Verlag: DUMONT Buchverlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

Weihnachten im Café am Meer E-Book

Phillipa Ashley  

(0)
Preishit

Das E-Book lesen Sie auf:

E-Reader EPUB für EUR 1,- kaufen
Tablet EPUB
Smartphone EPUB
Computer EPUB
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Leseprobe in angepasster Form herunterladen für:

Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung Weihnachten im Café am Meer - Phillipa Ashley

Cornwall stimmt sich auf die Weihnachtszeit ein. Es wird dekoriert, gesungen und gebacken. Auch Demi ist schwer beschäftigt: Bis zur Eröffnung ihres eigenen kleinen Cafés bleibt nicht mehr viel Zeit. Und dann wollen die Gäste der Ferienanlage, in der sie arbeitet, noch versorgt sein. Immer zur Seite steht ihr dabei ihr Hund Mitch. Während die ersten Ankömmlinge die liebevoll hergerichteten Cottages beziehen und sich mitunter als recht kompliziert erweisen, versucht Demi herauszufinden, ob das zwischen ihrem Chef Cal und ihr was Ernstes ist. Alles wäre so viel leichter – wenn Cals Exfreundin nur nicht immer genau zur falschen Zeit auftauchen würde. Und wenn Cal doch endlich bereit wäre, darüber zu sprechen, was er für Demi empfindet. Als kurz vor Weihnachten ein starker Sturm über Cornwalls Küste hinwegfegt und alles durcheinanderwirbelt, müssen Demi und Cal sich ihren Gefühlen stellen. Eins ist klar: Dieses Weihnachten ist anders als alle, die sie je erlebt haben … Die Reihe um das Café am Meer: Band 1: Hinter dem Café das Meer Band 2: Weihnachten im Café am Meer Band 3: Hochzeit im Café am Meer (erscheint im Juni 2018)

Meinungen über das E-Book Weihnachten im Café am Meer - Phillipa Ashley

E-Book-Leseprobe Weihnachten im Café am Meer - Phillipa Ashley

Cornwall stimmt sich auf die Weihnachtszeit ein. Es wird dekoriert, gesungen und gebacken. Auch Demi ist schwer beschäftigt: Bis zur Eröffnung ihres eigenen kleinen Cafés bleibt nicht mehr viel Zeit. Und dann wollen auch noch die Gäste der Ferienanlage, in der sie arbeitet, versorgt sein. Immer zur Seite steht ihr dabei ihr Hund Mitch. Während die ersten Ankömmlinge die liebevoll hergerichteten Cottages beziehen und sich mitunter als recht kompliziert erweisen, versucht Demi herauszufinden, ob das zwischen ihrem Chef Cal und ihr etwas Ernstes ist.

Alles wäre so viel leichter – wenn Cals Exfreundin nur nicht immer genau zur falschen Zeit auftauchen würde. Und wenn Cal doch endlich bereit wäre, darüber zu sprechen, was er für Demi empfindet.

Als kurz vor Weihnachten ein starker Sturm über Cornwalls Küste hinwegfegt und alles durcheinanderwirbelt, müssen Demi und Cal sich ihren Gefühlen stellen. Eins ist klar: Dieses Weihnachten ist anders als alle, die sie je erlebt haben …

Phillipa Ashley studierte Anglistik und arbeitete als Werbetexterin und Journalistin. Seit 2005 veröffentlicht sie Romane und wurde dafür mit dem ›Romantic Novelists Association New Writers‹-Award ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in Staffordshire. Bei DuMont erschien zuletzt ›Hinter dem Café das Meer‹ (2017), der erste Band um Demi, Mitch und Cal.

Phillipa Ashley

Weihnachtenim Café am Meer

Roman

Aus dem Englischenvon Marion Herbert

Von Phillipa Ashley ist bei DuMont außerdem erschienen:

Hinter dem Café das Meer

eBook 2017

DuMont Buchverlag, Köln

Alle Rechte vorbehalten

© 2016 Phillipa Ashley

Die englische Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel ›Christmas at the Cornish Café‹ bei Maze, London.

© 2017 für die deutsche Ausgabe: DuMont Buchverlag, Köln

Übersetzung: Marion Herbert

Umschlaggestaltung: Lübbeke Naumann Thoben, Köln

Umschlagabbildung: © plainpicture / Hanka Steidle

Satz: Angelika Kudella, Köln

eBook-Konvertierung: CPI books GmbH, Leck

ISBN eBook 978-3-8321-8972-3

www.dumont-buchverlag.de

Für Charlotte und James

Nadelik LowenHa Bledhen Nowyth Da!

(Frohe Weihnachtenund ein glückliches neues Jahr!)

Und in Erinnerung anRowena Kincaid, 1975 – 2016

Prolog

Dienstag, 1. Oktober

»Guten Morgen, Freunde! Hier ist Greg Stennack, euer Lieblingsmoderator auf eurem Lieblingssender Radio St Trenyan. Hier kriegt ihr die neusten Hits und die heißesten News rund um unser hübsches Städtchen in Cornwall. Und ich werde persönlich dafür sorgen, dass ihr an diesem nassen und windigen ersten Oktober ein bisschen bessere Laune bekommt. Hey, ist es wirklich schon Oktober? Habt ihr nicht auch das Gefühl, als hättet ihr euch gestern noch mit Sonnenmilch eingecremt und die Strandtücher ausgebreitet, um ein paar Sonnenstrahlen zu genießen? Oh, Moment – das war erst gestern! Der Sommer hat sich dieses Jahr über Nacht verdrückt. Aber macht euch nichts draus, Leute. Nur noch fünfundachtzigmal schlafen bis Weihnachten. Und jetzt lasst uns mit den Eurythmics in diesen stürmischen Herbsttag starten: ›Here Comes the Rain Again‹…«

Na danke, Greg – nichts gegen Annie Lennox, aber darauf kann ich verzichten.

Stöhnend haue ich auf den Ausschalter des Radioweckers und ziehe mir die Bettdecke über den Kopf. Das war ein Fehler. Jetzt trompetet mir zwar Greg nicht mehr ins Ohr, dafür höre ich aber den Regen noch stärker gegen die Fenster prasseln und auf das Dach meines kleinen Cottages trommeln. Ich fröstele, als ich einen Augenblick später die Decke zurückschlage. Es ist der Morgen des ersten Oktober, aber es könnte genauso gut mitten in der Nacht sein, so düster ist es in meinem Schlafzimmer. Die Hitzewelle Ende September, über die wir uns hier in Kilhallon Park sehr gefreut haben, wurde gestern am späten Abend von einem gewaltigen Sturm beendet, der vom Atlantik hereingeweht ist und unser kleines Städtchen hier am westlichsten Ende Cornwalls heimgesucht hat.

Die Schlafzimmertür kracht gegen die Wand, vier Pfoten landen in meinem Bett und eine raue Zunge schleckt mir übers Gesicht.

»Wuff!«

Mein Hund Mitch stellt sich auf meinen Bauch und präsentiert mir seine Zunge. »Danke, Junge, aber ich wasch mich lieber selbst. Und das vorzugsweise im Bad.«

Mitch bellt, springt auf den Fußboden und wedelt mit seinem buschigen Schwanz.

»Ich weiß, ich weiß. Du willst Gassi gehen, aber hast du nicht gehört, dass da draußen dieses nasse Zeugs vom Himmel fällt?«

Mitch bleibt neben dem Bett stehen und neigt den Kopf, wie um zu sagen: »Weichei.«

Ich verabschiede mich endgültig von dem Gedanken, noch ein bisschen liegenbleiben zu können. »Okay. Du hast gewonnen.«

Als ich die Beine über die Bettkante schwinge, ist Mitch schon längst an der Tür. Er kann kaum noch an sich halten, so sehr freut er sich auf einen Spaziergang. Ich ziehe mir eine alte Jeans und einen Fleecepulli an, trotte die Treppe hinunter, trinke schnell ein Glas Saft und ziehe die Vorhänge auf. Es schüttet wirklich wie aus Eimern, und der Wind vom Meer ist so stark, dass der Regen fast waagerecht durch die Luft peitscht.

Ich schnappe mir eine alte Wachsjacke von einem Haken neben der Hintertür und ziehe mir die Kapuze über den Kopf. Mitch muss unbedingt raus, und ich sollte nachsehen, ob unsere nagelneuen Gästecottages dem Wind getrotzt haben und heil geblieben sind. Und ich muss mich vergewissern, dass unser neues Café Demelza’s noch ganz ist und bereit für die Eröffnung am Donnerstag.

Seit ich an Ostern hergekommen bin, arbeiten mein Chef Cal Penwith und ich hart daran, Kilhallon, das noch vor einer Weile nicht viel mehr als ein heruntergekommener Campingplatz war, in ein schickes Ferienresort zu verwandeln. Dank der Hilfe unserer Freunde – und trotz der Manipulationsversuche unserer Gegner – erwarten unsere Cottages und der Luxusbereich unseres Campingplatzes heute offiziell die ersten Gäste.

Und dann ist da noch Demelza’s.

Ich habe Cal überredet, das alte Lagerhaus am Küstenpfad zu einem Café umzubauen. Er hat beschlossen, es nach mir zu benennen, also werde ich mein Bestes geben, damit das Ganze ein Erfolg wird – auch wenn stürmische Zeiten auf uns zukommen.

