Weiter als Himmel, größer als Raum - Mooji - E-Book

Weiter als Himmel, größer als Raum E-Book

Mooji

0,0
14,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Mit seinem großen Herzen und seiner tiefgründigen Weisheit berührt der bekannte spirituelle Meister Mooji Tausende von Menschen. Sein Inspirations-Buch zur inneren Befreiung" enthält die Essenz all seiner Unterweisungen. Es ist ein Leitfaden zur Erkenntnis unseres wahren Wesens, unseres "Selbst" hinter allen Vorstellungen und Wahrnehmungen. Mooji wendet sich mit seinen Worten, Einsichten, Geschichten und vielen direkten Selbsterfahrungs-Übungen direkt an einen Teil in uns, der nichts mit dem Verstand zu tun hat. So wird das Lesen zu einer anhaltenden Selbsterfahrung. Denn was wäre, wenn wir alles, von dem wir glauben, dass wir es sind – Körper, Gedanken, Gefühle und Gewohnheitsmuster – gar nicht sind? Was wäre, wenn dies alles nur eine Art Selbstbild wäre, das sich aus falschen Identifikationen, Vorstellungsmustern und Annahmen zusammensetzt? In Weiter als Himmel, größer als Raum gehen wir uns selbst auf den Grund und finden unsere tiefste innere Wahrheit. Moojis Buch zu lesen, ist fast wie eine Begegnung mit dem Meister selbst, weil wir in ihr die eigene Natur und Existenz hinterfragen. Wir können durch seine gezielten Fragen und praktischen Übungs-Vorschläge direkt über unser Ego hinauswachsen und wahren Frieden und Glückseligkeit erleben. Für alle Sinnsucher, die sich selbst erkennen wollen und für die Erleuchtung ein reales Ziel darstellt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 357

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Mooji

Weiter als Himmel, größer als Raum

Das Buch der inneren Befreiung

Aus dem Englischen von Horst Kappen

Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.

Über dieses Buch

In Weiter als Himmel, größer als Raum lädt der weltweit bekannte Lehrer und erwachte Meister Mooji uns dazu ein, unsere wahre Essenz als reines Bewusstsein zu entdecken. Mooji zeigt, wie wir der Illusion des von Gedanken bestimmten Lebens entkommen und in die unendliche Weite wahren Seins zurückkehren. Die Methode der Selbst-Erforschung ist dabei so einfach und direkt wie der Blick in einen Spiegel, in dem wir unser zeitloses Gesicht erkennen. Freiheit, grenzenlose Liebe und Freude sind der Duft unserer wahren Natur.

Moojis Inspirationsbuch zur inneren Befreiung enthält die Essenz seiner Unterweisungen und behandelt unter anderen folgende Frage

• Wie kann ich Frieden und Freude, Glück und Liebe finden?• Ist Selbst-Verwirklichung für einen ganz normalen Menschen mit Job und Familie überhaupt möglich?• Sind intime Liebesbeziehungen eine Hilfe oder ein Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung?• Ist deine Lehre für mich überhaupt relevant, wenn ich nicht an Gott glaube.• Wie kann man die persönliche Konditionierung und unterdrückte Emotionen überwinden?• Und warum scheint es so schwierig, zu entdecken, dass ich meinem Wesen nach frei bin?

Die Welt bestärkt uns in unserem begrenzten Blickwinkel der Person, die wir zu sein glauben. Mooji hilft uns, nicht nur Antworten auf unsere Fragen zu finden, sondern vielmehr aus ebendieser Perspektive auszubrechen und vollkommen einzutauchen in die Tiefe wahrhaftigen Sehens und Seins.

Inhaltsübersicht

Einführung

VORWORT: Die Großartigkeit des Seins

TEIL I: Der Schritt in das Einssein

1. Ist das, was du siehst, alles, was da ist?

Die Kraft der Selbst-Erforschung

So still

Dein Sein freisetzen

Anleitung zur Selbst-Erforschung Verweile als das »Ich bin«

Anleitung zur Selbst-Erforschung Du bist nichts Wahrnehmbares

2. Der Herzensweg zur Wahrheit

Die Fischersfrauen und die Blumenhändlerin

Der Ruf deines inneren Seins

Hingabe und Selbst-Wissen: die zwei Flügel eines Vogels

Mach aus keiner Lehre eine Tätowierung

Jenseits des psychologischen Verstandes

Der Herzensweg zur Wahrheit

Der mühelose Weg

3. Das Überwinden unserer Konditionierung

Das Überwinden der kulturellen Konditionierung

Über die religiöse Stammeszugehörigkeit hinausgehen

Löse dich auf im Ozean des Einsseins

Den Bann des Personseins brechen

Die Wahrheit braucht keine Zeit

Verschmilz mit dem Unbegrenzten

4. Die Arbeit der Person endet nie

Bist du schon reich?

Das Theater des Bewusstseins

Der Glaube muss Realität werden

Die zwei Vögel

Der Sinn des Beobachtens

Anleitung zur Selbst-Erforschung Identität bedeutet eine Ich-heit

Es muss nicht beschwerlich sein

Löse die Rückstände des Geistes auf

Folge nicht dem Personen-Gift

Dem Leben vertrauen

Der König und sein Ratgeber

Heiße den Löwen auf deinem Weg willkommen

Anleitung zur Selbst-Erforschung Bleibe leer

Früher glaubte ich

5. Geh aufs Ganze

Widerstand gegen die Freiheit

Jenseits von Öffnen und Verschließen

Wenn die Person auszieht

Gedanken bedeuten nicht unbedingt Denken

Hör auf, die Tauben zu füttern

Verfange dich nicht im Dickicht des Verstandes

Die Freiheit ist kostenlos – aber nicht billig

Der Bergmann und das himmlische Juwel

Die letzte Wahrheit ist keine Erfahrung

Die Versuchungen einer großen Yogini

6. Die Gnade ist an deiner Seite

Einen Zweig vom Nirwana entfernt

Der Rückschlag des Egos

Die Führung durch einen Meister

Das gefangene Eichhörnchen

Aus dem Kokon ausbrechen

TEIL II: Das Leben in seinem dynamischen Ausdruck

Eines Tages wollte ich [...]

Dein Leben ist eine Entdeckung

7. Sei in der Welt, aber nicht von der Welt

Wenn du Wahrheit und weltlichen Erfolg willst

Dein Platz in der Welt

Der zufriedene Fischer

Nichts ist eine Ablenkung

Die Ruhelosigkeit beobachten

Anleitung zur Selbst-Erforschung Folge mir nach innen

Zu viel Auswahl auf der Speisekarte

Wer entscheidet?

Entscheiden durch Loslassen

Schau, was kommt

8. In der Wahrheit gegründete Beziehungen

Lass die Liebe in der Präsenz verwurzelt sein

Wenn man schmilzt

Der Streit

In Beziehung sein jenseits von Bedürftigkeit

Ohne Verzerrung sehen

Anleitung zur Selbst-Erforschung Dem leidenden »Ich« begegnen

Hat jemand was von Sex gesagt?

