
»So, Frau Ochsenknecht«, sagt die Beamtin. »Sie sind hier, weil Sie sich bei uns über die Internet-Wache der Polizei Berlin gemeldet habe.«
Ich nicke. Die Beamtin holt aus einer Schublade zwei Schnellhefter hervor. Aus den Augenwinkeln erkenne ich die Screenshots von Instagram, die ich bereits online eingereicht habe. Beleidigungen, direkt an mich.
»Nun, da Sie ja noch etwas jünger sind, habe ich mir erlaubt, Sie vorzuladen.« Die Polizeibeamtin schaut mich an. Es scheint ihr Ernst zu sein. »Denn ich glaube, es ist gut, wenn ich Ihre Aussage noch einmal hier aufnehme, damit wir das quasi schwarz auf weiß haben und der Sache nachgehen können.«
Ich nicke. Dafür bin ich hier.
»Also«, sagt die Polizistin. Sie klickt kurz mit der Maus auf ihrem Monitor, dann rückt sie ihre Tastatur näher an sich heran. Sie schaut mich an und hat ihre Finger auf die Tasten gelegt, um das, was ich ihr in den nächsten anderthalb Stunden erzählen werde, zu protokollieren. Ich blicke aus dem geschlossenen Fenster.
»Na dann, erzählen Sie mal!«
Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens. Das liegt nicht nur an meinen Geschwistern und meinen Eltern und daran, dass man den Namen »Ochsenknecht« in Deutschland mit irgendetwas verbindet, sondern ich bin auch deshalb eine Person der Öffentlichkeit, weil ich über 240.000 Instagram-Abonnenten habe. Eine Viertelmillion Menschen, vornehmlich in Deutschland, folgen mir. 44 Prozent davon sind zwischen achtzehn und vierundzwanzig Jahre alt, 62 Prozent Frauen und 38 Prozent Männer. Wann immer ich die Frontkamera an meinem Smartphone aktiviere und über mein Leben berichte, weiß ich, dass viele Menschen mir dabei zusehen. Ich bin damit groß geworden, dass ich eine Reichweite habe. Nicht weil ich mit meinen Abonnenten geboren wurde, sondern weil ich mir diese aufgebaut habe. Trotzdem ist die Geschichte meiner gestiegenen Reichweite auch eine Geschichte des Anstiegs an Cybermobbing gegen mich.
Ich glaube, jeder Mensch hat eine andere Art von Zugang zu diesem Thema. Vielleicht seid ihr ja gar nicht selbst betroffen und wurdet noch nie von jemandem im Internet beleidigt oder runtergemacht. Aber bestimmt habt ihr einen Freund oder eine Freundin oder jemanden aus eurem erweiterten Freundeskreis, dem oder der das in irgendeiner Art und Weise schon mal passiert ist. Ich denke, das Thema Cybermobbing ist eines von diesen Themen, von denen man immer mal wieder hört, sich aber nicht direkt damit befassen will, wenn man nicht selbst davon betroffen ist. Ich finde aber, dieses Thema ist so wichtig, dass es jeden etwas angeht. Angenommen, ihr seid gar nicht selbst Opfer von solchen Attacken – seien es jetzt Beleidigungen über soziale Netzwerke oder Schulhof-Mobbing –, jemand aus eurem Freundeskreis aber schon eher, dann ist es umso wichtiger, dass ihr für eure Freunde da seid und ihnen das Gefühl gebt, ihn oder sie und ihren Kummer ernst zu nehmen. Nur so kann die Person sich euch gegenüber öffnen und mit euch darüber reden. Das ist sehr wichtig, damit Betroffene diese Problematik nicht in sich hineinfressen und so der Kummer noch größer wird.
