Weißer Schweizer Schäferhund - Ketschau A. - E-Book

Weißer Schweizer Schäferhund E-Book

Ketschau A.

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Beschreibung

Der Weiße Schweizer Schäferhund gehört zu den beliebtesten Hunderassen. Er stammt von uralten Herdenhunden ab und wäre Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe ausgestorben, wäre er nicht rechtzeitig von Hundefreunden gerettet worden. Das Buch gibt einen kompakten Überblick über seine Entstehung, enthält viele Informationen über Gesundheit, Fütterung, Erziehung und gibt wertvolle Tipps für das Zusammenleben mit diesen außergewöhnlichen Hunden. Viele Zeichnungen in Farbe und Schwarz-Weiß runden das Buch ab.

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INHALT

Der Weiße Schweizer Schäferhund

Die Geschichte

Das Wesen

Eignung

Das Aussehen

Ein Weißer Schweizer Schäferhund kommt ins Haus

Hundehaltung erlaubt?

Platzbedarf

Zeit

Kosten

Andere Heimtiere

Ist der Weiße Schweizer Schäferhund die richtige Rasse?

Andere Vorüberlegungen

Welpe und Züchter aussuchen

Tierheim und Nothilfeorganisationen

Abholung und Eingewöhnung

Papierkram

Versicherung

Den Weißen Schweizer Schäferhund richtig füttern

BARFen

Nicht einfach: ein gutes Fertigfutter finden

Kauknochen, Leckerli & Co.

Oft nicht sinnvoll: Spezialnahrung

Was darf der Hund nicht fressen?

Fellverfärbung

Pflege und Gesundheit

Die Pflege

Impfungen und Parasiten

Infektionskrankheiten

Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie

MDR1-Defekt

Magendrehung

Speiseröhrenerweiterung

Myopathien

Babesiose (Prioplasmose)

