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Nullkommanull Bock auf den üblichen Stress! Aber: Weihnachten steht halt mal vor der Tür' - und irgendwie muss Hannah ja feiern. Wohlgemerkt, zum ersten Mal in ihrem Leben mutterseelenalleine - und das im bescheidenen Alter von 44... Aber sie hat ein klares Ziel: Keinen Kartoffelsalat, keine Würstchen, keinen Weihnachtsbaum und vor allem keine krummbuckeligen Verwandten oder Lebensabschnittsvermieser, die komplett überflüssigen Stress verbreiten. Das Motto für dieses Weihnachtsfest steht im Prinzip fest: Hauptsache anders als sonst! Stellt sich nur die Frage: GEHT SOWAS ÜBERHAUPT? Tja, das steht wohl auf einem anderen Tannenbaum-Blatt... "Weihnachten frei nach Plan" ist die erste Kurzgeschichte aus der Feder von Carola van Daxx, die bereits mehrere Romane geschrieben hat, die allesamt im Großraum Frankfurt am Main, Wetterau und Vogelsberg spielen.
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Veröffentlichungsjahr: 2016
Inhaltsverzeichnis
Weihnachten frei nach Plan
ÜBER DIE AUTORIN + DANK
Leseprobe aus “Alpha-Softie: Wie MANN einer wird”
Impressum
Einmal die heiligen Feiertage ohne Verpflichtungen erleben, völlig frei sein, ohne Stress, ohne hektisches Treiben, ohne Putzmarathon, ohne Anreisen, ohne Abreisen, ohne Einladungen. Völlig losgelöst von allem, was Weihnachten gemeinhin so anstrengend macht! Das war der Plan, der keiner sein sollte. Mein frei zu gestaltender Plan!!! Denn jetzt war ICH mal dran. ICH mit drei Buchstaben, und zwar in GROSS…
Da musste ich nun erst geschlagene 44 Jahre alt werden, um einmal - wohlgemerkt das erste Mal – alleine und in meinen eigenen vier Wänden Weihnachten zu feiern.
Obwohl, von „Feiern“ will ich im Zusammenhang mit Heilig Abend und den nachfolgenden zwei Zwangsharmonietagen nicht reden. Und von den Feierlichkeiten des vergangenen Weihnachtsfestes, die letztendlich zur Trennung von meinem bislang angetrauten Thomas führten, möchte ich schon gleich gar nicht sprechen. Da fing die ganze Misere nämlich an – und endete mit wüsten Drohungen meinerseits. Die brauchten allerdings noch ein paar Monate, um realisiert zu werden, denn die Allerschnellste in Liebes- oder Trennungsdingen bin ich wohl nicht gerade. Ich schätze, ich habe einfach kein Talent für einschneidende Entscheidungen.
Im darauffolgenden Sommer war es dann soweit: Ich, Hannah Steinhagen, 44 Jahre alt, war wieder Single! Und zwar Single mit eigener Wohnung – in Frankfurt, der angesagtesten Stadt am Main. Nicht zu vergessen, ich hatte sogar einen eigenen Balkon, klein, aber fein. Und MEIN!
Aber zurück zum Fest: Für dieses Jahr hatte ich mir jedenfalls vorgenommen, alles Menschenmögliche zu tun, um NICHTS, aber auch gar nichts von „Merry, Happy oder sonst einem Christmas“ mitzubekommen. Ich hatte nämlich die Nase gestrichen voll von diesem jährlichen Akt des Geschenketerrors, des Kauf-, Back- und Kochwahns und des gespielten Familien- und Weltfriedens. Mein Motto für dieses Jahr lautet: AUSKLINKEN – und zwar vollkommen.
Im Gegensatz zu den vergangenen, schätzungsweise 40 Weihnachten, an die ich mich erinnern kann, wollte ich dieses Mal alles ganz anders machen. Besonders wichtig war es mir, das Standard-Essen „Kartoffelsalat mit Würstchen“, dazu noch schwarzen Kaffee und den klaren Schnaps, das ist im Vogelsberg so Sitte, großräumig zu umschiffen. Auch der Baum sollte unbedingt fehlen, das war mir wichtig. Die Sache war ernst gemeint.