Apropos … Der prasselnde Regen und der heulende Wind vor der Haustür sind so laut, dass Mitchs Bellen fast nicht mehr zu hören ist. Er rennt hinaus und patscht durch die Pfützen, während ich in der Tür stehen bleibe und zusehe, wie Regentropfen von den Pflastersteinen im Hof hochspritzen. Aber nicht der Wolkenbruch hält mich davon ab, einen Schritt nach draußen zu machen, sondern das Bewusstsein, dass heute der Tag ist, an dem Kilhallon – und Cal und ich – den Sprung ins Ungewisse wagen.

Ich schlüpfe in ein etwas ramponiertes Paar Gummistiefel, das früher Cals Cousine Robyn gehört hat. Übrigens trage ich auch ihre alte Jacke: Hier packen alle mit an und teilen das, was sie haben. Zu meiner eigenen Familie habe ich keinen Kontakt mehr, aber seit Cal mich eingestellt hat, bin ich ein Teil des Kilhallon-Clans geworden. Und ich habe ein paar gute Freunde gefunden, die mit mir durch dick und dünn gehen. Einer von ihnen – Cal – ist mehr als ein Freund, aber mal sehen, was daraus wird.

Mitch springt um meine gummibestiefelten Füße herum und bellt fröhlich, wie um zu sagen: »Komm schon, worauf warten wir?«

Wir haben zusammen schwere Zeiten durchgemacht, vor uns liegen neue Herausforderungen, da gibt es kein Zurück. Ich atme tief durch und trete hinaus in die Sintflut. Meine Oma Demelza hat immer gesagt: Wenn du einen Regenbogen sehen willst, musst du den Regen in Kauf nehmen …

1

»Hallo! Willkommen auf Kilhallon. Hatten Sie eine angenehme Reise?«

Der Mann schaut finster unter der Kapuze seiner Jacke hervor und wirft seine Autoschlüssel auf die glänzende neue Rezeptionstheke vorn im Haupthaus von Kilhallon. Er ist höchstens dreißig und würde gut aussehen, wenn sein Gesichtsausdruck nicht noch bedrohlicher wäre als das Wetter. »Hört’s hier irgendwann auch mal auf zu regnen?«, grummelt er. »Es hat schon den ganzen Weg von London hierher geschüttet, die Fahrt war ein Albtraum.«

»Das tut mir leid, Sir, das muss schrecklich gewesen sein, aber wie schön, dass Sie jetzt bei uns sind! Laut Wetterbericht wird es heute am späteren Nachmittag besser. Morgen erwarten wir einen viel freundlicheren Tag. Würden Sie bitte hier Ihre persönlichen Daten und Ihr Autokennzeichen eintragen? Ich hole so lange Ihre Schlüssel und Ihr Willkommenspaket, und dann bringe ich Sie zu Ihrem Cottage.« Lächelnd reiche ich ihm einen Stift.

Er schiebt sich die Kapuze aus dem Gesicht. Der dunkelblonde Pony klebt ihm an der Stirn, und ein Regentropfen läuft ihm an der Nase entlang, als er den Stift nimmt und stirnrunzelnd die Unterlagen betrachtet. In der Zwischenzeit nehme ich die Schlüssel zu seinem Cottage und das Willkommenspaket aus der Schublade unter der Rezeptionstheke und hoffe, dass der Regen bald aufhört. Stattdessen erschüttert ein Donnergrollen das Haus, und unser Gast sieht sich um, als befürchtete er, dass wir gleich von Aliens abgeknallt werden.

Kurz darauf schiebt er mir die Papiere zu. Seine Handschrift sieht aus, als hätte eine betrunkene Spinne mit dem Kuli Salsa getanzt, aber ich werde unseren ersten Gast nicht bitten, die Unterlagen noch mal auszufüllen. »Auf der Website stand, dass es hier in der Anlage ein Café gibt. Ich würde gern etwas zu Mittag essen. Können Sie mir zeigen, wo es ist?« Seine Stimme klingt gepresst, und meine Antwort wird seine Stimmung sicher nicht verbessern.

»Das Café eröffnet leider erst übermorgen, Mr … Bracken.«

»Ich heiße nicht Bracken. Bannen. Kit Bannen«, fügt er hinzu und betont dabei jede Silbe, als wäre ich ein kleines Kind. Was ich ihm allerdings nicht verübeln kann – schon unseren ersten Gast spreche ich mit dem falschen Namen an. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen, statt die ganze Zeit zu backen.

»Und wieso ist das Café geschlossen?«, fragt er sichtlich empört. »Das Café ist einer der Gründe, weshalb ich überhaupt hergekommen bin. Und warum ich unterwegs nichts gegessen habe. Auf der Website sieht es toll aus, und nachdem ich die Staus endlich hinter mir hatte, habe ich mich darauf gefreut, hier ein spätes Mittagessen zu kriegen.«

»Das tut mir leid, Mr Bannen. Ab Donnerstagmorgen sind Sie im Café herzlich willkommen. Auf der Website und in den Infos, die wir Ihnen geschickt haben, steht, dass wir im Herbst und Winter von Donnerstag bis Sonntag geöffnet haben.«

»Das nützt mir jetzt aber nichts, oder?«

»Das ist mir bewusst, Sir, aber es sind nur noch zwei Tage … sogar weniger, um genau zu sein«, sage ich, als mir einfällt, dass schon wieder ein paar Stunden vergangen sind.

»Gibt es hier in der Nähe einen Pub oder ein Restaurant?«, fällt Mr Bannen mir ins Wort.

»Der Pub ist nur etwas über eine Meile entfernt, an der Kreuzung. Sie müssen wahrscheinlich mit dem Auto hinfahren.« Das fängt ja gut an. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass er müde und schlecht drauf ist, aber es gibt keinen Grund, so unhöflich zu sein.

»Na toll. Gerade bin ich sieben Stunden im Schneckentempo von London hierher gekrochen, und jetzt soll ich mich schon wieder ins Auto setzen.«

»Das tut mir sehr leid, Mr Bannen, aber ich habe auch eine gute Nachricht: In Ihrem Cottage erwartet Sie ein Willkommenskorb mit frischem Brot, Butter, Eiern, Käse, etwas Milch und einer Flasche Wein. Es sind alles einfache, aber hochwertige Lebensmittel, mit denen Sie sich zum Beispiel schnell ein Sandwich oder ein Omelett machen könnten.«

Er funkelt mich an und runzelt die Stirn. »Sagten Sie Wein?«

»Ja, eine Flasche Rotwein von einem Weingut aus der Region, aber wenn Sie möchten, kann ich ihn gegen einen Weißen tauschen. Ich habe eine Flasche hier im Kühlschrank. In Ihrem Cottage finden Sie natürlich auch alles Notwendige, wenn Sie einen Tee oder Kaffee kochen möchten, und in Ihrem Kühlschrank steht Apfelsaft aus Cornwall, falls es Ihnen noch zu früh ist für Wein …«

»Es ist nicht zu früh für Wein!«

Es würde mich nicht wundern, wenn unter seinen zornigen Blicken gleich die Rezeptionstheke zu Staub zerfällt.

Doch einen Moment später seufzt er und lächelt mich entschuldigend an. »Ich bin nicht immer so mies drauf, ich hatte in letzter Zeit nur viel Stress bei der Arbeit, und die Fahrt von London hierher war noch schlimmer, als ich befürchtet hatte, und es schüttet, und ich bin am Verhungern.«

»Das verstehe ich, Mr Bannen, und es tut mir leid, dass das Café noch nicht geöffnet hat, aber wenn Sie möchten, können Sie ein Stück von der Spinat-Ricotta-Quiche bekommen, die ich heute Morgen gebacken habe, und damit Ihren kostenlosen Premium-Willkommenskorb aufstocken.«

»Quiche, sagen Sie?«

Ich lächle. »Mhm. Selbst gebacken.«

»Hmm. Tja, danke, dann befolge ich wohl Ihren Rat und bleibe einfach hier. Ich muss mich wirklich ausruhen.«

»Gute Idee. Ich zeige Ihnen Ihr Cottage. Es heißt Enys Cottage nach einer alten Figur aus den Poldark-Romanen und ist nur ein paar hundert Meter entfernt am Weg links vom Haupthaus. Folgen Sie mir gerne in Ihrem Auto. Übrigens, möchten Sie zu Ihrer Quiche vielleicht noch ein paar Mince Pies?«

Er runzelt wieder die Stirn. »Mince Pies? Es ist doch gerade erst Oktober.«

»Ja, ähm, ich habe wegen der Eröffnung des Cafés ein bisschen herumexperimentiert.«

»Herumexperimentiert?«

»Ein paar Rezepte getestet«, korrigiere ich mich, denn er wirkt etwas skeptisch. »Genauer gesagt habe ich für die Mince-Pie-Füllung ein neues Rezept mit Schuss kreiert und verschiedene Garnierungen für die Pies ausprobiert. Glasierte Sterne und knusprige Zimt-Orangen-Streusel … Die mit den Streuseln sind besonders lecker. Ich wollte gerade noch welche mit Wiener Sandringen machen, als Sie an der Rezeption geklingelt haben …« Ich breche ab, als ich merke, dass ich aus Nervosität und Unsicherheit drauflos plappere, weil unser erster Gast sich nicht so auf seinen Urlaub hier zu freuen scheint, wie ich erwartet hatte.

Mr Bannen mustert mich, als wäre ich irre, zieht dann die Nase kraus und schnuppert. Plötzlich erscheint auf seinem Gesicht ein Lächeln, das aus dem Miesepeter mit einem Mal einen Surfer-Sonnyboy macht.