Ehrlichiose

Lyme Borreliose

Audiometrietests

Epilepsie

Schaltwirbel/Lumbosakrale Übergangswirbel

Pigmentverlsut

Beim Tierarzt

Naturheilkundliche Verfahren und Tierphysiotherapie

Der wohlerzogene Hausgenosse

Umwelttraining

Hundekontakte

Bestätigung und Korrektur

Leinenführigkeit und Bei-Fuß-Gehen

Sitz, Platz, Bleib

Das lebensrettende Wort „Aus“

Autofahren

Unarten

Alleinebleiben

Auslauf und Beschäftigung

Zerrspiele

Joggen

Reitbegleitung

Fahrradfahren

Schwimmen

Begleithundeprüfung

Gebrauchshundeprüfung

Fährtenhund

Mantrailing

Zielobjektsuche

Schnüffelspiele

Agility

Breitensport

Sachkundenachweis & Hundeführerschein

Urlaubszeit

Der FCI-Rassestandard

Literatur

Der Weiße Schweizer Schäferhund

Die Geschichte

Alle Schäferhunde stammen von den Arbeitsrassen der Schäfer ab. Diese Hunde waren nicht grundsätzlich weiß, aber häufig, um sie in der Dunkelheit von möglicherweise angreifenden Beutegreifern unterscheiden zu können. Die Schäfer brauchten einen Hund, der mutig, belastbar, witterungsbeständig, selbstständig, zuverlässig, gelehrig und gehorsam war. Durch die Selektion auf solchen Eigenschaften entstand mit der Zeit ein geeigneter Hundetyp. In den 1880er Jahren besaß Baron von Knigge den weißen Schäferhund Greif, der von dem Frankfurter Hundezüchter Friedrich Sparwasser gekauft und mit der grauen Lotte verpaart wurde. Die vermutlich ebenfalls graue Lene, eine Hündin aus dieser Verpaarung, wurde mit dem Rüden Kastor gekreuzt und brachte am 1. Januar 1895 den grauen Hektor Linksrhrein zur Welt. Dieser Rüde wurde 1899 unter der Nr. SZ1 im Zuchtbuch des im selben Jahr gegründeten Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) registriert. Max von Stephanitz kaufte Hektor auf einer Karlsruher Hundeausstellung am 22.4.1899. Noch am Tag der Hundeausstellung gründete er mit einigen Gleichgesinnten den SV. Hektor wurde in Horand von Grafrath umbenannt und kam – ebenso wie sein Wurfbruder Luchs Sparwasser – stark züchterisch zum Einsatz. Fast alle heutigen Deutschen und Weißen Schweizer Schäferhunde gehen irgendwie auf Luchs oder Horand zurück. Da Horand die weißen Gene von seinem Großvater geerbt hatte (Horand war ein grauer Hund), gab er sie an viele seiner Nachkommen weiter. Viele seiner Nachkommen waren und sind weiß. Der erste weiße Schäferhund, der 1926 ins SV-Zuchtbuch eingetragen wurde, war Berno von der Seewiese, der direkt auf Horand zurück ging. Aus vermutlich rein ästhetischen Gründen wurden weiße Schäferhunde 1933 gänzlich aus dem Standard des Deutschen Schäferhundes verbannt. Man setzte weiße Schäferhunde nicht mehr zur Zucht ein, und gelegentlich fallende weiße Welpen wurden fast immer erbarmungslos umgebracht. Doch bis heute fallen hier und da weiße Schäferhundwelpen in der Zucht des Deutschen Schäferhundes. Kein Wunder, da die weißen Gene in der Rasse des Deutschen Schäferhundes verankert sind. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die Deutschen Schäferhunde nach Amerika und Kanada und hatten die Weißen „im Gepäck“. Lange Zeit wurden weiße Schäferhunde neben farbigen Schäferhunden gleichberechtigt gezüchtet und ausgestellt. Aufgrund der Interventionen des Vereins für Deutsche Schäferhunde wurde die weiße Farbe in den USA 1968, 1998 auch in Kanada aus dem Standard des Deutschen Schäferhundes verbannt. Die Züchter und Liebhaber der weißen Schäferhunde blieben davon jedoch unbeeindruckt. Bis heute werden in den USA und Kanada weiße Schäferhunde gleichberechtigt neben den Deutschen Schäferhunden registriert. In den USA und Kanada gelten weiße Schäferhunde bislang noch als Deutsche Schäferhunde, obwohl es inzwischen auch in den USA und Kanada Spezialvereine für den weißen Schäferhund gibt. Weiße Schäferhunde dürfen aber nicht mehr „offiziell“ ausgestellt werden. Die Rassevereine für die „White Shepherds“ organisieren eigene Zuchtschauen. Bis heute sind weiße Schäferhunde in den USA und Kanada als Begleit-, Familien- und Arbeitshunde beliebt. Noch werden sie als Deutsche Schäferhunde betrachtet und hin und wieder farbige Schäferhunde in die weiße Zucht integriert. Es gibt aber Bestrebungen, die weißen Schäferhunde als eigene Rasse anzuerkennen und den Kreuzungen zwischen beiden Varianten einen Riegel vorzuschieben – womit sich auch der verfügbare Genpool auf einen Schlag verringern würde.