Mich persönlich betrifft das Thema Cybermobbing seit einigen Jahren massiv. Zu fast jeder Uhrzeit, zu jedem Bild, zu jeder Story, die ich machte, bekam ich neben vielen netten Nachrichten auch krasse Sprüche und wurde heftig beleidigt. Versteht mich nicht falsch: Ich kann mit Kritik schon umgehen, und wenn jemandem ein Bild von mir nicht gefällt – dann ist das eben so. Ich will ja auch nicht jedem gefallen. Wozu auch? Und ich meine auch nicht Nachrichten, in denen so etwas drinsteht, wie: »Hey, das Kleid finde ich nicht so toll«, denn solche Nachrichten kriege ich ziemlich selten. Ich spreche von den Nachrichten, die wirklich beleidigend sind. Plumpe, massive Beleidigungen der übelsten Sorte. Anfang 2020 reichte es mir schließlich. Das neue Jahr startete direkt mit einer Menge fieser Anfeindungen, die auch im Bildteil (siehe Seite 159 ff.) abgebildet sind, und dann wurde es mir zu viel. Also erstellte ich auf Instagram einen Highlight-Ordner mit dem Titel »bullying«. Dazu machte ich einen Screenshot von besagtem Highlight-Ordner, postete diesen in meiner Story und schrieb dazu: »Ich kriege ungefähr jeden Tag Hassnachrichten und Anfeindungen und Beleidigungen von fremden Menschen … nicht nur über Instagram, sondern auch in der realen Welt. Das Thema belastet mich seit meiner Schulzeit, ich habe mich immer gegen Hate und Mobbing eingesetzt. Aber jetzt noch mehr als sonst. Ich werde jede einzelne gemeine Nachricht veröffentlichen, und wenn der Ordner voll ist, werde ich einen neuen machen. Ich werde noch mehr hinter diesem Thema stehen (Vorsatz 2020).«
In der nächsten Story nahm ich das Bild eines roten Schriftzugs, auf dem »Fuck off« stand, und schrieb darüber: »Ach ja. Falls ihr euch fragt: Warum? Ich möchte euch zeigen, dass es nicht immer positiv ist, in der Öffentlichkeit zu stehen, auch wenn man sich dafür entschieden hat, ist es ein Risiko voller Negativität und Positivität. Und ich glaube, da spreche ich für viele Menschen, die in der Öffentlichkeit leben.«
Als die Anfeindungen mir gegenüber immer fieser und gemeiner wurden und ich mehr und mehr darunter litt, lud meine Mama in Absprache mit mir ein Ansage-Video auf Instagram hoch. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es nicht reichte, einfach nur ein Highlight-Video für Instagram zu machen. Ich musste mehr tun. Es musste mehr passieren. Und so ging ich schließlich zur Polizei.
Bis zu diesem Gang, um das Thema Mobbing schließlich den Behörden vorzutragen, musste aber viel passieren. Denn das Thema Mobbing fing bei mir nicht erst an, als ich diesen Highlight-Ordner mit den persönlichen Anfeindungen auf Instagram erstellte. Das Thema war in meinem bisherigen Leben eigentlich immer da gewesen, nur eben in anderer Form, und hatte auch dann stattgefunden, als es noch kein Facebook, kein Instagram oder Ähnliches gegeben hatte, sondern als ich einfach ganz normal wie jedes andere Kind zur Grundschule gegangen bin.
Blut. Ich spuckte Blut. Die grüne Wiese, auf der ich lag und mich schmerzverzerrt zur Seite drehte, färbte sich langsam, aber sicher rot. Ich hustete einzelne Speichelfäden aus. Ich bekam kaum Luft, und mir wurde schwarz vor Augen. Um mich herum war eine laute Geräuschkulisse, aber das nahm ich kaum wahr.
»Steh doch bitte auf!«, keuchte ich zum dritten oder vierten Mal, und aus meiner eigentlich sanften Stimme war mittlerweile ein gequältes Quietschen geworden. Es war die Wiese am Fußballplatz unweit des Schulhofs meiner Grundschule in München-Grünwald, und auf mir saß ein Junge, der eine Klasse über mir war. Es war das Ende der großen Pause, und wie fast immer hatte ich mich mit meinen Freundinnen oder denjenigen, von denen ich gedacht hatte, sie wären es, auf die Wiese nahe dem Fußballplatz gesetzt und geredet und gespielt. Bis diese andere Gruppe angekommen war, angeführt von dem Jungen, der gerade auf mir saß und Ärger machte. Wie genau das alles passiert war, wusste ich nicht mehr. Es hatte als Spaß angefangen. Aber die Situation war jetzt schon lange kein Spaß mehr. Der Junge auf mir wog wahrscheinlich doppelt so viel wie ich und zerquetschte mich gerade. Immer wenn er sich bewegte, hatte ich das Gefühl, meine Rippen wurden gebrochen. Mein Blick wurde glasig, und Tränen kullerten mir aus den Augen.