Wenn Beziehungen zu Ende gehen

Über das Single-Dasein

Schlinge dich um das Ewige

9. Wahrheit und Familie

Nimm dir Zeit, um das Zeitlose zu entdecken

Mein Kopf zu deinen Füßen

Dein Leben muss sich für dich richtig anfühlen

Die fünfte Stufe

Wenn das Leben dir einen Schubs gibt

Nichts für mich da

10. Heilung durch Transzendenz

Anleitung zur Selbst-Erforschung Verweile als Gewahrsein

Das Ende des Leidens

Die alte Dame im Wandschrank

Immer wieder bestätigen und überprüfen

Sei im Jetzt ohne Und dann

Wenn die Welt voller Grausamkeit erscheint

Die Neuausrichtung auf das Mitgefühl

Die Liebe ist der Duft deines Seins

11. Allein das Selbst ist real

Aus dem Wachzustand erwachen

Jenseits der »Ich bin«-Präsenz

Einfach dasitzen

Glossar

Dank

Einführung

Weiter als Himmel, größer als Raum entstand aus dem Impuls, Moojis Weisheit an Menschen weiterzugeben, die sich nach anhaltendem Glück, Frieden und Liebe sehnen – nach der Wahrheit oder dem, was man oft auch Selbst-Erkenntnis nennt –, die aber mit der Selbst-Erforschung oder dem nicht-dualen Konzept des Advaita noch wenig oder gar nicht vertraut sind. Diese Art, in die Wahrheit der eigenen Existenz zu schauen, ist einfach, direkt und sehr kraftvoll. Jedoch kann sie sich zunächst auch als schwierig und beunruhigend erweisen. Die Selbst-Erforschung rüttelt an unseren grundlegenden Vorstellungen und Überzeugungen davon, wer wir sind, und stellt unsere Wahrnehmung der Welt, in der wir leben, von Grund auf infrage. Mooji erzählt oft die Geschichte seiner ersten Berührung mit der Selbst-Erforschung, wie sie von dem indischen Weisen Sri Ramana Maharshi (1879–1950) gelehrt wurde, dem die Erneuerung dieser uralten spirituellen Weisheit zugeschrieben wird.

»Im Jahr 1987, nach einer eindrucksvollen Begegnung mit einem christlichen Mystiker, gab es in meinem Leben viele innere und äußere Veränderungen, die letztlich dazu führten, dass ich meine Stelle als Kunstlehrer am College im Londoner Stadtteil Brixton aufgab. Eines Tages betrat ich aus einem Impuls heraus einen spirituellen Buchladen im Zentrum Londons. Ich war es nicht gewohnt, viel zu lesen, war aber sofort von der Abbildung Ramana Maharshis auf einem der Bücher angezogen. Sein Gesicht strahlte eine Wärme und ein inneres Licht aus, das mich unmittelbar im Herzen berührte. Als ich jedoch das Buch aufschlug, war meine Reaktion: Huch, was ist das denn?! Seine Worte wirkten auf mich sehr intellektuell und unruhig – und zwar in einem Maß, dass ich tatsächlich glaubte, die Druckerei müsste einen Fehler gemacht und das Buch mit dem falschen Umschlag versehen haben. Von dem Foto ging eine solche Gelassenheit, Stille und Friedlichkeit aus; aber die nüchternen Anleitungen zur Selbst-Erforschung konnten mein Inneres damals nicht erreichen.

Also klappte ich Sri Ramanas Buch wieder zu und legte es beiseite. Stattdessen stieß ich in derselben Buchhandlung auf ein anderes Buch mit dem Titel The Gospel of Sri Ramakrishna, das mich sofort ansprach. Zwar war ich in der christlichen Tradition aufgewachsen, doch war die Weisheit des Hindu-Heiligen Sri Ramakrishna von einer Universalität, die zu meinem Herzen sprach und es eroberte. Jedes seiner Worte brachte in der Tiefe meines Seins etwas zum Klingen und kam zum perfekten Zeitpunkt, da ich auf eine Stimme gewartet hatte, die mich in den tiefen Erfahrungen, die ich zu jener Zeit hatte, bestätigen konnte. Später erfuhr ich, dass Sri Ramakrishna nicht nur ein großer Vertreter der liebenden Hingabe – ein Bhakti-Heiliger –, sondern auch ein vollkommen erlöster Weiser aus der Sicht und Erfahrung des nicht-dualen Jnana-Weges war – des Weges reiner Selbst-Erkenntnis.

1993 bot sich mir die Gelegenheit, nach Indien zu reisen und mir damit einen Herzenswunsch zu erfüllen. Ich glaubte, Ziel und Zweck meines Indienaufenthaltes sei allein, den Dakshineshwar-Tempel in der Nähe von Kolkata aufzusuchen, den Ort also, an dem Sri Ramakrishna gelebt und gelehrt hatte. Mehr wusste ich nicht. Ich hatte keinen Lonely-Planet-Reiseführer oder etwas in der Art. Und in spiritueller Hinsicht war ich damals ziemlich unbedarft – von Gurus, spirituellen Wegen oder Meditation verstand ich rein gar nichts, von Advaita ganz zu schweigen. Alles, was ich kannte, war die göttliche Liebe Jesu Christi und Sri Ramakrishna.

Bis heute bin ich nicht nach Kolkata gekommen. Stattdessen führte mich mein Schicksal auf einen anderen Weg, auf dem ich meinem Meister, Sri H.W.L. Poonja, begegnete, liebevoll auch Papaji genannt. Erst durch die Gunst und den Einfluss Papajis, der ein persönlicher Schüler Sri Ramana Maharshis ist, schaffte ich es irgendwie, die Lehren Sri Ramanas in meinem Herzen aufzunehmen und zu verstehen.

Ich erkannte nun sehr bald, dass die Selbst-Erforschung der direkteste Zugang zur Wahrheit ist. Und direkt musste er auch sein, da ich eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne habe und mich nur zu dem hingezogen fühle, was klar, einfach und unmittelbar einleuchtend ist.«

In den darauffolgenden Jahren begann sich ein Kreis von Anhängern um Mooji zu bilden. Einige suchten einfach seine Nähe und baten darum, eine Weile bei ihm sitzen zu dürfen, weil sie sich in seiner Gegenwart so voller Frieden fühlten. Andere fingen an, ihm Fragen zu ihrer eigenen Suche nach der Wahrheit zu stellen. Moojis Gabe, Menschen anzuleiten, erwuchs spontan, und was in Form zwangloser Zusammenkünfte im kleinen Kreis begonnen hatte, entwickelte sich alsbald zu großen Versammlungen oder Satsangs mit Hunderten von Menschen.