In den 1970er Jahren kam der weiße Schäferhund zurück nach Europa, zunächst in die Schweiz. Die Schweizerin Agatha Burch brachte den amerikanischen weißen Schäferhundrüden Lobo White Burch in die Schweiz und ließ ihn im Anhangsregsiter des Schweizer Hundestammbuchs eintragen. Die aus England importierte weiße Schäferhündin Blinkbonny’s White Lilac wurde mit Lobo gekreuzt. Unter dem Zwingernamen „Shangrila’s“ wurden vier Welpen von White Lilac und Lobo registriert. Die Hündin Sweetygirl spielte in der späteren Zucht eine bedeutende Rolle. Kurt Kron kaufte Sweetygirl und kreuzte sie mit dem dänischen weißen Schäferhundrüden Kokes Mahalo. Ein Welpe namens Champion von Kron wurde an den Deutschen Martin Faustmann verkauft, der von Kurt Kron später noch die amerikanische Hündin Rani von Finn abkaufte. Er verpaarte Champion und Rani, und 1981 kamen die ersten weißen Schäferhunde in Deutschland zur Welt. 1982 gründete Martin Faustmann mit einigen Gleichgesinnten den ersten Verein, den WSV Kaarst e.V. Diese ersten weißen Schäferhunde gelten als Grundstock der Zucht in Deutschland, später wurden natürlich noch weitere Hunde aus dem Ausland eingeführt, um die genetische Basis zu erweitern. In der Schweiz wurde 1989 die GWS (Gesellschaft Weisse Schäferhunde Schweiz) gegründet, die 1991 in die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) aufgenommen wurde. Damit war der weiße Schäferhund erstmals in einem Land anerkannt. Zehn weitere FCI-Länder folgten dem Beispiel. Die Schweiz hat die Verantwortung für die Rasse übernommen und gilt als Ursprungsland. Seit 2003 ist der Weiße Schweizer Schäferhund (Berger Blanc Suisse) FCI-anerkannt (Fédération Cynoloquiqe Internationale, Weltdachverband der Hundezucht). Seit 1999 ist die Rasse im ÖKV (Österreichischer Kynologenverband) und seit 2004 im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) anerkannt. Die FCI nahm die Rasse 2003 vorläufig auf, 2011 wurde der Weiße Schweizer Schäferhund endgültig FCIanerkannt. Man schätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 1000 WSS-Welpen geboren werden, davon 300-400 in VDH-kontrollierter Zucht, aber es gibt auch seriöse Vereine außerhalb des VDH.

Das Wesen

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist sehr anhänglich und liebt seine Menschen über alles. Er gehört ins Haus (in die Wohnung) und keinesfalls auf das Grundstück gesperrt. Zu vertrauten Menschen ist er anhänglich, liebevoll und treu. Zu Fremden kann er anfangs etwas zurückhaltend sein, aber bald siegt die Neugier und der Weiße ist aufgeschlossen. Es gibt aber auch Weiße, auf die die Zurückhaltung überhaupt nicht zutrifft. Keinesfalls darf der Weiße Schweizer Schäferhund scheu, ängstlich oder aggressiv sein. Die großen Vereine haben in puncto Wesen in den letzten Jahren sehr viel Gutes erreicht. Am liebsten möchte der Weiße auf dem Land oder am Waldrand gehalten werden. Ein Häuschen mit Garten in naturnaher Umgebung ist ideal, aber nicht zwangsläufig notwendig. Eine Stadtwohnung ist nicht ideal, allerdings möglich, wenn man genügend Möglichkeiten für Auslauf und Beschäftigung in der Natur hat. Für die Versäuberung des Welpen wäre eine Erdgeschosswohnung / ein Haus mit Garten oder zumindest nahe einer Wiese oder eines Waldstücks gelegen allerdings vorteilhaft. Ca. 5 Stunden täglich sollte er alleine bleiben können (der Welpe anfangs noch nicht ganz so lange), aber man sollte für eine gute Erziehung und genügend Auslastung sorgen. Nach stundenlangem Warten braucht er unbedingt einen entsprechenden Ausgleich. Müsste der Weiße täglich länger als 5 Stunden alleine bleiben, sollte man sich nach einer Alternative wie einer Hundetagesstätte oder einem privaten Hundesitter umsehen. Der Weiße ist sehr anhänglich und läuft einem dauernd hinterher. Verlässt ein Familienmitglied den Raum, dauert es nicht lange und der Weiße folgt. Am liebsten ist er überall dabei. Der Weiße Schweizer Schäferhund hat als echter Arbeitshund einen enormen Bewegungs und Beschäftigungsdrang. Neben ausreichend langen Spaziergängen (der gesunde, erwachsene Weiße täglich ca. 2-3 Stunden, Welpen ½ bis 1 Stunde – über den Tag verteilt auf mindestens 3 Spaziergänge und nicht am Stück, alte und kranke Hunde entsprechend angepasst und weniger) braucht der Weiße auch Kopfarbeit. Die Weißen Schweizer Schäferhunde lieben alle Arten von Nasenarbeit, aber sie sind zum Teil auch gute Besuchs- und Therapiebegleithunde. Auch in anderen Bereichen leisten sie Beachtliches. Der Weiße fordert seine Menschen und will gefordert werden. Er bewacht Haus und Garten, ist aber bei guter Erziehung und Auslastung kein Kläffer. Er ist sehr sensibel und intelligent, was seine Erziehung einfach macht, aber auch Verstand und Feingefühl seitens des Halters erfordert. Auch Konsequenz ist gefragt. Kasernenhofton und harten Drill verträgt er nicht. Dies zerstört nur sein liebenswertes Wesen. Er darf nicht unter Druck gesetzt werden, sondern braucht einen geduldigen, ruhigen und konsequenten Halter. Er ist intelligent und von Natur aus lernwillig. Er liebt seine Menschen und ist ihnen ein treuer Freund und Begleiter. Er kann eine enorme Kraft entwickeln, weshalb er nur bedingt für weniger kräftige Menschen geeignet ist. Dass dies mit entsprechender Erziehung doch funktionieren kann, zeigen viele Behindertenbegleithunde, die Menschen mit Handicap im Alltag unterstützen. Diese Hunde haben zwar das entsprechende Wesen, sind aber auch entsprechend ausgebildet. Der Weiße erinnert an ein sanftes Lämmchen, wenn er gut sozialisiert und erzogen ist. Er kommt aber nicht fertig erzogen auf die Welt, sondern muss von seinen Menschen erst zu einem zuverlässigen Begleiter gemacht werden. Bei guter Zucht und Aufzucht ist er der „sanfte Hund für sanfte Hände“. Auch kinderlieb ist er, wenn er aus guter Zucht stammt und ordnungsgemäß sozialisiert wurde. Es gibt Weiße Schweizer Schäferhunde, die jeden Fremden sofort freudig und überschwänglich begrüßen. Andere schauen sich fremde Menschen und Situationen erst von weitem an, doch bald siegt die Neugier und der Weiße kommt freudig heran. Der Weiße darf keinesfalls ängstlich oder aggressiv sein, woran die großen Vereine auch mit Erfolg arbeiten. Der Weiße braucht Auslauf und Action. Langeweile ist ihm als ehemaliger Arbeitshund an der Herde ein Graus. Einige Möglichkeiten werden später noch angesprochen.