»Bitte, steh doch auf!«, rief ich mit letzter Kraft schmerzerfüllt und versuchte, mich von dem Jungen zu lösen, der mich als menschlichen Sitzsack benutzte, doch es gelang mir nicht. Meine Arme ragten wie blasse Streichhölzer unter seinem wuchtigen Körper hervor, sonst war ich komplett bewegungsunfähig. Aus dem Augenwinkel erkannte ich verschwommen mein Umfeld. Ich sah das hölzerne Fußballtor, das ein wenig mit Moos bewachsen war. Davor spielten einige Kinder, die sich aber auch mir und dem Geschehen zugewandt hatten. Direkt um mich herum stand meine Clique, meine Mädels, von denen ich nie so genau gewusst hatte, ob wir uns jetzt alle mochten oder eben nicht. Und jetzt, wo ich merkte, dass keiner etwas tat, sagte oder mir half und langsam alles dunkler und düsterer wurde – und der Druck auf meinen Brustkorb scheinbar bis ins Unendliche zunahm –, wusste ich, dass heute einer dieser Tage war, an dem sie mich nicht mochten. Keiner reagierte. Wie lange brauchte ein Mensch, bis er erstickte? Ich wusste es nicht. Alles, was ich wusste, war, dass meine Rippen schmerzten und ich das Gefühl hatte, gleich ohnmächtig zu werden.
»Bitte ...«, wimmerte ich unter dem Druck vom Gewicht des Jungen. Ich schaute auf das blutverschmierte Gras und versuchte, Luft zu holen, doch es gelang mir nicht. Es war ein warmer Frühlingstag in München, ich war neun Jahre alt, ging in die dritte Klasse, und ich hatte das Gefühl, jetzt war hier gleich alles vorbei.
Während ich nach Luft rang, hörte ich, wie der Junge, der auf mir saß, schallend lachte. Ich blickte noch einmal nach vorn und erkannte, dass sich von der Seite des Schulhofs eine größere Gestalt näherte. Mit einem Schlüsselbund in der einen und einem Pausenbrot in der anderen Hand. Es war einer der Lehrer. Ich spürte, wie der Druck von meiner Brust genommen wurde – der Junge war aufgestanden. Ich hustete, röchelte und zog ein wenig Luft durch meine Lungenflügel. Dann spuckte ich noch etwas Blut auf die Wiese. Gleichzeitig spürte ich einen Schmerz in meinem Mund. In dem Moment, als der Junge sich auf mich gesetzt hatte, hatte ich mir auf die Zunge gebissen, daher auch der blutige Auswurf.
»Was ist denn hier los?«, hörte ich die Stimme eines Lehrers aus der Ferne. Das Getuschel um mich herum verstummte. Ich setzte mich aufrecht hin und atmete tief ein und aus. Der Junge, der sich auf mich gesetzt hatte, zuckte mit den Achseln und trottete ganz langsam zu den anderen, die um mich herumstanden. Ich blickte zu meinem Lehrer hoch, der sah, wie ich auf dem Boden saß und weinte. Ich wischte mir über den Mund, und jetzt war auch auf meiner Handoberfläche Blut. Der Lehrer schaute erst mich und dann die anderen umherstehenden Kinder an. Den Jungen nahm er gar nicht wahr, und es schien auch so, als suchte er ihn nicht erst. Dann erhob er die Stimme und sagte: »So, jetzt ist aber auch gut! Die Pause ist vorbei! Geht bitte wieder in die Klassen, der Unterricht geht weiter.« Dann schaute er mich an und fragte: »Bei dir ist alles gut, oder?« Ich nickte und sagte: »Ja, ist alles gut«, während ich nur schwer Luft bekam und meine Rippen zu brennen schienen. Ich antwortete aus Reflex, nicht weil ich es wirklich glaubte. Aber ich kannte den Jungen und hatte keine Lust auf weiteren Stress. Denn morgen würde er wieder da sein. Und ich auch. Ich wollte vor den anderen nicht als Loser dastehen, als Petze, als Opfer. Deshalb nahm ich die letzten quälenden Minuten und den demütigen Fußweg zurück in die Klasse in Kauf. War halt so. Ich hatte Schmerzen in der Magengegend, und meine Zunge tat weh. Meine Freundinnen, die sich heute dafür entschieden hatten, nicht meine Freundinnen zu sein, gingen einige Meter vor mir. Es war, als wäre nichts geschehen, als wären die letzten quälenden Minuten einfach nicht passiert. Gemeinsam liefen wir alle vom Fußballplatz über den Schulhof zurück in die Klasse. Als ich mich in den Unterricht setzte, schmerzte mein Brustkorb noch immer. Meine Zunge hatte aufgehört zu bluten, aber eingetrocknetes Blut klebte an meiner Unterlippe. Ich setzte mich auf meinen Platz, und meine Klassenlehrerin betrat den Raum. Der Unterricht ging weiter. Mathe. Ich hatte Schmerzen.