Ich, der Neu-Single ohne Sentimentalitäten in Bezug auf das heiligste Fest der Christenheit, hatte mich für eine profane Dose Ravioli entschieden; und schämen brauchte ich mich dafür schon gar nicht, denn kürzlich erst hatte doch Tim Mälzer höchstpersönlich ganz freimütig bekannt, das eine oder andere Abendessen im Gourmet-Restaurant auch kurzerhand mit einem derartigen Dosen-Nachtisch von der Tankstelle abzurunden. Und wenn so jemand das zugeben konnte, wer um Himmels Willen würde sich schon darum scheren, wenn ich das Gleiche tat?
Eben nur am Heiligen Abend…
Merry Maggi, würde ich sagen!
Schon Wochen vorher, um genauer zu sein, seitdem ich wusste, dass meine Eltern sich in diesem Jahr auch erstmals ausgeklinkt hatten (Kreuzfahrt in der Karibik – ich schätze, sie flüchteten vor einer unter Umständen heulenden, frischgetrennten Tochter), hatte ich damit begonnen, mir auszumalen, was ich dieses Weihnachten alles getrost ausfallen lassen würde. Allem voran, die Hektik, die diesen Tagen vorausging, egal, was man auch anstellte und welche schlauen Tipps man in Tages- oder Frauenzeitschriften so lesen konnte. Nichts half so richtig gegen die einsetzende Nervosität, alles pünktlich und möglichst perfekt hinzubekommen.
Die Geschenke versuchte ich schon seit Jahren immer das Jahr über zu kaufen. Ich betone, es waren Versuche! Versuche, die meist in die Hose gingen. Denn, wenn ich auch schon diverse Geschenke im Sommerurlaub besorgen konnte, entweder bekam die zu beschenkende Person innerhalb der nächsten Monate einen komplett anderen Geschmack oder teilte mir zufällig mit, dies oder jenes schon zum Geburtstag bekommen zu haben. Oder, diesen oder jenen Autor ab sofort nicht mehr lesen zu wollen, aus welchen Gründen auch immer.
Manchmal, ich muss es zugeben, fand ich die Geschenke auch nicht mehr – zu gut versteckt!!! Oder ich wusste partout nicht mehr, für wen ich dieses oder jenes Präsent nun gekauft hatte. Genauso ging es mir, wenn ich früh genug (im goldenen Oktober zum Beispiel) angefangen hatte, die Päckchen schon in weihnachtlichem Papier einzupacken. Da ich nun einmal der Meinung bin, mit nicht einmal Mitte vierzig gedächtnismäßig noch derart auf der Höhe zu sein, dass ich mir doch locker würde merken können, für wen das alles ist, machte ich mir auch keine Zeichen. Meistens. Was ein Fehler war. Noch fehlerhafter war allerdings die Annahme, ich könnte ganz klein und unauffällig auf dem Geschenkpapier vermerken, für wen der Inhalt bestimmt war. Nur, dummerweise, fand ich meistens diese top-secret-Stelle nicht mehr.
Das alles war Stress pur. Zugegeben: Es war selbstverursachter Stress! Aber der ist genauso doof, wenn nicht noch doofer, als wenn er von jemand anderem produziert wird.
Tatsache ist und bleibt, egal, wie man es dreht und wendet, wie man es versucht anzugehen. Am Ende ist es immer so, dass Hektik die Wochen vor Weihnachten bestimmt – und unerträgliche Hektik die Tage, Stunden, Minuten vor Heilig Abend. Ich kenne absolut niemanden, dem es nicht so geht. Und zwar in jedem Jahr. Alle versuchen, früher und noch früher mit den Vorbereitungen zu beginnen, immer mit dem Ziel „Diesmal wird es aber ganz anders, diesmal klappt alles perfekt, diesmal bleibe ich total relaxed!“. Aber man kann Salat nicht schon Mitte Dezember kaufen, um für Weihnachten gut gerüstet zu sein.