Eignung

Der Weiße Schweizer Schäferhund brilliert in fast allen Sparten des Hundesports, sogar vor dem Hundeschlitten sieht man ihn hin und wieder. Als Familien- und Begleithund eignet er sich wunderbar, wenn er genug Auslauf und Beschäftigung hat. Durch sein Wesen und seinen Körperbau mit dem geraden Rücken und den nur wenig gewinkelten Läufen ist er für Gelenkleiden wie Hüftdysplasie nicht anfällig (ab und zu können aber Gelenkschäden schon einmal vorkommen) und kann lange und ausdauernd gehen und auch traben. Die Hüteeigenschaften haben sich erhalten. Er wird auch heute noch an der Herde eingesetzt, doch haben Schäferhunde heute nur noch selten etwas mit Schafen zu tun. Gelegentlich werden Weiße Schäferhunde als Diensthunde bei der Polizei eingesetzt, doch das ist selten. Nicht so selten sieht man den Weißen Schweizer Schäferhund als Schutzhund (Gebrauchshundprüfung). Er macht die Fährtenarbeit und Unterordnung freudig mit, auch die sog. Mannarbeit, also das Verfolgen, Stellen und Festhalten des Scheintäters, doch meist fehlt ihm die dafür gewünschte Schärfe und Härte. Das muss nicht negativ sein, denn neben seinem wunderbaren äußeren Erscheinungsbild macht ja auch sein liebenswertes und friedfertiges Wesen seinen Reiz aus. Allerdings fühlen sich dadurch manche Züchter und Halter von Weißen Schweizer Schäferhunden auf den Schlips getreten und wollen beweisen, dass die Weißen den Deutschen in nichts nachstehen. Diesen Trend sehe ich bedenklich, denn der Weiße ist nicht nur wegen seines schönen Aussehens so beliebt, sondern auch wegen seines eigenständigen Wesens. Er sollte kein weißes Abziehbild des Deutschen Schäferhundes werden, aber teilweise ist das schon geschehen. Schaut man sich im Internet um, findet man viele Fotos und Filme von Weißen Schweizer Schäferhunden, stolz von ihren Besitzern präsentiert, wie sie am Schutzarm des Scheintäters hängen. Muss das sein? Jeder soll dem Schutzhundsport nachgehen, wenn er möchte. Aber wir sollten aufpassen, dass der Weiße sich nicht in eine falsche Richtung entwickelt. Es wäre schade, würde er sein wunderbares und liebenswertes Wesen einbüßen. Er ist mit entsprechender Erziehung und Auslastung (z.B. Spaziergänge und Suchspiele) ein ausgezeichneter Familien- und Begleithund und blüht in der Familie richtig auf. Auch als Sporthund (z.B. beim Agility oder Breitensport) ist er ein geeigneter und aktiver Begleiter. Als Rettungshunde, Blinden- und andere Behindertenbegleithunde sind die Weißen ausgezeichnet geeignet. Auch als Besuchs- und Therapiebegleithunde sind sie gerne gesehen. Selbstverständlich müssen Mensch und Hund für die gewählte Tätigkeit geeignet sein. Auch als Sportpartner sind die Weißen beliebt: Radfahren, Joggen, Reiten und Schwimmen machen mit Partner Hund deutlich mehr Spaß als alleine. Auch als Rettungshund hat der Weiße schon vielen Menschen das Leben gerettet. Viele kranke und alte Menschen, Kinder oder Demente freuen sich über den regelmäßigen Einsatz von Therapiebegleit- oder Besuchshunden. Der Weiße ist für vielerlei Aufgaben geeignet, wenn er ordnungsgemäß sozialisiert und erzogen ist und sein Mensch sich auf sein sensibles Wesen einstellt. Der Weiße ist ein anhängliches Schmusetier, ein etwas zu groß geratener Schoßhund. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein ursprünglicher Hütehund geblieben ist. Neben einer guten Grunderziehung braucht er unbedingt rassegerechte Auslastung. Sonst macht er irgendwann Probleme. Nicht nur sein Körper, auch seine Intelligenz muss gefördert werden. Nasenarbeit beispielsweise wird beidem gerecht. Der Weiße darf auch nicht aufgrund seiner Schönheit als Prestigeobjekt angeschafft werden. Das würde seinem liebenswerten Wesen nicht gerecht. Sobald ihn alle einmal gesehen haben, wird er für die meisten Menschen, die keine echten Hunde- oder gar WSS-Fans sind, sowieso uninteressant. Wer einen auffälligen Dekogegenstand sucht, wird sicher im Kaufhaus fündig, sollte aber lieber auf einen Weißen Schweizer Schäferhund verzichten. Natürlich ist ein weißer Schäferhund auffällig, aber nur deshalb sollte er nicht angeschafft werden. Man muss schon das „Gesamtpaket“ nehmen. Neben der äußeren Erscheinung muss auch das Wesen passen. Der Weiße unterscheidet sich im Wesen sehr von anderen Hunderassen, besonders auch vom Deutschen Schäferhund. Der Weiße ist ein idealer Familien- und Begleithund, braucht aber unbedingt artgerechte Beschäftigung. Er ist auch als Arbeitshund geeignet, braucht dann aber unbedingt engen Familienanschluss. Er benötigt beides: artgerechte Auslastung und engen Kontakt zu seinen Menschen. Der Weiße ist eine äußerst gesunde Rasse. Die Vereine setzen alles daran, kranke Hunde von der Zucht auszuschließen. Aber dennoch kann es auch in der kontrollierten Zucht zu Problemen kommen. Deshalb wurden Zuchtwertschätzungen, Röntgenpflicht, MDR1-Untersuchungen usw eingeführt, die für Zuchthunde obligatorisch sein sollten. Die Untersuchungsergebnisse werden von unabhängigen Stellen ausgewertet. Untersuchungsergebnisse werden im Zuchtbuch und der Ahnentafel des Hundes vermerkt. Hunde mit bestimmten (krankhaften) Merkmalen werden von der Zucht ausgeschlossen oder es sind nur bestimmte Verpaarungen gestattet. Der Welpenkäufer sollte sich die Gesundheitsunterlagen der Elterntiere zeigen und erklären lassen. Wenn man keine Prüfungen ablegen oder keinen profimäßigen Hundesport im Verein betreiben kann oder möchte, ist das nicht schlimm. Man sollte aber unbedingt für genügend Beschäftigung sorgen, sonst sucht der Weiße eine eigene Beschäftigung, die aber seinen Menschen nicht unbedingt zusagt. Im Haus ist der Weiße ein Schatten, der sich ruhig verhält und seinen Menschen auf Schritt und Tritt folgt. Draußen dreht er dafür so richtig auf und muss auf seine Kosten kommen. Lange Spaziergänge mit Suchspielen, Radfahren, Reitbegleitung, Nasenarbeit, Agility – was auch immer, der Weiße macht vieles begeistert mit. Hauptsache, er kann dabei sein und es wird nie langweilig.