»Das war es also, was ich Leckeres gerochen habe. Wissen Sie, ich glaube, ein paar Mince Pies und Wein wären jetzt genau das Richtige nach dem ganzen Stress bei der Arbeit.«

»Was machen Sie denn?«, frage ich, erleichtert, weil er sich entspannt.

»Ach, alles Mögliche. Vor allem langweiligen Verwaltungskram.«

Er will es mir also nicht sagen. Na gut, auch egal. »Wenn Sie kurz hier warten möchten, hole ich das Essen und meine Jacke, und dann können Sie mir in Ihrem Auto zum Enys Cottage folgen.«

Seine Antwort ist ein Brummen, aber das friedliche Brummen eines Mannes, der sich beruhigt und ein wenig schämt, dass er rumgeschnauzt hat. Zumindest vermute ich das – über den richtigen Umgang mit Gästen muss ich noch Einiges lernen.

Ich schnappe mir meine Wachsjacke, die im Flur zwischen der Rezeption und dem Wohnbereich des alten Farmhauses hängt, dem Herzen der Ferienanlage. Dann hole ich ein Stück Quiche aus dem Kühlschrank und packe es in eine viereckige Kuchenschachtel aus Pappe – zum Glück habe ich für die Café-Eröffnung welche hier. Ich nehme vier verschiedene Mince Pies aus der Keksdose, lege sie in eine weitere Schachtel und bringe das Essen zur Rezeption.

Mr Bannen ist nirgends zu sehen.

Oje. Hoffentlich ist er nicht doch noch abgehauen.

Nachdem ich mir die Jacke angezogen und die Schlüssel für den Land Rover gefunden habe, gehe ich mit den Schachteln hinaus. Mr Bannen steht am Zaun auf der anderen Seite des Kiesparkplatzes und blickt über die Wiesen, wo im Frühjahr unser regulärer Campingplatz entstehen soll. Bisher haben wir nur den Luxus-Bereich fertiggestellt: vier Jurten in dem kleinen Wäldchen, das ein wenig außerhalb der Sichtweite des Parkplatzes liegt.

Mr Bannen hat die Arme ausgestreckt und hält sich am Querbalken fest, und wenn ich mich nicht täusche, atmet er gerade die Cornwall’sche Meeresluft tief ein. Es regnet immer noch, aber nicht mehr so stark. Ich verstaue die Quiche und die Mince Pies auf dem Beifahrersitz. Mr Bannen macht keine Anstalten, zu seinem Auto zurückzukehren. Er fährt einen riesigen silbernen BMW, der eigentlich viel zu groß für eine einzige Person ist, aber wahrscheinlich genau richtig für einen gestressten, wütenden Mann. Ich habe natürlich nichts gesagt, aber ich frage mich, warum er allein Urlaub macht, und wo wohl seine Familie und seine Freunde sind.

Ich setze mir die Kapuze auf und warte neben dem Land Rover.

Der Regen lässt weiter nach. Schließlich reißt Mr Bannen sich von der Aussicht los und trottet zu mir zurück. Jetzt wirkt er eher traurig als verärgert.

»Tut mir leid«, sagt er, als er bei mir ankommt. »Ich hab ein bisschen frische Luft gebraucht.«

»Kein Problem. Sind Sie jetzt bereit, mir zu Ihrem Cottage zu folgen?«

Er nickt und streift sich die Kapuze wieder ab. Die Spitzen seiner dunkelblonden Haare sind nass und reichen ihm bis über die Ohren. An dem einen hat er einen dünnen Goldohrring wie die Fischer in St Trenyan. Er sieht nicht aus, als würde er langweiligen Verwaltungskram machen; ich würde eher sagen, er ist ein kreativer Typ und hätte auf Werbung oder Grafikdesign oder so was getippt. Wahrscheinlich ist er zum Surfen hier, auch wenn er kein Surfbrett auf dem Dachträger seines Autos hat.

Er dreht sich wieder zum Meer, und ich folge seinem Blick. Unser zukünftiger Zeltplatz fällt ganz sanft zur Grenze des Grundstücks ab. Eine niedrige Hecke trennt ihn vom Küstenpfad, der an Killhallon vorbeiführt. Auf der anderen Seite des Pfads stürzen die zerklüfteten Klippen hinunter in den Atlantik. Mr Bannen schaut mich wieder an und sagt mit ruhigerer Stimme: »Tut mir leid. Sie haben sicher viel zu tun, und ich hätte Sie nicht warten lassen sollen, aber ich konnte der Aussicht nicht widerstehen. Bei der Arbeit starre ich fast ständig auf eine Wand, und das hier ist schon was Besonderes, sogar wenn es regnet.«

»Das hören wir gern«, erwidere ich. Ich freue mich so, dass wir endlich einen Besucher haben, und staune über die Veränderung, die die Landschaft Cornwalls in ihm bewirkt hat.

Mr Bannen schirmt sich die Augen ab und deutet nach oben. »Verdammt, ist da oben tatsächlich ein Stückchen blauer Himmel zu sehen?«

Mein Blick folgt seinem ausgestreckten Arm, und ich lächle. Es nieselt immer noch leicht, und der Wind biegt die Äste der Eichen auf der Wiese, aber über dem Meer ist zwischen den dicken grauen Wolken ein Streifen Blau zum Vorschein gekommen.

»Wie es aussieht, zieht die Unwetterfront doch früher weiter als angekündigt. Die Dinge können sich sehr schnell ändern in Kilhallon«, sage ich und versuche selbst einmal den Ort mit den Augen eines Fremden zu betrachten. So wie Ostern, als ich zum ersten Mal hergekommen bin. Aber jetzt schaue ich voller Bewunderung auf das, was vor mir liegt, und nicht mehr mit Schrecken auf das Chaos, das damals hier auf dem eher heruntergekommenen Anwesen herrschte.

»Wow.« Mr Bannen schirmt sich weiter die Augen ab, ein Sonnenstrahl ist durch die Wolken gedrungen, und die blaue Fläche wird noch größer. Auch ich schiebe mir die Kapuze vom Kopf und klimpere dann diskret mit den Schlüsseln. Ich würde ja gerne hier stehen bleiben und Kilhallons Schönheit bestaunen, aber ich war gerade beim Backen, als Mr Bannen angekommen ist. Und eben ist mir wieder eingefallen, wie viel ich noch zu erledigen habe, um die anderen Cottages, ganz zu schweigen von Demelza’s Café, für alle weiteren Besucher vorzubereiten.

»Mr Bannen? Möchten Sie mir durch das Tor nach links und zu Ihrem Cottage folgen?«, frage ich, dabei bemerke ich die Pfützen auf dem Parkplatz und denke an die Gäste, die in unseren neuen Jurten unter Zeltleinwand, wenn auch Luxus-Zeltleinwand, schlafen werden. Ich habe Cal heute Vormittag in den sintflutartigen Regen hinauslaufen sehen, um zu prüfen, ob sie dichtgehalten haben.

Mr Bannen folgt meiner Aufforderung und holt seine Schlüssel aus der Tasche seiner teuren Outdoor-Jacke. »Danke … wollen wir uns duzen? Ich bin Kit … Na ja, eigentlich Christopher, aber alle nennen mich Kit.«

»Gerne. Ich bin Demi.«

Er wirft noch einen langen Blick auf die Landschaft und steigt dann in seinen silbernen BMW. »Weißt du, trotz Wind und Wetter und obwohl der nächste Pub eine Meile entfernt ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man hierhin flüchten will.«

2

»All I want for Christmas … is youuuuuu!«

Ich summe zu Mariah Carey und tanze vor dem Herd im Farmhaus herum, während ich darauf warte, dass der Küchentimer klingelt. Nur noch ein paar Minuten.

Ich habe sofort weitergebacken, nachdem ich Mr Bannen – sorry, Kit – alles in seiner Ferienwohnung gezeigt hatte. Das Enys ist unser gemütlichstes, aber auch unser kleinstes Cottage, perfekt für ein Paar oder auch, wie in seinem Fall, eine Person – deshalb hat meine erste Gästetour nicht sehr lange gedauert. Als ich gegangen bin, hat er zwar nicht gerade gelächelt, aber er war dabei, die Flasche Wein zu öffnen und sich über die Quiche herzumachen. Ich bin froh, dass mein Chef Cal und Polly, die sich als seine persönliche Assistentin bezeichnet, ab Donnerstag das Management der Ferienanlage übernehmen, sodass ich mich auf meine größte Leidenschaft konzentrieren kann: natürlich das Café und das Essen.

Während ich Kit zu seinem Cottage gebracht habe, hat Cal mir eine Nachricht geschrieben. Er wollte sich gerade aufmachen, um ein paar Gäste aus Surrey zu empfangen, die einige unserer Luxus-Camping-Jurten gebucht haben. Sie hatten wahrscheinlich eine ähnliche Anreise wie Kit und sind sicher auch müde und genervt. Die Wiese ist nach dem Sturm ganz aufgeweicht, also beneide ich Cal nicht um die Aufgabe, die Gruppe zu begrüßen. Hoffentlich hebt der Sonnenschein ihre Stimmung – oder auch der Willkommenskorb voller Köstlichkeiten, der sie in ihren Jurten erwartet.