Zu Beginn des Jahres 2012 hielt Mooji im südindischen Tiruvannamalai einen Satsang mit rund 500 Teilnehmern ab. Unter ihnen war Abe Gutmann, ein Amerikaner aus Colorado, der sofort von Moojis Gabe begeistert war, Menschen mit einer so unerbittlichen Klarheit, mit Weisheit und Humor zur Entdeckung ihrer wahren Natur zu führen. Während der darauffolgenden vier Jahre betreute Abe Gutmann das Entstehen von Weiter als Himmel, größer als Raum, indem er die ergiebigsten Protokolle von Satsangs, denen er persönlich oder online beiwohnte, auswählte, transkribierte und redigierte. In den Satsangs stellte Abe häufig Fragen zu partnerschaftlichen und allgemein psychologischen Themen oder in Bezug auf unseren Platz in der Welt, da er das Gefühl hatte, dass die Antworten für diejenigen hilfreich wären, denen Satsang neu ist. Dieses Buch verdankt seine Entstehung also dem unermüdlichen Engagement Abe Gutmanns, der dem Manuskript anhand der Rückmeldungen Moojis und des Teams von Mooji Media Publications die endgültige Fassung gab.

Im Sommer 2015 befand Mooji, dass es an der Zeit sei, Weiter als Himmel, größer als Raum fertigzustellen und zu veröffentlichen. Mit der großen Synchronizität, wie sie bei einem Meister immer zugegen ist, erhielt Abe innerhalb weniger Tage Nachricht von Sounds True, dass der Verlag an der Veröffentlichung des Buches interessiert sei. Danach erfuhr das Manuskript, in Abstimmung mit Abe, noch weitere Überarbeitungen und Verbesserungen durch die Teams von Sounds True und Mooji Media. Dabei handelte es sich um ein wahrhaft internationales Gemeinschaftsprojekt, mit ausgedehnten Redaktionssitzungen über Skype, die zwischen Rishikesh in Indien, Monte Sahaja in Portugal und New York City in den USA stattfanden. All das entfaltete sich in vollkommener Harmonie, während Mooji in Rishikesh fünf Wochen lang Satsang mit täglich über zweitausend Teilnehmern abhielt – ein wundervoller Ausdruck für Moojis Sein und Geist.

Das Buch, das du nun in Händen hältst, ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Möge es sich durch die alles durchdringende, alles enthüllende Kraft des Lichtes und der Weisheit der Selbst-Erforschung als wertvoller Begleiter auf dem Weg zur Selbst-Verwirklichung erweisen.

Dieses Buch will nicht mit dem Verstand gelesen werden

Die Lehren und Einsichten Moojis sind von einer erhabenen Einfachheit, und der Ort, an den sie uns führen, liegt jenseits von Worten. Du musst keine besonderen Techniken oder Praktiken erlernen, denn die Selbst-Erforschung ist wie der Blick in einen Spiegel, in dem du dein zeitloses Gesicht erkennst. Wie aber Moojis eigene Geschichte zeigt, kann diese Selbst-Beobachtung anfänglich schwerfallen, weil sie erfordert, dass wir uns rasch an die Sprache, Kraft und Unmittelbarkeit der Hinweise auf unser wahres Selbst gewöhnen.

Mooji bedient sich einer flüssigen, metaphorischen Sprache. Sie ist für ihn ein Hilfsmittel, um dich in die innere, unmittelbare und intuitive Erfahrung der Wahrheit zu führen, die du bereits bist, ohne dir dessen jetzt schon bewusst zu sein. Versteife dich beim Lesen nicht auf die präzise Bedeutung einzelner Worte, Sätze oder Absätze. Lass vielmehr die Energie der Worte in dein Herz und Sein dringen, ohne den bewertenden und interpretierenden Verstand dazwischentreten zu lassen. Du wirst feststellen, dass sich das Verständnis dann irgendwann ganz von selbst einstellt.

Die wichtigsten Verweise auf unser wahres Selbst werden bewusst durch das ganze Buch hindurch auf verschiedene Weise wiederholt, um so Raum dafür zu schaffen, dass dieses Verständnis wachsen und reifen kann. Der wesentliche Verweis auf unsere wahre Natur ist so einfach, dass er für jeden Menschen, selbst ein Kind, zu erfassen ist. Allerdings kann es eine Weile dauern, unseren Geist von den Vorstellungen zu leeren und zu befreien, die wir so gerne davon hegen, wer wir selbst sind.

Auch wenn Mooji in diesem Buch auf viele Themen eingeht, spricht er tatsächlich immer von der Entdeckung unserer wahren Natur. Häufig betont er, dass es bei der Suche nach der Wahrheit nicht darauf ankommt, vielerlei zu wissen. Daher liegt der Akzent weniger auf dem Lehren und Lernen, sondern auf der Entdeckung und direkten Erfahrung. Wenn du auf etwas stößt, das nicht sofort klar ist oder keinen Sinn zu ergeben scheint, dann lass dich davon nicht beirren. Lass es für den Moment so stehen und bleibe offen.

Noch wichtiger aber ist: Wenn du in dem Buch etwas findest, das dich in der Tiefe anspricht, dann lass dir Zeit, um es ganz auf dich wirken zu lassen. Lass es sein inneres Werk verrichten. Mooji bestärkt jeden von uns darin, dass ein einziger Hinweis auf das wahre Selbst, wenn er im tiefsten Inneren verstanden und im Herzen angenommen ist, ausreicht, um uns nach Hause zu bringen.

 

Weiter als Himmel, größer als Raum bietet eine Fülle von Moojis Weisheiten und Einsichten und ist voll von dem, was Mooji ausstrahlt: seiner Offenheit, seiner Liebe und seinem Sinn für Humor. Außerdem enthält das Buch viele von Moojis bevorzugten Lehrgeschichten und seine klaren Anleitungen zur Selbst-Erforschung. Es ist so gegliedert, dass es solche Leser, denen Mooji und seine Lehren noch unbekannt sind, zum unmittelbaren Erkennen und Erfahren der Wahrheit führt. Lesern, die mit diesen Hinweisen schon vertraut sind, bietet sich hier die großartige Möglichkeit der Vertiefung und Vervollkommnung ihrer Selbst-Erkenntnis.

Teil I, Der Schritt in das Einssein, stellt Moojis zentrale Lehren und Einsichten vor. Insbesondere das erste Kapitel vermittelt das Wesen der Selbst-Erforschung. Daher sollte es immer wieder gelesen werden, bis ein tiefes Verständnis der Selbst-Erforschung erreicht und man in der Lage ist, ihre Kraft zur endgültigen Befreiung zu nutzen.

Teil II, Das Leben in seinem dynamischen Ausdruck, behandelt Fragen, die unseren Platz in der Welt, unsere Beziehungen, Familie, Arbeit, Lebensprobleme und so weiter betreffen. Zwar stehen diese Themen üblicherweise nicht im Mittelpunkt von Moojis Interesse, dennoch geht er auf sie ein, weil sie sich vielen Menschen stellen – vor allem, wenn ihnen diese so vollkommen einfache Art, in unsere zeitlose Natur zu blicken, noch neu ist. Indem Mooji uns unablässig in unser ursprüngliches Sein zurückverweist, zeigt er, dass die Wahrheit etwas höchst Praktisches und nichts vom Leben Getrenntes ist. Vielmehr bereichert die Wahrheit jeden Aspekt dessen, was sich manifestiert und wie es sich in unserer Erfahrung zeigt.