Solche Situationen gab es in der Grundschule öfter. Aus Spaß wurde Ernst, aber der Ernst wurde nicht aufgearbeitet. Es »war dann eben so«. Ich war aber damals schon etwas kleiner und zierlicher, und mich belastete diese körperliche und psychische Erniedrigung sehr. Ich wurde zunehmend stiller und etwas scheuer, wenn ich die Schule betrat. Ich wusste auch manchmal nicht so recht, wem ich trauen konnte, da auch meine vermeintlichen Freundinnen sich manchmal auf die andere Seite schlugen oder mich nicht in Schutz nahmen.
Neben solchen einzelnen Aktionen, an die ich mich bis heute sehr bildhaft erinnere, gab es damals in der Grundschule aber noch eine Geschichte, die ich bis heute nicht vergessen habe und die auch den Grundstein dafür legte, dass ich mich in Schulen selten aufgehoben fühlte. Diese Geschichte ist eng an einen Jungen geknüpft, der dafür bekannt war, regelmäßig andere zu bedrohen und fertigzumachen. Dieser Junge hieß Anton. Er war von Anfang an in meiner Klasse, und es war bekannt, dass er aus schwierigen Verhältnissen kam. Nach Schulschluss fuhr er mit der Tram in ein nahe gelegenes Heim, in dem er betreut wurde und auch übernachtete. Dieser Junge war in der Schule sehr aggressiv und nutzte die große Pause und den Schulhof, um Krawall zu machen und andere Schüler der Grundschule zu schlagen und ihnen aufzulauern.
Ein beliebtes Ziel seiner zufälligen Aggressionen und Wutausbrüche war ich. Ich war für eine Neunjährige damals ziemlich klein und zierlich und auch nicht sehr selbstbewusst. Das war ja auch nicht einfach, schließlich hatte ich ja schon die Erfahrung gemacht, dass sich ältere Jungs auf mich draufsetzten und meine Freundinnen mir nicht wirklich zur Seite standen.
In seinen Augen war ich also ein einfaches Opfer, das sich nicht zur Wehr setzen konnte. Und so geschah es, dass er mich in den Pausen regelmäßig schlug, an den Haaren zog und anspuckte. Ich kannte ihn überhaupt nicht, und wir hatten ja auch keinen Kontakt. Nie hatte ich mich mit ihm unterhalten, aber ich wurde, vielleicht auch, weil ich mich nicht so gut wehren konnte, zu einem seiner Lieblingsopfer. Ich hatte solche Angst vor ihm, dass ich, bevor es zur Pause klingelte, manchmal noch länger im Klassenraum sitzen blieb.
»Cheyenne, es hat zur Pause geklingelt, geh an die frische Luft!«, sagte meine Klassenlehrerin, lächelte mich im leeren Klassenzimmer an und zeigte auf die Tür.