Wenn alle meine Mince Pies gebacken und abgekühlt sind, muss ich sie fotografieren, damit ich ein paar Bilder auf meinen Demelza’s-Blog und ein paar andere Social-Media-Plattformen hochladen kann, um Werbung für unsere Weihnachtsspezialitäten zu machen. Je mehr Buchungen für Mittagessen und Events wir bekommen, desto besser. Ich muss Cal beweisen, dass er mir nicht umsonst sein Vertrauen geschenkt hat, und vor allem, dass er nicht umsonst in mein Café investiert hat. Schließlich war es meine Idee.

Ich strecke kurz den Kopf aus der Tür. Es wird tatsächlich wieder wärmer, am Himmel ist jetzt schon wieder mehr Blau als Grau zu sehen. Ein paar späte sonnige Tage sind genau, was wir brauchen, um Gäste für Demelza’s Café zu gewinnen; hoffentlich hält das Wetter bis zu unserer Eröffnung am Donnerstag und übers Wochenende an. Vielleicht bringt es uns sogar noch ein paar Last-Minute-Buchungen für Cals Cottages und Jurten.

Und nach der schweren Zeit, die wir beide hinter uns haben, ist jetzt doch sicher eine Glückssträhne fällig, oder?

»All I want for Christmas is youoooooo!«

Gerade als Mariah einen unfassbar hohen Ton anstimmt, klingelt der Küchentimer. Ich öffne den Ofen, und mir schlägt eine Hitzewelle ins Gesicht, direkt gefolgt vom köstlichen Duft nach Gewürzen und Trockenobst. Die Pies haben einen perfekten goldbraunen Ton, Honigblond wie der Haarschopf eines Surfers. Die Garnierung mit Wiener Sandringen hat allerdings ziemlich viel Zeit gekostet, also weiß ich noch nicht, ob ich sie auf die Speisekarte des Cafés setze, aber die Pies sehen sehr hübsch aus und riechen toll, also mal schauen. Vorsichtig, weil die Ofenhandschuhe der Farmhausküche in letzter Zeit einiges mitgemacht haben und dringend ersetzt werden müssten, hole ich die Pies aus dem Ofen, wohl wissend, dass mir etwa sieben Sekunden bleiben, bis ich mir die Finger verbrenne.

Ich richte mich auf, halte das Blech mit einer Hand fest und schließe mit der anderen die Ofentür.

»Mann, ist das heiß hier.«

Eine vertraute Stimme hinter mir sorgt dafür, dass das Blech mit den Pies ins Schwanken gerät. Gerade rechtzeitig rette ich sie davor, auf die Terrakottafliesen zu rutschen, von wo mein Hund Mitch, der in seinem Hundekorb neben der Hintertür liegt, hoffnungsvoll aufschaut.

Kit war vorhin ja schon ganz schön nass geregnet, aber Cal sieht aus wie Mitch, nachdem er gerade ins Meer gesprungen ist. Wasser tropft von seiner Jacke.

»Und, wie war dieser Mr Bannen so?«, fragt er und zieht sich die Wachsjacke aus.

»Ach, du meinst Kit?«

Cal zieht eine Augenbraue hoch. »Ihr duzt euch also schon, was? Und Kit? Klingt wie ein Name für einen Hund … oder einen Hamster.«

»Da ist nichts Niedliches oder Kuscheliges an Mr Bannen, glaub mir, und Kit ist die Abkürzung für Christopher. Er war gestresst, müde und sauer, weil das Café noch nicht geöffnet hat, aber er hat sich wieder eingekriegt, nachdem ich ihm Enys Cottage gezeigt und ein paar Mince Pies geschenkt habe.«

»Komisch, dass er zwei volle Wochen allein hier ist.« Cal hält seine Jacke hoch und verzieht das Gesicht. Der Regen ist ihm in den Kragen und unter das T-Shirt gelaufen und hat einen großen feuchten Fleck auf seinem Oberkörper hinterlassen. Der graue Baumwollstoff klebt an seinen breiten Schultern, und seine Brustwarzen zeichnen sich ab wie kleine Beeren. Ich spüre ein Ziehen im Bauch.

Sagte ich, dass Cal mein Chef und mehr als ein Freund ist? Das war möglicherweise noch nicht die ganze Wahrheit …

»Was ist?«, fragt er.

Die zweite Ladung Pies wird ganz sicher verbrennen, wenn er mitkriegt, woran ich gerade denken muss. »Nichts. Ich denke gerade nur, wie nass du bist, das ist alles.«

Er funkelt mich an, aber sogar sein böses Funkeln gefällt mir. »Das ist nicht witzig.«

»Dass du aussiehst wie eine ertrunkene Ratte – oder wie ein Hamster –, finde ich schon witzig.«

Nach einem weiteren strengen Blick, bei dem ich weiche Knie bekomme, bückt er sich, um sich die Gummistiefel auszuziehen. »Passen Sie lieber auf, Ms Jones, statt so frech zu grinsen.«

Während er sich die Gummistiefel auszieht, streckt er den Po in die Luft und ächzt vor lauter Anstrengung. Ich bewundere seinen Hintern und muss dann daran denken, wie sich seine warme Hand auf meinem anfühlt. Um mich abzulenken, hebe ich seine Jacke vom Fußboden auf und hänge sie zu den anderen im Durchgang zwischen dem Rezeptionsbereich und dem Haupthaus von Kilhallon. Cal stellt seine matschbespritzen Schuhe in die Abtropfschale neben der Küchentür.

»Ich wüsste ja gern, ob es irgendwo auch eine Mrs Bannen gibt«, sagt er.

»Er hat keine erwähnt.«

»Keine feste Freundin oder einen festen Freund? Vielleicht hat er ja beides.« Seine espressobraunen Augen blitzen schelmisch.

»Er hat gesagt ›alle nennen mich Kit‹, also hat er wahrscheinlich Freunde und eine Familie. Aber er wollte definitiv nicht über seine Arbeit in London reden, also hat er wohl eine stressige Zeit hinter sich.«

»Da haben wir was gemeinsam«, erwidert Cal mit einem schiefen Lächeln und bleibt in seinen wollenen Wandersocken auf den Fliesen stehen. Wenn mich schon der Anblick dieser dicken Socken anmacht, bedeutet das wohl, dass es mich echt übel erwischt hat. Allerdings weiß Cal nicht genau, wie übel. Wir führen diese Quasi-Beziehung jetzt schon seit einigen Wochen. Sie ist so steinig und verschlungen wie der Küstenpfad und so unbeständig wie das Wetter in unserem Teil des Landes. Mal herrscht Sturm zwischen uns, mal strahlend blauer Himmel – und manchmal alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag. Das mit uns ist nicht offiziell, und ich habe nicht vor, in das Haupthaus von Kilhallon zu ziehen, aber wenn Polly weg ist, verbringen wir die Nächte gemeinsam in Cals Bett.

Obwohl er für mich mehr ist als ein Chef, sind wir doch nicht ganz zusammen. Er hat zwar nichts mit einer anderen, aber mir gehört trotzdem nur ein Teil von ihm. Vielleicht seine Socken … wenn ich Glück habe. Ich vermute nämlich, dass sein Herz immer noch an seiner Ex hängt, obwohl er mir gesagt hat, dass ich ihm viel bedeute, und er mich erst vor ein paar Wochen gebeten hat, hier zu bleiben.

Mein Magen zieht sich zusammen, als ich daran denke, wie frisch und zerbrechlich unsere Beziehung ist. Ich ermahne mich, mir bloß keine albernen romantischen Hoffnungen bezüglich Cal zu machen, es ist noch viel zu früh, um von so etwas wie Liebe zu sprechen.

»Wie war’s mit der Gruppe, die die Jurten gebucht hat?«, frage ich ihn und konzentriere mich wieder auf das Geschäftliche, nicht auf seine äußerst attraktiven Socken oder seinen Eins-a-Hintern. »Ich hab mich schon gefragt, wie du klargekommen bist. Wie blöd für die Leute, dass sie in diesem Mistwetter anreisen mussten.«

»Sie waren nicht ganz so leicht zu besänftigen wie dein Kumpel ›Kit‹. Ehrlich gesagt, wenn ich an ihre Gesichter denke und daran, dass die Kinder geheult haben und ihre Mütter angefleht, sie ›in ein richtiges Haus mit richtigen Wänden‹ zu bringen, bin ich nicht sicher, ob sie wirklich glücklich sind. Ich lasse sie erst mal ankommen. Wenigstens wird das Wetter besser, also sollte sich auch bald ihre Stimmung heben.«

Er blickt auf seine Füße. »Meine Socken sind klatschnass. Ich glaube, nicht mal meine Boxershorts ist trocken geblieben.«

Die Hitze aus dem Ofen umhüllt uns, und von Cals feuchtem T-Shirt steigt Dampf auf.

Ich kann mir ein Kichern nicht verkneifen. »Du siehst aus wie Mitch damals, als er in den Felstümpel gesprungen ist. Zieh dich lieber um, während ich dir einen heißen Kaffee mache, und dann kannst du mir weiter von den Leuten in den Jurten erzählen.«

»Und du kannst mir von deinem Kumpel Kit erzählen.«

»Er ist nicht mein Kumpel.«

Ich kann Cals Gesicht nicht sehen, als er aus der Küche hinausgeht, aber ich kann mir sein Grinsen gut vorstellen. Er ist wahrscheinlich wahnsinnig zufrieden mit sich, weil es ihm gelungen ist, mich zu triezen. Wenigstens interessiert es ihn, ob Kit mit mir geflirtet hat, auch wenn es Kit nur darum ging, sich so schnell wie möglich mit Alkohol und Kalorien zu versorgen.