Weiter als Himmel, größer als Raum ist aus lebendig geführten Dialogen hervorgegangen, die hier thematisch geordnet sind, damit auch neue Leser leichter folgen können. Dennoch sollte dieses Buch nicht als eine erschöpfende Übersicht von Moojis Äußerungen zu diesen Themen verstanden werden. Als lebender Meister reagiert Mooji spontan auf den gegebenen Moment, und wie es bei wahren Meistern stets der Fall ist, können auch seine Antworten gelegentlich als inkonsistent oder gar widersprüchlich erscheinen. Hier gilt es zu bedenken, dass seine Beantwortung nicht nur einer Frage gilt, sondern auch dem Fragenden, wobei er sich jeweils von seiner Intuition leiten lässt.

Das Buch ist nicht übermäßig in einer Weise strukturiert, mit der es den logischen, konditionierten Verstand ansprechen würde. Mooji weiß um die tiefere Intelligenz, die jedem Menschen innewohnt, und sie ist es, zu der er spricht. Jedem Einzelnen traut er die Fähigkeit zu, durch das Erkennen der Wahrheit zu erwachen. Und er weiß um den Wert des Lernens, des Wachsens und der Bewusstseinserweiterung, wenn wir vor der Aufgabe stehen, das allumfassende Sein, das wir sind, zu entdecken.

»Sehr häufig werden wir in der westlichen Kultur behandelt, als hätten wir nur sehr geringe spirituelle Fähigkeiten, als wären wir ohne innere Kraft und als müssten andere, die den »Durchblick« haben, uns alles vorkauen, damit wir es verdauen können. Aber es ist von großer Wichtigkeit, dass der wahrhaft Suchende begreift, dass er genug Offenheit aufbringen muss, um sich den Erfahrungen zu stellen, die ihn innerlich zutiefst herausfordern. Nur so kann die lebendige Zielstrebigkeit im Innern erweckt werden, die für das Erlangen wahrer Freiheit notwendig ist. Um frei zu sein, musst du die alte Form persönlicher Konditionierung zerbrechen, deinen Kokon zerreißen. Jeder aufrichtig Suchende muss bereit sein, sich der notwendigen Verwandlung vom Raupenbewusstsein zum Schmetterling der Freiheit zu unterziehen!«

 

Die Herausgeber

Die Großartigkeit des Seins

Ich möchte dir die Großartigkeit des Seins in Erinnerung rufen, dich daran erinnern, dass alles, was wir jemals benötigen, im Selbst zu finden ist. Alles wahrhaft Bleibende, das wir in dieser Welt erstreben – echtes Glück, Freude, Frieden, Licht, Raum –, erwartet uns in unserem eigenen Inneren. All dies ist immer da, aber eine ganze Weile sehen wir es nicht, weil wir in der Welt des Vergänglichen und Wechselhaften nach Erfüllung suchen. Erst fünf vor zwölf wenden wir uns dem Selbst zu. Dieses Aufschieben ist nicht klug, aber auch nicht ungewöhnlich.

Seit Tausenden von Jahren vertieft sich der Mensch in die Frage nach seinem eigenen Wesen und der Bedeutung seiner Anwesenheit auf diesem Planeten. Viele fanden das Gesuchte, aber Milliarden von Seinsformen, die einmal »Mensch« hießen, sind nicht mehr hier, sind vergangen. Und nun ist es an uns zu finden – wir sind die lebendige Welle. Wir sind Gestalt geworden und haben uns als Weggenossen auf diesem Planeten eingefunden, um unsere Chance zu ergreifen, das Unvergängliche in uns zu entdecken. Jeder von uns hat die Möglichkeit, wahre Freiheit zu finden, niemand ist ausgenommen, niemand ausgeschlossen, denn das Licht des Bewusstseins leuchtet in uns allen.

Die Welt bestärkt uns darin, den begrenzten Blickwinkel der Person einzunehmen – eine sehr unsichere Position, in der wir ständig auf schwankendem Grund unser Gleichgewicht suchen. Aber du musst lernen, von deinem ursprünglichen Sein aus zu sehen. Dein Sein ist weiter als Himmel, größer als Raum – und es ist schon da. Schau von deiner Stille aus, nicht aus deiner Rastlosigkeit. Du brauchst dich nicht einmal einen Millimeter von hier fortzubewegen, um zur Stille und Unbewegtheit deines Seins zu finden. Von hier aus kannst du die Energieströme beobachten, die deine Aufmerksamkeit hinaus in die Sphäre des Lärms und des Personseins ziehen, wo die Wesen unter dem Gift der Personalität, der Giftigkeit des Egos zu leiden haben.

Du hast zu diesem Buch gegriffen, und eine Kraft in dir hat dich Tieferes finden lassen als je zuvor. Und es ist so einfach! Beginne damit, vom Ort deiner Stille aus zu schauen: Er ist schon hier. Binde dich nicht an eine Zeitform oder ein gedankliches Konzept – und augenblicklich bist du in einem Bereich der Neutralität, der Weite und der Stille. Auch wenn der Baum des Geistes noch so heftig schwankt, seine Bewegungen werden von diesem Ort der Stille aus betrachtet.

Übe dich darin, mehr auf das beständige Gefühl des Seins als auf das aufgewühlte Gefühl des Werdens zu achten, denn alles Werden ist endlos. Mach dich vertraut mit der Beständigkeit des Seins; gewöhne dich an das Gefühl der Leere. Es kann dir nichts anhaben. Indem du dein Selbst wertschätzt, gelangst du dorthin, wo große Freude, wo Frieden, Liebe, Verlässlichkeit und Lebendigkeit herrschen. Darin liegt wahre Selbstachtung. Von der Welt des Tuns wird dir nichts verloren gehen – die Dinge werden dir nur umso besser gelingen, weil du keine Energie mehr vergeudest und von falschen Vorstellungen befreit bist. Wir können eigentlich nur davon profitieren, und so frage ich mich, warum wir nur so lange brauchen, um das zu erkennen. Sind die Früchte der Welt so süß, dass sie mit der Schönheit deines eigenen Selbst konkurrieren könnten?

Dies ist eine gewaltige Existenz, und es liegt außerhalb unseres menschlichen Vermögens, sie in ihrem ganzen Potenzial zu erfassen. Aber mit den einfachen Schritten, wie sie hier gezeigt werden – indem wir unsere Aufmerksamkeit zum Ort des inneren Nicht-Bewegtseins und der Stille zurückführen –, können wir dieses Potenzial verwirklichen. Es ist an der Zeit, die kindische Haltung hinter sich zu lassen und ein wenig mehr auf das zu achten, was wirklich hier ist. Dies ist ein zeitgebundener, ein sterblicher Körper, in dem eine unsterbliche Präsenz lebt. Solange du noch die Wärme deines Körpers spürst, nutze dein leibliches Dasein, um zu deinem zeitlosen Sein zurückzufinden.