Die hatte ja keine Ahnung, was los war. Langsam und mit gequältem Gesichtsausdruck ging ich auf den Pausenhof. Ich wusste ja, was mich hier erwartete. Auf dem Schulhof war in der Pause immer viel los. Die Kinder spielten mit dem Hüpfgummi, malten mit bunter Kreide oder sprangen mit einem Ball herum. Manche spielten auch Verstecken oder Fangen. Es war ein richtiger Tumult, wie das eben nun mal in Grundschulen ist. Als Anton sah, wie ich auf den Pausenhof kam und scheu einen Schritt vor den anderen setzte, jagte er mir hinterher. Immer wenn ich vor ihm wegrannte, dachte die Pausenaufsicht wohl, das wäre ein Spaß. Ein Junge, der ein Mädchen jagt. Ein Fangen-Spiel. Aber für mich war das nie ein Spaß und auch nie ein Spiel. Ich hatte große Angst. Und selbst wenn Anton mir an einem Tag mal nichts tat, so war die Angst doch mein ständiger Begleiter auf dem Pausenhof.
Wenn er mich schließlich erwischt hatte, war das Prozedere fast immer das Gleiche. Der Junge zog mich in ein Gebüsch und schlug zu. Er trat nach, seine geballten Fäuste trafen mein Gesicht, und ich versuchte, mich mit Händen und Füßen zu wehren. Aber wenn ich das tat, zog er mich an den Haaren und spuckte mich an. Das tat weh und war demütigend zugleich.
Nach den ersten Attacken wurden die Lehrer auf ihn aufmerksam. Schließlich war ich ja auch nicht das einzige Opfer, auch wenn ich schon sehr im Fokus seiner Attacken stand. Er war ja bekannt dafür, ein Störenfried zu sein. Das Engagement meiner Lehrer hielt sich aber ziemlich in Grenzen. In meiner Erinnerung steht ein einzelner Lehrer mitten auf dem Pausenhof, isst einen Apfel und schaut gelangweilt durch die Gegend, während ich in einem Gebüsch liege und geschlagen werde, und kann gar nicht zwischen einem lustigen Versteckspiel und einer echten Bedrohung und echter Gewalt unterscheiden – und er hat auch nicht wirklich Interesse daran. Viel lieber will er seinen Apfel essen und eine ruhige Pause genießen.
Als andere Kinder der Pausenaufsicht schließlich sagten, was der Junge regelmäßig tat, wurde auch eingegriffen. Ich war kurz erleichtert, als ich in einer Pause mal wieder von dem Jungen ins Gebüsch gezogen und verprügelt wurde und im Hintergrund bemerkte, wie sich ein Lehrer näherte.
»Jetzt langt’s aba, Anton!«, sagte er in bayrischem Akzent und griff nach dem Jungen, der von mir abließ, es sich aber nicht nehmen ließ, mich zum Abschied noch anzuspucken. Ich wischte mir meine Tränen und seine Spucke aus meinem Gesicht. Anton trottete dem Lehrer, der einen Kaffeebecher in der Hand hielt, hinterher, drehte sich aber noch zu mir um und grinste fies.
Grins nicht so blöd, dachte ich mir. Jetzt kriegst du richtig Ärger, und dann war es das. Ab jetzt würde alles besser werden. Dachte ich zumindest.
Am nächsten Tag in der Schule läutete es wieder zur Pause. Anton war wieder da und machte da weiter, wo er am Vortrag unterbrochen worden war. Wieder zerrte er mich in ein Gebüsch und schlug zu. Ich versuchte, mich zu wehren, aber es gelang mir nicht. Dann rückte wieder ein Lehrer an. Derselbe wie vom Vortag, diesmal war er genervter als am Tag davor und sagte etwas lauter: »Jetzt langt’s aba, Anton.« Wieder trottete Anton dem Lehrer mit dem Kaffeebecher hinterher. Wieder drehte er sich um und grinste mich fies an. Ich spürte, wie mir der Atem stockte und ich wieder losweinte. Ich hatte das Gefühl, der Lehrer war genervt davon, dass er schon wieder seinen Kaffee nicht in Ruhe auf dem Pausenhof trinken konnte. Ich wurde einfach nicht ernst genommen. Die ganze Situation wurde nicht ernst genommen. Die Konsequenz für Anton war, dass er zum Direktor gehen und eine Strafarbeit schreiben musste. Aber das war ihm ziemlich egal. Ich weiß bis heute nicht, ob er seine Strafarbeit geschrieben hat, jedenfalls war er am nächsten Tag wieder auf dem Schulhof, und ich musste mal wieder die Flucht ergreifen. Für ihn gab es keine richtige Bestrafung, es war ihm einfach egal.