Zehn Minuten später schallt das blecherne Intro von »Last Christmas« durch die Küche. Cal lehnt sich an den Türrahmen und trocknet sich mit einem Handtuch die Haare. Zum Glück hat er sich ein T-Shirt angezogen. Er runzelt die Stirn. »Was machst du da? Und wozu die schlechte Musik?«

»Die schlechte Musik, wie du sie nennst, auch wenn sich meiner Meinung nach darüber streiten lässt, ist mein Weihnachts-Mix fürs Café, und ich bringe mich in Feststimmung.«

Sein Blick gleitet langsam an mir herauf.

»In einer Elfenschürze und mit einer Weihnachtsmannmütze?«

Ich stemme die Hände in die Hüften. »Gibt es ein Problem?«

»Überhaupt nicht«, antwortet er mit diesem schiefen Grinsen, das mich innerlich immer ganz kribbelig macht. Ich liebe den Klang seiner Stimme, sie hat einfach das gewisse Etwas, wie die Gewürze in meinem Mincemeat. Natürlich würde ich lieber sterben, als ihm irgendwas von meinen absurden Gedanken zu erzählen.

»Du kannst mir hier helfen«, sage ich, nicke zu dem Kuchengitter auf dem Herd und reiche ihm das Blech, das ich vorhin aus dem Ofen geholt habe. Während Cal die Mince Pies auf das Gitter legt, rette ich die zweite und letzte Ladung aus dem Ofen.

»Sind das die Letzten?«, fragt Cal und stellt die leeren Backbleche in die Keramikspüle.

»Ja, danke.« Ich bin mir sicher, dass Cal mir, während ich die Schürze abnehme und sie an die Tür zum Flur hänge, auf den Hintern schaut, was ein aufregender Gedanke ist, auch wenn er mich verlegen macht. Als ich mich jedoch wieder zu ihm drehe, hat er die Nase unter eine Kuchenhaube gesteckt und schnuppert an dem Teller mit den Streusel-Pies.

»Du warst fleißig. Es riecht toll hier.«

»Ich habe, während ich an der Rezeption gearbeitet hab, zwischendurch auch ein paar Rezepte für das Café ausprobiert. Wir wollen schließlich vor allem selbst gebackene Sachen anbieten. Und was ich nicht schaffe, lassen wir uns liefern. Sheila macht die Pasteten, und die Bäckerei von St Trenyan hilft uns mit dem Brot. Außerdem hat eine junge Food-Bloggerin aus der Nähe von St Just angeboten, uns zu unterstützen, wenn richtig viel los ist.«

»Was ist mit denen hier? Darf ich welche probieren?« Cal schiebt eine Hand zum Kuchengitter. Ich haue ihm auf die Finger. »Ich will ja kein Spielverderber sein, aber ist es nicht ein bisschen früh für Mince Pies?«

»Das hat Kit auch gesagt, aber die hier hab ich für die Arbeit gebacken, nicht zum Vergnügen. Ich will ein paar Fotos machen, für Twitter, Instagram und den Blog, weißt du? Vielleicht erstelle ich auch ein paar Werbe-Memes mit Canva, und ich muss die Bilder bei Pinterest hochladen. Hast du etwa vergessen, dass Demelza’s übermorgen eröffnet? Ich habe schon verschiedene Weihnachtsgebäcke getestet, und wir müssen die Leute in Stimmung bringen, damit sie Advents-Kurztrips buchen.«

»Ich habe nichts verstanden, außer dass das Ganze mit dem Café zu tun hat. Pinterest? Canva-Memes? Ich habe echt keinen Schimmer, wovon du sprichst.«

»Oh doch. Du tust nur so, als wüsstest du nicht Bescheid, damit du dich nicht stundenlang mit dem Kram im Internet beschäftigen musst.«

Er klaut sich eine Pie und beißt hinein. »Ah … Missst! Dieisabernochheiß.« Er schnappt nach Luft und wirft die andere Hälfte der gestohlenen Pie aus der einen Hand in die andere. Krümel landen auf den Fliesen.

»Geschieht dir recht. Du konntest es wohl nicht abwarten, was?«

Er zwinkert. »Du kennst mich einfach zu gut.«

Stimmt nicht ganz, denke ich. Ich kenne ihn mittlerweile besser. Seit ich zu Ostern in Kilhallon angefangen habe, ist mir klar geworden, dass niemand Cal gut kennt, nicht mal die Leute in St Trenyan, die in diesem kleinen Dorf hier in Cornwall mit ihm aufgewachsen sind. Ich glaube, sogar seine eigene Familie kennt ihn nicht ganz. Dagegen bin ich eine absolute Anfängerin in Sachen Cal Penwith, mal abgesehen von gewissen intimeren Einblicken natürlich.

Cal pustet auf die andere Hälfte der Pie und isst sie mit zwei Bissen auf, während ich das übrige Gebäck mit einem sauberen Geschirrtuch abdecke. Nachdem ich den ganzen Vormittag gebacken und mich um Kit gekümmert habe, würde ich mir jetzt gerne eine kurze Pause mit Cal gönnen, solange ich noch Gelegenheit dazu habe. Wenn das Café eröffnet ist und in den nächsten Tagen unsere anderen Gäste ankommen, haben wir wahrscheinlich keinen Augenblick mehr zum Durchatmen, geschweige denn, um zusammen Mince Pies zu verzehren und Kaffee zu trinken.

»Willst du einen Kaffee und noch eine Kostprobe?«

»Danke, aber um den Kaffee kümmere ich mich selbst.«

Cal schiebt seinen Stuhl zurück und füllt den Wasserkocher, während ich den Tisch sauber mache. Die Arbeitsplatte aus Eiche ist voll mit Mehl und Teigresten und meinen Backutensilien: eine beige Teigschüssel, eine altmodische Waage, ein eingemehltes Nudelholz, stern- und herzförmige Ausstecher. Das alles habe ich aus verschiedenen Ecken der Farmhausküche und der Nebengebäude gerettet, als wir Kilhallon Park im Sommer renoviert und jahrzehntealten Sperrmüll entsorgt haben. Nach den Bergen von Krimskrams zu urteilen, die in der alten Scheune, der Werkstatt und den Büros lagen, muss Cals Familie fünfzig Jahre lang nichts weggeworfen haben.

Ich reiche Cal einen geblümten Porzellanteller mit einer Streusel-Pie. Rein zufällig hat sie einen herzförmigen Deckel.

Cal schiebt das Einmachglas mit dem Mincemeat beiseite, um für den Teller Platz zu machen. »Wow, der ist aber edel.«

»Ich glaube, der Teller ist von deiner Mum. Ich hab das Service hinten im Geschirrschrank im Wohnzimmer gefunden.«

»Ja, ich erinnere mich daran … Es war ein Hochzeitsgeschenk von Onkel Rory und Tante Fiona. Ich glaube, es heißt Old Country Roses oder so. Dad hat es weggeräumt, nachdem sie gestorben ist. Er meinte, er wollte nicht, dass es kaputtgeht, aber ich glaube, eigentlich konnte er es nur nicht ertragen, an sie erinnert zu werden.« Cal streicht mit einem Finger über den Goldrand. »Wahrscheinlich hatte er ein schlechtes Gewissen«, fügt er hinzu.

Cals Vater ist vor ein paar Jahren gestorben, und seine Mum hat er schon als Jugendlicher verloren. Die Ehe seiner Eltern war nicht einfach. Sein Vater betete seine Mutter an, hatte aber trotzdem ständig Affären, heißt es. Manchmal frage ich mich, ob Cals Liebesleben auch deshalb so schwierig ist. Was das Aufwachsen ohne Mutter angeht – da haben wir was gemeinsam. Meine hat den Kampf gegen den Krebs verloren, als ich noch ein Teenie war, und meinen Dad und meinen Bruder habe ich schon ewig nicht mehr gesehen, aber das habe ich selbst so entschieden. Ich bin mit achtzehn von zu Hause abgehauen. Manche Leute würden sagen, dass Cal und ich uns deshalb gegenseitig anziehen: Wir hatten beide eine problematische Kindheit und nicht ganz ideale Familienverhältnisse.

Er zieht mich in seine Arme und küsst mich so lange, bis mein Körper von Kopf bis Fuß prickelt. Puh, nicht nur der Ofen sorgt dafür, dass mir warm wird.

»Dann haben die Pies also den Test bestanden?«, frage ich, als ich wieder Luft kriege. »Das Mincemeat ist selbst gemischt nach dem Rezept meiner Oma Demelza, aber ich habe etwas von dem Obst-Cider hier aus der Region hinzugegeben, um ihm noch eine Extranote Cornwall zu verpassen.«

Er leckt sich über die Lippen. »Mmm. Cider-Mincemeat. Lecker. Diese Pies schmecken super, aber ich glaube, ich habe mir die Zunge verbrannt.«

Ich verdrehe die Augen. »Das tut mir aber leid.«

»Das sollte es.« Wieder grinst Cal mich an, dann küsst er mich noch einmal. Winzige Teigkrümel kleben an seinen Lippen. Sein Mund ist noch warm von der Pie und schmeckt süß und butterig. Wenn ich mich jetzt nicht losreiße, schaffe ich es womöglich gar nicht mehr, und ich habe noch viel zu viel zu erledigen.