 

Mooji

Ist das, was du siehst, alles, was da ist?

Vor vielen Jahren, als ich noch zur Schule ging, zeigte mir ein anderer Junge ein kleines Bild, eine schlichte Schwarz-Weiß-Abbildung, kaum größer als eine Postkarte. »Was siehst du?«, fragte er. Ich dachte, er wollte sich mit mir einen Scherz erlauben, da es sich ganz offensichtlich um eine weiße Vase vor schwarzem Hintergrund handelte. »Ist das eine Fangfrage?«, war meine Antwort.

»Schau richtig hin«, beharrte er. »Was siehst du?«

»Es ist schlicht und einfach eine weiße Vase vor einem schwarzen Hintergrund. Kein Muster, nur die Form. Mehr ist da nicht, oder?«

»Doch, dir entgeht etwas, weil du nur auf eine Weise schaust.« Inzwischen ungeduldig geworden, fügte er hinzu: »Kannst du die zwei Gesichter sehen? Betrachte die schwarzen Flächen von der weißen aus.«

Ah! Endlich konnte ich zwei gleiche Profile erkennen, die einander zugewandt waren. »Und die Vase?«, fragte er dann. »Kannst du immer noch die Vase sehen?«

Ich hatte mir keine Mühe gegeben, wieder die Vase zu sehen, weil ich noch so begeistert davon war, die zwei Gesichter zu erkennen. »Nein, ich kann die Vase nicht mehr sehen. Wo ist sie geblieben?«

Wieder versuchte er, mir zu helfen: »Schau genau hin. Sieh wieder die Vase!« Ich schaute und schaute, bis es erneut eine Vase war. Dann, ganz plötzlich, konnte ich die Vase und die zwei Gesichter gleichzeitig sehen, indem ich meinen Blickwinkel ein klein wenig veränderte.

Offensichtlich war das Bild dasselbe geblieben – der Wechsel lag allein in meiner Wahrnehmung.

Wir alle betrachten das Leben zunächst aus dem ganz eigenen Blickwinkel unserer Erziehung, die uns Annahmen davon vermittelt, wer wir sind. Für die meisten Menschen bleibt diese kulturell vermittelte Perspektive zeitlebens bestehen. Auf der Erde leben sieben Milliarden Menschen, aber nur wenige von ihnen gehen durchs Leben und sehen dabei mehr als den konditionierten Körper-Geist – oder die Vase – als das, was wir unserem Wesen nach sind. Und nur sehr wenige hinterfragen ihren Glauben an ihre Identität oder Persönlichkeit, und so versäumen die allermeisten die Chance, ihre wahre Natur zu erkennen.

Wenn die Metapher von der Vase und den zwei Gesichtern auch ein gutes Beispiel dafür ist, wie wir aufgrund unserer Konditionierungen nur eine begrenzte Realität wahrnehmen, so ist sie doch auch unzureichend. Die Wahrheit, auf die ich verweise, liegt jenseits der bloßen Fähigkeit, von einem neuen Blickwinkel aus eine neue Sichtweise zu gewinnen und daraufhin etwas aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Bei dieser Wahrheit geht es um die Entdeckung, dass es zusätzlich zu dem, was wir sehen, eine tiefere Wirklichkeit gibt und dass diese Wirklichkeit immer hier ist – wir müssen lediglich dahin gelangen, sie als unser ureigenes Selbst zu erkennen.

Spiritualität ist die Suche nach vollkommenem Verstehen, nach Selbst-Entdeckung, nach Wahrheit, und sie muss genau da stattfinden, wo du bist. Die Wahrheit, nach der du suchst, muss bereits genau hier sein, denn sie ist zeitlos gegenwärtig.

Was ist Wahrheit? Wahrheit kann niemals nur eine Anhäufung heiliger Konzepte, Konditionierungen und Überzeugungen sein. Weder ist sie etwas, das sich ereignet, noch ein von dir gesondertes Objekt in einer Art heiligem Schrein. Um Wahrheit zu sein, muss Wahrheit unwandelbar, unveränderlich, immer gegenwärtig sein – dennoch ist sie jenseits von Eigenschaften und Bedingungen. Sie kann nicht etwas sein, das kommt und geht, weil alles Wechselhafte aus ihr entsteht und in ihr kommt und geht.

Wahrheit ist das, was wir sind. Sie ist unsere wesenhafte Natur und unser Sein. Sie ist das reine Selbst, das grenzenlose Eine, die letzte Wirklichkeit – das Bewusstsein selbst. Aber wir sind uns der Großartigkeit unserer wahren Natur nicht mehr bewusst aufgrund unserer Erziehung, Konditionierung und Bildung, die ein ganz anderes Bild zeichnet von dem, was wir sind –, und dem wir vorbehaltlos glauben.

Wenn du dein inneres Auge öffnest, wirst du die Wahrheit sehen, die hier und jetzt in dir ist, jenseits des flüchtigen Spiels der Phänomene, das wir Leben nennen – jenseits all dessen, was wir sehen oder wahrnehmen können. Wenn ich sage jenseits, so meine ich nicht jenseits im Sinne einer Entfernung, sondern jenseits im Sinne von Subtilität. Bei der Wahrheitssuche geht es nicht darum, vor den Dingen dieser Welt davonzulaufen, sondern darum, ihre vergängliche Natur zu verstehen. Und mehr als das, es geht um die Entdeckung unserer wahren Natur als einer uns innewohnenden Stille, von der aus selbst die subtilsten Bewegungen der Phänomene wahrgenommen werden.

Wer diese Wirklichkeit als sein innerstes Sein erkennt, genießt ein Gefühl von Frieden, Liebe und Weisheit als dessen natürliches Aroma und erfährt seine Wesensnatur als wahre Freiheit. Hier bist du zur direkten Erfahrung dieser zeitlosen Wirklichkeit eingeladen, durch die Methode der Selbst-Erforschung, die die Essenz dieses Buches bildet.

Wenn wir von unserer wahren Position, unserem wahren Selbst aus schauen, beginnen wir zu verstehen, dass das In-Erscheinung-Treten irgendeines Phänomens nicht bedeutet, dass es in sich und aus sich heraus wahr oder real ist. Um die Wahrheit zu entdecken, müssen wir Innenschau halten und nach demjenigen suchen, der alle Phänomene sieht – kann dieser Alles-Sehende selbst gesehen werden?