Das Aussehen

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist mit 53-66 cm Widerristhöhe und 25-40 kg eine mittelgroße bis übermittelgroße Rasse. Manche Weißen Schweizer Schäferhunde werden größer, überschreiten sie die 68 cm, bleiben sie Familienhunde ohne Nachkommen. Das Fell ist stock- oder langstockhaarig. Durch die zulässige und häufig praktizierte Verpaarung beider Haararten gibt es manchmal Weiße Schweizer Schäferhunde, die man nicht eindeutig der einen oder anderen Haarart zuordnen kann. In Deutschland und Österreich gibt es mehr langstockhaarige Weiße Schweizer Schäferhunde, in den Niederlanden und der Schweiz sieht man noch viele stockhaarige Weiße. Die beiden Haararten bestehen aus Deckhaar und Unterwolle. Beim Langstockhaar ist das Deckhaar länger, besonders an den Seiten, an den Ohren, der Rute und der Rückseite der Hinterläufe. Beide Haararten sind wetterfest. Beide Haararten sind pflegeleicht, langstockhaarige Schäferhunde verlieren weit weniger Haar als stockhaarige, da die losen Haare von den fest sitzenden fest gehalten werden. Regelmäßig gründlich bürsten muss man beide Haararten, um Fell und Haut in gutem Zustand zu halten und den Fellregen innerhalb des Hauses in Grenzen zu halten. Richtig ernährte Hunde (BARF, Selbstgekochtes oder eines der wenigen guten fertigen Dosenfutter) verlieren weit weniger Haar als solche, die mit Getreideabfällen traktiert werden, und sie riechen im Gegensatz zu diesen auch nicht unangenehm. Trotzdem muss der Hund regelmäßig gebürstet und regelmäßig der Staubsauger zur Hand genommen werden – aber es hält sich bei vernünftig ernährten und gepflegten Hunden in Grenzen. Die meisten Weißen Schweizer Schäferhunde sind schneeweiß und haben das gewünschte schwarze bis blaue Hautpigment, was an Lefzen, Lidrändern, Nase und Ballen sowie weiteren exponierten Haustellen gut zu erkennen ist. Bei manchen Hunden ist die Haut jedoch heller, was je nach Grad bis zum Zuchtausschluss führen kann. Manche Hunde haben aufgehellte Lefzen oder Lidränder. Auch die Nase kann aufgehellt bis ganz rosa sein, was nicht erwünscht ist und bei völligem Pigmenverlust (rosa Nase, Ballen ect) bis zum Zuchtausschluss führen kann, während leichtere Pigmentverluste wie z.B. fleckige Pigmentverluste an den Lidrändern hingenommen werden. Bei manchen Hunden sind die sichtbaren Hautstellen dunkel, die restlichen heller. Das Fell soll reinweiß sein. Manchmal weist es leichte bis starke gelbliche oder rötliche Verfärbungen an den Ohren, Rücken und/ oder Rute auf. Manche Hunde haben eine Maske im Gesicht. Auch das ist nicht erwünscht, aber nichts Schlimmes. Stark wildfarbene und / oder schwächer pigmentierte Hunde sollten mit reinweißen Hunden verpaart werden, die das gewünschte schwarze Pigment aufweisen. Bestimmte Bestandteile im Futter wie Algen, Blut, Karotten usw führen bei manchen Hunden zu stärkerer Wildfarbe. Aber es reagieren nicht alle Hunde gleich darauf, und einem Hund sollte kein lebenswichtiger Nährstoff vorenthalten werden, nur