Höchst ungern beende ich den Kuss, aber Cal lässt die Hände auf meinen Hüften liegen, und sie fühlen sich an, als würden sie da hingehören – hätten schon immer da hingehört –, was ein gefährlicher Gedanke ist. Cal gehört zu niemandem, so viel weiß ich inzwischen.

»Cal, ich habe noch so viel zu tun. Nicht nur für das Café, sondern auch, weil die nächsten Gäste bald ankommen und die anderen beiden Cottages immer noch nicht fertig sind. Polly ist nicht da, und irgendjemand muss die Betten beziehen und im Schlafzimmer vom Warleggan Cottage die Vorhänge aufhängen. Außerdem wollte ich auch noch die Sachen für den Willkommenskorb einkaufen.«

»Ich kümmere mich um die Vorhänge, und morgen kommt Polly von ihrer Tochter zurück und kann uns auch wieder helfen. Jetzt hast du keine Ausrede mehr, nicht ein bisschen Spaß mit mir zu haben.«

»Ein bisschen Spaß? Was ist, wenn jemand von den Gästen in die Rezeption kommt, während wir uns mitten am Nachmittag im Bett vergnügen?«, frage ich und stelle mir vor, wie Kit Bannen klingelt und als Antwort krachende Dielenbretter und eine Live-Version von Harry und Sally erhält.

Cal zuckt mit den Augenbrauen. »Wer hat was von Bett gesagt? Ich hatte vor, dich hier in der Küche zu vernaschen.«

»Du spinnst!« Aber schon bei den Worten Bett und in der Küche vernaschen kriege ich Schmetterlinge im Bauch. In meinem Körper sprudelt eine unbändige Lust, die brennend und köstlich zugleich ist. Cal pustet sanft in den V-Ausschnitt meines T-Shirts und kühlt die Haut an meinem Dekolletee, trotzdem wird mir immer heißer.

»Wenn wir fertig sind, muss ich noch mal zu der Familie in den Jurten. Komm schon, das hier ist vielleicht für eine Weile unsere letzte Chance …«, sagt Cal.

Da kann ich allerdings nicht widersprechen.

Er streicht mit der Handfläche über meinen Schenkel. »Würde es dich sehr stören, wenn wir auf die Weihnachtsmannmütze verzichten?«

3

Am Mittwochmorgen hüpfe ich frisch geduscht die Treppe im Farmhaus hinunter. Polly kommt heute zurück, also habe ich noch mal die Gelegenheit genutzt und im Haupthaus von Kilhallon übernachtet. Normalerweise schläft hier nur Cal. Mein eigenes kleines Cottage liegt auf der anderen Seite des Hofs. Es ist winzig, und die Polstermöbel und Wände bilden einen irren Mix aus unterschiedlichen Blumenmustern wie in den Siebzigern, aber ich genieße meine Unabhängigkeit.

Mein Haus gehört zu einer Reihe alter Farmgebäude, die vor über vierzig Jahren für das Personal des ursprünglichen Campingplatzes umgebaut wurden. Jetzt richten wir zwei weitere dieser Häuser als günstige Gästeunterkünfte her, weil Cal in Kilhallon für jeden Geldbeutel etwas anbieten will. Für Leute, die sich Luxus leisten können, gibt es in der Anlage vier größere »Premium«-Cottages, die wir im Lauf des Sommers für unsere ersten Gäste renoviert haben – in einem davon wohnt Kit.

Als ich die Küche betrete, spielt Cal mit seinem Handy herum. Seine Haare sind noch feucht von der Dusche, und er hat ein verknittertes, aber sauberes blaues Langarm-Shirt und eine Cargohose an. Er schlurft barfuß über die Fliesen und gießt sich ein Glas Leitungswasser ein. Mitch trottet vom Hof in die Küche und läuft auch geradewegs auf seine Wasserschüssel zu, schlürft dann laut und bespritzt den Fußboden.

Durch die offene Tür strömt die Morgensonne herein. Hier drinnen ist es wärmer als gestern, zumindest kommt es mir so vor. Cal stellt sein Glas Wasser ab und gibt mir einen Kuss. Der holzige Duft seines Deos steigt mir in die Nase. Cal verzieht bedauernd das Gesicht. »Tut mir leid, dass ich dich jetzt verlassen muss, aber ich will runter zur Jurtenwiese und nachsehen, ob unsere Gäste nach den nächtlichen Regengüssen nicht alle abgehauen sind. Wie wär’s mit einem Abendessen heute hier im Haus? Im Kühlschrank steht noch eine schöne Flasche Schampus aus Cornwall.«

»Die habe ich von dem Weingut als kostenlose Probe bekommen und wollte sie in einen der Willkommenskörbe für die Gäste stellen. Tut mir leid, aber ich werde viel zu beschäftigt sein, um zum Abendessen rüberzukommen. Das Café eröffnet morgen, und es gibt noch jede Menge zu tun.«

»Was denn?«

»Ich muss den Boden wischen, weil der Fliesenleger bis gestern gearbeitet hat und alles noch staubig ist. Dann muss ich die Tagesangebote auf die Tafel schreiben, denn morgen werde ich keine Zeit dafür haben, und ich muss noch eine Getränkelieferung einräumen und allen mailen, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich auftauchen und nicht doch noch jemand in letzter Minute abspringt.«

Cal macht den Mund auf. »Warum sollte …«

»Und der Kurier hat gestern die neue Dienstkleidung für die Café-Mitarbeiter vorbeigebracht, und das muss alles gebügelt werden. Und ich habe immer noch keinen Blogeintrag über die Eröffnung geschrieben oder Tweets geplant, und ich muss ein paar Fotos bei Instagram hochladen und der Anzeigenabteilung von Cornish Lifestyle schreiben, dass wir unbedingt in ihrem vorweihnachtlichen Restaurant-Feature dabei sein wollen, denn die Deadline war gestern Abend und eigentlich ist es schon zu spät.«

Cal hält beide Hände hoch. »Ist ja gut.«

»Deshalb kann ich heute Abend nicht mit dir essen, obwohl ich das sehr gern würde.«

Er legt mir die Hände auf die Schultern. »Schon kapiert. Hör mal, lass uns doch nachher was zum Essen mit ins Café nehmen, und ich helfe dir, alles fertigzumachen.«

»Willst du etwa den Anzeigentext schreiben und meine Fotos hochladen?«

»Nein, aber ich wische den Boden, räume die Getränkelieferung ein und bügele die Schürzen.«

»Du kannst bügeln?«

»Pah! Das ist sexistisch, Ms Jones. Klar kann ich bügeln. Ich hab mehrere Jahre in einem Kriegsgebiet gearbeitet, schon vergessen?«

»Nein, aber ich schätze, in der Wüste gab es nicht unbedingt viel zu bügeln, oder?«

Er lächelt. »Nein, da hast du recht. Jedenfalls ziehen wir das hier gemeinsam durch. Ich kümmere mich erst einmal um die Leute in den Jurten und putze danach das Sanitärgebäude.«

Ich verziehe das Gesicht. Bin ich froh, dass das nicht meine Aufgabe ist!

»Und dann komme ich zu dir ins Café.«

Am späten Nachmittag geht die Sonne unter und malt orange- und rosafarbene Tupfer an den Horizont. In Demelza’s ist das Licht eingeschaltet, sodass der blitzblanke Fußboden glänzt. Cal hängt die letzte der frisch gebügelten Demelza’s-Schürzen an einen Haken im Personalraum.

Das Obst und Gemüse und die übrigen Lebensmittel sind alle an ihrem Platz, und die neue Stahlküche ist so strahlend sauber, dass man sich darin spiegeln kann. Ich habe die Kühlschränke und Vorratsräume mehrfach überprüft und die Angebote an die Tafel geschrieben. Zum Schluss hat Cal mir geholfen, einen Anzeigentext zu schreiben, und jetzt schickt er eine »freundliche« Massen-SMS an das Personal, um nachzufragen, ob für morgen alle fit und startklar sind.

Ich habe den ganzen Tag immer wieder an meinem Blogeintrag gearbeitet und ein paar Posts für unseren Social-Media-Auftritt vorbereitet. Vermutlich werde ich alle meine »freien Tage«, an denen das Café geschlossen ist, für Verwaltungs- und Marketingkram opfern müssen.

Cal sieht auf einer App in seinem Handy nach, wie sich die Belegung der Ferienanlage entwickelt. »Hey, super. Gerade hat jemand übers Internet das Poldark Cottage gebucht, und eine Familie will nächstes Wochenende hier einen vierzigsten Geburtstag feiern und interessiert sich für zwei Jurten. Ich werde ihnen die Jurten am Ende des Wäldchens geben, möglichst weit weg von den beiden anderen. Wir wollen ja keine Beschwerden, schließlich versprechen wir den Leuten, dass sie hier ihre Ruhe haben können. Aber eine so große Buchung sollten wir uns nicht entgehen lassen.«

»Oh. Wenn es eine Party wird, wollen sie vielleicht auch Catering.«

»Wahrscheinlich schon, aber stress dich nicht auch noch damit. Du hast schon genug zu tun mit der Café-Eröffnung morgen. Ich kann nicht riskieren, dass die Café-Managerin bei den Feierlichkeiten zusammenklappt.«

»Du bist ein Schatz«, bemerke ich sarkastisch, aber ich weiß, dass es lieb gemeint ist, und ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit ziemlich erschöpft bin, obwohl ich gerade »meinen Traum lebe«. Ich habe viel erreicht seit dem Tag, an dem ich meinen Job und mein Zuhause verloren habe und auf der Schwelle einer Pommesbude in St Trenyan übernachten musste.