Was für eine Fähigkeit, was für eine Kraft ist hier in uns gegenwärtig, dass wir in der Lage sind, mit solcher Subtilität über unsere tiefste Natur nachzudenken und sie zu ergründen! Diese Art, in die Wahrheit unserer Natur und unseres Seins zu blicken, heißt auch Satsang, was Vereinigung mit der höchsten Wahrheit bedeutet. Satsang kann unzählige Formen annehmen – es kann heißen, in der physischen Gegenwart eines Meisters zu sitzen, der spirituellen Weisung in einem Buch wie diesem zu folgen, im Garten zu arbeiten oder mit deinen Kindern zu spielen. Sobald deine Augen dafür geöffnet sind, ist jede Lebensregung Satsang, der dich nach Hause ruft in dein grenzenloses Sein.

Willkommen zum Satsang.

Die Kraft der Selbst-Erforschung

Bei der herkömmlichen Art zu lernen beginnen wir in der Kindheit mit einfachem Wissen; während wir heranwachsen, werden wir komplexer. Wenn wir jetzt nach der Wahrheit suchen und den suchenden Blick auf uns selbst richten, treffen wir zunächst auf eine große innere Komplexität, obwohl wir dabei sind, uns zurück zur Einfachheit zu entwickeln.

Einige sagen, dass es schwierig sei, das Selbst zu erkennen. Ich bin hier, um dir zu zeigen, dass es im Gegenteil vollkommen natürlich und mühelos ist. Mit Recht kann man fragen: »Wenn die Selbst-Erforschung etwas so Direktes ist, warum entdecken dann offenbar nicht mehr Menschen die Wahrheit dessen, wer sie sind?« Wie ich oft sage, ist die Wahrheit einfach, der Wahrheitssuchende aber komplex. Das Offensichtliche entgeht uns, weil wir dem, was innerhalb unseres Seins steigt und fällt, zu viel Bedeutung beimessen. Das ist, als würde man nur die Wellen sehen und dabei das Meer übersehen.

Wahrheit ist hier, also lass uns einen Blick darauf werfen, was sie verschleiert. Dies ist die Kraft der Selbst-Erforschung. Was verborgen war, wird schnell offenbart. Was echt ist, wird enthüllt. Diese Kraft wirkt so unmittelbar, dass alles Unwirkliche rasch an die Oberfläche kommt: Wir können sehen, woran wir uns klammern, ob es Widerstand gegen Veränderung gibt oder nicht, und wir enttarnen die Schlupfwinkel und Sackgassen der falschen Identität.

Alles zeigt sich im Hier und Jetzt. Im Energiefeld des Satsang ist das, was zuvor vielleicht sieben bis zehn Jahre gebraucht hat, um verarbeitet zu werden, auf zwei bis drei Tage verdichtet. Wir kommen direkt auf den Punkt. Wozu ist es nötig, anstrengende Übungen von einer solchen Langwierigkeit zu propagieren, wenn die Wahrheit als unser ureigenes Selbst allgegenwärtig ist? Wir müssen einfach nur erkennen, dass unsere wahre Position die des vollkommenen Zeugen ist – formlos und unwandelbar.

Wenn ich sage, dass diese Hinweise auf die Wahrheit direkt sind, meine ich damit nicht, dass Satsang eine Art Supermarkt ist, in dem du dir Erleuchtung kaufst, woraufhin du wohlgemut von dannen ziehst. Vielmehr bleibt auch innerhalb der Präsenz und sogar inmitten der Freude und Freiheit der vollkommenen Verwirklichung des wahren Selbst eine sanfte Wachheit oder Wachsamkeit gegenüber den Machenschaften des psychologischen Verstandes erhalten. Und sollte dann etwas auftauchen, das unsere wahre Natur zu verschleiern versucht, wird es auf diese Weise leicht enttarnt. Jede Art von Vermeidung, Verschlagenheit oder Täuschung wird unverzüglich eliminiert. Du weißt dann, was wahr und beständig ist, und kannst dessen zeitlose Natur vom Vergänglichen unterscheiden.

Einige Menschen haben keine Lust mehr auf Übungen, aber man sollte Übung nicht für ein Schimpfwort halten. Auch die Selbst-Erforschung ist in gewisser Weise eine Übung. Vor allem zu Beginn erfordert sie Entschlossenheit, Verbindlichkeit und Verantwortungsgefühl gegenüber deinem eigenen Selbst. Diese Art von Übung wird aber nicht als Last erlebt, sondern ist vielmehr ein Mittel, um deine Zeugenschaft, dein neutrales Beobachten, lebendig zu halten.

So still

Einmal kam ich mit einer Gruppe von Menschen zu einem Schweige-Retreat auf einer Insel in Irland zusammen. Eines Nachmittags beobachteten wir, wie einige Fahrgäste ein Luftkissenboot bestiegen. Weil diese Boote sehr schnell über die Meeresoberfläche gleiten und es dabei zu starken Sprüngen kommt, werden die Passagiere von der Besatzung immer fest angeschnallt. Auch aus unserer Gruppe gingen acht oder zehn auf eine Fahrt. Wir hatten bereits einen Teil der Strecke schweigend genossen, als wir alle bei vollem Tempo spontan unsere Sicherheitsgurte ablegten, um den Ritt auf den Wellen stehend zu erleben. Der Kapitän forderte uns nicht einmal auf, uns wieder hinzusetzen und anzuschnallen! Als wir wieder an Land gingen, dankten wir ihm für das großartige Erlebnis.

Am nächsten Tag erschien der Kapitän beim Satsang. Ich hatte gerade allen anderen von unserem Erlebnis erzählt, als ich ihn bemerkte und sagte: »Ah, das ist ja der Kapitän persönlich!«

Er sagte: »Ich bin hergekommen, weil ich viele Menschen mit aufs Meer nehme, aber sie niemals so still erlebe. Draußen auf dem Wasser waren Sie alle so ruhig und haben trotzdem das ganze Erlebnis genossen. Darum war ich auch gar nicht beunruhigt, als Sie alle auf einmal aufstanden. Und ich wollte sehen, was es damit auf sich hat.«

 

Es hat etwas Tiefgründiges, mit dem Herzen im Satsang zu sein. Es ist nicht nur etwas Mentales, nicht nur eine Anhäufung von Informationen. Irgendwie gewinnt das Herz die Oberhand über den Verstand. Es ist fast so, als würdest du dein Leben mit einer sprachlosen Spiritualität leben, die für dich spricht, auch wenn du nicht darüber sprichst. Etwas von diesem inneren Kern scheint durch. Aus diesem Grund hat man Buddha auch den »Strahlenden« genannt. Es zeigt sich, wenn du frei von deinem Verstand bist, frei von Vergangenheit, frei von Absichten, frei von Wünschen, frei von Identität.

Dein Sein freisetzen

Wenn jemand dich alle sechs Monate über einen Zeitraum von dreißig oder vierzig Jahren interviewen würde, würdest du feststellen, dass deine Aussagen über dich selbst in jedem Lebensabschnitt anders ausfallen. Du würdest auch erkennen, dass du in jeder Lebensphase überzeugt wärest, dass sich deine Ansichten auf ein stabiles Wesen beziehen, indem du Dinge sagst wie: »So bin ich nun mal! Keiner kann aus seiner Haut!«

Einmal sagst du vielleicht: »Ich bin überzeugt, dass wir dieses und jenes tun sollten«, und ein paar Interviewtermine später behauptest du mit gleicher Überzeugung das genaue Gegenteil. Es ergäbe sich ein sehr wechselhaftes Bild. Welche dieser Identitäten ist nun dein wirkliches Ich?

Wenn ich dich fragen würde, welche Gedanken du heute Morgen genau um 7:44 Uhr hattest, könntest du dich an sie erinnern? Nein. Wir wissen nicht einmal mehr, was wir heute Morgen gedacht haben, trotzdem erzählen wir Geschichten aus der Zeit, als wir fünfzehn Jahre alt waren, und messen ihnen große Bedeutung bei. Häufig bewegen wir uns auf dem sehr unsicheren Boden der Erinnerung, die äußerst verzerrt sein kann. Aber in den meisten Fällen ist uns das nicht bewusst.

Aber auch wenn wir damit beginnen, unseren Glaubenssätzen in Bezug auf uns selbst auf den Grund zu gehen, und so dahin gelangen, sie als falsch zu erkennen, bleiben wir irgendwie weiterhin davon überzeugt, dass wir die Person sind, die wir zu einem beliebigen Zeitpunkt zu sein glauben. Obwohl wir die wechselhafte und unbeständige Natur der Identität erkennen, identifizieren wir alle uns nur allzu oft weiterhin mit dem Verstand, der sich in der Welt der Zeitgebundenheit austobt und die Vergangenheit analysiert, um besser für die Zukunft gewappnet zu sein:

Ich habe es so gesagt, aber ich hätte es anders sagen sollen.

Ich weiß, dass ich das nicht hätte tun dürfen – das wird mir nicht wieder passieren!

Warum bin ich da nur hingegangen? Warum bin ich nicht hingegangen?

Alles, was wir erreichen wollen, braucht seine Zeit. Aber was benötigt keine Zeit und bedarf keiner Anstrengung? Was befindet sich nicht im Bereich der Zeit? Uhren sind nicht nötig, hier gibt es weder Tag noch Nacht. Eine große Weite öffnet sich, und ein Gefühl von Frieden durchdringt dein Sein, wenn du herausfindest, dass du dieses zeitlose, unwandelbare, unberührte Bewusstsein bist, in dem jede Erfahrung entsteht. Du weißt intuitiv, dass du am richtigen Ort innerhalb deines wahren Selbst bist. Du erkennst, dass diese Gedankenblasen – oder tatsächlich alle Phänomene – nicht dein wesenhaftes Sein sind; sie werden vielmehr von der großen Harmonie oder Einheit, die du bist, erschaffen und in ihrem Inneren gehalten.

Der einfachste Schritt

Der Schritt in das Einssein ist der einfachste Schritt. Um ihn zu tun, brauchst du keinen spirituellen oder religiösen Hintergrund. »Sei in deinem natürlichen Zustand« ist eine so klare Botschaft, dass ich sie sogar Kindern vermitteln kann. Sie nehmen sie bereitwillig auf und sind glücklich, einfach in diesem Gefühl des Seins zu sein, ohne sich mit mentalen Bildern oder Gedanken zu identifizieren und ohne auf das Zeitliche festgelegt oder auf eine bestimmte Form beschränkt zu sein. Wenn du einfach so verweilst, wird es schließlich mühelos.

Der Zustand der Präsenz – das Gefühl von »Ich bin« oder »Ich existiere« – ist für jeden Menschen natürlich. Niemand musste es dir beibringen. Wenn dieses Gefühl von »Ich bin« sich mit anderen Zuständen oder Vorstellungen vermischt oder verbindet, ist es so, als würden diese Zustände ein Teil des »Ich bin«. Aber sie gehören ursprünglich nicht zu dem, was wir sind.

Schon mit jungen Jahren eignen wir uns viele falsche Annahmen an über die Welt, über das Leben und darüber, wer genau wir sind, die dieses Leben führen. Die Vorstellung Ich bin der Körper ist die Grundannahme, die wir schon sehr früh übernehmen. Sobald wir diese grundlegende Vorstellung Ich bin der Körper als das akzeptiert haben, was wir sind, lässt sie sich mit anderen Konzepten aufstocken: Ich bin ein Mann oder Ich bin eine Frau.Ich bin ehrgeizig. Ich bin faul. Ich bin interessant. Ich bin intuitiv. Ich bin dies oder jenes. Und so formt sich eine ganz bestimmte psychologische Identität.

Zumeist gehen wir davon aus, dass diese Identität eine unbestreitbare Tatsache ist, dennoch sind diese erworbenen Annahmen nicht Teil unserer ursprünglichen Natur. Wir glauben von uns selbst, ein besonderer Körper mit einer unvergleichlichen Persönlichkeit zu sein, und dieser Blickwinkel begleitet uns durch unser ganzes Leben. Indem wir diese Identität »Person« für wahr halten, nehmen wir uns selbst als ein getrenntes Wesen in einer Welt vieler anderer getrennter Wesen und Objekte wahr.

ALL DAS, VON DEM WIR MEINEN, DASS ES UNS GEHÖRT – UNSER KÖRPER, UNSER GEIST, UNSERE GEFÜHLE –, IST NICHT DAS, WAS WIR UNSEREM WESEN NACH SIND.

Du könntest viele Seiten mit all den Nuancen deiner Persönlichkeit füllen: Ich bin diese bestimmte Art von Person; dies sind meine Neigungen, meine Träume, meine Hoffnungen, meine Besitztümer; dies ist meine Erfahrung, und dies sind die Nachweise, die dies belegen. Aber all das, von dem wir meinen, dass es uns gehört – unser Körper, unser Geist, unsere Gefühle –, ist nicht das, was wir unserem Wesen nach sind.

Falls das zu viel ist, um es auf einmal zu verdauen, wollen wir es ein bisschen aufgliedern.

Alles, was du wahrnehmen kannst, kommt und geht, auch dein eigener Körper. Du bist derjenige, der auf die Zeit schaut, auf Gegenstände, sogar auf Gedanken und Gefühle. Durch die Sinne kannst du alles wahrnehmen, was als Leben, als Manifestation, als Existenz erfahren wird. Und hinter den Augen – im Reich des Denkens, Fühlens und des Gedächtnisses – wird all das mit dem inneren Auge der Wahrnehmung erfasst. Auch dein Gefühl, eine bestimmte Person zu sein, ist eine Wahrnehmung.

Unabhängig davon, ob das Objekt der Wahrnehmung physisch ist und folglich nach Farbe, Form und Größe bestimmt werden kann oder ob das Wahrgenommene eher subtiler Art ist wie ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Empfindung, handelt es sich bei all dem um Phänomene. Es ist das Gefühl des »Ich«, das sie wahrnimmt. Zuerst muss das »Ich« da sein. Man könnte sagen, es ist das Passwort für das mächtige Spiel der Existenz. Erst nach dem »Ich« kommt das »Du« und der, die oder das »Andere« – die Welt, Freunde, Erziehung, Sehnsucht, Religion und so weiter.