Mitch bellt freundlich aus der Ecke herüber. Er fühlt sich im Café anscheinend ganz wie zu Hause, und das ist toll. Hundekomfort ist eins unserer Alleinstellungsmerkmale. In Demelza’s gibt es sogar eine spezielle Speisekarte mit Hundeleckerli für all die vierbeinigen Gäste, die in der Anlage wohnen und ihre Besitzer auf den Küstenpfad vor dem Café führen werden.

Cal bückt sich, um Mitch an den Ohren zu kraulen. Mitch dreht den Kopf hin und her und schließt unter Cals Berührungen genussvoll die Augen. Habe ich schon erwähnt, dass Mitch eigentlich mein Hund ist? Obwohl er in erster Linie zu mir hält und einige harte Jahre mit mir durchgemacht hat, wird er doch immer mehr unser Hund: meiner und Cals, manchmal sogar Pollys, auch wenn sie so tut, als könnte sie Tiere, mit Ausnahme ihrer Hühner, grundsätzlich nicht leiden. Ich habe sie erwischt, wie sie ihm heimlich ein Leckerli aus der Dose gegeben hat, als sie dachte, ich würde nicht hinsehen, und an dem Abend, bevor sie zu ihrer Tochter gefahren ist, hat sie ihn neben sich auf dem Sofa sitzen lassen, während sie Countryfile geschaut hat.

Mitch und ich, wir gehören langsam genauso zu Kilhallon wie das Steinhaus, die Feriencottages oder das Café.

»Wie sieht es aus? Kann ich dir sonst noch bei irgendwas helfen?«, fragt Cal.

»Morgen ist bestimmt noch jede Menge zu tun. Wir werden nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht«, antworte ich, und Mitch wackelt mit seinem, als könnte er mich verstehen. »Ich habe versucht, an alles zu denken, aber es wird sicher noch die ein oder andere Startschwierigkeit geben, bis wir tatsächlich ein paar richtige Gäste bedient haben.«

»Hoffen wir mal, dass das Wetter weiterhin besser wird, damit viele Leute auf dem Küstenpfad spazieren gehen. Das Wanderfestival des Tourismusvereins könnte uns ein paar Gäste bescheren«, sagt Cal.

»Ich hoffe, der Eintrag auf der Website für Wanderwege mit hundefreundlichen Cafés und die zugehörige Broschüre, in der ich inseriert habe, zahlen sich aus. Es ist schwer zu entscheiden, für welche Marketingmaßnahmen ich mein knappes Budget ausgeben soll. Ich werde ständig mit E-Mails von Vertriebsleuten bombardiert, die an mein Geld wollen. Wir werden bestimmt auch Fehler machen. Ich habe zwar schon in einigen Cafés gearbeitet und ganz viel recherchiert und mich mit anderen Besitzern ausgetauscht, aber ich hab auch noch einiges zu lernen.«

»Kommt Eva Spero auch?« Cal steckt sich den übriggeblieben Rand einer Käse-Speck-Pastete in den Mund. Wir haben die Pasteten kalt gegessen, mit sauren Gurken und Salat, und dazu Cider getrunken.

»Keine Ahnung. Sie ist immer noch ein bisschen sauer auf mich, weil ich ihr Jobangebot abgelehnt habe, aber sie hat gesagt, wir könnten bei einem Buch über hausgemachte Hundekuchen zusammenarbeiten und vielleicht auch welche auf den Markt bringen. Ich musste das erst mal auf Eis legen, bis Demelza’s richtig läuft.« Manchmal tut es mir schon ein bisschen leid, dass ich Eva Speros Angebot abgelehnt habe, in ihrem Restaurant in Brighton zu arbeiten. Aber es war meine Entscheidung, obwohl auch Cal wollte, dass ich hier in Kilhallon bleibe und Demelza’s führe. Und dazu kommt natürlich noch, dass ich in ihn verliebt bin …

Cal zieht mich in seine Arme, und für ein paar Augenblicke genieße ich die Wärme und das schöne Gefühl seines Körpers an meinem. Ich kann gar nicht glauben, wie groß dieses Projekt geworden ist. Manchmal überwältigt es mich, und ich würde am liebsten davonlaufen, statt mich der gewaltigen Welle zu stellen, die da immer schneller auf mich zurollt.

»Ich sollte besser weitermachen«, sage ich und löse mich aus Cals Umarmung, bevor ich mich wieder verliere. »Und dann muss ich wirklich früh ins Bett.«

Er verschränkt die Arme, wobei seine Muskeln von all der Arbeit an der frischen Luft hervortreten. Seit er aus dem Nahen Osten zurückgekehrt ist, wo er Krisenhelfer in einem Flüchtlingslager war, hat er sich voll und ganz der Renovierung der Ferienanlage gewidmet. »Selbstverständlich«, erwidert er mit einem ernsten Gesicht, das sogar noch anziehender ist als sein Lächeln. Trotz meiner guten Vorsätze weiß ich, dass früh ins Bett zu gehen bedeutet, mit ihm ins Bett zu gehen.

Cal krault Mitch am Bauch. »Wenn wir die Cottages vermieten können, ist es gut, und wenn nicht, ist es auch kein Weltuntergang. Und die Café-Gäste kommen sofort oder eben später. Es wird eine Weile dauern, bis wir uns Kundschaft und einen guten Ruf erarbeitet haben … und vielleicht ist es sogar besser, wenn wir nicht von Anfang an komplett ausgebucht sind, solange wir uns selbst noch zurechtfinden müssen.«

Ich drehe mich weg, um die Schlüssel zu suchen und abzuschließen.

»Übrigens wollte ich dir noch erzählen, dass Isla mich vorhin angerufen hat«, fügt Cal hinzu.

Als ich diesen Namen höre, zieht sich mein Magen zusammen. »Ach ja?«

»Sie kommt in ein paar Wochen aus London hierher.«

Mitch jault und japst wie Scooby-Doo auf Red Bull, während Cal ihn streichelt. Mein Magen verknotet sich noch fester. Ich wusste, dass es irgendwann passieren würde. Ich wusste, dass sie wiederkommen würde, aber seit Cals Exfreundin und Jugendliebe Cornwall vor ein paar Wochen verlassen hat, habe ich ihn nicht mehr über sie sprechen gehört. Obwohl Isla bisher immer nett zu mir war, hatte ein Teil von mir gehofft, sie würde vielleicht gar nicht mehr zurückkehren.

Ich bemühe mich, normal zu klingen. »Will sie Kilhallon immer noch als Location für diesen einen Filmdreh nutzen?«

Cal schaut zu mir herauf. Erkenne ich da Erleichterung in seinem Gesicht, weil ich ruhig geblieben bin, oder bilde ich mir das ein?

»Ja, die verfallene Zinnmine soll irgendwann im Hintergrund zu sehen sein, und vielleicht wird auch das Café von außen gefilmt. Isla meint, der hintere Teil mit dem Giebel könnte in einigen Szenen als Scheune herhalten. Sie hat auch gesagt, dass Bonnie und Clyde irgendwann zu Besuch kommen wollen, um über ihre keltische Hochzeit zu sprechen.«

»Bonnie und Clyde« sind die Decknamen, die wir alle für Islas superberühmte Schauspielerfreunde benutzen. Habe ich schon gesagt, dass sie Filmproduzentin ist? Eine bildhübsche, blonde, preisgekrönte Filmproduzentin mit einigen unglaublichen A-Promi-Bekanntschaften. Und zwei davon möchten nächstes Jahr in Kilhallon heiraten, aber bisher ist die Verlobung noch geheim.

»Warum hat Polly sich überhaupt diese Spitznamen für sie ausgedacht?«, frage ich Cal.

»Das Ganze ist nur ein Scherz von ihr. Ich glaube, sie hält nicht viel von keltischen Hochzeiten. Was soll das denn auch sein? Ich habe gehört, man nennt die Zeremonie auch Handfasting, und das klingt für mich wie eine Mischung aus Handarbeit und etwas Obszönem. Muss was so Unanständiges sein, dass es sogar für mich neu ist.«

Cal schafft es, mich zum Lachen zu bringen, obwohl mich der Gedanke nervös macht, das Catering für eine Promihochzeit zu übernehmen.

»Ist es okay für dich, wenn Isla und ihre Crew hier absteigen?«, fügt Cal hinzu und muss jetzt ebenfalls lachen, weil Mitch unter der fachkundigen Bauchmassage genüsslich knurrt. Wie, frage ich mich, ist aus meinem treuen vierbeinigen Begleiter ein solches Flittchen geworden?