Daher müssen wir jetzt die Frage stellen: Was bedeutet »Ich«? Wer oder was ist »Ich«?

Suche angesichts solcher Fragestellungen nicht nach einer verbalen oder mentalen Antwort, und verlasse dich dabei nicht so sehr auf den Verstand und angelerntes Wissen. Schau lieber nach innen und sieh, worauf diese Worte hinweisen. Die nicht-duale Weisheit des Advaita lädt dich ein, für dich selbst herauszufinden, was »Ich« wirklich ist – ob es das ist, was du annimmst oder dir vorstellst.

 

Die meisten Menschen haben ein ausgeprägtes Gefühl davon, Individuen zu sein, und sind der Überzeugung, dass sie über ihre eigenen Erfahrungen bestimmen und mit ihren eigenen Realitäten vertraut sind. Das mag bis zu einem gewissen Grad wahr sein, aber es ist nur eine geringere, relative Wahrheit. Die größere Wahrheit ist, dass du das Bewusstsein bist, innerhalb dessen die Vorstellung von dir selbst als jemand, der ein Leben führt und Bewusstsein hat, entsteht.

Mit anderen Worten: Die »Person«, die wir zu sein glauben, ist eine Vorstellung, die im Bewusstsein als Ausdruck des Bewusstseins auftaucht. Diese Vorstellung hegt weitere Vorstellungen von sich selbst – zum Beispiel Ich bin ein Körper, der Bewusstsein und ein unabhängiges Leben hat.

Hier ein Witz, der diese Verwirrung gut zum Ausdruck bringt: Ein Mann sitzt beim Arzt mit einem Frosch, der ihm aus dem Kopf ragt. Als er an der Reihe ist, begleitet ihn die Arzthelferin ins Sprechzimmer. Der Arzt fragt den Mann: »Was ist denn da los?« Daraufhin antwortet der Frosch: »Nun, Herr Doktor, das hat vor einer Woche mit einer kleinen Schwellung an meinem Hintern angefangen und hört seither nicht mehr auf zu wachsen!«

Überrascht es dich nicht, dass der Frosch antwortet? So vieles in unserem Leben beruht auf konditioniertem Denken, und wir bestehen darauf, daran zu glauben. Wir wurden dazu erzogen, zu glauben, dass wir Bewusstsein haben. Und ich sage: Nein! Auf der Körper-Geist-Ebene und der Ebene der Persönlichkeit sind wir das Produkt und der Ausdruck von Bewusstsein.

Aber aufgrund unserer kulturellen Konditionierung und übernommenen Denkweisen, die alle auf der Vorstellung des Personseins beruhen, erscheint diese einfache Aussage, die ich gerade gemacht habe – nämlich, dass jeder von uns, als Person, der Ausdruck des Bewusstseins ist statt sein Schöpfer oder Herrscher –, als illusorisch, abwegig und schwer fassbar. Wir bestehen darauf, einfach nicht zu verstehen. Möglicherweise wird uns sogar schwindelig, weil wir es nicht gewohnt sind, auf diese Weise zu denken.

Wir sind eine bestimmte Art zu denken gewohnt, aber es gibt Wege des Verständnisses, die den persönlichen denkenden Verstand umgehen und tief greifende Auswirkungen haben. Der Verstand in seiner natürlichen, intuitiven Funktionsweise ist eine höhere Macht als der Verstand im persönlichen Modus. Der natürliche Verstand arbeitet auf eine viel umfassendere Weise. Er ist nicht aktivitäts- oder identitätsbesessen. Er ist rein und klar, leer und frisch, und so entfaltet sich das Leben einfach. Man verweilt in vollkommener Harmonie ohne Mühe und Anstrengung. Der natürliche Verstand ist in einem Zustand der Gnade.

Wenn du eine stabile Grundlage im Selbst und als das Selbst hast, wird alles, was geschieht, einfach spontan aus diesem Einssein hervorgehen. Wenn du der Welt als Person begegnest, kannst du nur als Person fungieren – wenn vielleicht auch auf eine gute, kompetente Weise. Aber wenn du zur Wahrheit erwachst, fängst du an, dich als ein ganzes Umfeld zu bewegen. Wenn irgendein Handlungsbedarf entsteht, wird dieser Bedarf erkannt, und um ihm gerecht zu werden, setzt eine Art Strömungsbewegung ein, die aus vielen Seitenarmen gespeist wird, bis daraus ein Fluss wird. Du kannst sehen, wie die Kräfte sich verbinden. Du schaust dann wirklich auf diese ganze Matrix des Lebens und siehst, dass es das Eine ist, das alles bewirkt. Du denkst das nicht bloß – du siehst es wirklich mit den Augen Gottes.

 

Halte an dieser Stelle ein wenig inne, damit sich Verstehen ohne die Einmischung deines logischen Verstandes einstellen kann. Dein Verstand kann dich nicht dahin bringen. Sei einfach leer, ohne dich auf einen Gedanken, eine Absicht oder Identität zu beziehen. Auf diese Weise, jenseits der Bemühungen des Verstandes, hast du die Chance, die Natürlichkeit des Lebens und Seins zu entdecken.

Wir denken bloß, dass wir der Körper sind

Normalerweise lautet unsere Erfahrung nicht: Ich bin Bewusstsein, sondern: Ich bin der Körper, der Bewusstsein hat. Aber wir wollen uns einen Moment Zeit nehmen, um diese Vorstellung genau zu betrachten. Es ist nicht der Körper, der sagt: Ich bin mir deiner bewusst. Der Körper hat so etwas noch nie gesagt. Der Körper macht verschiedene Geräusche, aber ich glaube nicht, dass er schon einmal ein Buch geschrieben oder irgendwelche großartigen Aussagen gemacht hat. Der Körper ist an all dem ganz unschuldig. Vielmehr bist du es, der sagt: Ich bin mir des Körpers bewusst.

Wir alle leben in Zeit-Körpern. Seit der Geburt dieses Körpers ist jeder von uns wie eine Kerze, die angezündet wurde und unser Leben hindurch abbrennt. Und irgendwann wird die Flamme des Körpers ausgehen. Aber du bist nicht wesenhaft der Körper, die Sinne oder der Geist, weil sie alle etwas unterstellt sind, das sie beobachtet.

Stell dir vor, du hast dein Auto vor dem Haus geparkt, und jemand sagt: »Da ist ein blauer Wagen, bei dem das Licht noch an ist.« Du würdest sagen: »Oh, das ist meiner«, und nicht: »Das bin ich.«

So ähnlich sagen wir auch: »Dies ist mein Körper – er ist nicht ich, weil ich hier bin, um ihn wahrzunehmen. Ich schaue meine Hand an. Meine Hand schaut nicht mich an.« Meine Hand – nicht ich.