»Klingt super«, antworte ich und gebe mir Mühe, so viel Begeisterung zu spüren, wie ich ausdrücke. Die Publicity, die uns ein hier gedrehter Film bringen würde, ist genau, was wir für das Resort und mein Café brauchen. So was ist unbezahlbar, und ich sollte Isla und ihre Crew mit offenen Armen empfangen. »Alle Startschwierigkeiten sollten bis dann bewältigt sein.«

Cal streicht Mitch noch einmal über den Bauch und steht dann auf. »Isla hat gesagt, sie will den normalen Betrieb so wenig wie möglich stören. Sie hat mich gefragt, ob du ihr mailen oder sie anrufen kannst, damit ihr einen passenden Termin für ihren Besuch vereinbaren könnt. Es ist besser, wenn ihr beide das miteinander besprecht, als wenn ich immer vermittle. Ich würde wahrscheinlich sowieso alles durcheinanderbringen und dann von euch beiden Ärger kriegen.«

»Stimmt. Wer weiß, was für ein Chaos du anrichten würdest, wenn wir die Organisation dir überlassen würden.« Mein Lächeln lässt meinen Kiefer verkrampfen, ebenso wie mein Herz, und ich habe ein schlechtes Gewissen, aber ich sehe, dass Cals Freude über meine scheinbare Zustimmung echt ist. Obwohl Isla klar gesagt hat, dass sie außer »Freundschaft« kein Interesse mehr an Cal hat, bin ich nicht ganz davon überzeugt. Cal war immerhin so ehrlich und hat zugegeben, dass er seine Gefühle für Isla nicht einfach »abschalten« kann.

Und wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch nicht erwartet.

Er weiß, dass ich ihn wirklich mag, und im Bett läuft es super, aber ahnt er, dass ich total verknallt in ihn bin? Ich glaube, es wäre nicht gut, wenn er davon wüsste.

»Demi?« Cal berührt mich am Arm. »Alles in Ordnung?«

»Ja, klar. Es war nur ein langer Tag, und der morgen wird sogar noch länger.«

Cal sieht mich an und fragt: »Vielleicht brauchst du ein wenig Entspannung?«

»Vielleicht hast du recht. Ein wenig Entspannung könnte mir guttun.«

Er nickt, wir schließen das Café ab, und Mitch läuft schwanzwedelnd voran auf dem Weg zum Haus. Der Gute. Er ist völlig sorgenfrei, und manchmal beneide ich ihn um sein einfaches Hundeleben.

Ich will kein Teil einer Dreiecksbeziehung werden, denn einer zieht dabei immer den Kürzeren. Isla und ihr Verlobter Luke – der früher Cals bester Freund war – sind aus Cornwall nach London gezogen, um »noch mal neu anzufangen«. Angeblich hatte Isla den Verdacht, dass Luke eine Affäre mit einer hier ansässigen »Immobilienunternehmerin« namens Mawgan Cade hatte. Mawgan würde ich alles zutrauen, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum Luke für eine Frau wie Mawgan seine Beziehung mit Isla aufs Spiel setzen sollte. Aber was weiß ich schon? Mawgan ist hinterlistig und würde über Leichen gehen, wenn sie damit ihre Ziele erreichen könnte. Außerdem ist Luke meiner Meinung nach ziemlich schwach und egoistisch; und Isla verdient was Besseres. Solange »besser« nicht wieder Cal bedeutet.

Er umarmt mich, und seine Brust fühlt sich warm und fest an. Ich könnte mir leicht ausmalen, wie wundervoll es wäre, den Rest meines Lebens mit Cal in Kilhallon zu verbringen. Ja, ich sollte aufpassen. Der Ort ist einzigartig und zieht einen in seinen Bann, genau wie Cal. Oder die Strandräuber, die jede Menge Schiffe im Sturm mit ihrem Licht zwischen die Felsen gelockt haben. Aber das ist eine Legende. Ich muss wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und löse mich widerstrebend aus Cals Umarmung.

»Glaubst du, wir schaffen es?«, frage ich.

»Natürlich glaube ich, dass wir es schaffen. Wir haben schon viel durchgemacht – wir beide –, und es wird alles gut. Hast du das nicht immer zu mir gesagt, als wir mit der Arbeit hier angefangen haben? Als uns die Baugenehmigung verweigert wurde und unser Einspruch abgelehnt worden ist, weil die Cades dagegen waren? Als mir vom Wändeniederreißen die Hände geblutet haben? Als der Baum durchs Fenster des Farmhauses gekracht ist? Als du fast abgehauen bist, um in Brighton für Eva Spero zu arbeiten?«

»Vielleicht hätte ich das tun sollen«, scherze ich und denke daran, wie kurz davor ich gewesen war, alles hinzuschmeißen und nach Brighton zu fahren, noch bevor wir überhaupt eröffnet hatten. »Das hier ist echt was Großes für mich, Cal. Es macht total viel Spaß, aber ich habe auch Angst.«

Er schiebt eine Hand in meinen Nacken und streichelt mir über die Kopfhaut. Seine Handfläche ist rau von der harten Arbeit, aber es fühlt sich an, wie von warmem Samt berührt zu werden.

»Pssst«, sagt er mit dieser sanften, halb amüsierten Stimme, die ich so anziehend finde und die mich gleichzeitig ärgert. »Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du aufgeregt bist, Hauptsache, wir halten zusammen. Und das werden wir auch weiterhin tun.«

Ich schließe die Augen und gebe mich seiner Berührung und seinen beruhigenden Worten hin, aber ein Teil von mir sträubt sich. Der Teil, der den Cal nicht vergessen kann, der eine Spur gebrochener Herzen zurückließ, als er in den Nahen Osten ging. Den jugendlichen Cal, dem die Mädchen von St Trenyan zu Füßen lagen: Isla, sogar Mawgan Cade. Sein Vater hat mit der Hälfte aller Frauen von hier bis Truro geschlafen, wenn man den Gerüchten glauben mag. Meine Freundin Tamsin hat mich vor Cal gewarnt, und sogar Mawgan hat gesagt, er würde mir wehtun. In dieser einen Sache könnte sie recht haben.

»Ich verspreche dir: Kilhallon wird ein Erfolg, Demelza’s wird planmäßig eröffnen, und nichts kann uns aufhalten«, flüstert Cal mir beruhigend ins Ohr. »Und jetzt gehen wir hoch, ich habe dich vermisst.«

Ich dich auch, denke ich. Mitch macht es sich in seinem Korb in der Farmhausküche bequem. Cal nimmt mich an der Hand und führt mich wieder hinauf in sein Zimmer. Er hat natürlich recht, ich darf vom Geschäft nicht zu viel erwarten; vor allem aber darf ich von ihm gar nichts erwarten.

4

Kaffeemaschine: an.

Heizung: an.

Öfen: an.

Sonnenschein: aus, bisher jedenfalls noch, aber den hellblauen Flecken zwischen den Wolken nach zu urteilen, klart der Himmel auf, und genau das brauchen wir an unserem Eröffnungstag, um die Leute auf den Küstenpfad und schließlich zu uns ins Café zu locken.

Ich wiederhole es noch einmal, weil ich es immer noch nicht glauben kann: Heute ist der Eröffnungstag vom Demelza’s. Der Eröffnungstag meines Cafés. Vor sechs Monaten hatte ich keinen Job, kein Zuhause und keine Perspektive, und jetzt bin ich Herrscherin über mein eigenes kleines Reich.

»Demi! Demi! Komm schnell. Mitch hat etwas ganz Schreckliches gemacht!«, ruft Nina von der Seitentür.

Ich eile zu ihr in den hinteren Teil des Cafés und stelle mir dabei vor, wie Mitch ein Kleinkind zerfleischt. Draußen parkt der weiße Van des Fischhändlers. Harry, der Fahrer, flucht und droht Mitch mit der Faust, während Mitch in sicherer Entfernung eine Ladung Fische verspeist.

»Das da war deine Bestellung geräucherte Makrelen«, erklärt Harry. »Ich hab mich nur eine Minute weggedreht, um für Nina die Meeresfrüchte aus dem Van zu holen, da hatte der durchtriebene Kerl schon irgendwie die Styroporkiste aufgekriegt und sich über die Makrelen hergemacht.«

Das Gras ist übersät von Plastikresten und Styroporschnee. Mitch leckt sich die Lippen und schaut zu uns auf, wie um zu fragen: »Gibt es ein Problem?«

»Ich hab versucht, ihm die Fische wegzunehmen, aber er war zu schnell für mich«, klagt Nina. »Es tut mir leid, Demi. Soll ich allen sagen, dass der Fischteller von der Karte gestrichen ist? Wir haben ein bisschen Räucherlachs, aber der wird nicht lange reichen.«

»Lass alles, wie es ist, bis uns der Lachs ausgeht, und dann sagen wir, dass der Fischteller ausverkauft ist. Ich will nicht gleich am ersten Tag etwas von der Karte streichen.«

Ich schaue Mitch böse an, aber so wie Nina geschrien hat, bin ich froh, dass er nichts Schlimmeres verbrochen hat. »Mitch, warte bloß, bis ich dich in die Finger kriege. Wenn du vorhattest, dich heute Nacht zu mir ins Bett zu legen, kannst du das vergessen. Dein Atem wird noch eine Woche lang nach Fisch stinken!«

Harry trägt den Rest der Lieferung in den hinteren Teil des Cafés. Wir können es uns nicht leisten, dass teures Essen auf diese Art und Weise vernichtet wird, aber ich schätze, wenn heute nichts Schlimmeres mehr passiert als Mitchs Makrelen-Schmaus, dann kommen wir klar. Mit zugehaltener Nase binde ich Mitch im Schatten bei der Hintertür an und bringe ihm eine Schüssel Wasser und sein Kauseil. Ich werde Robyn bitten, sich um ihn zu kümmern, wenn sie da ist. Lächelnd gehe ich zurück ins Café, um zu zeigen, dass ich locker bleibe bei »kleinen Missgeschicken« wie dem Verlust von geräucherten Makrelen im Wert eines kleinen Vermögens.